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	<title>OpenMindJournal</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>George-Clooney-Blick löst Misstrauen aus</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mann-Sein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frauen nicht an Typen mit halbgeöffneten Augen interessiert Chicago/Wien (pte) — Den Blick von George Clooney und Antonio Banderas sollten Nachahmer nicht überstrapazieren: Die Augenstellung mit halbgeschlossenen Lidern – bisweilen als »Schlafzimmerblick« tituliert – hinterlässt bei Frauen eher verdächtigen Eindruck statt Romantik, berichten Forscher der University of Michigan in der Zeitschrift »Personality and Invididual Differences«. Um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Frauen nicht an Typen mit halbgeöffneten Augen interessiert</h2>
<div id="attachment_4894" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/dreamstime_xs_23091078.jpg" rel="lightbox[4892]"><img class=" wp-image-4894 " title="Schlafzimmerblick: Geht meist in die Hose, warnen Forscher " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/dreamstime_xs_23091078-300x193.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: © Sbukley | Dreamstime.com</p></div>
<p>Chicago/Wien (pte) — Den Blick von George Clooney und Antonio Banderas sollten Nachahmer nicht überstrapazieren: Die Augenstellung mit halbgeschlossenen Lidern – bisweilen als »Schlafzimmerblick« tituliert – hinterlässt bei Frauen eher verdächtigen Eindruck statt Romantik, berichten Forscher der <a href="http://umich.edu" target="_blank" rel="external nofollow">University of Michigan</a> in der Zeitschrift »Personality and Invididual Differences«. Um attraktiv zu wirken, sollten Männer eher mit offenen Augen durchs Leben gehen, raten die Forscher.</p>
<h4>Wichtigster Aspekt der Wahrnehmung</h4>
<p>»Augen haben in der Wahrnehmung durch andere eine zentrale und universelle Bedeutung. Sie sind für die Einschätzung einer Person noch wichtiger als die Körperbewegung«, erklärt der Wiener Sozialpsychologe Arnd Florack auf pressetext-Anfrage. Tatsächlich weiß die Forschung viel über die Wirkung etwa der großen Augen, die Naivität, Ehrlichkeit und Verletzlichkeit übermitteln – das sogenannte »Kindchenschema«. Die Pupillen deuten auf Stimmung, Extrovertiertheit sowie auch sexuelle Erregung und Wachsamkeit – und sind bei Frauen größer als bei Männern.</p>
<h4>Verdächtig statt betörend</h4>
<p>Über den Einfluss der Augenlider ist bisher wenig bekannt – was die US-Forscher nun nachholen wollten. Sie präparierten am Computer Portraitfotos von 30-jährigen Männern, die in einer Abwandlung mit offenen, in der anderen mit halbgeschlossenen Augen dargestellt waren, sich sonst jedoch nicht unterschieden. Die an der Studie teilnehmenden Frauen sollten jeweils die Attraktivität angeben sowie beantworten, ob sie mit ihm eine kurze oder längere Beziehung eingehen würden, ihn als Vater des eigenen Kindes wollten oder ihm als Reisebegleiter der eigenen Schwester vertrauen würden.</p>
<p>Offene Augen schnitten im Versuch stets besser ab als halbgeschlossene. Den Clooney-Blick stuften die Probandinnen eher als billige Anmache für kurzfristige Flirts ein und waren kaum bereit, mit dem so dargestellten eine kürzere oder längere Beziehung einzugehen: 71 Prozent bevorzugten eindeutig den Mann mit offenen Augen als Ehepartner oder Reisebegleiter und stuften ihn auch als attraktiver ein. »Der Schlafzimmerblick könnte auf sexuelle Reife deuten, da große Augen als jugendlicher gelten. Die Technik muss jedoch vorsichtig eingesetzt werden, da man zugleich Vertrauenswürdigkeit einbüßt«, sagt Studienleiter Daniel Kruger.</p>
<h4>Blick regt zur Nachahmung an</h4>
<p>Der Blick verändert jedoch nicht bloß die Einschätzung einer Person durch andere, sondern auch deren Verhalten. »Unwillkürlich folgen Menschen, jedoch auch Tiere der Blickrichtung anderer. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Mechanismus zu unterbinden, wobei er bei sozial Orientierten besonders stark ausgeprägt ist«, berichtet Florack über sein laufendes Forschungsprojekt an der <a href="http://ppcms.univie.ac.at" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Wien</a>. Ein weiterer beobachteter Effekt: Neutrale Dinge, auf die andere Menschen schauen, werden automatisch positiver beurteilt.</p>
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		<title>Wir brauchen alle Stimmen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 21:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Co-Kreation]]></category>
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		<description><![CDATA[Theresa Zimmermann, Studentin, und Johannes Heimrath, Oya-Herausgeber , bekamen bei ­einem Konzeptionsgespräch zu dieser Ausgabe von Oya Lust, sich in Form eines E-Mail-Duetts durch junge und alte Gedanken zu den aktuellen Fragestellungen treiben zu lassen. Draußen ist es grau und duster, und ich denke nach. Viele Menschen prophezeien, dass auch unsere Zukunft duster aussehen wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Theresa Zimmermann, Studentin, und Johannes Heimrath, Oya-Herausgeber , bekamen bei ­einem Konzeptionsgespräch zu dieser Ausgabe von Oya Lust, sich in Form eines E-Mail-Duetts durch junge und alte Gedanken zu den aktuellen Fragestellungen treiben zu lassen.</h4>
<p><em><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/image1_hires.jpg" rel="lightbox[4886]"><img class="alignright  wp-image-4889" style="margin-left: 10px;" title="Wir brauchen alle Stimmen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/image1_hires-300x168.jpg" alt="" width="200" /></a>Draußen ist es grau und duster, und ich denke nach. Viele Menschen prophezeien, dass auch unsere Zukunft duster aussehen wird. Energie– und Rohstoffkrisen sind das eine, aber auch die Gesellschaft als Ganze wird leiden und immer ungerechter werden. Mir wurde mal gesagt, wir seien die erste Generation, der es »schlechter« ­gehen werde als ihrer Elterngeneration. Wenn ich das im Studium Gelernte reflektiere, fällt es nicht schwer, die Aussage für wahr zu halten. Ein schöner Ausblick ist das nicht – doch entmutigen lassen sollte man sich auch nicht. Was bleibt also?</em></p>
<p>Wir sind auch die erste Generation der Spezies Homo, in deren Händen allein es liegt, ob sie die letzte sein wird. Es lauern noch immer über 20 000 Atomsprengköpfe in den Bunkern der Nuklear­mächte, fast 5000 davon werden von Tausenden ganz normaler Menschen in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten. Die Verseuchung der Welt durch genetisch veränderte Organismen, Ackergifte und Nanopartikel, eine Klimaentwicklung, die sich fast im Wochenrhythmus als immer komplexer und unvorhersagbarer entpuppt – es muss etwas der gefühlten Ohnmacht des Einzelnen gegenüberstehen, das der ganzen krisenhaften Erscheinung Bedeutung und Sinn verleiht. Das Leben selbst beweist es in jedem Augen­blick: Es gibt keine aufsteigende Bewegung, die nicht zugleich eine absteigende als Komplementärin hat und umgekehrt. Der Zyklus ist Geheimnis und Prinzip allen Lebens. – Wie heißt nun der aufsteigende Kreisbogen der Weltentwicklung, der den Niedergang des Bisherigen aus der Würdelosigkeit des bloßen Verfalls herausholt und ihn als sinnvolle Voraussetzung für einen neuen Lebensentwurf annimmt?<br />
<em><br />
Wie können wir diesen Kreislauf, das Auf und Ab, gemeinsam nutzbringend gestalten? Wie können wir scheinbar verheerende Situationen in solche wenden, die Positives generieren? Wer sich stark fühlt, auf sein Herz hört und tut, worauf er Lust hat, schafft oft enorm viel Gutes durch das pure Sein. Gleichzeitig birgt jedes Handeln unzählige Konsequenzen, die nie allesamt abzuschätzen sind. Die wirtschaftliche, politische, kulturelle, soziale und mediale Globalisierung übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Wer viel über die Lage der Welt nachdenkt und möglichst »richtig« agieren will, erstickt leicht in der Komplexität der Zusammenhänge. Wie ist es zu schaffen, die Gesellschaft und uns selbst vor einer Lethargie zu bewahren, die den Zukunftssorgen nur ausweichen will? Woher nehmen wir die Hoffnung, die Zuversicht, das Vertrauen, die eigene Handlungsbereitschaft?<br />
</em><br />
Schwierige Frage. Die Antwort heißt vermutlich: Liebe. Ich versuche, mich zu erinnern, was ich in den Phasen fühle, in denen der dunklere Teil der Wirklichkeit meine Vision verschattet. Gibt es so etwas wie ein Trotzdem? Das würde einen Widerstand bedingen, gegen den ich anzurennen hätte. Ich habe mal, da ging ich in die dritte Klasse, ein Mädchen umgerannt, um meinen Schulkameraden zu beweisen, dass ich kein Weiberheld sei. Sie hatten mich damit aufgezogen, dass ich unmännlich, weil verliebt sei – und ich wollte nicht aus der Bubenclique fliegen. Noch während sie fiel, wurde mir zugleich mit der Schändlichkeit meiner Tat bewusst, wie tief ich mich selbst damit verletzte, indem ich ihr Schaden zufügte. Denn – ahnungslos, wie ich noch war – ich spürte plötzlich, dass die Kameraden recht gehabt hatten: Ein ungeheuer sehnsuchtsvolles Ziehen riss mir schier das Herz aus dem Leib, und ich weiß seitdem wie nichts anderes, dass ich nicht in einer Welt leben möchte, in der sanfte Menschen zu harten Monstern gepresst werden. Es kostete mich mehr als meinen ganzen Mut, mich ein paar herzzerklopfte Nächte später bei ihr zu entschuldigen. Ihre Antwort bleibt mir genauso unvergesslich: Sie hatte meine innere Zwangslage verstanden und lud mich ein, in Zukunft mit ihr den Schulweg zu teilen. Bestimmt haben wir dann in vielen Monaten auch Belangloses geredet, aber ich erinnere mich an präzise Bilder einer jungen, hellen, friedlichen Welt, die wir uns gegenseitig mit allen unseren Kräften zu schaffen versprachen. Das fühle ich heute noch, und das treibt mich bis heute an. Wir waren Kinder, acht Jahre alt. Ich wünschte mir damals, jemand wie der, der ich heute glaube zu sein, hätte sich so für unsere Weltvision eingesetzt, wie ich es heute tue.</p>
