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	<title>OpenMindJournal &#187; Stille Meditation</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
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		<title>Belebte Stille</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 08:22:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Stille Meditation]]></category>

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		<description><![CDATA[Stille im Geist trotz Lärm und Trubel rundherum Mund zu! Augen zu! Herz auf! Leute laufen hektisch über den Platz, Kinder schreien in der Nähe, Strassenbahnen rumpeln vorbei, und du sitzt mitten drin und in dir ist es still wie in einer Kloster-Krypta. Dein Geist hat sich beruhigt und lässt all das Treiben da draussen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3615" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/Public-Meditation_Zurich_20102109_2.png" rel="lightbox[3612]"><img class="size-medium wp-image-3615  " title="Öffentliche Meditation in Zürich" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/Public-Meditation_Zurich_20102109_2-300x224.png" alt="" width="200" height="149" /></a><p class="wp-caption-text">Meditation inmitten der belebten Stadt</p></div>
<h2>Stille im Geist trotz Lärm und Trubel rundherum</h2>
<p>Mund zu! Augen zu! Herz auf! Leute laufen hektisch über den Platz, Kinder schreien in der Nähe, Strassenbahnen rumpeln vorbei, und du sitzt mitten drin und in dir ist es still wie in einer Kloster-Krypta. Dein Geist hat sich beruhigt und lässt all das Treiben da draussen einfach geschehen.</p>
<p>Man sieht sie bereits in vielen grösseren Städten auf der ganzen Welt und sie fallen meist durch ihre besondere Körperhaltung und die Ruhe auf, die sie ausstrahlen. Menschen treffen sich in kleinen oder grösseren Gruppen um auf belebten Plätzen für eine kurze Zeit zu meditieren. Diese Ansammlungen nennen sich <a href="http://www.medmob.org/" rel="external nofollow">Med-Mob</a>, <a href="http://publicmeditation.de/" rel="external nofollow">Public Meditation</a> oder einfach nur <a href="http://www.stille-in-der-stadt.de" rel="external nofollow">Stille in der Stadt</a>.</p>
<p>Wer das erste Mal bei solch einem Meditations-Flash Mob mitmacht ist zuerst oft etwas ängstlich, da es auch etwas Bedrohliches hat, sich einfach auf den Asphalt zu setzen, während hunderte Menschen von allen Seiten an einem vorbei laufen. Doch nach kurzer Zeit im Schneidersitz mit geschlossenen Augen verblasst dieser Action-Film und die Geräusche werden unscheinbarer.</p>
<p>Natürlich hört man noch die Stimmen, wenn etwa ein Mädchen ihre Mutter fragt was die denn da machen, oder wenn ein paar pubertierende Jungs Spässe treiben. So mancher Passant fühlt sich auch von den Meditierenden gestört und sagt laut, dass sie doch das zuhause machen sollen.</p>
<p>Vereinzelt setzt sich auch schon mal jemand spontan für ein paar Minuten zu der Gruppe um selbst ein wenig Entspannung in der Hektik zu finden, die in vielen modernen Städten zum Alltag geworden ist.</p>
<p>Diese Hektik zu unterbrechen und die Menschen daran zu erinnern, dass es auch noch Wichtigeres gibt, ist ein Aspekt der öffentlichen Meditation. Zudem macht es Spass im äusseren Chaos trotzdem die eigene Mitte, den stillsten Ort der Welt zu finden und diese Stille mit der Welt zu teilen, damit sich diese Seinsqualität im öffentlichen Raum verankern kann.</p>
<p>Probier es doch mal selbst aus, sicher gibt es einen solchen Meditations-FlashMob auch in deiner Stadt – einfach mal googlen. Oder lade ein paar Freunde ein und organisiere selbst einen.</p>
<p><em>Weiterführende Links:</em></p>
<p><em><a href="http://www.stille-in-der-stadt.de" rel="external nofollow">www.stille-in-der-stadt.de</a> (München)</em></p>
<p><em><a href="http://www.publicmeditation.com" rel="external nofollow">www.publicmeditation.com</a> (international)</em></p>
<p><em><a href="http://publicmeditation.de/" rel="external nofollow">www.publicmeditation.de/</a>(Deutschland &amp; deutschsprachiger Raum)</em></p>
<p><em><a href="http://www.medmob.org" rel="external nofollow">www.medmob.org</a> (International)</em></p>
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		<title>Achtsamkeit — Einführung</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/09/26/achtsamkeit-eine-einfuhrung/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 14:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingo-Wolf Kittel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Achtsamkeit« ist ein Begriff unserer Alltagssprache, der harmlos aussieht. Er steht für die Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten wie achthaben oder achtgeben, beachten und beobachten, sich in acht nehmen, außer acht lassen bis hin zu achten, hochachten und Achtung erweisen oder zollen. In den letzten Jahrzehnte ist dem Wort »Achtsamkeit« jedoch ein Nimbus zugewachsen, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2982" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s.png" rel="lightbox[2980]"><img class="size-medium wp-image-2982  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s-300x213.png" alt="" width="200" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de ooomg © Sergei Brehm</p></div>
<p>»Achtsamkeit« ist ein Begriff unserer Alltagssprache, der harmlos aussieht. Er steht für die Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten wie<em> achthaben </em>oder<em> achtgeben, beachten </em>und<em> beobachten, sich in acht nehmen, außer acht lassen </em>bis hin zu<em> achten, hochachten </em>und<em> Achtung erweisen </em>oder<em> zollen</em>.</p>
<p>In den letzten Jahrzehnte ist dem Wort »Achtsamkeit« jedoch ein Nimbus zugewachsen, als handle es sich dabei um anderes oder mehr oder vielleicht sogar um weit Bedeutenderes als die gewöhnliche Fähigkeit, wie etwa in der Schule auf etwas <em>aufzupassen</em>.</p>
