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	<title>OpenMindJournal &#187; Nachhaltigkeit</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Kultur und Change</description>
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		<title>Weltmacht Ernährung</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 15:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wir dem Würgegriff der Ernährungsindustrie entkommen Es betrifft jeden Menschen auf der Erde, denn essen müssen wir alle, jeden Tag. Die Befriedigung dieses Grundbedürfnisses ist zu einem weltweiten Zwangssystem geworden, das Mensch und Erde zugrunde zu richten droht. Der Wandel kann bei jedem Einzelnen beginnen. Der Wahnsinn ist so allgegenwärtig, dass wir kaum noch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie wir dem Würgegriff der Ernährungsindustrie entkommen</h2>
<div id="attachment_5448" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/10/607488_original_R_K_B_by_Florian-Gerlach_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[5445]"><img class=" wp-image-5448 " title="Überproduktion" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/10/607488_original_R_K_B_by_Florian-Gerlach_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Florian Gerlach / pixelio.de</p></div>
<p>Es betrifft jeden Menschen auf der Erde, denn essen müssen wir alle, jeden Tag. Die Befriedigung dieses Grundbedürfnisses ist zu einem weltweiten Zwangssystem geworden, das Mensch und Erde zugrunde zu richten droht. Der Wandel kann bei jedem Einzelnen beginnen.</p>
<p>Der Wahnsinn ist so allgegenwärtig, dass wir kaum noch davon hören können. Wir wissen um Überproduktion und um massenhaft weggeworfenes Essen. Wir wissen um Millionen von Menschen, die durch unsinnige Essgewohnheiten krank werden, sehen übergewichtige Jugendliche, denen unvernünftige Eltern schon im Kinderwagen Flaschen mit süßen Getränken in die Hand gedrückt haben und für die ein aus frischen Zutaten gekochtes Mittagessen etwas Exotisches darstellt. Essen – ein ursprüngliches Bedürfnis. Und so weit weg von den Ursprüngen wie nie.</p>
<p>In den westlichen Ländern sind Nahrungsmittel heute etwas, das fertig in den Regalen steht. Mit Dingen wie Boden, Jahreslauf und Leben verbindet niemand mehr das, was uns aus Supermarktregalen entgegenschreit. Sicher, auf den Acker wird immer noch Saatgut ausgebracht, es wird gedüngt und Unkraut beseitigt. Aber all das sind instrumentalisierbare Faktoren geworden. Wer an einem Getreidefeld im Abstand von einigen Tagen vorbeigeht, die Saat keimen sieht, den grünen Schimmer über der Fläche und das langsame Aufrichten der Halme wahrnimmt, der könnte noch immer davon berührt sein, dass das Lebendige selbst ein Mysterium bleibt. Von jeher haben Menschen dieses Mysterium für sich zu nutzen versucht, haben Zeitrechnung und Wissenschaften für den Ackerbau entwickelt. Weite Teile von Religion und Kultus waren dem Respekt vor dem Geheimnis des Wachsens gewidmet. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind wir mit hochindustrialisierten Methoden dabei, diesem Mysterium den Garaus zu machen. Die chemische Stickstoff-Düngung kurz nach 1900 ließ Landwirtschaft allmählich zu einer Rechenaufgabe werden: Saatgut plus Dünger gleich Masse, so die bis heute machtvolle Formel. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich dann mit Monokulturen, Maschinenbewirtschaftung und Hybridzüchtungen bei Pflanzen und Tieren die Industrialisierung der Ernährung im großen Stil durch. Wenige weltbeherrschende Konzerne verkaufen seither Landwirten ein abgestimmtes Set von Saatgut, Dünger und Pestiziden. Eine Hand voll Hersteller, Verarbeiter, Ketten und Discounter packt die Rohstoffe in bunte Verpackungen und diktiert Essgewohnheiten und Preise.</p>
<blockquote>
<h4>Weltagrarbericht</h4>
<p>Der 2008 im Auftrag von UN und Weltbank erstellte Zustandsbericht stellt die wohl aktuellste Informationsquelle zur weltweiten Situation der Landwirtschaft dar. Die von der GLS-Zukunftsstiftung Landwirtschaft in Berlin betreute Website zum Weltagrarbericht bietet neben dem Download der Originalberichte Informationen zu zahlreichen Schlüsselthemen wie Klimawandel, Saatgut und Patenten, Bio-Sprit und Fleischproduktion, aber auch Agrarökologie oder Geschlechterrollen.<br />
In einem Video erläutert Zukunftsstiftungs-Mitarbeiter Benedikt Haerlin, der Mitglied der Kommission war, <a href="http://www.weltagrarbericht.de/tipps-medien.html" rel="external nofollow">wesentliche Ergebnisse.</a></p></blockquote>
<h4>Mangel im Überfluss</h4>
<p>Dem krankmachenden Überfluss in den Industrieländern steht ein eklatanter Mangel in weiten Teilen der Erde entgegen: Nach wie vor hungern weltweit 925 Millionen Menschen und zwei Milliarden leiden unter Mangelernährung. 22 Länder stecken laut Angaben der Ernährungs– und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen in der dauerhaften Ernährungskrise.</p>
<p>Die Lage der Welternährung kennzeichnet aber nicht nur Ungerechtigkeit, sondern auch Selbstzerstörung. Weil im Würgegriff der kurzfristigen Effizienz der Wert des „Biokapitals“ (so der Ausdruck des Biologen und Philosophen Andreas Weber) nicht in den Bilanzen vorkommt und die kostenlos von der Natur bereitgestellten Ressourcen von Boden, Wasser und Luft hemmungslos verschlissen werden, stehen die Grundlagen unserer Ernährung in weiten Teilen der Welt kurz vor dem Kollaps. Dabei sind die Kosten der sogenannten „Externalities“, die in den Preisen nicht vorkommen, inzwischen gut erforscht. In Bezug auf Kunstdünger etwa hat eine Studie der <em>European Nitrogen Assessment</em> aus dem Jahr 2011 ermittelt, dass sich die Umweltschäden hinsichtlich Wasserqualität, Luftqualität, Klimawandel, Ökosysteme und Bodenqualität weltweit auf einen Betrag von 70 bis 320 Milliarden Euro belaufen – das ist doppelt so viel wie das, was man an Gewinnen durch den Massiv-Einsatz von Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft erwartet. Dabei ist der auf Erdölbasis gewonnene Stickstoff auch zunehmend ein Preistreiber. „Wir fressen Öl“, bringt es Benny Haerlin von der <em>Zukunftsstiftung Landwirtschaft</em> auf den Punkt, „und deshalb müssen wir davon loskommen“, sagt er in einem Video (siehe Kasten).</p>
<p>Die übermäßige Düngung durch Stickstoff in der Intensiv-Landwirtschaft schätzte übrigens schon Rudolf Steiner skeptisch ein, als Landwirte ihn seinerzeit danach fragten, weil sie den Qualitätsverlust ihrer Früchte durch den neuen Wunderdünger beobachteten. Nitrogen-Düngung hinterlässt nicht nur verdorbene Böden, sondern die von den Pflanzen nicht aufgenommenen Mengen führen zudem zur Entstehung kleiner Mengen an Lachgas, die als Treibhausgase um das 300-Fache massiver wirken als CO2. Und auch die Gewässer leiden darunter. Beispielsweise ist seit Langem bekannt, dass die Ostsee, die sich nicht durch den Zufluss von Meeresströmungen erneuern kann, vom „Umkippen“ bedroht ist. Eine Studie, an der auch bio-dynamische Forscher beteiligt waren, konnte zeigen, dass durch Umstellung auf biologischen Anbau in den Anrainerstaaten eine Regenerierung der Ostsee möglich wäre. Stattdessen setzt man inzwischen darauf, der Ostsee durch ein dichtes Netz von Pumpen lebenswichtigen Sauerstoff zuzuführen – ein weiteres Symbol dafür, den Folgen der Entfremdung von der Natur mit noch mehr technischer Ermächtigung beikommen zu wollen.</p>
