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	<title>OpenMindJournal &#187; Bewusster Kapitalismus</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Schönheit des Geldes</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 10:40:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusster Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Charles Eisensteins Vision einer Wirtschaft aus dem Geist des Gebens und die neue Verbindung von Spiritualität und sozialer Frage. Geld, so wie wir es kennen, ist die verborgene, geheime Macht unserer Welt: Geld regiert sie nicht nur, sondern sorgt der englischen Version dieses Ausspruchs zufolge sogar dafür, dass sie sich dreht. Geld gilt unhinterfragt für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Charles Eisensteins Vision einer Wirtschaft aus dem Geist des Gebens und die neue Verbindung von Spiritualität und sozialer Frage.</strong></em></p>
<div id="attachment_4732" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/564764_web_R_K_B_by_Katharina-Bregulla_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4728]"><img class=" wp-image-4732 " title="Jeder Cent zählt" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/564764_web_R_K_B_by_Katharina-Bregulla_pixelio.de_-300x198.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Katharina Bregulla / pixelio.de</p></div>
<p>Geld, so wie wir es kennen, ist die verborgene, geheime Macht unserer Welt: Geld regiert sie nicht nur, sondern sorgt der englischen Version dieses Ausspruchs zufolge sogar dafür, dass sie sich dreht. Geld gilt unhinterfragt für die meisten Menschen als letzter Antrieb alles Daseins. Nimmt man noch hinzu, dass es allein das Geld ist, das – per Kreditvergabe der Banken – buchstäblich aus dem Nichts geschöpft wird und dass es in der natürlichen Ordnung der Dinge sogar das Einzige ist, das dem Kreislauf des Werdens und Vergehens enthoben ist, weil es nicht vergeht, sondern auf wundersame Weise durch sich selbst immer mehr werden kann –  spätestens dann dürfte uns klar werden, dass wir das Geld mit Attributen ausstatten, wie sie in früheren Zeiten nur dem Göttlichen und Heiligen zuerkannt wurden.</p>
<p>Dass wir dem Geld als einem Götzen huldigen, ist sprichwörtlich. Was aber, wenn es möglich wäre, eine wirklich heilige Dimension des Geldes wiederzuentdecken und daraus eine neue, heilige Praxis des Wirtschaftens zu entwickeln? In nichts Geringerem besteht die Vision des amerikanischen Autors <a href="http://charleseisenstein.net/" rel="external nofollow">Charles Eisenstein</a>, der mit einem kürzlich erschienenen Buchtitel für eine „Heilige Wirtschaft“ wirbt. Mit Texten, Blogeinträgen und Vorträgen – einige davon hielt er während der Occupy Wall Street-Aktionen – setzt sich der charismatische junge Mann, der an einem privaten Collage als Dozent arbeitet, für seine Vision ein.</p>
<h4>Tauschmittel des Gebens</h4>
<div id="attachment_4733" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/19_Charles-Eisenstein-klein1-243x300.jpg" rel="lightbox[4728]"><img class=" wp-image-4733 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/19_Charles-Eisenstein-klein1-243x300.jpg" alt="" width="150" /></a><p class="wp-caption-text">At its core, money is a beautiful concept. Charles Eisenstein</p></div>
<p>Geld ist im Kern eine wunderschöne Sache, ist Eisenstein überzeugt – als Tauschmittel, das berufen wäre, ein Instrument gegenseitigen Gebens zu sein und das Geflecht der Weltwirtschaft zu impulsieren.  Eisenstein erinnert hier an die Rolle des Herzens, das er im Gegensatz zum herrschenden Verständnis nicht als Blut entsendende „Pumpe“ sieht, sondern als ein Organ der Empfänglichkeit. Ähnlich sollen für ihn auch Banken zu Organen werden, die auf die Bedürfnisse des Systems achten und ihnen dienen.</p>
<p>Wie zahlreiche andere Experten heute auch sieht Eisenstein das Hauptproblem der Finanzwelt in der falschen Verselbständigung des Geldes: Es ist zur Ware geworden und wird so selbst Gegenstand spekulativen Handelns. Dadurch und durch das (seit den 1930er Jahren bestehende) Recht der Privatbanken zur Geldschöpfung per Kredit lebt sich der Drang, aus Geld immer noch mehr Geld zu machen, in Form meist hoch spekulativer Finanzgeschäfte aus, die mit realer Wertschöpfung nichts mehr zu tun haben. Überzeugend zeigt Eisenstein auf, wie der Drang des Geldes nach immer neuen Anlagemöglichkeiten zu einer totalen Ökonomisierung aller Lebensbereiche geführt und insbesondere auch den Bereich der früheren Gemeingüter ausgesaugt hat.</p>
<h4>Ökonomie der Gabe</h4>
<p>Das Besondere bei Eisenstein liegt aber weder in seiner Kapitalismus-Kritik noch in einzelnen Vorschlägen zu einem alternativen Verständnis von Geld, die es andernorts auch gibt. Ungewöhnlich ist bei ihm vielmehr der Ansatz, unser Verständnis von Wirtschaft, Geld und Zinsen als Ausdruck unseres Bewusstseins zu sehen. Seine Zusammenschau von Spiritualität und sozialer Frage zeigt sich zum Beispiel bei der direkten Verknüpfung von Zinsverständnis und Menschenbild: „Das für sich stehende, getrennte Ich eines Descartes und eines Adam Smith hat sich totgelaufen“, sagt Eisenstein, „Zins täuscht über diese Einheit hinweg, weil er auf das Wachstum des getrennten Ichs abzielt“. Die heutige Wirtschaft ist eine konsequente Folge der Ansicht, dass jeder Mensch eine Insel ist. Künftige, heilige Wirtschaft soll Ausdruck der Einheit aller Menschen werden. Wer sich seines All-Seins bewusst ist, will nicht sein kleines Ego mehren, er will schenken, so Eisenstein.</p>
<p>Für ihn muss deshalb das Geld neu definiert werden, und zwar so, dass es sich einfach nicht mehr vermehren kann. Das wäre dann der Fall, wenn es mit der Zeit – ebenso wie alle Waren und Dienstleistungen auch – seinen Wert verliert. Eisenstein bezieht sich dabei unter anderem auf Silvio Gesells „Freigeld“-Theorie und die deutsche Zinskritikerin Margrit Kennedy. Auch Rudolf Steiner, auf den Eisenstein bisher wohl nicht aufmerksam wurde, vertrat bereits die Idee eines „alternden Geldes“. Die Umsetzung wäre nach Eisenstein denkbar einfach: Auf Geld, das nicht ausgegeben, sondern auf Konten geparkt wird, ergeht kein Zins, sondern im Gegenteil eine Gebühr. In der Folge würde nicht nur der Konsum ansteigen, sondern es würden auch Investitions-Kredite zu Bedingungen unterhalb des Negativ-Zinses verfügbar werden, weil für die Banken (oder auch wohlhabende Privatpersonen) zinslose oder gar leicht verlustbehaftete Darlehen immer noch wirtschaftlicher wären als die dauerhaften Gebühren für „lagerndes“ Geld. Das Ziel für Eisenstein:  „Die Wiederherstellung des Geldes in seiner wahren Funktion als ein verbindendes Element für Schenkungen und Bedürfnisse.“</p>
<p>Konsequent wäre dann für Eisenstein auch – um eine entsprechende „Flucht“ in Sachwerte zu vermeiden – die höhere Besteuerung von Grund und Boden und im weiteren Sinne aller Güter, die bereits aus dem Fundus der Allgemeingüter (commons) herausgelöst und ökonomisiert wurden.</p>
<p>In wie großen Zusammenhängen Eisenstein denkt, zeigt übrigens auch seine sehr interessante Variante der Grundeinkommens-Idee, die bei ihm als „soziale Dividende“ vorkommt und sich aus der Vorstellung ableitet, dass die gesamte Menschheit heute von der Arbeitsersparnis profitieren sollte, die vergangene Generationen durch ihre Erfindungen ermöglicht haben.</p>
<h4>Geld-Schmelze als Chance</h4>
<p>Fragt sich nur, was wir Einzelnen angesichts des drohenden Zusammenbruchs mit unserem Geld tun können. Eisensteins Antwort lautet: Wir sollen keine Vorräte anlegen, keine Festungen bauen und nicht nach Sicherheiten fragen, sondern danach: „Was ist das Schönste, das ich tun kann?“ Die Finanzkrise mit ihrer Zerstörung von Geld ist für ihn nur unter dem Gesichtspunkt grundsätzlich schlecht, dass die Erschaffung von Geld grundsätzlich gut wäre. Die Vernichtung von Geld kann uns sogar bereichern, so Eisenstein: „Sie gibt uns die Möglichkeit, Teilbereiche des verlorenen Gemeinwesens aus dem Reich des Geldes und des Eigentums zurückzuerobern“, heißt es in seinem Büchlein Keine Forderung ist groß genug, das ein deutscher Verlag kürzlich von ihm herausgegeben hat. Die Zeit sei dafür reif, „Dinge aus dem Reich der Waren und Dienstleistungen zu holen und sie in das Reich der Gaben, der Gegenseitigkeit und der Gemeinschaftlichkeit zurückzubringen“, sagt Eisenstein.</p>
<p>Seine Gedanken vermitteln an jeder Stelle etwas tief Menschliches und Schönes, ein Gefühl für eine mögliche Zukunft, die über die üblichen ideologischen Rufe nach Umverteilung ebenso hinausgeht wie technokratische Ausbesserungsvorschläge. Seine Botschaft begeistert gerade durch ihre Kompromisslosigkeit: „‚Praktikabel’ ist keine Option“, so Eisenstein, „wir müssen nach dem Einzigartigen streben“.</p>
<p> </p>
<p><em>Dieser Text erschien in der <a href="http://www.info3.de/c5-style/index.php/magazin/info3/1021/news-blog/?date=201203" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe März 2012</a> der Zeitschrift <a href="http://www.info3.de" target="_blank" rel="external nofollow">Info3 – Anthroposophie im Dialog</a> “Die Schönheit des Geldes”.</em></p>
<p> </p>
<p><em><strong>Buchtipp: Charles Eisenstein: Keine Forderung kann groß genug sein. Die Revolution der Liebe. Zwei Vorträge, Scorpio Verlag, € 5,-.</strong></em></p>
<p><em><strong>Charles Eisenstein: Sacred Economics. Money, Gift &amp; Society in The Age of Transition, Evolver Editions,California, $ 22,95</strong></em></p>
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		<title>Wirtschaft auf Liebe aufgebaut</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/04/22/wirtschaft-auf-liebe-aufgebaut/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 17:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bewusster Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Bewusster Kapitalismus die Wirtschaft und das menschliche Potenzial zur Geltung bringt Die heutige Businesswelt hat einen dringenden Bedarf an einem neuen Paradigma, denn „Business as usual“ funktioniert einfach nicht mehr. Öffentliches Misstrauen in die Wirtschaft ist an einem historischen Höhepunkt, viele Angestellte, Kunden und andere Interessengruppen der Unternehmen sind abgespalten und desillusioniert von den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie Bewusster Kapitalismus die Wirtschaft und das menschliche Potenzial zur Geltung bringt</h2>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/dreamstime_17072941.png" target="_blank" rel="lightbox[1360]"><img class="size-medium wp-image-1364" title="© Malexeum | Dreamstime.com" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/dreamstime_17072941-300x169.png" alt="" width="300" /></a><br />
Die heutige Businesswelt hat einen dringenden Bedarf an einem neuen Paradigma, denn „Business as usual“ funktioniert einfach nicht mehr. Öffentliches Misstrauen in die Wirtschaft ist an einem historischen Höhepunkt, viele Angestellte, Kunden und andere Interessengruppen der Unternehmen sind abgespalten und desillusioniert von den Firmen, mit denen sie interagieren.</p>
