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	<title>OpenMindJournal &#187; Integral/Evolutionär</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
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		<title>Die Versöhnung von Aufklärung und Spiritualität</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 22:57:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Integral/Evolutionär]]></category>
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		<description><![CDATA[In meiner Arbeit für Demokratie und Menschenrechte/Kinderrechte begegne ich immer wieder wunderbaren Menschen, die einen engagierten „Spirit“ verkörpern, ohne einen Begriff für die eigene Tiefe zu haben, aus der sie ihre Kraft schöpfen. Sie folgen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln einer Menschlichkeit, die die Grenzen des eigenen Ichs transzendiert und sich der Welt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4485" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/Martina-Taylor_pixelio.png" rel="lightbox[4483]"><img class=" wp-image-4485 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/Martina-Taylor_pixelio-300x201.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: Martina Taylor / pixelio.de</p></div>
<p>In meiner Arbeit für Demokratie und Menschenrechte/Kinderrechte begegne ich immer wieder wunderbaren Menschen, die einen engagierten „Spirit“ verkörpern, ohne einen Begriff für die eigene Tiefe zu haben, aus der sie ihre Kraft schöpfen. Sie folgen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln einer Menschlichkeit, die die Grenzen des eigenen Ichs transzendiert und sich der Welt als Ganzem verantwortlich fühlt. Und sie bringen mehr Wahres, Schönes und Gutes in die Welt.</p>
<p>Selbst würden sie sich jedoch nicht als „spirituell“ bezeichnen, und der Grund dafür liegt meines Erachtens darin, dass wir gesellschaftlich keinen Begriff und keine anerkannte Praxis einer aufgeklärten und zeitgemäßen Spiritualität haben. Viele Menschen mit weltzentrischem oder menschenrechtlichen Bewusstsein, die wissenschaftlich fundiert und sozial engagiert sind, verbinden Spiritualität (oder Religion als institutionalisierte Form von Spiritualität) mit einem naiven magischen oder mythischen Kindheitsglauben, der historisch und biografisch einer Zeit vor der Aufklärung oder dem eigenen Mündigwerden entstammt. In diesem (Miss)Verständnis werden Spiritualität und Religion mit der unhinterfragten und oft dogmatischen Übernahme religiöser Überlieferungen verbunden oder gar gleichgesetzt.</p>
<p>Dazu passt auch ein Begriff von  Spiritualität als einer denkfeindlichen New Age und Esoterik Bewegung, mit der sie als aufgeklärte Geister verständlicherweise nichts zu tun haben wollen.</p>
<p>Vor allem für diese Menschen haben wir (Michael Habecker und Sonja Student) unser Buch <em><a href="http://tao-cinema.de/out/pictures/wysiwigpro/presse/PM_Wissen_Weisheit_Wirklichkeit_final.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">„Wissen, Weisheit, Wirklichkeit. Perspektiven einer aufgeklärten Spiritualität“</a></em> geschrieben: Die Hauptthese ist, dass Aufklärung und Spiritualität keine unversöhnlichen Gegensätze sind, sondern sich sinnvoll als Wissenschaft der äußeren und inneren Welt ergänzen. Geist und Materie sind nicht aufeinander reduzierbar, sie sind die inneren und äußeren Seiten der EINEN Wirklichkeit und können durch die Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften erforscht werden. In jeder Wissenschaft gibt es geeignete Praktiken und Methoden, durch die die Realitäten in diesen Bereichen hervorgebracht und entdeckt werden können. Mystik oder Spiritualität gehören in den Bereich der Geisteswissenschaften wie z.B. auch die Phänomenologie, der Entwicklungs-Strukturalismus oder die Hermeneutik. In der Mystik oder Spiritualität gehen wir den Inhalten unseres Bewusstseins auf den Grund und erforschen das, was allen unseren Wahrnehmungen zugrunde liegt und damit von letztendlicher Bedeutung sein kann. Dieser (auch wissenschaftlichen) Fragestellung gehen Menschen schon seit den Anfängen ihrer Geschichte nach, quer durch alle Weltkulturen: Gibt es in einer äußeren und inneren Welt ständiger Veränderungen etwas, das nicht den Veränderungen von Zeit und Raum unterworfen ist?. Dazu haben sie unterschiedliche Praktiken entwickelt wie Kontemplation, Meditation und Gebet. Viele von ihnen haben die Ergebnisse ihrer Praxis auf der Basis eigener und gemeinsamer Erfahrungen ausgetauscht, und daraus sind Landkarten des Bewusstseins entstanden. Sie geben anderen SucherInnen eine Orientierung auf ihrem spirituellen Weg, der immer gleichzeitig auch ein Weg geisteswissenschaftlicher Erkenntnis ist. ForscherInnen spiritueller Zustände und Phänomene oder der spirituellen Entwicklung wie William James, Evelyn Underhill, Jack Engler oder James Fowler haben verschiedene Landkarten des spirituellen Bewusstseins verglichen und dabei sowohl Universalismen als auch Differenzen verschiedener Traditionen festgestellt.</p>
<h4>Mystik als Wissenschaft des geistlichen Lebens</h4>
