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	<title>OpenMindJournal &#187; Emotionen</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
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		<title>Die Innere Kälte</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 13:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

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		<description><![CDATA[Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der inneren Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315.jpg" rel="lightbox[4530]"><img class="alignright  wp-image-4532" style="margin-left: 10px;" title="Die innere Kälte - (cc) Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315-300x193.jpg" alt="" width="200" height="129" /></a>Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der <em>inneren</em> Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im Krimi auszeichnet, sondern die Kälte, die der Betroffene empfindet, weil er nicht genug Seelenwärme bekommt. Manchmal erscheint es mir, als litte fast jeder Mensch unter einer Einsamkeit, die weder Internet-Partnerbörsen noch Facebook mildern können.</p>
<p>Wir sprechen hier vom Ur-Mangel im tiefsten Sinn: dem Gefühl der fehlenden Liebe, Zuwendung, Bewunderung, Anerkennung etc. Offenbar neigt der Mensch zu der Illusion, dass er einsam und allein auf dem Planeten Erde durch die Kälte des Universums kreist, ziellos, sinnlos, ungeliebt, unverstanden.</p>
<p>Lassen Sie uns ein wenig darüber philosophieren, wie wichtig es ist, diese schmerzliche Illusionen zu durchbrechen, um glücklich und gesund zu werden. Ich denke dabei auch an ein augenzwinkerndes ‚Spirituelles Manuskript‘, das mir vor Jahren in die Hände gelangte. Der Essay endete mit dem Satz:</p>
<p><em>„Jeder Mensch wird jederzeit begleitet, beschützt und geliebt. Alles andere ist Illusion.“</em></p>
<p>Man kann auf solche Sätze mit Skepsis reagieren oder mit Zynismus — oder sich mal überlegen, ob etwas daran sein könnte. Wissen wir es denn besser?</p>
<p>Doch lassen Sie uns eintauchen in die Thematik der Seelenkälte — bis uns allen so richtig warm ums Herz wird!</p>
<h4>Die Illusion der Einsamkeit</h4>
<p>Wenn Ärzte Krankheiten begegnen, suchen sie nach Ursachen. Logisch. Genau genommen suchen ja alle Menschen nach Ursachen, weil etwas in uns automatisch annimmt, dass die Ursache zur Lösung führen wird. Doch schon der großartige Psychiater Steve de Shazer bemerkte, dass man das Problem nicht immer kennen muss, um eine Lösung zu finden.</p>
<p>Was mich bei Krankheiten und Problemen immer wieder besonders interessiert, ist der „gemeinsame Nenner“, den man zur Gesundung eventuell nutzen könnte. Einer dieser Nenner erscheint mir besonders interessant: Fast jeder meiner Kunden empfindet sich in seiner Krankheit irgendwie allein. Abgetrennt, losgelöst, ungerecht bestraft. „Warum ich?“ fragen sie. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist: „Ich bin allein in meinem Kummer. Ich trage dieses schreckliche Schicksal allein. Es grenzt mich von allen anderen aus. Ich bin nicht mehr dabei.“</p>
<p>Das Gefühl des Allein-Dastehens verbindet die Opfer aller möglichen Krankheiten — ob psychisch oder körperlich — wie ein unsichtbares Band. Diese Erkenntnis hat wahrscheinlich zur Idee der Selbsthilfegruppe geführt. In diesen nützt den Mitgliedern nicht nur das Wissen der anderen, sondern vor allem auch die Erkenntnis: „Ich bin nicht allein mit meinem Problem!“ Diese Erkenntnis tut gut, auch wenn sie logisch betrachtet auch nicht zur Lösung beiträgt. Aber wo ist der Mensch schon logisch?</p>
<p>Hier beginnt jedoch in meinen Augen ein wichtiger Faktor des Heilungsprozesses: Der Betroffene sollte erkennen, dass er erstens nur einer von unzähligen Betroffenen einer bestimmten Situation ist, und zweitens viele seiner Schicksalsgenossen täglich beweisen, dass es einen möglichen Ausweg gibt. Einen <em>inneren</em> oder einen <em>äußeren</em>.</p>
<p>Die meisten Menschen sehen nur den äußeren. Und hier liegt die Wurzel des ‚Sackgassen-Syndroms‘ — jenes schrecklichen Gefühls, dass ‚es einfach nicht mehr weitergeht‘. Dabei braucht man sich bloß einmal umzudrehen. Den Blickwinkel zu ändern.</p>
<p>Bereit dafür?</p>
<h4>Die Illusion des Unlösbaren</h4>
<p>Wie oben erwähnt, ist das Gefühl, einsam und hilflos in einer ausweglosen Situation zu stecken oft überwältigend. So überwältigend, dass man dabei völlig vergisst, dass es keine wirklichen Probleme gibt, sondern nur <em>Situationen</em>. Diese sind neutral. <em>Wir</em> allein geben ihnen ihren emotionalen Wert!</p>
<p>Denken wir zum Beispiel an Stephen Hawking — den genialen Astrophysiker, der seit Jahrzehnten völlig gelähmt und sprachunfähig im Rollstuhl sitzt und (theoretisch) schon längst tot sein müsste. Stephen Hawking ist allem Anschein nach – trotz seines ‚schrecklichen Schicksals’ – ein glücklicher, aktiver Mensch! Er ist das lebendige Beispiel, dass es in unserem Leben nie die <em>Situation</em> ist, die uns Leid bringt, sondern unsere <em>Einstellung</em> dazu.</p>
<p>Sobald der Mensch leidet, vergisst er meistens sehr schnell, dass es stets <em>zwei</em> Wege gibt: Die Lösung im Innen — oder die Lösung im Außen. Doch warum laufen wir wie die Halbblinden immer wieder gegen dieselbe Wand? Weil unser Ego die Lösung ‚im Innen’ als unattraktiv taxiert und unseren Blick deshalb stur auf die ‚echte Lösung’, sprich, die Lösung im Außen richtet. Und schon sitzen wir in der Falle.</p>
<p>Wenn ich einsam bin, kann ich entweder in die Welt hinaus und neue Freunde, eine Partnerin, einen Ehemann suchen — oder ich lerne, die Einsamkeit als bereichernden Zustand zu erleben. Mal ehrlich: klingt das für Sie nach einer echten Alternative? Falls nicht, dann hat soeben Ihr Ego wieder zugeschlagen!</p>
<p>Einige Leser mögen jetzt sagen: „Ja, wenn‘s mit der Lösung im Innen doch so einfach wäre!“</p>
<p>Moment mal: es hat nie jemand behauptet, das Leben wäre einfach! Es steht auch nirgends geschrieben, dass es einfach sein <em>soll!</em> Das Leben ist eine Kunst, die gelernt werden will. Manchmal geht‘s um den Kampf. Manchmal um die Akzeptanz — so wie im altbekannten Gelassenheitsgebet so treffend beschrieben:</p>
<blockquote><p><strong><em>„Herr, gib mir die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheit" rel="external nofollow"><strong><em>Gelassenheit</em></strong></a><strong><em>, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mut_(Tugend)" rel="external nofollow"><strong><em>Mut</em></strong></a><strong><em>, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit" rel="external nofollow"><strong><em>Weisheit</em></strong></a><strong><em>, das eine vom anderen zu unterscheiden!“</em></strong></p></blockquote>
<p>Der beste Moment, diese Weisheit zu beherzigen, ist wie immer — jetzt!</p>