<p>Während der Ruf sich verschlechtert, wächst gleichzeitig die Reichweite und der Impact der Wirtschaft in der Welt. Die heutige Wirtschaft hat mehr Macht das allgemeine Wohl der Gesellschaft zu verbessern oder zu verringern. Wächst Macht und Einfluss, so muss auch der Sinn für Verantwortung und Stewardship – eine dienstbare Verwaltung oder Art Pflegschaft – mitwachsen.</p>
<p>Der Begriff <em>Bewusster Kapitalismus</em> reflektiert die Tatsache, dass heutzutage mehr Menschen auf einem höheren Level des Bewusstseins sind, als je zuvor. Bewusst über sich selbst und die Welt um sie herum. Dies ist einerseits durch natürliche Evolution, doch auch durch das rasche altern der Gesellschaft, das zu einem höheren Anteil an Menschen im mittleren Alter und darüber führt, was das Bewusstsein anhebt und übergeordnete Bedürfnisse vorherrschen. Das Aufkommen des Internets hat diesen Trend noch beschleunigt, da es simultan hunderte Millionen Menschen verbindet und eine grosse Nachfrage nach Transparenz in den Unternehmen platziert.</p>
<p><strong>Das grundlegende Humanvermögen</strong><br />
Die Seele der Wirtschaft ist beständige Innovation, denn kein erfolgreiches Unternehmen kann sich auf den Lorbeeren ihres bisherigen Erfolgs ausruhen. Kreativität und Innovation sind wichtige Komponenten um den Markt zu führen und durch Initiative Entwicklungen anzustossen. Ein stetiger Innovationsstrom zeigt sich über kurz oder lang auch im Wachstum des Ertrages.</p>
<p>Das schwierige, jedoch lukrative Ziel beständiger Innovation erreichen Unternehmen durch das dem menschlichen Bewusstsein innewohnende Genie, denn ohne diesem wäre keine Erfindung möglich.</p>
<p><strong>Was ist Bewusstsein?</strong><br />
Die Bedeutung im spirituellen Sinn ist <em>Gegenwärtigkeit</em>, <em>Präsenz</em> oder <em>Wachheit</em>, sich der Bewusstheit gewahr sein, die Bereitschaft, ohne Anhaftung zu beobachten. Es ist das Feuer des Spirit, der die Menschheit beseelt.</p>
<p>Bewusstsein ist die Hauptingredienz der Kreativität und eine höhere Intelligenz als der Geist. Mit bewusster geistiger Aktivität, ist ein brilliantes Ergebnis möglich. Die Fähigkeit, ruhig und losgelöst zu beobachten bildet das Rohmaterial für Innovation und unternehmerischen Erfolg. Bewusstsein ist für die Wirtschaften heutzutage so wichtig geworden wie weltliche Werte, wie Kapital, Energie oder Technologie.</p>
<blockquote><p><em>“Bewusst zu sein bedeutet wach zu sein, achtsam. Bewusst zu leben bedeutet offen zu sein, die Welt um und in uns wahrzunehmen, unsere Umstände zu verstehen, und zu entscheiden wie wir auf diese reagieren, in einer Art die unsere Bedürfnisse, Werte und Ziele honoriert.”</em> – Fred Kofman</p></blockquote>
<p><strong>Kapital für das höchste Gut</strong><br />
Jedes Unternehmen hat das Potenzial einen höheren Sinn für sich zu entdecken oder zu kreieren, der über Profitmaximierung oder Shareholder Value hinausgeht. Die meisten ethischen und bewussten Unternehmen kreieren langfristige Werte für alle ihre interdependenten Interessengruppen – Kunden, Mitarbeiter, Investoren, Zulieferer, Kommune und die Umwelt. Paradoxerweise werden dadurch auch dauerhafte Werte für die Investoren erschaffen.</p>
<p>Alles was wir tun, kann bewusst oder unbewusst gemacht werden. Kapitalismus, der Prozess, wo Kapital mobilisiert wird, um gewisse Projekte zu realisieren, die Waren erzeugen und Dienstleistungen für Menschen bieten, kann entweder bewusst oder unbewusst praktiziert werden. Wir glauben, dass das Preissystem ein Guide sein sollte, kein Herrscher. Kapital sollte bewegt werden um die Welt zu verbessern, und wir arbeiten dafür, jene zu unterstützen, die danach streben. Wir wollen auch erörtern was die bestehende Kapitalmobilisierung zum Allgemeinwohl und dem grossen Ganzen beiträgt.</p>
<p><strong>Kernprinzipien des Bewussten Kapitalismus</strong></p>
<p><em>Sinnvoller Geschäftszweck</em><br />
Ein Bewusstes Unternehmen hat einen höheren Zweck welcher Profitmaximierung transzendiert. Es ist sich klar darüber und fokussiert auf die Erfüllung dieses höheren Zwecks, welcher sich über die Zeit dynamisch weiterentwickelt.</p>
<p><em>Stakeholder Orientierung</em><br />
Ein Bewusstes Unternehmen ist darauf fokussiert allen seinen Stakeholdern und seinem Ökosystem zu nutzen, einen Mehrwert zu bringen. Es arbeitet im höchsten Masse daran die Interessen der Kunden, der Angestellten, Zulieferer, Partner, Investoren, der lokalen Gemeinden und der Umwelt, miteinander abzustimmen und zu harmonisieren.</p>
<p><em>Bewusste Führung</em><br />
In einem Bewussten Unternehmen verkörpert das Management bewusste Führungsqualitäten und fördert diese in der ganzen Organisation. Bewusste Führer dienen als “Flugbegleiter” dem höheren Zweck des Unternehmens und seiner Stakeholder, und helfen dem Unternehmen sein vollen Potenzial zu entfalten. Sie sind fokussiert auf die Erfüllung des höheren Sinns, liefern den Nutzen an die Stakeholder und ermöglichen eher einen Ausgleich der Interessen, anstatt sich persönlich zu bereichern.</p>
<p><em>Bewusste Kultur</em><br />
Schaffung einer bewussten Kultur innerhalb des Unternehmen, die den höheren Sinn und Zweck pflegt und die Führung unterstützt. Ohne diese Kultur kann sich kein bewusstes Unternehmen nachhaltig etablieren.</p>
<p><strong>Wie erkennt man ein bewusstes Unternehmen</strong><br />
Das Akronym TACTILE (Trust, Authenticity, Caring, Transparency, Integrity, Learning and Empowerment, zu Deutsch: Vertrauen, Authentizität, Fürsorge, Transparenz, Integrität, Lernen und Befähigen) wird verwendet, um die Kultur eines Bewussten Unternehmens zu beschreiben. Das Wort TACTILE bedeutet das etwas berührt und gefühlt werden kann. Wenn eine Person in ein Bewusstes Unternehmen kommt, kann sie tatsächlich die positive Energie in der Luft spüren.</p>
<p>Einer der Vorreiter des Bewussten Kapitalismus ist John Mackey, CEO der US-Öko-Handelskette Whole Foods. In den Supermärkten von Whole Foods ist diese positive Energie stark spürbar. Doch auch im deutschsprachigen Raum gibt es solche Beispiele, wie etwa die DM-Drogeriemärkt in Deutschland und Österreich. Der Chef von DM, Götz Werner, hat vor einigen Jahren begonnen anthroposophische Werte in sein Unternehmen einzubauen.</p>
<p><strong>Ein Pfad zum Erfolg – und rechtem Handeln</strong><br />
Bewusster Kapitalismus ist langfristig erfolgreicher auf einem viel höheren Level und mit einer viel umfassenderen Definition von Erfolg als traditionelles Business. In der Studie <em>Firms of Endearment: How World Class Companies Profit from Passion and Purpose</em> (Sisodia, Wolfe &amp; Sheth 2007), schnitten solche Unternehmen gegenüber dem gesamten Aktienmarkt mit einem 9:1 Ratio über eine 10-Jahres-Periode ab. Jedoch untertreibt diese Messung das Ausmass deren Performance. Unternehmen generieren nicht nur finanzielle Werte, sie können auch emotionale, spirituelle und intellektuelle Werte schaffen (oder zerstören).</p>
<p>Bewusste Unternehmen verbreiten Wohlbefinden und Freude unter deren Stakeholdern. Sie nehmen ständig Neuerungen vor um bedeutendere Werte zu kreieren und an jede der Interessengruppen abzugeben. Sie sind so herausragend erfolgreich dabei, weil sie fähig sind das Potenzial jedes einzelnen Menschen mit dem sie zusammenarbeiten – nicht nur Mitarbeiter – freizusetzen. Gary Hamel kommentierte einst, Firmen können nicht die Kreativität, Leidenschaft und den Enthusiasmus der Menschen kaufen, sie müssen sich diese Geschenke verdienen, und die meisten haben sich nicht derer würdig erwiesen.</p>
<p>Bewusste Unternehmen befreien diese enorme Quelle von erneuerbarer, generativer menschlicher Energie in die Welt. Dies ist, mehr als alles andere, das Geheimnis deren nachhaltigen Erfolgs.</p>
<p><strong>Einbindung aller Interessengruppen</strong><br />
Ein wichtiger Teil des Bewussten Kapitalismus ist das Stakeholder-Modell, welches ursprünglich von R. Edward Freeman in seinem Buch <em>Strategic Management: A Stakeholder Approach</em> beschrieben wurde. Es identifiziert die Interessengruppen eines Unternehmens und beschreibt Methoden wie das Management jeder dieser Gruppen die gebührende Wertschätzung gibt. Im Gegensatz zum Shareholder Value wird im Stakeholder-Modell die Wichtigkeit nicht auf Profitmaximierung gelegt, sondern darauf, dass alle Stakeholder einen Nutzen und somit Gewinn haben.</p>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/stakeholder-modell.png" target="_blank" rel="lightbox[1360]"><img class="alignnone" title="Das Stakeholder-Modell" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/stakeholder-modell.png" alt="" width="470" height="288" /></a></p>
<p>Im Mittelpunkt stehen die Kernwerte des Unternehmen, die Mission, die Bedeutung im ganzheitlichen Kontext, oder das höhere Ziel und sinnvolle Ausrichtung. Unternehmen, die Bewussten Kapitalismus praktizieren verkörpern die Idee, dass Gewinn und Wohlstand Hand in Hand gehen mit sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz. Sie arbeiten mit einem Systemblick, sie erkennen und profitieren von der Verbundenheit und Interdependenz aller Beteiligten. Sie erschliessen tieferen Quellen der positiven Energie und schaffen Mehrwert für alle Interessengruppen. Sie nutzen kreative Geschäftsmodelle, die sowohl transformierend und inspirierend sind, und können bei der Lösung vieler weltweiter sozialer und ökologischer Probleme helfen.</p>
<p><strong>Einige Merkmale von Unternehmen, die Bewussten Kapitalismus praktizieren</strong></p>
<ol>
<li>Sie haben einen höheren Zweck, 	als nur die Maximierung von Gewinnen oder Renditen für Aktionäre. 	Ein durchdachter Zweck zieht das Unternehmen und durchströmt es mit 	Leidenschaft und Kreativität.</li>
<li>Sie werden zum Nutzen aller 	Beteiligten verwaltet. Führungskräfte versuchen die Gesundheit des 	gesamten “Ökosystems” zu optimieren, in Anerkennung der 	Verbundenheit und Interdependenz aller Stakeholder.</li>
<li>Bewusste Führungskräfte streben 	nicht nur nach einem besseren Gleichgewicht zwischen den Akteure, 	sondern verbinden und justieren deren Interessen. Wenn das erreicht 	ist, verwandelt sich die Wirtschaft in ein positiv Summen-Spiel, 	anstatt das Kompromiss dominierte Nullsummenspiel, dass es meist 	ist.</li>
<li>Sie engagieren sich nicht für 	Ausbeutung jeglicher Art, z.B. die Bevorteilung einzelner 	Stakeholder, oder spielen mit Ängsten und Abhängigkeiten der 	Menschen. Sie sehen das Wohlbefinden jedes Stakeholders als ein Ziel 	an sich, nicht nur um die Investoren zufriedenzustellen.</li>
<li>Die Gesellschaft wird als der 	ultimative Stakeholder gesehen; Unternehmen sehen sich als ein 	wichtiger Teil um das Wohlergehen der Gesellschaft als Ganzes 	voranzubringen. Sie werden von einem echten Wunsch, zur Lösung 	großer gesellschaftlicher Probleme, in Partnerschaft mit 	Regierungen, anderen Unternehmen und NGOs, motiviert. Sie 	externalisieren Kosten nicht auf die Gesellschaft ab, auch wenn es 	rechtlich zulässig wäre, dies zu tun.</li>
<li>Sie behandeln die Umwelt als einen 	entscheidenden, wenn auch stillen Stakeholder, und übernehmen 	Verantwortung für ihren vollen Auswirkung auf die Umwelt. Das 	minimale Ziel ist, die Erde “nicht zu schädigen”, idealerweise, 	suchen sie nach einem positiven Netto-Einfluss auf die Umwelt zu 	haben.</li>