<p><em>Willst du damit sagen, es gab damals keine Visionäre, die sich für ihre Träume eingesetzt haben? Gab es diese nicht immer? Sie haben sich in anderen Zeiten nur auf andere Themen und Bedürfnisse konzentriert.<br />
Ich bin in einem Idyll aufgewachsen und wurde auch früh mit Themen wie Nachhaltigkeit, bewusster Konsum, gemeinschaftliches Miteinander konfrontiert – Bereiche, die mir noch immer wichtig sind. Dennoch habe ich wahrscheinlich eine ganz ähnliche Frustration gefühlt wie du damals. Auf eine Art dachte ich, ich bin anders als die anderen, habe andere Bedürfnisse, mache mir andere Gedanken um die Welt als die Menschen um mich herum. Dann kamen das Internet, meine Auslandsaufenthalte und die neuen Medien, die es mir schon früh ermöglichten, mich mit der Welt zu vernetzen, Informationen aus nah und fern zu beziehen und von Menschen zu erfahren, die auch die von dir beschriebene junge, helle, friedliche Welt fühlen. Da war ich sicher in einer glücklicheren Situation als noch deine Generation. So wie dich das von dir beschriebene Ereignis im Kindesalter bis heute prägt und ermutigt, sind es für mich die entstandenen Netzwerke, Freundschaften und Erfahrungsberichte, die mich ermutigen und immer wieder meine Handlungsbereitschaft und mein Handlungsbedürfnis erneuern. Und trotzdem: Mir wird mehr und mehr bewusst, dass jeder ein eingeschränktes Blickfeld hat, so auch du und ich. Manchmal wünsche ich, ich könnte noch offener für die Blicke und Motive derjenigen sein, die scheinbar entgegen meinen Visionen agieren. Wäre das nicht der effektivste Schlüssel zu einem friedlichen Miteinander? Welchen Weg bist du gegangen? Hast du dir primär angeschaut, was für Bedürfnisse du und dein Umfeld haben, und hast dann weitergreifende Visionen und Taten entwickelt? Wenn ja, hast du noch die Offenheit für die Meinungen und Bedürfnisse derer, die scheinbar ganz anders sind als du?<br />
</em><br />
Freilich gab es auch damals Visionäre. Und es stimmt: Wann hätte es sie nicht gegeben? Aber die Kommunikationswege waren so unvergleichlich viel langsamer als heute, und bis ich mich dann mit fünfzehn bis zu Hesses Siddhartha vorgetastet hatte, während ich gleichzeitig versuchte, zu verstehen, was die Notstandsgesetze mit Freiheit zu tun hatten, verfloss die Zeit viel weniger gequirlt als im Zeitalter des Milchschaums. Es gab ja auch erst eine italienische Eisdiele, die im Sommer aufhatte, und bedeutungsschwangere Gespräche bei Latte Macchiato konnten nicht geführt werden, weil es gar keine Latte gab. Deshalb hat es auch länger gedauert, bis ich beispielsweise zu einer soliden Antwort auf deine letzten Fragen in der Lage war. Dafür hat die Frage nach dem Umgang mit denen, die anders sind als ich, eine besonders tiefe Wurzel in mich gegraben. Als ich vor 35 Jahren mit meinen Lebensgefährtinnen und –gefährten beschloss, ein gemeinsames Leben zu führen, geschah das aus dem Anschauen der Bedürfnisse dieser Welt, und wir waren überzeugt, dass wir selbst diejenigen sein müssten, die wir in der Welt sehen wollten. Erst viel später kam mir dieses sinngemäße Wort von Gandhi entgegen, als unsere Gemeinschaft schon manche Festungsmauer zwischen uns und der Welt »der Anderen« abgetragen hatte. Eine letzte massive Übung ist noch nicht so lange her: Vor zehn Jahren war in dem Ländchen, in dem ich nun seit fünfzehn Jahren lebe, ein Teil der Einwohnerschaft infolge eines Herbizidunfalls, in dem die Agroindustrie unter anderem einen Ökobetrieb von uns schwer beschädigte, in eine ganz und gar irrationale Gegnerschaft zu uns geraten. Man wollte uns und alle Neubürger der umliegenden Dörfer vertreiben. Wir konnten aber rechtzeitig erkennen, dass diejenigen, die sich als unsere Gegner verstanden, dasselbe anstrebten wie wir selbst: eine Heimat zu haben, an deren glücklicher Zukunft man aktiv mitwirken kann. Es war die letzte Lektion dahin, zu verstehen, dass ein Konflikt nicht Grund für Spaltung und Trennung sein muss, sondern vielmehr beweist, dass man mit dem anderen etwas Gemeinsames hat, das beide essenziell angeht. Sie hat mich tief in die Wahrheit hineingeführt, die in dem Wort »Biodiversität« liegt: Wir brauchen alle Stimmen, wenn wir ein überlebensfähiges, resilientes Ökotop bilden wollen. – Aber lass mich jetzt doch hören, wie deine Palette der sinnvollen Beiträge aussieht, die du konkret zur Verwirklichung deiner Version einer enkeltauglichen Welt leisten willst.</p>
<p><em>Während ich durchs Leben schreite, entwickeln sich meine Visionen weiter. Wie oben beschrieben, fällt es mir immer schwerer, mich mit meinen Wünschen und Ideen auf unseren geografischen Raum und unsere Gesellschaft zu beschränken. Wie ich die Umsetzung nun aber angehe, ist eine schwierigere Frage.<br />
Einerseits möchte ich mir gewisse Probleme ins Bewusstsein holen und mich dafür einsetzen, dass sich auch andere dieser Situationen bewusst werden. Ich möchte also mit möglichst vielen Menschen mein und unser Leben und Tun diskutieren und reflektieren. So organisiere ich beispielsweise Konferenzen, auf denen eine Plattform für die Auseinandersetzung mit wichtigen Themen geschaffen wird. Gleichzeitig versuche ich, meine Offenheit zu bewahren und möglichst viele Eindrücke in mich aufzusaugen und so zu verarbeiten, dass ein immer runderes Bild entsteht. Ich bemühe mich, das Gelernte zu hinterfragen und nachzuhaken, wo immer es geht. Oftmals ist damit verbunden, sich für die »Rechte meiner Generation« starkzumachen und Forderungen zu stellen – an Politiker, an Wirtschaftler, an Wissenschaftler, an alle diejenigen, die diese Welt mitgestalten – ja, auch an dich.<br />
Andererseits jedoch muss und will auch ich aktiv mitgestalten, ausprobieren, verändern. Mein Vegetarierinnendasein rettet sicherlich nicht die Welt (wobei ich eh immer mehr davon ausgehe, dass es nicht darum geht, die Welt vor »dem Untergang« zu bewahren, sondern immer weiter zu gestalten) – dafür braucht es schon weitergreifende strukturelle Änderungen. Wer aber meint, er habe das Patentrezept zur Behandlung eines bestimmten Pro­blems, kann meiner Meinung nach nicht Recht haben – zu komplex und vielschichtig ist diese Welt. Mein ewiges »Suchen« langsam in ein »Machen« zu wandeln, darin sehe ich derzeit noch eine große Herausforderung. Nun hast du mich wieder und wieder gefragt, wie ich mich für die Verwirklichung meiner Visionen einsetze. Wie aber steht es um dich? Du gehörst zur Generation, die Entscheidungen trifft und bereits getroffen hat, die mich, meine Kinder und Enkel betreffen werden. Bist du zufrieden mit dem Einsatz, den du geleistet hast? Was würdest du anders machen? Wo siehst du noch Potenziale für ein aktives Mitwirken?<br />
</em><br />
Gerade erst gestern war ich auf einer Konferenz zu einem ziemlich einzigartigen Projekt: In unserem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat sich vor wenigen Wochen eine Genossenschaft von Gemeinden gegründet, die sich auf den Weg zur Energie-Selbstversorgung gemacht haben. In den kommenden Jahren sollen sich 500 (Bio-)Energiedörfer etablieren. Auf der Konferenz im Schweriner Landtag diskutierten Abgeordnete, Regierungsangehörige, Landräte, Bürgermeister und Fachleute engagiert über die nächsten Schritte zur Umsetzung der Energiewende. Aber: Wo waren die jungen Generationen? Die Generation der Zwanzigjährigen war gar nicht vertreten, die der Dreißigjährigen war an zwei Händen abzuzählen, der Rest der fast 200 Teilnehmer war über 40, und »Teilnehmer« stimmt auch, denn die ganze Bewegung wird zum überwiegenden Teil von Männern in Gang gesetzt. Dabei nahm das Projekt seine Uranfänge unter anderem in den Regionalkonferenzen, zu denen ich vor einigen Jahren hier an meinem Lebensort eingeladen hatte, und da waren es überwiegend junge Menschen gewesen, die die Initialgedanken in die Welt gesetzt hatten.<br />
Ich habe gestern diesen eigenartigen Spalt zwischen dem »jungen« Geist und der »alten« Verwirklichung angesprochen. In dem Zuspruch, den ich danach bekommen habe, wurde immer wieder das Wort »Partizipation« verwendet, und es waren sich alle einig, dass wir uns von einem bloßen »Mitmachen« der jungen Generatio­nen verabschieden müssen und echte, paritätische Mitgestaltung anzustreben sei. Insofern bin ich in diesem Beispiel für die Wirksamkeit meines Einsatzes nur halb zufrieden. Die Frage blieb unbeantwortet, wie wir die jungen Menschen erreichen können, so dass sie mittun und im Mittun auch die Formen verändern, in denen sich solche Unternehmungen äußern. Ja, ich möchte, dass die Entscheidungen, die meine Generation bisher getroffen hat, breiteste Revision durch die Jungen erfahren, denn es gibt überhaupt keine Entscheidung, die nicht euch beträfe. Ich sehe, dass in vielen Bereichen die Alten erkannt haben, dass es nicht ohne die Jungen geht, aber ich sehe noch nicht, welches Angebot der – willigen – Jungen da ist, die – willigen – Alten in ihre Kultur der Zukunft einzuladen und mitzunehmen. Any idea?</p>
<p><em>Du meinst, dass hier zwei »Kulturen« parallel leben und sich nicht treffen, absprechen und ergänzen? Nun, aus junger Sicht kann ich sagen, dass es eine ganze Reihe von Projekten, Ideen, Veranstaltungen und viel Engagement zu zukunftsrelevanten Fragestellungen gibt – die allesamt von jungen Menschen ins Leben gerufen werden und auf Kooperation mit den Älteren bauen. Doch was oft fehlt: (finanzielle) Kapazitäten und wirkliche Einflussmöglichkeiten. Man darf nicht vergessen, dass wir jüngeren Menschen meist in der Ausbildung stecken, oft von Eltern oder BAföG abhängig sind und Entscheidungen für die individuelle Zukunft treffen müssen. Das alles beansprucht Zeit und Kraft. Für viele ist es dadurch gar nicht möglich, noch »zusätzliches« Engagement zu leisten. Für diejenigen, die es dennoch können und tun, bedeutet es eine Gratwanderung zwischen dem Einsatz für den eigenen Alltag und die persönliche Zukunft und dem für das Allgemeinwohl.<br />
