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	<title>OpenMindJournal &#187; Buddhismus</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
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		<title>Spirituelle Praxis in einer Barbie-Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 08:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Unsere Gedanken, Gefühle und Werte entspringen einer gemeinsamen Kultur. In unserer Kultur bevorzugt die Mehrheit der Menschen ein rational-aufgeklärte Menschenbild. Wir glauben an die Freiheit und die Würde des Menschen und wir gestehen jedem Individuum seine Rechte zu. Doch was passiert, wenn wir unser individualisiertes-westliches Denken auf die spirituelle Praxis richten? Sind wir überhaupt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4063" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/ap4ad525164b133_s.jpg" rel="lightbox[4057]"><img class=" wp-image-4063 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/ap4ad525164b133_s-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / spotlight © Natascha Girgert</p></div>
<p>Unsere Gedanken, Gefühle und Werte entspringen einer gemeinsamen Kultur. In unserer Kultur bevorzugt die Mehrheit der Menschen ein rational-aufgeklärte Menschenbild. Wir glauben an die Freiheit und die Würde des Menschen und wir gestehen jedem Individuum seine Rechte zu. Doch was passiert, wenn wir unser individualisiertes-westliches Denken auf die spirituelle Praxis richten? Sind wir überhaupt in der Lage mit unserem westlichen Verständnis die Essenz der Spiritualität zu verstehen? Oder interpretieren wir sie die meiste Zeit aus der Perspektive unserer Kultur heraus?</p>
<p>Die Lehre des Buddha zielt zum Beispiel darauf ab, eine Befreiung von dem ständigen Begehren nach Phänomen zu erlangen. Dies steht im Gegensatz zu den Leitbildern der westlichen Länder, in denen es um die grenzenlose Erfüllung aller Begierden, Träume und Wünsche geht. In unserer Kultur werden vermehrt nur noch die Dinge mit Hingabe ausgeführt, die uns Glück versprechen und „Spaß“ machen. Andere Tätigkeiten werden eher flüchtig umgesetzt und als lästig empfunden. Hingabe wird so bestimmt von oberflächlichen Bedürfnissen und sofortiger Lustbefriedigung. Der Soziologe Gerhard Schulze nennt dies die <em>Erlebnisgesellschaft</em>, in der es darum geht, die persönlichen Erlebnisansprüche zu befriedigen. Jedoch ergeben sich aus dieser Gesellschaftsform viele negativen Begleiterscheinungen wie Einsamkeit und Orientierungslosigkeit, die wiederum von noch mehr sinnlichen Erlebnissen überdeckt werden wollen. Unsere <em>innere</em> Leere wollen wir mit einem <em>äußeren</em> Ersatz kompensieren. Es ist die falsche Vorstellung eines „ich“, die den Menschen dazu veranlasst, Dinge zu begehren.</p>
<p>Vor 10 Jahren beschäftigte ich mich eine Weile sehr intensiv mit dem spirituellen Lehrer Meher Baba. Vieles von ihm ist gerade heute aktueller denn je. So spricht er zum Beispiel von der »Guerilla-Taktik des spirituellen Ego«: »In der Tat versucht das Ich in den fortgeschrittenen Phasen des Pfades nicht mehr, sich durch offene Methoden zu erhalten, sondern nimmt Zuflucht gerade zu jenen Dingen, die in der Absicht verfolgt werden, es zu schwächen. Diese Taktik des Ich hat große Ähnlichkeit mit der des Guerilla-Kampfes. Ihr ist am schwersten beizukommen. Die Vertreibung des Ich aus dem Bewusstsein ist zwangsläufig ein vielschichtiger Prozess und lässt sich nicht durch stets gleichbleibendes Vorgehen erreichen. Da die Natur des Ich sehr komplex ist, erfordert seine Beseitigung ein gleichermaßen komplexes Vorgehen. Weil dem Ich fast unbegrenzte Möglichkeiten zu Gebote stehen, um sein Dasein zu sichern und Selbsttäuschung hervorzurufen, sieht sich der Suchende außerstande, mit dem ständig neu aufkeimenden Formen des Ich fertig zu werden. Er hat nur dann Aussicht auf endgültigen Erfolg in seinem Kampf gegen die Schliche des Ich, wenn er die Hilfe und Gnade eines Vollkommenen Meisters erlangt.«</p>
<p>Der buddhistische Lehrer Chögyam Trungpa entlarvte in diesem Zusammenhang sehr schnell den „spirituellen Materialismus“, dem wir im Westen frönen. Auch wenn wir vordergründig unser Leben nach spirituellen Werten ausrichten, sind wir doch von den Prämissen und Werten unserer Gesellschaft durchdrungen. Auch wenn wir spirituell ausgerichtete Menschen sind, sollten wir also prüfen, ob dahinter nicht doch materialistische Hoffnungen stecken. Vielleicht ist zum Beispiel unser regelmäßiger Besuch in ein spirituelles Zentrum neben unserer vordergründigen spirituellen Praxis auch ein Ort, an dem wir unser Bedürfnis nach Anerkennung und Status erfüllen, indem wir in edlen spirituellen Gewändern in den vorderen Reihen sitzen und ganz selbstverständlich die tiefsten Weisheitslehren mit anderen Menschen teilen.</p>