<p>In diesem Sinne schreibt Evelyn Underhill in ihrem Buch über Mystik: „„Mystik ist die Wissenschaft oder Kunst des geistlichen Lebens.“ Mystik ist ein forschender Erfahrungsweg, als eine innerliche und experimentelle Untersuchung – und Erfahrung – des menschlichen Bewusstseins in dem Bemühen, den eigenen Wahrnehmungshorizont in die Unendlichkeit zu erweitern und damit eins zu werden. Erst in dieser direkten Erforschung und Erfahrung kann sich GEIST als SEIN und WERDEN enthüllen, als Zunahme von Bewusstheit, Komplexität und Liebe/Inklusion. Damit erfüllt Spiritualität oder Mystik als Wissenschaft des geistlichen Lebens die Kriterien von Wissenschaft: Injunktion (als Verfahrensvorschrift zur „Daten“gewinnung), Praxis (als konkrete experimentelle Durchführung) und Verifikation mit gemeinschaftlicher Überprüfung (Bestätigung oder Zurückweisung der gewonnenen Erkenntnisse in einem wissenschaftlichen Diskurs).</p>
<p>Mystik oder Spiritualität als innere Wissenschaft klingt vielleicht für einige zunächst fremd, weil in der öffentlichen Wahrnehmung oft die unausgesprochene Gleichung Wissenschaft = Naturwissenschaft gilt. Worum es dabei geht ist die Erforschung einer so genannten nondualen und paradoxen Wirklichkeit, die sich dem rationalen und linearen Denken entzieht und nur auf der Grundlage direkter spiritueller Erfahrung „lebendig gedacht“ werden können. Mystik als Erfahrung und Erforschung dieser Letztendlichkeit, die kein Ende hat, heißt in einem integralen Kontext immer auch: Die absolute Wirklichkeit des ewigen Jetzt im gelebten Augenblick jenseits der Zeit zu erfahren und zu bezeugen <em>und gleichzeitig</em> die relativen Wahrheiten in der manifesten Welt – unserer Innenwelt, der Mitwelt und der Außenwelt – forschend zu erkunden. In diesem Sinne sind äußere und innere Wissenschaft immer ein Prozess einer ständigen Fortschreitens der Aufklärung und der zunehmenden Bewusstheit des GEISTES über sich selbst.</p>
<h4>Aufwachen, Aufwachsen, Aufräumen, Auftreten</h4>
<p>Eine aufgeklärte Spiritualität unterscheidet zwischen dem Weg des Erwachens zur letztendlichen Wirklichkeit als dem Seinsgrund, den wir klassisch auch als Erleuchtungsweg bezeichnen, und dem Weg des Aufwachsens oder des Erwachsenen-Werdens durch die Entwicklungsstrukturen. Die innere Entwicklung des menschlichen Bewusstseins über Stufen mit Namen wie egozentrisch, ethnozentrisch, weltzentrisch und kosmozentrisch wurde von bekannten Entwicklungsforschern wie Piaget, Kohlberg, Gebser, Kegan, Graves, Loevinger oder Cook-Greuter in den verschiedenen Entwicklungslinien untersucht. Entwicklung durch diese Strukturen führt uns zu immer mehr Perspektiven, Fülle und Inklusion. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Forschungen ist: Wir interpretieren unsere spirituellen Erfahrungen, die wir auf allen Entwicklungsebenen haben können, immer aus der Weltsicht der eigenen Entwicklungsebene. Keine spirituelle Erfahrung kommt daher aus dem Nirgendwo, und ist daher auch nicht absolut zu setzen, sondern erfährt immer auch eine Interpretation durch den Menschen, der oder die sie hat. Das erklärt, dass wir spirituell erleuchtet sein können, d.h. zum Grund des Seins erwacht, und dennoch rassistisch und ethnozentrisch denken, fühlen und handeln können, wie es z.B. viele Zen-Mönche im faschistischen Japan während des 2. Weltkrieges taten. Weiterhin  können wir trotz Aufwachen und Entwicklung unsere eigenen Schatten weiter auf andere projizieren, wenn wir unsere Psyche nicht „aufräumen“: durch psychodynamische Methodiken, die Licht in das Dunkel des Unbewussten bringen und Verdrängtes aufklären und Abgespaltenes wieder in unser Bewusstsein bringen und so erst Transformation ermöglichen. Dazu gehören auch „weiße“ Schatten, d.h. noch nicht entwickelte Potenziale, die wir auf andere projizieren, anstatt sie selbst zu leben und als einzigartige Selbste auf die Bühne der Welt zu bringen. Nur so können wir der Welt das geben, was ohne uns nicht verwirklicht werden kann. Letzteres ist mit dem „Auftreten“ gemeint. Aufwachen (spirituelles Erwachen), Aufwachsen (psychologische Entwicklung), Aufräumen (psychodynamische Arbeit) und Auftreten (in der Welt wirken) sind im Rahmen einer aufgeklärten Spiritualität ebenso unverzichtbar wie unersetzlich.</p>
<h4>Integrale Spiritualität erlöst Antagonismen</h4>