</ol>
<ol>
<li>Sie nähern sich dem Marktplatz 	mit einem ganzheitlichen Modell, das danach strebt die ärmeren 	Bevölkerungsschichten zu erheben, anstatt zu ignorieren (oder noch 	schlimmer, auszunutzen).</li>
<li>Sie glauben, dass rechtes Handeln 	letztlich gute Ergebnisse bringt. Gewinn wird als die natürliche 	Folge von rechtem Handeln, nicht als zielstrebiger Fokus aller 	unternehmerischen Aktivitäten gesehen. Sie verstehen, dass, wenn 	ein Unternehmen seine Ziele in Bezug auf Gewinnmaximierung setzt, es 	alle Beteiligten dazu verführt wiederum zu versuchen, ihre eigenen 	Gewinne zu maximieren, indem sie so wenig wie möglich geben und so 	viel wie möglich nehmen. Die Leistung des Systems würde so schnell 	verschlechtert und die Gewinne schnell verdunsten.</li>
</ol>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong><br />
Das alte Paradigma der Profitmaximierung und Shareholder Values als der eigentliche Sinn eines Unternehmens hat unbeabsichtigt negative Konsequenzen geschaffen. Unternehmen und Konzerne werden als geizig, egoistisch und böse gesehen. Die Wirtschaft wird als die Umwelt ausplündernd und der Welt Schaden zufügend gesehen. Wir können die Feindseligkeit gegenüber der Wirtschaft entfernen, indem wir unsere Denkweise ändern und die Unternehmen daran arbeiten bessere Bürger zu werden. Konzerne müssen ihren Sinn überdenken, weshalb sie existieren.</p>
<p>Zusammengefasst ist die Wirtschaft grundsätzlich eine Gemeinschaft von Menschen, die zusammenarbeiten um Werte für andere Menschen zu schaffen, ihre Kunden, Mitarbeiter, Investoren und die grössere Gesellschaft. Wirtschaft interagiert in innerhalb einer Harmonie der Interessen. Zur gleichen Zeit müssen die Non-Profit-Organisationen finanziell nachhaltiger werden und anerkennen, dass Geld und Profit gut sind, nicht böse, und notwendig für sie, um ihren Sinn und Zweck zu erfüllen. Eine ganzheitliche Perspektive ist essenziell für Non-Profits. Ein neues Bewusster Kapitalismus Paradigma wird die Effektivität jeglicher Art von Organisation verbessern. Doch warum wollen wir eigentlich <em>gutes tun</em> in der Welt?</p>
<p>Als Kleinkind sind wir egozentrisch, wir kümmern uns nur um unsere eigenen Bedürfnisse und Begierden. Wenn wir reifer werden, wachsen wir über den Egozentrismus hinaus und beginnen uns um andere zu sorgen – unsere Familien, Freunde, Gemeinden und Länder. Unsere Fähigkeit zu lieben erweitert sich zur Liebe zu anderen Rassen, Religionen und Länder – potenziell zu bedingungsloser Liebe zu allen Menschen und sogar anderen lebenden Kreaturen. Dies ist das Potenzial als menschliche Wesen, sich am Erblühen der Menschen überall zu erfreuen. Lasst uns alle unser Potenzial für tiefere Liebe verwirklichen und es in die Welt hinaustragen. Lasst uns zusammen dieses neue Wirtschaftsparadigma des Bewussten Kapitalismus erschaffen.</p>
<p><em>Quellennachweis:</em></p>
<p><em>John Mackey — <a href="http://www2.wholefoodsmarket.com/blogs/jmackey/2006/11/09/conscious-capitalism-creating-a-new-paradigm-for-business/#more-17" target="_blank" rel="external nofollow">Conscious Capitalism: Creating a New Paradigm for Business</a></em><br />
<em>Dr. Raj Sisodia — <a href="http://www.cc-institute.com/cci/images/stories/cc/Conscious-Capitalism-Theory-and-Practice.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">Conscious Capitalism: Theory &amp; Practice</a></em><br />
<em>Patricia Aburdene — <a href="http://astore.amazon.de/heinzrobert-21/detail/3899011627" target="_blank" rel="external nofollow">Megatrends 2020: Sieben Trends, die unser Leben und Arbeiten verändern werden</a></em><br />
<em>Michael Strong — <a href="http://astore.amazon.de/heinzrobert-21/detail/0470450037" target="_blank" rel="external nofollow">Be the Solution: How Entrepreneurs and Conscious Capitalists Can Solve All the World’s Problems</a></em></p>
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		<title>Kapitalismus 3.0</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 00:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die sieben Akupunkturpunkte des sozialen Organismus Der international tätige Aktionsforscher und Autor Otto Scharmer ist überzeugt: Der Zusammenbruch unserer Zeit ist nicht ein solcher der Finanzen oder der Wirtschaft, sondern des Bewusstseins. In einem großen Entwurf skizziert er sieben Ansatzpunkte zur Überwindung der Krise des Kapitalismus. Die Krise unserer Tage dreht sich nicht um einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 20px; font-weight: bold;"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/iStock_000009888242XSmall.jpg" rel="lightbox[554]"><img class="alignnone size-medium wp-image-559" title="Acupuncture Needle@iStockphotos" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/iStock_000009888242XSmall-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" /></a></span></p>
<h2>Die sieben Akupunkturpunkte des sozialen Organismus</h2>
<p><em>Der international tätige Aktionsforscher und Autor Otto Scharmer ist überzeugt: Der Zusammenbruch unserer Zeit ist nicht ein solcher der Finanzen oder der Wirtschaft, sondern des Bewusstseins. In einem großen Entwurf skizziert er sieben Ansatzpunkte zur Überwindung der Krise des Kapitalismus.</em></p>
<p>Die Krise unserer Tage dreht sich nicht um einen Zusammenbruch des Finanzwesens oder der Ökonomie. Die wirkliche Krise betrifft einen geistigen Zusammenbruch – den Zusammenbruch des üblichen ökonomischen Denkens. Genau wie der Fall der Berliner Mauer 1989 das Ende eines fundamentalistischen Weges von Gesellschaft und Wirtschaft bedeutete – den Zusammenbruch des Staatssozialismus – markiert der Crash an der Wallstreet das Ende des neoliberalen Fundamentalismus. Aber die öffentliche Debatte darüber und die Antworten auf die Krise werden bisher von den gleichen, alten Kategorien bestimmt, die uns in diese Krise hineingeführt haben.</p>
<p>Dabei ist die Finanzkrise nur Teil einer Reihe weiterer, großer Herausforderungen unserer Tage: der Energiekrise, der Wasserkrise, der Ernährungskrise, der Sicherheitskrise, der Führungskrise, der Gesundheitskrise, der Bildungskrise, der Klimakrise. Krisen-Gespräche überall. Aber jede diese Krisen hat bisher weitgehend ihren ganz eigenen Diskurs, ihre eigenen NGOs, eigene Konferenzen und Notprogramme hervorgebracht. Und während sich auf all diesen Gebieten auch bereits um Wandel bemühte Menschen in besten Absichten engagieren, scheint es offensichtlich an zwei Dingen bisher zu fehlen: Erstens fehlt ein Diskurs zwischen diesen Feldern und darüber, wie sie eigentlich zusammenhängen; und zweitens fehlt ein Diskurs über die systemischen Wurzelursachen, die das ganze Muster dieser Krisen weiterhin reproduzieren.</p>
<p>Ich bin überzeugt: Der wichtigste Ausgangspunkt der gegenwärtige Krise ist unser eigenes Denken, die Art, wie wir kollektiv über wirtschaftliche Zusammenhänge denken – oder eben nicht denken. Um diese vertikale Dimension der Krise zu erforschen, haben wir 2009 eine Forschungsgruppe am <em>MIT Green Hub</em> (Massachusetts Institute of Technology) und im Presencing Institute gegründet, zusammen mit Praktikern und Experten, die an der Spitze der Transformation des Kapitalismus hin zu einer grünen, inklusiven, regenerativen Ökonomie arbeiten. Außerdem haben wir inzwischen in einer Serie von Runden Tischen mit Pionieren und Forschern Rahmenbedingungen erörtert, die ein neues Denken, einen besseren Austausch und gemeinsame Aktionen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft befördern sollen. In diesen Gesprächen hat sich eine Art <em>Landschaft der ökonomischen Transformation</em> abgezeichnet, die hier in einem ersten Entwurf festgehalten werden soll. In diesem Entwurf spreche ich von sieben Akupunkturpunkten, durch deren Aktivierung ein grundlegender sozialer Wandel entstehen könnte.</p>
<p><strong>1. Neue Formen der Koordination: Gemeinschaftliches Handeln, das aus gemeinsamem Bewusstsein und Willen entspringt</strong><br />
Der erste Akupunkturpunkt betrifft die Evolution der Koordinierungsmechanismen, die heute die globale Verteilung der Arbeit steuern. Wenn wir uns die vor uns stehenden großen und historisch unvergleichlichen Transformations-Herausforderungen ansehen und selbst die noch zurückhaltendsten Annahmen über den Fortgang des Klimawandels oder der Armut zugrunde legen, dann ist es keine Frage, dass wir einen massiven Wandel an gemeinsamem Bewusstsein brauchen, das eine andere und tiefere Ebene gemeinschaftlicher Antworten entzünden kann: lokal, regional, national und global. Dazu brauchen wir massive private und öffentliche Investitionen in neue Infrastrukturen: beispielsweise in ortsgebundene Gemeinschaften wie ökologische Stadtsysteme, aber auch in weiter gestreute Wirtschafts-Ökosysteme, die wie in einer Kette alle Beteiligten von den Erzeugern bis zu den Verbrauchern verbinden. Auch im Bereich des Gesundheitswesens wäre dies wünschenswert. Auf politischer Ebene gehören hier Ansätze gemeinschaftlicher Planung und Elemente direkter Demokratie hinein. Das gesamte Netz von Beziehungen um spezifische Systeme herum muss transparenter werden (open-minded), empathischer und einschließender (open hearted), handlungsorientierter und hilfsorientierter (open-willed).</p>
<p>Elemente dieser neuen Form werden immer schon bei Katastrophen-Sofortaktionen sichtbar: Da kommen wir zusammen, schauen die Situation an, entscheiden gemeinsam und schnell, was als nächstes getan werden muss – ohne abstrakte Koordination gehen wir augenblicklich in gemeinsames Handeln über. In solchen Fällen entsteht gemeinsames Handeln aus dem „Körper“ der gemeinsamen Aufmerksamkeit und des gemeinsamen Willens, die alle Beteiligten zur gleichen Zeit am gleichen Ort in dieser Situation verbinden. Diese Form von Gegenwärtigung als ein von der Zukunft her agierender Koordinationsmechanismus fehlt uns heute in fast allen Bereichen der Gesellschaft.</p>
<p><strong>2. Schaffung von Eigentumsrechten für lebenswichtige Gemeingüter</strong><br />
Der zweite Akupunkturpunkt betrifft die Evolution von Eigentumsrechten. Märkte ohne Privateigentum haben sich nicht als besonders effektiv erwiesen, wie wir aus der Situation in Osteuropa nach 1990 oder aus einigen Ländern Südamerikas wissen. Andererseits steht eine Gesellschaft mit einer Ökonomie, die an die Stufe 3.0 grenzt, heute vor neuen Herausforderungen, die nicht durch reine Privatisierung lösbar sind – wie wir zuletzt durch den Zusammenbruch der Finanzmärkte nach 2008 gesehen haben.</p>
<p>Wenn wir versuchen, den großen Zusammenhang zu erfassen, können wir erkennen, was das Problem ist: Es liegt darin, dass die privaten Kosten andere sind als die sozialen Kosten. Es handelt sich um das, was die Ökonomen externe Effekte nennen. Eine Firma, die die Luft verschmutzt, zahlt bisher nicht für die Benutzung des begrenzten Umfangs dieses Gemeingutes. Ein Landwirt bezahlt nicht für die Vergiftung des Grundwassers, wenn er Pestizide einsetzt. Der Bio-Bauer nebenan, der keine (de facto subventionierten) Herbizide und Pestizide benutzt, verkauft seine Produkte zu einem höheren Preis, obwohl die konventionelle Landwirtschaft, wenn wir alle versteckten sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Kosten hinzurechneten, der Gesellschaft auf lange Sicht weit teurer zu stehen kommt. Die privaten Kosten spiegeln nicht die wahren sozialen und umweltbezogenen Kosten wider. Was lässt sich praktisch tun?</p>
