<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>OpenMindJournal &#187; Psychologie</title>
	<atom:link href="http://www.openmindjournal.com/category/mind/psychologie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.openmindjournal.com</link>
	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Achtsamkeit und die iPhone-Generation</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/06/achtsamkeit-und-die-iphone-generation/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/05/06/achtsamkeit-und-die-iphone-generation/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4828</guid>
		<description><![CDATA[In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4830" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4828]"><img class=" wp-image-4830 " title="Strandhandy" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Stefan Ddorf / pixelio.de</p></div>
<p>In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch wird — doch wie steht es mit uns selbst? Sind wir — im Vergleich zum Mai letzten Jahres — neue Menschen? Haben wir unsere Zellen regeneriert, unsere alteingesessenen Meinungen revidiert, unsere Vorurteile eliminiert — und uns insgesamt neu erfunden? Und noch eine Etage tiefer: nehmen wir uns überhaupt die Zeit, über solche Dinge nachzudenken, oder schreit gerade das nächste App danach, heruntergeladen zu werden?</p>
<p>In unserem Leben läuft vieles, oh so vieles, nach ganz bestimmten Mustern ab. Wir leben einen Grossteil unseres Menschenlebens auf Autopilot. Ich denke oft an das unvergessliche Bild von Gary Larson, wo die Amöben-Frau den Amöben-Mann ankeift: „Reiz und Reaktion, Reiz und Reaktion — <em>denkst</em> du eigentlich jemals?!“</p>
<p>Herrlich lustig — aber eine gute Frage. Denken wir überhaupt? Oder andersrum, warum schaffen es die meisten von uns nicht, mit dem Denken jemals aufzuhören, wenn wir doch diejenigen sind, die unser Gehirn — als Eigentümer! — kontrollieren sollen könnten? Ich verweise auf das geflügelte Zitat weiter unten: „Der Verstand ist ein ausgezeichneter Diener, aber ein miserabler Meister.“</p>
<p>Denken Sie einmal für 17 Sekunden darüber nach. (Hallo? Ich sagte nicht, Sie sollen darüber nachgrübeln, warum ausgerechnet 17 Sekunden, sondern darüber, ob <em>Sie</em> der Meister Ihres Lebens und Denkens sind — oder ist’s gar ihr Ego?)</p>
<p>Lassen Sie sich inspirieren und zum Nachdenken animieren – von Menschen, Büchern, dem Leben und dem Universum. Wir sitzen alle im gleichen Zug, doch wir entscheiden, wohin wir blicken und in welchem Abteil wir sitzen. Metaphysisch, aber wahr.</p>
<h4>Gib acht!</h4>
<p>„Gib acht!“ hat nicht immer mit dem zu tun, was Mutti uns als Kind unzählige Male zugerufen hat. Achtsamkeit ist — in unserer westlichen Welt fast vergessen — ein Heilmittel erster Klasse. Einst ein östliches, für viele von uns abstraktes Zen-Prinzip, schleicht sich diese unglaublich starke Lebenshaltung allmählich sogar in die westliche Psychotherapie ein. Wie das geht? Vereinfacht gesagt:</p>
<p>„Wenn ich Spaghetti esse, esse ich Spaghetti.“</p>
<p>„Wenn ich vom Badezimmer in die Stube gehe, gehe ich vom Badezimmer in die Stube.“</p>
<p>Will heißen: ich tue immer gerade das — und NUR das! — was ich gerade tue und richte meine Aufmerksamkeit darauf. Schluss mit Multi-Tasking und unseren verheerenden Ideen von „alles gleichzeitig“, um Zeit zu sparen, die wir dann blödsinnig mit Smartphone, Facebook, TV und Klatschblättern vergeuden.</p>
<p>Kürzlich sah ich ein Teenager-Mädchen an der Bushaltestelle stehen, ein echter Prototyp: Zigarette im Mundwinkel, Kopfhörer über den Ohren, Mütze tief über die Augen gezogen, iPhone in der linken, Red Bull in der rechten Hand, Zeitung unter den Arm geklemmt. <em>Das</em>, liebe Menschen der westlichen Kultur, ist das absolute Gegenteil von Achtsamkeit! Dieses Mädchen ist das (inzwischen überall wuchernde) Beispiel des Vor-sich-selbst-Davonlaufens.</p>
<p>Achtsamkeit (auf Neudeutsch auch „Mindfulness“ genannt) hat die magische Eigenschaft, unsere gesamte Wahrnehmung des Lebens — und damit das Leben schlechthin — zu verändern. Wenn Sie also die Gelegenheit ergreifen möchten, zu leben, und zwar im JETZT, von Moment zu Moment, statt zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her zu hetzen — suchen Sie sich einen Achtsamkeitslehrer, einen Guru, einen achtsamen Freund, einen Hypnosetherapeuten oder einen Meditations-Profi, und tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Achtsamkeit.</p>
<p>Übrigens: wenn Sie diesen Artikel in knapp 15 Sekunden überflogen haben und gleich zum nächsten hetzen, wissen Sie zumindest bereits, was Achtsamkeit <em>nicht</em> ist… :)</p>
<div></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/05/06/achtsamkeit-und-die-iphone-generation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gedanken können Schmerz lindern und sogar heilen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/04/gedanken-konnen-schmerz-lindern-und-sogar-heilen/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/05/04/gedanken-konnen-schmerz-lindern-und-sogar-heilen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 May 2012 08:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4797</guid>
		<description><![CDATA[Schmerztherapeut Karl Isak über Chancen zur Selbstheilung Wien (pts) — Schmerz ist eine Volkskrankheit — beinahe jeder dritte Mensch leidet an chronischen Schmerzen. Die Skala reicht von erträglich bis zur Auslösung von Selbstmordgedanken. Doch wie stark der Schmerz unser Leben beeinträchtigen darf, können wir bewusst beeinflussen. Der Schmerz entsteht im Kopf Alles, was vom Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Schmerztherapeut Karl Isak über Chancen zur Selbstheilung</h2>
<div id="attachment_4799" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/564048_web_R_B_by_Gerd-Altmann-Shapes-AllSilhouettes.com_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4797]"><img class=" wp-image-4799 " title="Schmerzen wegdenken" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/564048_web_R_B_by_Gerd-Altmann-Shapes-AllSilhouettes.com_pixelio.de_-300x212.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de</p></div>
<p>Wien (pts) — Schmerz ist eine Volkskrankheit — beinahe jeder dritte Mensch leidet an chronischen Schmerzen. Die Skala reicht von erträglich bis zur Auslösung von Selbstmordgedanken. Doch wie stark der Schmerz unser Leben beeinträchtigen darf, können wir bewusst beeinflussen.</p>
<h4>Der Schmerz entsteht im Kopf</h4>
<p>Alles, was vom Menschen geschaffen wird, wurde vorher gedacht. Unser Gehirn hat die Fähigkeit, körperliche Reaktionen herbeizuführen; je mehr wir an etwas denken, desto stärker hinterlässt es Spuren im Gehirn. Auch der Schmerz kann durch diese neuronale Bahnung in unser Gedächtnis eingebrannt werden. »Chronische Schmerzen sind ein Gedankenprodukt und können daher auch wieder zum Verschwinden gebracht werden«, ist der Schmerztherapeut DDDr. Karl Isak überzeugt. Wenn es in die eine Richtung geht, geht es auch in die andere, lautet also der Ansatz. Soeben ist sein neues Buch »Schmerzen wegdenken — Helfen Sie sich selbst. Eine psychologische Schmerztherapie« erschienen, in dem er das Wesen des Schmerzes sowie seine Therapiemethoden beschreibt und viele Geschichten seiner Patientinnen und Patienten erzählt.</p>
<h4>Chronische Schmerzen sind psychosomatisch</h4>
<p>Karl Isak war selbst chronischer Schmerzpatient. Als Jugendlicher litt er unter Migräneattacken, die seinen Alltag einige Jahre lang enorm beeinträchtigten und ihn durch zahlreiche Arztpraxen führten. »Ich war körperlich völlig gesund und dennoch waren diese Schmerzen immer wieder da — und zwar in einer Intensität, die ich nicht einmal meinen ärgsten Feinden gewünscht hätte«, schreibt er. Irgendwann hörten die Schmerzen auf. Im Rückblick erkannte der heutige Schmerztherapeut, dass seine Kopfschmerzen psychische Ursachen gehabt hatten. Viele Schmerzpatienten bringen eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich, weil nie die Ursachen, sondern nur die Symptome mit Medikamenten behandelt werden. So gut wie jeder Schmerzpatient wurde oder wird innerhalb seines sozialen Umfelds gekränkt — und Kränkung macht sehr oft krank, weiß Dr. Isak. Ins Unbewusste verdrängte Gefühle führen zu Kopf-, Rücken-, Brust-, Gelenks-, Unterbauch-, Knie– oder allgemeinen Schmerzen.</p>
<h4>Ursachen erkennen und Schmerzen wegdenken</h4>