<p>Der Punkt ist: Daran ist erstmal nichts schlimmes. Wir alle haben dieselbe Krankheit, wir alle sind vom selben Dämon der Ich-Sucht befallen. Darum müssen wir uns auch keine Vorwürfe machen oder an uns zweifeln. Verständnis und Mitgefühl sind wirklich immens wichtig in unserem Prozess! Vielmehr geht es einfach darum, Stück für Stück unser Leben zu untersuchen und einer gewissenhaften Prüfung zu unterziehen.</p>
<p>Und wenn wir es schaffen, ganz geduldig und voller Liebe zu uns selbst, das Greifen nach einem „ich“ zu lockern, entsteht die Möglichkeit, sich in einem umfassenderen, größeren Kontext wahrzunehmen — es entsteht ein Raum, der mit Hingabe gefüllt werden kann. Es besteht die Möglichkeit unseren inneren kulturellen Raum zu erweitern. Es besteht die Möglichkeit eines kulturellen Raumes jenseits des Ego.</p>
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		<title>Von Tod und Wiedergeburt</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 21:56:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Obwohl uns der Tod früher oder später alle ereilt, ist er für die meisten Menschen ein ungewöhnliches Ereignis.« Von Vielen lang ersehnt, ist es nun erschienen; das Buch Von Tod und Wiedergeburt des buddhistischen Lehrers Lama Ole Nydahl. Etwa 6 Jahre arbeitete er mit einigen seiner Schüler an diesem wertvollen Werk, worin Ole Nydahl eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>»Obwohl uns der Tod früher oder später alle ereilt, ist er für die meisten Menschen ein ungewöhnliches Ereignis.«</em></p></blockquote>
<p><em><a href="http://astore.amazon.de/heinzrobert-21/detail/3426665980" target="_blank" rel="external nofollow"><img class="alignright size-full wp-image-3517" style="margin-left: 10px;" title="Von Tod und Wiedergeburt" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/Cover_VonTodundWiedergeburt.jpg" alt="" width="120" height="197" /></a>Von Vielen lang ersehnt, ist es nun erschienen; das Buch </em><a href="http://astore.amazon.de/heinzrobert-21/detail/3426665980" target="_blank" rel="external nofollow">Von Tod und Wiedergeburt</a><em> des buddhistischen Lehrers Lama Ole Nydahl. Etwa 6 Jahre arbeitete er mit einigen seiner Schüler an diesem wertvollen Werk, worin Ole Nydahl eines seiner Spezialthemen behandelt.</em></p>
<p>Seit fast 40 Jahren reist der rastlose Ole Nydahl oft zweimal im Jahr rund um den Globus, um in kleinen und grossen Städten Vorträge zu halten, Mehrtageskurse zu geben oder um den über 650 in seinem Namen gegründeten Zentren und Meditationsgruppen einen kurzen Besuch abzustatten.</p>
<p>Tod und Wiedergeburt sind im Diamantweg Buddhismus, den Nydahl lehrt, ein zentrales Thema und mehrmals im Jahr kann man an verschiedenen Orten in der Welt bei Lama Ole, wie ihn seine Schüler liebevoll nennen, das »Bewusste Sterben« lernen.</p>
<h4>Der Kreislauf des Lebens</h4>
<div id="attachment_3516" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/ap4ad84488c8205_m.png" rel="lightbox[3513]"><img class="size-medium wp-image-3516 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/ap4ad84488c8205_m-300x169.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Weg zum Licht © Holger Hecklau</p></div>
<p>Im Tibetischen Phowa genannt, ist dies eine Praxis, bei der man in Lebzeiten lernt, wie man in dem Moment wo der physische Körper seinen letzten Atemzug macht, als unsterblicher Geist den Körper zu verlassen, um sich rascher bereit zu machen für die nächste Inkarnation.</p>
<p>Wie Ole Nydahl in dem Buch schreibt »Es ist vergleichbar mit einem Radio: Auch wenn das Gerät kaputt ist, spielen die Radioprogramme weiter. Wenn der Empfänger, das Gehirn, allmählich zerfällt, was beim Sterben der Fall ist, und immer weniger Programme abspielen kann, verschwindet nicht der gesamte Mensch, sondern nur seine materielle Erscheinung, alle seine Eigenschaften bleiben erhalten.«</p>
<p>»Der Erleber aller Dinge«, so schreibt Lama Ole, »lebt weiter, jenseits von Raum und Zeit«, und verbindet sich nach einem Zwischenzustand (tib.: bardo) mit einem, zu seinen gespeicherten Eindrücken passenden neuen Körper.</p>