<p>Der Winter ist nicht einfach nur eine ‚kalte Jahreszeit’. Wie schon die alten Chinesen so weise beobachteten, können wir lernen, mit der Natur in Harmonie die verschiedenen Lebensphasen zu durchleben. Im Winter zieht sich alles zurück. Viele Tiere halten Winterschlaf, die körperliche Aktivität wird gedrosselt, und in der Stille unter der Schneedecke ergibt sich Raum, um nachzudenken. Im Winter können wir uns die Zeit nehmen, zu erkennen, welche Probleme wir im Außen und welche im Innen lösen sollten — und packen sie im Frühling, wenn die Sonne uns neue Kraft schenkt, mit Mut und Tatkraft an!</p>
<h4>Blick aus dem Universum</h4>
<p>Eine kleine mentale Hilfe ist die „Reise ins Universum“. Nehmen wir an, Sie haben ein Problem, ein seelisches oder körperliches. Sie sind verzweifelt, finden keine Lösung, sind überzeugt, der ärmste, vom Schicksal am meisten gebeutelte Mensch zu sein.</p>
<p>Schließen Sie die Augen. Schweben Sie im Geist zwei Meter über sich selbst und betrachten Sie sich in Ihrem Leid. Fühlen Sie, wie es etwas weniger weh tut, wenn man (mental) Distanz gewinnt. Nun schweben Sie noch höher, 100 Meter über sich selbst und tun das Gleiche. Sieh an — Sie und Ihre Probleme sind schon ziemlich geschrumpft! Und nun geniessen Sie eine wunderbar schwerelose Reise ins Universum. Irgendwann sehen Sie unsere Erde als kleinen blauen Punkt. Sie wissen, dass es auf diesem blauen Punkt ein paar Milliarden Mikroben (Menschen) gibt, von denen Sie eine sind. Nur eine. Sie sind nicht einmal mehr sichtbar! Und Sie machen sich bewusst, dass diese Mensch-Mikroben, über die vier Milliarden Jahre Erdenzeit gesehen, nur eine knappe Hundertstelsekunde auf diesem blauen Punkt existieren.</p>
<p>Fühlen Sie bewusst, wie unbeschreiblich unwichtig und kurzlebig wir — vom Universum aus gesehen — sind. Reden Sie sich einmal ganz fest ein, dass nur Ihr Bewusstsein unendlich und ewig ist. Denn vielleicht stimmt es sogar dann, wenn Sie es nicht glauben.</p>
<p>Und nun werfen Sie nochmals einen Blick auf Ihr Problem. Fühlen Sie, wie unendlich klein und unwichtig es eigentlich ist — auch wenn Sie da unten auf der Erde das Gefühl hatten, es sei das Ende der Welt!</p>
<p>Wiederholen Sie diese Übung täglich beim Zähneputzen, und in einer Woche geht es Ihnen besser. Und ganz allmählich schmeckt Ihr Problem nach dem, was es immer schon war: nach einer Situation. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Die innere Ruhe, die mit dieser gefühlten Erkenntnis eintritt, erlaubt uns in der Folge, uns um die konkreten Veränderungsmöglichkeiten zu kümmern – Hypnose, EFT, EMDR, Meditation, systemisches Aufstellen, um nur einige zu nennen – um auch die innerlichen ‚Rest-Probleme’ aufzulösen.</p>
<p>Das Leben ist eine Reise, die wie alle anderen Reisen Schritt für Schritt abläuft. Soeben haben Sie einen weiteren Schritt getan!</p>
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		<title>Zeit ist Geld-Denken macht unzufrieden</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/02/09/zeit-ist-geld-denken-macht-unzufrieden/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 22:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glücksforscher: Geld behindert Beziehungen und Glücksstreben Toronto/Heidelberg (pte) — Wer Zeit vorrangig an ihrem finanziellen Wert misst, büßt dadurch an Zufriedenheit ein. Das behaupten kanadische Forscher im »Journal of Experimental Social Psychology«. »Wie wir die Zeit wahrnehmen, bestimmt in hohem Maß das persönliche Wohlbefinden. Menschen, die ständig an Geld denken, empfinden Stress und Ungeduld, sobald [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Glücksforscher: Geld behindert Beziehungen und Glücksstreben</h2>
<div id="attachment_4463" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/362984_web_R_K_B_by_Kurt-F.-Domnik_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4461]"><img class=" wp-image-4463 " title="Taschenuhr" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/362984_web_R_K_B_by_Kurt-F.-Domnik_pixelio.de_-300x201.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Zeit ist Geld — doch Geld nur Ersatzglück (Foto: pixelio.de/Domnik)</p></div>
<p>Toronto/Heidelberg (pte) — Wer Zeit vorrangig an ihrem finanziellen Wert misst, büßt dadurch an Zufriedenheit ein. Das behaupten kanadische Forscher im »Journal of Experimental Social Psychology«. »Wie wir die Zeit wahrnehmen, bestimmt in hohem Maß das persönliche Wohlbefinden. Menschen, die ständig an Geld denken, empfinden Stress und Ungeduld, sobald sie einmal nichts tun — auch in ihrer Freizeit. Sie können sich kaum mehr über einfache, kleine Dinge freuen«, sagt Studienleiter Sanford DeVoe von der <a href="http://rotman.utoronto.ca" target="_blank" rel="external nofollow">Rotman School of Management</a> in Toronto.</p>
<h4>Stressiges Nichtstun</h4>
<p>Einen Hinweis dafür haben die Wissenschaftler in einer Versuchsreihe erbracht. Sie baten Studenten, den künftigen Stundenlohn ihres Traumjobs zu berechnen, während anderen diese Aufgabe erspart blieb. Nur wer sich mit dem Geldwert von Zeit beschäftigt hatte, zeigte im Anschluss weniger Zufriedenheit und konnte in den Testpausen das Nichtstun nicht genießen. Entspannen konnten sich diese Versuchspersonen erst dann, als ihnen die Forscher eine kleine Summe für das Musikhören versprachen.</p>
<h4>Geiz, Gier und Verschwendung</h4>
<p>»Die Beschäftigung mit Geld kann viele negative Gefühle auslösen, die das Glücksstreben behindern — allen voran Geiz, Gier und Verschwendungssucht«, erklärt der Glücksforscher <a href="http://fritz-schubert-institut.de" target="_blank" rel="external nofollow">Ernst Fritz-Schubert</a> im pressetext-Interview. Geld belastet Beziehungen: Kommt es ins Spiel, rücken Partner messbar auseinander — für Fritz-Schubert ein Grund, warum man mit Freunden besser keine Geschäfte abschließt. »Reichtum macht nicht immer glücklich«, so der Experte.</p>
<p>Damit schwingt jedoch auch mit, dass Geld manchmal durchaus zufriedener macht. Zutreffen dürfte dies laut Studien einerseits, solange Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, also etwa bei Menschen unter dem Existenzminimum. Ist der Wohlstand bereits gegeben, steigt das Wohlbefinden durch Geld jedoch nicht mehr, zeigt die BIP-Entwicklung ab 1970. »Es kommt sehr darauf an, wie viel Geld man bereits auf dem Konto hat und wie sinnstiftend man es einsetzt«, betont Fritz-Schubert.</p>
<h4>Bindung statt Sportwagen</h4>
<p>Um nicht in die Zeit-ist-Geld-Falle zu tappen, rät der Experte einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. »Wir beschäftigen uns zunehmend mit dringlichen Dingen, vergessen aber auf das Wichtige und Glücksbringende. Die Technologisierung und Informationsflut etwa geht auf unseren Wunsch nach mehr Effizienz zurück. Wir sparen damit Zeit, nutzen sie aber nicht für Wichtiges, sondern vertreiben sie wieder. Mit ein wenig Überblick kann man dies jedoch durchschauen.«</p>