<p>Mit seinen Patienten arbeitet er daher nicht nur an den Ursachen der Schmerzen, sondern auch an der Bewältigung der psychischen Verletzungen. Der chronische Schmerz ist also ein Symptom, dessen Ursachen fast immer in der Psyche liegen; erst wenn sie sich ändern, kann auch der Schmerz aufhören. In seiner Schmerztherapie kombiniert Karl Isak psychotherapeutische Methoden mit »Mentalpsychologischen Interventionen«. Das sind Autosuggestionen, mit denen das Gehirn beeinflusst und der Schmerz gelindert oder sogar besiegt wird. Dabei wird in individuellen Sitzungen durch die Kombination von Entspannung und Suggestion der Körper dazu angeleitet, den Schmerz zu »vergessen«; aber auch Interventionen über eine CD erzielen sehr gute Erfolge. Das Prinzip hinter der Methode lautet: Nur das, was ich denken kann, kann auch Wirklichkeit werden. Wenn ich ständig an Schmerz denke, produziert der Körper Schmerz — und dieser Mechanismus funktioniert in beide Richtungen. »Schmerzen wegdenken« ist somit kein mystischer Vorgang, sondern ein nachvollziehbarer Prozess, den jeder erlernen kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/05/04/gedanken-konnen-schmerz-lindern-und-sogar-heilen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Illusion vom vollkommenen Glück</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-illusion-vom-vollkommenen-gluck/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-illusion-vom-vollkommenen-gluck/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 10:15:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4709</guid>
		<description><![CDATA[Was uns alles happy macht Ob und wie anhaltendes Glück möglich ist, untersuchen die menschen unaufhörlich. Zahlreiche Rezepte versprechen uns eine Steigerung der Lebensqualität. Der Zwang zum Dauerglück kann auch zur Belastung werden. Die üblichen Angebote, welche uns «happy» machen sollten, sind konsumierbar und flüchtig wie aktuelle Börsendaten. Wir finden sie in Form von Ratgebern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Was uns alles happy macht</h2>
<div id="attachment_4715" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/573782_web_R_by_Julien-Christ_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4709]"><img class=" wp-image-4715 " title="Das vollkommene Glück bleibt oft unerreichbar." src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/573782_web_R_by_Julien-Christ_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Julien Christ / pixelio.de</p></div>
<p>Ob und wie anhaltendes Glück möglich ist, untersuchen die menschen unaufhörlich. Zahlreiche Rezepte versprechen uns eine Steigerung der Lebensqualität. Der Zwang zum Dauerglück kann auch zur Belastung werden.</p>
<div>
<div>
<p>Die üblichen Angebote, welche uns «happy» machen sollten, sind konsumierbar und flüchtig wie aktuelle Börsendaten. Wir finden sie in Form von Ratgebern, in Last-Minute-Angeboten, im richtigen Shampoo, im Well– ness-Studio, auf der Couch, im Porno oder in der Kirche. Wer in den USA Präsident werden will, muss mit wenigen Schlagworten der Wählerschaft eine glückliche Zukunft versprechen: Ein Wirtschaftsaufschwung wird dort zum Beispiel nur als möglich prophezeit, wenn sich die Leute an traditionell-christlichen Familienbildern orientieren. Dahinter verbirgt sich das Credo, dass eine florierende Wirtschaft und ein angepasstes Verhalten alles zum Guten wenden. Natürlich ist der Umkehrschluss genauso problematisch. Schauen die Wohlhabenden auf die Hungernden, möbeln sie ihr schlechtes Gewissen gerne mit dem Bild der glücklichen Armen auf, die sich tanzend und lachend auf einem kargen Dorfplatz vergnügen. Arm sein bedeutet nicht zwingend, zufrieden zu sein, aber man kann auch erfüllt reich sein, könnte man provokativ sagen.</p>
<h4>Schweiz auf platz vier</h4>
<p>Keine Wissenschaft übergeht das Thema, das vielversprechende Bücher und Studien füllt. «Wie zufrieden sind Sie, alles in allem, zurzeit mit Ihrem Leben als Ganzes?» Diese Frage hat</p>
</div>
<div>
<p>Professor Ruut Veenhoven von der Erasmus– Universität in Rotterdam 148 Nationen gestellt. In der so erstellten «World Database of Happiness» erreicht die Schweiz Platz vier und gehört damit zu den glücklichsten Nationen. Vergleichen wir das Resultat aber mit Freitod– statistiken, dann finden wir die Schweiz eben– falls an der Spitze.</p>
<p>Statistiken zur Zufriedenheit können im– mer unterschiedlich interpretiert werden. In den meisten Studien korreliert das Mass an Wohlgefühlen mit Gesundheit, Zugang zu Bildung und Wohlstand. Der Einfluss von Sonnenschein wird ebenfalls als Moment für eine positive Lebenseinstellung diskutiert.</p>
<p>In der Philosophie hat die Untersuchung des Glücks eine lange Tradition. Eine Analyse unserer Visionen kann verdeutlichen, ob wir uns auf dem Holzweg befinden, auf den uns falsche Erwartungen geführt haben. Eine wesentliche Aufgabe von philosophischen Praxen besteht darin, solche Bilder im gemeinsamen Gespräch zu hinterfragen. Denn oft ist es eine Ansichtssache, ob eine Situation als bedrückend oder harmonisch empfunden wird. Durch die Veränderung des Blickwinkels können sich ganz neue Horizonte auftun. Dass man immer einen Grund zum Unglück findet, wenn man möchte, beschreibt Paul Watzlawick mit Witz in seiner «Anleitung zum Unglücklichsein»: «Selbst aber wenn einmal auf der ganzen Welt Glücklichkeit ausgebrochen sein wird, würde ein tugendboldiger Pessimist noch lange nicht verzagen […], indem er dem unschuldig sich freuenden Partner vorhält: ‹Wie kann es dir nur Spass machen, wo Christus für dich am Kreuze starb? Hat es Ihm etwa Spass gemacht?› Der Rest ist betretenes Schweigen.»</p>
</div>
<div>
<h4>«Unvollkommen» zufrieden</h4>
<p>Wenn wir akzeptieren würden, dass jede Situ– ation ihren Makel hat, könnte dies zu einer gewissen Entspannung im Glücksmarathon führen. Da wir jedoch ständig mit völlig übertriebenen Bildern der Vollkommenheit bombardiert werden – Reichtum, interessante Arbeit, Heirat, Geburt, die Familie, fit im Alter, ewig jung und sexy –, braucht es schon den Mut zur Eigenständigkeit, um auch «unvollkommen» zufrieden zu sein. Denn im Leben gibt es auch das Scheitern von Liebesbeziehungen, die krumme Nase, nervige Vorgesetzte, eine Zangengeburt, Arbeitslosigkeit und die vom Nachbarn vergiftete Katze. Wenn wir davon ausgehen, dass die nächste Veränderung diese Makel verschwinden lässt, leben wir im permanenten Zustand der Erwartung. Wir können nämlich sicher sein, dass bald schon wieder ein neues Mobiltelefon erworben werden sollte oder nach der Nasen-OP noch die Lippen dran wären und dass doch erst die nächste Liebesbeziehung die beste wird.</p>
<p>Dennoch plädiere ich dafür, weiterhin nach dem eigenen Glück zu fragen. Vielleicht ist es nicht spektakulär, was uns zwischendurch froh macht. «Das Glück ist kein guter Stoff […] Es ist selbstgenügsam. Es braucht keinen Kommentar. Es kann in sich zusammengerollt schlafen wie ein Igel.» (Carl Seelig, «Wanderungen mit Robert Walser», Frankfurt 1977). Wenn wir uns die Zeit nehmen, uns über den unauffälligen, zufälligen Reichtum des Lebens zu freuen, der sich in einem Gespräch mit unerwarteten Wendungen, einem guten Buch oder einem ehrlichen Kompliment verbirgt, kommen wir der Sache vielleicht auf die Spur. Dazu müssen wir aber den Mut finden, innezuhalten. Eine Tätigkeit, die etwas aus der Mode gekommen, aber jederzeit möglich ist: auch im Pornokino oder in der Kirche.</p>
</div>
</div>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin MONETA, Ausgabe <a href="http://www.abs.ch/de/zeitung-moneta/moneta-archiv/" target="_blank" rel="external nofollow">Nr. 1/2012</a>. MONETA ist das Magazin der <a href="https://www.abs.ch/" rel="external nofollow">Alternativen Bank Schweiz</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-illusion-vom-vollkommenen-gluck/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Potential für einen guten Start ins Alter</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/potential-fur-einen-guten-start-ins-alter/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/potential-fur-einen-guten-start-ins-alter/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 13:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Neurowissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4703</guid>
		<description><![CDATA[Was die Hirnforschung zum Thema Altern zu sagen weiss Die Ergebnisse der Hirnforschung aus den letzten Dekaden sind noch nicht sehr tief in unser Alltagsbewusstsein eingedrungen. Das zu ändern wäre für die individuelle wie gesellschaftliche Entwicklung wertvoll. Denn so, wie wir heute leben, werden wir morgen altern. Während Sie diesen Artikel lesen, werden Sie möglicherweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was die Hirnforschung zum Thema Altern zu sagen weiss</h3>
<div id="attachment_4705" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/112030_web_R_K_B_by_Jerzy_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4703]"><img class=" wp-image-4705 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/112030_web_R_K_B_by_Jerzy_pixelio.de_-300x300.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Jerzy / pixelio.de</p></div>
<p>Die Ergebnisse der Hirnforschung aus den letzten Dekaden sind noch nicht sehr tief in unser Alltagsbewusstsein eingedrungen. Das zu ändern wäre für die individuelle wie gesellschaftliche Entwicklung wertvoll. Denn so, wie wir heute leben, werden wir morgen altern.</p>