<p>»Das letztendliche ist zu allen Zeiten und überall vorhanden.« Je mehr wir verstehen, dass das was durch unsere Augen schaut und durch unsere Ohren hört, unzerstörbar ist, »desto eher lösen sich Erwartungen und Befürchtungen auf, und man kann frei im Augenblick verweilen oder handeln.«</p>
<p>Ole Nydahl spricht in <em>Von Tod und Wiedergeburt</em> von insgesamt sechs <em>Bardos</em> (Zwischenzuständen), dem Bardo des Wachzustandes, des Traumes, der Meditation, des Sterbens, der letztendlichen Natur (die Soheit oder das Sein) und des Werdens. So ergibt sich ein Kreislauf des Lebens der aus einer beständigen Kette von aneinanderhängenden Augenblicken besteht.</p>
<h4>Dauerhaftes Glück finden</h4>
<p>Im Buch werden grundlegende buddhistische Lehren erläutert, wie etwa die Wege zum Glück durch das Studium der <em>Vier Edlen Wahrheiten</em> und der <em>Vier Grundgedanken</em>, wobei man erkennt, dass Glück und Freude nicht von äusseren Bedingungen abhängig sind, sondern vom Erleber aller Erscheinungen – dem Geist selbst.</p>
<p>»Der Kluge erkennt Ursache und Wirkung, sowie die Veränderlichkeit und Unwirklichkeit aller Dinge und versucht deswegen bewusst, jede mögliche Tat mit Überblick und Mitgefühl auszuführen und alles Schädliche zu vermeiden.«</p>
<blockquote><p>»Das Wesen der buddistischen Entwicklung ist nur eine Reinigung von Störgefühlen und Entfernen von steifen Vorstellungen. Die Buddhanatur besitzt man ja bereits!«</p></blockquote>
<h4>Im Hier und Jetzt das Ende im Sinn</h4>
<p>Lama Ole Nydahl beschreibt in mehreren Kapiteln wie man sich schon zu Lebzeiten auf den Tod vorbereiten kann. Er schreibt: »Wer in seinem Leben ehrlich, reif und mitfühlend war, politische Korrektheit stilvoll vermieden und beständig den Erleber hinter den Erlebnissen suchte, hat beim Sterben die Möglichkeit, mit dem dabei erscheinenden Klaren Licht ein zu werden. Diesen Zustand voller Verwirklichung heißt Erleuchtung.«</p>
<p>Nydahl nennt verschiedene Möglichkeiten zur inneren und äusseren Vorbereitung und bietet auch Ratschläge für Angehörige und Menschen, die in der Sterbebegleitung tätig sind. Er beschreibt das innere Erleben eines Sterbenden genauso wie Phasen, in denen sich die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind auflösen und so der Körper mehr und mehr an Energie verliert.</p>
<p>Auch das bereits genannte Phowa wird in einem Kapitel, soweit es möglich ist erklärt. Die Praxis des <em>Bewussten Sterbens</em> kann man in der seiner Ganzheit und Tiefe nur in mündlicher Übertragung in Einweihungszeremonien und mehrtägigen Kursen, bei denen man etwa 9 Stunden am Tag meditiert, selbst wahrnehmen und erfahren.</p>
<p>Im letzten Drittel des Buches geht Ole Nydahl noch auf das Leben und den Tod einiger verwirklichter Meister Tibets und seiner 2007 verstorbene Frau ein. Was als Inspiration und Beispiel für die eigene Praxis wirken kann.</p>
<p>Das Buch schliesst mit grundsätzliche Erklärungen zu Meditation und verschiedenen Meditationen zum ausprobieren.</p>
<p>Wer sich für tibetischen Buddhismus interessiert und mehr wissen möchte, was nach dem Tod passiert, und wie man sich auf den Tod am besten vorbereiten kann, ist mit diesem Buch gut bedient. Die zentrale Botschaft dieses Buches liegt in der tiefen Überzeugung, dass die intensive Auseinandersetzung mit dem Sterben eine immense Bereicherung für das leben darstellt. So nimmt <em>Von Tod und Wiedergeburt</em> einfühlsam die Angst vor dem Sterben und öffnet den Blick für eine zuversichtliche, vertrauensvolle Lebenseinstellung.</p>
<p><strong>Lama Ole Nydahl, <a href="http://astore.amazon.de/heinzrobert-21/detail/3426665980" target="_blank" rel="external nofollow">Von Tod und Wiedergeburt</a>, MensSana bei Knaur</strong><br />
256 S., Hardcover mit Schutzumschlag, € 19,99 (D)/€ 20,60 (A)/sFr 30,50, ISBN 978–3-426–66598-5</p>
<h4>Über den Autor</h4>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/sl_1283958151758_Lama_Ole_Nydahl_Buddha_L.png" rel="lightbox[3513]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3519" style="margin-right: 10px;" title="Lama Ole Nydahl" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/sl_1283958151758_Lama_Ole_Nydahl_Buddha_L-300x200.png" alt="" width="200" /></a><strong>Lama Ole Nydahl</strong> ist einer der bekanntesten buddhistischen Lehrer und wurde 1972 vom 16. Karmapa, dem Oberhaupt der tibetischen Karma-Kagyü-Schule, als Lehrer nach Europa geschickt und wenig später zum Lama ernannt. Seitdem bereist er die Welt, um Vorträge zu halten, Meditationskurse zu leiten und Zentren zu gründen – mittlerweile über 600 in Europa, Russland, Amerika und Australien, davon 180 im deutschsprachigen Raum. Er gehört heute zu den wichtigsten Vermittlern des Diamantweg-Buddhismus.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