<p>Wenn wir uns die Erde als zusammenhängenden Organismus vorstellen, stellt sich dieser als schwer erkrankt dar. Ausgelaugte Böden mit Pestizid-Rückständen funktionieren nur durch immer noch mehr Aufbringen von Stickstoff und Giften – ein Teufelskreis. Niemand weiß, was passiert, wenn durch klimawandelbedingt zunehmende Trockenheit – die Verknappung von Wasser ist ein weiteres globales Drama – auch in bisher gemäßigten Zonen die Ernten drastisch zurückgehen und die Getreidespeicher in den großen Kornkammern der Menschheit leer gegessen sein werden. Durch Erosion, Versalzung und Verwüstung gehen schon jetzt jährlich Millionen Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren. Zum Beispiel in China: Dort könnte die Ausbeutung der Böden inklusive des dramatischen Absinkens des Grundwasserspiegels mittelfristig dazu führen, dass China – heute weltweit einer der größten Exporteure von Agrargütern mit stark ansteigendem Bio-Anteil – seine eigene Bevölkerung nicht mehr ausreichend ernähren kann. Wenn dann noch in den bevölkerungsstarken Pazifik-Gegenden, wo Fisch ein Grundnahrungsmittel darstellt, die hemmungslose Überfischung der Meere zum Kollaps der Bestände führt – man will es sich nicht vorstellen.</p>
<blockquote>
<h4>Die fatale Lust am Fleisch</h4>
<p><strong></strong>Die Deutschen essen sehr viel Fleisch – vor allem Schwein: 39,2 Kilogramm sind es pro Jahr und Person im Durchschnitt. Dazu kommen 11,5 kg Geflügel und 8,7 kg Rind. Davon ist nur ein Bruchteil Bio: Beim Schwein sind es 240 Gramm, beim Geflügel 60 Gramm, beim Rind 170 Gramm.<br />
90 Prozent der Mastschweine werden heute in einstreulosen Ställen auf Spaltböden gehalten. Das widerspricht dramatisch ihrem normalen Verhalten. Verhaltensstörungen sind die logische Folge. Säue können nicht mal ihre Ferkel beschnuppern. Etwa zwölf Millionen Schweine sterben in Deutschland jährlich während der Mast an den Haltungsbedingungen. Dazu kommen 400.000 Tiere, die während des Transports zum Schlachthof verenden.<br />
<em>(Quelle: Handelsblatt vom 23.5.2012)</em></p></blockquote>
<h4>Reizthema Fleisch</h4>
<p>Ein besonders heikles Ernährungs-Thema ist der sprunghaft ansteigende Fleischkonsum nicht nur in der westlichen Welt, sondern auch in Asien. Auf den längst widerlegten Aberglauben, wonach Fleisch für eine gesunde Ernährung nötig sei, muss hier nicht eingegangen werden. Die Ressourcenverbrauchs-Relation für ein Kilo Fleisch zu Getreide im Verhältnis von 1 : 4 ist angesichts der Knappheit in vielen Schwellenländern unverantwortlich und nur deshalb am Ende scheinbar noch „billig“, weil wieder einmal nicht alle Kosten eingerechnet werden – besonders die Folgen für Böden (durch Gülle-Belastung) und Klima (Methangasbildung) fehlen in den Bilanzen. So befriedigt eine hochspezialisierte Tierhaltungsindustrie im Schatten unseres kollektiven Wegschauens die Lust am billigen Schnitzel. Sie nimmt dafür nicht nur tierquälerische Bedingungen und gesundheitsgefährdende Folgen (Stichwort Antibiotika) in Kauf, sondern ruiniert auch noch die letzten Reste regionaler Ernährungssouveränität in anderen Teilen der Welt. So muss für die Tiermast in Europa immer mehr Futter importiert werden. Der Rückgriff auf billiges Übersee-Soja vernichtet in Südamerika Regenwald und intakte Grünflächen. Hinzu kommt, dass den Bauern oft unter Zwang angestammtes Land unter Preis von westlichen Investment-Firmen abgenommen wird, die von der Landverknappung profitieren. Gegen dieses „Land-Grabbing“, an dem sich in Deutschland z.B. auch die Deutsche Bank mit ihrer Investment-Tochter DWS beteiligt (das berichtet inzwischen sogar die FAZ), sind die Familien vor Ort machtlos. Von einem „Landraub mit Messer und Gabel“ spricht deshalb der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling. Droht in Deutschland eine fast schon vergleichbare Entwicklung durch Biogasanlagen, für deren Rohstoffgewinnung verlockende Pachtbedingungen geboten werden? Schon jetzt stehen Bio-Bauern vor Wachstumsgrenzen angesichts dieser unsinnigen Flächenpolitik.</p>
<p>Zudem führt die industrielle Fleischproduktion zu grotesken sozialen Verwerfungen: Bei Hühnern etwa, von denen verwöhnte Westler bevorzugt die Brust essen, werden die Reste per Kühlschiff nach Afrika exportiert, zerstören dort lokale Märkte und verbreiten obendrein noch mangels geeigneter Kühlketten gefährliche Mikroben. All das tut der Beliebtheit von ach so figurfreundlichen Filetstreifen auf unseren Salaten offenbar keinerlei Abbruch.</p>
<h4>Wandel ist möglich</h4>
<p>Ein „Schwarzbuch Ernährung“ ließe sich ohne Mühe Seite um Seite weiterschreiben. Alles Wissen ist längst zugänglich. An hochrangigen Stellen sogar. Keine geringeren Organisationen als die Vereinten Nationen und die Weltbank haben vor Kurzem ein international zusammengesetztes Team mit der Erarbeitung eines „Welt-Agrarberichts“ beauftragt. Die sich abzeichnende kritische Distanz vieler beteiligter Experten zur Agrarindustrie führte im Vorfeld des Schlussberichts zum Abzug einiger Monopolisten wie dem Vizepräsidenten von Monsanto, Robert Horsch (inzwischen ist er für die Gates-Stiftung tätig). Auf der deutschen Website zu diesem im Jahr 2008 abgeschlossenen Projekt fasst ein Satz die tausendseitige Expertise zusammen: „Landwirtschaft am Scheideweg – weiter wie bisher ist keine Option“. Unter den 400 Experten aus allen Gebieten hatte sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der konventionelle Landbau mit Kunstdünger, Pestiziden und Gentechnik die Sättigungsversprechen einer „grünen Revolution“ nicht einlösen kann, sondern die Probleme noch weiter verschärft. „Wie der Weltagrarbericht zeigt, braucht es zur Bekämpfung des Hungers und der Armut weltweit angepasste und vielfältige Methoden, die die natürlichen Ressourcen nicht weiter schädigen, sondern im Gegenteil schützen und erneuern – Kriterien, welche die Ökologische Landwirtschaft hervorragend erfüllt“, heißt es daher in einer Stellungnahme des <em>Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft</em> in Deutschland. Dessen Präsidiumsmitglied Felix zu Löwenstein, selbst Bio-Landwirt in Südhessen, hat die Situation im Untertitel seines hoch brisanten Buches <em>Foodcrash</em> noch zugespitzt: „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“, so Löwenstein, der seit Jahren auf einen drohenden Zusammenbruch der Ernährungsgrundlagen in weiten Teilen der Welt hinweist. Seine eindeutige Botschaft: „Wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung des westlichen Lebensstils mit seinem hohen Fleischkonsum, seiner Überernährung und seiner Lebensmittelvernichtung zu verhindern, dann gibt es keine technische Lösung, die den Zusammenbruch des Ernährungssystems verhindert“.</p>
<blockquote>
<h4>Biologisch-dynamische Landwirtschaft</h4>
<p>Die biologisch-dynamische Landwirtschaft geht auf Vorträge zurück, die Rudolf Steiner 1924 vor Landwirten auf dem Gut Koberwitz hielt. Sie gilt als die früheste ökologische Anbaumethode in Europa. Steiner skizzierte damals grundlegende Sichtweisen einer ganzheitlichen Landwirtschaft, etwa die Bedeutung des Bodens als zusammenhängendem Organ, die Wirkung des Kosmos auf das Wachstum und vor allem das Prinzip vom Hof als einer landwirtschaftlichen Individualität, bei der alle Teile organisch aufeinander abgestimmt sein sollten. Auch die bis heute im bio-dynamischen Anbau verwendeten speziellen Präparate zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit gehen auf diesen Kurs zurück. Die auf diese Weise erzeugten Produkte werden unter dem Markennamen <a href="http://www.demeter.de/" rel="external nofollow">Demeter</a> verbreitet.</p></blockquote>
<p>Die gute Nachricht dabei lautet: Die Umstellung der Welternährung auf ökologische und regionalisierte Produktion ist durchaus möglich und keine Frage von Luxus. Denn entgegen den Stimmen aus konventioneller Forschung und Industrie, die für den Fall einer Umstellung auf ökologische Landwirtschaft Hungerszenarien an die Wand malen wollen, ist Öko sogar effizient: Eine Studie der Universität Michigan wollte im Jahr 2007 ermitteln, wie viel Nahrungsmittel durch eine ökologische, mit geringem Output an Betriebsmitteln arbeitende, nachhaltige und kleinbäuerliche Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden könnten. „Das Ergebnis dieser Studie: Die Umstellung der globalen Nahrungsmittelerzeugung auf Ökologischen Landbau würde zu einer Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion um 50 Prozent auf 4381 Kilokalorien pro Person und Tag  führen!“, fasst Löwenstein in seinem Buch zusammen.</p>