<p>Aus psychologischer Perspektive ist diese schleichende Bedeutungsverschiebung interessant; denn seitdem werden der Aufmerksamkeitsleistung in Form von »Achtsamkeit« auch mehr und weiterreichende Auswirkungen zugeschrieben als bloßer Aufmerksamkeit oder Konzentration. Dabei besteht achtgeben und sich zu konzentrieren an sich nur darin, seine Aufmerksamkeit absichtlich auf etwas oder jemanden auszurichten oder zu <em>fokussieren</em> — oder psychologisch genauer: <em>sich</em> einer Sache oder Person <em>aufmerksam zuzuwenden</em>!</p>
<p>Hintergrund und Einzelheiten dieser Entwicklung wird in dem <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit" rel="nofollow external" target="_blank">Wikipedia-Eintrag zum Stichwort »Achtsamkeit«</a></em> recht informativ dargestellt.</p>
<p>Hier möchte ich das Thema »Achtsamkeit« auch wegen seiner Aktualität aufgreifen. 2008 ist hierzulande nämlich ein Buch mit dem Aufsehen erregenden Titel <em><a href="http://www.amazon.de/Die-Achtsamkeits-Revolution-Aktivieren-Kraft-Konzentration/dp/3426291606/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1316814970&amp;sr=8-1" rel="nofollow external" target="_blank">Die Achtsamkeitsrevolution</a></em> <sup class='footnote'><a href="#fn-2980-1" id='fnref-2980-1'>1</a></sup> erschienen. Im August 2011 fand in Hamburg sogar ein <em><a href="http://www.achtsamkeitskongress.de/" rel="nofollow external" target="_blank">Internationaler Kongress Achtsamkeit</a></em> statt, dem im Jahr davor in Berlin schon der ähnlich ausgerichtete Kongress <em><a href="http://meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2010.html" rel="nofollow external" target="_blank">Meditation und Wissenschaft</a></em> vorausgegangen war.</p>
<p>Hier könnte es sich realiter um Anzeichen einer bis in die Wissenschaft reichenden <em>Bewusstseinsrevolution</em> handeln!</p>
<p>Die Achtsamkeits– oder Einsichtsmeditation — auch Achtsamkeitspraxis oder Vipassana genannt — stellt im Buddhismus immerhin seit 2500 Jahren <em>die</em> zentrale Geistestechnik dar, mit der Wundervolles, ja Wunderbares erreicht werden können soll: »Erleuchtung« sowie »Befreiung« vom Leiden.</p>
<p>Dann aber muss mit »Achtsamkeit« zumindest im Buddhismus weit mehr gemeint sein als schlichte Aufmerksamkeit, wie wir sie alle kennen.</p>
<p>An dieser Stelle macht sich nachteilig bemerkbar, dass es in der westlichen Psychologie an genauer Kenntnis unserer Fähigkeit zur »Aufmerksamkeit« fehlt, also aufzumerken und achtzugeben. Andererseits sind hier auch die psychologischen Kenntnisse aus der langen Tradition des Buddhismus wenig bekannt. Deswegen ist der Hinweis nötig, dass Buddhisten das Wort »Achtsamkeit« ohne Rücksicht auf seine gewöhnliche Verwendung und übliche Bedeutung im Deutschen und eher aus Verlegenheit als Entsprechung für ihren zentralen Begriff »sati« verwenden.</p>
<p>Es gibt nämlich in unserer Umgangssprache keinen Begriff mit einer Bedeutung, die der von »sati« auch nur nahe kommt, so weit reicht diese über das gewöhnliche Verständnis von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit hinaus. (Im Englischen wird »sati« mit dem Kunstbegriff »mindfulness« wiedergegeben, der weit mehr anklingen lässt.) Das Gemeinte wird deswegen immer wieder auch mit anderen Begriffen oder Ausdrücken anzudeuten versucht wie z.B. Geistesgegenwart, Gewahrsamkeit oder Gewahrsein, reine Aufmerksamkeit, treffliche Achtsamkeit, klares Bewusstsein, offene Weite, Panoramabewusstheit, wenn nicht gleich bildhafte Umschreibungen gewählt werden wie die von einem »Zustand, in dem der Geist weit ist wie das Firmament.«</p>
<p>»Achtsamkeit« ist aber das Wort geblieben, was in diesem Zusammenhang am häufigsten Verwendung findet. Es steht somit an, das genauer zu bestimmen, was mit »Achtsamkeit« i.S.v. »sati« gemeint ist.</p>
<p>Diese Aufgabe ist lohnend. Das möchte ich in weiteren Beiträgen zeigen, aus psychologischer Perspektive vertiefen und gemeinsam diskutieren. Denn dabei wird erkennbar, dass es möglich ist, in präzis angebbaren Schritten den besonderen Aufmerksamkeitszustand, der mit Achtsamkeit bzw. sati gemeint ist, gezielt zu entwickeln und einzutrainieren. Hierauf baut das <em>Achtsamkeits-Entwicklungs-Trainings</em> (AET) auf, das ich bereits seit einigen Jahren mit Erfolg durchführe.</p>
<p> </p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2980-1'>Der Originaltitel des 2006 erschienenen Buches von Alan Wallace lautet allerdings anders, nämlich <em>The Attention-Revolution</em>. Der deutsche Titel müsste demnach eigentlich <em>»Die Aufmerksamkeits-Revolution«</em> heißen. Im Untertitel der Übersetzung ist denn auch richtig nur von Konzentration und nicht von der dazu genau genommen gegensätzlichen Achtsamkeit die Rede, wenn dort dazu aufgefordert wird <em>»Aktivieren Sie die Kraft der Konzentration«</em>! <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2980-1">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Achtsamkeit — Definition</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingo-Wolf Kittel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2978" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e6b9b823151d_m.png" rel="lightbox[2976]"><img class="size-thumbnail wp-image-2978 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e6b9b823151d_m-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de Meditation. © Johanna Fecke</p></div>
<p>In der gewöhnlichen Umgangssprache wird »Achtsamkeit« begrifflich kaum je von »Aufmerksamkeit« unterschieden. <em>Alltagspsychologisch</em> ist dort mit Achtsamkeit zumeist eine erhöhte und dabei vielleicht auch noch absichtliche und damit »bewusste«, oft auch noch gezielt gelenkte und kontrollierte, ansonsten aber ganz normale gewöhnliche <em>Aufmerksamkeit</em> gemeint wie etwa beim scharfen Beobachten, wachen Aufpassen oder gewöhnlichen »Achtgeben«.</p>