Als Beispiel ein Projekt, in dem ich selbst involviert bin: Seit eineinhalb Jahren setzen wir – Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten aus ganz Deutschland – uns für eine Veranstaltung »Visionaries in Action« ein, mit der wir eine Plattform für den Austausch von jungen Menschen und erfahrenen »Älteren« schaffen wollen, die dann gemeinsam zukunftsweisende Projekte entwickeln können. Wir haben bereits viele Wochenenden, viel Herzblut und viel eigenes Geld in die Organisation gesteckt, und dennoch steht das Projekt auf der Kippe. Von denjenigen, die auf den Fördertöpfen sitzen, bekommen wir bislang keinen Zuspruch. Da ist es schon frustrierend, zu sehen, wenn stattdessen Millionen in eine neue Autobahn fließen.<br />
Habt ihr denn »die Jungen« zu eurer Konferenz eingeladen? Konntet ihr ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie tatsächlich Partizipations– und Mitentscheidungsmöglichkeiten haben? Wäre es nicht schön, wenn wir einen Austausch schaffen könnten, in dem die »Alten« Erfahrung, Zeit und nötige Ressourcen und die »Jungen« Ideen, Engagement und frischen Wind geben würden? In einer Atmosphäre, in der gemeinsam nach Lösungen gesucht wird, anstatt gute Ideen von den Entscheidungshierarchien erdrücken zu lassen? Wenn wir als Gesellschaft erkennen würden, dass wir ­gemeinsam viel mehr erreichen können als einzeln?<br />
</em><br />
Du triffst den Nagel auf den Kopf, mehrfach. Selbstverständlich wurden »die Jungen« eingeladen, es sind ja Anbindungen an Hochschulen da. Aber der erste Nagelkopf heißt »Partizipation«: Mich würde es auch nicht interessieren, zum Mitmachen eingeladen zu werden, wenn es womöglich gar nicht dorthin führt, wo ich ein sinnvolles Ziel sehe. Partizipation ist eben nicht voll verwirklichte Gemeinsamkeit. Aber andererseits: Wenn niemand da ist, der ­genau das aus authentischem Eigeninteresse einfordert, wie sollen es dann die willigen anderen überhaupt verstehen? So kommt es, dass die »gestandenen Männer« das verwirklichen werden, was sie für das Beste für alle halten, und die eigentliche Innovation, die aus ­euren Reihen artikuliert werden müsste, nicht stattfindet.<br />
Ja, es braucht eine »Youth and Elders Alliance«, ein Bündnis der Generationen, das sich an die gemeinsame Sache der neuen Kultur macht und nach jungen Ideen sucht, wie wir die Hilflosigkeiten gegenüber dem Alten umgehen und hinter uns lassen können. Vielleicht wissen wir heute noch nicht, wie wir das anstellen sollen. Aber wir fangen einfach damit an. Unseren Mailwechsel empfinde ich als einen – zugegeben winzigkleinen, aber richtigen – Schritt auf dem Weg. Ich rede jedenfalls nicht für die Autobahn, und ich rede in der Energiekonferenz über die Notwendigkeit, das ganze Vorhaben mit eurer, der jungen Welt zu verknüpfen, auch auf die Gefahr hin, dass der Verständigungsprozess harzig sein könnte.</p>
<p><em>Dabei sollten wir aber vermeiden, nur die schwierigen Aspek­te zu beleuchten, und uns stattdessen den Beispielen widmen, in denen es bereits zukunftsfähige Entscheidungen und ein kon­struk­tives Miteinander der Generationen gibt. Lass uns nach »Posi­tiv-Beispielen« suchen und von diesen lernen. Ich hoffe, dass ich mich nicht früher oder später in den Sog einer frustrierten Konsumgesellschaft ziehen lasse und ich mir stattdessen ein bisschen von meinem »jungen Idealismus« bewahren kann. Wenn ich es schaffe, sowohl meiner eigenen Generation als auch den vor und nach mir liegenden fair gegenüber zu sein und Brücken zu bauen, wo immer es geht, dann kann ich zufrieden sein. Weiter wünsche ich mir, dass nicht nur mir und meiner Generation, sondern all denjenigen, die von unserem Handeln auf irgendeine Weise betroffen sind, wahre Partizipationsmöglichkeiten gegeben werden. Auf lang oder kurz wird das allen zugutekommen.</em></p>
<p> </p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin OYA — anders denken. anders leben, Ausgabe <a href="http://www.oya-online.de/article/issue/14-2012.html" rel="external nofollow">14/2012</a></em></p>
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		<title>Im Allmende-Fieber</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 20:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Beitrag aus der OYA-Redaktion von Lara Mallien. Oya-Genossenschaftsmitglied Steffen Walter schickte uns die Pressemitteilung der neuen Genossenschaft »BürgerEnergie Berlin eG i.G.« vom 25. April: Der Plan dieses Projekts ist kein geringerer, als das Netz der Hauptstadt in Bürgerhand zu bringen, denn die Konzession des Netzbetreibers Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Beitrag aus der <a href="http://www.oya-online.de/blog/111-im_allmende-fieber/view.html" target="_blank" rel="external nofollow">OYA-Redaktion</a> von Lara Mallien.</em></p>
<div id="attachment_4879" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="https://www.facebook.com/buergerenergieberlin" rel="external nofollow"><img class=" wp-image-4879 " title="Jetzt oder nie" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/jetzt_oder_nie-300x188.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: BürgerEnergie Berlin</p></div>
<p>Oya-Genossenschaftsmitglied Steffen Walter schickte uns die Pressemitteilung der neuen Genossenschaft »BürgerEnergie Berlin eG i.G.« vom 25. April: Der Plan dieses Projekts ist kein geringerer, als das Netz der Hauptstadt in Bürgerhand zu bringen, denn die Konzession des Netzbetreibers Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird in den nächsten Monaten neu vergeben. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich am gemeinschaftlichen Kauf des Stromnetzes zu beteiligen. Die erste Million ist bereits zusammen.<br />
Wie großartig – das Stromnetz von Berlin als Commons, als Allmende – das wäre ein starkes Zeichen. Weitere Infos gibt es auf der Seite<a href="http://www.buerger-energie-berlin.de./" target="_blank" rel="external nofollow"> www.buerger-energie-berlin.de.</a></p>
<p>Allmende-Fieber breitet sich aus — nicht wie ein Lauffeuer, aber wie ein unaufhaltsames Glimmen.<br />
Heute haben wir auch erfahren, dass die <a href="http://www.boell.de/" target="_blank" rel="external nofollow">Heinrich Böll Stiftung</a> weitere Arbeitstreffen zum Thema <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2012/03/26/bausteine-fur-eine-stromallmende/" target="_blank" rel="external nofollow">»Energiewende und Gemeingüter«</a> plant. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurde inzwischen erreicht, dass die Kommunalverfassung dahingehend geändert wurde, dass <a href="http://www.nachhaltigkeitsforum.de/421" target="_blank" rel="external nofollow">Energieversorgung auch zur Daseinsfürsorge der Gemeinden gehört, </a>das heißt die Städte und Gemeinden können zusammen mt den Bürgerinnen und Bürgern Energiegenossenschaften gründen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg des Projekts <a href="http://www.bedeg.de/" target="_blank" rel="external nofollow">»500 Bioenergiedörfer in M-V«,</a> in dem es auch um eine »Energiewende von unten« ohne große Investoren geht.</p>
<p>Aber Energie ist nur eine der vielen Ebenen, auf denen <a href="http://www.commonsblog.de/" target="_blank" rel="external nofollow">Commons</a> gefragt sind. Projekte zur <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/" target="_blank" rel="external nofollow">solidarischen Landwirtschaft</a> scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen, und in jedem Projekt werden dabei passende Formen des »Commonings« gefunden, des gemeinsamen Zusammenwirkens. In Klein Jasedow – dem Dorf in Vorpommern, in dem Oya hergestellt wird – experimentieren wir gerade mit der Form eines Community Gardenings, in dem zwei Dutzend Menschen gemeinsam einen Selbstversorgungs-Acker betreuen. Außer dass wir gemeinsam Saatgut und ein paar Geräte kaufen müssen, wird bei der ganzen Aktion kein Cent Geld fließen.<a href="http://www.demonetize.it/" target="_blank" rel="external nofollow"> »Demonetize!«,</a> steht auf der neuen Ausgabe der österreichischen Zeitschrift <a href="http://www.streifzuege.org/" target="_blank" rel="external nofollow">»Streifzüge«</a>. Ja – wie lassen sich mehr und mehr Lebensbereiche dem Kommerz entziehen?</p>
<p>»Wir arbeiten alle auf der Basis von »Open Source« und freiwilligem Beitragen, aber wir schaffen es nicht, gemeinsam genug zum Überleben zu erwirtschaften und fragen uns jetzt, wie wir damit umgehen sollen«, fragte eine junge Frau vom <a href="http://www.trial-error.org/" target="_blank" rel="external nofollow">Kulturlabor Trial &amp; Error</a> auf dem Kongress <a href="http://www.mcplanet.com/" target="_blank" rel="external nofollow">McPlanet,</a> der letztes Wochenende an der TU Berlin stattgefunden hat. Wir machten ihr Mut, nicht nach einem Patentrezept, sondern nach einer Lösung zu suchen, die genau zu den beteiligten Menschen passt. Statt allen das Gleiche geben zu wollen, ließe sich ja auf die ganz individuellen Bedürfnisse schauen. Es gibt keinen Grund, sich minderwertig zu fühlen, weil das gemeinsam Erwirtschaftete noch nicht für alle ausreicht, sondern Allmende-Pioniere müssten selbstbewusst andere dazu einladen, sich als Unterstützerinnen und Unterstützer einzubringen. Wir brauchen Freiräume, in denen mitten im Alten das Neue Heranwachsen kann, und das geht am besten durch ein Netzwerk solidarischer Freundinnen und Freunde.</p>
