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	<title>OpenMindJournal &#187; Komplementär Währung</title>
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	<description>Das Online-Journal für den Wandel in Bewusstsein, Kultur und Technologie</description>
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		<title>Geld für die Nachbarschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 15:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Komplementär Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Konstantin Kirsch hat den ­Minuto erfunden und für alle frei verfügbar zum Nachmachen ins Netz gestellt. Bienen verhalten sich wesensgemäß. Sie verhandeln mit den Blüten nicht über die Menge des gesammelten Nektars. Ohne Arbeitsverträge sind sie bestens organisiert: Manche Bienen sammeln Nektar, manche Pollen und manche Propolis. Konstantin Kirsch ist Imker. Beim Beobachten seiner Bienen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Konstantin Kirsch hat den ­Minuto erfunden und für alle frei verfügbar zum Nachmachen ins Netz gestellt.</h2>
<div id="attachment_5472" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/img_2779.jpg" rel="lightbox[5470]"><img class=" wp-image-5472 " title="Minuto Zeitgutscheine" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/img_2779-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Geld selbst schöpfen (Foto: www.konstantin-kirsch.de)</p></div>
<p><strong>Bienen verhalten sich wesensgemäß. Sie verhandeln mit den Blüten nicht über die Menge des gesammelten Nektars. Ohne Arbeitsverträge sind sie bestens organisiert: Manche Bienen sammeln Nektar, manche Pollen und manche Propolis.</strong></p>
<p>Konstantin Kirsch ist Imker. Beim Beobachten seiner Bienen kam ihm die Idee für den Zeitgutschein »Minuto«. Einige Regionalwährungen hatte er bereits mit aufgebaut und wegen ihres hohen Verwaltungsaufwands auch wieder untergehen sehen. Permakultur und Selbstversorgung boten da erfreulichere Experimentierfelder. Die Frage, warum die Menschheit im Gegensatz zu den Bienen einen so riesigen Bankenapparat braucht, arbeitete aber weiter in ihm. Ein genialer Einfall kam ihm Ende Februar 2009 buchstäblich im Traum: Könnte nicht jeder Mensch eigenverantwortlich und dezentral Gutscheine herstellen, die durch einen Stempel und zwei Bürgen abgesichert sind? Im Bürgerlichen Gesetzbuch fand er die »Inhaberschuldverschreibung«. Die müsste man nur richtig anwenden. Und so sind seit dem 5. Juni 2009 die ersten Minuto-Zeitgutscheine im Umlauf.</p>
<p>Überall können sich Menschen treffen und mit Hilfe von Minutos Produkte und Dienstleistungen austauschen. Als Sicherheitsmerkmale stehen auf allen Scheinen Name, Postleitzahl und Stempel des Ausstellers sowie die Unterschrift von zwei Bürgen, einem Mann und einer Frau. Dass alle Partner in einem solchen Tauschnetzwerk selber Gutscheine ausstellen, also Geld schöpfen, unterscheidet den Minuto von Komplementärwährungen, die von einer zentralen Stelle herausgegeben werden. Und noch etwas ist anders: Üblicherweise arbeiten Menschen zuerst und bekommen dann ihr Geld. Umgekehrt gibt man mit dem Minuto ein Versprechen, in Zukunft etwas zu leisten. Minutos können nach ihrer »Schöpfung« zunächst wie jedes andere Zahlungsmittel kursieren. Wünscht sich jemand von einem Tauschpartner, dessen Minuto sie oder er besitzt, eine entsprechende Leistung, kehrt der Minuto zum Ursprung zurück. Diese Art von Selbstermächtigung ist für viele ungewohnt: »Ich bin Chef meines Lebens und habe die Macht, Zahlungsmittel zu schöpfen.« In diesem Sinn ist jedes ­Minuto-Netzwerk Erwachsenenbildung zum Thema Geld.</p>
<h4><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/minuto_komplementaerwaehrung.jpg" rel="lightbox[5470]"><img class="alignright  wp-image-5473" title="Minuto Zeitgutscheine" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/minuto_komplementaerwaehrung-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a>Wieviele Minutos willst du dafür?</h4>
<p>Sechzig Minutos haben den Wert von einer Stunde qualitativer Leistung, für die Selbständige in Deutschland durchschnittlich dreißig Euro berechnen. Diese Orientierung zur Einschätzung der Größenordnung eines Minutos ist in erster Linie dort wichtig, wo mit Produkten gehandelt wird, die in Euro eingekauft wurden.<br />