<p>Peter Barnes, Autor des Buches <em>Kapitalismus 3.0</em>, hat vorgeschlagen, diese fehlenden Anteile durch Schaffung einer neuen Klasse von Besitzrechten einzubringen: Gemeingüterrechte. Diese Rechte könnten effektiv durch Treuhandstellen verwaltet werden, die diese Eigentumsrechte besitzen und Fonds erhalten (aus Einnahmen aus dem Karbonhandel beispielsweise) und an die Bürger verteilen (pro Person ein Anrechtsschein), an Gemeinschaften und teilweise auch an die öffentliche Hand zur Investition in die öffentliche Infrastruktur.</p>
<p>Ein Beispiel für eine solche gemeingüterbasierte Treuhand ist der <em>Alaska Permanent Fund</em>. Dieser Fonds erhält bis zu 25 Prozent der Einnahmen aus der Förderung von Öl und Gas, die zum Wohl der gegenwärtigen und künftigen Generationen Alaskas verwendet werden.</p>
<p>Der entscheidende Punkt solcher treuhandbasierten Gemeingüterrechte liegt darin, dass sie nicht wie Unternehmen agieren (die immer profitorientiert arbeiten), aber auch nicht wie staatliche Verwaltungen (die mittelfristig stets irgendwelchen Interessengruppen politischer Art folgen). Eine Treuhand ist für die langfristige Nachhaltigkeit eines spezifischen Gutes verantwortlich, das sie immer schon im Blick auf die nächste Generation managen wird.</p>
<p>Als persönliche Anmerkung: Meine Familie und ich haben uns entschieden, unseren Privatbesitz an einem landwirtschaftlichen Hof in eine treuhandähnliche Besitzform zu übertragen, die der Aufgabe des Hofes – nachhaltiger Landwirtschaft, Erziehung und der Schaffung sozialen Bewusstseins – verpflichtet ist. Mit dieser treuhandbasierten Rechtsform konnten wir weit bessere Ressourcen, Investitionen und nicht zuletzt Partner gewinnen, die an bahnbrechenden, neuen sozialen, ökonomischen und ökologischen Praktiken interessiert waren. Was wir „verloren“ haben ist die Möglichkeit, dieses Stück Privatbesitz in Geld umzuwandeln; aber was wir dadurch „gewonnen“ haben ist ein Stück Gemeineigentum, das nun wahrscheinlich weit besser für die Stufe 3.0 der Ökonomie gerüstet ist.</p>
<p><strong>3. Schaffung von Grundeinkommen und Zugang zu Gesundheit, Bildung und Unternehmerpotenzial</strong><br />
Der dritte Akupunkturpunkt betrifft die Evolution von Arbeit und Einkommen. Was ist hier der große Zusammenhang? Drei bis vier Milliarden Menschen leben heute auf unserem Planeten in Armut. Fehlt es an den Produkten, um diese Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen? Keineswegs! Im Gegenteil, global gesehen haben wir mehr Erzeugnisse als wir verkaufen können. Was also ist das Problem? Es liegt beim Einkommen. Den Menschen fehlt das Einkommen um zu kaufen, was vorhanden ist. Warum? Weil wir bei unserem Denken in Sachen Einkommen immer noch auf Stufe 1 des Kapitalismus stehen. Weil wir immer noch denken, dass nur diejenigen, die über Erwerbsarbeit verfügen, auch Einkommen beziehen sollen. Aber schon heute werden große Anteile von Einkommen nicht mehr durch Erwerbsarbeit bestritten. Und wenn wir heute Milliarden an Dollars für die Oligarchie der Wallstreet aufwenden, warum dann nicht auch maßvolle Beträge für jene, die direkt unten der Folgen der Krise zu leiden haben?</p>
<p>Die grundlegende Herausforderung an uns lautet: Sind wir bereit zu akzeptieren, dass wir nicht getrennt voneinander sind, sondern ein ökonomisch und sozial stark voneinander abhängiges Feld von Beziehungen und Gemeinschaften bilden? Und wenn wir zustimmen, dass diese vielschichtige Verbindung existiert: Sind wir bereit, einander die Hände zu reichen? Wenn die Antwort darauf „ja“ lautet, dann wäre es die höchstmögliche ökonomische Intervention, einfach ein <em>Grundrecht auf Einkommen</em> zu schaffen, das, kombiniert mit freiem Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, ein vielschichtiges Spielfeld schaffen würde, dass es jedem ermöglichte, seinem Streben und seinen Träumen nachzugehen.</p>
<p>In vor-kapitalistischen Zeiten haben nicht wenige ihren Körper als Sklaven und Leibeigene für Einkommen verkauft. Im Kapitalismus war es die Zeit, die verkauft wurde. In dieser Abhängigkeit stehen wir, trotz gewisser Regulationen, auch noch im Kapitalismus 2.0. Wie wird die Arbeit im Kapitalismus 3.0 aussehen? Unabhängig. Wir werden Unternehmer sein, nicht mehr Menschen, die ihre Zeit verkaufen.</p>
<p><strong>4. Schaffung eines offenen und transparenten Geldwesens</strong><br />
Der vierte Akupunkturpunkt betrifft die Evolution von Geld und Kapital. Bernhard Lietaer zufolge (<em>Die Zukunft des Geldes</em>) liegt das größte Problem unseres gegenwärtigen Geldsystems darin, dass es <em>zu effizient</em> ist. Es fokussiert die kurzfristige finanzielle Profitabilität auf Kosten einer Masse an unbeabsichtigten Nebeneffekten, welche die langfristige Gesundheit, Widerstands– und Überlebensfähigkeit des Systems zerstören. Diese Ausrichtung des Finanzsektors hat jene Form des Wallstreet-Kapitalismus hervorgebracht, die zu der verhängnisvollen Privatisierung der Gewinne und der gleichzeitigen Sozialisierung der Verluste geführt hat.</p>
<p>Was ist die wirkliche Aufgabe des Geldes? In welcher Beziehung steht der Finanzsektor zur Realwirtschaft? Wenn die Profite des Finanzsektors von 16 Prozent der Unternehmensgewinne (zwischen 1973 und 1985) auf 41 Prozent in den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends gestiegen sind, hat dann der Finanzsektor so viel mehr wirklichen Wert in die Wirtschaft gebracht? Was wir vergessen, wenn Wallstreet-Banker über die von ihnen geschaffenen „Werte“ sprechen: Geld ist keine Ware. Und Geld hat keinen Wert ohne die reale Wirtschaft, auf die es sich bezieht.</p>
<p>Wenn aber das Geld keine Ware ist wie andere Produkte und daher ganz anders behandelt werden muss – was ist es dann? Geld verkörpert die Beziehungsdimension der Wirtschaft. Geld gibt uns das Recht, bestimmte Anteile von Werten (Gütern oder Dienstleistungen) zu erwerben, die die reale Wirtschaft hervorgebracht hat. Geld ist für die Realwirtschaft das, was das Zirkulationssystem für den menschlichen Körper ist: Es hält die Teile des Systems beisammen und am Leben. Das bedeutet, dass die Institutionen, die die Geldzirkulation durch den Kollektivkörper der Wirtschaft leiten, in genau diesem Sinne arbeiten müssen: dem ganzen System zu dienen und es nicht auszubeuten. Sinnloses Pumpen von Geld in dieses System, das zu einer neuen Blase von 30 oder 40 Billionen Dollar führt, dient nicht der Realwirtschaft. Die allseits bekannten Praktiken von horrenden Bonuszahlungen durch den Finanzsektor ebenso wenig – sie ruinieren die Wirtschaft.</p>
<p>Der Kern meiner Argumentation zielt aber nicht in Richtung einer verfehlten individuellen Ethik – er zielt auf das Design des Systems. Das heutige System erzeugt eine Überversorgung mit Geld und Kapital auf Gebieten, die hohe finanzielle Gewinne produzieren, in den Bereichen Umwelt und Soziales jedoch wenig Nutzen erzeugen. Auf der anderen Seite haben wir eine Unterversorgung mit Geld auf Gebieten, die wichtigen Gemeinschaftsaufgaben dienen, und die dabei zwar kaum finanziellen Gewinn, dafür aber hohen sozialen Ertrag abwerfen. Das ist die Situation: zu viel Geld da, wo wir es nicht wirklich brauchen, und zu wenig da, wo wir es dringend nötig haben.</p>
<p>Warum ist das so? Weil das derzeitige System geschaffen ist, genau das zu tun. Wir müssen daher dieses System überdenken und überarbeiten, damit es besser ausbalanciert wird. Ansonsten wartet schon das Platzen der nächsten Blase oder der nächste Zusammenbruch auf uns. Wir brauchen ein System, das den unterschiedlichen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft dienen kann, ihren unterschiedlichen entwicklungsmäßigen und finanziellen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend.</p>
<p>Können wir Geld neu denken, so dass es den wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnissen besser dient? Yes we can. Ein Beispiel dafür ist die Entscheidung von Bill Gates und Warren Buffet, den Löwenanteil ihres Vermögens der <em>Bill &amp; Melinda Gates Foundation</em> zu übertragen, die es in Projekte mit sozialer Mission investiert. Dies ist eine großzügige Geste außergewöhnlicher Persönlichkeiten. Doch ein neu konzipiertes Geldwesen müsste auf grundlegende, mehr systemische Weise helfen, das fundamentale Ungleichgewicht zwischen Überversorgung mit Geld entziehendem Kapital auf der einen und Unterversorgung mit Schenk-Kapital auf der anderen Seite besser auszubalancieren.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel ist der Vorschlag zur Schaffung von Komplementärwährungen, die regionale Wirtschaften unterstützen und mit vielen positiven ökologischen und sozialen Nebeneffekten einhergehen. Lokale Komplementärwährungen können außerdem helfen, die Risiken periodisch wiederkehrender Währungskrisen zu reduzieren.</p>
<p>Ein drittes Beispiel ist der Vorschlag, das Wallstreet-System durch offenere und transparentere, Web-basierte Plattformen zu ersetzen, die eine direkte Interaktion zwischen Geldgebern und Geldnehmern erlauben. Eine Anzahl solcher direkter Plattformen existiert bereits, beispielsweise die Organisation • <a href="http://www.prosper.com" target="_blank" rel="external nofollow">www.prosper.com</a>, wo Geldgeber und Leihende sich direkt in Beziehung setzen können, mit fast einer Million eingetragenen Nutzern. Ähnliche Plattformen existieren auch in Deutschland (z. B. • <a href="http://www.betterplace.org" target="_blank" rel="external nofollow">www.betterplace.org</a>).</p>
<p><strong>5. Schaffung von Open Source-Technologien für Gemeinschaftsinnovation</strong><br />
Der fünfte Akupunkturpunkt betrifft die Evolution der Technologie. Technologie und Zugang zu Technologie sind entscheidend für viele komplexe Herausforderungen der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Welche übergreifenden Zusammenhänge sind hier wichtig? Ein Aspekt ist die höchst interessante Entwicklung von den Patentrechten hin zu Open Source-Technologien. Ein anderer liegt darin, dass das Wesen der Technologie sich ändert: von einem Werkzeug, das uns dient (ein Hammer) zu einem System (das uns wie Microsoft Office eine ganze Palette von Aktivitäten bietet, aber gleichzeitig in dieses System einschließt) hin zu einer Open Source-Plattform (das Internet) das uns Zugang zu kreativen und hoch kooperativen Gemeinschaften (wo sich Freiheit und Abhängigkeit abwechseln) ermöglicht.</p>