<p>Mit dem Angebot der Versöhnung von Wissen, Weisheit und Wirklichkeit (er)löst integrale Spiritualität viele Antagonismen auf: z.B. die zwischen Wissenschaft und Spiritualität, die mich selbst viele Jahre geplagt hat. Als ich meine spirituelle Suche begann, konnte ich viele Beispiele geistfeindlicher und schlicht dummer Esoterik nicht mit meinem kritischen Verstand und dem forschenden Geist verbinden. Es schien mir unerklärlich, wie Menschen, die sonst beruflich und persönlich kompetent ihr Leben meisterten, in spirituellen Kontexten auf prärationale Erklärungsmuster regredierten. Die Unterscheidung zwischen Entwicklungsstrukturen (Aufwachsen) und veränderten Bewusstseinzuständen (Aufwachen) hat mir sehr geholfen bei der Bewertung meiner eigenen Erfahrungen und der Beobachtung verschiedenster esoterischer oder spiritueller „Szenen“ oder der Auswahl von spirituellen LehrerInnen. Die Abneigung, die ich heute von vielen Fachkollegen gegen eine simplizistische Esoterik höre, kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen bedauere dennoch, wie oft dabei das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Wenn prärationale Strukturen, eine mythisch-absolutistische oder magische Spiritualität pauschal abgelehnt werden, anstatt zu differenzieren, geht jegliche auch transpersonale Spiritualität dabei mit über Bord. Damit schneiden wir uns nicht nur von unserer eigenen tiefsten Quelle ab, von dem, was wir letztendlich über unser kleines persönliches Ich sind. Wir leugnen auch unseren eigenen Entwicklungsweg, den auch unsere Nachkommen und Kinder immer wieder durch die Entwicklungsebenen gehen müssen. Mit diesem tragischen doppelten Irrtum entfremden wir uns von einem wesentlichen Teil unseres SElNS– und WERDENS-Potenzials, und verleugnen unsere eigene Geschichte und Herkunft. Ich persönlich glaube, dass gerade engagierte Menschen diese Verankerung im Seinsgrund brauchen, um sich nicht in den Aufs und Abs der relativen sich entwickelnden Welt zu erschöpfen.</p>
<h4>Die Demokratisierung der Erleuchtung</h4>
<p>Aufgeklärte Spiritualität als Erfahrungsweg und zugleich Geisteswissenschaft steht uns heute – zumindest in den westlichen modernen und postmodernen Gesellschaften – zur Verfügung. Dieser Weg kann von allen beschritten werden, die den Mut und die Demut haben, das zu finden, was von letztendlicher Bedeutung ist und es zeitgemäß zu verwirklichen, mit einer tiefen Menschlichkeit, die alle fühlenden Wesen einschließt und den ganzen Kosmos umfasst. Eine integrale Spiritualität bedeutet mehr Perspektiven, mehr Menschlichkeit und Mitgefühl, mehr Inklusion, mehr Forschergeist als auf den früheren Ebenen der Entwicklung. Diese Form der Spiritualität macht uns nicht abhängig von unhinterfragten Autoritäten, aber sie erkennt Autoritäten an, die nicht auf Macht, sondern auf Kompetenz und Entwicklung beruhen. Sie ist das Geburtsrecht eines jeden Menschen von Anfang an. Jedes Kind und jeder Erwachsene sollte entgegenkommende gesellschaftliche Verhältnisse vorfinden, damit er oder sie dieses Geburtsrecht wahrnehmen kann. Und jeder, der dieses Geburtsrecht schon erkannt und für sich verwirklicht hat, sollte dazu beitragen, dass andere das auch können – heute und in Zukunft. In diesem Sinne ist Spiritualität ein Menschenrecht, ein Recht auf Verwirklichung der eigenen Potenziale, verbunden mit der Pflicht zu Solidarität und Hilfe. Die Würde des Menschen, wie sie in unseren westlichen Verfassungen und in den universellen Menschenrechten als Errungenschaft menschlicher Zivilisation gegen Barbarei und Grausamkeit früherer Entwicklungsstufen festgeschrieben wurden, hat damit auch eine innerliche und spirituelle Dimension. Niemand muss religiös oder spirituell sein, aber alle sollten dabei unterstützt werden, diese Dimension ihres Menschseins in Freiheit und Verantwortung zu verwirklichen – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller fühlenden Wesen.</p>
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		<title>Konzentration</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 13:26:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Amarque</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4037" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/dreamstime_xs_20873098.jpg" rel="lightbox[4022]"><img class="size-thumbnail wp-image-4037" title="Konzentration" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/dreamstime_xs_20873098-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Woodooart | Dreamstime.com</p></div>
<p>Wir sprechen normalerweise von ‚Konzentration‘, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und Geistestätigkeit auf eine bestimmte Sache richten. Obwohl uns im Alltag so ein Verständnis durchaus in der Kommunikation hilft, um uns zu verständigen, zeigen sich viele Wunder, wenn man, wie überall sonst auch, ein wenig tiefer in die Sache eintaucht. Ich möchte hier in literarischer Form die Aufmerksamkeit auf den Prozess der Aufmerksamkeit selbst legen; wir können dies aber auch für uns selbst in der Meditation tun. Tatsächliche möchte ich den Begriff der Konzentration insofern nicht für eine besondere Form von Aufmerksamkeit verwenden, sondern auf einen Zustand, den man zuerst in der Meditation erfahren kann.</p>