<p>Löwenstein nennt auch praktische politische Hebel, um strukturell etwas in Richtung Ökologie zu ändern. Die Besteuerung von Stickstoff etwa, die man so exakt justieren könnte, dass nur die nicht von Pflanzen oder Tieren aufgenommene, direkt umweltschädliche Menge besteuert würde. Ein zweiter Hebel wäre die konsequente Umsetzung bereits existierender tierschutzrechtlicher Vorgaben – allein dadurch würde Massenhaltung (einschließlich nutzungsdienlicher Tierverstümmelung) unmöglich – hat Politik den Mut, bestehende Gesetze konsequent anzuwenden?</p>
<h4>Anders Essen als Revolution</h4>
<p>Die Verantwortung für den Wandel beim Thema Ernährung müssen wir nicht allein der Politik überlassen. Das kranke System der Welt-Ernährung hat alle im Griff – aber die anonyme Macht der Konzerne wirkt nur so lange, als Aber-Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher sich ihrer Macht nicht bewusst sind und sie nicht nutzen. Richtige Ernährung ist Abstimmung mit dem Warenkorb. Der immer noch „heiße“ Bio-Boom könnte so zum Beginn einer Revolution am Kochtopf werden. Das ist nicht nur etwas für geistige Eliten. Erfreulich die jüngste Meldung, dass gerade auch Jugendliche zunehmend Wert auf „Bio“ legen. Seit es das sogar beim Discounter nebenan und erst recht in Qualitäts-Ketten wie Alnatura und Denree gibt, kann sich auch niemand mehr mit dem fehlenden Geld rausreden.</p>
<p>Die Revolution in drei Schritten sieht so aus:</p>
<p>Schritt eins: Konsequent Öko– und, wenn möglich, Demeter-Produkte kaufen. Nicht allein aus Angst und Sorge um die eigene Gesundheit, sondern weil das besser für Böden, Tiere, Gewässer und Luft ist. Die bio-dynamische Landwirtschaft hat als Pionier im ökologischen Anbau von Beginn an dem künstlichen Stickstoff den Rücken gekehrt. Demeter ist besonders gut, nicht weil es gesünder ist, sondern weil jeder Kauf dieser Produkte die Unterstützung des wirksamsten Erdheilungs-Programms ist, das wir kennen (siehe Kasten).</p>
<p>Schritt zwei zur Befreiung aus dem kranken System: Den Fleischkonsum drastisch reduzieren. Auch das ist inzwischen schon fast eine Binsenweisheit, sogar abgesehen von tierethischen Überlegungen aufgrund der oben geschilderten ökologischen und sozialen Folgen. Hoffentlich haben manche Trendforscher recht, die dem Fleischessen ein ähnliches Schicksal wie dem Rauchen voraussagen, das immer mehr zum Zeichen mangelnder (Selbst-)Bildung und schlechten Lebensstils wird.</p>
<p>Schritt Nummer drei schließlich: saisonale und regionale Produkte bevorzugen. Der Überfluss einer üblichen Frische-Theke mit exotischen Früchten und einer jahreszeitenübergreifend kompletten Gemüsepalette ist ein klares Dekadenz-Symptom. Niemand braucht jeden Tag Mango, Kokosnüsse und Ananas, die wir, ebenso wie die Äpfel aus Übersee, weit weniger konsumieren würden, wenn ihnen die wirklichen Preise einschließlich der Klima– und Bodenschäden aufgedruckt wären. Auch der gedankenlose Griff zu Gemüsearten, die mit hohen Transport– und Umweltbelastungen verbunden ganzjährig zu uns kommen, muss überdacht werden. Zurück zu den einfachen Dingen – das wird wohl auch über das Thema Ernährung hinaus <em>das</em> Motto der kommenden Jahre sein.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin <a href="http://www.info3.de/c5-style/index.php/magazin/info3/archiv/2012/juli/weltmacht-ernaehrung/" target="_blank" rel="external nofollow">Info3, Ausgabe Juli2012</a></em></p>
<p><strong><em>Buchtipp:</em></strong></p>
<p><em>Felix zu Löwenstein: Foodcrash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr. Pattloch 2011, 320 Seiten € 19,99.</em></p>
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		<title>Der Strom gehört uns allen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jul 2012 17:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>

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		<description><![CDATA[Energieriesen sollten keine Stromnetze betreiben. Ende 2014 läuft in Berlin die bisherige Konzession von Vattenfall für den Betrieb des Berliner Niederspannungs-Stromverteilnetzes aus. Gleich zwei Bürgerinitiativen begreifen das als Chance für eine ökologischere und demokratischere Lösung. Als am 13. Juni in Berlin der Umweltausschuss tagt, sagt der Vorsitzende, ein CDU-Politiker: »Zum Status quo der Netze sind [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Energieriesen sollten keine Stromnetze betreiben.</h2>
<p><em>Ende 2014 läuft in Berlin die bisherige Konzession von Vattenfall für den Betrieb des Berliner Niederspannungs-Stromverteilnetzes aus. Gleich zwei Bürgerinitiativen begreifen das als Chance für eine ökologischere und demokratischere Lösung.</em></p>
<div id="attachment_5099" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/482026_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[5095]"><img class=" wp-image-5099" title="Bürger Energie - Der Strom gehört uns allen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/482026_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Rainer Sturm / pixelio.de</p></div>
<p>Als am 13. Juni in Berlin der Umweltausschuss tagt, sagt der Vorsitzende, ein CDU-Politiker: »Zum Status quo der Netze sind Vertreter von Vattenfall und der Berliner Gaswerke AG geladen, zur Zukunft der Netze der Berliner Energietisch und die BürgerEnergie Berlin.«</p>
<p>Der Berliner Energietisch plädiert für eine Rekommunalisierung der Netze, und die neu gegründete Genossenschaft Bürger­Energie Berlin eG möchte die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt animieren, das Netz zu kaufen. Einer der Mitbegründer der Genossenschaft ist der Dolmetscher und Übersetzer Steffen Walter. Er beteiligte sich zum ersten Mal an einem so groß angelegten Projekt. »Es war ein längerer Prozess bei mir, vom Privaten ins Öffentliche zu gehen«, erzählt Steffen. »Als ich mich 2003 nach einer Zeit der Festanstellung selbständig gemacht habe, ging es noch darum, meiner Frau und der Welt zu beweisen, dass ich es kann. Als wir 2009 eine Solaranlage auf unserem Haus installierten, fing ich an, mich intensiv mit allen Fragen zu erneuerbaren Energien zu beschäftigen, und schaute über den ›Tellerrand‹ hinaus.« Vor allem begeisterte sich Steffen 2009 für die Initiative »Energie in Bürgerhand«, die sich in Freiburg gründete, als der Stromkonzern e.on seine Tochterfirma Thüga AG, die an über 90 Stadtwerken beteiligt war, aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen musste. Nach dem Vorbild der »Schönauer Stromrebellen« entstand eine Genossenschaft, die sich für den Kauf der Thüga bewarb. »Die Nachricht, dass es diese Initiative gibt, verbreitete sich nach kurzer Zeit bundesweit über die Netzwerke von Campact. Das hat enorm schnell Fahrt aufgenommen.«</p>
<p>Steffen beflügelt die Dynamik, er fährt nach Freiburg und lernt die Initiativgruppe kennen. Leider scheitert der Plan an komplizierten Verhandlungen mit den Stadtwerken, wo es zu viele Vorbehalte gegenüber dem Bürgerprojekt gibt. Steffen beeindruckt, dass die Initiative weitermacht – nach wie vor mit dem erklärten Ziel, die Atomkonzerne aus ihren Beteiligungen an Stadtwerken herauszudrängen. Das wurde zwar bisher nicht erreicht, doch die Initiative diente gewissermaßen als »Initialzündung«.</p>
<h4>Berliner Stromrebellen</h4>