<p><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts2036/ts2036.php" rel="external nofollow"><img class="alignright  wp-image-4883" style="margin-left: 10px;" title="Commons" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/commons-197x300.jpg" alt="" width="120" height="183" /></a>Auf dem Mc Planet stellte <a href="http://www.oya-online.de/article/read/15-Wovon_wir_alle_leben.html" target="_blank" rel="external nofollow">Silke Helfrich </a>den neuen, 500-seitigen Reader <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts2036/ts2036.php" target="_blank" rel="external nofollow">»Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat«</a> vor. Das neue Paradigma der Gemeingüter kompakt in Theorie und Praxis. Es kommt genau zur richtigen Zeit, um das Allmende-Fieber weiter anzuheizen und die Commons auch der akademischen Diskussion bestens zugänglich zu machen. Das Buch soll in alle Uni-Bibliotheken im deutschsprachigen Raum, und wir möchten es allen Oya-Leserinnen und Lesern wärmstens empfehlen. Es liest sich leicht und locker, enthält auch praktische Beispiele  - der Umfang braucht also nicht abzuschrecken. Ein internationales Autorenteam, darunter mindestens 15 Oya-Autorinnen und Autoren wie Veronika Bennholdt-Thomsen, Friederike Habermann, Beate Küppers, Andreas Weber oder Christian Siefkes, haben zu diesem Werk beigetragen, und wir merken einmal mehr: Oya ist ganz und gar dem Zeitgeist des Commons-Paradigmas entsprungen.<br />
Alle Autorinnen und Autoren haben ihre Arbeit für das Buch geschenkt. Es wird vom Verlag für eine Bereitstellungsgebühr von 24,80 Euro angeboten. Und es ist unter einer Creative-Commons-Lizenz im Internet verfügbar: ein Gemeingut.</p>
<p>Dass der Wunsch, Commons-Wirtschaft zu realisieren, schnell zu handfesten Konflikten führen kann, weil mit einem Allemende-Denken existierende Machtverhältnisse grundlegend in Frage gestellt werden, zeigt immer wieder das Thema »Eigentum und Landnutzung«. Am 17. April ist der von Aktivistinnen und Aktivisten besetzte Versuchsgarten der Wiener Universität für Bodenkultur in Wien geräumt worden. Das Land wurde bereits von Stadtlandwirtschaftsinitiativen genutzt, doch jetzt soll es verbaut werden. Die Gärtnerinnen und Gärtner von <a href="http://www.social-innovation.org/?p=4028" rel="external nofollow">»SoliLa«,</a> die hier weiterhin gemeinschaftlich Gemüse anbauen und mit dem Fahrrad an Abnehmer in der Stadt liefern wollten, wurden von der Polizei vom Gelände gezerrt.</p>
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		<title>Internet führt zu neuer Wertschöpfungslogik</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/15/internet-fuhrt-zu-neuer-wertschopfungslogik/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 20:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Assets entstehen erst mit der Nutzung, nicht mit der Creation München (pte) — Firmenwerte entstehen künftig nicht mehr durch die Produktion von Gütern, sondern erst durch deren Nutzung durch Kunden. Daher ist es wichtig, Kunden schon in den Entstehungsprozess einzubeziehen — durch sogenannte »Co-Creation«. »Ein Auto, das nicht gekauft wird, ist wertlos und hat erstmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Assets entstehen erst mit der Nutzung, nicht mit der Creation</h2>
<div id="attachment_4875" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/562478_original_R_K_B_by_Gerd-Altmann_pixelio.png" rel="lightbox[4873]"><img class=" wp-image-4875 " title="Totale Transparenz im Internet" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/562478_original_R_K_B_by_Gerd-Altmann_pixelio-300x156.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Gerd Altmann / pixelio.de</p></div>
<p>München (pte) — Firmenwerte entstehen künftig nicht mehr durch die Produktion von Gütern, sondern erst durch deren Nutzung durch Kunden. Daher ist es wichtig, Kunden schon in den Entstehungsprozess einzubeziehen — durch sogenannte »Co-Creation«. »Ein Auto, das nicht gekauft wird, ist wertlos und hat erstmal eine Menge Geld gekostet«, erläutert der Münchner BWL-Professor Anton Meyer gegenüber pressetext. »Ohne Kunden haben Sie keinen Umsatz, sondern nur ein teures Hobby.«</p>
<p>Beim Meet-the-Press Event von IDG am vergangenen Freitag in München sprach der Ordinarius an der Ludwig Maximilians-Universität München Klartext. Alle Forschungsergebnisse kommen zum selben Ergebnis: Die Wissensgesellschaft führt auch zu einer neuen Logik in der Wertschöpfung, zu einem fundamentalen Paradigmenwechsel. Wissen und Know-how sind das Kapital der Zukunft, und immaterielle Werte wie Marken und Vertrauen die Assets eines Unternehmens. Diese stünden aber (noch) nicht in der Bilanz.</p>
<h4>Kunden beteiligen sich an der Wertschöpfung</h4>
<p>AIDA (Anm: unternehmensgetriebene Marketingformel für Attention — Interest — Desire — Action) war gestern, künftig geht es um interaktive und kundengetriebene Kommunikation. Selbst die heute von den meisten Unternehmensberatern propagierte Markt– und Nutzenorientierung sei überholt, sagt der Professor. Kunden erwarten sich vom Anbieter »individuelle Lösungen«, sie zeigen was sie wollen, und der Anbieter muss lernen, damit umzugehen.</p>
<p>Meyer spricht in diesem Zusammenhang von einer »beziehungsorientierten Logik« und vergleicht den neuen Marketingansatz mit dem »Flipperspiel«. Die Co-Creation von Kunden bei der Entwicklung von Produkten und Lösungen sei aber eine große Chance, weil damit ja auch Werte geschaffen werden. Beispiel dafür sei etwa ein Online-Konfigurator, mit dem sich ein Kunde sein individuelles Auto, sein individuelles Outfit oder Menü zusammenstellen kann.</p>
<h4>Vertikaler Vertrauensverlust</h4>
<p>Die totale Transparenz im Internet hat laut Meyer zu einem dramatischen Vertrauensverlust gegenüber Institutionen und Unternehmen geführt. Informationen, Verhaltensweisen und Stellungnahmen können heute ja in Echtzeit auf ihre Wahrheit überprüft werden. Die Basis zur Wiedergewinnung der Glaubwürdigkeit ist nachhaltige Unternehmensführung und ehrliche Kommunikation, betont der Betriebswirtschafter.</p>
<p>Meyer: »Während früher noch ein ›Grundvertrauen´ vorherrschte, muss heute oft erstmal »Misstrauen‹ abgebaut werden. Nicht mehr der Kunde geht freiwillig eine »riskante Vorleistung« ein, sondern das Unternehmen muss in Vorleistung treten, und Maßnahmen zum Vertrauensaufbau leisten.« Es geht um ein Umdenken — von der Shareholderorientierung hin zur Stakeholderorientierung. Unternehmen müssen ihre Interessen offen auf den Tisch legen und gesellschaftliches Engagement zeigen, um zukunftsgerichtetes Vertrauen aufzubauen.</p>
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		<title>Novum: Gesellschaft braucht weniger Straßen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/09/novum-gesellschaft-braucht-weniger-strassen/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Verkehrsplanung reagiert auf Stagnieren der Mobilität Karlsruhe (pte) — Die Zeit des ständigen Ausbaus des Straßennetzes ist vorbei, denn künftig ist eher der Rückbau bestehender Verkehrsinfrastruktur ein Thema. Die demografische Entwicklung und der Klimaschutz werden den Verkehr deutlich verändern, betonen Experten anlässlich der Jahrestagung der deutschen verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft DVWG, die unter dem Motto »Strukturwandel und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Verkehrsplanung reagiert auf Stagnieren der Mobilität</h2>
<div id="attachment_4870" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/560866_web_R_by_Andreas-Dengs-www.photofreaks.ws_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4867]"><img class=" wp-image-4870 " title="Leere Autobahn: Mobilität stark im Wandel, zeigen Experten " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/560866_web_R_by_Andreas-Dengs-www.photofreaks.ws_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de</p></div>
<p>Karlsruhe (pte) — Die Zeit des ständigen Ausbaus des Straßennetzes ist vorbei, denn künftig ist eher der Rückbau bestehender Verkehrsinfrastruktur ein Thema. Die demografische Entwicklung und der Klimaschutz werden den Verkehr deutlich verändern, betonen Experten anlässlich der Jahrestagung der deutschen verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft <a href="http://dvwg.de" target="_blank" rel="external nofollow">DVWG</a>, die unter dem Motto »Strukturwandel und Strategien für die Mobilität 2030″ steht.</p>
<h4>Weniger Autokilometer</h4>
<p>»Die Planung von Verkehrsinfrastruktur muss um Jahrzehnte vorausdenken«, legt Peter Vortisch, Leiter des Instituts für Verkehrswesen am Karlsruher Institut für Technologie (<a href="http://www.ifv.kit.edu" target="_blank" rel="external nofollow">KIT</a>), im pressetext-Interview dar. Große Strukturmaßnahmen benötigen rund zehn Jahre für Diskussion und Planung und weitere fünf bis zehn Baujahre. »Zwar hat sich das Mobilitätsverhalten schon bisher über die Lebensabschnitte stets geändert, denn mit 20, 50 und 80 Jahren bewegt man sich jeweils deutlich anders. Während der Ausgleich von Geburten– und Sterbezahlen stets die Waage hielt, ist das nun erstmals nicht mehr der Fall.«</p>
<p>Die neue Situation stellt Annahmen zur Mobilität auf den Kopf. »Erstmals steigt die täglich zurückgelegte Strecke nicht mehr und hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland bei rund 40 Kilometern pro Kopf eingependelt. Zwar nehmen die Kfz-Anmeldungen weiter zu, doch gefahren wird weniger«, erklärt Vortisch. Am radikalsten ist der Umbruch bei den unter 30-Jährigen, wo das Auto an Stellenwert verliert. Die Grundthese, dass stets neue Straßen und Autobahnen nötig sind, gilt somit nicht mehr.</p>
<h4>Autobahn-Rückbau als Option</h4>
<p>Der Klimawandel und die begrenzte Erdöl-Verfügbarkeit erfordern zusätzlich ein Hinterfragen bisheriger Mobilitätskonzepte. Elektromobilität bietet hier eine Lösung, sofern sie mit Strom aus zusätzlichen erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. »Mobilität und Energie werden künftig noch enger verknüpft sein, zumal Autoakkus ideale Speicher für in der Nacht erzeugten Windstrom wären«, legt der Karlsruher Verkehrsexperte dar. Deutschland droht seinen Anschluss an die Elektromobilität jedoch zu verpassen, wie aktuelle Studien zeigen.</p>