<p>Konzentration, so wie ich sie begreife, ist das Ergebnis eines Meditationsprozesses, wenn man, einfach gesagt, über einen langen Zeitraum (z.B. 2 Stunden) tatsächlich an nichts anderes denkt als ein vorher gewähltes Meditationsobjekt (z.B. die Nasenspitze), wenn also alles andere <em>chatter</em> und Hintergrundrauschen des Geistes schon zur Ruhe gekommen ist und keine geistige Regung das beobachtete Objekt stört … setz dich einmal für zwei Stunden in die bewegungslose Meditation, dann wirst du wissen, was ich mit dem chatter und gedanklichen Hintergrundrauschen meine. Diese Form der Konzentration tritt gewöhnlich erst nach einigen Jahren des Meditationstrainings auf; ungleich schwerer ist es, diesen Zustand über eine geraume Zeit – sei es 2, 5 oder 10 Stunden – aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Konzentration tritt gebau dann auf, wenn durch diese Meditation plötzlich das Subjekt (also der Beobachter; der, der seine Aufmerksamkeit z.B. auf die Nasenspitze ausrichtet), das Objekt der Beobachtung (zum Beispiel die Nasenspitze oder ein Mantra) und der Prozess des Beobachtens (der ‚Strom meiner Aufmerksamkeit‘ oder der kognitive ‚Fokus‘) <em>miteinander verschmelzen</em>. Das ‚Verbleiben-können‘ in diesem Zustand der Einheit nenne ich Konzentration.<sup class='footnote'><a href="#fn-4022-1" id='fnref-4022-1'>1</a></sup></p>
<p>Dieser Zustand ist einer genaueren Betrachtung wert, denn es kann uns viel über die Natur der spirituellen Entwicklung, aber auch viel über die ‚wahre‘ Natur unseres Bewusstseins sagen. Aus drei wird hier eines: Tatsächlich ist es für denjenigen, der sich in diesem Zustand befindet, vollkommen unmöglich, einen kategorialen Unterschied zwischen Subjekt, Objekt und Prozess zu beobachten: Es ist tatsächlich und unverrückbar eins. Diese Vereinigung erzeugt erst eine kurze Verwirrung (manchmal auch einen Schock) und man erkennt, dass die Trennung Innen/Außen, Selbst/Andere, Ich/Du künstliche Kategorien des Geistes sind; es wird einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen.</p>
<p>Doch mit dieser Erkenntnis geht auch ein sublimes Gefühl der Ekstase oder auch tiefen, stillen Freude einher (die aber sehr schnell wieder verschwindet, da diese Freude ja nicht Teil der Konzentration  und in gewisser Hinsicht eine Störung ist). Tatsächlich <em>fühlt</em> es sich an, als sei man der Wahrheit ein Stück näher gekommen, als repräsentiere dieser Zustand die wirkliche Natur des Bewusstseins auf viel deutlichere Weise, als es unser Alltagsbewusstsein tut.</p>
<p>Häufig verwechseln wir die <em>kognitiven Kategorien</em> unseres Geistes mit der angenommen <em>Wirklichkeit</em>, auf die sie zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist z.B. sehr hoch, dass mein Körper ‚real‘ ist. Doch ich sollte mich von dieser Wahrscheinlichkeit nicht blenden lassen, denn ich kann über meinen Körper nur nachdenken, ihn sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören, weil ich die kognitiven <em>Kategorien</em><sup class='footnote'><a href="#fn-4022-2" id='fnref-4022-2'>2</a></sup> dafür entwickelt habe. Dasselbe gilt für alle andere Kategorien, durch die ich die Dinge der Natur, Kultur und meines Selbst ‚erfahren‘ und interpretieren kann.<sup class='footnote'><a href="#fn-4022-3" id='fnref-4022-3'>3</a></sup></p>
<p>Und doch enden diese Kategorien mit der Konzentration. Das, was ich mir zurechne, dass was ich anderem zurechne und der Prozess der Zurechnung, werden eines. Oder besser gesagt: <em>Verwirklichen sich im Einssein</em>. Dies erfordert eine immense Kraftanstrengung, es ist also kein Fallen und Loslassen in niedere, prä-rationale Stufen der A-Dualität, sondern erfordert bildlich gesprochen die geistige Kraft der Kernfusion. Am Anfang dieser Anstrengung können kleine Störungen (wie etwa Freude) diese Einheit zerstören, und man muss von vorne beginnen. Doch je länger man aber übt, umso stabiler wird diese Einheit, und bereitet so den Übergang zu einem ganz anderen Meditationsphänomen vor, über das wir hier aber nicht sprechen wollen. Halte nun  einmal für einen Moment inne und versuche zu realisieren, was dies bedeutet: In diesem Moment der Meditation ist da ist kein Unterschied zwischen dir, dem, was du beobachtest, und dem Prozess der Beobachtung (mithin deinem handeln)!</p>
<p>Genau aus diesem Grund ist Konzentration (und ihr Training) für spirituelles Streben so bedeutsam. Denn die Meditation dient ja nur der Vorbereitung und Training für den Alltag. Spirituelle Verwirklichung im Alltag heißt ja auch, die Unterschiede in den Kategorien integrieren und transzendieren zu können. Es dient so als Übung dafür, im Alltag zu realisieren, dass da kein Unterschied zwischen mir, dir, der Welt und dem Akt der Kommunikation und Beobachtung ist. Zwei ganz besondere Erkenntnisse gehen aber mit der Konzentration einher:</p>
<h4>1) Es gibt kein gefühltes, einzigartiges Selbst</h4>
<p>Alle, die spirituell arbeiten, kommen schnell auf den Gedanken, dass das Ego mit seinen Bedürfnissen, Neigungen und Meinungen etwas ist, das überkommen und dabei doch gesund integriert werden muss. Und doch halten wir manchmal an der Vorstellung fest, durch unsere Geschichte, Talente und Intelligenzen über etwas wie ein Selbst zu verfügen, etwas, das einzigartig ist auf dieser Welt (und damit über bestimmte Grenzen verfügt), etwas, was man über Handlungen – seien sie kreativ oder sonst wie – ausdrücken kann.</p>
<p>Doch das Selbst, oder allgemeiner gesagt: Individualität, endet mit dieser konzentrativen Einheit. Mit der Konzentration erkennen wir, dass die Erfahrungswelt nicht von dem, was wir unser Selbst nennen, unterscheidbar ist. Tatsächlich wird die Vorstellung eines individuellen Selbst, eines Kerns von Persönlichkeit, vollkommen hinfällig. Hier ›gibt‹ es bestenfalls einen Zeugen, der die Fülle der Welt wahrnimmt.</p>