<p>So zeigte Fritz-Schubert in Persönlichkeitstrainings mit Jugendlichen und Erwachsenen, dass hinter dem Wunsch vieler nach einem Sportwagen andere Ziele stecken. »Fast einhellig wollen junge Burschen damit das schönste Mädchen erobern, den Respekt der Eltern und Nachbarn erkämpfen und Spaß am Fahren mit acht Gängen erleben — also Bindung, Anerkennung und Neugier. Bietet man stattdessen immerwährende Freundschaft, Gelassenheit und Humor, erkennen viele, dass sie ihre Absichten dadurch ohnehin verwirklichen würden, ohne dabei die negativen Begleiterscheinungen von Geld als Ersatzglück in Kauf nehmen zu müssen«, berichtet der Forscher.</p>
<p><em>PDF-Download der Studie unter <a href="http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf</a></em></p>
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		<title>Zweiter interdisziplinärer Kongress zur Meditations– und Bewusstseinsforschung</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/06/zweiter-interdisziplinarer-kongress-zur-meditations-und-bewusstseinsforschung/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 20:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<description><![CDATA[Zeitbombe Stress und Burn-out: Meditation als neue Resilienz-Strategie einer erschöpften Gesellschaft Berlin/Düsseldorf (humannews) – Die Zahlen sind alarmierend: Etwa jede vierte Führungskraft weist Anzeichen starker vitaler Erschöpfung auf.1, 45 Prozent der Lehrkräfte leiden unter kognitiver Überbeanspruchung und glauben, nicht bis zum Erreichen des Pensionsalters arbeiten zu können 2, 86 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Zeitbombe Stress und Burn-out: Meditation als neue Resilienz-Strategie einer erschöpften Gesellschaft</h2>
<div id="attachment_4233" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/dreamstimefree_11456647.jpg" rel="lightbox[4231]"><img class=" wp-image-4233 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/dreamstimefree_11456647-300x211.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">© Melinda Nagy | Dreamstime.com</p></div>
<p>Berlin/Düsseldorf (humannews) – Die Zahlen sind alarmierend: Etwa jede vierte Führungskraft weist Anzeichen starker vitaler Erschöpfung auf.<sup class='footnote'><a href="#fn-4231-1" id='fnref-4231-1'>1</a></sup>, 45 Prozent der Lehrkräfte leiden unter kognitiver Überbeanspruchung und glauben, nicht bis zum Erreichen des Pensionsalters arbeiten zu können <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-2" id='fnref-4231-2'>2</a></sup>, 86 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten die Zunahme psychischer Erkrankungen als ernsthaftes Problem <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-3" id='fnref-4231-3'>3</a></sup>. Der Kongress Meditation &amp; Wissenschaft 2012, der vom 16. bis 17. November 2012 in Berlin stattfindet, zeigt auf, wie Meditation als gesundheitsförderndes Korrektiv den Stress– und Erschöpfungssyndromen der Leistungsgesellschaft entgegenwirken und im Zuge eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements die Basis für neue Resilienz-Strategien legen kann. Veranstaltet wird der Kongress von der Oberberg Stiftung, Berlin, und der Identity Foundation, Düsseldorf.</p>
<h4>Bessere Stressresistenz und Leistungsfähigkeit durch Meditation: Empirische Grundlagenstudien und Best Practices<strong><br />
</strong></h4>
<p>»Unsere Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation die Fähigkeit verbessert, mit Druck, hohen Belastungen und herausfordernden Situationen besser umzugehen. 73 Prozent der Meditierenden verspüren beispielsweise ein besseres Selbstgefühl« <sup class='footnote'><a href="#fn-4231-4" id='fnref-4231-4'>4</a></sup>, so Prof. Dr. Dieter Vaitl, Direktor des Bender Institute of Neuroimaging der Universität Gießen und Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums des Kongresses.</p>
<p>Der Kongress wird die Bedeutung von Meditation für unser gesellschaftliches Wertesystem in den Kontexten des Bildungssystems (Schule, Hochschule, Pädagogik) und der Arbeitswelt (Wirtschaftswelt, Berufsleben, Burn-out-Prophylaxe) beleuchten. Übersichtsvorträge skizzieren den aktuellen Forschungsstand. Anhand von Projekten und Best Practices werden die Wirkungszusammenhänge von Meditation in den beschriebenen Anwendungsgebieten empirisch nachprüfbar dargestellt.</p>
<p>Dabei werden folgende Fragen konkretisiert und beantwortet:</p>
<ul>
<li>Wie wird Meditation in den Schulunterricht integriert und schafft so bessere Rahmenbedingungen für Schüler und Lehrer?</li>
<li>Welche Bedeutung hat Meditation im aktiven Berufsleben? (z.B. in Medizin, Therapie, Pflege, Führung, Bildungswesen)</li>
<li>Welche Wirkung hat Meditation in der Arbeitswelt? (Förderung von Kreativität, Konzentration, Leistungs– und Entscheidungsfähigkeit sowie gesundheitlicher Balance)</li>
<li>Welche Bedeutung hat Meditation in der Prävention?</li>
<li>Welche Risiken können durch intensive Meditationspraxis entstehen?</li>
<li>Welche diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen sind bei der Vermittlung von Meditationsverfahren geboten? (Qualitätssicherung bei der Ausbildung von Meditationslehrern)</li>
</ul>
<p><em>Informationen zur Anmeldung und zu den Details des Programms</em><br />
<em>unter: </em><em><a title="Opens external link in new window" href="http://www.meditation-wissenschaft.org/" target="_blank" rel="external nofollow">www.meditation-wissenschaft.org</a></em></p>
<p><em>Veranstalter: Die Identity Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung für Philosophie und Wissenschaftsförderung, deren Schwerpunkt auf Forschungen zum Selbstverständnis von Personen, Gruppen und Institutionen liegt. Sie konzentriert sich auf Einzelprojekte in sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexten. Die Stiftung wurde 1998 vom Gründer der Kommunikationsagentur Pleon Kohtes Klewes Paul J. Kohtes und seiner Frau Margret ins Leben gerufen. <a title="Opens external link in new window" href="http://www.identity-foundation.de/" target="_blank" rel="external nofollow">www.identity-foundation.de</a></em></p>
<p><em>Die gemeinnützige Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt – ehemals Deutsche Suchtstiftung Matthias Gottschaldt – ist benannt nach dem Gründer der Oberbergkliniken, Prof. Dr. Matthias Gottschaldt. Sie wurde 1998 von seiner Frau Dr. Edda Gottschaldt ins Leben gerufen. Ihre Vision ist die Förderung einer Integralen Heilkunst. Die Stiftung schlägt eine Brücke von der Pathogenese zur Salutogenese, von der Selbsttranszendenz zu Wachstum und Verbundenheit. <a title="Opens external link in new window" href="http://www.oberberg-stiftung.de/" target="_blank" rel="external nofollow">www.oberberg-stiftung.de</a></em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4231-1'>Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum (2011), <a href="http://www.iai-bochum.de/aktuelles/presse/321-jeder-vierte-manager-ist-burn-out-kandidat-thomas-kley-im-gespraech-mit-financial-times-deutschland.html" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.iai-bochum.de/aktuelles/presse/321-jeder-vierte-manager-ist-burn-out-kandidat-thomas-kley-im-gespraech-mit-financial-times-deutschland.html</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-2'>Studie der DAK und der Leuphana Universität Lüneburg (2011), <a href="http://www.gemeinsam-gesunde-schule-entwickeln.de/tl_files/Dateien/Studien/DAK-Leuphana-Studie_Lehrergesundheit.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.gemeinsam-gesunde-schule-entwickeln.de/tl_files/Dateien/Studien/DAK-Leuphana-Studie_Lehrergesundheit.pdf</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-3'>Studie der IG Metall (2011), <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/ig-metall-umfrage-betriebsraete-bestaetigen-steigenden-8560.htm" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/ig-metall-umfrage-betriebsraete-bestaetigen-steigenden-8560.htm</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-3">↩</a></span></li>