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		<title>Achtsamkeit — Einführung</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 14:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingo-Wolf Kittel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Achtsamkeit« ist ein Begriff unserer Alltagssprache, der harmlos aussieht. Er steht für die Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten wie achthaben oder achtgeben, beachten und beobachten, sich in acht nehmen, außer acht lassen bis hin zu achten, hochachten und Achtung erweisen oder zollen. In den letzten Jahrzehnte ist dem Wort »Achtsamkeit« jedoch ein Nimbus zugewachsen, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2982" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s.png" rel="lightbox[2980]"><img class="size-medium wp-image-2982  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s-300x213.png" alt="" width="200" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de ooomg © Sergei Brehm</p></div>
<p>»Achtsamkeit« ist ein Begriff unserer Alltagssprache, der harmlos aussieht. Er steht für die Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten wie<em> achthaben </em>oder<em> achtgeben, beachten </em>und<em> beobachten, sich in acht nehmen, außer acht lassen </em>bis hin zu<em> achten, hochachten </em>und<em> Achtung erweisen </em>oder<em> zollen</em>.</p>
<p>In den letzten Jahrzehnte ist dem Wort »Achtsamkeit« jedoch ein Nimbus zugewachsen, als handle es sich dabei um anderes oder mehr oder vielleicht sogar um weit Bedeutenderes als die gewöhnliche Fähigkeit, wie etwa in der Schule auf etwas <em>aufzupassen</em>.</p>
<p>Aus psychologischer Perspektive ist diese schleichende Bedeutungsverschiebung interessant; denn seitdem werden der Aufmerksamkeitsleistung in Form von »Achtsamkeit« auch mehr und weiterreichende Auswirkungen zugeschrieben als bloßer Aufmerksamkeit oder Konzentration. Dabei besteht achtgeben und sich zu konzentrieren an sich nur darin, seine Aufmerksamkeit absichtlich auf etwas oder jemanden auszurichten oder zu <em>fokussieren</em> — oder psychologisch genauer: <em>sich</em> einer Sache oder Person <em>aufmerksam zuzuwenden</em>!</p>
<p>Hintergrund und Einzelheiten dieser Entwicklung wird in dem <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit" rel="nofollow external" target="_blank">Wikipedia-Eintrag zum Stichwort »Achtsamkeit«</a></em> recht informativ dargestellt.</p>
<p>Hier möchte ich das Thema »Achtsamkeit« auch wegen seiner Aktualität aufgreifen. 2008 ist hierzulande nämlich ein Buch mit dem Aufsehen erregenden Titel <em><a href="http://www.amazon.de/Die-Achtsamkeits-Revolution-Aktivieren-Kraft-Konzentration/dp/3426291606/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1316814970&amp;sr=8-1" rel="nofollow external" target="_blank">Die Achtsamkeitsrevolution</a></em> <sup class='footnote'><a href="#fn-2980-1" id='fnref-2980-1'>1</a></sup> erschienen. Im August 2011 fand in Hamburg sogar ein <em><a href="http://www.achtsamkeitskongress.de/" rel="nofollow external" target="_blank">Internationaler Kongress Achtsamkeit</a></em> statt, dem im Jahr davor in Berlin schon der ähnlich ausgerichtete Kongress <em><a href="http://meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2010.html" rel="nofollow external" target="_blank">Meditation und Wissenschaft</a></em> vorausgegangen war.</p>
<p>Hier könnte es sich realiter um Anzeichen einer bis in die Wissenschaft reichenden <em>Bewusstseinsrevolution</em> handeln!</p>
<p>Die Achtsamkeits– oder Einsichtsmeditation — auch Achtsamkeitspraxis oder Vipassana genannt — stellt im Buddhismus immerhin seit 2500 Jahren <em>die</em> zentrale Geistestechnik dar, mit der Wundervolles, ja Wunderbares erreicht werden können soll: »Erleuchtung« sowie »Befreiung« vom Leiden.</p>
<p>Dann aber muss mit »Achtsamkeit« zumindest im Buddhismus weit mehr gemeint sein als schlichte Aufmerksamkeit, wie wir sie alle kennen.</p>