<p>Allerdings ist schon diese <em>selbstbestimmte und selbstgesteuerte Aufmerksamkeitsleistung</em> recht bemerkenswert; denn sie geht mit wacherer und damit »höherer« Wahrnehmungsbereitschaft einher und meist auch mit einer besseren Selbst– und Fremdbeobachtung. Die wiederum ermöglicht eine »selbstbewusstere« und umsichtigere Willensbildung, eine realitätsgerechtere Selbststeuerung sowie ein schnelleres, flexibleres, einer Situation eventuell auch angemesseneres und »bewusstes« <em>Handeln</em>, das <em>selbstbewusste Menschen</em> gegenüber sämtlichen anderen reflexhaft reagierenden Lebenwesen auszeichnet.</p>
<p>Wie in der Wikipedia <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit#Allgemein" rel="nofollow external" target="_blank">hier</a></em> von mir beschrieben und mit Einzelnachweisen unterlegt finden sich in der buddhistischen Literatur dagegen viele Angaben (vor allem im Kapitel über »<em>Achtsamkeit und Konzentration</em>« des Buches <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunaratana" rel="nofollow external" target="_self">Die Praxis der Achtsamkeit</a> </em>von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henepola_Gunaratana" rel="nofollow external" target="_blank">Henepola Gunaratana</a>), die nahelegen, dass es eine Aufmerksamkeitseinstellung gibt, die <em>breiter oder weiter, offener und »umfassender«</em> ist als die gewöhnliche oder übliche allgemein bekannte Aufmerksamkeitshaltung. (Siehe dazu <a href="http://www.dhamma-dana.de/buecher/Analayo_Sati_Pali_Lehrreden.pdf" rel="nofollow external"><em>Sati in den Pali Lehrreden</em> von Analayo</a> und dort bes. »1. Sati und geistige Weite«, desweiteren die detaillierten psychologischen Erläuterungen in dem Buch des Bewusstseinsforschers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Tart" rel="nofollow external">Charles Tart</a>, das <em><a href="http://www.arbor-verlag.de/charles-tart" rel="nofollow external">hier</a> </em>angezeigt wird, oder den kürzeren Überblick <a href="http://www.akincano.net/PDF/Geistesgegenwart-1.pdf" rel="nofollow external"><em>hier</em></a> von <a href="http://www.akincano.net/ZurPerson.html" rel="nofollow external">Akincano Marc Weber</a>)</p>
<p>Danach sind zwei prinzipiell unterschiedliche Aufmerksamkeitseinstellungen voneinander zu unterscheiden:</p>
<p>- auf der einen Seite gibt es die übliche, dh. eingeübte oder gewöhnliche, also zur Gewohnheit gewordene und mehr oder weniger konzentrierte <em>Aufmerksamkeit</em> mit ihrem entsprechend eng begrenzten Fokus. (Charles Tart charakterisiert diese gewöhnliche Aufmerksamkeitseinstellung in seinem schon genannten Buch als »Trance« und nennt sie daher »Alltagstrance«, um sie von höhergradigen Trancephänomenen wie zB. der somnambulen Trance zu unterscheinden.)</p>
<p>- auf der anderen Seite steht die dazu gegenpolige Aufmerksamkeitseinstellung, die gänzlich unbeschränkt oder unbegrenzt und damit von vollständig weiter, gänzlich offener Art ist, eine Aufmerksamkeitshaltung, die naheliegt, als grenzenlose <em>Achtsamkeit</em> zu bezeichnen.</p>
<p>Akincano M. Weber kennt für diese, das gesamte »Panorama« der realen Wahrnehmungsfülle umfassende Aufmerksamkeitseinstellung die Bezeichnungen »Geistesgegenwart« und »Gewahrsein«. Besonders der erste Begriff legt wegen seiner schillernden Bedeutung in der Alltagssprache allerdings noch andere Assoziationen nahe, so dass für das Gemeinte vielleicht der eher selten gebrauchte Begriff »Gewahrsamkeit« geeigneter wäre. Am treffendsten erscheint mir aber die Bezeichnung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ch%C3%B6gyam_Trungpa" rel="nofollow external" target="_blank">Chögyam Trungpa</a>, der diese Aufmerksamkeitshaltung »<em>Panormabewusstheit</em>« genannt hat.</p>
<p>In der <a href="http://www.connection.de/magazintexte/spirit/aufmerksamkeit-und-achtsamkeit.html" rel="nofollow external">Sommerausgabe 2008 des Magazins <em>Connection-Spirit</em></a> habe ich mich bemüht, den Unterschied zwischen diesen beiden »geistigen« Haltungen zu erläutern. Ein Echo darauf ist die Auseinandersetzung der Schriftstellerin Vera Simon mit dem Thema in ihrem Blog <a href="http://verasimonblog.blogspot.com/" rel="nofollow external"><em>hier</em></a>. Vorstehende Hinweise habe ich umfassender dargestellt in meinen Beitrag <em>»Panoramabewusstheit« — fact or fiction? — Bekanntes und Unbekanntes zur Psychologie des Achtgebens.</em>« zu dem von Harald Piron und Renaud van Quekelberghe herausgegebenen Sammelband <em>Achtsamkeit, Heilung, Selbsterkenntnis.</em>, <a href="http://www.mercateo.com/mimegallery.jsp?ViewName=live~showGrossColumn&amp;CatalogID=858&amp;SKU=9783880740259&amp;image=0&amp;ViewName=live~showGrossColumn" rel="nofollow external" target="_blank">Band 1 der Reihe Meditation und Yoga</a>. Klotz, Eschborn und Sich-Verlagsgruppe, Magdeburg 2010, S. 187–194.</p>
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		<title>Weit mehr als „Rumsitzen und Nichtstun“</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 20:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neurowissenschaftler stellen nun fest, was Meditierende schon seit Jahrtausenden wissen: Meditation ist weit mehr als „Rumsitzen und Nichtstun“. Diese Art von Geistestraining hat nachhaltige Effekte auf die Gehirnstruktur, die Gesundheit sowie auf die emotionale Verarbeitung und die kognitive Leistung eines Praktizierenden und beeinflusst damit das gesamte Handeln und Sein dieses Menschen in der Welt. „Meditation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2880" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4ad91dca8b9f9_small.png" rel="lightbox[2875]"><img class="size-full wp-image-2880" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4ad91dca8b9f9_small.png" alt="" width="200" height="113" /></a><p class="wp-caption-text">aboutpixel.de / sitzender buddha © oliver W</p></div>
<p><em>Neurowissenschaftler stellen nun fest, was Meditierende schon seit Jahrtausenden wissen: Meditation ist weit mehr als „Rumsitzen und Nichtstun“. Diese Art von Geistestraining hat nachhaltige Effekte auf die Gehirnstruktur, die Gesundheit sowie auf die emotionale Verarbeitung und die kognitive Leistung eines Praktizierenden und beeinflusst damit das gesamte Handeln und Sein dieses Menschen in der Welt.</em></p>