Minutos haben eine Gültigkeitsdauer von fünf Jahren, und sie gelten im Umfeld ihres Postleitzahlenbereichs, ohne dass jedoch eine fixe Grenze gezogen würde. Gutscheine, die nur noch weniger als drei Jahre gültig sind, werden vom Aussteller, sobald er eine Leistung dafür erbracht hat, einbehalten. Nicht alle Teilnehmer eines Minuto-Netzwerks müssen selber Zeitgutscheine schöpfen. Wichtiger ist die Vielfalt der Angebote. Wer in Minutos bezahlt wird, kann damit bei anderen Anbietern einkaufen. Basis dafür ist das Vertrauen unter Freunden.</p>
<p>Um erste Erfahrungen mit diesen ungewohnten Tauschvorgängen zu machen, empfiehlt Konstantin Kirsch, das Minuto-Spiel zu spielen. Dabei werden in einer Gruppe Minutos provisorisch ausgefüllt, so dass alle ein Häufchen Spielgeld haben, und mögliche Angebote werden vorgestellt: ­Kuchenbacken, Atemkurse, Biogemüse. Dann gehen die Menschen aufeinander zu: Ich hätte gerne einen Kuchen, wieviele Minutos willst du dafür? Statt der tatsächlichen Leistungen werden symbolische Zettel überreicht. Während die Minutos zirkulieren, wird die Liste der dafür erhaltenen Dinge bei den Teilnehmenden immer länger. Auch im »richtigen« Minuto-Leben gibt es Treffen, bei denen Angebotszettel wie Visitenkarten ausgetauscht werden. Anstelle einer zentralen Datenbank erstellen alle ihre eigenen »Gelben Seiten«.</p>
<p>Ob der Minuto dazu führt, dass sich Freunde das, was sie füreinander tun, nicht mehr schenken? Diesen Effekt konnte Konstantin Kirsch nicht beobachten. Statt dessen sieht er, dass das gegenseitige Vertrauen wächst, das Interesse an den anderen – und mit der Zeit auch eine immer stärker ausgeprägte Schenkkultur.<br />
Wer ein Minuto-Netzwerk gründen möchte, findet im Internet einen Text und einen Vortrag, der alles erklärt, um starten zu können.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschienen erstmals in OYA anders denken. anders leben, Ausgabe <a href="http://www.oya-online.de/article/issue/08-2011.html" rel="external nofollow">08/2011</a></em></p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong></p>
<p><a href="http://www.minuto-zeitgutscheine.de" target="_blank" rel="external nofollow"><em>www.minuto-zeitgutscheine.de</em></a></p>
<p><a href="http://www.minutocash.ch" target="_blank" rel="external nofollow">www.minutocash.ch</a></p>
<p><a href="http://www.minutoportal.info/de/" target="_blank" rel="external nofollow">www.minutoportal.info</a></p>
<p><strong>Einführung von Konstantin Kirsch</strong></p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/j4794RjAWLQ?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Wenn Geld die Lebensqualität mehrt und nicht den Profit</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/03/wenn-geld-die-lebensqualitat-mehrt-und-nicht-den-profit/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:27:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Komplementär Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Tag zu Tag wächst das Volumen der geplanten Rettungsschirme. Gleichzeitig zeigt das Anschwellen weltweiter Proteste gegen das Finanzsystem, dass eine Rückkehr zum business as usual — anders als bei der Krise 2008 — in der Gesellschaft nicht mehr konsensfähig ist. „Da der Kollaps bei einem auf Zinsen basierenden Finanzsystem nur eine Frage der Zeit ist, sollten wir die Krise dazu nutzen, alternative Ansätze zu integrieren“, sagt die Erfinderin der Regionalwährung, Prof. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4441" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/540297_web_R_by_Günter-Havlena_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4436]"><img class=" wp-image-4441 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/540297_web_R_by_Günter-Havlena_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Günter Havlena/pixelio.de</p></div>
<p>Von Tag zu Tag wächst das Volumen der geplanten Rettungsschirme. Gleichzeitig zeigt das Anschwellen weltweiter Proteste gegen das Finanzsystem, dass eine Rückkehr zum business as usual — anders als bei der Krise 2008 — in der Gesellschaft nicht mehr konsensfähig ist. „Da der Kollaps bei einem auf Zinsen basierenden Finanzsystem nur eine Frage der Zeit ist, sollten wir die Krise dazu nutzen, alternative Ansätze zu integrieren“, sagt die Erfinderin der Regionalwährung, Prof. Dr. Margrit Kennedy, in ihrem neuen Buch <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899015959/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=mann-sein-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3899015959" target="_blank" rel="external nofollow">Occupy Money</a></em>. Darin legt sie pointiert die Konstruktionsfehler unseres Finanzsystems bloß und stellt erprobte Alternativen zur gegenwärtigen Ratlosigkeit vor, die jedem Geldlaien einleuchten. Wer mit Kennedy genau hinschaut, findet bereits heutzutage viele visionäre Ansätze, die das Geld seiner eigentlichen Bestimmung zuführen: Wegbereiter zu sein für eine Zukunft, die Gerechtigkeit, Bildung und Gesundheit für jeden mit sich bringt.</p>