<p>(Dies ist der Grund, warum die großen spirituellen Weisheitstraditionen den spirituellen Weg stets in zwei Weg-Phasen aufteilen: Zunächst den Weg der Erkenntnis des tiefen und authentischen Selbst, und danach den Weg der Zerstörung oder Dekonstruktion eben dieses Selbst. Denn um seine Seele (oder Selbst) der Fülle und dem Non-Dual hingeben zu können, muss man erst einmal wissen, wer oder was diese Seele, dieses Selbst tatsächlich ist. Ansonsten ist diese Hingabe nur halb, nur oberflächlich.)</p>
<h4>2) Alles ist vollständig</h4>
<p>Unsere Erfahrungswelt, die wir im Alltag wie in der Meditation bezeugen können, ist stets vollständig. Dies mag sich zunächst trivial anhören. Doch damit einher geht die <em>gefühlte Fülle der Welt</em>. Egal in welcher Lebenssituation und Lebensabschnitt wir uns befinden, so ändert sich diese gefühlte Fülle nicht. Subtrahiert man das Selbst als getrennte Einheit aus der Erfahrungswirklichkeit — weil es mit der Welt und dem Prozess der Beobachtung verschmilzt, addiert sich die Fülle der Welt.</p>
<p>Unser Ego mag diese gefühlte Fülle mit seinen Bedürfnisse (nach Nahrung, Wärme, Sicherheit, Anerkennung, Gemeinschaftlichkeit, Karriere, Selbsterfüllung und Transzendenz) brechen, tatsächlich kann keines dieser Bedürfnisse, wenn befriedigt, etwas zu der Fülle hinzufügen, sondern nur wegnehmen. Darum heißt es, sich von dem Willen zur spirituellen Befreiung loszusagen. Denn dieser Wille bricht <em>a priori</em> die bestehende Fülle der Erfahrung.</p>
<p><strong>Die Konsequenz dessen ist, dass keine Lebensweise einer anderen vorzuziehen ist.</strong> In der Harmonie der Dinge und im Kontext der gefühlten Fülle der Erfahrung macht es tatsächlich keinen Unterschied, wo ich mich befinde und was ich tue. Wenn ich diese Fülle der erfahrungswirklichkeit realisiere, dann ist alles gleichermaßen voll. Denn aus Perspektive des Zeugen sind alle Phänomene gleichermaßen bedeutend wie unbedeutend. Darum betonen die Traditionen stets auch ein Streben nach <em>Indifferenz</em>.</p>
<p>Meditative Konzentration ist darum, wie man es manchmal hört, nicht zwangsläufig eine ‚männliche‘ Angelegenheit. Natürlich führt sie zu einer Willensschulung, die das non-duale Handeln verwirklichen will, sich also nicht an eine bestimmte Lebensweise und die Früchte seiner Arbeit zu binden. Aber jede Konzentration geht einher mit dem sich (weiblichen) öffnen der Einheit gegenüber, dem Annehmen des anderen als das eigene und umgekehrt.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4022-1'>Einige Traditionen nennen es eine Form von Samadhi. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-4022-2'>Piaget nennt dieses Kategorien ‚Schemas‘ <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-4022-3'>Wilber spricht hier vom ‚Mythos des Gegebenen‘, also wenn Kategorie (oder Landkarte) und Gebiet verwechselt werden. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-3">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Manifest der Spiritualität</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/12/08/manifest-der-spiritualitat/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 09:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Amarque</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorüberlegung Es gibt im Allgemeinen drei Wege, die unterschiedlichen spirituellen Ansätze und Traditionen auf einen Nenner zu bringen. Alle Wege haben gewiss Vorzüge und Nachteile; ein funktionaler Weg besteht freilich darin, alle Aspekte zu integrieren und die jeweiligen Vorteile zu maximieren und Nachteile zu minimieren. Erstens kann man versuchen, die den Ansätzen und Disziplinen zugrunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Vorüberlegung</h4>
<div id="attachment_3965" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/ap4edc6a80ae689_s.jpg" rel="lightbox[3953]"><img class="size-medium wp-image-3965  " title="Spiritualität, wie Wissenschaft, Religion, Wirtschaft etc., als ein eigenständiges soziales System" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/ap4edc6a80ae689_s-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Tiny little drops © Birgit Franik</p></div>
<p>Es gibt im Allgemeinen drei Wege, die unterschiedlichen spirituellen Ansätze und Traditionen auf einen Nenner zu bringen. Alle Wege haben gewiss Vorzüge und Nachteile; ein funktionaler Weg besteht freilich darin, alle Aspekte zu integrieren und die jeweiligen Vorteile zu maximieren und Nachteile zu minimieren.</p>
<p>Erstens kann man versuchen, die den Ansätzen und Disziplinen zugrunde liegenden oder eingebetteten Ideen oder kulturellen Konzepte zu vergleichen und auf diese Weise zu ewigen Wahrheiten zu kommen; man könnte dies den Weg der Ideen oder <em>philosophia perennis </em>oder<em> universalis</em> nennen. Hierzu gehört auch, <em>die historische Entwicklung</em> der Spiritualität als einem Kulturfach oder Übungssystem des Menschen zu untersuchen.</p>