<blockquote><p><em><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/Meditation.jpg" rel="lightbox[2875]"><img class="alignleft size-full wp-image-2881" style="margin-right: 10px;" title="Meditation" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/Meditation.jpg" alt="" width="200" /></a>„Meditation ist weit mehr als eine Entspannungstechnik. Neuroforscher stellen fest, dass regelmäßige Geistesübungen unsere grauen Zellen verändern — und damit auch, wie wir denken und fühlen.“</em> — Ulrich Kraft</p></blockquote>
<p>Es existieren verschiedene Meditationstechniken und es hat sich gezeigt, dass diese auch unterschiedliche Veränderungen in Gehirn und Körper eines Praktizierenden bewirken. In der Wissenschaft kann man bezogen auf die stille Sitzmeditation im Wesentlichen zwischen zwei Formen unterscheiden: fokussierte und defokussierte Meditationen.</p>
<p>Die <em>defokussierte Meditation</em> wird auch als Achtsamkeitspraxis bezeichnet. Hierbei geht es darum, mit einem weiten, offenen Gewahrsein alle im Geiste auftauchenden Gedanken, Gefühle und Körperregungen zu beobachten, in einer nicht-analysierenden Haltung zu bezeugen und wie Wolken am Himmel vorbeiziehen zu lassen, wie z.B. im Zen oder in der Achtsamkeitsmeditation.</p>
<p>Bei der <em>fokussierten Meditation</em> konzentriert man sich auf ein bestimmtes Objekt, wie etwa das Bild einer Gottheit, ein Mantra oder bestimmte Bereiche des Körpers wie den Atem. Hierbei übt man, die Aufmerksamkeit ganz bewusst immer wieder auf das Meditationsobjekt zu richten. Dies erfordert eine hohe Konzentration und eine willentliche, kontrollierte Lenkung der Aufmerksamkeit. Man kann sich vorstellen, dass dabei auch einiges im Gehirn geschieht. Die Aktivitäten können mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomografie (MRT) oder dem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen werden.</p>
<h4>Kognitive Höchstleistungen &amp; tiefe Entspannung</h4>
<p>Wissenschaftler aus den USA<sup class='footnote'><a href="#fn-2875-1" id='fnref-2875-1'>1</a></sup> konnten feststellen, dass das Gehirn von buddhistischen Mönchen mit jahrzehntelanger Meditationserfahrung während der Meditation ganz besonders aktiv ist. Ein Teil ihrer Meditationspraxis besteht darin, sich auf Mandalas, also komplexe visuelle Muster zu konzentrieren und diese für Minuten oder gar Stunden vor ihrem geistigen Auge stabil zu halten. Dabei stellten die Forscher mittels EEG-Messungen fest, dass die Neurone (Nervenzellen) der Mönche im Gleichtakt einer Hirnfrequenz von etwa 40 Hertz „schwangen“. Diese relativ hohe, sogenannte „40-Hertz-Aktivität“ wird in Zusammenhang gebracht mit extrem hoher Wachheit und Aufmerksamkeit, hoher Konzentration und Bewusstheit, und ist ein Anzeichen für einen höheren Grad an Ordnung im Denken und für kognitive Höchstleistungen. Besonders auffällig war bei den Mönchen, dass sich diese Aktivität relativ harmonisch über das gesamte Gehirn erstreckte. „Dieses synchrone ´Schwingen´ der Neuronen kann einhergehen mit der Wahrnehmung des ´Einsseins´: alles ist Eins, man differenziert weder Subjekt noch Objekt“, so die Forscher.</p>
<p>Bei defokussierten Meditationen, bei denen alle im Geiste auftauchenden Phänomene mit einem geweiteten Gewahrsein lediglich bezeugt werden, scheint dagegen das gesamte System „heruntergefahren“ zu sein. So konnte in einer Studie<sup class='footnote'><a href="#fn-2875-2" id='fnref-2875-2'>2</a></sup> mit einem erfahrenen Zen-Meister mit mehr als 20-jähriger regelmäßiger Praxis eine besonders niedrige Hirnfrequenz während der Meditation gemessen werden. Der Meditierende zeigte über das gesamte Gehirn verteilt eine Ausweitung der Theta-Aktivität (4–8 Hertz), sowie Alpha-Aktivität (8–14 Hertz) in bestimmten Bereichen des Gehirns. Diese Frequenzen werden mit einem extrem entspannten Bewusstseinszustand in Zusammenhang gebracht, wie er für gewöhnlich nur im Traumschlaf oder Tiefschlaf auftaucht. Der Zen-Meister machte allerdings keineswegs einen verschlafenen Eindruck. Im Gegenteil, er konnte sogar erstaunlich bewusst und klar auf äußere Reize wie Töne reagieren.</p>
<h4>Das formbare Gehirn</h4>
<p>Regelmäßige Meditation scheint nicht nur im Meditationszustand Veränderungen zu bewirken, sondern auch darüber hinaus nachhaltige Effekte zu haben. Ganze Hirnareale können sich in ihrer Struktur und Leistungsfähigkeit verändern. Die Fähigkeit zur Neubildung und Umformung von Nervenzellverbindungen, auch „neuronale Plastizität“ genannt, kann durch Meditation und geistiges Training bis ins hohe Alter aktiv aufrecht erhalten werden.</p>
<p>In einer Studie<sup class='footnote'><a href="#fn-2875-3" id='fnref-2875-3'>3</a></sup> wurde bei Meditierenden eine Verringerung der altersbedingten Abnahme von grauer Substanz im Stirnhirn (frontale Areale) festgestellt, welche mit bewusstem Handeln, Planen und Problemlösen zu tun haben. Man geht davon aus, dass diese Bereiche im Allgemeinen bei älteren Menschen weniger genutzt und deshalb abgebaut werden, es scheint aber, dass sie durch Meditation oder anderweitigen Gebrauch erhalten und flexible bleiben.</p>
<h4>Effekte bereits nach wenigen Wochen</h4>
<p>Wissenschaftler<sup class='footnote'><a href="#fn-2875-4" id='fnref-2875-4'>4</a></sup> untersuchten die Auswirkungen des Achtsamkeitstraining nach Kabat-Zinn<sup class='footnote'><a href="#fn-2875-5" id='fnref-2875-5'>5</a></sup> auf gestresste Angestellte einer Biotechnik-Firma. Dabei werden täglich eine halbe Stunde Sitzmeditation und regelmäßig Körperübungen wie Yoga praktiziert, sowie Achtsamkeit im Alltag geübt. Bereits nach den acht Wochen des Programms zeigte sich ein Übergewicht der Aktivität im linken Stirnhirn der Meditierenden, einem Bereich, der mit ausgeprägter Gelassenheit und einem ausgeglichenen, positiv gestimmten Gemüt in Verbindung gebracht wird. Des Weiteren zeigten die Teilnehmer der Studie ein auffällig gestärktes Immunsystem in Form erhöhter Konzentration von Immunproteinen im Blut. Diese Effekte hielten sogar noch viele Wochen nach dem Achtsamkeitstraining an.</p>