<p>Während Sie diesen Artikel lesen, werden Sie möglicherweise etwas lernen. Die Schaltstellen zwischen den Synapsen in Ihrem Gehirn werden auf spezifische und individuelle Weise partiell aktiviert, partiell deaktiviert: Es verändert sich die Funktion der neuronalen Schaltkreise in Ihrem Gehirn. Vielleicht gefallen Ihnen dieser Artikel oder diese Zeitschrift so sehr, dass Sie das Heft nach der Lektüre an einen Freund verleihen. Je nachdem, wie nachhaltig Sie von den hier entfalteten Themen angesprochen sind, kann es sein, dass Ihr <em>Info3</em>–Heft Ihnen nach ein paar Tagen fehlt: Dies könnte bedeuten, dass die Inhalte sich noch nicht in Ihr Langzeitgedächtnis eingeprägt haben, Ihre Bindung an das Informationsmedium, das Sie in den Händen halten, jedoch so groß ist, dass Sie einmal gemachte Erfahrungen wiederholen wollen – für das Lernen und die Entwicklung Ihres Gehirns die besten Voraussetzungen.</p>
<h4>Unser Gehirn hat das Potenzial, unser Leben zu verändern – und umgekehrt</h4>
<p>Wirklich gelernt haben Sie etwas erst, wenn es Ihr Langzeitgedächtnis verändert: „Eine Änderung der synaptischen Koppelungen ruft somit eine Änderung der Erregungsmuster und damit der Funktion des Netzwerks hervor. Diese Änderung kann flüchtig oder lang anhaltend sein. Im ersteren Fall ist sie rein physiologisch, im letzteren Fall immer strukturell, d.h. dass bestehende Synapsen umgebaut werden, bzw. neue Synapsen entstehen und alte verschwinden.“ Das ist die neurophysiologische bzw. molekularbiologische Grundlage des Lernens und der Bildung des Gedächtnisses, deren Erforschung der amerikanische Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Eric Kandel seine wissenschaftliche Laufbahn gewidmet hat. „Wir sind, wer wir sind, aufgrund dessen, was wir lernen und erinnern. Erinnerung ist der Kleber, der unser mentales Leben zusammenbindet und uns Kontinuität verleiht“, formuliert Kandel in dem preisgekrönten Dokumentarfilm <em>Auf der Suche nach dem Gedächtnis</em> der Filmemacherin Petra Seeger. Bei dieser Erinnerungs-Bildung, die auch Steiner schon als wesentlich für unsere Ich-Identität ansah, spielen molekularbiologische Prozesse eine entscheidende Rolle.</p>
<p>Die Ergebnisse der Forschungen Kandels sind im deutschsprachigen Raum nicht allein durch die Übersetzung seiner spannend zu lesenden Wissenschaftsbiografie, die den gleichen Titel trägt wie die Dokumentation Seegers, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, sondern vor allem auch durch die Publikationen von Gerald Hüther und Joachim Bauer. Die Forschungsergebnisse der Hirnforschung aus den letzten Dekaden sind bahnbrechend in mehrfacher Perspektive:</p>
<p>Erstens: „Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das Gehirn auch im Erwachsenenalter noch in hohem Maß strukturell formbar ist. Zwar können sich Nervenzellen nach der Geburt nicht mehr teilen (bis auf wenige Ausnahmen), sie sind jedoch zeitlebens in der Lage, ihre komplexen Verschaltungen an neue Nutzungsbedingen anzupassen“, so Gerald Hüther in der <em>Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn</em>. Diese Erkenntnis der Neuroplastizität unseres Gehirns beinhaltet – zweitens – ein radikales Umdenken in Bezug auf unser Verständnis des Verhältnisses von (genetischer) Veranlagung und Umwelt: Gene sind keine Datenspeicher, die uns qua Geburt mitgegeben wurden und seither unser Leben – neben der Umwelt – maßgeblich prägen, sondern es sind flexibel regulierbare Systeme, deren Wirksamkeit im Zusammenspiel mit der Umwelt situativ entfaltet oder gehemmt werden. „Die meisten Gene des Körpers werden reguliert. Nur sehr wenige Gene sind auf einer bestimmten Stufe andauernd und unverändert aktiv“, so Joachim Bauer. Gene sind, wie Joachim Bauer im Rekurs auf den Genforscher Jens Reich ins Bild setzt, ein Konzertflügel, der die vielfältigsten Klangsymphonien hervorbringen kann, je nachdem, wie auf ihm gespielt wird. Dies bedeutet – drittens –, dass Erfahrung, Gedächtnis und Lernen abhängig sind von unseren sozialen Beziehungen. Forschungsergebnisse von der Entdeckung der Spiegelneuronen über die Erforschung der frühkindlichen Entwicklung sowie der erwachsenen Beziehungsstile zeigen, „dass das menschliche Erleben, auch das Lernen, persönliche Beziehungen braucht“. Verschiedene Studien haben Bauer zufolge erwiesen, „dass ein hohes Ausmaß liebevoller Zuwendung nach der Geburt […] eine nachhaltige Prägung des biologischen Stresssystems der Nachkommen zur Folge“ hat: Das Stressgen CRH werde im späteren Leben deutlich weniger stark aktiviert, wenn Kinder die Möglichkeit hatten, eine sichere Bindung zu ihrer Mutter oder einer anderen nahen Bezugsperson aufzubauen. Emotional sicher gebundene Kinder sind weniger ängstlich und bewältigen Lernaufgaben leichter. „Bindungen und soziale Unterstützung haben sich als einer der wichtigsten Schutzfaktoren gegenüber extremen Ausschlägen der biologischen Stressreaktion erwiesen.“ Im Gegenzug sind Bauer zufolge die meisten großen Volkskrankheiten – wie beispielsweise Bluthochdruck – Folgen einer Fehlregulation der Genaktivität, also sozial bedingte Maladaptionen der Funktionsweisen des Gehirns: Psychosozialer Stress und angelernte Verhaltensmuster aus der Kindheit sorgen für Fehlregulierungen der Genaktivität, die dauerhaft krank machen. „Bei den meisten großen Volkskrankheiten haben wir eine Situation, wo gesundheitsschädliche, durch Lebensstile verursachte Signale so lange Gene regulieren bzw. fehlregulieren, bis eine Gesundheitsstörung eingetreten ist.“</p>
<h4>Unser Gehirn ist ein soziales Organ</h4>
<p>Die Forscher sind sich darüber einig, dass – wie Bauer formuliert – „Faktoren, die Gene steuern und Gesundheit beeinflussen können, zu einem wesentlichen Teil aus dem Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen kommen“. Bereits in den 90er Jahren spricht der amerikanische Mediziner Leon Eisenberg von der „sozialen Konstruktion des menschlichen Gehirns“. Kurz und bündig nennt Gerald Hüther das Gehirn ein „Sozialorgan“. „Wir selbst wirken durch die Gestaltung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen entscheidend daran mit, was sich biologisch in uns abspielt“, so Bauer: „Aus dem, was wir über die biologische Bedeutung sozialer Beziehungen heute wissen, ergibt sich eine Dimension der Verantwortung.“ Mit Hüther gesprochen, stehen wir in der Verantwortung, „die gegenwärtig herrschenden Verhältnisse so zu verändern, dass sie die Ausbildung immer menschlicherer Gehirne ermöglichen“. Denn auch darin sind sich die Forscher einig: Selbst ungünstige frühe soziale Bedingungen müssen, obgleich sie nachweislich ihre Spuren hinterlassen, in neurophysiologischer Hinsicht kein lebenslanges Schicksal mehr sein. In einer bahnbrechenden Engführung von Neurophysiologie und Psychoanalyse versteht Kandel psychologische Therapieverfahren als Bereitstellung eines emotional tragenden Umfeldes, in dem neue Erfahrungen und damit Lernprozesse – begriffen als hirnphysiologische Veränderungen – möglich sind.</p>
<p>Die neueren Erkenntnisse der Neurophysiologie, die den Einfluss unseres Verhaltens und sozialer Faktoren betonen, sind gerade auch im Hinblick auf mögliche Ursachen der Demenz interessant. Hier scheint erwiesen zu sein, dass die Ablagerung von „Plaques“ nicht notwendig mit der Entstehung der Alzheimer-Demenz korreliert, es mithin nicht einfach organische Schädigungen sind, die die Entwicklung einer Demenz bedingen. Joachim Bauer legt in verschiedene Publikationen dar, wie psychosoziale Faktoren das Entstehen einer Demenz begünstigen, so dass wir heute zumindest von einem multifaktoriellen Ansatz ausgehen müssen. Machen wir uns begreiflich, dass die Strukturen unseres Gehirns, seine Flexibilität und Leistungsstärke in Bezug auf Lernen und Gedächtnisbildung einerseits und unser Erleben – und das umfasst auch unser Erleben von der Kontinuität und Kohärenz unserer selbst – wesentlich von unseren zeitlebens geführten sozialen Beziehungen geprägt werden. Dann stellt die inflationäre Verbreitung der Demenz uns allen die Frage, was soziale Gesundheit oder Gesundheit im Sozialen bedeutet, wie wir sie etablieren, pflegen und erhalten können. Das Scheitern im Zwischenmenschlichen, ob beruflich oder privat, scheint eines der größten Probleme unserer Zeit darzustellen, eine Kultur der Beziehungen mehr denn je vonnöten zu sein. Die immens gewachsene Zahl der demenziellen Erkrankungen, aber auch anderer Erkrankungen, wie Burnout und Depression – mit autoritären Erziehungsstilen, einem Mangel an Kreativität, sozialer Plastizität und persönlichen Spielräumen in einen Zusammenhang zu stellen, liegt nah.</p>
<p>Die gute Botschaft ist, dass es immer noch Neuland zu erobern gibt: Dieses große Abenteuer liegt auf dem Weg vom Ich zum Du und findet in unseren Köpfen statt. Keine leichte Einsicht, aber eine, die unser Verhältnis zueinander und zu uns selbst nachhaltig verändern könnte.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<p>Joachim Bauer: <em>Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern.</em>Piper 2004.</p>
<p>Joachim Bauer: <em>Psychobiologie der Alzheimer-Krankheit: Wirklichkeitskonstruktion und Beziehungsgestaltung. </em>In: Thure von Uexküll u.a.: <em>Integrierte Medizin. Modell und klinische Praxis.</em>Schattauer 2002.</p>