<li id='fn-4231-4'>Bender Institute of Neuroimaging (2010) <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4231-4">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Leiden schafft</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 04:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor kurzem war ich zur Weihnachtsfeier der Villa Unspunnen eingeladen und sass dort beim Dinner neben Annette Kaiser, die spirituelle Leiterin dieses Ortes der Stille und Begegnung. Sie fragte mich einiges über mein Leben und irgendwann kam die Frage, welche Leidenschaften ich denn hätte. Als ich die Frage hörte musste ich erst stutzen und dachte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Antwort_auf_die_Frage_des_Lebens.jpg" rel="lightbox[4203]"><img class="alignright  wp-image-4205" style="margin-left: 10px;" title="Antwort auf die Frage des Lebens, Foto: Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Antwort_auf_die_Frage_des_Lebens-300x169.jpg" alt="" width="200" /></a>Vor kurzem war ich zur Weihnachtsfeier der Villa Unspunnen eingeladen und sass dort beim Dinner neben Annette Kaiser, die spirituelle Leiterin dieses Ortes der Stille und Begegnung. Sie fragte mich einiges über mein Leben und irgendwann kam die Frage, welche Leidenschaften ich denn hätte.</p>
<p>Als ich die Frage hörte musste ich erst stutzen und dachte in diesem Moment, was in meinem Leben mir Leiden schafft, obwohl die Frage natürlich anders gemeint war. Wieso ist solch ein Wort, das eigentlich auf etwas Freudvolles hinweist mit einem solch schmerzvollen Unterton verbunden? Und muss Leiden schmerzhaft sein?</p>
<p>Aus Leiden kann viel kreative Energie entstehen. Viele Errungenschaften und Erfindungen entstammen den Leiden der Erfinder oder ihrer Mitmenschen. Wenn ich mit etwas in meinem Leben unzufrieden bin, dann bringe ich ab einem bestimmten Level des Leidensdrucks die Energie auf, diesen Missstand zu verändern. Aus Krisen gehen wir gestärkt hervor, wenn einmal der richtige Lösungsweg gefunden wurde. Leiden schafft also Entwicklung.</p>
<h4>Aus Liebe zum Leiden</h4>
<p>Leiden ist immer und überall. Schon Buddha’s erste der Vier Edlen Wahrheiten war: Es gibt Leid. Schon die Geburt, was ja für die meisten Menschen ein freudiges Ereignis ist, bringt Leid hervor. Einerseits für die Mutter, die für einige Stunden die grossen Schmerzen aushalten muss, wie auch für das Neugeborene, das durch den engen Geburtskanal hindurch muss und und dessen Körper stark zusammengepresst wird. Wir wissen dies, und doch gehen wir diese Herausforderung ein, weil wir einerseits auf die biologische Fortpflanzung angewiesen sind und andererseits es einfach schön ist, ein neues Menschenkind beim Aufwachsen zu beobachten.</p>
<p>Wir begeben uns freiwillig in Momente des Leidens, wenn wir z.B. Sport treiben oder uns beruflichen Herausforderungen stellen. Nicht immer macht es grosse Freude einen Vortrag vor einer Ansammlung von Menschen zu halten, oder 8 Stunden im Büro zu sitzen um sich das Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.</p>
<p>Machen wir mal etwas wirklich aus Leidenschaft, mit vollem Eifer, aus Liebe zu uns selbst oder zu anderen, spüren wir zwar nicht das Leiden in diesem Schaffen, und doch gibt es auch hier manchmal jemand der dabei oder daran keine Freude hat. Zum Beispiel schreibe ich diesen Beitrag, weil ich Freude daran habe und es mir wichtig ist, meine Gedanken in die Welt zu bringen. Gleichzeitig nimmst du als LeserIn dir die Zeit dies zu lesen und hast daran Freude, oder auch nicht. Sicher gibt es Menschen, die meine Worte als Stumpfsinn bezeichnen werden und sich danach ärgern diesen Text jemals gelesen zu haben. Ich habe ihnen ihre Zeit geraubt und Leiden geschaffen. Bitte verzeih, falls dem so wäre!</p>
<h4>Leidenschaft aus Passion</h4>
<p>In manchen Sprachen wird das deutsche Wort Leidenschaft mit <em>Passion</em> übersetzt, womit im Deutschen auch der Leidensweg Christi bezeichnet wird. Auch hier steht wieder der Bezug zu Leiden und Schmerzen. Wir können aber auch etwas aus Passion tun; leidenschaftlich gerne Gitarre spielen, aus Passion Autofahren, leidenschaftlich lieben. Hier ist wahre Freude und Glück im Spiel.</p>
<p>Was bringt mich jedoch dazu, etwa einen anderen Menschen leidenschaftlich zu lieben? Hat meine Geliebte Freude daran von mir so leidenschaftlich geliebt zu werden? Auch wenn diese Liebe und Leidenschaft beiderseitig ist, leidet vielleicht jemand anderer daran? Was passiert, wenn dieser geliebte Mensch auf einmal nicht mehr da ist? Leide ich dann?</p>
<p>Mir ist wichtig, dass ich bei allem, das ich aus Leidenschaft mache, auch die Seite sehe, wo ich eventuell Leiden schaffe. Die Sicht auch auf die andere Seite der Münze zu haben, die eigene Perspektive auf die Welt zu erweitern und sich in andere Menschen einfühlen, kann viel Leiden verhindern.</p>
<p>Das gilt für die Liebe, genauso wie für das Autofahren, wenn ich beim Schnellfahren mehr Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer nehme. Oder im Beruf, wenn ich auf meinen Erfolg fokussiert bin, dann sollte ich hier auch darauf achten, dass niemand anderer dabei zu Schaden kommt, sein ganzes Geld oder seinen Job verliert.</p>
<h4>Leid abschaffen</h4>
<p>Buddhas zweite Edle Wahrheit lautet: Leid hat eine Ursache. Klar. Die dritte Edle Wahrheit besagt, dass es ein Ende des Leids gibt. In der Vierten sagt Buddha, dass es einen Weg zum Ende des Leids gibt.</p>
<p>Wenn ich also Leid erkenne, dann sehe ich im besten Fall auch die Ursache und dadurch vielleicht schon den Weg, um das Leid zu beenden. Ich muss jedoch eine Leidenschaft dafür aufbringen, Leiden und die Ursachen dahinter sehen zu wollen und zu können, um dann über das Ende und den Weg zum Ende kontemplieren zu können. Und das Ende des Leids bedeutet nicht gleichweg die Auflösung der Ursache für das Leid.</p>
<p>Wichtig ist also Freude am Leid zu entwickeln um Leid aufzuspüren und zu beenden, und mir jeweils bewusst sein, ob ich bei Lösungsfindung nicht auch wieder Leid verursache. Klingt kompliziert, muss es aber nicht sein, wenn ich mir der vielen Leidens– und Lösungswege ständig bewusst bin.</p>