<p>Für die Infrastruktur wird der Trend jedenfalls Folgen haben, betont Vortisch »Bei manchen Teilabschnitten von Autobahnen ist ein Rückbau zu überlegen, andere geplante Projekte wie etwa die zweite Rheinbrücke in Karlsruhe sind stark in Diskussion gekommen.« Eindeutig sei weiterhin der Trend in Richtung der Stadt der kurzen Wege. »In der Autobegeisterungsphase trennte man in der Stadtplanung die Bereiche für Wohnen, Arbeit und Freizeit. Man ist davon abgekommen — nicht nur aufgrund der Stau– und Klimaproblematik: Längst herrscht auch Konsens darüber, dass eine lebenswerte Stadt nutzungsgemischt gestaltet ist«, so der Experte.</p>
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		<title>Gib niemals auf</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/09/gib-niemals-auf/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 11:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Body]]></category>
		<category><![CDATA[Yoga]]></category>

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		<description><![CDATA[Arthur’s inspirierende Transformation Arthur Boorman war ein 47-jähriger behinderter Veteran aus dem Golfkrieg, er hatte sein Leben praktisch aufgegeben. Als Fallschirmjäger haben die vielen Absprünge mit Rundkappenschirm seine Wirbelsäule und die Knie so beeinträchtigt. 15 Jahre lang sagten die Ärzte zu Arthur, er würde nie wieder ohne Hilfsmittel gehen können. Er nahm dies als gegeben hin. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Arthur’s inspirierende Transformation</h2>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/arthurs_transformation.png" rel="lightbox[4860]"><img class="alignright  wp-image-4863" style="margin-left: 10px;" title="Arthur’s Transformation" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/arthurs_transformation-300x168.png" alt="" width="200" height="112" /></a>Arthur Boorman war ein 47-jähriger behinderter Veteran aus dem Golfkrieg, er hatte sein Leben praktisch aufgegeben. Als Fallschirmjäger haben die vielen Absprünge mit Rundkappenschirm seine Wirbelsäule und die Knie so beeinträchtigt. 15 Jahre lang sagten die Ärzte zu Arthur, er würde nie wieder ohne Hilfsmittel gehen können. Er nahm dies als gegeben hin.</p>
<p>Da er nicht mehr richtig gehen oder gar laufen konnte, nahm er an Gewicht zu. Sportliche Übungen schienen unmöglich und auch die meisten Yogalehrer schickten ihn weg. Alle ausser einem; <a href="http://www.diamonddallaspage.com/" target="_blank" rel="external nofollow">Diamond Dallas Page</a> nahm sich seiner an und glaubte an Arthur’s Genesung.</p>
<p>Unter der Anleitung von DDP begann Arthur mit Yoga. Er fiel oft hin, doch nach schon kurzer Zeit nahm er einige Kilos ab und begann daran zu glauben, dass es funktioniert. Nach nur 6 Monaten hatte er 50 Kilo verloren und es war ihm möglich ohne Stöcke zu stehen und zu gehen. Sogar auf einem Bein, und er konnte laufen wie zuvor.</p>
<p>Die Ärzte hatten unrecht, es war möglich. Unterschätze nie, wozu du wirklich fähig bist, wenn du an dich selbst glaubst.</p>
<p>Gib niemals auf!</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/qX9FSZJu448?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Muttermilch stärkt Abwehr besser als jede Kopie</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/06/muttermilch-starkt-abwehr-besser-als-jede-kopie/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Optimales Immunsystem durch breitere Palette von Mikroben im Darm Dortmund/Texas (pte) — Noch eine Studie belegt die positiven Effekte des Stillens von Säuglingen. Forscher der Texas A&#38;M University können zeigen, dass Muttermilch einen äußerst positiven Effekt auf die Darmflora hat. Das widerum wirkt sich auf die Stärkung des Immunsystems aus. Bei gestillten Babys besiedeln bestimmte Mikroben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Optimales Immunsystem durch breitere Palette von Mikroben im Darm</h2>
<div id="attachment_4856" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/213071_web_R_by_Rolf-van-Melis_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4854]"><img class=" wp-image-4856 " title="Gestilltes Baby: bleibt nachhaltig gesund" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/213071_web_R_by_Rolf-van-Melis_pixelio.de_-300x219.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Rolf van Melis / pixelio.de</p></div>
<p>Dortmund/Texas (pte) — Noch eine Studie belegt die positiven Effekte des Stillens von Säuglingen. Forscher der <a href="http://tamu.edu" target="_blank" rel="external nofollow">Texas A&amp;M University</a> können zeigen, dass Muttermilch einen äußerst positiven Effekt auf die Darmflora hat. Das widerum wirkt sich auf die Stärkung des Immunsystems aus. Bei gestillten Babys besiedeln bestimmte Mikroben den Darm. Diese Besiedlung der Mikroben findet bei Flaschensäuglingen nicht statt. Das Immunsystem und die Abwehr gegen Krankheitserreger funktionieren bei Säuglingen besser, die mit Muttermilch versorgt werden.</p>
<h4>Stillen zahlt sich aus</h4>
<p>Die Forscher fanden zudem heraus, dass auch die Darmregulierung während der Verdauung bei Kindern besser ausgebildet ist, die gestillt wurden. Jene hingegen, die ausschließlich mit der Flasche ernährt wurden, haben diesen Vorteil nicht. Die Forscher verglichen für ihrer Studie drei Monate alte Säuglinge. Eine Gruppe wurde komplett gestillt und ausschließlich mit Muttermilch ernährt. Die andere wurde gar nicht gestillt. Ergebnis: Die Gestillten erhalten über die Muttermilch eine breitere Palette von Mikroben im Darm als die Gruppe der Ungestillten.</p>
<p>Robert Chapkin, Studienleiter der Texas A&amp;M University, erklärt: »Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Muttermilch die positive Verknüpfung zwischen dem Immunsystem und der Mikroben-Population im Darm fördert. Damit erhält Muttermilch die Darm-Stabilität.« Die Ersatzprodukte zur echten Muttermilch können nicht dasselbe leisten.</p>
<h4>Vorteile überwiegen</h4>
<p>»Muttermilch hat zusammengenommen so viele Vorteile. Diese gesamte Mischung und das Einandergreifen der Einzelelemente kann man nicht nachmachen«, sagt Mathilde Kersting vom <a href="http://fke-do.de" target="_blank" rel="external nofollow">Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund</a> gegenüber pressetext. »Viele Fachleute weltweit empfehlen das ausschließliche Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten«, erklärt Kersting.</p>
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		<item>
		<title>Eros, Sex, Lust und Liebe</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/06/eros-sex-lust-und-liebe/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 18:22:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Suche nach dem „Motor“ der Evolution hat eine lange philosophische und in der jüngeren Geschichte auch wissenschaftliche Tradition. Beide versuchen, die letztere von zwei Grundfragen zu beantworten: - Warum ist überhaupt irgendetwas? und - Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)? Warum bleiben die ersten Wasserstoffatome und Gaswolken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4848" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/4650_original_R_by_Henning-Hraban-Ramm_pixelio.png" rel="lightbox[4834]"><img class=" wp-image-4848 " title="Talk about Sex" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/4650_original_R_by_Henning-Hraban-Ramm_pixelio-300x217.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Henning Hraban Ramm / pixelio.de</p></div>
<p>Die Suche nach dem „Motor“ der Evolution hat eine lange philosophische und in der jüngeren Geschichte auch wissenschaftliche Tradition. Beide versuchen, die letztere von zwei Grundfragen zu beantworten:</p>
<p>- Warum ist überhaupt irgendetwas? und</p>
<p>- Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)?</p>
<p>Warum bleiben die ersten Wasserstoffatome und Gaswolken im Universum nicht einfach Atome und Gaswolken, sondern formen sich zu Sonnen, die nach ihrem Sterben in gewaltigen Explosionen neue Elemente hervorbringen? Warum formen sich aus dem Sternenstaub dieser frühen Explosionen Sonnensysteme mit Planeten, auf denen dann immer komplexere Formen von Leben (und Bewusstsein) entstehen? Warum kommt dieses Leben nicht irgendwann einmal an den Punkt, an dem es „genug ist“, sondern schreitet in aufeinanderfolgenden Stufen von Komplexität und Bewusstheit immer weiter fort? Warum kann dieser Augenblick und der nächste und der darauffolgende nicht einfach so bleiben, wie er ist, sondern präsentiert sich in einer unablässigen Folge von Veränderungen, die, auf längere Sicht betrachtet und unter Berücksichtigung vieler Schlingen und Schlaufen, wieder in eine Richtung von zunehmender Komplexität und Bewusstheit zeigen? Wer oder was steckt hinter dieser Dynamik, die sich wie ein roter Faden und kosmischer Strang durch die gesamte Geschichte der Manifestation zieht und heute so quicklebendig ist wie am ersten Schöpfungstag?</p>
<blockquote><p>Eros ist ein liebender, schöpferischer Impuls, der in einer unbändigen Freude und Kreativität unsere Entwicklung, vorantreibt.</p></blockquote>
<h4>LIEBE als Prinzip der Entwicklung</h4>
<p>Eine frühe philosophische Antwort auf diese Frage, oder, genauer, eine Bezeichnung dieser geheimnisvollen Kraft, ist Eros, der als ein liebender, schöpferischer Impuls in einer unbändigen Freude und Kreativität die Entwicklung, unsere Entwicklung, vorantreibt. Dieser Eros ist die Kraft und Liebe, welche die Sterne ebenso bewegt wie unsere Gefühle, Gedanken und Taten. In diesem Sinne ist alles, wirklich <em>alles</em>, was sich im Universum ereignet, ein Ausdruck von LIEBE. Ausgedrückt in der wissenschaftlichen Sprache der Systemtheorie wird in diesem Zusammenhang von Autopoiesis oder der Kraft der Selbstorganisation gesprochen. Das klingt „vernünftiger“ als Liebe oder Eros, bezeichnet aber letztendlich auch nur etwas, was sich zwar ständig erfahren, beobachten und in seiner Wirkung beschreiben, aber im Hinblick auf seine Herkunft nicht erklären lässt, und so landen wir wieder beim Fragenpaar</p>