<p>An dieser Stelle macht sich nachteilig bemerkbar, dass es in der westlichen Psychologie an genauer Kenntnis unserer Fähigkeit zur »Aufmerksamkeit« fehlt, also aufzumerken und achtzugeben. Andererseits sind hier auch die psychologischen Kenntnisse aus der langen Tradition des Buddhismus wenig bekannt. Deswegen ist der Hinweis nötig, dass Buddhisten das Wort »Achtsamkeit« ohne Rücksicht auf seine gewöhnliche Verwendung und übliche Bedeutung im Deutschen und eher aus Verlegenheit als Entsprechung für ihren zentralen Begriff »sati« verwenden.</p>
<p>Es gibt nämlich in unserer Umgangssprache keinen Begriff mit einer Bedeutung, die der von »sati« auch nur nahe kommt, so weit reicht diese über das gewöhnliche Verständnis von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit hinaus. (Im Englischen wird »sati« mit dem Kunstbegriff »mindfulness« wiedergegeben, der weit mehr anklingen lässt.) Das Gemeinte wird deswegen immer wieder auch mit anderen Begriffen oder Ausdrücken anzudeuten versucht wie z.B. Geistesgegenwart, Gewahrsamkeit oder Gewahrsein, reine Aufmerksamkeit, treffliche Achtsamkeit, klares Bewusstsein, offene Weite, Panoramabewusstheit, wenn nicht gleich bildhafte Umschreibungen gewählt werden wie die von einem »Zustand, in dem der Geist weit ist wie das Firmament.«</p>
<p>»Achtsamkeit« ist aber das Wort geblieben, was in diesem Zusammenhang am häufigsten Verwendung findet. Es steht somit an, das genauer zu bestimmen, was mit »Achtsamkeit« i.S.v. »sati« gemeint ist.</p>
<p>Diese Aufgabe ist lohnend. Das möchte ich in weiteren Beiträgen zeigen, aus psychologischer Perspektive vertiefen und gemeinsam diskutieren. Denn dabei wird erkennbar, dass es möglich ist, in präzis angebbaren Schritten den besonderen Aufmerksamkeitszustand, der mit Achtsamkeit bzw. sati gemeint ist, gezielt zu entwickeln und einzutrainieren. Hierauf baut das <em>Achtsamkeits-Entwicklungs-Trainings</em> (AET) auf, das ich bereits seit einigen Jahren mit Erfolg durchführe.</p>
<p> </p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2980-1'>Der Originaltitel des 2006 erschienenen Buches von Alan Wallace lautet allerdings anders, nämlich <em>The Attention-Revolution</em>. Der deutsche Titel müsste demnach eigentlich <em>»Die Aufmerksamkeits-Revolution«</em> heißen. Im Untertitel der Übersetzung ist denn auch richtig nur von Konzentration und nicht von der dazu genau genommen gegensätzlichen Achtsamkeit die Rede, wenn dort dazu aufgefordert wird <em>»Aktivieren Sie die Kraft der Konzentration«</em>! <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2980-1">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Achtsamkeit — Definition</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingo-Wolf Kittel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2978" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e6b9b823151d_m.png" rel="lightbox[2976]"><img class="size-thumbnail wp-image-2978 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e6b9b823151d_m-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de Meditation. © Johanna Fecke</p></div>
<p>In der gewöhnlichen Umgangssprache wird »Achtsamkeit« begrifflich kaum je von »Aufmerksamkeit« unterschieden. <em>Alltagspsychologisch</em> ist dort mit Achtsamkeit zumeist eine erhöhte und dabei vielleicht auch noch absichtliche und damit »bewusste«, oft auch noch gezielt gelenkte und kontrollierte, ansonsten aber ganz normale gewöhnliche <em>Aufmerksamkeit</em> gemeint wie etwa beim scharfen Beobachten, wachen Aufpassen oder gewöhnlichen »Achtgeben«.</p>
<p>Allerdings ist schon diese <em>selbstbestimmte und selbstgesteuerte Aufmerksamkeitsleistung</em> recht bemerkenswert; denn sie geht mit wacherer und damit »höherer« Wahrnehmungsbereitschaft einher und meist auch mit einer besseren Selbst– und Fremdbeobachtung. Die wiederum ermöglicht eine »selbstbewusstere« und umsichtigere Willensbildung, eine realitätsgerechtere Selbststeuerung sowie ein schnelleres, flexibleres, einer Situation eventuell auch angemesseneres und »bewusstes« <em>Handeln</em>, das <em>selbstbewusste Menschen</em> gegenüber sämtlichen anderen reflexhaft reagierenden Lebenwesen auszeichnet.</p>