<p>Als eine solche Möglichkeit in Berlin am Horizont erscheint, kochen zwei Frauen, Luise Neumann-Cosel und Arwen Colell, ein Jahr lang die Idee aus, die schließlich zur Gründung der ­BürgerEnergie Berlin eG führte. Inzwischen hatte Steffen Walter eine Weiterbildung als Projektentwickler für Energiegenossenschaften absolviert und schließt sich der Gruppe an. Auch beim Berliner Energietisch, der einen Gesetzentwurf zur Rekommunalisierung des Stromnetzes durchsetzen will, ist er eine Weile dabei. »Eine Zeitlang hofften wir, dass sich beide Kräfte, die Idee der Genossenschaft und die Idee der Rekommunalisierung, verbinden könnten. Aber die Strategien waren bei beiden Initiativen zu unterschiedlich«, klärt Steffen über den Zusammenhang auf. Hier prallen wieder einmal die Pole aufeinander: Markt oder Staat? Die einen sorgen sich, dass es auch bei einer Bürgergenossenschaft um Rendite gehen wird und die Aktion nur etwas für gut situierte Leute sein könnte, statt dass grundsätzlich über ein »Menschenrecht auf Stromversorgung« diskutiert wird. Die anderen haben keine Lust auf einen rein politischen Weg, sie wollen schneller handlungsfähig werden. Steffen möchte beide Lösungswege zusammendenken, beide Bereiche brauchen neue Spielregeln.</p>
<p>Die Spannung zwischen Detaildiskussionen für gangbare Lösungen im Hier und Jetzt und fernen Utopien für die Zukunft auszuhalten, ist nicht leicht. »Zwischendrin kommt die Angst vor der Größe. Als Perfektionist hatte ich früher oft Angst, neue Schritte zu gehen, weil ich dachte, ich kann es nicht, bin nicht gut genug. Da war die Angst, sich mit einer größenwahnsinnigen Idee zu zeigen«, überlegt Steffen. »Aber es gibt so etwas wie gesunden Größenwahn. Mit einer weit gesteckten Vision kann ich das Potenzial dieser Stadt heute ganz anders spüren. Dieses unbefangene Urvertrauen in die Fähigkeit, sich etwas Großes vorzustellen – darum geht es.«</p>
<p>Unbefangenheit ist eine zentrale Qualität des Spielens. Und sie ist ansteckend, zieht neue Mitspieler und Ideen an. »Was können wir außer Energie und Nahrung noch regional erzeugen?«, fragt sich Steffen in letzter Zeit immer wieder. Das ist die große Frage nach dem Weg in eine Postwachstumsökonomie.</p>
<p><em>Energiewende selbermachen:<br />
<a href="http://www.berliner-energietisch.net/" rel="external nofollow">www.berliner-energietisch.net</a><br />
<a href="http://www.buerger-energie-berlin.de/" rel="external nofollow">www.buerger-energie-berlin.de</a></em></p>
<p>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin OYA anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/725-der_strom_gehoert_uns_allen.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 15/2012</a></p>
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		<title>Große Windkraftanlagen klimafreundlicher</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/06/22/grose-windkraftanlagen-klimafreundlicher/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 12:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ökobilanz untermauert Trend des wachsenden Rotordurchmessers Zürich (pte) — Windkraftanlagen beeinträchtigen das Klima umso weniger, je größer sie gebaut werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Zürich im Fachblatt »Environmental Science &#38; Technology«. »Bisher nahm man bloß an, dass größere Windkraftanlagen umweltfreundlicheren Strom erzeugen als kleine. Wir haben dies nun quantitativ bewiesen«, erklärt Studienleiterin Marloes [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Ökobilanz untermauert Trend des wachsenden Rotordurchmessers</h2>
<div id="attachment_5063" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/20120622001.jpeg" rel="lightbox[5061]"><img class=" wp-image-5063 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/20120622001.jpeg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Windkraft: Größe für Klima vorteilhaft, sagen Forscher (Foto: Flickr/de la Paz)</p></div>
<p>Zürich (pte) — Windkraftanlagen beeinträchtigen das Klima umso weniger, je größer sie gebaut werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der <a href="http://www.ifu.ethz.ch" target="_blank" rel="external nofollow">ETH Zürich</a> im Fachblatt »Environmental Science &amp; Technology«. »Bisher nahm man bloß an, dass größere Windkraftanlagen umweltfreundlicheren Strom erzeugen als kleine. Wir haben dies nun quantitativ bewiesen«, erklärt Studienleiterin Marloes Caduff im pressetext-Interview.</p>
<h4>Riesen im Vormarsch</h4>
<p>Schon in den vergangenen Jahrzehnten sind Windräder nicht nur mengenmäßig, sondern auch in ihren Baudimensionen ständig gewachsen: Erreichten die Anlagen 1980 gerade einmal 15 Meter Rotordurchmesser, werden Windanlagen heute bis zu zehnmal größer dimensioniert: Aktuell hält die Offshore-Anlage »Alstom Haliade 150″ vor Frankreichs Küste mit 150 Metern Durchmesser den Rekord, noch größere Objekte sind jedoch in Planung.</p>
<p>»Gemäß der ›economy of scale‹ wird Strom aus Windkraft umso billiger, je mehr man produziert. Wir wollten überprüfen, ob dieser Positiveffekt auch für die klimarelevanten Umweltfolgen gilt«, erklärt Caduff. Analysiert wurden existierende Studien zu zwölf Windrädern von 12,5 bis 90 Metern Höhe, deren Ökobilanz — von Produktion bis Betrieb und Entsorgung — die Forscher nach einer Harmonisierung der Daten verglichen.</p>
<h4>Günstiger dank Know-how</h4>
<p>Je größer die Anlage, desto nachhaltiger der produzierte Strom, so das Ergebnis. Zwei Hauptgründe führt Caduff dafür an: »Günstig wirkt erstens der Lerneffekt über die Jahre, was etwa das Material und die Form der Rotorblätter betrifft. Dieser Fortschritt erlaubt es zweitens, mehr Wind zu nutzen, ohne dass die Masse des Turmes oder der Generatorkopf proportional größer werden«, erklärt die Forscherin.</p>
<p>Ins Gewicht fällt in der Ökobilanz vor allem der Stahl für den Turm, das Glasfaser-Plastik, der Chromstahl für den Generatorkopf sowie der Beton für das Fundament. Eine Extrapolierung der Daten für noch größere Windräder sei laut Caduff nicht zulässig, immerhin könnten jedoch Anlagenbetreiber die Berechnungen für eine erste Abschätzung der Umweltwirkung ihrer eigenen Generatoren nutzen, indem sie diese in Durchmesser und Höhe einordnen.</p>
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		<title>Plastiktüten-Aus</title>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2012 08:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Verbot durch EU-Kommission innerhalb eines Jahres erwartet Los Angeles/Berlin (pte) — In Los Angeles sind ab 2014 Plastiktüten in Geschäften verboten. Wenngleich die deutschsprachigen Länder bisher nicht erreicht haben, was der Stadtrat der zweitgrößten US-Metropole am gestrigen Mittwoch beschloss, gibt es in der EU sehr wohl Vorzeichen für ähnliche Regelungen. »Nachdem bereits 2011 eine entsprechende [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Verbot durch EU-Kommission innerhalb eines Jahres erwartet</h2>
<div id="attachment_4938" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/519109_web_R_K_B_by_Ralph-Aichinger_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4937]"><img class=" wp-image-4938  " title="Plastiksackerl" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/519109_web_R_K_B_by_Ralph-Aichinger_pixelio.de_-225x300.jpg" alt="" width="200" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Plastiktüte: Baldiges Ende in der EU in Reichweite, Foto: Ralph Aichinger / pixelio.de</p></div>
<p>Los Angeles/Berlin (pte) — In Los Angeles sind ab 2014 Plastiktüten in Geschäften verboten. Wenngleich die deutschsprachigen Länder bisher nicht erreicht haben, was der Stadtrat der zweitgrößten US-Metropole am gestrigen Mittwoch beschloss, gibt es in der EU sehr wohl Vorzeichen für ähnliche Regelungen. »Nachdem bereits 2011 eine entsprechende Konsultation zum Plastiktaschenverbot lief, dürfte ein Entscheid der EU-Kommission darüber schnell kommen — noch dieses Jahr oder 2013″, erwartet Rüdiger Rosenthal, Sprecher der Umweltorganisation <a href="http://bund.net" target="_blank" rel="external nofollow">BUND</a>, im pressetext-Interview.</p>
<h4>Deutschland im Hintertreffen</h4>