<h4>Weniger Stress</h4>
<p>In einer Aufsehen erregenden Studie an der <em>Harvard Medical School</em><sup class='footnote'><a href="#fn-2875-6" id='fnref-2875-6'>6</a></sup> konnte ein Substanzabbau im rechten Mandelkern, der Amygdala, festgestellt werden, der auf ein vermindertes Stresserleben von Meditierenden hindeutet. Wann immer Reize aus der Umgebung als bedrohlich bewertet werden, wie etwa starker Lärm, schlägt der Mandelkern Alarm und es werden vermehrt Stresshormone wie Kortisol aus den Nebennieren in die Blutbahn abgegeben. Wenn sich der Stress verringert, so nimmt auch die Konzentration des Stresshormons im Blut wieder ab und der Mandelkern ist ebenfalls weniger aktiviert.</p>
<p>Stress und Stresshormone wirken manchmal wie Gift auf das Gehirn. Sie schädigen z.B. gewisse Nervenzellen im Hippocampus, einem Teil des Gehirns, der für das Erinnerungsvermögen und das Neuerlernen von emotionalen Reaktionen eine wichtige Bedeutung hat. Bei anhaltend erhöhten Werten von Stresshormonen kann der Hippocampus regelrecht schrumpfen. Das führt dann dazu, dass man selber kleine Veränderungen in seiner Umgebung nicht mehr bewusst wahrnimmt. Man merkt dann auch nicht mehr, wie sich die Dinge allmählich zum Besseren wenden, sondern bleibt dauerhaft in düsterer Verfassung. Genau das nennen Psychiater „Depression“.</p>
<blockquote>
<div id="attachment_2882" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/Swami_Veda_Bharati_EEG.jpg" rel="lightbox[2875]"><img class="size-full wp-image-2882  " title="Swami_Veda_Bharati_EEG" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/Swami_Veda_Bharati_EEG.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">EEG-Untersuchung des Meditationszustandes von Yoga-Meister Swami Veda Bharati</p></div>
<p><em>„So entspannt Meditierende auch während Ihrer Versenkung sein mögen, ihr Gehirn ist keineswegs abgeschaltet.“</em> — Richard Davidson</p></blockquote>
<p>Der Hippocampus kann bei abnehmendem Stress allerdings auch schnell wieder regenerieren. Besonders interessant ist, dass Meditierende ein größeres Volumen bzw. eine größere Dichte grauer Substanz im Hippocampus zeigen — ein Hinweis auf erhöhte Stresstoleranz. So ist es nicht verwunderlich, dass Meditierende meist gelassener erscheinen und mehr Stress aushalten. Es überrascht also nicht, dass es inzwischen in den Management-Etagen einiger großer Konzerne wie Siemens, BMW und der Deutschen Bank, oder auch am Flughafen Schiphol in Amsterdam „Räume der Stille“ gibt, in die sich die Mitarbeiter bzw. Reisenden zum Meditieren zurückziehen können.</p>
<h4>Begleitstudien zum Timeless Wisdom Training</h4>
<p>In den letzten beiden Ausgaben dieses Magazins wurde bereits von der wissenschaftlichen Begleitstudie zum 1. Jahrgang des TWT berichtet. Die Ergebnisse werden derzeit in mehreren Diplomarbeiten unter Leitung von Dr. Ulrich Ott verarbeitet. Auch der zweite Jahrgang des TWT wird von einer wissenschaftlichen Studie begleitet. Die Ergebnisse werden vermutlich in den folgenden Ausgaben dieses Magazins sowie auf der Webseite der <em>Society for Meditation and Meditation Research</em> (SMMR) veröffentlicht.</p>
<p><em>Buchtipp:<br />
Ott, Ulrich (2010): „Meditation für Skeptiker — Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst“, O.W. Barth Verlag, München.</em></p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazine for <a href="http://www.innerscience.info" target="_blank" rel="external nofollow">Inner Science</a>, dem Begleitmagazin zum jährlichen <a href="http://www.celebrate-life.info" target="_blank" rel="external nofollow">Celebrate Life Festival</a>.</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2875-1'>Lutz A. et al. (2004): Longterm meditators self-induce high-amplitude gamma synchrony during mental practice. Proceedings of the National Academy of Sciences, USA, 101 (46), 16369–16373. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-2875-2'>Coromaldi E. et. al. (2004): EEG-Rhytmen während tiefer Meditation: Eine Einzelfallstudie mit einem Zen-Meister, Hypnose und Kognition (HyKog), 21(1+2). <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-2875-3'>Lazar S.W. et al. (<strong>2</strong>005): Meditation experience is associated with increased cortical thickness. Neuroreport, 16, 1893–1897. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-3">↩</a></span></li>
<li id='fn-2875-4'>Davidson, R.J. et al. (2003): Alterations in brain and immune function produced by mindfulness meditation. Psychosom Med. Jul-Aug, 65(4): 564–70. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-4">↩</a></span></li>
<li id='fn-2875-5'>Kabat-Zinn J. (2003): Mindfulness-based interventions in context: past, present, and future. Clinical Psychology: Science and Practice, 10 (2), 144–156. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-5">↩</a></span></li>
<li id='fn-2875-6'>Hölzel B.K. et al. (2010): Stress reduction correlates with structural changes in the amygdala. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 5, 11–17. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2875-6">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Plädoyer für Meditation bei der Arbeit</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/08/01/pladoyer-fur-meditation-bei-der-arbeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 20:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Spirit]]></category>