<p>- Warum ist überhaupt irgendetwas? und</p>
<p>- Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)?</p>
<p>Die Beschreibung und das Philosophieren aus einer kosmischen-universellen Perspektive heraus ist das eine, doch so richtig interessant wird es, wenn wir die irdisch menschliche Dimension in ihrem Eingebettet-Sein in diese evolutionäre Strömung eines die Entwicklung immer weiter vorantreibenden Geschehens betrachten. Die Aussage „alles ist letztendlich ein Ausdruck von LIEBE“ wird buchstäblich relativiert, wenn wir unseren Umgang mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und –wesen und unseren Umgang mit der Natur betrachten. Im Rahmen der allumfassenden LIEBE gibt es hier ein breites  Erlebensspektrum von totaler Lieblosigkeit bis zu einer übermenschlich erscheinenden Liebesfähigkeit. Die LIEBE bringt offensichtlich in einer unerschöpflichen Kreativität immer neue, höhere und weitere Möglichkeiten und Formen von Liebe hervor, die wir Menschen in uns, zwischen uns und auch gegenüber der Natur zum Ausdruck bringen können. Die Entwicklung schreitet offenbar voran, auch die Entwicklung von Liebe, und wir mit ihr, mehr oder weniger.</p>
<h4>Entwicklungsstufen auf dem Weg zur LIEBE</h4>
<p>Können wir in einer kosmischen Dimension von einem allumfassenden Eros und einer alles durchdringenden und absoluten LIEBE sprechen, müssen wir in einem sich entwickelnden Universum, wenn wir die durch die LIEBE hervorgebrachte Formen– und Erscheinungswelt wirklich würdigen wollen, von Ebenen des Eros, der Liebe, der Lust und der Sexualität sprechen. Auf jeder Entwicklungsstufe, so einer der wichtigen Hinweise einer integralen Theorie und Praxis, wird der begrenzte Liebeshorizont erweitert und umfasst immer mehr Perspektiven, Wesen und Sein – von egozentrisch zu ethnozentrisch zu weltzentrisch zu kosmozentrisch, von narzisstisch zu absolutistisch zu aufgeklärt/modern zu multiperspektivisch/postmodern zu integral und noch weiter. Doch was bedeutet das konkret, wie wird Liebe auf den unterschiedlichen Entwicklungsstufen gelebt und drückt sie sich aus, welche Formen von Beziehung sind weiter entwickelt als andere, und was bedeutet „Sexualität  auf einer höheren Stufe“ konkret?</p>
<blockquote><p>Auf jeder Entwicklungsstufe wird der Liebeshorizont erweitert und umfasst immer mehr Perspektiven – von egozentrisch zu ethnozentrisch zu weltzentrisch zu kosmozentrisch.</p></blockquote>
<p>Eine Personengruppe die diesbezüglich unter besonderer Beobachtung steht, ist die der spirituellen Lehrer. Deren Lehren betonen immer wieder die Dimensionen von Absolutheit, Liebe und Eros, und viele sprechen auch konkret über Sexualität (oder „erleuchtete Sexualität“ und „tranzendente Beziehungen“). Da liegt es nahe zu schauen, wie diese Lehrer diesen Ansprüchen in ihrem öffentlichen und privaten  Leben genügen, und inwieweit „talk“ und „walk“ übereinstimmen. Ein aktueller „Fall“ diesbezüglich ist Marc Gafni, ein Lehrer, mit dem auch das Integrale Forum (IF) im Austausch steht und der bereits an IF-Tagungen beteiligt war. Ohne auf die aktuelle Diskussion einzugehen (Stellungnahmen des IF finden sich auf <a href="http://www.integralesforum.org/" rel="external nofollow">www.integralesforum.org</a>), sollen hier einige allgemeine Hinweise gegeben werden, abgeleitet aus Elementen der integralen Theorie und Praxis, als Möglichkeiten der Orientierung bei der schwierigen Diskussion der Beurteilung der Integrität von Menschen in Liebesbeziehungen (einschließlich der eigenen Person).</p>
<h4>Ebenen von Beziehungen</h4>
<p>Die Bedeutung der Berücksichtigung einer Entwicklungsperspektive für das Thema Beziehungen wurde schon erwähnt und soll hier noch einmal unterstrichen werden. Auf jeder der Entwicklungsstufen, z. B. traditionell zu modern zu postmodern und darüber hinaus wird Beziehung neu definiert, im Sinne eines „transzendiere und bewahre“. Bewährtes wird übernommen, als eine notwendige Voraussetzung für weiteres Wachstum, und neue Elemente und Perspektiven kommen hinzu. Die gesunde Weiterentwicklung von Beziehungen braucht daher neben einem progressiven Element immer auch etwas Konservatives. Die Frage, was sich in Beziehungen bewährt hat und „treu und verlässlich“ beibehalten werden sollte und was nicht, ist bereits eine erste große Herausforderung. Was hat sich wirklich überlebt und gilt es loszulassen, mit den dazugehörigen (Verlust)Ängsten, und wo läuft man einfach nur vor einer Verantwortung oder Schwierigkeiten davon?</p>
<h4>Ebenen von Beziehungsaspekten</h4>
<p>Durch eine Ebenenbetrachtung bekommen auch Diskussionen um Begriffe und Grundaspekte von Beziehungen eine Tiefe, die ohne die Berücksichtigung einer Entwicklungsdimension verschlossen bleibt. Treue, Zuverlässigkeit, Freiheit, Integrität, Selbstverwirklichung, Transparenz und vieles mehr haben jeweils eine unterschiedliche Bedeutung, je nach dem, auf welcher Entwicklungsstufe sie betrachtet werden. Manche Merkmale wie Egozentrik sind typisch für eine Entwicklungsstufe, andere hingegen wie Treue werden auf jeder Stufe neu definiert und verhandelt.</p>
<h4>Form und Inhalt</h4>
<p>Kann man einer Beziehung von außen (an ihrer Form) ansehen, auf welcher Entwicklungsstufe sie gelebt wird? Die Antwort darauf ist „Nein“, jedenfalls für die meisten Formen von Beziehungen. Monogamie gibt es traditionell, modern, postmodern und sicher auch auf Ebenen darüber hinaus, wenn auch im Innenverhältnis ganz unterschiedlich gelebt, von strikten Rollenfestlegungen (traditionell, „bis dass der Tod euch scheidet“) zu modernen Ehen (mit Scheidungsrecht) über gleichberechtigte monogame Partnerschaften (postmodern) bis hin zu „conscious monogami“, einer bewussten, post-postmodernen Monogamie (ein Begriff des Psychotherapeuten und Lehrers Robert Augustus Masters).</p>
<p>Ähnliches gilt für polygame Beziehungen, von denen es traditionelle Formen wie den Harem und die „Vielehe“ gibt, moderne Formen wie die „offene Ehe“, postmoderne Weiterentwicklungen wie in der Bewegung der Polyarmorie, und sicher auch Formen, die darüber hinaus weisen. Entscheidend für die Bestimmung der Entwicklungshöhe sind einmal mehr das innere Gelebte dieser Formen und die Anzahl der Perspektiven, Gesichtspunkte, Gefühle und Gedanken der die Beziehungen Lebenden, die dabei berücksichtigt und integriert werden. Und die Frage, wie kann die „größte Tiefe für die größte Anzahl“ gefördert werden, d. h. was trägt zur Weiterentwicklung aller Beteiligten und der Welt als Ganzes am besten bei?</p>
<h4>Spanne und Tiefe</h4>
<p>Die Spannweite und Tiefe einer Beziehung hängt nicht nur von der Entwicklungsstufe ab, auf der sich Beziehungspartner befinden, sondern auch von deren Fähigkeit, die ihrem gegenwärtigen Entwicklungsschwerpunkt vorangehenden Stufen auf gesunde Weise zu integrieren. Diese Fähigkeit zur Integration verwirklicht sich nicht von selbst, sondern ist Ergebnis bewusster Reflexionsprozesse und der konstruktiven, auch praktischen Auseinandersetzung mit Beziehungsmodellen verschiedener Stufen.</p>
<p>Die Spannweite und Tiefe einer Beziehung hängt nicht nur von der Entwicklungsstufe ab, auf der sich Beziehungspartner befinden, sondern auch von deren Fähigkeit, die ihrem Entwicklungsschwerpunkt vorangehenden Stufen auf gesunde Weise zu integrieren.</p>
<p>Entscheide ich mich für eine monogame Beziehung, weil ich mich bereits in postmodern-polygamen Beziehungen ausgetobt habe und nun ganz bewusst mit einer Partnerin/einem Partner eine Eins-zu-Eins-Beziehung des Wachstums eingehen möchte (=integrales Verständnis) oder ist das Verteidigen eines monogamen Standpunkts meinen Verlustängsten geschuldet (=egozentrische Perspektive mit ungeheilten Anteilen früherer Entwicklungsstufen)?</p>
<p>Kreisen meine Werte, mein Denken, Fühlen und Handeln auf gleicher Entwicklungshöhe oder ist meine Entwicklung in einzelnen Bereichen noch ausbaufähig? Lässt beispielsweise mein postmodernes oder vielleicht schon integrales Denken mich nach einer polyarmoren Beziehung streben, die dann von Eifersucht oder meiner mangelnden Fähigkeit, mich auf alle meine Partner/innen in gleichem Maße einzulassen, überschattet ist? Und: Auf welcher Flughöhe vollzieht sich die Interaktion zwischen den Beziehungspartnern? Ist sie symmetrisch oder asymmetrisch? Ist ein/e Partner/in „weiter“ als der/die andere – und kann er/sie ihn/sie auf dem Weg „mitnehmen“?</p>
<h4>Wahrheit, Täuschung und Lüge</h4>
<p>Die „Wahrheit“ einer Beziehung entsteht in der Wechselseitigkeit zwischen den Partnern. So werden „polyarmore“ Beziehungen zum schlichten „Fremdgehen“, wenn ein Beziehungspartner sich auf die Monogamie des/der anderen verlässt und in dieser Haltung ent-täuscht wird. Oder ein bewusst gegebenes Einverständnis mit diesem Beziehungsmodell basiert auf einer Selbsttäuschung, wenn ich mir meiner Besitzansprüche nicht bewusst bin und dann darunter leide, dass sie nicht erfüllt werden.</p>
<blockquote><p>Immer stellt sich die Frage, ob Beziehungspartner dem jeweiligen Entwicklungsschwerpunkt der eigenen und der anderen Person gerecht werden.</p></blockquote>
<p>Wo der Raum der Wahrheit verlassen wird und der Grenzbereich der Täuschung sich öffnet, ist dabei ein sehr subtiles Feld, denn immer stellt sich die Frage, ob die Beteiligten in ihrer Selbsteinschätzung und dem Erkennen des Beziehungspartners dem jeweiligen Entwicklungsschwerpunkt der eigenen und der anderen Person gerecht werden. So können sich zwei Partner zu einer „offenen“ Beziehung bekennen, aber ganz unterschiedliche Motivationen haben, z.B. egozentrische Triebhaftigkeit oder ein pluralistisches Denken, das aus der Vielfalt der Beziehungspotentiale schöpfen möchte. Solche Asymmetrien werden ob kurz oder lang zu Problemen führen, wenn die Divergenzen von den Partnern schließlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Schwierig wird es auch, wenn einer der Partner bereits ein integrales Beziehungsverständnis entwickelt hat und sein Gegenüber sich in der eigenen Zustimmung zu einem solchen Modell überschätzt, denn nicht geheilte Beziehungsperspektiven früherer Entwicklungsstufen werden sich dann zeigen. Nimmt der höher entwickelte Partner dies wider besseres Wissen einfach hin, wird die Beziehung schnell zur Lüge, an der mindestens der weniger entwickelte Partner leidet.<strong> </strong></p>