<p>Gerald Hüther: <em>Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn.</em> Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2001.</p>
<p>Eric Kandel: <em>Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer Wissenschaft des Geistes.</em>Pantheon 2006.</p>
<p>Eric Kandel: <em>Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes.</em> Suhrkamp 2006.</p>
<p>Petra Seeger: <em>Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel.</em> DVD, ISBN 9783898485203, 16,34 € .</p>
<p> </p>
<p>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin Info3, <a href="http://www.info3.de/c5-style/index.php/magazin/info3/archiv/2011/oktober/potential-fuer-einen-guten-start-ins-alter/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe Oktober 2011</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/potential-fur-einen-guten-start-ins-alter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kunstinteressierte sind weniger krank</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/kunstinteressierte-sind-weniger-krank/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/kunstinteressierte-sind-weniger-krank/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 12:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Neurowissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4683</guid>
		<description><![CDATA[Gehirn verändert sich positiv — Leidensfähigkeit nimmt zu Rom/Würzburg (pte) — Menschen, die sich für Kunst und Kultur interessieren, kommen besser über einen Schlaganfall hinweg, behauptet Ercole Vellone von der School of Nursing der Universität Rom. In einer Studie, an der 192 Schlaganfall-Patienten teilgenommen haben, sieht Vellone Belege dafür, dass sich Kunstinteressierte schneller erholen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gehirn verändert sich positiv — Leidensfähigkeit nimmt zu</h2>
<div id="attachment_4685" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/20120326001.jpeg" rel="lightbox[4683]"><img class=" wp-image-4685 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/20120326001.jpeg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Mona Lisa: Kunst hilft, Krankheiten zu überwinden (Foto: pixelio.de, Marco Görlich)</p></div>
<p>Rom/Würzburg (pte) — Menschen, die sich für Kunst und Kultur interessieren, kommen besser über einen Schlaganfall hinweg, behauptet Ercole Vellone von der School of Nursing der <a href="http://bit.ly/GLuPPK" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Rom</a>. In einer Studie, an der 192 Schlaganfall-Patienten teilgenommen haben, sieht Vellone Belege dafür, dass sich Kunstinteressierte schneller erholen und besser fühlen als andere.</p>
<p>Kulturbanausen haben hingegen weniger Energie nach einem Schlaganfall. Die Interviewten waren im Schnitt 70 Jahre alt. Die Forscher befragten sie nach ihrem Interesse an Kunst, Musik und Theater. »Unabhängig von der Schwere des Schlaganfalls können wir den Unterschied belegen. Wir gehen davon aus, dass sich das Gehirn positiv verändert, wenn sich Menschen mit Kunst beschäftigen — so dass es sich auch strukturell besser erholt«, sagt Vellone.</p>
<h4>Ähnliche Ergebnisse in Deutschland</h4>
<p>Andrea Kübler vom Institut für Psychologie der <a href="http://psychologie.uni-wuerzburg.de" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Würzburg</a> hat Ähnliches festgestellt. »Wir haben anhand von ALS-Patienten gesehen, dass Menschen mit einer höheren Schulbildung eine Krankheit besser bewältigen können«, sagt Kübler im pressetext-Gespräch.</p>
<p>In ihrer Studie »Depression und Lebensqualitat bei Patienten mit amyotropher Lateralsklerose« stellten Kübler und ihr Team ebenfalls fest, dass Patienten, die sich sozial unterstützt fühlen, besser zurecht kommen. Die ALS-Erkrankten waren genau wie die Schlaganfallspatienten glücklicher, weniger ängstlich oder depressiv und fühlten sich ruhiger. Zudem waren ihre Gedächnisleistungen besser und sie konnten leichter kommunizieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/kunstinteressierte-sind-weniger-krank/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Innere Kälte</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/27/die-innere-kalte/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/02/27/die-innere-kalte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 13:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4530</guid>
		<description><![CDATA[Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der inneren Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315.jpg" rel="lightbox[4530]"><img class="alignright  wp-image-4532" style="margin-left: 10px;" title="Die innere Kälte - (cc) Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315-300x193.jpg" alt="" width="200" height="129" /></a>Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der <em>inneren</em> Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im Krimi auszeichnet, sondern die Kälte, die der Betroffene empfindet, weil er nicht genug Seelenwärme bekommt. Manchmal erscheint es mir, als litte fast jeder Mensch unter einer Einsamkeit, die weder Internet-Partnerbörsen noch Facebook mildern können.</p>
<p>Wir sprechen hier vom Ur-Mangel im tiefsten Sinn: dem Gefühl der fehlenden Liebe, Zuwendung, Bewunderung, Anerkennung etc. Offenbar neigt der Mensch zu der Illusion, dass er einsam und allein auf dem Planeten Erde durch die Kälte des Universums kreist, ziellos, sinnlos, ungeliebt, unverstanden.</p>
<p>Lassen Sie uns ein wenig darüber philosophieren, wie wichtig es ist, diese schmerzliche Illusionen zu durchbrechen, um glücklich und gesund zu werden. Ich denke dabei auch an ein augenzwinkerndes ‚Spirituelles Manuskript‘, das mir vor Jahren in die Hände gelangte. Der Essay endete mit dem Satz:</p>
<p><em>„Jeder Mensch wird jederzeit begleitet, beschützt und geliebt. Alles andere ist Illusion.“</em></p>
<p>Man kann auf solche Sätze mit Skepsis reagieren oder mit Zynismus — oder sich mal überlegen, ob etwas daran sein könnte. Wissen wir es denn besser?</p>
<p>Doch lassen Sie uns eintauchen in die Thematik der Seelenkälte — bis uns allen so richtig warm ums Herz wird!</p>
<h4>Die Illusion der Einsamkeit</h4>
<p>Wenn Ärzte Krankheiten begegnen, suchen sie nach Ursachen. Logisch. Genau genommen suchen ja alle Menschen nach Ursachen, weil etwas in uns automatisch annimmt, dass die Ursache zur Lösung führen wird. Doch schon der großartige Psychiater Steve de Shazer bemerkte, dass man das Problem nicht immer kennen muss, um eine Lösung zu finden.</p>
<p>Was mich bei Krankheiten und Problemen immer wieder besonders interessiert, ist der „gemeinsame Nenner“, den man zur Gesundung eventuell nutzen könnte. Einer dieser Nenner erscheint mir besonders interessant: Fast jeder meiner Kunden empfindet sich in seiner Krankheit irgendwie allein. Abgetrennt, losgelöst, ungerecht bestraft. „Warum ich?“ fragen sie. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist: „Ich bin allein in meinem Kummer. Ich trage dieses schreckliche Schicksal allein. Es grenzt mich von allen anderen aus. Ich bin nicht mehr dabei.“</p>
<p>Das Gefühl des Allein-Dastehens verbindet die Opfer aller möglichen Krankheiten — ob psychisch oder körperlich — wie ein unsichtbares Band. Diese Erkenntnis hat wahrscheinlich zur Idee der Selbsthilfegruppe geführt. In diesen nützt den Mitgliedern nicht nur das Wissen der anderen, sondern vor allem auch die Erkenntnis: „Ich bin nicht allein mit meinem Problem!“ Diese Erkenntnis tut gut, auch wenn sie logisch betrachtet auch nicht zur Lösung beiträgt. Aber wo ist der Mensch schon logisch?</p>
<p>Hier beginnt jedoch in meinen Augen ein wichtiger Faktor des Heilungsprozesses: Der Betroffene sollte erkennen, dass er erstens nur einer von unzähligen Betroffenen einer bestimmten Situation ist, und zweitens viele seiner Schicksalsgenossen täglich beweisen, dass es einen möglichen Ausweg gibt. Einen <em>inneren</em> oder einen <em>äußeren</em>.</p>
<p>Die meisten Menschen sehen nur den äußeren. Und hier liegt die Wurzel des ‚Sackgassen-Syndroms‘ — jenes schrecklichen Gefühls, dass ‚es einfach nicht mehr weitergeht‘. Dabei braucht man sich bloß einmal umzudrehen. Den Blickwinkel zu ändern.</p>
<p>Bereit dafür?</p>
<h4>Die Illusion des Unlösbaren</h4>
<p>Wie oben erwähnt, ist das Gefühl, einsam und hilflos in einer ausweglosen Situation zu stecken oft überwältigend. So überwältigend, dass man dabei völlig vergisst, dass es keine wirklichen Probleme gibt, sondern nur <em>Situationen</em>. Diese sind neutral. <em>Wir</em> allein geben ihnen ihren emotionalen Wert!</p>
<p>Denken wir zum Beispiel an Stephen Hawking — den genialen Astrophysiker, der seit Jahrzehnten völlig gelähmt und sprachunfähig im Rollstuhl sitzt und (theoretisch) schon längst tot sein müsste. Stephen Hawking ist allem Anschein nach – trotz seines ‚schrecklichen Schicksals’ – ein glücklicher, aktiver Mensch! Er ist das lebendige Beispiel, dass es in unserem Leben nie die <em>Situation</em> ist, die uns Leid bringt, sondern unsere <em>Einstellung</em> dazu.</p>