<p>Der zweite Weg besteht darin, die Entwicklungsstufen des Bewusstseins derjenigen zu untersuchen und zu vergleichen, die diese Ideen, Erkenntnisse und Vorstellungen haben und kommunizieren, nämlich den Individuen, die spirituell arbeiten; man könnte das den Weg der Evaluierung der einzelnen psychologischen und spirituellen Entwicklungsstufen und Zustände (grob, Subtil, kausal, nondual) nennen.</p>
<p>Neben dem spirituellen Erleben (und der Entwicklung) des Einzelnen und den kulturell eingebetteten Ideen ist es sicher sinnvoll, Spiritualität drittens auch als ein soziales Kommunikations-Feld zu betrachten, dass sich durch zwar kulturell unterschiedliche Disziplinen, Techniken, Modellen und Herangehensweisen auszeichnet, deren soziale Handlungen und Kommunikationscodes kulturinvariant jedoch relativ selbst-ähnlich sind.<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-1" id='fnref-3953-1'>1</a></sup> Ich spreche hier von der sozialen Autopoiese des kommunikativen <em>Systems</em> Spiritualität,<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-2" id='fnref-3953-2'>2</a></sup> die auch ein bestimmtes <em>Übungsprogramm</em> verfolgt.</p>
<p>In jeder Hinsicht ist Spiritualität insofern auch ein weites soziales Feld, das aus verschiedenen historischen und kulturellen Ansätzen, Disziplinen, Methoden und Modellen besteht, die durch ihre Genese und Kommunikation alle miteinander verwoben sind. Obwohl Spiritualität in diesem Sinn <em>theoretisch</em> ein Ganzes ist, ist die Kommunikation der <em>Spiritualität als Ganzes</em> noch nicht (oder noch nicht ausreichend) Thema unter den spirituellen Praktizierenden geworden. Das heißt, obwohl es viele Elemente gibt, ist noch kein größeres Ganzes aufgetaucht. Versuche einer <em>Weltspiritualität</em>, die auf der erwähnten Integration von Ideen basiert – z.B. die ‚besten‘ Praktiken und Ansätze aus verschiedenen Traditionen zu kombinieren und eine <em>philosophia universalis</em> der Spiritualität zu kondensieren – ohne dabei die jeweiligen Bewusstseinszustände der Praktizierenden oder der inhärenten Dynamik des ‚Systems‘ Spiritualität in Betracht zu ziehen, müssen scheitern, weil sie nur Teile, nicht aber das Ganze integrieren. Dieses <em>Manifest der Spiritualität</em> möchte eine die Diskussion über eine strukturelle Ordnung der Spiritualität, basierend auf diesen Vorüberlegungen, anregen.<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-3" id='fnref-3953-3'>3</a></sup></p>
<p><strong>Ganz allgemein</strong> basiert dieses Manifest auf der Erkenntnis, dass Spiritualität, wie Wissenschaft, Religion, Wirtschaft etc., als ein eigenständiges soziales System mit eigenen Kommunikationsregeln, Praktiken und Zielsetzungen betrachtet werden kann.<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-4" id='fnref-3953-4'>4</a></sup> Vor allem ist es aber als ein soziales <em>Übungssystem</em> zu verstehen, dass in seiner gegenwärtigen Form mit der Postmoderne aufgetreten ist mit dem Ziel, den Praktizierenden den Übergang von der postmodernen Entwicklungsstufe des Bewusstseins zu einer post-postmodernen – oder, je nach Fasson, autonomen oder integralen) Entwicklungsstufe zu ermöglichen, und zwar in ähnlicher Weise, wie das Übungssysteme Religion dem Individuum normatives Verhalten und das Übungssystem Wissenschaft den Übergang zu der vernunftsbetonten Entwicklungsstufe ermöglichte, welche selbst mit der Aufklärung, Industrialisierung und der Moderne konditioniert wurde.</p>
<p>Folglich gibt es unterschiedliche Verwirklichungen der individuellen Spiritualität: Nämlich jene, die den Übergang von der postmodernen Entwicklungsstufe des Bewussteins zu einer Postmodernen beginnen; zweitens jene, die diesen Übergang zur post-postmodernen Entwicklungsstufe vollendet haben; und drittens jene, für die eine Kategorisierung und lebensweltliche Trennung wie ‚Spiritualität vs. Alltag‘ nicht mehr richtig Sinn ergibt. Dementsprechend sollten vier generelle Kennzeichen einer Weltspiritualität – bzw. der Kommunikation über Spiritualität als System – geschaffen werden:</p>
<h4>1) Es soll drei Gemeinschaften oder Sanghas geben.</h4>
<p>Diese drei Sanghas sollen alle spirituellen Traditionen und Ansätze aus Ost und West umspannen und eine soziale Manifestation natürlicher Wachstumshierarchien des Bewusstseins entsprechend spiritueller und psychologischer Entwicklungsstufen repräsentieren. Diese drei Sanghas sind insofern drei soziale Gemeinschaften oder Attraktoren für unterschiedliche Entwicklungsstufen der Individuen, und können damit <em>Sanghas ersten, zweiten und dritten Grades</em> genannt werden.</p>
<p>Die Individuen, die einer spirituellen Praxis und Disziplin folgen und über konventionelles/egoisches Bewusstsein (ersten Ranges) verfügen,<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-5" id='fnref-3953-5'>5</a></sup> was eine ganze Reihe von Entwicklungsstufen &amp; Stadien miteinschließt, sollen <em>Studenten</em> heißen. Studenten können auch Lehrer sein, wenn sie andere Studenten die Disziplinen vermitteln, in denen sie selbst erfolgreich waren.</p>