<p>Seit drei Jahrzehnten erforscht die renommierte Hochschulprofessorin alternative Geldsysteme, die ohne Zinsen auskommen – und die Weltengemeinschaft damit vor den immer drastischeren Schuldenbergen bewahren, die Zinsen nach sich ziehen: Allein in Deutschland wandern tagtäglich 600 Millionen Euro vom Vermögen der vielen Kreditnehmer auf die Konten der bereits wohlhabenden Kreditgeber. Eine Umverteilung in rasantem Tempo, die eine Frage aufwirft: Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der dieses Vermögen für das Allgemeinwohl weiter im Umlauf bleibt, anstatt sich auf vereinzelten Konten irrwitzig zu vermehren?</p>
<p>„Das derzeitige System verpflichtet die Banken zu Wachstum um jeden Preis“, so Kennedy. Anders als ein natürlicher Organismus wie ein Baum oder ein Mensch, der nach Erreichen seiner idealen Größe aufhört zu wachsen, wuchert die Geldmaschinerie weiter. Angeheizt durch Zinseszins, Schulden und wilde Spekulationen bläht sich die Summe, die weltweit gehandelt wird, in immer astronomischere Größenordnungen auf – schon lange steht sie in keinerlei Verhältnis mehr zu den realen Werten, die als Rohstoffressource oder Bruttosozialprodukt wirklich vorhanden sind.</p>
<p>„In der Natur können wir dieses exponentielle Wachstumsmuster vor allem bei Krebszellen beobachten“, sagt Kennedy. Genau wie diese richtet sich das Finanzsystem in zunehmendem Maße gegen den Gesamtorganismus: „Nachhaltige, ökologische Anlagen zahlen sich in diesem System nicht aus, obwohl daran im Hinblick auf nachfolgende Generationen kein Weg vorbeiführt“, so Kennedy.</p>
<p>Geld wird nicht da angelegt, wo es Sinn macht, sondern da, wo es den maximalen Profit erwirtschaftet – auch wenn dadurch Kapital aus der heimischen Region abfließt und Völker in Entwicklungsländern plötzlich keinen Zugang mehr zum Wasser haben, weil die Quellen im Besitz global agierender Investoren sind.</p>
<p>Dass jeder Kredit der viel gepriesenen Entwicklungshilfe mit saftigen Zinsen belegt ist, weil die Banken sich ihre Unsicherheit bezahlen lassen, entpuppt sich in Kennedys Analyse als weiterer Unruheherd.</p>
<p>„Die derzeitigen Proteste lassen aber hoffen, dass diese Krise ihren Sinn hat und sich, anders als 2008, eine kritische Masse vom derzeitigen System abwendet“, so Kennedy. Mut mache ihr eine historische Gesetzmäßigkeit: „Sobald zehn Prozent der Bevölkerung den Sinn einer Innovation verstanden hatten, konnten fundamentale Umwälzungen ihren Lauf nehmen.“ An Alternativen mangelt es nicht – das zeigen die praktischen Beispiele in ihrem neuen Buch.</p>
<p>Für jeden Laien nachvollziehbar lotst die Finanzexpertin durch den Begriffsdschungel der derzeitigen Krise, bis eine kraftvolle Vision aufscheint: Geld als bewährtem Tauschmittel kann eine neue Funktion zuwachsen, wenn es einen Beitrag leistet, Bildung und Gesundheit für jeden zugänglich zu machen. Wenn Menschen mit ihrer Kaufkraft die Wurzeln ihrer eigenen Region stärken und das Geld, an reale Güter gekoppelt, im Umlauf bleibt, statt am anderen Ende der Welt in Fabriken mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen investiert zu werden. Dann wird Geld zu einem sinnstiftenden Versprechen, durch Austausch eine gerechtere Welt schaffen zu können.</p>
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		<title>Geld: Selbermachen!</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/05/04/geld-selbermachen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 19:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Komplementär Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Regiogeld-Bewegung Eine wachsende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern ist dabei, das Geld neu zu erfinden. Die wenigsten haben eine Zentralbank von innen gesehen oder Wirtschaft studiert, aber sie probieren es aus. Ob Chiemgauer, Urstromtaler oder Sterntaler — regionale Währungen zeigen, wie sich gemeinsinnstiftendes Wirtschaften fördern lässt. »Geld regiert die Welt« heißt es. Demokratiekompatibel sind [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Regiogeld-Bewegung</h2>