<h4>Kreativer Funke aus der Leidenschaft</h4>
<p>Diese Bewusstheit schaffe ich durch die Leidenschaft zur Entwicklung. Das passionierte Schaffen einer neuen Realität, die sich in jedem Moment neu bildet. Nichts ist gegeben, alles erfindet sich in jedem Augenblick neu. So wie diese Sätze sich in dem Moment bilden in denen sie geschrieben werden.</p>
<p>Bin ich ganz bei mir, voll bewusst, dann nehme ich diesen Augenblick in seiner vollen Schönheit und Fülle wahr. Gebe ich mich dieser Fülle hin und lasse mich von der Liebe durchfluten, die aus und in diesem Gewahrsein entsteht, dann entsteht in mir die Leidenschaft, für das was ich in diesem Moment mache, sei es das Schreiben eines Textes, das Berühren meiner Geliebten oder das Bügeln meiner Hemden.</p>
<p>Wenn mich wieder jemand fragen sollte, was meine Leidenschaften sind, dann kann ich getrost darauf antworten, dass das Leiden meine Leidenschaft ist, wie auch Entwicklung und Bewusstheit. Hätte ich nie in meinem Leben gelitten, hätte ich mich nie zu dem entwickelt, was ich jetzt bin. Ich wäre mir meiner Entwicklung wohl nie bewusst geworden. Leiden schafft Leidenschaft.</p>
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		<title>Depression integral wahrnehmen</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 20:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andres Pellegrini</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Integrale Landkarte]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Erfahrungsbericht Einführung und Absicht Seit etwa fünfzehn Jahren begleiten mich Phasen von leichten bis mittelschweren Depressionen. Im Laufe dieser Zeit hat sich mein Verständnis dieses Phänomens fortlaufend – und teilweise radikal – gewandelt und vertieft. Aus einem anfänglich als Katastrophe wahrgenommenen Bewusstseinszustand ist eine Brücke zur Inspiration geworden. Während ich auf das depressive Zustandsbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/schwarz_4.jpg" rel="lightbox[2920]"><img class="size-medium wp-image-2927 alignright" style="margin-left: 10px;" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/schwarz_4-300x238.jpg" alt="" width="240" height="190" /></a>Ein Erfahrungsbericht</h2>
<h4>Einführung und Absicht</h4>
<p>Seit etwa fünfzehn Jahren begleiten mich Phasen von leichten bis mittelschweren Depressionen. Im Laufe dieser Zeit hat sich mein Verständnis dieses Phänomens fortlaufend – und teilweise radikal – gewandelt und vertieft. Aus einem anfänglich als Katastrophe wahrgenommenen Bewusstseinszustand ist eine Brücke zur Inspiration geworden. Während ich auf das depressive Zustandsbild als solches liebend gerne verzichten würde, möchte ich die tiefen Einblicke ins Leben, die ich dadurch erhalten habe, keineswegs missen. Die Absicht dieses Artikels ist nicht das Erzählen meiner „Depressions-Geschichte“, sondern die Förderung eines befreienden und integralen Verständnisses bezüglich des Phänomens an und für sich. Es geht darum Beziehung zu schaffen. Ich möchte versuchen anhand meines Beispiels gewisse Aspekte aufzuzeigen, die viele Menschen, die mit Depressionen leben, teilen.<sup class='footnote'><a href="#fn-2920-1" id='fnref-2920-1'>1</a></sup> Depression kann als schreckliches Ende wahrgenommen werden, als etwas, dass unbedingt verhindert oder wenigstens möglichst schnell beendet werden muss. Depression kann aber auch als Einstieg in die unendlichen Tiefen unseres Bewusstseins und das darin liegende Potenzial gesehen werden, als Tor zu vielfältigen Qualitäten; und genau darum wird es in den folgenden Abschnitten gehen.<sup class='footnote'><a href="#fn-2920-2" id='fnref-2920-2'>2</a></sup></p>
<h4>Depression und Spiritualität</h4>
<p>Rückblickend kann ich sagen, dass ich in zwei ganz entscheidenden Punkten grosses Glück hatte: zum einen konnte ich von Anfang an die spirituelle Dimension fühlen, die in und hinter der Depression liegt und war nicht dazu verdammt das Ganze einfach als sinnlosen Defekt wahrzunehmen, den es mit psychologischen und medizinischen Mitteln auszumerzen gilt; zum anderen konnte ich mich relativ schnell auf die Depression einlassen und musste nicht allzu lange den ermüdenden und aussichtslosen Kampf dagegen führen (auch wenn Kleinkriege diesbezüglich natürlich immer mal wieder vorkommen können…). In anderen Worten: Ich fühle mich in etwas Umfassenderes eingebettet und kann sehen, dass darin auch Depression vorkommen kann. Hier ist der Begriff Gnade durchaus angebracht, wenn das Ganze in dieser Einfachheit und Offenheit stehen gelassen und nicht mit – aus meiner Sicht zutiefst perversen – Interpretationen »vergewaltigt« wird (»Du bist depressiv geworden, weil Du dies und das falsch gemacht hast und jetzt endlich lernst, dass…«, »Du hast Dir die Depression selber ausgewählt«, »Wärst Du spiritueller, hättest Du keine Depressionen«, »Deine Depression zeigt, dass Du besonders spirituell bist«…). Viele Menschen teilen diese Erfahrung von Gnade inmitten einer Krise; und zwar nicht nur solche, die eine Depression erleben, sondern einfach Menschen, die von etwas berührt werden, das ihr bisheriges Vorstellungsvermögen übersteigt: eine Krebsdiagnose, ein Todesfall, eine Naturkatastrophe, ein Unfall, eine Trennung etc. Für mich persönlich bilden der Zugang zu erweiterten Bewusstseinsdimensionen und die Erfahrung von Gnade die heilsame Basis im Umgang mit Depression.</p>
<h4>Depression und Meditation</h4>
<p>Meditation ist ein geniales Tool, um Depression vollumfänglich wahrzunehmen. Das stille Beobachten von depressiven Gedanken-Gefühls-Körperempfindungs-Mustern und die damit einhergehende Desidentifikation stellen etwas ganz Wesentliches dar. Desidentifikation bedeutet nicht, dass die Depression einfach so verschwindet; es entsteht jedoch mehr Space und Freiheit im Umgang mit dieser. Der Eindruck »diese Depression gehört mir« wandelt sich in »Depression ist einer von unendlich vielen Aspekten, die ich wahrnehmen kann«. Depression wird plötzlich als eine von vielen Möglichkeiten gesehen. Meditation hilft mit, der Depression sowohl nüchtern als auch mitfühlend zu begegnen. Eine Transformation kann nur stattfinden, wenn zuerst nichts anderes als pure Wahrnehmung ohne Reaktion ist. »Sein-Lassen-Können« ist etwas ganz Zentrales im Umgang mit depressiven Mustern. Wenn wir das Phänomen Depression rein energetisch betrachten, können wir sagen, dass es sich um komprimierte Energie handelt. Meditation schafft natürliche Ausdehnung, was einem Fliessen der Energie gleichkommt. Es ist, als würden wir ein Eisstück an die warme Sonne legen. Früher oder später wechselt der Aggregatzustand: aus fest wird flüssig. Fahren wir fort, kommen wir zu gasförmig, d.h. wir haben Space kreiert. Es ist, als würden wir durch Meditation immer wieder ins Licht am Ende des dunklen Tunnels eintauchen und bei der Rückkehr ein bisschen von diesem Strahlen mitnehmen. Mit dem folgenden Sound-Beispiel haben Sie die Möglichkeit, sich diesem Prozess nicht über die Sprache, sondern über Schwingung anzunähern (Hinweis: computerinterne Lautsprecher »verschlucken« viele Frequenzen; nur über externe Boxen oder gute Kopfhörer wird die Vibration wirklich erfahren).</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/09/licht-am-ende-des-tunnels.wav" rel="external nofollow">Licht am Ende des Tunnels</a></p>