<p>Die Individuen, die einer spirituellen Praxis und Disziplin folgen und über postkonventionelles/postegoisches Bewusstsein (zweiten Ranges) verfügen, was eine ganze Reihe von Entwicklungsstufen &amp; Stadien einschließt, sollen <em>Adepten</em> heißen. Sie haben mindestens die integrale/autonome<sup class='footnote'><a href="#fn-3953-6" id='fnref-3953-6'>6</a></sup> Entwicklungsstufe erreicht und Erfahrung mit den groben spirituellen Zuständen; sie haben ihr wahres, authentisches Selbst ‚erkannt‘ und drücken es durch ihre Arbeit aus.</p>
<p>Die Individuen, die einer spirituellen Praxis und Disziplin folgen und über Bewusstsein dritten Ranges verfügen, was eine ganze Reihe von Entwicklungsstufen &amp; Stadien einschließt, sollen <em>erleuchtet </em>genannt werden. Sie haben die nondualen oder finalen Stufen der Bewusstseinsentwicklung erlangt.</p>
<p><em> </em>Jede dieser Stufen, Grade und ‚Ämter‘ verfügt über bestimmte Rechte, Pflichten, Privilegien und Verantwortlichkeiten. Je weiter ein Individuum entwickelt ist, umso komplexer werden seine/ihre Verantwortlichkeit und Pflichten. Ein Anstieg in innerer Komplexität und Verwirklichung muss zudem immer durch eine Steigerung von Intellekt, Liebe (und <em>tough love</em>), Mitgefühl und Wille einhergehen.</p>
<h4>2) Dies ist ein Manifest des (noch unsichtbaren) Sanghas zweiten Grades.</h4>
<p>Das besondere strukturelle Kennzeichen eines Sangha zweiten Grades kann man ‚primus inter pares‘ nennen, was den Vorzug von natürlichen Wachstumshierarchien vor Statushierarchien kennzeichnet. Aus diesem Grund stellt dieses Manifest auch kein Dogma dar, sondern ist ein Aufruf zur Diskussion der in diesem Manifest dargestellten Themen für diejenigen, die sich berufen fühlen – und das heißt: über Bewusstsein zweiten Ranges verfügen.</p>
<h4>3) Studenten (Schüler und Lehrer ersten Ranges), die Zutritt zu dem Sangha zweiten Ranges wünschen, sollen den folgenden Erfordernissen entsprechen:</h4>
<p>a)  Sie sollen sich einen <em>unabhängig durchgeführten Selbst-Entwicklungstest</em> unterziehen, der zeigt, dass ihre grundlegenden Entwicklung (in den Bereichen Kognition, Emotion und Volition) den zweiten Rang erreicht haben. Sie sollen ihre Schüler und Gefährten das Resultat dieses Tests zur Verfügung stellen.</p>
<p>b) Sie sollen sich in einer intimen Liebesbeziehung befinden.</p>
<p>c) Sie sollen ihr wahres, authentisches Selbst ausdrücken und beweisen durch eine meisterhafte Arbeit – sei sie künstlerisch, wissenschaftlich, organisatorisch oder anders. Diese Arbeit soll ein ‚Geschenk für die Menschheit‘ genannt werden.</p>
<p>d) Sie sollen von anderen Individuen zweiten Ranges intuitiv erkannt werden.</p>
<p>All diese Erfordernisse dienen der Qualitätssicherung und daher der psychologischen/sozialen Evolution. Es muss den Studenten enthüllt werden, auf welcher Entwicklungsstufe sich welcher Adept befindet und was seine Schatten, Pathologien wie auch seine oder ihre Kompetenzen und besonderen Fähigkeiten sind.</p>
<p>Wir empfinden eine solche Qualitätssicherung normal und erforderlich in Bezug auf Wissenschaft, Religion, Erziehung, Produktion, Politik etc. Eine solche Sicherung ist auch für das soziale Feld der Spiritualität erforderlich; der Gedanke daran ist uns einfach noch ungewohnt.</p>
<h4>4) Die allgemeinen Pflichten und Aufgaben des Sanghas zweiten Grades sind:</h4>
<p>a) Neues Entwicklungswissen und Anwendungen zu erzeugen, die auch an die Sanghas ersten Ranges weitergeleitet werden können.</p>
<p>b) Grundlegende und gegenwärtige ethisch-spirituelle Problemstellungen zu adressieren, sowie Perspektiven und Lösungen bieten.</p>
<p>c) Das sich die Adepten auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Bewusstsein dritten Ranges unterstützen.</p>
<p>d) Sie sollen lehren.</p>
<p>Ein institutionalisiertes gesellschaftliches Subsystem ‚Spiritualität‘ – vor allem sichtbar an einem Sangha zweiten Grades – orientiert sich an wissenschaftlich akzeptierten Entwicklungsstufen des Bewusstseins und stellt Gesellschaft damit einen Zertifikationsmechanismus zur Verfügung, indem die Entwicklung des Bewusstseins des Einzelnen, mit allen weltlichen Implikationen, dem Dienst von Allen gilt.</p>
<p>Hieran wird auch der Nutzen oder die Funktion der Spiritualität als System deutlich: Nämlich Qualitätssicherung der Entwicklung der spirituell Strebenden zu gewährleisten.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3953-1'>Ganz allgemein gesagt dreht sich kommunikative Spiritualität nicht wie etwa die Wissenschaft um objektiv messbare <em>Wahrheit</em> oder einen kommunikativen Wahr/Falsch-Mechanismus, sondern um die sozial-autopoietische Produktion von (Selbst-) <em>Erkenntnis</em>; die einzelnen spirituellen Disziplinen bestehen dann darin, wie Erkenntnis erzeugt und die Produktion von Erkenntnis tradiert, verändert und verbessert werden kann. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-3953-2'>Vgl. Amarque, 2011. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-3953-3'>Obwohl ich im Folgenden häufig den Imperativ ‚soll‘ nutze, tun ich dies lediglich aus literarischer Konvention, nicht aber aus inhaltlicher Notwendigkeit. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-3">↩</a></span></li>