<h4>Schatten und Projektion</h4>
<p>Womit wir bei der Frage der Schatten und Projektionen sind, denn asymmetrische Beziehungen sind nicht zwingend einer klar erkennbaren Lüge geschuldet, sondern können ebenso durch das Unerkannte, nicht Bewusste entstehen. Ist meine kognitive Entwicklung stärker vorangeschritten als meine emotionale, werde ich mir vielleicht ein Partnerschaftsmodell aussuchen, dem ich gefühlsmäßig noch gar nicht gewachsen bin. Die spürbare Unerfülltheit meiner Beziehung werde ich dann unbewusst auf meinen Partner projizieren. Umgekehrt kann es mir immer wieder passieren, dass ich an Partner oder Partnerinnen gerate, die mir emotional „noch nicht gewachsen“ sind. Die Vorwürfe, mit denen ich dann im Zweifel konfrontiert werde, sind jedoch nicht nur Indiz für die tatsächliche Asymmetrie, sondern konfrontieren mich mit dem eigenen Schatten, den/die Partner/in nicht auf seinem/ihrem Beziehungsschwerpunkt angemessen berühren zu können.</p>
<blockquote><p>Überall da, wo heftige Abwehrreaktionen auftreten, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass eigene Aspekte und Selbstanteile auf dem Entwicklungsweg verdrängt und projiziert werden.</p></blockquote>
<p>Die heutige Pluralität und Vielfalt gelebter Beziehungsformen ist auch eine Möglichkeit, eigenen Schattenanteilen nachzuspüren. Überall da, wo heftige Abwehrreaktionen auftreten, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass eigene Aspekte und Selbstanteile auf dem Entwicklungsweg verdrängt und projiziert wurden und im Außen bekämpft werden, anstatt sie innerlich zu integrieren. Wer Monogamie aufwertet unter gleichzeitiger Ablehnung, Abwehr oder gar Verteufelung von Polyarmorie, der oder die hat dort wahrscheinlich einen Schatten, und würde selbst gerne mehr polyarmor leben. Andersherum kann sich eine uneingestandene Sehnsucht nach monogamer Verlässlichkeit und Konvention in einer heftigen Gegenreaktion auf alles „Traditionelle“ zeigen. Beziehungen, in welcher Form auch immer, sind ein sehr direkter Weg zur Schattenintegration, vorausgesetzt wir sehen unsere Irritationen darin auch als eine eigene Lernaufgabe und nicht nur als Fehler oder Probleme der anderen. <strong></strong></p>
<h4>Schüler-Lehrer-Beziehungen</h4>
<p>Das angesprochene Dilemma von Asymmetrie und die Schattendynamik ganz allgemein zeigen sich immer wieder auch in Schüler-Lehrer-Beziehungen, im schlimmsten Fall als Missbrauch. Ob Schüler-Lehrer-Beziehungen platonisch oder sexuell sind – immer bildet ihren Rahmen eine institutionalisierte Asymmetrie, die darauf basiert, dass der Lehrer/die Lehrerin höher entwickelt ist als diejenigen, die ihm/ihr folgen. Der wunde Punkt: Kaum ein Mensch erreicht in allen Lebensbereichen die gleiche Entwicklungshöhe. Sexuelle Verfehlungen spiritueller Lehrer sind dann ein Indiz dafür, dass sie die eigene Kompetenz überschritten und/oder die Fähigkeiten der Betroffenen überschätzt haben.</p>
<blockquote><p>In der Schüler-Lehrer-Beziehung wird das Thema Verantwortlichkeit zum heißen Eisen.</p></blockquote>
<p>Die Frage der Verantwortlichkeit wird hier zum heißen Eisen. Traditionell argumentierend trägt der Lehrer die Verantwortung für seine Schüler, so dass ihm die „Schuld“ an Grenzüberschreitungen zugemessen wird. Ein moderner Blickwinkel wird auch die Eigenverantwortlichkeit der Schüler ins Spiel bringen, die Notwendigkeit, die eigenen Grenzen zu erkennen und ihnen gemäß zu handeln. Entwickelt sich dann eine vermeintlich transzendente Liebesbeziehung zum amourösen Desaster, kann die damit verbundene Ent-Täuschung im günstigen Fall zu einem konstruktiven Lernprozess werden (der, das scheint unvermeidlich, auch mit schmerzhafter Selbsterkenntnis verbunden ist).</p>
<p>Eine solche Einsicht führt nicht zwangsläufig zu postmoderner Beliebigkeit, die Lehrer von ihrer Verantwortung freispricht. Sie könnte es bestenfalls sogar ermöglichen, dass Lehrer, die von einem mündigen Gegenüber mit den eigenen Schwächen konfrontiert werden, Einblicke in die eigenen Schatten gewinnen. Das tatsächliche Gefälle zwischen Lehrer und Schüler wird im postmodernen Pluralismus gerne unterschätzt. Wo der Lehrer zum Geliebten wird, gewinnt auf Schülerseite nur allzu leicht (nicht zuletzt aus hormonellen Gründen) eine emotionale Komponente die Oberhand, die sich nach integraler Flughöhe sehnt, diese aber noch nicht halten kann. Erkennt der Lehrer das nicht, sind die Konsequenzen tragisch; erkennt er es und setzt sich über diese Einsicht wissend hinweg, verletzt er bewusst die Integrität seines Gegenübers.</p>
<h4>Öffentlichkeit und Privatsphäre (Transparenz und Diskretion)</h4>
<p>Da diese Schattenaspekte für die Betroffenen nicht erkennbar sind, kommt der Frage der Transparenz im Kontext von Schüler-Lehrer-Beziehungen eine besondere Bedeutung zu. Die Dramatik vieler Missbrauchsfälle ist nämlich der Heimlichkeit geschuldet, dem Fehlen einer konstruktiven Außenperspektive auf die Beziehungsrealität, die manche Verwerfung bereits im Keim hätte sichtbar machen können. Während in Beziehungen auf Augenhöhe die Frage, welche Aspekte der Beziehung öffentlich gelebt werden wollen und welche sich in diskreter Privatheit abspielen, eine bewusste Entscheidung unter Gleichen abbildet, kann davon in per se nicht symmetrischen Beziehungen nicht ausgegangen werden. Transparenz wird dann zur Chance, das eigene Verhalten in weiteren Kontexten zu spiegeln und einer kritischen Supervision zu unterziehen, während Heimlichkeiten eher ein Indiz für unbewusste Verschleierungstaktiken sind.</p>
<blockquote><p>Transparenz ist eine Chance, das eigene Verhalten in weiteren Kontexten zu spiegeln und einer kritischen Supervision zu unterziehen.</p></blockquote>
<h4>Zeitgeist und skilful means</h4>
<p>Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass Spiritualität und Eros ein Wachstumsfeld der besonderen Art markieren, das – schlicht weil die Menschheit als Ganzes noch weit von einer integralen Perspektive entfernt ist – allzu leicht zum Minenfeld wird. Gerade wenn es um die Betrachtung von Verfehlungen anderer geht, schwingt nur allzu leicht auch die Kompensation des eigenen – oft unbewussten – Schmerzes mit. Der Standpunkt unserer Urteile und Erklärungen ist immer relativ, und gerade dann, wenn es uns gelingt, diesen Standpunkt zu erkennen, können wir die Reibungen, die in unseren Beziehungen entstehen, konstruktiv als Wachstumsimpulse nutzen. Deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle einladen, Ihre eigene Perspektive zum Thema tiefer zu erkunden. Im Kasten „Das spirituelle Urteilsvermögen schärfen“ finden Sie verschiedene Fragen, die Ihnen dabei helfen können. „Junge Menschen, die Anfänger in allem sind, können die Liebe noch nicht: Sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen. Lernzeit aber ist immer eine lange, abgeschlossene Zeit, und so ist Lieben für lange hinaus und weit ins Leben hinein“, sagte der große Dichter Rainer Maria Rilke. In diesem Sinne wächst unsere Liebesfähigkeit mit den Fragen, denen wir uns stellen.</p>
<blockquote>
<h4>Eros und Ethik: Das spirituelle Urteilsvermögen schärfen</h4>
<p><em>Möge ein jeder von euch seine oder ihre größte Tiefe und Fähigkeit für Weisheit und Beurteilung dabei finden, und diese nicht nur auf die Gafni-Situation anwenden, sondern auch auf das eigene Leben, von Augenblick zu Augenblick. Lasst uns diesen Fall als eine weitere Gelegenheit betrachten, bei der wir unser spirituelles Urteilsvermögen schärfen, um es dann weise anzuwenden.</em> (Ken Wilber in einem aktuellen Kommentar zu Marc Gafni)</p>
<ul>
<li>Was informiert mich in Diskussionen (wie der über das Verhalten von Marc Gafni) über das Thema Eros und Ethik, und was affektiert mich (regt mich auf, ärgert mich, lässt mich nicht los …)?</li>
<li>Tauchen dabei Gefühle von Hass, Wut, Unversöhnlichkeit, Selbstgerechtigkeit, Schadenfreude, Rache in mir auf – und wie gehe ich damit um?</li>
<li>Welche Themen stehen für mich im Vordergrund (Macht, Ohnmacht, Sex, Abhängigkeit, Wahrhaftigkeit, Täuschung, Gerechtigkeit, Missbrauch, …)</li>
<li>Warum sind es gerade diese Themen, und wie ist mein biografischer Hintergrund dazu (wie habe ich diese Themen auf meinem Lebensweg erfahren)?</li>
<li>Um welche anderen Themen könnte es dabei noch gehen (die ich bisher ausgeblendet habe)?</li>
<li>Informiere ich mich offen oder selektiv?</li>
<li>Ist mir bewusst, dass sich eine Informationslage entwickelt und dass niemand jemals eine „totale Informiertheit“ haben wird?</li>
<li>In welcher Art von hierarchischer Abfolge sehe und werte ich das ethische Verhalten von Beziehungs-Beteiligten (z.B. egozentrisch, traditionell-soziozentrisch, modern-weltzentrisch, integral)?</li>
<li>Wie verhält es sich meiner Meinung nach mit Vorsatz (Absicht) und Fahrlässigkeit (z. B. Leichtgläubigkeit) in einer gegebenen Situation?</li>
<li>Welche meiner Mindsets und Glaubenssätze werden durch die Thematik aufgerufen (welche „Voices“ höre ich in mir – und kann sie mir damit bewusst machen)?</li>
<li>Übernehme ich für meine Wahrnehmung die volle Verantwortung?</li>
<li>Habe ich eine klare Meinung zum Thema Eros und Ethik und wie würde ich diese in ein paar Sätzen formulieren?</li>
<li>Welche Perspektiven sind für mich völlig inakzeptabel und warum?</li>
<li>Wie erlebe ich in dieser Situation die „Täter/Opfer“-Dynamik?</li>