<p>An diesem Beispiel wird deutlich, dass Depression nicht – wie häufig vermutet – ein energiearmer, sondern eigentlich ein sehr energiereicher Zustand ist. Die Schwierigkeit liegt also nicht in einem Verlust von Energie, sondern vielmehr in dem Zustand der Energie. Es ist nicht das Fehlen, sondern die Kompression, welche die ganze Dunkelheit verursacht.</p>
<p>Ein Stolperstein, der im Zusammenhang mit Meditation auftreten kann, ist die Dissoziation, d.h. statt einer Desidentifikation (ich kann die Depression klar sehen, bin ihr jedoch nicht mehr ausgeliefert) findet Abspaltung statt (ich meditiere, um die Depression nicht mehr wahrnehmen zu müssen). Diese Sackgasse kann umgangen werden, wenn Meditation in Kombination mit einer auf Mitgefühl und Stille basierten Gesprächstherapie angewendet wird (s. folgender Abschnitt).</p>
<h4>Depression, Psychotherapie und Beziehungen</h4>
<p>Es ist einfach zu sagen, was mein Versuch mit psychoanalytisch orientierter Therapie gebracht hat: nichts. Ich habe selten eine grössere Beziehungslosigkeit erlebt wie in diesen Sitzungen. Es war nichts anderes als ein Selbstbetrug, eine gedankliche Beruhigungspille. Ich will nicht behaupten, dass die Vergangenheit keinen Einfluss auf die Bildung einer späteren Depression hat. Ich bin jedoch überzeugt, dass das »Wissen« um vermeintliche Ursachen den Weg der Heilung eher blockiert als fördert. Einerseits frisst psychologische Ursachensuche eine Unmenge an Energie, die direkt für eine Heilung eingesetzt werden könnte, andererseits kann man sich bei den gefundenen Ursachen nie sicher sein ob sie echt sind oder bloss konstruiert. Aus meiner Sicht ist dieser ganze »Ursachen-Such-Wahn« nichts anderes als eine unfruchtbare Endlosschlaufe unseres Minds. Ein destruktives Spiel ohne Wirklichkeits– und Gefühlsbezug. Als umso hilfreicher hat sich jedoch Gesprächstherapie erwiesen, die nichts anderes tut als kontinuierlich den eben erwähnten Wirklichkeits– und Gefühlsbezug herzustellen. Dadurch wird es möglich die heilende Kraft der Trauer freizusetzen, die in Depressionen oft unter einem diffusen Mix aus Angst, Schuld– und Schamgefühlen, Ärger, Leere und Gefühlslosigkeit zu ersticken droht. Ich kenne nichts, das die Depression ehrlicher, tiefgreifender und effizienter auflösen kann als Trauer; und mit Trauer meine ich Trauer und nicht Selbstmitleid. Trauer ist Fluss ohne Geschichte, der immer in Stille und Freiheit mündet und dem Neuen den Weg bereitet. Für alle anderen – nicht therapeutischen – Beziehungen gilt schlussendlich derselbe Grundsatz. Alle Beziehungen, in denen Qualitäten wie Herzlichkeit, Wärme und Stille im Vordergrund stehen, helfen mit Depressionen aufzulösen. Beziehungen, die von fixen Vorstellungen, Leistung und Erwartungen geprägt werden, verschlimmern den Zustand. Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass das Leben an der Seite eines depressiven Menschen bisweilen schwierig bis unmögliche sein kann. Depression kann eine harte Liebesprüfung sein. Diese Perspektive möchte ich hier jedoch nicht ausleuchten, da sie für sich alleine einen Artikel füllen würde. Nicht zuletzt möchte ich erwähnen, dass nicht nur Beziehungen zu Menschen, sondern auch solche zu Tieren sehr heilsam wirken können.</p>
<h4>Depression und moderne Medizin</h4>
<p>Wir leben in einer rationalen Welt mit der entsprechenden »objektiven« Sprache. Dieser Welt entspringt auch der medizinische Begriff »Depression«, welcher ein Krankheitsbild benennt. Aus einer spirituellen Perspektive liegt es nahe zu beklagen, dass dadurch das ursprüngliche Phänomen seiner ganzen Tiefe, Qualität und Kraft beraubt wird. Der Verbindungsfaden zur spirituellen Dimension wird zerschnitten! Die Dunkle Nacht der Seele, Bardozustände, Jesus‹ Aufenthalt in der Wüste und der Tunnel vor dem Licht werden auf verzerrte Wahrnehmungen des Gehirns reduziert, welche sich wissenschaftlich erklären und beheben lassen! Was wie ein Widerspruch zwischen Medizin und Spiritualität aussieht, ist in Wirklichkeit keiner. Gut dreizehn Jahre habe ich gebraucht, um dies wirklich zu erfassen. Solange habe ich mich verbissen gegen Antidepressiva gewehrt nur um zu beweisen, dass die Medizin sich irrt. Wenn ich beschreiben müsste, was dieser jahrelange Widerstand gebracht hat, fällt mein Fazit gleich aus wie vorhin bei der psychoanalytisch orientierten Therapie: nichts. Seit ich Antidepressiva einnehme hat sich meine Lebensqualität enorm verbessert. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein Eingriff in die Hirnphysiologie soviel bewirken kann und bin dankbar, dass unsere moderne Medizin die Möglichkeit bietet genau auf dieser Ebene anzusetzen. Ich habe jetzt weniger Angst in der dunklen Nacht, in Bardozuständen, in der Wüste oder im Tunnel. Ich leide weniger und kann die Qualitäten von spirituellen Erfahrungen intensiver wahrnehmen. Spirituelle und medizinische Perspektiven konnten in ein grösseres Bild integriert werden.</p>
<h4>Depression, Körper und Energiesystem</h4>
<p>Jegliche Art von Berührung und Bewegung, die nicht nur den Körper und das Energiesystem, sondern auch das Herz (im symbolischen Sinne) miteinschliessen, wirken unterstützend bei Depressionen. Als sehr wirksam erwiesen sich bei mir: Sound, Tanz, Tai Chi, Qi Gong und Nicht-Leistungs-Sport. Ebenso wirksam sind Körpertherapien, die mit achtsamer Berührung arbeiten. Ich selber habe keine grossen Erfahrungen mit TCM und Homöopathie; auf Grund dessen, was ich darüber lese und höre, denke ich jedoch, dass in diesen Feldern ein grosses Potential liegt. Die häufig gestellte Frage, ob aktive oder passive Ansätze sinnvoller sind, lässt sich nicht beantworten (z.B. Massage vs. Tanz). Eigentlich ist diese Fragestellung falsch. Viel mehr sollte die Frage gestellt werden bei welcher Intervention am meisten innere Berührung und Bewegung entsteht. Die Wirkung sollte in den Vordergrund rücken, anstelle von oberflächlichen Diskussionen wie »aktiv oder passiv«.</p>
<p>Ein etwas heikles Gebiet können die Bereiche der Sexualität darstellen oder präziser formuliert: die Bilder von Sexualität und dem entsprechenden Verhalten, die in unseren Köpfen herumgeistern. In depressiven Zuständen ist die Lust nicht gerade das, was im Vordergrund steht und die Angst zu versagen wartet so ziemlich an jeder Ecke. Das heisst, wenn Leistung, Aufregung und Erwartungen das Feld dominieren ist die Chance relativ gross während der sexuellen Interaktion in den untersten UG’s der Depression zu landen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Qualitäten wie Achtsamkeit, Vertrauen, Intimität, Verständnis und Gelassenheit Eingang in die erotische Beziehung finden können.</p>