<p><img class="size-medium wp-image-1512" style="margin-left: 10px;" title="Geld selbermachen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/geld-selbermachen-300x169.png" alt="" width="200" />Eine wachsende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern ist dabei, das Geld neu zu erfinden. Die wenigsten haben eine Zentralbank von innen gesehen oder Wirtschaft studiert, aber sie probieren es aus. Ob Chiemgauer, Urstromtaler oder Sterntaler — regionale Währungen zeigen, wie sich gemeinsinnstiftendes Wirtschaften fördern lässt.</p>
<p>»Geld regiert die Welt« heißt es. Demokratiekompatibel sind diese vier Wörter nicht: Der Souverän sind nicht wir, die Menschen, sondern es, das Finanzmittel. Als Mitteleuropa noch fürstlich regiert wurde, war Geld das, was der Fürst in Ausübung seines Münzrechts prägte. Mit der Gründung der Nationalstaaten wurde Geldschöpfung staatliches Monopol. Heute geht die Zeit der Nationalstaaten zuende: Die deutsche Bundesbank ist Teil des europäischen Systems der Zentralbanken. Das Metall ist dem Geld spätestens zu Zeiten des Vietnamkriegs verlorengegangen. Von dem damals noch ans Gold gebundenen Dollar brauchte die US-Regierung so große Mengen zur Kriegsführung, dass die Goldbindung ab 1971 nicht mehr beibehalten werden konnte. Heute steht auf den Banknoten nicht mehr, dass man für sie ein Pfund Silber oder Gold eintauschen kann. Heute steht dort: <em>In God we Trust</em> – wir bauen auf Gott. Modernes Geld ist heute digital, mehr ein Produkt der doppelten Buchführung als des Bergbaus.</p>
<p>Und nun kommen sie daher: Alle möglichen Leute, die dem Geld die Macht entziehen wollen. Sie wollen Geld selbermachen, das anderen Spielregeln folgt. Ihre Motivation ist unterschiedlich. Die einen sehen die Ablösung des Geldes vom Metall als Ursache für Inflation und Währungskrisen, wollen deshalb Geld wieder ans Gold binden. Die anderen haben Silvio Gesells Geldkritik (zu seinen Zeiten gab es allerdings noch den Goldstandard) verinnerlicht und wollen Geld flüssiger gestalten nach dem Motto: Wer es dem Wirtschaftskreislauf nicht durch Konsum oder Kreditvergabe zur Verfügung stellt, soll durch eine Gebühr, die den Kontostand abschmelzen lässt, daran erinnert werden. Wieder andere übertragen das Prinzip des Wettbewerbs auf das Geld und hinterfragen, ob das staatliche Geldmonopol noch zeitgemäß ist. Gemeinsam ist diesen und anderen Gruppierungen, dass ihr Vertrauen ins bestehende Geldsystem schwindet, und sie sich nach Alternativen umschauen. »In money we don’t trust« – auf Geld bauen wir nicht.</p>
<p>»Der letzte Schritt der Dezentralisation wird die Privatisierung der <em>Mutter aller Monopole</em> sein, der nationalen Währungen«, schreibt der Zukunftsforscher John Naisbitt. »Die Zukunft des Geldes ist komplementär zu betrachten, der freien Wahl und dem freien Wettbewerb unterworfen.«</p>
<p><strong>Wie funktioniert eine »eurogedeckte« Regionalwährung?<br />
</strong>Am vitalsten zeigte sich in den vergangenen Jahren die Regio geld-Bewegung. Sie ist nicht nur Experimentierfeld, in dem unterschiedliche Geldkonstruktionen ausprobiert werden, sie hantiert auch mit konkret umsetzbaren Werkzeugen und ist zugleich <em>Werkzeugmacher</em>. Der Ansatz, Geld für das regionale Umfeld zu gestalten, hat einen großen Vorteil: Er liegt im eigenen Einflussbereich. Statt sich in Appellen und Forderungen an die Politik zu erschöpfen, die weder zuhört noch handelt, konzentriert man sich auf das im wahrsten Sinn des Worts Naheliegende und knüpft an der Keimzelle dessen an, woher Politik überhaupt kommt: aus der Polis. Als Christian Gelleri 2003 den Chiemgauer mit sechs Wirtschaftsschülerinnen an der Priener Waldorfschule startete, war das ein Signal und Vorbild für eine Vielzahl anderer Initiativen. Wer mit Chiemgauern einkaufen wollte, tauschte sie bei Ausgabestellen gegen Euro ein. Wer Chiemgauer einnahm und sie nicht weitergeben konnte oder wollte, konnte den umgekehrten Weg gehen und sie gegen einen Abschlag von 5 Prozent wieder zurücktauschen. Diese Koppelung des Regiogelds an den Euro ist auch heute