<p>Wie in der Wikipedia <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit#Allgemein" rel="nofollow external" target="_blank">hier</a></em> von mir beschrieben und mit Einzelnachweisen unterlegt finden sich in der buddhistischen Literatur dagegen viele Angaben (vor allem im Kapitel über »<em>Achtsamkeit und Konzentration</em>« des Buches <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunaratana" rel="nofollow external" target="_self">Die Praxis der Achtsamkeit</a> </em>von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henepola_Gunaratana" rel="nofollow external" target="_blank">Henepola Gunaratana</a>), die nahelegen, dass es eine Aufmerksamkeitseinstellung gibt, die <em>breiter oder weiter, offener und »umfassender«</em> ist als die gewöhnliche oder übliche allgemein bekannte Aufmerksamkeitshaltung. (Siehe dazu <a href="http://www.dhamma-dana.de/buecher/Analayo_Sati_Pali_Lehrreden.pdf" rel="nofollow external"><em>Sati in den Pali Lehrreden</em> von Analayo</a> und dort bes. »1. Sati und geistige Weite«, desweiteren die detaillierten psychologischen Erläuterungen in dem Buch des Bewusstseinsforschers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Tart" rel="nofollow external">Charles Tart</a>, das <em><a href="http://www.arbor-verlag.de/charles-tart" rel="nofollow external">hier</a> </em>angezeigt wird, oder den kürzeren Überblick <a href="http://www.akincano.net/PDF/Geistesgegenwart-1.pdf" rel="nofollow external"><em>hier</em></a> von <a href="http://www.akincano.net/ZurPerson.html" rel="nofollow external">Akincano Marc Weber</a>)</p>
<p>Danach sind zwei prinzipiell unterschiedliche Aufmerksamkeitseinstellungen voneinander zu unterscheiden:</p>
<p>- auf der einen Seite gibt es die übliche, dh. eingeübte oder gewöhnliche, also zur Gewohnheit gewordene und mehr oder weniger konzentrierte <em>Aufmerksamkeit</em> mit ihrem entsprechend eng begrenzten Fokus. (Charles Tart charakterisiert diese gewöhnliche Aufmerksamkeitseinstellung in seinem schon genannten Buch als »Trance« und nennt sie daher »Alltagstrance«, um sie von höhergradigen Trancephänomenen wie zB. der somnambulen Trance zu unterscheinden.)</p>
<p>- auf der anderen Seite steht die dazu gegenpolige Aufmerksamkeitseinstellung, die gänzlich unbeschränkt oder unbegrenzt und damit von vollständig weiter, gänzlich offener Art ist, eine Aufmerksamkeitshaltung, die naheliegt, als grenzenlose <em>Achtsamkeit</em> zu bezeichnen.</p>
<p>Akincano M. Weber kennt für diese, das gesamte »Panorama« der realen Wahrnehmungsfülle umfassende Aufmerksamkeitseinstellung die Bezeichnungen »Geistesgegenwart« und »Gewahrsein«. Besonders der erste Begriff legt wegen seiner schillernden Bedeutung in der Alltagssprache allerdings noch andere Assoziationen nahe, so dass für das Gemeinte vielleicht der eher selten gebrauchte Begriff »Gewahrsamkeit« geeigneter wäre. Am treffendsten erscheint mir aber die Bezeichnung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ch%C3%B6gyam_Trungpa" rel="nofollow external" target="_blank">Chögyam Trungpa</a>, der diese Aufmerksamkeitshaltung »<em>Panormabewusstheit</em>« genannt hat.</p>
<p>In der <a href="http://www.connection.de/magazintexte/spirit/aufmerksamkeit-und-achtsamkeit.html" rel="nofollow external">Sommerausgabe 2008 des Magazins <em>Connection-Spirit</em></a> habe ich mich bemüht, den Unterschied zwischen diesen beiden »geistigen« Haltungen zu erläutern. Ein Echo darauf ist die Auseinandersetzung der Schriftstellerin Vera Simon mit dem Thema in ihrem Blog <a href="http://verasimonblog.blogspot.com/" rel="nofollow external"><em>hier</em></a>. Vorstehende Hinweise habe ich umfassender dargestellt in meinen Beitrag <em>»Panoramabewusstheit« — fact or fiction? — Bekanntes und Unbekanntes zur Psychologie des Achtgebens.</em>« zu dem von Harald Piron und Renaud van Quekelberghe herausgegebenen Sammelband <em>Achtsamkeit, Heilung, Selbsterkenntnis.</em>, <a href="http://www.mercateo.com/mimegallery.jsp?ViewName=live~showGrossColumn&amp;CatalogID=858&amp;SKU=9783880740259&amp;image=0&amp;ViewName=live~showGrossColumn" rel="nofollow external" target="_blank">Band 1 der Reihe Meditation und Yoga</a>. Klotz, Eschborn und Sich-Verlagsgruppe, Magdeburg 2010, S. 187–194.</p>
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		<title>Die Welt ist kein Flachbildschirm</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/05/10/die-welt-ist-kein-flachbildschirm/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 16:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick Blaser</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist es möglich ein Buch über die klassischen Buddhistischen Lehren zu schreiben und damit direkt im 21. Jahrhundert zu landen? Ja, sogar noch besser. Wir landen direkt am Times Square, einem kapitalistischen und profanen Herzstück unserer Gesellschaft. Werbeslogans flimmern von unzähligen Videowänden, von jeder Werbefläche strahlt uns ein anderes unerreichbares Ideal entgegen und wir stehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/bbb24388a1.jpg" rel="lightbox[1584]"><img class="size-medium wp-image-1585 alignright" style="margin-left: 10px;" title="bbb24388a1" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/bbb24388a1-192x300.jpg" alt="" width="150" /></a>Ist es möglich ein Buch über die klassischen Buddhistischen Lehren zu schreiben und damit direkt im 21. Jahrhundert zu landen? Ja, sogar noch besser.  