<p>Die Bewohner von Los Angeles müssen nach der Übergangszeit eigene Taschen zum Einkauf bringen oder zehn Cent für eine Papiertüte bezahlen, besagt die neue Regelung, von der 7.500 Geschäfte betroffen sein sollen. Pionier ist die Millionenstadt am Pazifik damit nicht: Auch andere kalifornische Städte — darunter San Francisco im Jahr 2007 — haben diesen Schritt gewagt. Auch in Frankreich, Ruanda, Tansania, in Teilen Australiens und sogar Indien gibt es Gesetze gegen Tragetaschen aus Plastik. Einschränkungen bezüglich des Materials gibt es in China seit 2008 sowie in Italien seit 2011.</p>
<p>In Deutschland kommen laut Schätzungen jedes Jahr fünf Mrd. Plastiktüten auf den Markt, wobei dabei die abreißbaren Supermarkt-Plastiktüten etwa für Obst noch gar nicht mitgezählt sein dürften. Anläufe der Grünen, ein Verbot in Hamburg und Köln umzusetzen, scheiterten bisher. Bessere Chancen hat derzeit die EU-weite Regelung. »Der europäische Binnenmarkt erschwert Vorstöße einzelner Staaten. Mögliche Instrumente einer schrittweisen Umsetzung wären das Verbot der kostenlosen Abgabe von Plastiktüten sowie eine Besteuerung der Ausgangsmaterialien wie bei der Mineralölsteuer«, schlägt BUND-Sprecher Rosenthal vor.</p>
<h4>Meere voller Plastik</h4>
<p>Das Problem der Plastiktüten: Nach minutenlanger Benutzung belasten sie oft jahrzehntelang die Umwelt. Für das Entsorgungsproblem muss man nicht den pazifischen Müllstrudel bemühen, da auch das Mittelmeer oder die Nordsee betroffen sind. In Letztere werden laut Expertenschätzungen jährlich 20.000 Tonnen Kunststoff gekippt. Die Rechnung bezahlen die Meeresbewohner und deren Nahrungskette: Laut Forschern der Uni Kiel befinden sich im Magen jedes an der Nordseeküste tot aufgefundenen Vogels im Schnitt 29 Plastikpartikel. Das deutsche Umweltbundesamt zählt 13.000 dieser Partikel pro Quadratkilometer Meeresfläche.</p>
<h4>Alternativen: Textil ja, Biokunststoff nein</h4>
<p>Ökologisch keine Alternative sind Tüten aus Bioplastik, die Rosenthal als »reine Verbrauchertäuschung« bezeichnet: »Sie erfüllen das umweltfreundliche Versprechen nicht.« In Ermangelung eigener Rücknahmesysteme landen Bioplastik-Tüten meist im Hausmüll und werden folglich verbrannt, während sie für die Biotonne gar nicht geeignet sind: Ihr Abbau ist zu langsam, was etwa Kompost-fressende Tiere gefährdet. Schwerer wiegt aber wohl der Kritikpunkt, dass Kunststoffe aus Pflanzenbasis über den gesamten Lebenszyklus betrachtet ebenso schädlich sind wie Erdöl-Plastik.</p>
<p>»Plastiktüten sind eindeutig die schlechteste Art der Verpackung. Günstiger sind Stofftaschen, die über Monate oder sogar Jahre wiederverwendet und dann dem Recycling zugeführt werden können«, betont der BUND-Sprecher. Auch Papiertüten seien eine Alternative, sofern sie nach Verwendung dem Altpapier zugeführt werden. »Am wichtigsten ist bei allen Maßnahmen das Umdenken — weg von der heute oft noch vorherrschenden Wegwerfmentalität und hin zu einem Denken in Kreisläufen. Dieser Wandel erfordert viel Kommunikation, wobei ihm Gesetze und Kosten Nachdruck verleihen.«</p>
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		<title>Novum: Gesellschaft braucht weniger Straßen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/09/novum-gesellschaft-braucht-weniger-strassen/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Verkehrsplanung reagiert auf Stagnieren der Mobilität Karlsruhe (pte) — Die Zeit des ständigen Ausbaus des Straßennetzes ist vorbei, denn künftig ist eher der Rückbau bestehender Verkehrsinfrastruktur ein Thema. Die demografische Entwicklung und der Klimaschutz werden den Verkehr deutlich verändern, betonen Experten anlässlich der Jahrestagung der deutschen verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft DVWG, die unter dem Motto »Strukturwandel und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Verkehrsplanung reagiert auf Stagnieren der Mobilität</h2>
<div id="attachment_4870" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/560866_web_R_by_Andreas-Dengs-www.photofreaks.ws_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4867]"><img class=" wp-image-4870 " title="Leere Autobahn: Mobilität stark im Wandel, zeigen Experten " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/560866_web_R_by_Andreas-Dengs-www.photofreaks.ws_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de</p></div>
<p>Karlsruhe (pte) — Die Zeit des ständigen Ausbaus des Straßennetzes ist vorbei, denn künftig ist eher der Rückbau bestehender Verkehrsinfrastruktur ein Thema. Die demografische Entwicklung und der Klimaschutz werden den Verkehr deutlich verändern, betonen Experten anlässlich der Jahrestagung der deutschen verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft <a href="http://dvwg.de" target="_blank" rel="external nofollow">DVWG</a>, die unter dem Motto »Strukturwandel und Strategien für die Mobilität 2030″ steht.</p>
<h4>Weniger Autokilometer</h4>
<p>»Die Planung von Verkehrsinfrastruktur muss um Jahrzehnte vorausdenken«, legt Peter Vortisch, Leiter des Instituts für Verkehrswesen am Karlsruher Institut für Technologie (<a href="http://www.ifv.kit.edu" target="_blank" rel="external nofollow">KIT</a>), im pressetext-Interview dar. Große Strukturmaßnahmen benötigen rund zehn Jahre für Diskussion und Planung und weitere fünf bis zehn Baujahre. »Zwar hat sich das Mobilitätsverhalten schon bisher über die Lebensabschnitte stets geändert, denn mit 20, 50 und 80 Jahren bewegt man sich jeweils deutlich anders. Während der Ausgleich von Geburten– und Sterbezahlen stets die Waage hielt, ist das nun erstmals nicht mehr der Fall.«</p>
<p>Die neue Situation stellt Annahmen zur Mobilität auf den Kopf. »Erstmals steigt die täglich zurückgelegte Strecke nicht mehr und hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland bei rund 40 Kilometern pro Kopf eingependelt. Zwar nehmen die Kfz-Anmeldungen weiter zu, doch gefahren wird weniger«, erklärt Vortisch. Am radikalsten ist der Umbruch bei den unter 30-Jährigen, wo das Auto an Stellenwert verliert. Die Grundthese, dass stets neue Straßen und Autobahnen nötig sind, gilt somit nicht mehr.</p>
<h4>Autobahn-Rückbau als Option</h4>
<p>Der Klimawandel und die begrenzte Erdöl-Verfügbarkeit erfordern zusätzlich ein Hinterfragen bisheriger Mobilitätskonzepte. Elektromobilität bietet hier eine Lösung, sofern sie mit Strom aus zusätzlichen erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. »Mobilität und Energie werden künftig noch enger verknüpft sein, zumal Autoakkus ideale Speicher für in der Nacht erzeugten Windstrom wären«, legt der Karlsruher Verkehrsexperte dar. Deutschland droht seinen Anschluss an die Elektromobilität jedoch zu verpassen, wie aktuelle Studien zeigen.</p>
<p>Für die Infrastruktur wird der Trend jedenfalls Folgen haben, betont Vortisch »Bei manchen Teilabschnitten von Autobahnen ist ein Rückbau zu überlegen, andere geplante Projekte wie etwa die zweite Rheinbrücke in Karlsruhe sind stark in Diskussion gekommen.« Eindeutig sei weiterhin der Trend in Richtung der Stadt der kurzen Wege. »In der Autobegeisterungsphase trennte man in der Stadtplanung die Bereiche für Wohnen, Arbeit und Freizeit. Man ist davon abgekommen — nicht nur aufgrund der Stau– und Klimaproblematik: Längst herrscht auch Konsens darüber, dass eine lebenswerte Stadt nutzungsgemischt gestaltet ist«, so der Experte.</p>
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		<title>Artenvielfalt für Produktivität von Pflanzen nötig</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/04/artenvielfalt-fur-produktivitat-von-pflanzen-notig/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 08:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Verlust so gefährlich wie Klimawandel und Umweltverschmutzung Bellingham/Göttingen (pte) — Der Verlust von Arten wirkt sich für viele Dienstleistungen der Natur ähnlich drastisch aus wie der Klimawandel oder die Umweltverschmutzung. Das berichten Forscher aus den USA, Kanada und Schweden in der Zeitschrift »Nature«. »Manche glauben, der Wandel der Biodiversität sei im Vergleich mit anderen Umweltproblemen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Verlust so gefährlich wie Klimawandel und Umweltverschmutzung</h2>