<p>Ein dritter Aspekt ist, dass der Löwenanteil der globalen Ausgaben für Forschung und Entwicklung heute dem Ziel kommerziellen Profits dient und nicht sozialen Bedürfnissen. Deshalb vernachlässigen die Pharmaunternehmen einkommensschwache Bevölkerungen in Afrika oder Automobilkonzerne die Entwicklung verbrauchsarmer Fahrzeuge. Angesichts der großen Herausforderungen des Klimawandels und der Weltarmut wissen wir, dass zwei Dinge nötig sind: massive öffentliche und private Investitionen in die Kern-Technologien einer nachhaltigen Transformation sowie die Schaffung des Zugangs zu diesen Technologien, damit von ihnen eine globale Hebelwirkung ausgehen kann. Mit anderen Worten: Der Zugang zu diesen Technologien darf nicht durch Urheberrechte gerade in den Regionen der Welt eingeschränkt sein, die sie dringend brauchen, aber sich nicht leisten können.</p>
<p>Die Essenz von Technologie und die Antriebskraft der Wirtschaft ist letzten Endes dieselbe: die schöpferische Fähigkeit des Menschen. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Technologie geht zurück auf das griechische Wort techné, Kunst. Gemeingüter zu schaffen, die mehr und mehr – und zuletzt jeden – Menschen befähigen, mit dieser Fähigkeit zum Schöpferischen in Verbindung zu kommen, ist in meiner Sicht das letztendliche Ziel von Technologie (siehe dazu auch Heideggers Werk <em>Die Technik und die Kehre</em>).</p>
<p><strong>6. Gründung einer Global Action Leadership School für die Grüne Transformation</strong><br />
Der sechste Akupunkturpunkt betrifft die Evolution von Führung und Lernen. Welche spezifischen Fähigkeiten sind entscheidend für unsere Mission im 21. Jahrhundert, gleich ob es um Wirtschaft, Sozialunternehmen, Regierung, Medien oder andere Arbeitsbereiche geht? Ich habe bisher rund 15 Jahre damit verbracht, Change-Projekte in verschiedenen Sektoren, Systemen und Kulturen als Berater zu begleiten. Was mich dabei überrascht: Egal ob ich in der Auto– oder Computerindustrie, im Gesundheits– oder Erziehungswesen oder mit Regierungsverwaltungen arbeite, das Thema ist immer dasselbe – die Führungskräfte versuchen, auftretende Probleme mit den üblichen Mitteln zu bewältigen. Aber mehr von demselben ist niemals gut genug. Manager und Führungskräfte sind heute Problemen ausgesetzt, die von ihnen verlangen zu verlangsamen, innezuhalten, sich umzuwenden, zuzuhören, auszuhalten, mehr zuzuhören, zu spüren, was geschehen will, sich gegenüber den inneren Quellen des Wissens zu öffnen. Und Führungskräfte müssen alles das gemeinsam machen. Dann, wenn ein Funke von Einsicht und Inspiration an die Oberfläche kommt, können sie sich darauf konzentrieren und mit ihm weiter arbeiten. Sie können kleinere Prototypen oder Landebahnen für die Zukunft bauen, kleine Experimente die uns erlauben die Zukunft im Tun zu erkunden.</p>
<p>Dies sind Fähigkeiten, die heute in jedem Beruf, in jedem Industriezweig und in allen Kulturen gebraucht werden. Und es sind Fähigkeiten, die heute leider auf keinem Campus gelernt werden können. Genau hier liegt heute der blinde Fleck höherer Bildung. Um das zu ändern, müssen wir uns von den meisten fachbezogenen Wissens-Kanons verabschieden – sie repräsentieren immer noch das Mittelalter mitten in unserer Zeit. Was würde dann bleiben? Nichts. Und genau da beginnt die Zukunft. Diese Leer-Stelle wäre der Ort von Möglichkeit, wo ein neues Lernen und eine neue Gestalt von Hochschule entstehen könnten.</p>
<p>Drei Quellen halte ich für diese neue Gestalt für wesentlich: Erstens das Aufgreifen gesellschaftlicher Herausforderungen wie etwa „die Nachhaltigkeits-Transformation von Stadtökologien“, die partnerschaftliches, situatives und interdisziplinäres Engagement erfordern. Zweitens die Studierenden: die Fragen, die Aspirationen und das Bewusstsein, das Studierende mitbringen. Und drittens fundamentale Methoden und Werkzeuge einer sozialen Technologie, die es erlauben, Zukunft überhaupt erscheinen zu lassen. Wenn wir dann noch etwas Basiswissen in Sachen Geld, Buchhaltung, Systemtheorie und ein wenig Handwerkzeug im Umgang mit modernen Medien hinzufügen, wird man gut vorbereitet sein für die Herausforderungen dieses Jahrhunderts.</p>
<p>Es gibt heute bereits kleine Zusammenhänge von Menschen, die in dieser Richtung arbeiten. Könnten wir diese innovativen und inspirierten Menschen nicht in einer neuen, globalen forschenden und handelnden Hochschule verbinden? Was wäre, wenn wir dem einen Namen geben würden: etwas wie „g.school“ für grüne, generative, globale Aktionsforschungs-Hochschule zur Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft? Vielleicht könnte dieses Netzwerk von Orten und Prototypen neues Leben in die sterbende alte Institution der Universität bringen?</p>
<p><strong>7. Öffentliches Bewusstsein und Vertiefung von Demokratie</strong><br />
Der siebte Akupunkturpunkt betrifft unsere eigene Evolution als Konsumenten, Anwender und Bürger. Unsere Gesellschaft ist heute im Wesentlichen von drei Sektoren bestimmt: Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft. In diesen Sektoren gibt es vier unterschiedliche Formen von Kommunikation: Erstens Kommunikation in Art von „Downloads“ (einseitig, manipulativ, wie etwa Propaganda im Bereich Politik oder Werbung im Bereich Wirtschaft), dann zweitens die Form der Debatte (zweiseitig, transaktional); dann drittens den Dialog (multilateral, reflektierend) und viertens schließlich die Form, die ich „presencing“ nenne (multilateral und transformierend).</p>
<p>Im Kapitalismus 1.0 ist die Kommunikationsstruktur auf die ersten beiden Formen beschränkt. Wir müssen den Lärm der Kommunikation des erstens Typs reduzieren und den Schritt vom transaktionalen zum reflektiven und transformativen Typ (drei und vier) beschleunigen.</p>
<p>Im Modell des Kapitalismus 2.0 sind die drei ersten Kommunikationstypen schon eingeschlossen. Seine höchste Form ist der Beteiligten-Dialog. Obwohl es hier viel Bewegung gegeben hat, hat diese Form aber bisher zu wenig transformativem Handeln, wirklichen Durchbrüchen und kollektiven Innovationen geführt.</p>
<p>Das bisher noch nicht realisierte 3.0-Modell unserer Gesellschaft würde die drei ersten Formen von Kommunikation einschließen; aber das Modell 3.0 würde sich darauf konzentrieren, neue Infrastrukturen gesellschaftlicher Erneuerung zu schaffen, die bereichsübergreifende Initiativen für grundlegende Innovationen und Wandel unterstützen.</p>
<p><strong>Das Neue ins Dasein Hineinhören</strong><br />
Die sieben Akupunkturpunkte haben eines gemeinsam: Jeder von ihnen unterstützt ein entscheidendes Glied bei der Bildung einer neuen Infrastruktur. Das Fehlen dieser Infrastruktur verhindert bisher, dass sich die vielen kleinen, schon existierenden Beispiele für den Fortschritt wirksam verbreiten.</p>
<p>Eine neue, verbindende Infrastruktur des gemeinsamen Besinnens und des schöpferischen Hinhörens würde einen Ort schaffen, an dem sich die Pioniere aller sieben Akupunkturpunkte begegnen, einander zuhören und voneinander lernen könnten, das Gesamtbild aus dem Blickwinkel des anderen zu sehen um sich beim Weg nach vorn zu unterstützen.</p>
<p>Noch einmal zusammengefasst geht es darum, Wege der weiteren Verflechtung ihrer Aktivitäten in folgender Art entwickeln:</p>
<ol>
<li>Erweiterung der konventionellen Koordinationsmechanismen der Regulierung hin zu gemeinschaftlichem Handeln, das aus einem gemeinsam geteilten Bewusstsein und gemeinsamem Willen entspringt;</li>
<li>Schaffung einer neuen Form von Eigentumsrechten, die es uns ermöglicht, den Gebrauch von natürlichen, kulturellen und sozialen Gemeingütern wirtschaftlich (preislich) zu bewerten;</li>
<li>Schaffung einer neuen Form von ökonomischen Menschenrechten, die ein Grundeinkommen und Zugang zu Gesundheit, Bildung und unternehmerischer Betätigung für alle einschließen;</li>
<li>Entwerfen eines besser ausbalancierten Finanzsystems, das die Überversorgung mit Investmentkapital für hohe finanzielle Rendite und geringe soziale Rendite und die Unterversorgung des Sektors mit hoher sozial-ökologischer und geringer finanzieller Rendite ausgleicht;</li>
<li>Neuausrichtung öffentlicher und privater Investitionen hin zu grünen und sozialen Technologien und Gestaltung von Eigentumsrechten in einer Weise, die deren Nutzen für die Gesellschaft fördert;</li>
<li>Neuerfindung von Erziehung und der Bildung von Führungskräften, die es ihnen erlaubt, von der entstehenden Zukunft her zu lernen und die Beschränkung der bloßen Reproduktion von Fachwissen zu überwinden;</li>
<li>Neuerfindung öffentlicher Kommunikation und Reflexion als Wiedergewinnung des Sauerstoffs, den wir zur Vertiefung des Prozesses von Demokratie brauchen.</li>
</ol>
<p>Das klingt nach viel. Aber all diese Dinge sind bereits im Entstehen. Was fehlt, ist, sie in einer mehr gemeinschaftlichen Weise zu mobilisieren und sie als ein Set von zusammenhängenden Akupunkturpunkten zu erkennen. Ich verwende hier ausdrücklich diesen Begriff, weil in der Traditionellen Chinesischen Medizin versucht wird, die Selbstheilungskräfte des Organismus als ein Ganzes zu aktivieren. Das ist ganz ähnlich wie das, was wir für den sozialen Organismus brauchen. Es ist noch viel interessanter und herausfordernder, an der Heilung dieses sozialen Organismus zu arbeiten als an einem einzelnen menschlichen Organismus. Denn wir selbst sind es, die diesen Organismus von Augenblick zu Augenblick mitschaffen. Die sogenannten Gesetze der Ökonomie und Soziologie sind nicht von gleicher Art wie jene der Naturwissenschaften. Die „Gesetze“ des Gesellschaftlichen werden vielmehr bestimmt vom Bewusstsein der Menschen und wenn dieses Bewusstsein sich ändert, dann können sich auch ihre Verhaltensformen und die Gesetze ändern. Und das bringt uns schließlich zurück zu dem blinden Fleck: der Qualität des Bewusstseins, das wir als menschliche Wesen teilen.</p>
<p>Übersetzung und Bearbeitung: Jens Heisterkamp<br />
Originalartikel aus dem Magazin <a href="http://www.info3.de/c5/index.php/thema/kapitalismus-3-0/" target="_blank" rel="external nofollow">Info3</a>. Veröffentlichung mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers.<br />
Die vollständige englischsprachige Version findet sich auf der Website <a href="http://www.presencing.com" target="_blank" rel="external nofollow">www.presencing.com</a></p>
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		<title>Tiefenintelligenz</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 16:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die kritische Intelligenz für den Führungserfolg im 21sten Jahrhundert Von Cindy Wigglesworth (übersetzt und veröffentlicht mit Genehmigung der Autorin von Heinz Robert) Die Idee, dass es für effektive Führerschaft mehr braucht als hohen IQ, ist bereits gut akzeptiert. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde Daniel Coleman’s bahnbrechende Forschung in Emotionaler Intelligenz (EQ) von den Wirtschaftstreibenden [...]]]></description>
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<h2>Die kritische Intelligenz für den Führungserfolg im 21sten Jahrhundert</h2>
<p><em>Von Cindy Wigglesworth (übersetzt und veröffentlicht mit Genehmigung der Autorin von Heinz Robert)</em></p>
<p>Die Idee, dass es für effektive Führerschaft mehr braucht als hohen IQ, ist bereits gut akzeptiert. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde Daniel Coleman’s bahnbrechende Forschung in Emotionaler Intelligenz (EQ) von den Wirtschaftstreibenden weitgehend angenommen. Es ist nicht weiter ungewöhnlich zu sehen, wie Führungskräfte in Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle, Motivation, Empathie und sozialer Kompetenz  genauso beurteilt werden, wie in traditionelleren Qualitäten wie fachlicher Tiefe, Zielstrebigkeit und Weitsicht.</p>