Wir landen direkt am Times Square, einem kapitalistischen und profanen Herzstück unserer Gesellschaft. Werbeslogans flimmern von unzähligen Videowänden, von jeder Werbefläche strahlt uns ein anderes unerreichbares Ideal entgegen und wir stehen mittendrin geblendet von all der oberflächlichen Schönheit.</p>
<p>Ethan Nichtern baut auf dieser Erfahrung auf, eine Erfahrung die sich in etwa so auch in unserem inneren abspielt. Er entlarvt unsere Gedankenwelt als unseren inneren Times Square der 24 Stunden lang Botschaften übermittelt (Du bist nicht gut genug) und wir fallen immer wieder drauf rein. Für Ethan Nichtern ist aber klar, unserer innerer Times Square existiert nicht immun und unabhängig von unseren Mitmenschen und unserer Umwelt. Im Gegenteil wir werden beeinflusst und wir beeinflussen. Wir sind keine Inseln sondern auf vielfältige Weise abhängig und Vernetzt mit der ganzen Welt. Bei ihm fängt unsere gegenseitige Vernetztheit aber nicht erst mit wirtschaftlichen Gütern an, sondern beginnt im Herzen, im Geist und in der Seele. Hier nun beginnt der buddhistische Ansatz, der sich auf die die klassische Lehre der sechs Vollkommenen Handlungen (Paramitas) – Meditation, Grosszügigkeit, Disziplin, Gewaltlosigkeit (moralisches Verhalten), Geduld und die höchste Weisheit bezieht. Und doch geht es nicht darum vor sich hin zu meditieren und sich in Achtsamkeit zu übern, sondern um mehr Achtsamkeit im Alltag, jenseits von Meditationsraum und Yogaschule.</p>
<p>Vernetztheit beginnt hier im Kleinen. Bei der Beziehung zu unseren nächsten — eine Abhängigkeit und Vernetzung die wir jeden Tag real wahrnehmen — und geht weiter über die Vernetzung in einer kleinen Gemeinschaft, einem Dorf, einer Stadt, einem Land bis hin zur globalen Vernetzung, die uns häufig Abstrakt vorkommt aber deswegen nicht weniger real ist.</p>
<p>Ethan Nichtern benutzt keine wissenschaftlichen oder philosophischen Theorien und auch keine spirituelle bzw. buddhistische „aller Welts“ Floskeln um uns seinen dringlichen Appell für mehr Achtsamkeit näher zubringen. Vielmehr schöpft er aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, die einem direkt in die reale Welt bringen. Er hält nicht damit zurück, dass er auch das neueste I-Pod Modell gleich besitzen will und er sich sorgen macht seine Freundin könnte Schwanger sein. Das macht das Buch nicht nur authentisch sondern, trotz aller Tiefe, unterhaltsam und nachvollziehbar. Sicherlich auch weil immer wieder ein Teil von einem selber durch die Erzählungen durchschimmern.</p>
<p> </p>
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		<title>Finde es doch selbst heraus</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 10:54:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
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		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern bedankte sich eine spirituelle Lehrerin in einem Facebook-Post bei dem japanischen Volk, da dieses sich auf der Seelenebene in einem Akt unendlicher Liebe dazu bereit erklärte, ein atomares Schicksal zu erfahren, das dazu dient, uns die Augen zu öffnen, damit wir in unserem Bewusstsein aufgerüttelt werden. Zwei Facebook-Seiten weiter erklärt eine Qi-Gong Schule, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/dreamstime_218072.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1213]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1219" style="margin-left: 10px;" title="© Neven Jurkovic | Dreamstime.com" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/dreamstime_218072-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gestern bedankte sich eine spirituelle Lehrerin in einem Facebook-Post bei dem japanischen Volk, da dieses sich auf der Seelenebene in einem Akt unendlicher Liebe dazu bereit erklärte, ein atomares Schicksal zu erfahren, das dazu dient, uns die Augen zu öffnen, damit wir in unserem Bewusstsein aufgerüttelt werden.<br />
Zwei Facebook-Seiten weiter erklärt eine Qi-Gong Schule, die Ereignisse in Japan und Fukushima resultierten aus dem schlechten Karma, das sich die Japaner durch ihre Gräueltaten im 2. Weltkrieg aufgebaut hätten.<br />