<li id='fn-3953-4'>Vgl. Amarque, 2011. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-4">↩</a></span></li>
<li id='fn-3953-5'>Vgl. Wilber, <em>Integrale Psychologie</em> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-5">↩</a></span></li>
<li id='fn-3953-6'>Vgl Cook-Greuter, <em>9 Stufen zunehmenden Erfassens</em>. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3953-6">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Evolutionäre Erleuchtung</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 20:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Solanki</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Integral/Evolutionär]]></category>
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		<description><![CDATA[Andrew Cohen präsentiert in seinem Buch »Evolutionary Enlightenment« eine neue Perspektive auf sprituelle Erleuchtung für Menschen im 21. Jahrhundert. Der Wille zur Existenz »Vor dem Anbeginn gab es keine Zeit, keine Form und keinen Raum. Nur absolute Leere. Vor dem Anbeginn gab es nichts… aber du warst da.« Mit dieser Einleitung holt Andrew Cohen den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1590792092/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=heinzrobert-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1590792092" rel="external nofollow"><img class="alignright size-medium wp-image-3919" title="ee" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/ee-198x300.png" alt="" width="198" height="300" /></a><br />
<em>Andrew Cohen präsentiert in seinem Buch »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/1590792092/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=heinzrobert-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1590792092" rel="external nofollow">Evolutionary Enlightenment</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=heinzrobert-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=1590792092" alt="" width="1" height="1" border="0" />« eine neue Perspektive auf sprituelle Erleuchtung für Menschen im 21. Jahrhundert.</em></p>
<h3>Der Wille zur Existenz</h3>
<p>»Vor dem Anbeginn gab es keine Zeit, keine Form und keinen Raum. Nur absolute Leere. Vor dem Anbeginn gab es nichts… aber du warst da.« Mit dieser Einleitung holt Andrew Cohen den Leser gleich zurück an den Ort, bevor die Zeit existiert hat. Zurück in dem Nicht-Raum der »traditionellen« Erleuchtung, in die Dimension des Seins, zu diesem tiefsten Teil des Selbsts. In diesen ersten vier Kapiteln erfährt der Leser, wenn er oder sie den Mut dazu hat, wie in dieser eigenen Tiefe das Bedürfnis zu Existieren entsteht.</p>
<p>Mit diesem fast unvorstellbaren Schritt vom Sein zum Werden entsteht eine neue Dimension des Absoluten, das Werden. Diese Kraft, den Cohen den »evolutionären Impuls« nennt, hat nur eine Richtung: In die Zukunft, hin zu mehr Komplexität und Bewusstsein. Von Licht, zu Energie, zu Materie, zu Leben, zu Kultur, zur eigenen, und das ist der eigentliche Fokus des Buchs, kollektiven Bewusstwerdung.</p>
<p>Andrew Cohen führt den Leser auf verschiedenen Wegen zur Realisation, dass der Impuls nicht nur eine treibende Kraft der Entwicklung im Äusseren des Universums ist, er kann von Menschen auf drei Ebenen wahrgenommen werden. Auf der biologischen Ebene als sexueller Impuls, auf der Ebene des Mental-Emotionalen als kreativer Impuls und auf der Ebene des Bewusstseins als spiritueller Impuls.</p>
<h3>Der spirituelle Impuls</h3>
<p>Der Kern seiner Lehre ist die Erkenntnis, dass der nächste Schritt der kulturellen Entwicklung als moderne und postmoderne Menschen die Überwindung der Getrenntheit, oder Ego, ist. Denn nur wer wirklich frei sein will kann sich einem höheren Teil seines oder ihres Selbsts, dem spirituellen Impuls, zuwenden und bewusster werden.</p>
<p>Dieser Impuls braucht uns Menschen, das Resultat der eigenen 13.7 Milliarden Jahre alten Entwicklung, um sich selbst bewusst zu werden. Cohen zeigt dem Leser die eigene Innenperspektive des sich entwickelnden Kosmos und zeigt den Weg zur sprituellen Entwicklung über die Grundsätze der Evolutionären Erleuchtung, die 5 Tenets.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Dieses Buch lege ich allen ans Herzen, die ein erleuchtetes Leben leben möchten. Oder wie es Deepak Chopra Ausdrückt: »Andrew Cohen hat mich davon überzeugt, dass es nie eine bessere Zeit gab um erleuchtet zu sein.«</p>
<h3>Buchwettbewerb</h3>
<p>Wir verlosen 3 handsignierte Exemplare von »Evolutionary Enlightenment«. <a href="http://www.openmindjournal.com/schreiben/schreib-und-gewinn/#evolution">Zur Teilnahme.</a></p>
<p><em>Das Buch liegt zur Zeit nur in englischer Sprache vor. Mehr Informationen unter <a href="http://www.evolutionaryenlightenment.com" rel="external nofollow">www.evolutionaryenlightenment.com</a></em></p>
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