noch Grundlage des Chiemgauer Modells und wird als <em>Eurodeckung</em> bezeichnet. Etwa 600 Unternehmen, 3000 Privatpersonen und mehr als 200 Vereine sind Teil des Systems und bezahlen und verrechnen untereinander in Chiemgauer. Die integrierte Vereinsförderung spülte den Initiativen der Region 170 000 Regios in die Kasse, die Unternehmen machten 2010 geschätzte fünf Millionen Umsatz mit dem System. Neue Geschäftsverbindungen werden geknüpft, das Bewusstsein für Regionalität und die Besonderheiten neuer Geldformen wächst. Die Chiemgauer-Macher entwickeln ihr System ständig weiter. Inzwischen ist die Trägergenossenschaft ein zertifizierter Mikrofinanzierer und vergibt auf diesem Weg zinsfreie Regiogeld-Kredite zur Investition für lokale Unternehmen. Und die meisten Chiemgauer sind inzwischen elektronisch unterwegs, auf <em>mutierten Bankkonten </em>bei Sparkasse, Volksbank oder auch der Triodos-Nachhaltigkeitsbank. Bezahlt wird mit Karte am Terminal an der Kasse, Unternehmen überweisen per Formular oder Online-Banking – die Handhabung des Geldtransfers unterscheidet sich kaum noch von dem, was alle kennen.</p>
<p><strong>Und was ist eine »leistungsgedeckte« Währung?<br />
</strong>Im Jahr 2004 war es der Urstromtaler in Sachsen-Anhalt. Er ist nicht mit Euro hinterlegt. Ein Rücktausch der Scheine in Euro ist nicht möglich, weil es gar keinen Hintausch gibt. Wie aber kommt das Geld in die Welt? Womit ist es <em>gedeckt</em>? Der Initiator Frank Jansky hatte ein klares Bild vor Augen: Der Wert des Geldes ist das, was man dafür kaufen kann. Gold in einen Tresor zu legen, um dann Papierscheine auszugeben, die einen Anspruch auf dieses Gold dokumentieren, ergibt ja nur Sinn, wenn jemand das zugrundeliegende Metall wieder abholen will. Genau das soll beim Regiogeld aber nicht passieren, es soll ja in der Region bleiben. Fließt es zur ausgebenden Stelle zurück, statt von Wirtschaftsakteur zu Wirtschaftsakteur, ist sein Zweck unterbrochen. Der Urstromtaler begründete deshalb die <em>Leistungsdeckung</em> und bildet eine Art <em>Vertragsgeld</em>. Die Idee: Wenn eine Gruppe von Menschen sich per Vertrag gegenseitig garantieren, etwas als Zahlungsmittel für eigene Waren und Leistungen zu akzeptieren, so benötigt solch ein Geld keine explizite Deckung. Hinter dem Geld steht die Fähigkeit, etwas zu leisten.</p>
<p>Gelddeckung und Geldschöpfung hängen stark zusammen. Beim Chiemgauer kommt das Geld durch Verkauf gegen Euro in die Welt, beim leistungsgedeckten Ansatz durch Vertragsunterzeichnung und entsprechenden <em>Kontokorrentkredit</em>. Das heißt: Wer sich vertraglich zur Teilnahme an dem System bindet und das Regiogeld von anderen Teilnehmern akzeptiert, darf Regiogeld an seine Kunden ausgeben oder damit seine Lieferanten bezahlen, obwohl er es noch nicht verdient hat: Beim Einkauf geht das Konto des Käufers ins Minus und das Verkäufer-Konto ins Plus, eine klassische <em>Überweisung</em>. Was danach auf dem einen Konto als negativer Betrag den Kredit anzeigt, hebt das andere Konto spiegelbildlich ins Plus. Dieses Plus wird dann »Geld« genannt. Auf solche Weise entstandenes Geld braucht zu seiner <em>Schöpfung</em> keinen Euro. Der <em>Kreditrahmen</em>, den jedes Unternehmen bekommt, wenn es neu bei einer solchen Währung mitmacht, ist »gedeckt« durch seine Fähigkeit, dieses Geld auch wieder zu verdienen. Deshalb ist der erste Schritt des Unternehmens, das Geld seinerseits in Umlauf zu bringen, indem es seine Lieferanten bezahlt oder Gutscheine an seine Kunden verteilt, die dann im gesamten Netzwerk einlösbar sind.<br />
Ob Euro– oder Leistungsdeckung, beide Modelle verfolgen das gleiche Ziel: die Kaufkraft in der Region halten, regionale Wirtschaftskontakte herstellen und intensivieren, den regionalen Selbstversorgungsgrad erhöhen – und natürlich: neue Geldformen ausprobieren und entwickeln. Das Argument der kurzen Transportwege bekommt mit der Bedrohung durch das globale Ölfördermaximum (Peak Oil) künftig eine starke Relevanz, weshalb die Idee lokaler Währungen auch ins Transition-Town-Umfeld einzog.</p>