Ebenfalls gestern konnte ich einen jungen spirituellen Lehrer erleben, der sich als „erleuchtet“ bezeichnet und erklärt, dank den Lichtkräften, die er aus Pflanzen aufnimmt, eine Potenz wie ein Baum zu haben.</p>
<p>Wie geht ein spirituell orientierter Mensch mit diesen Informationen um? Wie kann ich herausfinden, welche dieser Aussagen wahr sind und welche nicht? Kann ich das überhaupt?<br />
Wie gerade zu erleben ist, werden wir mit einem esoterischen Markt konfrontiert, der über keine allgemeinen Qualitätsstandards verfügt. Jeder spirituell interessierte Mensch erlebt heutzutage eine schier überwältigende Fülle verschiedenster spiritueller Angebote. Wie können wir nur herausfinden, welches das richtige Angebot für uns ist? Wem können wir vertrauen und wem nicht? Muss man alles glauben?</p>
<p>Als Buddha in die Stadt Kalama im Königreich Kosala kam, wurde er mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Viele Menschen dort waren verwirrt, angesichts einer unüberschaubaren Flut an spirituellen Lehrern, die ihre Lehren priesen und die Lehren der Konkurrenz verunglimpften. In ihrer Not wandten sie sich an den Buddha und baten um Rat, wie sie diejenigen, die die Wahrheit erzählten, von den Lehrern unterscheiden konnten, die eben nicht die Wahrheit erzählten.<br />
Daraufhin sagte der Buddha: „Recht habt ihr, Kalamer, dass ihr zweifelt und unsicher seid. Geht nicht nach Hörensagen noch nach Überlieferung, noch nach Gerüchten, nicht danach, was als heilige Lehre gilt; noch nach Mutmaßungen noch nach allgemein anerkannten Grundsätzen noch nach vordergründig einleuchtenden Erklärungen noch nach Vorlieben für bestimmte Vorstellungen, über die man nachgedacht hat; noch nach den scheinbaren Fähigkeiten eines anderen. Wenn ihr für euch selbst wisst: »Diese Dinge sind zum Heil, ohne Makel, von den Weisen gutgeheißen und wenn man sie annimmt und anwendet, führen sie zu Wohlergehen und Glück«, dann solltet ihr sie üben und bei ihnen bleiben.«</p>
<p><img class="alignright" style="margin-left: 10px;" title="Buddhakopf" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/Buddhakopf.JPG" alt="" width="150" /></p>
<p>Es ist also zu sehen, dass der Buddha uns dazu aufruft, die Ungewissheit wertzuschätzen und die Wahrheit selbst herauszufinden. Es geht eben nicht darum, die Autorität anderen Menschen zu überlassen. Es geht nicht darum, etwas zu glauben, nur weil es meine Freunde tun, oder weil der angesagte spirituelle Lehrer über eine ordentliche Portion Charisma verfügt. Wenn wir etwas Neues hören, dann liegt es an uns selbst herauszufinden, ob wir es hier mit einer tiefen Einsicht zu tun haben. Es liegt an uns herauszufinden, ob neue Ideen funktionieren oder nicht. Und in diesem Prozess können wir uns nicht auf die Meinungen anderer verlassen. Wir selbst werden dazu aufgefordert, eine eigene Meinung zu bilden, indem wir die Inhalte und Implikationen der Lehren zu untersuchen, mit denen wir konfrontiert werden.</p>
<p>Wenn wir also die oben genannten Punkte betrachten und sie unter diesem Blickwinkel untersuchen, stellt sich erst einmal die Frage: Kann ich herausfinden, ob es so etwas gibt, wie eine japanische Volksseele, die sich opfert, um der gesamten Menschheit zu dienen? Nun, wenn ich es nicht herausfinden kann, sollte ich diese Idee vielleicht in den Mülleimer werfen. Denn gibt es einen Grund an einer Theorie festzuhalten, nur weil es schön wäre, wenn sie wahr wäre?<br />
Oder die beliebte Karma-Frage: Gibt es ein kollektives Karma? Kann ich herausfinden, ob Fukushima das negative Karma der Japaner ist? Haben sie sich diese Katastrophe also selbst zuzuschreiben durch die Taten ihrer Großväter? Und auch hier meine ich: Wenn ich es nicht selbst herausfinden kann — gibt es dann irgendeinen Grund dazu, dies zu glauben, nur weil es ein anderer Mensch kundtut, der es ebenfalls von einem anderen Menschen übernommen hat?<br />
Wenn nun ein spiritueller Lehrer von seiner Erleuchtung erzählt — kann ich seine Erleuchtung verifizieren? Kann ich sie eindeutig feststellen, oder muss ich lammfromm glauben, dass er ein Erleuchteter ist?<br />
Wenigstens bei der „Potenz wie ein Baum“ haben wir es nicht so schwer: Wir müssen nur eine Zeit lang auf Fleisch verzichten und können dann selbst feststellen, ob wir durch den Lichtkräften der Pflanzen lernen, unsere sexuelle Energie neu auszurichten.</p>
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