<p>Sobald der Mensch leidet, vergisst er meistens sehr schnell, dass es stets <em>zwei</em> Wege gibt: Die Lösung im Innen — oder die Lösung im Außen. Doch warum laufen wir wie die Halbblinden immer wieder gegen dieselbe Wand? Weil unser Ego die Lösung ‚im Innen’ als unattraktiv taxiert und unseren Blick deshalb stur auf die ‚echte Lösung’, sprich, die Lösung im Außen richtet. Und schon sitzen wir in der Falle.</p>
<p>Wenn ich einsam bin, kann ich entweder in die Welt hinaus und neue Freunde, eine Partnerin, einen Ehemann suchen — oder ich lerne, die Einsamkeit als bereichernden Zustand zu erleben. Mal ehrlich: klingt das für Sie nach einer echten Alternative? Falls nicht, dann hat soeben Ihr Ego wieder zugeschlagen!</p>
<p>Einige Leser mögen jetzt sagen: „Ja, wenn‘s mit der Lösung im Innen doch so einfach wäre!“</p>
<p>Moment mal: es hat nie jemand behauptet, das Leben wäre einfach! Es steht auch nirgends geschrieben, dass es einfach sein <em>soll!</em> Das Leben ist eine Kunst, die gelernt werden will. Manchmal geht‘s um den Kampf. Manchmal um die Akzeptanz — so wie im altbekannten Gelassenheitsgebet so treffend beschrieben:</p>
<blockquote><p><strong><em>„Herr, gib mir die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheit" rel="external nofollow"><strong><em>Gelassenheit</em></strong></a><strong><em>, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mut_(Tugend)" rel="external nofollow"><strong><em>Mut</em></strong></a><strong><em>, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit" rel="external nofollow"><strong><em>Weisheit</em></strong></a><strong><em>, das eine vom anderen zu unterscheiden!“</em></strong></p></blockquote>
<p>Der beste Moment, diese Weisheit zu beherzigen, ist wie immer — jetzt!</p>
<p>Der Winter ist nicht einfach nur eine ‚kalte Jahreszeit’. Wie schon die alten Chinesen so weise beobachteten, können wir lernen, mit der Natur in Harmonie die verschiedenen Lebensphasen zu durchleben. Im Winter zieht sich alles zurück. Viele Tiere halten Winterschlaf, die körperliche Aktivität wird gedrosselt, und in der Stille unter der Schneedecke ergibt sich Raum, um nachzudenken. Im Winter können wir uns die Zeit nehmen, zu erkennen, welche Probleme wir im Außen und welche im Innen lösen sollten — und packen sie im Frühling, wenn die Sonne uns neue Kraft schenkt, mit Mut und Tatkraft an!</p>
<h4>Blick aus dem Universum</h4>
<p>Eine kleine mentale Hilfe ist die „Reise ins Universum“. Nehmen wir an, Sie haben ein Problem, ein seelisches oder körperliches. Sie sind verzweifelt, finden keine Lösung, sind überzeugt, der ärmste, vom Schicksal am meisten gebeutelte Mensch zu sein.</p>
<p>Schließen Sie die Augen. Schweben Sie im Geist zwei Meter über sich selbst und betrachten Sie sich in Ihrem Leid. Fühlen Sie, wie es etwas weniger weh tut, wenn man (mental) Distanz gewinnt. Nun schweben Sie noch höher, 100 Meter über sich selbst und tun das Gleiche. Sieh an — Sie und Ihre Probleme sind schon ziemlich geschrumpft! Und nun geniessen Sie eine wunderbar schwerelose Reise ins Universum. Irgendwann sehen Sie unsere Erde als kleinen blauen Punkt. Sie wissen, dass es auf diesem blauen Punkt ein paar Milliarden Mikroben (Menschen) gibt, von denen Sie eine sind. Nur eine. Sie sind nicht einmal mehr sichtbar! Und Sie machen sich bewusst, dass diese Mensch-Mikroben, über die vier Milliarden Jahre Erdenzeit gesehen, nur eine knappe Hundertstelsekunde auf diesem blauen Punkt existieren.</p>
<p>Fühlen Sie bewusst, wie unbeschreiblich unwichtig und kurzlebig wir — vom Universum aus gesehen — sind. Reden Sie sich einmal ganz fest ein, dass nur Ihr Bewusstsein unendlich und ewig ist. Denn vielleicht stimmt es sogar dann, wenn Sie es nicht glauben.</p>
<p>Und nun werfen Sie nochmals einen Blick auf Ihr Problem. Fühlen Sie, wie unendlich klein und unwichtig es eigentlich ist — auch wenn Sie da unten auf der Erde das Gefühl hatten, es sei das Ende der Welt!</p>
<p>Wiederholen Sie diese Übung täglich beim Zähneputzen, und in einer Woche geht es Ihnen besser. Und ganz allmählich schmeckt Ihr Problem nach dem, was es immer schon war: nach einer Situation. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Die innere Ruhe, die mit dieser gefühlten Erkenntnis eintritt, erlaubt uns in der Folge, uns um die konkreten Veränderungsmöglichkeiten zu kümmern – Hypnose, EFT, EMDR, Meditation, systemisches Aufstellen, um nur einige zu nennen – um auch die innerlichen ‚Rest-Probleme’ aufzulösen.</p>
<p>Das Leben ist eine Reise, die wie alle anderen Reisen Schritt für Schritt abläuft. Soeben haben Sie einen weiteren Schritt getan!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/02/27/die-innere-kalte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zeit ist Geld-Denken macht unzufrieden</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/09/zeit-ist-geld-denken-macht-unzufrieden/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/02/09/zeit-ist-geld-denken-macht-unzufrieden/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 22:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4461</guid>
		<description><![CDATA[Glücksforscher: Geld behindert Beziehungen und Glücksstreben Toronto/Heidelberg (pte) — Wer Zeit vorrangig an ihrem finanziellen Wert misst, büßt dadurch an Zufriedenheit ein. Das behaupten kanadische Forscher im »Journal of Experimental Social Psychology«. »Wie wir die Zeit wahrnehmen, bestimmt in hohem Maß das persönliche Wohlbefinden. Menschen, die ständig an Geld denken, empfinden Stress und Ungeduld, sobald [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Glücksforscher: Geld behindert Beziehungen und Glücksstreben</h2>
<div id="attachment_4463" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/362984_web_R_K_B_by_Kurt-F.-Domnik_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4461]"><img class=" wp-image-4463 " title="Taschenuhr" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/362984_web_R_K_B_by_Kurt-F.-Domnik_pixelio.de_-300x201.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Zeit ist Geld — doch Geld nur Ersatzglück (Foto: pixelio.de/Domnik)</p></div>
<p>Toronto/Heidelberg (pte) — Wer Zeit vorrangig an ihrem finanziellen Wert misst, büßt dadurch an Zufriedenheit ein. Das behaupten kanadische Forscher im »Journal of Experimental Social Psychology«. »Wie wir die Zeit wahrnehmen, bestimmt in hohem Maß das persönliche Wohlbefinden. Menschen, die ständig an Geld denken, empfinden Stress und Ungeduld, sobald sie einmal nichts tun — auch in ihrer Freizeit. Sie können sich kaum mehr über einfache, kleine Dinge freuen«, sagt Studienleiter Sanford DeVoe von der <a href="http://rotman.utoronto.ca" target="_blank" rel="external nofollow">Rotman School of Management</a> in Toronto.</p>
<h4>Stressiges Nichtstun</h4>
<p>Einen Hinweis dafür haben die Wissenschaftler in einer Versuchsreihe erbracht. Sie baten Studenten, den künftigen Stundenlohn ihres Traumjobs zu berechnen, während anderen diese Aufgabe erspart blieb. Nur wer sich mit dem Geldwert von Zeit beschäftigt hatte, zeigte im Anschluss weniger Zufriedenheit und konnte in den Testpausen das Nichtstun nicht genießen. Entspannen konnten sich diese Versuchspersonen erst dann, als ihnen die Forscher eine kleine Summe für das Musikhören versprachen.</p>
<h4>Geiz, Gier und Verschwendung</h4>
<p>»Die Beschäftigung mit Geld kann viele negative Gefühle auslösen, die das Glücksstreben behindern — allen voran Geiz, Gier und Verschwendungssucht«, erklärt der Glücksforscher <a href="http://fritz-schubert-institut.de" target="_blank" rel="external nofollow">Ernst Fritz-Schubert</a> im pressetext-Interview. Geld belastet Beziehungen: Kommt es ins Spiel, rücken Partner messbar auseinander — für Fritz-Schubert ein Grund, warum man mit Freunden besser keine Geschäfte abschließt. »Reichtum macht nicht immer glücklich«, so der Experte.</p>
<p>Damit schwingt jedoch auch mit, dass Geld manchmal durchaus zufriedener macht. Zutreffen dürfte dies laut Studien einerseits, solange Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, also etwa bei Menschen unter dem Existenzminimum. Ist der Wohlstand bereits gegeben, steigt das Wohlbefinden durch Geld jedoch nicht mehr, zeigt die BIP-Entwicklung ab 1970. »Es kommt sehr darauf an, wie viel Geld man bereits auf dem Konto hat und wie sinnstiftend man es einsetzt«, betont Fritz-Schubert.</p>
<h4>Bindung statt Sportwagen</h4>
<p>Um nicht in die Zeit-ist-Geld-Falle zu tappen, rät der Experte einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. »Wir beschäftigen uns zunehmend mit dringlichen Dingen, vergessen aber auf das Wichtige und Glücksbringende. Die Technologisierung und Informationsflut etwa geht auf unseren Wunsch nach mehr Effizienz zurück. Wir sparen damit Zeit, nutzen sie aber nicht für Wichtiges, sondern vertreiben sie wieder. Mit ein wenig Überblick kann man dies jedoch durchschauen.«</p>