<div id="attachment_4794" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/579780_web_R_K_B_by_Salih-Ucar_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4790]"><img class=" wp-image-4794 " title="Blatt: Pflanzen hängen empfindlich von Zahl der Arten ab" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/579780_web_R_K_B_by_Salih-Ucar_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Salih Ucar / pixelio.de</p></div>
<p>Bellingham/Göttingen (pte) — Der Verlust von Arten wirkt sich für viele Dienstleistungen der Natur ähnlich drastisch aus wie der Klimawandel oder die Umweltverschmutzung. Das berichten Forscher aus den USA, Kanada und Schweden in der Zeitschrift »Nature«. »Manche glauben, der Wandel der Biodiversität sei im Vergleich mit anderen Umweltproblemen harmlos. Tatsächlich gefährdet der Artenverlust die Pflanzenproduktion aber gleich stark wie die globale Erwärmung«, sagt Studienleiter David Hooper von der <a href="http://wwu.edu" target="_blank" rel="external nofollow">Western Washington University</a>.</p>
<h4>Zersetzer und Wachstum</h4>
<p>Die Wissenschaftler durchforsteten 192 Studien, die den Einfluss verschiedener Umweltgefahren auf das Wachstum der Pflanzen sowie auf die Zersetzung abgestorbener Biomasse durch Bakterien und Pilze untersuchten. Das Ergebnis: Verschwindet jede fünfte Art im Ökosystem, sind die Auswirkungen auf die Pflanzenwelt vernachlässigbar. Liegt die Verlustrate bei 21 bis 40 Prozent, hemmt dies allerdings das Pflanzenwachstum um fünf bis zehn Prozent, ähnlich wie die Folgen des Klimawandels oder des Verlustes der Ozonschicht. Noch höherer Artenverlust entspricht gar den Folgen einer Giftmüll-Deponie in Wäldern.</p>
<h4>Vielfalt gleich wichtig wie Vielzahl</h4>
<p>»Artenverlust wirkt sich auf zwei zentrale Mechanismen der Ökologie aus: Auf Komplementarität und Redundanz«, erklärt Teja Tscharntke, Agrarökologe an der <a href="http://www.agroecology.uni-goettingen.de" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Göttingen</a>, im pressetext-Interview. Die meisten Aufgaben der Natur erfordern nicht nur viele Individuen, sondern auch viele Arten, da jede Spezies einen anderen Job erfüllt. »Pflanzen wurzeln etwa in unterschiedlicher Tiefe oder zeigen andere Blattbedeckung. Je unterschiedlicher die Arten, umso produktiver ist das Ökosystem, da Nährstoffe der einzelnen Bodenschichten oder das Sonnenlicht besser genutzt werden.«</p>
<p>Ebenso bevorzugen auch Zersetzer völlig unterschiedliche Laubtypen oder Bienenarten verschiedene Blumenhöhen und –arten. Welche Folgen der Verlust komplementär arbeitender Individuen hat, sieht man in der Landwirtschaft besonders deutlich, wie Tscharntke darlegt. »Schädlinge wie etwa Getreideblattläuse haben eine Vielzahl von Gegenspielern wie etwa Marienkäfer, Schwebfliegen oder Schlupfwespen, die jeweils auf andere Teile der Population reagieren. Fallen diese Räuber weg, kann man den wirtschaftlichen Schaden kalkulieren.«</p>
<h4>Doppelung als Versicherung</h4>
<p>Weit schwieriger zu erforschen, jedoch ähnlich folgenreich ist die mit dem Artenschwund abhanden kommende Redundanz. »Zur Erfüllung jeder ökologischen Funktion sind meist nur wenige Arten nötig, die anderen spielen scheinbar keine Rolle. Das täuscht jedoch — denn auch wenn Arten dasselbe tun, kommen sie minimal anders mit kleinräumigen Veränderungen der Umwelt in Raum und Zeit zurecht«, sagt der Göttinger Biodiversitätsforscher. Dass jede einzelne Pflanzenart einer Blumenwiese seine Funktion hat, konnte Tscharntke mit seinem Team unlängst nachweisen.</p>
<h4>Warnsignal an Politik</h4>
<p>Die Studienautoren deuten ihre Ergebnisse als Warnsignal an die Politik, dass der Verlust der Biodiversität dieselbe Beachtung verdient wie andere Umweltprobleme. Die soeben erfolgte Gründung des UN-Biodiversitätsrates <a href="http://ipbes.net" target="_blank" rel="external nofollow">IPBES </a>mit Sitz in Bonn soll hier zur Bewusstseinsschärfung beitragen. Der Erhalt der Biodiversität berührt letztlich auch die Ernährungsfrage, ruft Tscharntke in Erinnerung. »70 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen und ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion werden von der natürlichen Bestäubungsleistung beeinflusst.«</p>
<p>Abstract zur Originalstudie unter <a href="http://bit.ly/IGkwPF" rel="external nofollow">http://bit.ly/IGkwPF</a></p>
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		<title>Agrartechniker verwandeln Pferdemist in Strom</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/27/agrartechniker-verwandeln-pferdemist-in-strom/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 13:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Biogas-Rohstoff reduziert CO2-Emissionen um eine Mio. Tonnen Hohenheim (pte) — Forscher der Universität Hohenheim haben einen Kniff entdeckt, wie große Mengen Pferdemist in Biogasanlagen zur Energieerzeugung genutzt werden können. »Kleine Mengen von Pferdemist werden bereits verarbeitet. Unser Ziel ist es, in Zukunft einige Biogasanlagen allein mit Pferdemist zu betreiben«, sagt Hans Oechsner von der Landesanstalt für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Biogas-Rohstoff reduziert CO2-Emissionen um eine Mio. Tonnen</h2>
<div id="attachment_4539" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/42905_web_R_by_Uwe-Steinbrich_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4536]"><img class=" wp-image-4539 " title="42905_web_R_by_Uwe Steinbrich_pixelio.de" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/42905_web_R_by_Uwe-Steinbrich_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de</p></div>
<p>Hohenheim (pte) — Forscher der <a href="http://uni-hohenheim.de" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Hohenheim</a> haben einen Kniff entdeckt, wie große Mengen Pferdemist in Biogasanlagen zur Energieerzeugung genutzt werden können. »Kleine Mengen von Pferdemist werden bereits verarbeitet. Unser Ziel ist es, in Zukunft einige Biogasanlagen allein mit Pferdemist zu betreiben«, sagt Hans Oechsner von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim gegenüber pressetext.</p>
<h4>400 Mio. Liter Heizöl sparen</h4>
<p>Deutschlands Rösser könnten 400 Mio. Liter Heizöl sparen. »Pferdemist ist in Ballungsgebieten durchaus ein Problem, er kann nicht richtig entsorgt werden«, sagt Oechsner. Als Dünger ließ er sich bislang nur eingeschränkt verwenden. Biogasanlagen verkraften ihn zurzeit nur in geringen Mengen. Die Forscher haben nun herausgefunden, dass man bei optimaler Vergärung jährlich etwa 400 Mio. Kubikmeter Methan erzeugen könnte. Damit ließen sich über 400 Mio. Liter Heizöl einsparen.</p>
<p>Vorteil für die Umwelt: Die CO2-Emissionen könnten sich um eine Mio. Tonnen reduzieren. Die Nachfrage nach Bioenergie aus Energiepflanzen steigt in der Bundesrepublik seit Jahren. Die Folge: Anbauflächen werden langsam knapp und die Landwirte bewirtschaften sie immer intensiver. Gleichzeitig leben auf Deutschlands Reiterhöfen rund 550.000 Pferde. Zusammen produzieren sie jährlich rund 4,5 Mio. Tonnen Mist. »Wenn das alles in Biogasanlagen vergärt wird, bräuchten wir 80.000 Hektar Ackerland weniger für den Anbau von Energiepflanzen.«</p>
<h4>Querstromzerspaner notwendig</h4>
<p>»Pferdemist findet bisher kaum Verwendung«, sagt Oechsner weiter. »Er eignet sich nur bedingt als Dünger und muss deshalb oft kostenpflichtig entsorgt werden.« Das Problem am Pferdemist sei die große Menge Stroh darin. »Sie bewirkt, dass der Mist in der Biogasanlage auf der übrigen Biomasse schwimmt«, erklärt der Agrartechniker. Die Vorbehandlung erledigt ein Querstromzerspaner, eine Maschine, die normalerweise bei der Abfallverwertung eingesetzt wird.</p>