<h4>Depression und Natur</h4>
<p>Die Natur kann bei Depressionen über verschiedene Wege unterstützen und Vertrauen schenken. So kann zum Beispiel die Kontemplation über die vier Jahreszeiten zur Einsicht führen, das Depression ein fester Bestandteil der Natur ist. Sie heisst dort einfach anders: Herbst und Winter. So wie z.B. bei einem Baum das ganze Energiesystem in den kalten Jahreszeiten heruntergefahren wird, verhält es sich auch beim depressiven Menschen; und das Sehen, dass der Winter nicht das Ende, sondern in gewissem Sinne die Vorbereitung auf den Frühling ist, kann innerlich eine tiefe Wirkungen hinterlassen. Drei Aspekte der Natur möchte ich besonders hervorheben: Sonnenlicht, Wasser und frische Luft. Sonnenlicht wirkt v.a. auf zwei Arten. Einerseits wird der Melatoninspiegel gesenkt (Schlafbedürfnis nimmt ab) und der Sereretoninspiegel erhöht (Stimmung hellt sich auf). Andererseits ist die direkte Erfahrung von Wärme – die in depressiven Episoden oft verloren zu gehen droht – schlichtweg wohltuend. Wasser hat mir persönlich immer Qualitäten wie Vertrauen und Aufgehobensein vermittelt und zwar am intensivsten in der freien Natur (Treibenlassen im Fluss, durch den Regen rennen und die nassen Kleider auf der Haut fühlen…). Frische Luft wirkt dem »Erstickungsgefühl«, welches in Depressionen oft auftaucht, entgegen und kann – wenn auch nur für kurze Momente – innere Weite entstehen lassen. Auch wenn die Natur einen eher kurzfristigen Einfluss auf Depression haben mag – gut zu wissen, dass auch sie als Möglichkeit vorhanden ist.</p>
<h4>Die Qualität der Depression</h4>
<p>Zwei grosse Qualitäten, die in der Depression entdeckt werden können sind Tiefe und Gelassenheit. Ich habe immer das Bild eines Baumes im Winter vor Augen: Der Baum steht gelassen da, in tiefem Vertrauen auf den nächsten Frühling. Depression kann zudem ein Bewusstsein der verschiedenen Daseinsebenen wecken und ein integrales Verständnis erwachen lassen. Da sich durch Depression auf allen Bewusstseinsebenen – ausser den transpersonalen – etwas ändert, entsteht ein starkes Bewusstsein dafür; wir nehmen die Existenz von Energie– / Körper– / Gefühls– / Gedanken– / Beziehungsebene intensiver wahr, als wenn alles rund läuft. Damit will ich nicht sagen, dass erst die Depression diese Möglichkeit eröffnet. Es gibt auch viele andere Wege. Aber wenn wir schon in einer Depression landen, sollten wir auch die Möglichkeiten nutzen, die darin enthalten sind. Wenn wir die vier Quadranten von Ken Wilber auf alles bisher Besprochene anwenden, können wir sehen, dass wir uns bereits mitten in der integralen Wahrnehmung befinden (s. Abb.1).<sup class='footnote'><a href="#fn-2920-3" id='fnref-2920-3'>3</a></sup> </a>Indem wir der Depression vielfältig begegnen, erfahren wir das Potential der vier verschiedenen Perspektiven, auf welche das Quadrantenmodell hinweist.</p>
<div id="attachment_776" class="wp-caption alignnone" style="width: 291px"><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/09/depression-integral1.jpg" target="_blank" rel="external nofollow" rel="lightbox[2920]"><img class="size-medium wp-image-776 " src="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/09/depression-integral1.jpg?w=281" alt="" width="281" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Abb.1: Der Depression integral begegnen</p></div>
<h4>Rückfälle</h4>
<p>Rückfälle kommen – wie überall – auch im Umgang mit Depression vor und zeigen v.a. eines: schlussendlich liegt es nicht in unseren Händen, wo unser Lebensstrom durchführt. Natürlich können wir jeden Rückfall reflektieren und analysieren, wo die – geglaubten –Ursachen liegen und uns vornehmen, »es« das nächste Mal besser zu machen. Wir können aber auch der Erfahrung von Demut und Bescheidenheit Raum geben. Die ganze Bewusstseinsevolution verläuft sowohl im Kleinen wie im Grossen mit Vor– und Rückwärtsschritten. Dies ist das Wesen des Lernens; und wir Menschen bilden dabei keine Ausnahme.</p>
<h4>Zusammenfassung</h4>
<p>Ein Erfahrungsbericht kann befreiend wirken, wenn er nicht die Geschichte in den Vordergrund stellt, sondern universelle Aspekte beleuchtet und grössere Zusammenhänge herstellt. Depression kann als ein Zustand komprimierter Energie verstanden werden, der zuallererst einfach wahrgenommen werden kann. Hierzu eignet sich die Meditation. In einem zweiten Schritt geht es darum, auf verschiedenen Bewusstseinsebenen Space zu kreieren, sprich die komprimierte Energie zum Fliessen zu bringen. Dies kann z.B. über Meditation, herzliche Beziehungen, Antidepressiva, alternative Heilmittel, Sound, Berührung, Bewegung und die Natur geschehen. Spiritualität ist eine wesentliche Kraftquelle in diesem Prozess. In der Depression können wir Tiefe und Gelassenheit erfahren, sowie ein integrales Verständnis entwickeln. Das Modell der vier Quadranten erweist sich diesbezüglich als hilfreich.</p>
<p><em>Herzlichen Dank an Rita Borer für das Titelbild.</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2920-1'>In diesem Artikel geht es in erster Linie um Depressionen von leichtem bis mittelschwerem Ausmasse, die nicht rein organisch bedingt sind. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2920-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-2920-2'>Es handelt sich hierbei nicht um einen wissenschaftlichen Artikel, sondern um einen Erfahrungsbericht; die Eindrücke, die ich über die Jahre aus der Literatur zu diesem Thema gewonnen habe, sind Teil dieser Erfahrung. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2920-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-2920-3'>Einführung in das Modell der vier Quadranten:<a href="http://integralesforum.org/index.php?id=211&amp;L=0" target="_blank" rel="external nofollow">http://integralesforum.org/index.php?id=211&amp;L=0 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-2920-3">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Integrale Suchtgenesung</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/07/25/integrale-suchtgenesung/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 12:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Reise der Entwicklung eines integralen Ansatzes für die Behandlung von Alkohol– und Drogensucht begann im Frühjahr 2003, als ich zum ersten Mal Ken Wilbers AQAL Modell kennen lernte. Zuvor hatte ich viele Jahre damit zugebracht, mit Süchtigen und ihren Familien zu arbeiten und bessere Behandlungsmodelle zu entwickeln. Die Branche, in der ich arbeitete, war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2301" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/ap4ad66f5e57b0c_small.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2298]"><img class="size-full wp-image-2301" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/ap4ad66f5e57b0c_small.jpg" alt="" width="200" height="192" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de / Frühstück ist fertig… © Peter Ehmann</p></div>