<p>Da Führungskräfte heute steigenden Herausforderungen im Businessumfeld ausgesetzt sind, ist sogar EQ nicht genug um ihnen beim Überleben und Gedeihen zu helfen. Autor und Organisationsberaterin Cindy Wigglesworth, Gründerin von Deep Change, glaubt, dass es vier kritische Intelligenzen, die heutige Führungskräfte entwickeln müssen. Zusätzlich zu starkem IQ und EQ, argumentiert sie, braucht es ein starkes Fundament an Physischer Intelligenz (PQ) und die Bereitschaft Spirituelle Intelligenz zu entwickeln. Wenn diese vier zusammenkommen, schreibt sie, ist das Resultat eine Tiefenintelligenz™, die es braucht um eine transformative Organisation, in einer sich schnell verändernden und unberechenbaren Welt, zu führen. In diesem Artikel diskutiert sie die einzigartigen Herausforderungen, denen Führungskräfte heute begegnen, bietet einige Hintergründe zu der Idee der Multiplen Intelligenzen, beschreibt jeder der vier kritischen Intelligenzen (mit einem bestimmten Fokus auf das wenig bekannte Konzept der SQ) und diskutiert den Nutzen und Herausforderungen der Entwicklung und der Messung dieser Intelligenzen im Businessumfeld.</p>
<h3>Einführung: Der Wandel hat sich gewandelt</h3>
<p>Am 2009 World Business Forum in New York City, Gary Hamel, vom <em>Wall Street Journal</em> tituliert als „der einflussreichste Wirtschaftsdenker der Welt“, berichtete er den versammelten Delegierten: „Das Erkennungsmerkmal unserer Zeit ist das Tempo des Wandels. Nach 13,5 Milliarden Jahren der Evolution, kam die Veränderung allzu kritisch in unsere Lebenszeit. Die Welt verändert sich schneller als Unternehmen widerstandsfähig werden können.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-1" id='fnref-454-1'>1</a></sup></p>
<p>Für heutige Organisationen ist Veränderung nicht länger ein Luxus oder etwas, das du am jährlichen Strategieplanungsretreat diskutierst. Sie wurde zu einer täglichen Herausforderung. Wie ein Artikel im Magazin <em>BusinessWeek</em> es brachte, „Es gibt kein Normal mehr. … Schlaue Führungskräfte erkennen, dass sie diese Krise als einen Katalysator verwenden können, um neue Wege des Denkens und Geschäftemachens anzünden können.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-2" id='fnref-454-2'>2</a></sup></p>
<p>Cisco CEO John Chambers, einer der derzeitig innovativsten und unkonventionellsten Führungskräfte, sagte zu <em>McKinsey Quarterly</em>, dass „Wohin die Industrie auch geht. In jeder Industrie wird es darum gehen, wie wirst du dich verändern? Wie kommst du aus deiner Komfortzone heraus? Wenn du dich nicht bewegst, wirst du zurück bleiben.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-3" id='fnref-454-3'>3</a></sup> Ein nachhaltiger Wandel kann nicht bloß eine oberflächliche Umordnung sein. Für die meisten Organisationen ist tiefe Veränderung notwendig, aber wie es Hamel beobachtet, „tiefe Veränderung führt fast immer zu einer Krise.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-4" id='fnref-454-4'>4</a></sup> Menschen werden „ins eisige Wasser der Veränderung gestoßen, durch Umstände die ausserhalb ihrer Kontrolle ist.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-5" id='fnref-454-5'>5</a></sup></p>
<p>Es scheint in der menschlichen Natur zu liegen, dem Wandel so lange als möglich zu widerstehen, und wie Chambers es klar macht, es sind oft die Führer die am widerstandsfähigsten sind.<sup class='footnote'><a href="#fn-454-6" id='fnref-454-6'>6</a></sup> Was wäre, wenn wir das ändern können? Was, wenn eine neue Sorte von Führungskräften beginnen würde, beispielhaft zu zeigen, dass es nicht notwendig ist, dass uns das Leben an den Rand des Desasters drängt, bevor wir willens sind uns von alten Wegen, wie wir Dinge tun, zu lösen, und neue schaffen? Und was, wenn die neuen Wege solche Veränderungen sind, die so klar allen Interessengruppen der Organisation dienen, so dass das „Begreifen“ ist relativ einfach und nachhaltig?</p>
<p>Ich glaube fest daran, dass die Führer der Zukunft jene sein werden, die diese Fähigkeit entwickeln. Und ich fand heraus, dass der Schlüssel um tiefe Veränderung zu führen in einem Set von Kompetenzen sitzt, das man messen und entwickeln kann: Ein Kompetenzset, das ich Tiefenintelligenz nenne.Tiefenintelligenz bringt einige der geläufigsten Begriffe zusammen, wie Kognitive Intelligenz (IQ) und Emotionaler Intelligenz (EQ), mit der oft für selbstverständlich angesehen aber grundlegenden Idee der Physischen Intelligenz (PQ), und dem sich neu zeigenden Feld der Spirituellen Intelligenz (SQ).</p>
<p><img class="size-full alignright" style="margin-left: 10px;" title="Deep Change 1" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/deep_change_1.png" alt="" width="250" /></p>
<h3>Den Wandel führen</h3>
<p>Während die Attribute grosser Führer in unzähligen Büchern, Umfragen und Artikeln untersucht worden sind, bleibt das, was es braucht um ein grosser Führer zu werden, für viele ein Mysterium. In seinem Bestseller Buch <em>Good to Great</em>, identifizierte Jim Collins, wie er es nennt, die „Level 5 Führung“ als einen Schlüssel zu Größe,<sup class='footnote'><a href="#fn-454-7" id='fnref-454-7'>7</a></sup> und beschreibt solche Führer als überraschend zurückhaltend, bescheiden und fähig „deren Ego Bedürfnisse von sich selbst weg, in ein grösseres ganzes zu kanalisieren.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-8" id='fnref-454-8'>8</a></sup> Aber Collins beichtet: „Ich würde Ihnen liebend gerne einen Liste der Schritte geben, um ein Level 5 zu werden, doch wir haben keine soliden Forschungsdaten, die eine glaubwürdige Liste unterstützen würden. Unsere Untersuchungen enthüllten Level 5 als eine  Schlüsselkomponente in der Black Box dessen, was es braucht um ein Unternehmen von gut zu grossartig umzustellen. Jedoch innerhalb dieser Black Box ist bereits eine andere Black Box, nämlich die innere Entwicklung einer Person zu Level 5. Wir können spekulieren, was in dieser Black Box sein möge, doch es würde bloss Spekulation bleiben.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-9" id='fnref-454-9'>9</a></sup> Die Executive Leadership Umfrage<sup class='footnote'><a href="#fn-454-10" id='fnref-454-10'>10</a></sup> der Duke Universität im Jahr 2009 zeigte auf, dass die Entwicklung von Führungsqualitäten an zweiter Stelle der Herausforderungen von Organisationen steht, nur von Problemen wie Innovation und Wachstum übertroffen.</p>
<p>Was interessant ist an Collins’ Beobachtungen ist, dass die Qualitäten, die er als Definition von Level 5 identifiziert, alles Qualitäten sind, die allgemein mit spirituellen Verwirklichungen assoziiert werden. Und er ist nicht alleine mit dieser Beobachtung. So genannten „Soft-Skills“ – von Kollaboration zu Empathie, zu Inklusivität, zu Inspiration – werden bei Führungskräfte Umfragen hoch bewertet. Das heisst nicht, dass inspirierte Führer ihre MBAs aufgeben und ins Kloster wechseln sollen. Harte Wirtschaftskompetenzen und ein hoher IQ sind immer noch essentiell. Doch es beleuchtet den Fakt, dass Begriffe, die einst auf persönlichen Glauben und Selbstverbesserung beschränkt waren, sich nun im Sitzungssaal zeigen. Und die werden dort bleiben.</p>
<p>Bestsellerautoren und Wirtschaftsgurus wie Stephen Covey und Peter Senge verwenden den Begriff „spirituell“ ganz frei, und es gibt wachsende Zustimmung, dass die inneren Dimensionen des Lebens eine Schlüsselrolle spielen, für effektives Führen und nachhaltigen Erfolg. Tatsächlich, behauptet Patricia Aburdene in ihrem Buch <em>Megatrends 2010</em> (in Deutsch <em>Megatrends 2020</em>), dass „Spiritualität in der Wirtschaft, für Jahrzehnte in Stille aufgeblüht, ist ein etablierter Trend, der dabei ist sich in einen Megatrend zu morphen.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-11" id='fnref-454-11'>11</a></sup></p>
<p>Ich glaube, was uns das alles sagen möchte, dass nicht nur Emotionale Intelligenz (EQ), sondern auch Spirituelle Intelligenz (SQ), zunehmend wichtige Komponenten der Führungskraft Entwicklung werden, zusammen mit den anderen kritischen Intelligenzen, die wir vielleicht besser kennen. Die Idee der Spirituellen Intelligenz hat sich als attraktive Voraussetzung für offengeistige Unternehmen und Beratungsfirmen, einschließlich Nokia, Unilever, McKinsey, Shell, Coca-Cola, Hewlett Packard, Merck Pharmaceuticals, Starbucks und die Co-operative Bank.<sup class='footnote'><a href="#fn-454-12" id='fnref-454-12'>12</a></sup></p>
<p>Dennoch ist die Herausforderung, wie Collins deutlich macht, das Fehlen von soliden Forschungsdaten und effektiven Messwerkzeugen, um Licht in die „Black Box“ zu bringen, besonders wenn es um SQ geht. Während EQ bereits ein gut etabliertes Feld mit bewährten Methoden und Gutachten ist, findet man sehr wenig konkrete Empfehlungen darüber, wie man SQ als ein effektives Werkzeug nutzen kann, und wie man diese messen und entwickeln kann.</p>
<p>Wie wir in diesem Artikel erörtern sollten, ist es dennoch möglich, diese scheinbar unfassbaren „Fähigkeiten“, wie Jim Collins und andere sie identifizierten, zu quantifizieren. Fähigkeiten, die ich als SQ Fähigkeiten kategorisieren würde. Und für Führer der tiefen Veränderung sind sie essentiell. Um effektiv und inspirierend zu sein, müssen grossartige Führungskräfte von heute und morgen auf die Entwicklung mehrerer Intelligenzen gleichzeitig fokussieren, und fähig sein ihren Fortschritt zu messen und zu verfolgen.</p>
<h3>Multiple Intelligenzen: Ein kurzer Überblick</h3>
<p>Der Begriff der Multiplen Intelligenzen wurde erstmals von dem Psychologen Howard Gardner in seinem Buch <em>Frames of Mind</em> im Jahr 1983 vorgestellt. „Als menschliche Wesen haben wir viele verschiedene Wege um Sinn darzustellen, viele Arten von Intelligenzen,“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-13" id='fnref-454-13'>13</a></sup> schreibt Gardner. Basierend auf seiner empirischen Arbeit mit normalen und begabten Kindern, sowie mit hirngeschädigten Patienten, identifizierte er anfänglich sieben unterschiedliche Intelligenzen: Sprachlich, logisch-mathematisch, musikalisch, räumlich, körperlich-kinästhetisch, interpersonal und intrapersonal. In den letzten Jahren fügte er noch eine achte, naturalistische Intelligenz, und fährt fort über eine mögliche neunte zu spekulieren, die Existenzintelligenz.</p>