<p>»Das ist im Prinzip ein großer Küchenmixer«, so Matthias Mönch-Tegeder von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie. »Nach dem Mixen haben wir mundgerechte Stückchen für die Mikroorganismen in der Biogasanlage.« Die Oberfläche des Pferdemistes vergrößert sich und verbindet sich gut mit dem übrigen Gärsubstrat im Fermenter. Eine positive Nebenwirkung: Der vergärte Pferdemist aus der Biogasanlage ist ein hervorragender Dünger.</p>
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		<title>Schweden bekommt urbanes Gewächshaus</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/16/schweden-bekommt-urbanes-gewachshaus/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 23:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Plantagon: Konstruktion in Linköping soll bis 2014 fertig sein Stockholm (pte) — Die südschwedische Stadt Linköping wird Heimat eines urbanen Gewächshauses. Dieses wird erbaut vom Unternehmen Plantagon, das sich klimafreundlichen Landwirtschaftslösungen der Zukunft verschrieben hat. Das 55 Meter hohe Hybrid-System soll erstes Experimentierfeld für die weitgehend automatisierte Aufzucht und Ernte von Gemüse dienen. Dabei könnte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Plantagon: Konstruktion in Linköping soll bis 2014 fertig sein</h2>
<div id="attachment_4499" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/20120215020.jpeg" rel="lightbox[4496]"><img class=" wp-image-4499 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/20120215020.jpeg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Plantagon: Vertikales Gewächshaus entsteht in Linköping (Foto: Plantagon)</p></div>
<p>Stockholm (pte) — Die südschwedische Stadt Linköping wird Heimat eines urbanen Gewächshauses. Dieses wird erbaut vom Unternehmen <a href="http://plantagon.com" target="_blank" rel="external nofollow">Plantagon</a>, das sich klimafreundlichen Landwirtschaftslösungen der Zukunft verschrieben hat. Das 55 Meter hohe Hybrid-System soll erstes Experimentierfeld für die weitgehend automatisierte Aufzucht und Ernte von Gemüse dienen. Dabei könnte es sogar ohne zusätzlicher Energieversorgung auskommen.</p>
<h4>Individuelle Standortlösungen</h4>
<p>Der vor wenigen Tagen erfolgte Spatenstich gab den Startschuss zum Greenhouse-Projekt in der siebtgrößten Stadt des Landes. Wie die PR-Managerin des Unternehmens, Carin Balf Arbman, gegenüber pressetext mitteilt, laufen die Vorbereitungen für den Bau auf Hochtouren. In spätestens anderthalb Jahren könnte die Errichtung starten, man hofft jedoch, dass die Baustelle noch in diesem Jahr eröffnet wird. Mit der Fertigstellung wird in zwei bis drei Jahren gerechent, 2014 ist damit ein realistischer Termin.</p>
<p>Das Pflanzenhaus ist eine auf den Standort individuell abgestimmte Lösung. Linköping ist als Industriestandort in beträchtlichem Maße auf das örtliche Gaskraftwerk angewiesen. Dessen Abwärme und Kohlendioxid-Ausstoß soll sich das Gewächshaus zunutze machen. Auch die Form der Plantagon-Bauwerke variiert, um je nach Klimazone eine optimale Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Neben symbiotischen Anlagen wie dieser will man in Zukunft auch alleinstehende Glashäuser errichten.</p>
<h4>500 Tonnen jährlich</h4>
<p>Die Aufzucht der Setzlinge soll hauptsächlich von Maschinen übernommen werden. Die Zeit von der Pflanzung bis zur Ernte soll für normales Grüngemüse wie Salat rund 35 Tage in Anspruch nehmen. Im Laufe der Zeit werden die Pflanzenbehälter von den oberen Stockwerken nach unten transferiert. Dort werden sie geleert, anfallender organischer Müll wird zur Biogaserzeugung genutzt, wobei die prognostizierten Abfallmengen laut Arbman als gering eingeschätzt werden.</p>
<p>Der Personalbedarf für den Betrieb des Projektes hängt jeweils von der Größe eines solchen Pflanzenhauses und der Verwertung der Erzeugnisse ab, die sowohl lokal als Nahrungsmittel verkauft oder auch für industrielle Zwecke verwendet werden können. In Linköping rechnet man mit zwei bis fünf notwendigen Arbeitskräften. Plantagon prognostitziert eine Produktion von 500 Tonnen an Nahrungsmitteln im Jahr. Wegen des hohen Interesses aus Asien und aus Gründen der Nahrhaftigkeit wird man im Rahmen des schwedischen Pilotprojekts auf fernöstliche Pflanzenarten setzen.</p>
<h4>LEDs gegen langen Winter</h4>
<p>Mit dem skandinavischen Winter, der sich mit zunehmender Nähe zum Polarkreis über ein halbes Jahr erstrecken kann, stellt sich den Erbauern eine weitere Herausforderung. Mit dem ersten Greenhouse möchte man auch austesten, wie man in der kalten Jahreszeit ausreichende Lichtzufuhr für die Pflanzen sicherstellen kann. Spezielle LED-Lampen sollen in Zeiten andauernder Dämmerung aushelfen, erklärt die Pressesprecherin abschließend.</p>
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		<item>
		<title>Wasserreinigungs-Anlage arbeitet selbstversorgend</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/13/wasserreinigungs-anlage-arbeitet-selbstversorgend/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 11:19:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Biogasanlage sorgt für Wärme und Strom San Leandro (pte) — Die kalifornische Pasteurization Technology Group (PTG) hat eine Anlage zur Wasserreinigung entwickelt, die auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet und sich selbst zu 90 Prozent mit Strom versorgen soll. Dabei wird auf die Zugabe chemischer Stoffe verzichtet und das Pasteurisierungsverfahren angewandt. Trinkwasserexperte Christian Schröder vom Unternehmen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Biogasanlage sorgt für Wärme und Strom</h2>
<div id="attachment_4481" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/Pasteurization-Technology-Group-system_2-fixed.jpg" rel="lightbox[4479]"><img class=" wp-image-4481 " title="Pasteurization Technology Group System" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/Pasteurization-Technology-Group-system_2-fixed-300x224.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Reinigung: Aufbereitungsanlage versorgt sich mit Strom aus Biogas (Foto: PTG)</p></div>
<p>San Leandro (pte) — Die kalifornische Pasteurization Technology Group (<a href="http://pastechgroup.com" target="_blank" rel="external nofollow">PTG</a>) hat eine Anlage zur Wasserreinigung entwickelt, die auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet und sich selbst zu 90 Prozent mit Strom versorgen soll. Dabei wird auf die Zugabe chemischer Stoffe verzichtet und das Pasteurisierungsverfahren angewandt. Trinkwasserexperte Christian Schröder vom Unternehmen <a href="http://ekoplan.com" target="_blank" rel="external nofollow">EKOplan</a> begutachtet das Konzept im Interview mit pressetext.</p>
<h4>Selbstversorgung über Biogas</h4>
<p>Die organischen Abfälle im Schmutzwasser werden in einer Biogasanlage verwertet, die Teil der Anlage ist. Diese liefert nicht nur bis zu 90 Prozent des für den Betrieb notwendigen Stroms, sondern auch Abwärme. Um Keime aus dem lebenswichtigen Nass zu eliminieren, wird dieses auf 180 Grad Fahrenheit (rund 82,2 Grad Celsius) erwärmt. Am Ende des Prozesses soll das Wasser sauber genug sein, um industriell verarbeitet zu werden. Die PTG hat ihr System bereits an zwei Partner verkauft, einen Snackhersteller und ein Unternehmen aus dem Obstanbau.</p>
<h4>Einsatz von vielen Kriterien abhängig</h4>
<p>»Es gibt mehrere Ansätze, die in diese Richtung gehen«, erklärt Schröder gegenüber pressetext. Wie gut die Anlage aus Kalifornien funktioniert, möchte er jedoch nicht beurteilen. »Es kommt immer darauf an, unter welchen Bedingungen eine solche Anlage eingesetzt wird.« Diese umfassen unter anderem die Menge und die Zusammensetzung des zu reinigenden Abwassers. Während viele Organismen eine Temperatur von 82 Grad nicht überleben, gibt es durchaus Keime, die auch darüber hinaus standhalten. »Nicht umsonst gibt es die Empfehlung, keimverseuchtes Wasser bis zum Siedepunkt zu erhitzen.«</p>