<p>So zeigte Fritz-Schubert in Persönlichkeitstrainings mit Jugendlichen und Erwachsenen, dass hinter dem Wunsch vieler nach einem Sportwagen andere Ziele stecken. »Fast einhellig wollen junge Burschen damit das schönste Mädchen erobern, den Respekt der Eltern und Nachbarn erkämpfen und Spaß am Fahren mit acht Gängen erleben — also Bindung, Anerkennung und Neugier. Bietet man stattdessen immerwährende Freundschaft, Gelassenheit und Humor, erkennen viele, dass sie ihre Absichten dadurch ohnehin verwirklichen würden, ohne dabei die negativen Begleiterscheinungen von Geld als Ersatzglück in Kauf nehmen zu müssen«, berichtet der Forscher.</p>
<p><em>PDF-Download der Studie unter <a href="http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/02/09/zeit-ist-geld-denken-macht-unzufrieden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bildung der Eltern beeinflusst Psyche</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/30/bildung-der-eltern-beeinflusst-psyche/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/01/30/bildung-der-eltern-beeinflusst-psyche/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 15:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schattenarbeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4406</guid>
		<description><![CDATA[Mehr Depressionen in Familien aus niedrigem Bildungsniveau Quebec/Linz (pte) — Depressionen haben viele Faktoren — und manche davon werden erst bei näherer Betrachtung erkennbar. Der Bildungsabschluss der Eltern ist einer davon, wie kanadische Forscher nun in einer 29-jährigen Langzeitstudie herausgefunden haben. In der Zeitschrift »Social Science &#38; Medicine« berichtet das Team Amélie Quesnel-Vallée von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Mehr Depressionen in Familien aus niedrigem Bildungsniveau</h2>
<div id="attachment_4408" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/478190_web_R_K_by_Stephan-Bachmann_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4406]"><img class="size-medium wp-image-4408 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/478190_web_R_K_by_Stephan-Bachmann_pixelio.de_-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Studieren: Gesundheitseffekt auch für die Kinder (Foto: Stephan Bachmann/pixelio.de)</p></div>
<p>Quebec/Linz (pte) — Depressionen haben viele Faktoren — und manche davon werden erst bei näherer Betrachtung erkennbar. Der Bildungsabschluss der Eltern ist einer davon, wie kanadische Forscher nun in einer 29-jährigen Langzeitstudie herausgefunden haben. In der Zeitschrift »Social Science &amp; Medicine« berichtet das Team Amélie Quesnel-Vallée von der <a href="http://mcgill.ca" target="_blank" rel="external nofollow">McGill University</a>, dass niedrige Bildung das Risiko für die Kinder erhöht, im Erwachsenenalter an psychischen Erkrankungen zu leiden.</p>
<h4>Umgang mit Gefühlen entscheidet</h4>
<p>»Vor psychischen Krankheiten ist ein Mensch dann besonders geschützt, wenn er gut mit Emotionen umgehen kann. Hier hat die Bildung der Eltern hohen Einfluss«, erklärt Eva Mückstein, Präsidentin des <a href="http://psychotherapie.at" target="_blank" rel="external nofollow">Bundesverbands für Psychotherapie</a>, im pressetext-Interview. Emotionale Bildung und Kompetenz geschieht vor allem, wenn von Klein an Gefühle angesprochen und Beziehungen reflektiert werden sowie Konflikfähigkeit vermittelt wird. »Gebildeten Eltern gelingt dies in der Regel besser«, erklärt die Psychotherapeutin.</p>
<h4>Schutzfaktor Studium</h4>
<p>Die kanadischen Forscher analysierten Daten der »National Longitudinal Survey of Youth 1979″ (NLSY79), für die über 12.000 Personen, die im Jahr 1979 zwischen 14 und 22 Jahren alt waren, drei Jahrzehnte lang jedes Jahr interviewt wurden. Das Augenmerk lag dabei besonders bei den Aspekten der eigenen Bildung und jener der Eltern, dem Haushaltseinkommen und bei depressiven Symptomen. Das Ergebnis: Die wenigsten psychischen Krankheiten traten bei den Erwachsenen auf, deren Eltern ein hohes Bildungsniveau erreicht hatten. Zugleich war auch das Gegenteil der Fall.</p>
<h4>Gleicher Zugang wichtig</h4>
<p>»Zum größten Teil dürfte dieser Effekt darauf zurückgehen, dass Eltern mit höherer Bildung auch Kinder mit besserer Bildung haben, die infolge bessere Berufe ergreifen«, so Quesnel-Vallée. Das Hochklettern an der sozialen Leiter, dessen Wurzel in der Bildung der Eltern begründet ist, hat großen Einfluss auf die mentale Gesundheit. Das müsse die Politik ernst nehmen und benachteiligte Kinder stärker fördern. »Gleicher Zugang aller zur Bildung durchbricht den Teufelskreis von schlechtem Sozialstatus und schlechter psychischer Gesundheit.«</p>
<p>Mückstein betont die Bedeutung der förderlichen Umgebung für Kinder bei sozialer Benachteiligung. »Je schlechter der Sozialstatus, desto wichtiger werden äußere Einflüsse als Schutzfaktoren. Für betroffene Kinder und Familien ist es wichtig, hilfreiche Hände vorzufinden.«</p>
<p>Originalartikel unter <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.socscimed.2011.10.038" rel="external nofollow" target="_blank">http://dx.doi.org/10.1016/j.socscimed.2011.10.038</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/01/30/bildung-der-eltern-beeinflusst-psyche/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der goldene Faden</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/der-goldene-faden/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/der-goldene-faden/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 21:56:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schattenarbeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4242</guid>
		<description><![CDATA[Vom Mut, sich dem Missbrauch zu widersetzen. Jede ausbeuterische, autoritäre Struktur ist menschenverachtend, und wenn sie im Mantel des »Spirituellen« daherkommt, umso mehr. Von dort einen Weg in die Freiheit zu finden, kann außerordentlich schwierig sein. Eines Morgens im Herbst erwachte ich früh, und es war, als würde mich etwas rufen. Das Licht lockte golden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Vom Mut, sich dem Missbrauch zu widersetzen.</h2>
<p><em>Jede ausbeuterische, autoritäre Struktur ist menschenverachtend, und wenn sie im Mantel des »Spirituellen« daherkommt, umso mehr. Von dort einen Weg in die Freiheit zu finden, kann außerordentlich schwierig sein.</em></p>
<div id="attachment_4243" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/OYA-goldener_faden.jpg" rel="lightbox[4242]"><img class=" wp-image-4243 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/OYA-goldener_faden-300x199.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: OYA — anders denken. anders leben</p></div>
<p>Eines Morgens im Herbst erwachte ich früh, und es war, als würde mich etwas rufen. Das Licht lockte golden durch die Ritzen des metallenen Rollos vor dem Wohnwagenfenster. Barfuß und im Schlafanzug huschte ich, von meinen schlafenden Eltern unbemerkt, zur Tür hinaus. Draußen erwartete mich ein Wunder: Das Tal, das direkt unter uns begann, war angefüllt mit dichtem, wallendem Nebel, und darüber hinweg strahlte sanftes, frühes Morgenlicht. Mit pochendem Herzen warf ich mich hinein ins Nichts, in das Grau, lief den Abhang hinab, die Wiese hinunter, in den Nebel hinein. Lief und lief und lief, abwärts, bis um mich herum nichts mehr zu sehen und zu hören war. Alle Geräusche waren verstummt, keine Welt mehr, nur das kalte Gras unter meinen Füßen und der Nebel und ich. Ich stand lange da, staunte, lauschte in die Stille. Und auf einmal dehnte ich mich aus, verlor meinen Körper, war überall. War das Gras, die Wassertropfen in der Luft, war die Bäume, die ich in der Ferne spüren konnte, war der weite Himmel, war alles, alles, und alles war ich. Ich erfuhr eine große Liebe, die plötzlich in allem da war und mich hielt. Mein Herz wollte schier platzen angesichts dieser großen Gewissheit des All-ein(s)-Seins und dieses unbekannten Gefühls, das ich heute als Erwachsene Demut nenne. Ich war acht Jahre alt und wusste nicht, dass diese kostbare Erfahrung der Beginn meines langen Wegs in die Freiheit sein würde.</p>
<p>Aus heutiger Sicht denke ich, dass dieses Kindheitserlebnis wahrscheinlich meine erste echte spirituelle Erfahrung war. Mein Begriff von Spiritualität ist für mich sowohl universell als auch individuell, öffentlich und gleichzeitig von höchster, verletzlichster Intimität. Und sie scheint unbeschreiblich und sich letztlich nur über eigene Erfahrung zu erschließen.</p>
<p>Spiritualität hat eine dunkle Schwester, die schwer zu fassen ist. Wie alles im Dunkeln sieht man sie nur dann, wenn man sie nicht direkt anschaut, sondern den Blick auf ihre Konturen richtet: Fanatismus, Aberglaube, Fatalismus, Wahrheitsanspruch. Es können im Namen beider Schwestern Gebete gesprochen werden, sogar an dieselbe Gottheit. In beider Namen wird überall auf der Welt meditiert, es werden Rituale abgehalten, Tausende von Buchseiten mit »Wahrheiten« bedruckt, Millionen von Menschen machen tief berührende und sie für immer verändernde Erfahrungen von universeller Einheit, Liebe, Stille und Ekstase. Gibt es Wegweiser und Zeichen, die hilfreich dabei sein können, zwischen den guten und den manipulativen und schädlichen Einflüssen zu unterscheiden?</p>