		<category><![CDATA[Stille Meditation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Idee von Meditation am Arbeitsplatz klingt manchmal wie der Slogan zu einem kolossalen kosmischen Witz. Sie malt ein Bild von in Orange gekleideten Power-Börsenmaklern, die ihre Arbeit während Duftstäbchen im Hintergrund qualmen, oder von angepassten Buddhas am Handy, die sich mehr auf Mitgefühl als auf Profit fokussieren. Aber wenn wir auf die Realität der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/08/4497452748_ff856df470.jpg" rel="lightbox[2350]"><img class="size-full wp-image-2354 alignright" style="margin-left: 10px;" title="Flickr  © All rights reserved by natenavasca" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/08/4497452748_ff856df470.jpg" alt="" width="250" /></a></p>
<p>Die Idee von Meditation am Arbeitsplatz klingt manchmal wie der Slogan zu einem kolossalen kosmischen Witz. Sie malt ein Bild von in Orange gekleideten Power-Börsenmaklern, die ihre Arbeit während Duftstäbchen im Hintergrund qualmen, oder von angepassten Buddhas am Handy, die sich mehr auf Mitgefühl als auf Profit fokussieren. Aber wenn wir auf die Realität der modernen Arbeitskultur schauen, könnte dies nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.</p>
<p>Wenn die Praktiken der Meditation und der Achtsamkeit von den religiösen Assoziationen getrennt werden, die ihnen oft anlasten, haben diese sich bewehrt dabei zu helfen stärkere Teams zu bilden, Produktivität zu erhöhen und die Spannungen innerhalb des Büros zu reduzieren. Sie haben sich als sehr kraftvolle geschäftsfördernd bewehrt, die Menschen helfen sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, die Effektivität von Managern zu verbessern, und sie unterstützen die Bildung einer gesunden Firmenkultur in der die Unternehmen florieren. Am wichtigsten ist jedoch, egal ob Sie Geschäftsinhaber sind oder Angestellter, sie können die Art von Unternehmenskultur schaffen, in der sie tatsächlich arbeiten wollen.</p>
<p>Jeder Angestellte und jeder Geschäftsführer kommt mit einer komplexen Matrix aus Bildung, Fähigkeiten, Training und Gewohnheiten, die sie ins Büro mitbringen. Und doch machen sie alle, nachdem all die Forschung und Sorgfaltspflicht erledigt ist, ihre finalen Geschäftsentscheide auf Basis von zwei Faktoren – Angst vor Versagen und die Chance zu gewinnen. Dies sind die gleichen Überlebensfähigkeiten, die vor fast 40.000 Jahren in jedem Menschen fest verdrahtet sind. Die Angst gefressen zu werden und die Möglichkeit Futter nach Hause zu bringen, ist was schon unseren Vorfahren den Spass brachte sich einem Rascheln im Busch zu nähern oder sich lieber davon zu entfernen. Heute gibt es keine Sicherheit, auch nachdem alle Expertisen in Erwägung gezogene sind. Nochmal, Menschen gehen entweder vorwärts aufgrund einer Entscheidung oder töten eine Idee basierend auf die Angst gefeuert zu werden oder die Aussicht auf eine Beförderung. Und unglücklicherweise schliesst Angst meistens aus und die Menschen verstecken sich hinter der Sicherheit der selbsterschaffenen Silos.</p>
<p>Stell dir vor wie produktiv ein Team sein könnte, wenn sie nicht so besorgt um ihre eigenen Angelegenheiten wären, sondern die Interessen des Unternehmens vertreten? Denke daran was gemacht werden könnte, wenn sie lernen sich selbst von ihren alten Programmierungen zu trennen, und beginnen Entscheidungen treffen allein auf der Basis, welchen Verdienst eine Idee oder eine Möglichkeit für das Unternehmen hat. Die Antwort ist offensichtlich und ist exakt was die bewährten Praktiken der Meditation und Achtsamkeit für das Unternehmen bringen können.</p>
<p>Eine grossartige Studie zur Kraft von Meditation erschien 1983 nach dem R. W. Montgomery, dem Besitzer einer Chemiefabrik in Detroit, mit 52 seiner 100 Mitarbeiter – vom Manager bis zum Fliessbandarbeiter – Transzendentale Meditation durchführte. Es wurde ein Programm eingeführt, wo jeder 20 Minuten meditierte bevor er zur Arbeit kam und weitere 20 Minuten am Nachmittag während der Arbeitszeit.</p>
<p>Die Resultate sind gut aufgezeichnet. Nach drei Monaten gaben Angestellte an sie hätten mehr Energie und könnten besser mit Stress umgehen. Sie hatten auch weniger physische Beschwerden und niedriger Cholesterin-Werte. Über die nächsten drei Jahre verbesserten sich diese Ergebnisse und weiteten sich aus. <em>Es wurde bestätigt, dass Fehlzeiten sich um 85% reduzierten, Produktivität um 120% anstiegt, Unfälle sanken um 70% und der Profit stieg um 520%.</em><sup class='footnote'><a href="#fn-2350-1" id='fnref-2350-1'>1</a></sup></p>
<p>Tatsächlich gab es seit 1930 über 1500 getrennte Studien die sich mit Meditation und ihren Effekt auf die Praktizierenden befassen. Und das sind nur die ganz abgeschlossenen. Manche Statistiken zu Menschen die meditieren beinhalten Resultate wie:</p>
<ul>
<li>Senkung des Herzschlages, der Atemfrequenz, des Blutdrucks und des Sauerstoffverbrauchs.</li>
<li>Ein reduziertes Gefühl von Ängstlichkeit und Nervosität, mit eine grösserem Gefühl von Unabhängigkeit und Selbstsicherheit.</li>
<li>75% der Menschen die an Schlaflosigkeit leideten waren fähig innerhalb von 20 Minuten nach dem Zubettgehen zu schlafen, als sie ein tägliches Meditationsprogramm begannen.</li>
<li>Frauen mit PMS zeigten eine Verbesserung ihrer Symptome nach 5 Monaten täglicher Reflexion und Meditation.</li>
<li>Eine Reduzierung der Arterienwandstärke, was effektiv das Risiko eines Herzinfarktes verringert.</li>
<li>60% Menschen mit Angstzuständen zeigten deutliche Verbesserungen ihres Angstlevels nach 6 – 9 Monaten täglicher Meditation.</li>
</ul>
<p>So, sie fragen sich womöglich, was ist die Kehrseite der Schaffung einer Unternehmenskultur, wo Meditation die Norm ist und Zusammenarbeit den Konkurrenzkampf überwindet? So weit wie ich ihnen das sagen kann gibt es keine. Oh, ausser einer – die Überwindung dieser prähistorischen Angst vor Veränderung die deine 40.000 Jahre alte Programmierung mitsteuert.</p>
<p>Ist es in diesem Sinne nicht Zeit deinen Arbeitplatz um, sagen wir, 38.000 Jahre zu evolutionieren? Alles was du tun musst ist eine etwa 2000 Jahre alte Praxis namens Meditation in deine Routine einzubauen. Die Kultur wird sich selbst verändern.</p>
<p>Und ja, fühl dich frei die Roben und Räucherstäbchen zu Hause zu lassen.</p>
<p>Oh, und willkommen im 21st Jahrhundert.</p>