<p>Aber wird mit Regiogeld <em>alles gut</em>? Werden die Mechanismen wie Wachstumszwang, Arm-Reich-Spaltung und Umweltzerstörung sich damit erübrigen? Werden nun alle zu bewusst einkaufenden Verbrauchern und ökologisch produzierenden Unternehmerinnen und Unternehmern? Verhindert Regiogeld die Übernutzung lokaler Ressourcen? Ein Ja auf diese Fragen wäre eine schöne, einfache Antwort, die sich in so manchem Theoriegebäude auch gut macht. Bislang liegen zur Beurteilung der Wirkung von Regiogeld keine ausreichenden Daten vor; diese Geldsysteme brauchen noch viel mehr Mitmacherinnen und Mitmacher. Wir wissen deshalb nicht wirklich, wie hoch das Zinsniveau in solchen Systemen wäre. Wir wissen auch nicht, wie sich reife Regiogeld-Systeme hinsichtlich ihrer Wachstumsdynamiken verhalten, kein einziges Regiogeld-Projekt hat bislang jene kritische Größe erreicht, die das den Systemen innewohnende Potenzial zur Eigendynamik freisetzt. Wir betreten hier Neuland. Geld-Spiel regeln werden neu definiert, Diskussionen und das Denken werden angeregt, und regionalen Produkten wird eine ganz besondere Bühne gebaut. Nicht auszuschließen ist, dass in diesem evolutionären Prozess die Spezies <em>Regiogeld</em> auch wieder ausstirbt – sie unterliegt einem ständigen Lern– und Weiterentwicklungsprozess.</p>
<p><strong>Die Demokratisierung des Geldes<br />
</strong>Durch die Digitalisierung des Geldes ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere auf den Zug neuer Währungssysteme aufspringen. eBay hat Paypal gekauft, Facebook denkt ebenso wie Google über ein systeminternes Verrechnungssystem nach, die Betreiber des Payback-Rabattkartensystems Loyalty Partner könnten ihre <em>Punkte</em> künftig umlauffähig machen. Dass der US-Dollar beschädigt ist, weiß jeder, der sich die Verschuldungszahlen der USA anschaut. Die Causa Griechenland zeigte uns, wie anfällig auch der Euro ist. Naisbitts Vorhersage über das Aufkommen privater Währungen lässt sich deshalb leicht bestätigen. Genau wie MP3-Dateien ist das moderne Geld digital und grenzüberschreitend, die Technik bestimmt die Verbreitungsregeln, nicht die nationale Politik. In der Gefahr, dass wieder einmal große Konzerne sich den Fortschritt unter den Nagel reißen, liegt zugleich auch Potenzial. Denn die digitale Welt, das zeigt eben das Beispiel der MP3-Tauschbörsen, steht ebenso den demokratischeren Strukturen offen. Es ist kein Wunder, dass die meisten Regiogeld-Initiativen als Vereine oder Genossenschaften organisiert sind. Der Genossenschaftsgedanke, die Mitglieder breit an Entscheidungen zu beteiligen, ist beim Geld essenziell. Denn Geld ist auch ein Machtmittel. Wer darüber entscheidet, dass jemand als kreditwürdig gilt oder nicht, hat einen entscheidenden Hebel in der Hand.</p>
<p>In der Zeit des demokratisierten Geldes bestimmen die Geldnutzer die Geldregeln. Über die Höhe einer Geldhaltegebühr, die Deckung, die Vertragsausgestaltung, die angestrebte geografische Ausdehnung, den Namen des Zahlungsmittels oder auch über Ausschlusskriterien entscheidet in einer demokratischen Geldwelt der teilnehmende Mensch. Ein Wettbewerb der Währungen, bei dem wir ausprobieren können, was funktioniert und was nicht, wäre die Folge. Wahrscheinlich wird letztlich die Praxis zeigen, welches Geld wirklich funktioniert, denn nur auf der Theorieebene durchdachte Modelle reichen nicht aus. Was 1932 in Wörgl noch galt, als der Bürgermeister der österreichischen Kleinstadt mit selbstgemachten <em>Arbeitswertscheinen</em> einen lokalen Aufschwung mitten in der Wirtschaftskrise zustandebrachte, muss im globalisierten digitalen Zeitalter längst nicht mehr gelten. Was liegt also näher, als allen zu sagen: Zeigt uns, dass euer Modell das beste ist! Es steht dann jedem frei, zu wählen, auszuprobieren und jene Gelder zu nutzen, die ihm am besten passen – als freier Mensch.</p>
<p><strong>In Zukunft anders</strong><br />
Vergleiche hinken. Dennoch: Wer das Fundament eines Gebäudes dreieckig anlegt, wird darauf kein viereckiges Haus bauen können. Das Fundament prägt die darauf aufgebaute Struktur. Geld ist das Fundament des heutigen ökonomischen Lebens, seine Regeln beeinflussen jegliche wirtschaftliche Aktivitäten. Auf der heutigen Konstruktion des Geldes gründet die Finanzwirtschaft, und sie kultiviert das aus diesem Fundament resultierende Prinzip, dass jener viel kriegt, der schon viel hat – den Sparzins –, und jener noch zahlen muss, der sich etwas borgt – den Kreditzins. Ein selbstverstärkender Ansatz, der als Dämpfung nur das Wachstum der Wirtschaft als Ganzer oder die schmerzhafte Aufrechnung von überbordenden Vermögen und Schulden per <em>Crash</em>, Währungsreform oder Schuldenschnitt kennt. Wie soll ein global verträglicher ökologischer Fußabdruck erreicht werden, wenn die monetären Spielregeln das Permanentwachstum als unverhandelbare Rahmenbedingung voraussetzen?</p>