<p>Vieles der laufenden Entwicklungen und Debatten um Gardner’s Theorie ist auf Bildung zentriert, doch die Grundidee, dass wir mehr als eine Art von Intelligenz haben, hat sich weit verbreitet. So weit, dass eine Flut neuerer Bücher diesen Begriff aufgenommen haben, von „finanzieller Intelligenz“ zu „sozialer Intelligenz“ bis „praktische Intelligenz“. Das am höchsten entwickelte Feld zu diesem Begriff, war jedoch die Emotionale Intelligenz. Psychologe Daniel Goleman brachte 1995 die Idee des EQ, in seinem Buch mit gleichnamigen Titel, zu einem breiten Publikum, und speziell in die Wirtschaftswelt in seinem <em>Harvard Business Review</em> Artikel im Jahre 1998. Während es von einigen Forschern als „Pop-Wissenschaft“ abgewiesen wurde, wurde das EQ-Modell, wie es  Daniel Goleman und Richard Boyatzis kreiert haben, der am meisten benutzte Ansatz zu EQ in der Wirtschaftswelt. Seine Idee (sie war unkonventionell in der Wirtschaft zu dieser Zeit) begründend auf solide Untersuchungen in fast 200 globalen Unternehmen, war es Goleman möglich „eine überzeugende Geschichte über den Zusammenhang zwischen dem Erfolg eines Unternehmens und der emotionalen Intelligenz dessen Führung“ zu erzählen, und demonstrierte, dass „Menschen, wenn sie den richtigen Ansatz wählen, ihre Emotionale Intelligenz entwickeln können.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-14" id='fnref-454-14'>14</a></sup> Goleman identifizierte vier Hauptkonstrukte Emotionaler Intelligenz: Selbstwahrnehmung, Selbstmanagement, Soziale Wahrnehmung und Beziehungsmanagement.</p>
<p>Der Begriff der Spirituellen Intelligenz ist weniger akzeptiert und noch schwieriger festzunageln als EQ, jedoch kommt sie langsam in den Mainstream von wissenschaftlicher Erhebung und philosophischer/psychologischer Diskussion. Modelle zur Entwicklung und Messung des SQ werden auch zunehmend im unternehmerischen Umfeld verwendet. Er wurde von Bestseller-Autor mehrerer Wirtschaftsbücher Stephen Covey als eine Schlüsselkomponente von Führerschaft identifiziert. Viele Leute schreiben den Begriff Danah Zohar zu, die ihn 1997 in ihrem Buch <em>ReWiring the Corporate Brain</em> vorgestellt hat, und zusammen mit Ian Marshall in späteren Büchern weiterentwickelt hat, einschließlich <em>SQ: The Ultimate Intelligence</em>.</p>
<p>Howard Gardner, Urheber der Theorie der Multiplen Intelligenzen, entschied sich SQ nicht in seinen Intelligenzen zu inkludieren, wegen der Herausforderung zur Festlegung auf quantifizierbare wissenschaftliche Kriterien.<sup class='footnote'><a href="#fn-454-15" id='fnref-454-15'>15</a></sup> Statt dessen schlug Gardner eine „Existenzielle Intelligenz“ als realistisch vor,<sup class='footnote'><a href="#fn-454-16" id='fnref-454-16'>16</a></sup> welche spätere Wissenschaftler versucht haben mit Spiritualität zu verbinden. Es gibt eine grosse Uneinigkeit über die Messbarkeit Spiritueller Intelligenz. Viele behaupten, dass diese Fähigkeit nicht mit traditionellen Mitteln gemessen werden kann, während andere dabei bleiben, dass, wie bei den meisten psychologischen Konstrukten, ein gewisser Grad an Messbarkeit möglich ist. Ich glaube es ist nicht nur möglich, sondern essentiell, SQ zu messen, und sehr effektiv dies zu tun, als Teil einer integrierten Begutachtung die auf vier Schlüsselintelligenzen schaut: Kognitive Intelligenz (IQ), Emotionale Intelligenz (EQ), Spirituelle Intelligenz (SQ) und Physische Intelligenz (PQ).</p>
<p>Während diese vier sicher nicht die einzigen Intelligenzen sind, sind sie, wie ich finde, die am kritischten für Führungkräfte. Führungskräfte brauchen alle vier Hauptintelligenzen, und sie müssen ihre gegenseitige Beziehung verstehen. Am wichtigsten, sie müssen die spezielle Rolle des SQ verstehen, als eine integrierte Intelligenz – ein „Deckstein“ der unsere rationalen und emotionalen Kapazitäten verbindet und verstärkt. Ich stimme mit dem Autor Stephen Covey überein, dass „Spirituelle Intelligenz die zentrale und fundamentalste aller Intelligenzen ist, denn sie wird zur Quelle der Führung für die anderen…“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-17" id='fnref-454-17'>17</a></sup></p>
<h2>Die vier kritischen Intelligenzen für tiefen Führungserfolg</h2>
<p> </p>
<h3>1. Physische Intelligenz</h3>
<p>Während viele Menschen sie für selbstverständlich ansehen, ist die Physische Intelligenz (PQ) fundamental. Ich definiere PQ einfach als: „Körperwahrnehmung und gekonntes Nutzen.“ Es beginnt in der Kindheit mit dem meistern einfacher Fähigkeiten wie Herumrollen, Krabbeln, Gehen, Werfen und einen Ball fangen. Es geht das ganze Leben lang weiter in Form von wie wir unsere Energie beobachten und aufrecht halten, Ausdauer, Schlafmuster und unsere gesamtheitliche Gesundheit als ein „Corporate Athlet“.<sup class='footnote'><a href="#fn-454-18" id='fnref-454-18'>18</a></sup></p>
<p>Wenn PQ nicht gegeben ist, werden die Versuche alle anderen Intelligenzen zu entwickeln verkümmern. Wie Abraham Maslow in seiner Bedürfnispyramide demonstrierte, müssen die niederen (Mangel) Bedürfnisse erfüllt sein, bevor sich das Individuum einigen höheren (Sein) Bedürfnissen gewahr wird. „Ein hungriger Mensch gibt vielleicht sein Bedürfnis nach Selbstachtung auf um zu überleben; doch sobald er sich selbst ernähren kann, Kleidung und Obdach hat, wird er wahrscheinlich nach höheren Bedürfnissen streben.“ Wenn ein Führer an Schlafentzug leidet, wird er nicht den Fokus oder die Energie haben um kognitive, emotionale oder spirituelle Fähigkeiten zu entwickeln oder zu nutzen. Wenn wir völlig erschöpft sind, unsere Hormone ausser Balance, oder unser Blutzuckerspiegel zu niedrig, können sogar Menschen mit einem hohen IQ, EQ und SQ Logikfehler machen, unaufmerksam werden, oder Dinge aus einem engen, eigennützigen Blickwinkel betrachten. Corporate Athlets müssen ausserordentlich auf ihren Körper aufpassen.</p>
<p><img class="size-full alignright" style="margin-left: 10px;" title="Deep Change 2" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/deep_change_2.png" alt="" width="250" />Wie die Bedürfnishierarchie können auch die vier Intelligenzen als Pyramide dargestellt werden (siehe Diagramm rechts). Die Basis der Pyramide – unser PQ – muss stark sein um das „Gewicht“ der Ebenen darüber halten zu können. Wenn wir nicht auf unseren Körper achtgeben leidet auch alles andere.</p>
<h3>2. Kognitive Intelligenz</h3>
<p>IQ, oder Kognitive Intelligenz, ist die Art von Intelligenz die wir am besten kennen, und ihre Entwicklung ist durch unser Bildungssystem gestützt. Anfänglich fokussieren wir auf mathematische und linguistische Intelligenzen und einfache technische Fertigkeiten.</p>
<p>Für Führungskräfte, glaube ich, ist der wichtigste Aspekt dieser Intelligenz das erreichen eines hohen Levels an kognitiver Komplexität. Das ist am einfachsten erklärt als die Fähigkeit viele Perspektiven simultan zu berücksichtigen, einschliesslich aller Interessengruppen und die „Perspektiven“ der Gruppe, sowie der Kultur, Ökonomie und andere Systeme in denen du und dein Unternehmen eingebettet sind. In der Psychologie wird dies manchmal benannt als die Fähigkeit „systemisch“ oder „metasystemisch“ denken zu können.</p>
<p>Die Fähigkeit, das Strömen und den Fluss subtiler Veränderungen in Gruppen und Systemen wahrzunehmen, ist der Punkt bei dem IQ, EQ und SQ in Verbindung treten. Diese Intelligenzen werden zunehmend voneinander abhängig (in anderen Worten, du brauchst jede einzelne um die anderen zu entwickeln), je mehr du dir wünscht ein entwickelter und effektiver Führer zu werden.</p>
<h3>3. Emotionale Intelligenz</h3>
<p>EQ auf vielfache Weise definiert. Da es bei Tiefenintelligenz viel mehr um die Praxis und Anwendung als um die Theorie geht, übernehme ich die am bestgenutzte und feldgetestete Definition des EQ wie sie von Daniel Goleman und Richard Boyatzis entwickelt wurde.</p>
<p>Essenziell bezieht sich EQ auf unsere zwischenmenschlichen Fähigkeiten, gegründet auf emotionale Selbstwahrnehmung, Empathie und emotionales Selbstmanagement. Die 18 Fähigkeiten von EQ sind in vier Quadranten aufgeteilt. Wir können diese vier Quadranten zusammenfassen als die Kreation der Fähigkeit zu: Meine eigenen Gefühle würdigen; wahrnehmen und antizipieren von Gefühlen anderer Menschen; mit meinem eigenen Verhalten und meinen Emotionen klarkommen; guter Umgang mit meinen Beziehungen.</p>
<p>In jedem jemals getestetem Job hat EQ die Leistung verbessert. In einer der überraschenderen Studien, lieferten die besten 10% von Programmierern 320% effektiveren Code als die durchschnittlichen Programmierer. Und die Top 1% der Programmierer produzierten erschreckende 1272% mehr als Durchschnittliche. Die Differenz war gemessen als EQ Fähigkeiten in Bezug zu Teamwork: „Sie konkurrieren sich nicht – sie kollaborieren.“<sup class='footnote'><a href="#fn-454-19" id='fnref-454-19'>19</a></sup> Die Differenz ist überwältigend in einem Gebiet wo generell vermutet wird, dass es zwischenmenschliche Fähigkeiten nicht braucht.</p>
<p>Ich habe diese Different mit einem Software Kunden geprüft. Die „besten Programmierer“ hatten auch einen hohen EQ. Offensichtlich ist effektiven Code zu schreiben ganz anders als einfach Code zu schreiben. Effektiver Code arbeitet gut zusammen mit dem von anderen Programmierern, und er liefert was der Kunde will. All das heisst, EQ Fähigkeiten wie Empathie, gutes Zuhören, kooperieren mit Teammitglieder und eine hohe Kundenorientiertheit beibehalten, sind erforderlich.</p>
<h3>4. Spirituelle Intelligenz</h3>
<p>Spirituelle Intelligenz, oder SQ, die letzte und herausfordernste der vier Intelligenzen, ist mein Spezialgebiet. Obwohl ich ünatrlich gesegnet war mit einem Talent für und Interesse in akademische Arbeit, kam EQ etwas langsamer für mich. Ich empfang das Geschenk von angemessenem Feedback (ja, das heisst mein Supervisor mussten mir sagen, dass ich daran arbeiten muss) und ich trainierte mich selbst in EQ ziemlich früh im Kurs meiner unternehmerischen Karriere. Zu dieser Zeit hatten wir nicht die Sprache de „EQ“, aber ich wusste, dass meine zwischenmenschlichen Fähigkeiten verbessert werden müssen.</p>
<p>Als ich zwischenmenschlich eleganter wurde, begann ich ein anderes Skill-Set zu entdecken, welches grossen Einfluss auf meine Effektivität als Führungskraft hatte. Dieses zusätzliche Skill-Set erschien noch kraftvoller zu sein als die EQ-Arbeit. Ich verfolgte die Entwicklung dieser Fähigkeiten zurück zu meiner eigenen spirituellen Arbeit – speziell rund um die Reduzierung meiner Anhaftung an meine eigenen egoistischen Bedürfnisse und mehr auf das grössere Wohl des Teams, des Kunden, der Firma, etc. zu fokussieren. Als ich meinen Fokus verlagerte, sah ich auf einmal Lösungen und Arbeit mir anderen Menschen in kreativer Weise, welche vorher für mich keine Optionen waren.</p>
<p>Da die Unternehmenswelt unempfänglich war für diese Begriffe, begann ich den Prozess diese unfassbare Idee der Spiritualität in Begriffe zu übersetzen, mit denen Businessmenschen etwas anfangen können. So machte ich mich daran, ein gründlich getestetes, glaubensneutrales, professionelles Qualitätsinstrument zu kreieren, um dieses schwer fassbare Skill-Set zu messen.</p>