<p><em>Erstmalig erschienen im englischen Original auf <a href="http://www.mindbodygreen.com/0-2868/Making-the-Case-for-Meditation-at-Work.html" rel="external nofollow">MindBodyGreen.com</a>. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Übersetzung von <a href="http://www.openmindjournal.com/redaktion/?uid=1">Heinz Robert</a>.</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2350-1'>Fallstudie aus 1995, Jane E. Stevens, Artikel in der <a href="http://articles.latimes.com/1995-06-05/news/ss-9814_1_transcendental-meditation" target="_blank" rel="external nofollow">Los Angeles Times</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2350-1">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Psychodynamik und Spiritualität</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/05/24/psychodynamik-und-spiritualitat/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2011/05/24/psychodynamik-und-spiritualitat/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 May 2011 07:36:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Spirit]]></category>
		<category><![CDATA[Stille Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Begegnung mit unseren Schatten eröffnet den Weg zur Entfaltung unseres „Einzigartigen Selbst“ Meditation öffnet die Büchse der Pandora und wir werden mit unseren Schatten konfrontiert. In diesem Aufsatz möchte ich die Beziehung von Psychodynamik und Spiritualität vor einem integralen Hintergrund beleuchten. Unter Psychodynamik verstehe ich die Wechselwirkung innerlicher, psychischer bzw. seelischer Prozesse im Menschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Begegnung mit unseren Schatten eröffnet den Weg zur Entfaltung unseres „Einzigartigen Selbst“</h2>
<blockquote><p>Meditation öffnet die Büchse der<br />
Pandora und wir werden mit unseren<br />
Schatten konfrontiert.</p></blockquote>
<div id="attachment_1807" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/ap4ad8207bad0fe_small-aboutpixel.de-Licht-am-Ende-des-Tunnels-©-jacques-Kohler.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1803]"><img class="size-thumbnail wp-image-1807" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/ap4ad8207bad0fe_small-aboutpixel.de-Licht-am-Ende-des-Tunnels-©-jacques-Kohler-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de : Licht am Ende des Tunnels © jacques Kohler</p></div>
<p>In diesem Aufsatz möchte ich die Beziehung von Psychodynamik und Spiritualität vor einem integralen Hintergrund beleuchten. Unter Psychodynamik verstehe ich die Wechselwirkung innerlicher, psychischer bzw. seelischer Prozesse im Menschen, unbewusst, bewusst werdend und auch bewusst. Unter Spiritualität verstehe ich einen Erfahrungs– und Erkenntnisweg, der sowohl die Erfahrung des „Ursprungs allen Seins“ als auch die Verwirklichung im ganz gewöhnlichen Leben zum Ziel hat. Eine integrale Spiritualität beinhaltet die beiden Aspekte gleichermaßen. In Anlehnung an Ken Wilber können wir drei Hauptperspektiven gegenüber dem Göttlichen unterscheiden, die „drei Gesichter Gottes“:</p>
<p>Das dritte Gesicht Gottes ist vielen auch als „Naturmystik“ bekannt. Beispiel: Es ist Nacht. Ich liege unter einem klaren Sternenhimmel. Über mir das Universum in seiner ganzen Schönheit und Weite. Man erkennt in diesem Schauen das Gewebe des Universums als drittes Gesicht Gottes.</p>
<p>Das zweite Gesicht Gottes: Das kosmische „DU“, als Quelle, als Urgrund oder „Gottheit“ wie Meister Eckhart (1260–1328) es nennt. Diesem „DU“ kann ich mich hingeben. Ich bin nicht getrennt davon. Eckhart spricht von „Gottwerdung des Menschen als Menschwerdung Gottes“.</p>
<p>Damit gelangen wir zum ersten Gesicht Gottes: GEIST als erste Person ist das eigene WAHRE SELBST. Dieses ICH BIN durchdringt das gesamte relative Selbst und damit auch unsere Psyche. Dazu Sri Aurobindo (1872–1950): „Wenn es wahr ist, dass GEIST in Materie involviert und sichtbare Natur insgeheim Gott ist, dann ist es für den Menschen auf Erden das erhabenste und legitimste Ziel, in sich selbst das Göttliche zu offenbaren und Gott im Inneren und nach außen hin zu verwirklichen“. Eine Möglichkeit, dies zu erfahren und zu offenbaren, wie es Sri Aurobindo nennt, ist die Praxis der gegenstandsfreien Meditation.</p>
<h4>Freiheit und Fülle im Bewusstsein</h4>
<p>In der Meditation kann sowohl GEIST als der absolute, unbegrenzte offene und freie Raum, in dem Erfahrungen kommen und gehen, erfahren werden, wie auch das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen als die Fülle des Relativen und Phänomenalen, das auftaucht, eine kurze oder auch sehr lange Weile im Bewusstsein verbleibt und dann wieder geht, durchlebt werden. Das persönliche Erleben kann sich dabei von „himmelhoch jauchzend“ bis zu „zu Tode betrübt“ erstrecken.</p>
<p>Die Meditation hilft uns so auf zweierlei Weise: Sie öffnet uns für das, was in uns vorgeht und zeigt uns gleichzeitig den Weg in die Freiheit. Eine Freiheit, die unabhängig von Bewusstseinsinhalten existiert, die unzerstörbar und immer gegenwärtig ist.</p>
<h4>Die Büchse der Pandora</h4>
<p>Wenn wir in uns gehen, ist es, als wenn wir einen Vorhang zur Seite ziehen und die Büchse der Pandora öffnen: Angst, Wut, Trauer, Sorgen, Begierden und viele Gedanken begegnen uns. Wir scheinen ein Spielball dieser Kräfte oder dieser Dynamiken zu sein und erfahren gleich am Beginn einer meditativen Praxis und auch in deren Verlauf, dass wir nicht „Herr (oder Frau) im eigenen Hause“ sind. So sitzen wir jahrelang und warten auf ein „Erleuchtungserlebnis“, und erleben auf dem Kissen eher Frust statt Lust. Oft hat man das Gefühl, dass auch nach Jahren der Meditation nichts passiert ist, ein endloses „Warten“ und „Wollen“. Statt der ersehnten Erleuchtung, die nicht gemacht werden kann, tauchen schmerzhafte seelische Verletzungen oder Kindheitserinnerungen in unserem Bewusstsein auf.</p>