<p>Die Häuser, die auf neuartigen Geld-Fundamenten entstehen, könnten einer ganz anderen, bislang unbekannten Architektur folgen. Regionales Geld lässt Regionalökonomien entstehen, Bildungswährungen erwecken neue Formen von Akademien zum Leben, energiegedeckte Währungen könnten den Weg ins post atomare Zeitalter ebnen.</p>
<p>All das ist nicht im Handstreich getan, sondern eine große Herausforderung. In meinem eigenen Umfeld bereitet ein engagiertes Team seit 2003 die Gründung einer komplementären Währung für den Raum Dresden vor, den <em>Elbtalber</em>. Wir wollten uns Zeit lassen, um etwas Solides zu entwickeln, etwas, das dieser Region entspricht. Inzwischen wird an einer Internet-Software namens RegionalAtlas programmiert. Dort werden zukünftige Orte, wo man mit Elbtaler bezahlen kann, auf einer Landkarte zu finden sein. Zugleich dient das System zur Kontoführung. Wir wollen regionalen Unternehmen auch eine Plattform bieten, auf der sie sich zeigen können. Eine Genossenschaft als wirtschaftlicher Träger soll helfen, die städtische Anonymität aufzulösen, mit der wir in der Großstadt durchaus zu kämpfen haben. Erst danach sollen die nächsten Schritte kommen: Regiogeld-Scheine und eine regionale Produktemarke für die Gegend von Dresden.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass eine größere Vielfalt an Währungen zu einer größeren Vielfalt an ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen führt. Der Selbstzweck muss dem Geld genommen werden, es soll ein Werkzeug werden, das wir formen, dessen passgenauer Einsatz in unserer Macht liegt – und das wir dort weglassen, wo es auch ohne geht.</p>
<p><em>Lust auf regionale Geld-Bewegung?<br />
internet<br />
www.monneta.org, www.regiogeld.de<br />
Die Elbtalter-Genossenschaft sucht noch Mitmacher, Unternehmen ebenso wie Privatpersonen: www.elbtaler.de<br />
literatur<br />
Christian Eigner, Christian Krotscheck u. a.: Zukunft: Regionalwirtschaft! Ein Plädoyer. Studienverlag, 2009 • John Naisbitt: Mind Set! Wir wir die Zukunft entschlüsseln. Hanser, 2007 • Fritz Schwarz: Das Experiment von Wörgl. Ein Weg aus der Wirtschaftskrise. Synergia, 2007</em></p>
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		<title>Es werde Geld</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 21:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Komplementär Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[»Werte bleiben Werte. All die monetären Philosophien da draussen drehen sich alle nur um: Wie werden Werte geschaffen? Was ich da mache ist – ethisch gesehen – eine Verbesserung von Perspektive und Physiologie der Leute – ich mache die Welt einfach glücklicher! Meine Einnahmen entsprechen dem Wert den ich schaffe. Geld ist ein Symbol für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1040 alignnone" title="© Zhuangmu | Dreamstime.com" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/dreamstime_7459456.jpg" alt="" width="470" /></p>
<p><em>»Werte bleiben Werte.</em></p>
<p><em>All die monetären Philosophien da draussen drehen sich alle nur um: Wie werden Werte geschaffen?</em></p>
<p><em>Was ich da mache ist – ethisch gesehen – eine Verbesserung von Perspektive und Physiologie der Leute – ich mache die Welt einfach glücklicher!<br />
Meine Einnahmen entsprechen dem Wert den ich schaffe. Geld ist ein Symbol für Wert. Je mehr Wert ich schaffe, desto mehr kriege ich zurück.<br />
Ich tue, was mir Spass macht. Dafür werde ich hier bezahlt. Aber wir verkaufen auch Lizenzen z.B. „Naked-Cowboy Tequila“ und „Naked Whey.com“, mit einer ganzen Linie an Nahrungsergänzungsmittel.<br />
Die Werte kommen zurück, Yin-Yang, das ist ein Naturgesetz. Also denk nicht dran wie du an Geld kommst, fokussier dich darauf, wie du Werte schaffen kannst. Wenn du das tust, kommt das Geld von selbst. Wirkung und Gegenwirkung.»</em><br />
Das sagt der <em><a href="http://www.nakedcowboy.com/" target="_blank" rel="external nofollow">Naked Cowboy</a></em> in dem Film <em><a href="http://derscheintruegt.com" target="_blank" rel="external nofollow">Der Schein trügt</a></em>.</p>