<p>Spirituelle Intelligenz ist etwas anderes als Spiritualität oder Religion. Spiritualität, wie ich sie definiere, ist das angeborene menschliche Bedürfnis angebunden zu sein an etwas grösseres als wir selbst, etwas grösseres als mein kleines Ego, meine kleinen Bedürfnisse. Und dieses angeborene Bedürfnis existiert in uns allen. Religion ist eine Zusammenstellung von Überzeugungen und Praktiken, üblicherweise auf einen heiligen Text basierend, und eine Praxisgemeinschaft um die Menschen in ihrem spirituellen Wachstum zu unterstützen. Und all diese Dingen können verstärkend sein für die Entwicklung von Spiritueller Intelligenz, jedoch Spirituelle Intelligenz kann unabhängig von Glaube oder Tradition entwickelt werden. Spirituelle Intelligenz ist eine Ansammlung von Fähigkeiten, die wir durch Praxis über die Zeit entwickeln müssen. Wir sind alle als spirituelle Wesen geboren, jedoch wurden wir nicht als spirituell intelligent geboren. In der selben Weise wie wir mit Emotionen geboren wurden, doch wir müssen die Fähigkeiten emotionaler Intelligenz entwickeln.</p>
<p>Geschaffen mit viel Überlegung, ist meine Definition von Spiritueller Intelligenz: „die Fähigkeit mit Weisheit und Mitgefühl zu handeln unter Erhaltung inneren uns äusseren Friedens unabhängig der Situation.“ Das Wort „handeln“ ist kritisch in dieser Definition. Wenn wir es nicht in unserem Verhalten überprüfen können – wenn SQ sich nicht im Äusseren zeigt – sind wir in dieser Arena noch nicht richtig entwickelt.<br />
Warum ist diese Fähigkeit, mitfühlend,weise und friedfertig zu sein, wichtig für Führungskräfte? Wie wirken sich diese 21 Fertigkeiten des SQ auf das Unternehmen aus? I würde meine Antworten aus eigener Erfahrung anbieten:</p>
<ul>
<li>Die Reduzierung der egoistischen oder „kleines Selbst“ Perspektiven schaffen ein enormes Wachstum in Innovation für dich und dein Team – und neue Ideen erblühen.</li>
<li>Das reduzierte Bedürfnis nach Verteidigung des alten Weges Dinge zu tun, macht Veränderung viel einfacher.</li>
<li>Die magnetische Anziehung von Visionen, aus dieser höheren Perspektive des SQ generiert, mobilisiert Menschen zu Aktionen. Es ist energetisierend und klopft an das Verlangen der Menschen nach Sinn und Zweck in deren Arbeitsleben.</li>
<li>Der Blickwinkel des höheren Selbst bietet einen weniger „lauten“, weniger ängstlichen, weniger drama-anfälligen Weg des Arbeitens. Dies verstärkt deinen IQ.</li>
<li>Die Ruhe einer hohen SQ Perspektive auf Probleme gibt dir die Energie, die du brauchst um an komplexen Problemen deines Unternehmens zu arbeiten. Du verbrauchst kein Adrenalin in der Situation – du fokussierst deine Energie gebührend und kannst dadurch mehr erreichen.</li>
</ul>
<h3>Die Herausforderung der Messung</h3>
<p>Es herrscht grosse Uneinigkeit über die Messung aller Intelligenzen, die heisser wird wenn die die Pyramide hochgehen. Die meisten Menschen stimmen überein über grundlegende Konzepte des PQ, wie etwa eine gute Ernährung und gute Schlafmuster – obwohl auch über das debattiert werden kann.</p>
<p>IQ-Messung tendiert zu Kontroversen. Doch wir sind von irgendeiner Form des Testens abhängig, jedoch ist es nicht perfekt (wie z.B. SAT oder ACT College Aufnahmetests) Menschen wegen minimaler Qualifikation auszusortieren. Wie schauen auch auf akademische Leistungen und Prüfungen von technischen Fertigkeiten als ein Weg zur Beurteilung von „ausreichendem IQ“ für einen Job. Es gibt eine viel neuere Erweiterung zum IQ, genannt „kognitive Komplexität“, die ich faszinierender finde. Diese ist kompliziert zu messen, kann jedoch über einen geschriebenen Test und/oder Interviews gemacht werden, um zu sehen wie jemand ein Problem löst oder an eine Situation herangeht. Was bedenkt eine Person? Was bedenkt sie nicht? Die Wichtigkeit dessen für Führerschaft ist beachtlich.</p>
<p>Wenn es zu EQ kommt, gibt es da eine Zahl unterschiedlicher Modelle und es stehen verschiedene Messinstrumente zur Verfügung. Die am weitesten benutzten in der Wirtschaft sind die Werkzeuge die von Daniel Goleman’s Modell abgeleitet sind.</p>
<p>In dem neu erscheinenden Feld des SQ, ist das Territorium der Messund am herausfordernsten. Viele behaupten, dass diese Fähigkeit nicht mit traditionellen Mitteln gemessen werden kann, während andere dabei bleiben, dass, wie bei den meisten psychologischen Konstrukten, ein gewisser Grad an Messbarkeit möglich ist. Die  variierenden Definitionen und Modelle, werfen eine Anzahl an Indikatoren und Masse auf. Ich habe das erste Kompetenz-basierte Spirituelle Intelligenz Assessment Instrument entwickelt, den Sqi, welcher 21 Fähigkeiten durch einen sorgfältig ausgearbeiteten und getesteten Fragebogen misst. Dieses Selbst-Assessment wurde statistischer Analyse der Resultate unterzogen, um statistische Bedeutung und Zuverlässigkeit zu ermitteln, eine Konstruktvaliditätsanalyse, und eine Korrelationsanalyse mit einem anderen hoch respektierten, validierten Assessment in der Erwachsenenentwicklung. Ich glaube es ist ein einzigartige rigorose Beurteilung des SQ, das auf Verhalten fokussiert, welches Einfluss auf Führung hat.</p>
<h3>Der Wirtschaft einen Mehrwert bringen mit einer Tiefenintelligenz</h3>
<p>Bei Deep Change, eine Beratungsfirma die sich der Entwicklung der Tiefenintelligenz widmet, glauben wir an die Individualisierung dessen, was wir für jeden einzelnen Kunden tun. Um eine Führungskraft in ihrer Entwicklung zu assistieren, beginnen wir mit einem Interview. Je nach Person, ihrer Rolle und dem grösseren Kontext des Unternehmens, berücksichtigen wir welche Intelligenzen am dringensten geprüft werden sollten und welche warten können. Danach selektieren wir, mit unserem Diagnoseprozess, das relevanteste Assessment für den Klienten. Typischerweise wird mindestens zwei Online-Auswertungen und einen Fragebogen auszufüllen sein.</p>
<p>Wenn wir alle Daten haben, setzen wir uns mit dem Klienten zusammen um die Resultate zu interpretieren. Wir bringen unsere Tiefe der Expertise und Erfahrung, aber der Kunde bringt seine eigene Selbsterkenntnis. Nur er kann uns sagen „Warum siehst du Dinge auf diese Weise?“ oder „Was bedeutet diese Antwort für dich?“ Nachdem wir den Klienten weiter befragen, arbeiten wir zusammen um eine Liste für die nächsten Schritte zu erarbeiten. Der Fokus ist immer: „Wie können wir dir als Führer dienen? Was ist die wirtschaftliche Herausforderung, an die du herangehen musst? Welche charakteristische Resultate hoffst du zu erreichen?“</p>
<p>Es ist meine feste Überzeugung, dass der Ansatz der Tiefenintelligenz die „Black Box“ ausfüllt, die Jim Collins beschreibt – der fehlende Schritt zur Schaffung von Level 5 Führungskräfte – Führer, die ihr Unternehmen von „gut“ zu „grossartig“ bringen können.</p>
<blockquote><p><strong>Weitere Informationen:</strong><br />
Für weitere Informationen über Tiefenintelligenz besuchen Sie die Deep Change Webseite auf <a href="http://www.deepchange.com" target="_blank" rel="external nofollow">www.deepchange.com</a> oder kontaktieren Sie die Autorin unter cindy[at]deepchange[punkt]com</p></blockquote>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-454-1'>Gary Hamel zitiert in “Time for Management 2.0” von Seth Kahan, Fast Company, 6. Okt., 2009: http://www.fastcompany.com/blog/sethkahan/leading-change/hamel-hypercriticalchange-points-radical-changes-requiredmanagement <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-2'>Jena McGregor, “Smart Management for Tough Times,” BusinessWeek, 23. März 2009: http://www.businessweek.com/magazine/content/09_12/b4124030837359.htm <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-3'>“McKinsey Gespräche mit globalen Führern: John Chambers von Cisco,” McKinsey Quarterly, Juli 2009: https://www.mckinseyquarterly.com/McKinsey_conversations_with_global_leaders_John_Chambers_of_Cisco_2400 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-3">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-4'>Gary Hamel, The Future of Management (Harvard Business Press, 2007) p.43 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-4">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-5'>Gary Hamel, “Outrunning Change: The Cliffnotes Version, Part II” on his WSJ blog: http://blogs.wsj.com/management/2009/1 1/13/outrunning-change-the-cliffsnotesversion-part-ii/ <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-5">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-6'>“McKinsey Gespräche mit globalen Führern: John Chambers von Cisco,” McKinsey Quarterly, Juli 2009: https://www.mckinseyquarterly.com/McKinsey_conversations_with_global_leaders_John_Chambers_of_Cisco_2400 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-6">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-7'>Jim Collins, Good to Great: Why Some Companies Make the Leap and Others Don’t (HarperCollins 2004) <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-7">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-8'>ibd, p.21 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-8">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-9'>ibd, p.37 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-9">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-10'>The sample consisted of 205 executives from public and private companies drawn from the BusinessWeek C-Level Executives email list. The survey was launched Sept 25, 2008 and closed Oct 19, 2008. The survey was administered online through Qualtrics. http://cole.fuqua.duke.edu/Executive%20L eadership%20Survey%20Report.pdf <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-10">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-11'>Aburdene, Patricia, Megatrends 2010, (Hampton Roads, 2005) p. 127 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-11">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-12'>Ian Wylie, »Hopelessly Devoted,« The Guardian, Saturday 10 December 2005 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-12">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-13'>The Development and Education of the Mind: the Selected Works of Howard Gardner (Taylor &amp; Francis, 2006) p.227 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-13">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-14'>Goleman, Daniel, “What Makes a Leader?” Harvard Business Review, 1998, reprinted in Best of HBR, 2004. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-14">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-15'>Gardner, Howard, “A Case Against Spiritual Intelligence,” The International Journal for the Psychology of Religion, Volume 10, Issue 1 January 2000, pp. 27–34 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-15">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-16'>Gardner, Howard, Intelligence Reframed: Multiple Intelligences for the 21st Century (Basic Books, 1999) p.53 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-16">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-17'>Covey, Stephen, The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness (Simon and Schuster, 2004, p.53) <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-17">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-18'>Jim Loehr and Tony Schwartz, “The Making of a Corporate Athlete,” Harvard Business Review, Jan 2001, http://www.peak4.nl/the_making.pdf <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-18">↩</a></span></li>
<li id='fn-454-19'>Goleman, Daniel, Working With Emotional Intelligence (Bantam, 1998) p.37. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-454-19">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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