<p>Es gab in meinem Leben immer mehrere spirituelle Identitäten, die sich wie Zwiebelhäute um mein Inneres legten: Ich wurde katholisch getauft und nahm am Religionsunterricht in der Schule teil, meine Familie zeigte sich an Weihnachten und Ostern in der Kirche: Das war meine spirituelle Deckidentität, die äußerste Haut. Weitaus grundlegender wurde mein Leben dadurch bestimmt, dass ich in eine totalitäre Sekte hineingeboren wurde, als älteste Tochter eines der »Führer« und mit einem vorgezeichneten Lebenslauf als »Priesterin« – das war meine Hauptidentität, mehrere dicke Zwiebelschichten von Glaubenssätzen und Überzeugungen. Und dann war da noch etwas Tieferes, ein Glaube an einen wundersamen Stoff, der alles und alle um mich herum durchwirkt, ein unerklärlicher Glaube an Reinkarnation, ein Absinken in Naturrituale, innere Reisen, Träume. Das war die innerste, manchmal mir selbst verborgene Identität, die ich in der Rückschau als die einzige wirklich meinige bezeichne.</p>
<h4>Leben und Aufwachsen in einer Sekte</h4>
<p>Das Glaubenssystem der Sekte war totalitär, durchdrungen von Geboten und Verboten. Eine Loge, ein exklusiver Club von Menschen, mit dem Heilsversprechen der absoluten psychischen Optimierung und Stärkung ihrer Mitglieder, »experimentierfreudig« in den Mitteln. Im Hintergrund ein faschistoid-sozialdarwinistisches Menschenbild, das den satanisch-magischen Anstrich im Vordergrund legitimierte: Tu was du willst, das war das erste Gebot, denn es ist naturgemäß und richtig, dass die Stärkeren die Schwächeren beherrschen. Alle Lehren bildeten einen perfekt logischen Kreislauf. Gerade die Widersprüchlichkeit mancher Sätze galt als Beweis für die Richtigkeit des Großen und Ganzen. Disziplin wurde durch Schuld– und Schamrituale und öffentliche Bestrafungen aufrechterhalten. Verrat wurde belohnt, Vertraulichkeit zu einem schweren Risiko. Verwirrende Rhetorik, stundenlange eintönige Gesänge, Reizüberflutung durch laute Musik und Drogen, Reizdeprivation durch tagelanges Eingesperrtsein und »Meditieren«, sexualmagische Rituale, dokumentierte Mutproben, welche die Mitglieder erpressbar machten. Sex, Geld und Macht für diejenigen, die dieses Spiel am besten mitspielten.</p>
<p>Ich war die stolze Erstgeborene und wuchs auf in dem Bewusstsein, etwas Besonderes zu sein. Eine besondere Inkarnation, eine geborene Führerin – eine, die besonders diszipliniert werden musste. Im Rahmen meiner »Erziehung« wurde ich schwer sexuell missbraucht und misshandelt, indoktriniert und dazu gebracht, Handlungen zu tun, die ich mit meinem Gewissen nie werde vereinbaren können.</p>
<p>Das Schmerzlichste meiner Erfahrungen waren die Manipulation und der Missbrauch meines Vertrauens, meiner Neugier und meiner kindlichen Suche nach Anerkennung. Ich war existenziell abhängig von der Liebe meiner Bezugspersonen, die ich jedoch nur durch absoluten Gehorsam sichern konnte. Tu was du willst – aber was ich zu wollen hatte, das wurde mir so lange eingetrichtert, bis ich das Gespür von dem, was ich selbst wollte, so gründlich verloren hatte, dass ich selbst dann davon überzeugt war, nach meinem Willen zu handeln, wenn ich mir oder anderen Leid zufügte. Alles im Namen der göttlichen Macht.</p>
<p>Ein kleinster, gut versteckter Teil in mir blieb jedoch heil. Die Erinnerung an die allumfassende Liebe, die ich im Nebeltal erfahren hatte, war wie ein goldener Faden in meiner Mitte, der mich leitete. Es blieb eine Sehnsucht, ich blieb auf der Suche. Mit zunehmendem Alter wuchsen die Zweifel. Ich las philosophische und religiöse Schriften und begann, mir andere Freundschaften aufzubauen. Die Erkenntnis, dass abweichende Ansichten wertvoll und diskutierbar sind, wurde immer mehr zu meiner Richtschnur. Die war jedoch kaum fassbar, weil durch die Indoktrination alle Zweifel zu massiven Schuldgefühlen und Ängsten führten. Mein Zwiespalt brachte mich ­darüber hinaus in reale Gefahr.</p>
<h4>Der Ausstieg</h4>
<p>Ich funktionierte nicht mehr. Mit 18 Jahren versuchte ich zum ersten Mal, mir das Leben zu nehmen. Mit Anfang 20 setzte ich eine Ausbildung in einer anderen Stadt durch und begann eine Psychotherapie. Die Zerrissenheit zwischen der Loyalität zu meiner Familie und ihrer Sekte und der Sehnsucht nach Freiheit und Heilung wurde unerträglich. Schließlich wagte ich den Ausstieg. Aus Angst vor Vergeltung tauchte ich unter, änderte meinen Namen und beendete so gut wie alle Kontakte meines bisherigen Lebens. Es folgten Jahre der Angst, der physischen und psychischen Verfolgung und Bedrohung, die mich immer wieder dazu zwangen, alles abzubrechen. In dieser Zeit erfuhr ich viel Hilfe durch kirchliche Einrichtungen wie Beratungsstellen und Klöster, die mich trotz meines tiefen Misstrauens gegenüber aller organisierten Spiritualität unterstützten. Es gelang mir mit viel Kraft, mich zu stabilisieren, Freundschaften aufzubauen, ein Studium zu beginnen, Sicherheit zu gewinnen. Dennoch blieb mein Leben ein Überleben, durchtränkt von einem lähmenden Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit.</p>
<p>Immer jedoch gab es Momente, die mich an die Existenz meines goldenen Fadens erinnerten. Momente in der Natur, wie ein Sonnenstrahl, der mich unvermittelt aus dunklen Wolken traf, Orte, die eine reine Kraft zu vermitteln schienen, Wasserfälle, Berge, das Meer. Diese Momente waren meine Gottesdienste, meine Gebete an die große Kraft, an das Leben. An manchen dieser Orte entstanden spontane Meditationen und Rituale, und daraus wuchs der Wunsch, mich wieder auf die Suche nach etwas zu machen, das ich »meinen Glauben« nennen könnte. Zuerst war es eine holprige, vorsichtige Praxis, ganz für mich allein, aus Meditationen und Übungen. Die Wende kam, als ich beschloss, meine aufgezwungene, aber dennoch verinnerlichte Priesterinnenschaft endgültig abzulegen. In einem selbstentwickelten Ritual trug ich meine innere Priesterin zu Grabe, verabschiedete mich von ihr und allen damit verbundenen Ansprüchen und Glaubenssätzen. Ich akzeptierte, nichts Besonderes zu sein. In dieser Kränkung lag die große Erleichterung, mich als Teil des Ganzen zu begreifen, so wie ich bin. Meine leidvolle Geschichte wurde zu etwas Relativem, das ich nun aus einer Distanz betrachten konnte. Durch die regelmäßige Praxis buddhistischer Achtsamkeitsmeditation lernte ich, dass ich meine Gefühle und Leiden erfahre, aber dass ich sie nicht bin. So konnte ich erkennen, was ich gelernt habe durch diese Kindheit – die dennoch so nicht hätte sein sollen. Ich kann die Verwirrung und Angst meiner Eltern erkennen und nicht mehr nur Angst und Wut ihnen gegenüber empfinden, sondern auch Mitgefühl und Trauer. Ob ich ihnen jemals verzeihen kann, weiß ich nicht – ich bin keine Heilige.</p>
<h4>Den Unterschied erkennen</h4>
<p><strong></strong>Oft wird Spiritualität und Glauben vorgeworfen, sie würden die Menschen unpolitisch, abhängig, unkritisch und mundtot machen. Es stimmt: Wenn Glaubende die Verantwortung für ihr Leben in die Hände einer höheren Macht legen, kann eine schicksalsergebene, ignorante Haltung entstehen, Abhängigkeits– und Ausbeutungsverhältnisse akzeptiert werden. Damit sind wir plötzlich auf der anderen Seite, bei der dunklen Schwester, die ich nicht spirituell nennen kann und will, auch wenn sie sich auf den ersten Blick sehr ähnlich anfühlen mag. Eine solche Haltung durchbricht keine inneren geistigen Gefängnismauern, sie verstärkt sie.</p>
<p>Für mich ist Spiritualität ein Prozess, ein beständiges Überprüfen der Wirklichkeit, ein Dialog mit dem Ganzen. Es sind freie Momente und Erfahrungen von großer, umfassender Liebe. Durch sie erhalte ich erst die Kraft, den wachen Blick, die Berührbarkeit und den inneren Halt, die es braucht, um Missstände in der Welt wahrzunehmen und aktiv zu verändern. Jegliche Relativierung von Leiden, Ausbeutung und Unterdrückung anderer ist mit dieser Liebe und Wachheit nicht zu vereinbaren. Meine Alarmglocken läuten heute beispielsweise, wenn ich in Gruppen Angst habe, bestimmte Fragen zu stellen, wenn Lehrende den Anspruch erheben, die alleinige Wahrheit zu kennen, wenn Andersdenkende als minderwertig angesehen werden, wenn Menschen sich an einen Führer oder eine Führerin binden, wenn sie in schwer zu durchbrechenden Hierarchien organisiert sind und wenn Menschen im Namen eines höheren Ganzen Schmerzen zugefügt werden. Das geschieht beileibe nicht nur in sogenannten spirituellen Kreisen. Jede Ideologie und jede Bewegung und Gemeinschaft kann zur Sekte werden. Dennoch üben gerade Gruppierungen wie die, in der ich aufgewachsen bin, eine Anziehung auf Menschen mit einer spirituellen Sehnsucht aus, und sie bedienen Wünsche nach einem Aufgehobensein in etwas Größerem, nach Sinn, Führung und Halt.</p>
<p>Auch ich hatte innerhalb dieser Gruppierung ekstatische Momente, die in den magischen Ritualen entstanden, die ich mit Spiritualität verwechselte. Es brauchte viele andere Erfahrungen und braucht noch immer Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, um zu verstehen, dass diese Ekstase, entstanden aus einer Adrenalinüberflutung meines ganzen Körpers, mit Liebe nichts zu tun hatte, sondern nur mit Angst und Macht.</p>