<p>Vielleicht ist der Naked Cowboy nicht die richtige Person um zu erklären wie Werte geschaffen werden, doch es ist eindeutig, dass der Wert von vielen Dingen viel höher ist, als wir ihn mit Geld gleichsetzen, oder manchmal auch viel weniger.</p>
<p>Der Wert des Geldes wird von der Regierung festgelegt, die eine Zahl auf ein Stück Papier druckt und es als offizielles Zahlungsmittel bezeichnet. Das lustige ist, dass oft nicht die Regierung selbst das Geld druckt, nein, sie stellen eine sogenannte Nationalbank an, die meistens im Besitz von privaten Banken ist, um Unsummen von Geldscheinen, aus dem Nichts heraus, zu drucken. Die Bank verleiht diese Papierstreifen an die Regierung, mit hohen Zinsen, und schafft damit anwachsende Staatsschulden.</p>
<p>Ein anderes Thema ist das Kreditsystem der Banken. Wenn du zu einer Bank gehst und dir Geld leihen möchtest, dann musst du 10% an Eigenkapital haben. Zum Beispiel, du brauchst 100.000 Franken, dann brauchst du nur 10.000 Franken auf dem Konto und die Bank gibt dir 90.000 Franken, somit hast du 100.000 Fraken. So wird Geld erschaffen. Mit diesen 100.000 Franken kannst du etwas kaufen, es kommt dann auf ein anderes Bankkonto und jemand anderer kann sich einen Kredit für 1 Million Franken aufnehmen.</p>
<p><strong>Können wir sagen, dass Geld einen Wert hat?<br />
</strong> Wir können nicht sagen, dass wir etwas einen Wert geben anhand des Geldes, das wir dafür zahlen, denn dieses Geld ist nicht mehr Wert als das Papier aus dem es gemacht ist. Wert wird von Menschen gemacht. Menschen entscheiden, was für sie wertvoll ist, was sie dafür geben möchten. Da die Regierung entschieden hat, dass wir mit Geld zu zahlen haben, erhält dieses <a href="#wikipopFrame" class="wikipopLink" onclick="setFrameSrc('Fiatgeld', 'de');">Fiatgeld</a> Wert, und das erlaubt es, dazu benutzt zu werden um Waren und Dienstleistungen zu kaufen oder unsere Steuern zu bezahlen.</p>
<p>Wir können unsere Steuern nicht mit den Dienstleistungen oder Produkten bezahlen, die wir anbieten. Stell dir vor, jemand würde zum Steueramt kommen und würde seine Schulden mit Gurken oder Bier bezahlen wollen, oder mit Massage oder Haareschneiden. Das ist nicht möglich. Der Wert einer Dienstleistung sollte anderen gleichgestellt sein, oder Dienste, die wertvoller sind für den öffentlichen Wohlstand, sollten höher bewertet werden. So etwa sollte die Bildung unserer Kinder höher bewertet werden, als die Leitung einer Bank, oder ein Strassenreiniger sollte genauso viel bekommen wie ein Steuerbeamter.</p>
<p>Um den Fluss von Werten einfach zu gestalten kann man auch zusätzliche Tauschmittel einsetzen. Anstatt Waren und Dienstleistungen auszutauschen, kann dieser Austausch auch in Form einer Komplementärwährung geschehen. Die Menschen innerhalb dieses Tauschsystems geben jedem Produkt oder Dienstleistung einen festgelegten Wert, der dann auch in Form eines Gutscheins, oder der Komplementärwährung, ausgeglichen werden kann. Es ist immer nur so viel <em>Geld</em> im Umlauf wie auch Produkte oder Dienstleistungen geschaffen werden, weil der Wert erst dort entsteht, wo jemand diese vom Anbieter bezieht.</p>
<p><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p><a title="http://derscheintruegt.com/" href="http://derscheintruegt.com/" rel="external nofollow">Der Schein trügt</a> — Eine Expedition in die Rätsel des Geldes</p>
<p><a title="http://www.letsmakemoney.at/" href="http://www.letsmakemoney.at/" target="_blank" rel="external nofollow">Let’s make Money</a> — Vom Wahnsinn, der Methode hat</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fiatgeld" target="_blank" rel="external nofollow">Fiatgeld</a> — (Wikipedia)</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Komplementärwährung" target="_blank" rel="external nofollow">Komplementärwährung</a> — (Wikipedia)</p>
<p><a title="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Staat-sollte-WIRGeld-bei-den-Steuern-akzeptieren/story/28197393" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Staat-sollte-WIRGeld-bei-den-Steuern-akzeptieren/story/28197393" target="_blank" rel="external nofollow">“Der Staat soll WIR-Geld bei den Steuern akzeptieren”</a> — <a title="http://en.wikipedia.org/wiki/Bernard_Lietaer" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bernard_Lietaer" target="_blank" rel="external nofollow">Bernhard Lietaer</a> verlangt Komplimentärwährungen (Tagesanzeiger)</p>
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