<p>Die Reinigung der Seele gehört also zum Weg dazu und man kommt nicht darum herum, sich mit seiner Psyche und der darin enthaltenden Dynamik auseinanderzusetzen. Dem trägt auch Ken Wilber in einer „integralen Lebenspraxis“ Rechnung. Dort ist das Übungsmodul „Schatten“ eins von vier empfohlenen und unverzichtbaren Grundmodulen.</p>
<h4>Persönliches Erleben</h4>
<p>Ich möchte hier ein ganz persönliches Erleben wiedergeben. In meiner Beziehung zu meiner Frau (wir sind jetzt 26 Jahren verheiratet) waren die ersten Jahre davon geprägt, dass ich sie verändern wollte. Nur leider nicht mich, sondern meine Frau. Kurz gesagt, ich wollte mehr Austausch, wollte mehr Intensität, wollte mehr Auseinandersetzung. Ich war mir meiner guten und hehren Absichten bewusst und fühlte mich gut damit und gleichzeitig moralisch im Recht. Ich konnte nur leider den Schatten, der damit verbunden ist, nicht erkennen. Ich wollte meine Frau letztlich „formen“. Jetzt beim Schreiben, tut es immer noch weh, das zu sehen. In dieser Zeit gab es zunehmend Momente, in denen ich mich völlig hilflos fühlte. Ich empfand es so: „Ich habe alles ausprobiert, habe jetzt nichts mehr in der Hand. Ich weiß nicht mehr, wie es weitergeht.“ Als ich die Verzweiflung und innere Not zulassen konnte, war in der Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit ein winziger Punkt von Befreiung. Ich spürte, ich muss mich jetzt einfach nicht mehr anstrengen. Ich will es einfach nicht mehr. Ich habe genug davon. Ich lasse es jetzt wirklich los. Dieser Prozess zog sich über Monate hin. Dieses Loslassen, dieses Nicht-mehr-Wollen verwandelte sich allmählich und langsam in Akzeptanz und Wertschätzung für meine Frau … so, wie sie ist.</p>
<blockquote><p>Hinsehen und loslassen – in einer Haltung<br />
der Akzeptanz können wir unseren<br />
Schatten mit Wertschätzung begegnen.</p></blockquote>
<p>In dieser Zeit wurde mir schmerzlich bewusst, dass es, bezogen auf meine Meditationspraxis, ein ähnliches Muster gab, was da lautete: Wille, Disziplin und Anstrengung führen zur Erleuchtung. Auch hier erkannte ich schmerzlich, wie sehr ich mir selbst im Wege stand. Etwas zeitlich verschoben durchlebte ich diese ähnlichen und doch unterschiedlichen Erfahrungen. Erst als ich mich auch in der Meditation ganz auf meine Hilflosigkeit einließ und erkannte, dass jegliches Bemühen mich einfach nicht weiterbrachte, konnte ich allmählich erfahren, dass im Schmerz auch hier die Befreiung liegt. Erst als ich wirklich alles losließ, und ich meine wirklich alles, öffnete sich der Himmel in mir. Ich erlebte eine Gipfelerfahrung, die so stark war, dass sie nachhaltig bis jetzt wirkt. Meine Meditationspraxis wurde, wie es Johannes Tauler, ein deutscher Mystiker und Schüler Eckharts, ausdrückte „leicht und lustvoll“.</p>
<h4>Weggemeinschaft</h4>
<p>Ich möchte nun die gleiche Fragestellung auf eine Gruppe Meditierender übertragen. Auch hier gibt es eine Wechselwirkung. Beleuchten wir die Frage von der spirituellen Seite aus, gibt es auch hier ganz konkrete Erfahrungen. Seit Jahren leite ich eine Jahresgruppe „Integrale Spiritualität“, die sich wöchentlich trifft. Schwerpunkt der Abende ist die Einübung von Meditation. Außerdem gehören Gruppenaustausch, Schattenarbeit im Augenblick, Tönen, Gebetsgebärden sowie die Einübung von emotionalen Praktiken wie Tonglen mit dazu. Das gemeinsame Praktizieren, auf unterschiedlichen Ebenen als eine integrale Lebenspraxis (ILP), hat ein Zusammengehörigkeitsgefühl wachsen lassen. Eine wunderbare Erfahrung ist: Man kann „Weggemeinschaft“ mit Menschen leben, die ähnlich spirituell ausgerichtet sind. Und das tut einfach gut. Der Dalai Lama spricht häufig davon, dass wir letztlich alle geliebt werden wollen. In einer Freundschaft, Beziehung, Ehe oder Gemeinschaft kann man üben zu lieben (beim Schreiben wird mir bewusst, dass „Liebe“ ein aus der Mode gekommenes Wort ist … eigentlich schade). Denn genau hier spiegelt sich unser Menschsein in seiner ganzen Vielfältigkeit. Wir alle sind ja nicht nur Lichtträger, sondern haben auch einen Schatten. Und in der Gemeinschaft prallen gerade die Schatten „gerne“ aufeinander. Dass das zu Spannungen und Streitereien führt, kennen wir zur Genüge. Die gemeinsame Ausrichtung und das gemeinsame Praktizieren schützt natürlich nicht davor. Aber es schafft eine Art inneren Container, um Spannungen und Konflikte zu „halten“, erlebbar zu machen und zu transformieren. Ich möchte es als eine tragende Kraft bezeichnen, als immer feiner werdende Energie, als Raum, der sich zunehmend öffnet, als vertrauensvolle Atmosphäre, als Energie oder Kraft, die in manchen Momenten sehr präsent sein kann.</p>
<h4>Einzigartiges Selbst</h4>
<p>Kommen wir noch einmal zur „Erleuchtung“ zurück. Sind wir einmal erwacht, kann sich unser „Einzigartiges Selbst“ entfalten, als eine Kombination unseres Erwachens und unserer eigenen, einzigartigen und unverwechselbaren Menschlichkeit, mit all unsere Begabungen und Talenten. Mögliche Veränderungen können sein: Ich akzeptiere den Wunsch in mir, ein guter Mensch zu werden; ich lebe mein Potenzial; ich setzte andere Prioritäten in meinem Leben; ich ordne mein Leben und trenne Wesentliches von Unwesentlichem oder ich schenke mir und anderen einfach mehr Liebe und Aufmerksamkeit.</p>
<p>Dies geschieht in uns, aber vor allem auch zwischen uns und in Gemeinschaft hinein. Warum? Weil wir auf der absoluten Ebene ein gemeinsames WIR sind. Unser GEIST – in Aktion – will durch uns hindurchwehen, will sich manifestieren, will unsere ganz besonderen Qualitäten zur Entfaltung bringen. Vom absoluten Standpunkt sieht es so aus: Wir sind bereits erwacht und waren es immer schon. Vom relativen Standpunkt aus entwickeln wir uns ständig weiter. Beides kommt in unserem einzigartigen Selbst zusammen.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien im Original im Magazin Integrale Perspektiven <a href="http://integralesleben.org/il-home/if-integrales-forum/zeitschrift-integrale-perspektiven/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 17 – 11/2010</a></em></p>
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