<p>Letztlich liegt die Erkenntnis, ob ein eingeschlagener Weg in die Freiheit oder in Abhängigkeit führt, bei jeder und jedem Einzelnen von uns. Die Liebe in uns selbst zu erkennen, ist die Aufgabe, die uns auf jedem Weg erwartet. Meiner hat mich trotz allem in die Mitte einer liebevollen Gemeinschaft geführt, die meinen besonderen Weg kennt und unterstützt. Hier leben Menschen mit sehr unterschiedlichen spirituellen und politischen Ansichten, und das ist trotz der dadurch entstehenden Reibung sehr gut so. Durch die Liebe, Wertschätzung und Achtsamkeit der Menschen in meinem Leben wird mir ein Raum geschenkt, in dem ich Heilung erfahren darf. Ich werde weiter suchen – und wachsam sein.</p>
<p>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin OYA — anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/554-Der_goldene_Faden.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 11/2011</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/der-goldene-faden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zweiter interdisziplinärer Kongress zur Meditations– und Bewusstseinsforschung</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/zweiter-interdisziplinarer-kongress-zur-meditations-und-bewusstseinsforschung/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/zweiter-interdisziplinarer-kongress-zur-meditations-und-bewusstseinsforschung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 20:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationstechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Neurowissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4231</guid>
		<description><![CDATA[Zeitbombe Stress und Burn-out: Meditation als neue Resilienz-Strategie einer erschöpften Gesellschaft Berlin/Düsseldorf (humannews) – Die Zahlen sind alarmierend: Etwa jede vierte Führungskraft weist Anzeichen starker vitaler Erschöpfung auf.1, 45 Prozent der Lehrkräfte leiden unter kognitiver Überbeanspruchung und glauben, nicht bis zum Erreichen des Pensionsalters arbeiten zu können 2, 86 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Zeitbombe Stress und Burn-out: Meditation als neue Resilienz-Strategie einer erschöpften Gesellschaft</h2>
<div id="attachment_4233" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/dreamstimefree_11456647.jpg" rel="lightbox[4231]"><img class=" wp-image-4233 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/dreamstimefree_11456647-300x211.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">© Melinda Nagy | Dreamstime.com</p></div>
<p>Berlin/Düsseldorf (humannews) – Die Zahlen sind alarmierend: Etwa jede vierte Führungskraft weist Anzeichen starker vitaler Erschöpfung auf.<sup class='footnote'><a href="#fn-4231-1" id='fnref-4231-1'>1</a></sup>, 45 Prozent der Lehrkräfte leiden unter kognitiver Überbeanspruchung und glauben, nicht bis zum Erreichen des Pensionsalters arbeiten zu können <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-2" id='fnref-4231-2'>2</a></sup>, 86 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten die Zunahme psychischer Erkrankungen als ernsthaftes Problem <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-3" id='fnref-4231-3'>3</a></sup>. Der Kongress Meditation &amp; Wissenschaft 2012, der vom 16. bis 17. November 2012 in Berlin stattfindet, zeigt auf, wie Meditation als gesundheitsförderndes Korrektiv den Stress– und Erschöpfungssyndromen der Leistungsgesellschaft entgegenwirken und im Zuge eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements die Basis für neue Resilienz-Strategien legen kann. Veranstaltet wird der Kongress von der Oberberg Stiftung, Berlin, und der Identity Foundation, Düsseldorf.</p>
<h4>Bessere Stressresistenz und Leistungsfähigkeit durch Meditation: Empirische Grundlagenstudien und Best Practices<strong><br />
</strong></h4>
<p>»Unsere Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation die Fähigkeit verbessert, mit Druck, hohen Belastungen und herausfordernden Situationen besser umzugehen. 73 Prozent der Meditierenden verspüren beispielsweise ein besseres Selbstgefühl« <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-4" id='fnref-4231-4'>4</a></sup>, so Prof. Dr. Dieter Vaitl, Direktor des Bender Institute of Neuroimaging der Universität Gießen und Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums des Kongresses.</p>
<p>Der Kongress wird die Bedeutung von Meditation für unser gesellschaftliches Wertesystem in den Kontexten des Bildungssystems (Schule, Hochschule, Pädagogik) und der Arbeitswelt (Wirtschaftswelt, Berufsleben, Burn-out-Prophylaxe) beleuchten. Übersichtsvorträge skizzieren den aktuellen Forschungsstand. Anhand von Projekten und Best Practices werden die Wirkungszusammenhänge von Meditation in den beschriebenen Anwendungsgebieten empirisch nachprüfbar dargestellt.</p>
<p>Dabei werden folgende Fragen konkretisiert und beantwortet:</p>
<ul>
<li>Wie wird Meditation in den Schulunterricht integriert und schafft so bessere Rahmenbedingungen für Schüler und Lehrer?</li>
<li>Welche Bedeutung hat Meditation im aktiven Berufsleben? (z.B. in Medizin, Therapie, Pflege, Führung, Bildungswesen)</li>
<li>Welche Wirkung hat Meditation in der Arbeitswelt? (Förderung von Kreativität, Konzentration, Leistungs– und Entscheidungsfähigkeit sowie gesundheitlicher Balance)</li>
<li>Welche Bedeutung hat Meditation in der Prävention?</li>
<li>Welche Risiken können durch intensive Meditationspraxis entstehen?</li>
<li>Welche diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen sind bei der Vermittlung von Meditationsverfahren geboten? (Qualitätssicherung bei der Ausbildung von Meditationslehrern)</li>
</ul>
<p><em>Informationen zur Anmeldung und zu den Details des Programms</em><br />
<em>unter: </em><em><a title="Opens external link in new window" href="http://www.meditation-wissenschaft.org/" target="_blank" rel="external nofollow">www.meditation-wissenschaft.org</a></em></p>
<p><em>Veranstalter: Die Identity Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung für Philosophie und Wissenschaftsförderung, deren Schwerpunkt auf Forschungen zum Selbstverständnis von Personen, Gruppen und Institutionen liegt. Sie konzentriert sich auf Einzelprojekte in sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexten. Die Stiftung wurde 1998 vom Gründer der Kommunikationsagentur Pleon Kohtes Klewes Paul J. Kohtes und seiner Frau Margret ins Leben gerufen. <a title="Opens external link in new window" href="http://www.identity-foundation.de/" target="_blank" rel="external nofollow">www.identity-foundation.de</a></em></p>
<p><em>Die gemeinnützige Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt – ehemals Deutsche Suchtstiftung Matthias Gottschaldt – ist benannt nach dem Gründer der Oberbergkliniken, Prof. Dr. Matthias Gottschaldt. Sie wurde 1998 von seiner Frau Dr. Edda Gottschaldt ins Leben gerufen. Ihre Vision ist die Förderung einer Integralen Heilkunst. Die Stiftung schlägt eine Brücke von der Pathogenese zur Salutogenese, von der Selbsttranszendenz zu Wachstum und Verbundenheit. <a title="Opens external link in new window" href="http://www.oberberg-stiftung.de/" target="_blank" rel="external nofollow">www.oberberg-stiftung.de</a></em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4231-1'>Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum (2011), <a href="http://www.iai-bochum.de/aktuelles/presse/321-jeder-vierte-manager-ist-burn-out-kandidat-thomas-kley-im-gespraech-mit-financial-times-deutschland.html" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.iai-bochum.de/aktuelles/presse/321-jeder-vierte-manager-ist-burn-out-kandidat-thomas-kley-im-gespraech-mit-financial-times-deutschland.html</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-2'>Studie der DAK und der Leuphana Universität Lüneburg (2011), <a href="http://www.gemeinsam-gesunde-schule-entwickeln.de/tl_files/Dateien/Studien/DAK-Leuphana-Studie_Lehrergesundheit.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.gemeinsam-gesunde-schule-entwickeln.de/tl_files/Dateien/Studien/DAK-Leuphana-Studie_Lehrergesundheit.pdf</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-3'>Studie der IG Metall (2011), <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/ig-metall-umfrage-betriebsraete-bestaetigen-steigenden-8560.htm" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/ig-metall-umfrage-betriebsraete-bestaetigen-steigenden-8560.htm</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-3">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-4'>Bender Institute of Neuroimaging (2010) <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-4">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/zweiter-interdisziplinarer-kongress-zur-meditations-und-bewusstseinsforschung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	
	<div style="display: none;" id="wikipopFrame"><iframe id="theFrame" style="border: none;" name="theFrame" width="340" height="400" src=""></iframe></div>

</channel>
</rss>