<h4>Konventionelle Anlagen werden sparsamer</h4>
<p>Auch hinsichtlich der Energieeffizienz ist Schröder vorsichtig mit einer Bewertung. »Man muss sehen, wieviel Strom man wirklich in diese Anlage stecken muss und auch, wieviel sauberes Wasser zur Rückspülung aufgewendet werden muss.« Konventionelle, kommunale Kläranlagen älterer Bauart haben einen relativ hohen Energiebedarf, so der Fachmann. Jedoch wird über Faultürme ein Teil davon rückgewonnen.</p>
<p>Neue Systeme hingegen arbeiten deutlich sparsamer und werden öfters auch mit Blockheizkraftwerken ergänzt. Als Alternative können auch Pflanzenkläranlagen eingesetzt werden, die allerdings einen wesentlich größeren Flächenbedarf haben.</p>
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		<title>Wie man Scheiße zu Gold macht</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/22/wie-man-scheisse-zu-gold-macht/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 12:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Jochen Schilk fragte den Abwasserexperten Ralf Otterpohl, wie unsere Ausscheidungen den Boden verbessern können. Ralf, du forschst an der Technischen Universität Hamburg-Harburg auch zur Frage, inwieweit heute vermeintliche Problem­abfälle wie Urin und Fäkalien für den Humusaufbau Verwendung finden könnten. Produzieren wir die Alternativen für Kunstdünger etwa tagtäglich im eigenen Körper? Fast den gesamten Stickstoff, den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Jochen Schilk fragte den Abwasserexperten Ralf Otterpohl, wie unsere Ausscheidungen den Boden verbessern können.</em></strong></p>
<div id="attachment_4339" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/image1.jpg" rel="lightbox[4335]"><img class=" wp-image-4339   " title="Ralf Otterphl" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/image1.jpg" alt="" width="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Foto: Steffen Hidde</p></div>
<p><em>Ralf, du forschst an der Technischen Universität Hamburg-Harburg auch zur Frage, inwieweit heute vermeintliche Problem­abfälle wie Urin und Fäkalien für den Humusaufbau Verwendung finden könnten. Produzieren wir die Alternativen für Kunstdünger etwa tagtäglich im eigenen Körper?</em></p>
<p>Fast den gesamten Stickstoff, den der Mensch umsetzt, scheidet er als Urin aus, beim Phosphor ist es ungefähr die Hälfte. Auch andere Makronährstoffe für Pflanzen, wie Kalium, Schwefel, Kalzium oder Magnesium, sind in Böden oft knapp, während sie in unterschiedlichen Mengen in menschlichen Exkrementen zu finden sind. Fäkalien sind allerdings nicht Fäkalien. Ein gesunder Mensch, der sich gesund und vollwertig ernährt, hat die ganze Palette der hochwertigen Stoffe in seinem Kot, besonders dann, wenn er keine Pharmazeutika einnimmt. Wenn wir Fäkalien nutzen wollen, sollten wir also diejenigen von gesundheitsbewussten Menschen nehmen.</p>
<p><em>Ihr macht euch auch Gedanken, wie man ganze Städte und ihr Umland alternativ abwassertechnisch ent– und versorgen kann. Bedingt die Nutzung von Exkrementen also, dass sämtliche Einwohner Alternativen für ihren Pharmaka-Konsum finden müssen?<br />
</em><br />
Der momentan zu beobachtende Bewusstseinswandel kann sehr schnell dazu führen, dass die Dinge, die für uns heute normal sind – wie das Einnehmen von Pillen – innerhalb weniger Jahre als absurd erscheinen.  Wir können bereits heute einsammeln, was sauber ist. Wir entwickeln ein flexibles Toilettensystem für den Einsatz in Stadt und Land.<br />
Im Moment arbeiten wir an unserem ­Institut experimentell mit einfachen Campingtoiletten. Die betreiben wir nicht mit der dafür vorgesehenen Chemie, sondern mit der Mikrobenmischung zur milchsauren Vergärung des Terra-Preta-Pioniers Jürgen Reckin. Man könnte auch einfach Sauerkrautlake verwenden. Mit der richtigen Milchsäure-Bakterienmischung, über die wir derzeit forschen, kann man im Prinzip in jeder Wohnung, auch in der Stadt, Exkremente geruchsfrei und hygienisch einsammeln. Deshalb entwickeln wir eine alltagstaugliche Toilette, mit der das möglich sein wird. Wofür man noch eine Lösung finden müsste, ist der Transport ins Umland, weil in der Stadt üblicherweise ­wenig Platz für Kompostierung ist.</p>
<div id="attachment_4337" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/Composting_toilet_zoom.jpg" rel="lightbox[4335]"><img class=" wp-image-4337 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/Composting_toilet_zoom-224x300.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Komposttoilette, Bildquelle: Wikipedia</p></div>
<p><em>Es heißt immer, man solle Kompost aus menschlichen Ausscheidungen nicht zum Düngen von Nahrungspflanzen verwenden.<br />
</em><br />
Etwa zehn Jahre sollte man warten, bis man auf einem Fäkalien-Kompost Lebensmittel anbaut. Die Stoffe aus den ­Fäkalien und dem Abwasser gehen in die Pflanzen, die sich unter anderem von Mi­kroorganismen ernähren. Unsere Forschungen und die Literatur sagen das gleiche: Die Pflanze nimmt Stoffe auf, die im Wasser gelöst sind, ebenso wie pathogene Keime, die sich in Blättern konzentrieren können, weil das Wasser verdunstet und diese Stoffe sich anreichern.<br />
Zehn Jahre hört sich nach viel Zeit an, ist es aber im Grund nicht. Nach etwa zwei bis drei Monaten richtiger Wurmkompostierung im Sommer könnte man diesen Kompost in den Boden einbringen und dort zum Beispiel zunächst Holz für eine Brennholzplantage anpflanzen. In Haushalten fallen aber ohnehin viel größere Mengen an Küchenabfällen an, die Exkremente machen nur ein Drittel der Abfälle aus, und mit Gartengrünschnitt ist ihr Anteil noch niedriger.</p>
<p><em>Wie ist die Gesetzeslage in Deutschland zum Betrieb von Komposttoiletten?<br />
</em><br />
Die Sache ist zweischneidig: Einerseits ist die Abfallverordnung mit dem Gebot zur Wiederverwertung sehr fortschrittlich. Im Abwasserbereich gelten diese Gesetze eigentlich auch, werden aber dort durch widersprüchliche Gesetze konterkariert. Vorgeschrieben ist, dass man eine Spültoi­lette hat, aber zugleich verbietet es kein Gesetz, eine Terra-Preta-Toilette danebenzustellen. Von daher ist alles möglich. Solange die Exkremente als Wertstoffe gesammelt werden, bewege ich mich innerhalb des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und bin also nach Abwassergesetzen gar nicht belangbar. Abwasser werden sie erst, wenn der Entsorgungswille da ist und sie in ein Abwassersystem eingebracht werden. In einigen Bundesländern gibt es allerdings extrem ­restriktive Gesetzgebungen zum Abwasser.</p>
<p><em>Ist der Bedarf für Terra-Preta-Sanitation in anderen Weltgegenden größer?<br />
</em><br />
Zwei Milliarden Menschen haben nur Gruben, und in vielen Gegenden gibt es zwar Spültoiletten, aber keinerlei Abwasseraufbereitung. Grundwasser wird so in einem unglaublichen Maß verseucht, Millionen Menschen sterben. Wer in solchen Ländern Komposttoiletten einführt, kann lebensrettend wirken. Die Entwicklung wird aber nur vorwärtsgehen, wenn wir diese Systeme vorantreiben. Mein Institut gehört zu weltweit sehr wenigen, die sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen, denn es gibt kaum Forschungsgelder für Produkte, deren Export kaum Profit verspricht.<br />
Bodenverbesserung ist aber auch bei uns extrem wichtig, und wir sollten besser sofort damit anfangen. Die globale Fremdversorgung kann sehr schnell in sich zusammenfallen. Sollten wir uns einmal von relativ wenig Land ernähren müssen, ist ­jedes Gramm Humus wichtig.</p>
<p><strong><em><br />
Innovative Abwasserkonzepte:<br />
</em></strong><em>www.otterwasser.de, www.tuhh.de/aww</em></p>
<p>Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin OYA — anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/588-Wie_man_Scheisse_zu_Gold_macht.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 12/2011</a></p>
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