<li>Bin ich bereit, meine Meinung auch zu ändern, oder habe ich mich festgelegt?</li>
<li>Wie wäge ich in diesem Kontext die Balance von Gnade und Recht ab?</li>
<li>Inwieweit kann ich (will ich) die Perspektiven von verschiedenen Beteiligten einnehmen (soweit ich Kenntnis davon habe)?</li>
<li>Wie ist die Ausgewogenheit von a) subjektiver eigener Reflektion, b) intersubjektivem Austausch und c) objektiver Faktensuche bei mir?</li>
</ul>
</blockquote>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin Integrale Perspektiven, <a href="http://integralesleben.org/home/if-integrales-forum/zeitschrift-integrale-perspektiven/ip-aktuelle-ausgabe/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 21</a></em></p>
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		<title>Achtsamkeit und die iPhone-Generation</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4830" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4828]"><img class=" wp-image-4830 " title="Strandhandy" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Stefan Ddorf / pixelio.de</p></div>
<p>In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch wird — doch wie steht es mit uns selbst? Sind wir — im Vergleich zum Mai letzten Jahres — neue Menschen? Haben wir unsere Zellen regeneriert, unsere alteingesessenen Meinungen revidiert, unsere Vorurteile eliminiert — und uns insgesamt neu erfunden? Und noch eine Etage tiefer: nehmen wir uns überhaupt die Zeit, über solche Dinge nachzudenken, oder schreit gerade das nächste App danach, heruntergeladen zu werden?</p>
<p>In unserem Leben läuft vieles, oh so vieles, nach ganz bestimmten Mustern ab. Wir leben einen Grossteil unseres Menschenlebens auf Autopilot. Ich denke oft an das unvergessliche Bild von Gary Larson, wo die Amöben-Frau den Amöben-Mann ankeift: „Reiz und Reaktion, Reiz und Reaktion — <em>denkst</em> du eigentlich jemals?!“</p>
<p>Herrlich lustig — aber eine gute Frage. Denken wir überhaupt? Oder andersrum, warum schaffen es die meisten von uns nicht, mit dem Denken jemals aufzuhören, wenn wir doch diejenigen sind, die unser Gehirn — als Eigentümer! — kontrollieren sollen könnten? Ich verweise auf das geflügelte Zitat weiter unten: „Der Verstand ist ein ausgezeichneter Diener, aber ein miserabler Meister.“</p>
<p>Denken Sie einmal für 17 Sekunden darüber nach. (Hallo? Ich sagte nicht, Sie sollen darüber nachgrübeln, warum ausgerechnet 17 Sekunden, sondern darüber, ob <em>Sie</em> der Meister Ihres Lebens und Denkens sind — oder ist’s gar ihr Ego?)</p>
<p>Lassen Sie sich inspirieren und zum Nachdenken animieren – von Menschen, Büchern, dem Leben und dem Universum. Wir sitzen alle im gleichen Zug, doch wir entscheiden, wohin wir blicken und in welchem Abteil wir sitzen. Metaphysisch, aber wahr.</p>
<h4>Gib acht!</h4>
<p>„Gib acht!“ hat nicht immer mit dem zu tun, was Mutti uns als Kind unzählige Male zugerufen hat. Achtsamkeit ist — in unserer westlichen Welt fast vergessen — ein Heilmittel erster Klasse. Einst ein östliches, für viele von uns abstraktes Zen-Prinzip, schleicht sich diese unglaublich starke Lebenshaltung allmählich sogar in die westliche Psychotherapie ein. Wie das geht? Vereinfacht gesagt:</p>
<p>„Wenn ich Spaghetti esse, esse ich Spaghetti.“</p>
<p>„Wenn ich vom Badezimmer in die Stube gehe, gehe ich vom Badezimmer in die Stube.“</p>
<p>Will heißen: ich tue immer gerade das — und NUR das! — was ich gerade tue und richte meine Aufmerksamkeit darauf. Schluss mit Multi-Tasking und unseren verheerenden Ideen von „alles gleichzeitig“, um Zeit zu sparen, die wir dann blödsinnig mit Smartphone, Facebook, TV und Klatschblättern vergeuden.</p>
<p>Kürzlich sah ich ein Teenager-Mädchen an der Bushaltestelle stehen, ein echter Prototyp: Zigarette im Mundwinkel, Kopfhörer über den Ohren, Mütze tief über die Augen gezogen, iPhone in der linken, Red Bull in der rechten Hand, Zeitung unter den Arm geklemmt. <em>Das</em>, liebe Menschen der westlichen Kultur, ist das absolute Gegenteil von Achtsamkeit! Dieses Mädchen ist das (inzwischen überall wuchernde) Beispiel des Vor-sich-selbst-Davonlaufens.</p>
<p>Achtsamkeit (auf Neudeutsch auch „Mindfulness“ genannt) hat die magische Eigenschaft, unsere gesamte Wahrnehmung des Lebens — und damit das Leben schlechthin — zu verändern. Wenn Sie also die Gelegenheit ergreifen möchten, zu leben, und zwar im JETZT, von Moment zu Moment, statt zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her zu hetzen — suchen Sie sich einen Achtsamkeitslehrer, einen Guru, einen achtsamen Freund, einen Hypnosetherapeuten oder einen Meditations-Profi, und tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Achtsamkeit.</p>
<p>Übrigens: wenn Sie diesen Artikel in knapp 15 Sekunden überflogen haben und gleich zum nächsten hetzen, wissen Sie zumindest bereits, was Achtsamkeit <em>nicht</em> ist… :)</p>
<div></div>
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		<title>Mut zu umfassenderer Authentizität</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/04/mut-zu-umfassenderer-authentizitat/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 19:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andres Pellegrini</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Schattenarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem eigenen Schatten in Würde begegnen »Gewisse Sichtweisen, die aus der absoluten Ebene stammen wie »nichts ist real«, »lass Deinen Geist los«, »gut und schlecht sind nur Illusion«, »lass das Ego einfach fallen und gib Dich hin« können leicht zu Instrumenten des Selbst-Betrugs und der Perversion werden und grossen Schaden anrichten, wenn sie auf falsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Dem eigenen Schatten in Würde begegnen</h4>
<div id="attachment_4819" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/manuel_0023-e1336159966613.jpg" rel="lightbox[4815]"><img class="size-thumbnail wp-image-4819" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/manuel_0023-e1336159966613-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Rita Borer</p></div>
<p>»Gewisse Sichtweisen, die aus der absoluten Ebene stammen wie »nichts ist real«, »lass Deinen Geist los«, »gut und schlecht sind nur Illusion«, »lass das Ego einfach fallen und gib Dich hin« können leicht zu Instrumenten des Selbst-Betrugs und der Perversion werden und grossen Schaden anrichten, wenn sie auf falsche oder unklare Weise angewandt werden.»<sup class='footnote'><a href="#fn-4815-1" id='fnref-4815-1'>1</a></sup>Dieser Satz hat mich zu den Zeilen inspiriert, denen Sie jetzt mit Ihren Augen folgen. Beim Lesen der obigen Aussage erkannte ich blitzartig: genau dies habe ich über Jahre getan (diese Reaktion erinnert mich ein bisschen an den Moment, als ich vor Jahren zum ersten Mal etwas über Depression las und mir schlagartig bewusst wurde: genau unter dem leide ich; und es erinnert mich an die vielen Menschen, die genau die selbe Aussage machen, wenn sie plötzlich einen Schatten von sich selber klar wahrnehmen können). Jetzt konnte ich auch spüren, warum ich immer in eine tiefe Krise viel, wenn ich etwas über einen Skandal im Zusammenhang mit einem spirituellen Lehrer las: es entstand Resonanz in meinen eigenen Schatten diesbezüglich. Ich selber hatte – zum Glück! – keine spirituellen Schüler/innen um mich. Ich habe jedoch drei gescheiterte Partnerschaften hinter mir und erschreckenderweise habe ich gerade dort meinen Schatten verbreitet; und zwar umso mehr, je intimer die jeweilige Partnerschaft wurde. Ich habe Missbrauch betrieben auf emotionaler, psychischer und spiritueller Ebene. Anstatt meinen ganz persönlichen Traumata ins Gesicht zu schauen und Verantwortung dafür zu übernehmen, habe ich destruktive Verhaltensweisen vor mir selber mit Deckmänteln kaschiert und diese Verschleierung – meist nonverbal oder mit Andeutungen –  auf meine Partnerin übertragen. Anstatt beispielsweise zu meinen aggressiven Impulsen zu stehen und Verantwortung dafür zu übernehmen habe ich mich in eine leidende Rolle geflüchtet. Diese hatte früher eher eine pseudo-psychologische Färbung (»Ich selber bin nicht aggressiv. Ich verhalte mich nur so, weil ich traumatisiert bin blablabla…«) und später dann einen pseudo-spirituellen (»Ich nehme den Schmerz der ganzen Welt wahr. Ich mache aber keine Geschichte daraus, bin einfach damit blablabla…«). Mit diesem ganzen Verhalten war »das Gefühl, dass etwas nicht stimmt« verbunden, sowie eine erdrückende Hilflosigkeit, grosser Widerstand, tiefe Scham und starke Schuldgefühle. Eindrücklicherweise stehen diese jetzt, wo ich Klarheit habe, nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen fühle ich Trauer, Demut und Dankbarkeit; und noch stärker fühle ich meine Freude darüber, am Anfang einer wertvollen Reise zu stehen. Eine Reise zu einem gesunden und erfüllten Leben sowohl im spirituellen Absoluten als auch im alltäglichen Relativen. Eine radikale Bewegung hinein ins Nonduale. Eine Lebensweise, die sowohl tief im zeitlosen Sein wurzelt als auch achtsam, verantwortungsvoll, freudig und nachsichtig die zeitliche Dimension mitgestaltet. Auf dem Weg zu einem Menschen, der mutig seine Authentizität und Unterscheidungskraft zum Wohle von sich und allen anderen Lebewesen einsetzen kann. Oder wie Padmasambhava, der Vater des tibetischen Buddhismus, es ausdrückt: »Mein Geist ist so weit wie der Himmel und meine Aufmerksamkeit für jede Einzelheit so fein wie ein Sandkorn.« Mögen wir alle mit dieser Qualität immer wieder von neuem unseren Schatten begegnen!</p>
<p> </p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4815-1'>Vorwort von John Welwood zum Buch: <em>Augen auf! Der Weg der spirituellen Unterscheidungskraft. </em>Mariana Caplan. Verlag advaitamedia. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4815-1">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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