<p>Meine Reise der Entwicklung eines integralen Ansatzes für die Behandlung von Alkohol– und Drogensucht begann im Frühjahr 2003, als ich zum ersten Mal Ken Wilbers AQAL Modell kennen lernte. Zuvor hatte ich viele Jahre damit zugebracht, mit Süchtigen und ihren Familien zu arbeiten und bessere Behandlungsmodelle zu entwickeln. Die Branche, in der ich arbeitete, war die <em>Wildnistherapie</em> in den Vereinigten Staaten, wo Jugendliche und Erwachsene für durchschnittlich 2 Monate in die Wildnis gebracht werden, um spezifische therapeutische Ziele zu erreichen. Die Zahlen der häufigsten Programme zeigten, dass ganze 85–90 % der gegenwärtigen Probleme der Klienten mit Drogen und Alkohol zu tun hatten. Während einige der Klienten gerade eine Zeit der Rebellion und des Drogen– und Alkoholmissbrauches durchmachten, waren viele bereits klinisch abhängig von diesen Substanzen. Damals wurde mir klar, dass ich entweder einen besseren Weg finden musste, um mit diesen Problemen umzugehen, oder dass ich meinen Rucksack an den Nagel hängen und mir einen anderen Job suchen konnte.</p>
<p>Obwohl behauptet wird, dass Suchterkrankungen das Gesundheitsproblem Nummer 1 in den USA sind, sind bisher kaum Mediziner und Therapeuten für die Behandlung von Suchtkrankheiten ausgebildet. Als Genesungs-„Experte“ galt oftmals schon jemand, der einmal selbst ein Abhängiger gewesen war und es geschafft hatte, von seiner Sucht loszukommen, gewöhnlich unter der Schirmherrschaft der Anonymen Alkoholiker (A.A.). Ein genesener Süchtiger zu sein ist eine hilfreiche Perspektive, doch man qualifiziert dadurch nicht <em>mehr</em> als Genesungsexperte, als z. B. ein Kind bekommen zu haben einen zum Geburtshelfer qualifiziert. Selbst die Grundfaktoren eines Suchtverhaltens schienen unseren Ärzten nicht bekannt zu sein, wie das Beispiel der Verschreibung von Schmerzmitteln illustriert. Dies kann für einen Substanzabhängigen extrem gefährlich sein und zu einem Rückfall und sogar zum Tod führen. In diesem dunkle Tal wanderten wir also dahin – Seite an Seite mit ziemlich fundamentalistisch-religiösen A.A. Anhängern und ignoranten Medizinern: in überfüllte Gefängnisse, deren Insassen zu 80% aufgrund von Drogen– und alkoholbezogener Delikte einsitzen.</p>
<p>Das wäre genug, um einen Menschen in die Verzweiflung zu treiben, dennoch machte ich weiter, und der große Durchbruch kam dann 2003, durch die Webseite <a href="http://www.integralnaked.org/" rel="external nofollow">www.integralnaked.org</a>, auf der ich ein 40-seitiges PDF von Ken fand mit dem Titel „Einführung in integrale Theorie und Praxis: IOS Grundlagen und die AQAL Landkarte“. Schlagartig hatte ich eine dieser schaulogischen Erfahrungen, in der ich das Ganze klar und deutlich vor meinem geistigen Auge stehen sah: Ich verstand nicht nur die AQAL Landkarte, sondern ich verstand die Krankheit der Sucht auf eine Weise wie nie zuvor, sogar nach Jahren der Arbeit mit Hunderten Süchtigen und deren Familien. Diese Erfahrung revolutionierte nicht nur mein Verständnis von Sucht, sondern brachte mich auch auf den Pfad eines ernsthaft Übenden der Integralen Lebenspraxis. Ich wusste intuitiv, dass – sofern diese Vision einer integralen Suchtgenesung reifen sollte – sie sich nur auf eine völlig integrale Weise entfalten könnte, gegründet auf eine wirkliche Praxis. Im Folgenden nun eine kurze Übersicht über Integrale Suchtgenesung und über die bisherigen Lernerfahrungen.</p>
<p>Ein Grundverständnis von AQAL darf hier vorausgesetzt werden. Grundsätzlich verwenden wir die<em> vier Quadranten </em>als ein diagnostisches Werkzeug .So finden wir z.B. im oberen rechten Quadranten (Es) oftmals ein beträchtliche Schädigung, die dem Gehirn und somit dem physischen Körper des Süchtigen angetan wurde. Daher müssen wir in therapeutischer Hinsicht wiederherstellende Maßnehmen ergreifen, um den grobstofflichen Schaden, der durch die Krankheit angerichtet wurde, heilen und ausgleichen zu helfen. Das bedeutet körperliches Training, Nahrungsergänzung, eine gesunde Ernährung, Yoga, Körper-Arbeit und bin-aurales Hirn-Training durch technisch unterstützte Meditation (z.B. Holosync). Im oberen linken Quadranten (Ich) herrscht eine Menge mentales Chaos, Wut, Angst, Depression, Hass auf andere und Selbsthass, usw. Diese innerlichen Erfahrungen müssen gleichermaßen als Symptome und als auslösende Faktoren behandelt werden, durch individuelle und Gruppentherapie, Meditation, Schattenarbeit, Trauma-Arbeit, sowie durch kognitives Lernen über die Krankheit der Sucht und die integrale Landkarte. Im unteren linken Quadranten (Wir) gibt es gewöhnlich eine Verwüstung nahezu aller Beziehungen des Patienten, aufgrund seines negativen Verhaltens, ausgelöst durch fortschreitende Krankheit. In dieser Dimension gibt es einen Bedarf an Familientherapie, Paartherapie, um das zerfetzte soziale Gewebe so gut es geht wieder herzustellen. Im unteren rechten Quadranten (Es plural) gibt es oftmals rechtliche, finanzielle und andere System-bezogene Probleme, die angegangen werden müssen.</p>
<p>Man kann keinen Schaden in einem Quadranten anrichten, ohne den anderen drei ebenfalls Schaden zuzufügen. Umgekehrt hilft jeglicher Fortschritt in einem der Quadranten, alle anderen mit emporzuheben und zu heilen. Daher muss in einem integralen Behandlungsprogramm mit allen vier Quadranten gearbeitet werden. Jegliches Behandlungsprogramm, das nicht alle vier Quadranten wirkungsvoll anspricht, ist einseitig und letztendlich ineffektiv.</p>
<p>Ginge es in der AQAL Landkarte lediglich um die vier Quadranten, wäre das immer noch genug, um eine Revolution unseres Ansatzes der Suchtbehandlung auszulösen und viele große Brüche und Risse zu heilen. Doch es kommt noch besser. Viel besser.</p>
<blockquote><p>Genauso wie die Suchterkrankung chronisch ist und ein Leben lang dauert, ebenso muss die Hingabe an die Praxis eine lebenslange sein.</p></blockquote>
<p>Das <em>Linien</em>–Element der AQAL-Landkarte zeigt uns sehr genau, welche großen Teile des Selbst-Systems trainiert und entwickelt werden müssen, um Nüchternheit und optimale Gesundheit zu erreichen. Eine integrale Lebenspraxis (oder eine integrale Genesungspraxis) wird zum Vehikel, um diese Ziele durch Fokussierung auf die vier essentiellen Linien (oder „Haupt-Module“) von Körper, Geist, Herz und Seele zu erreichen. Ein integrales Behandlungszentrum ist letztendlich ein <em>Training</em>szentrum: ein Ort wo der Patient lernt, wie man praktiziert und die Disziplin und den Antrieb entwickelt, um eine ILP im eigenen Leben zu implementieren. Das bedeutet körperliche Ertüchtigung, Ernährung, Meditation, Schattenarbeit und Arbeit mit der Freisetzung von Emotionen, sowie fortgesetzte Studien und Lernen. Die Praxis wird so die Achse, auf der das Leben wieder anfängt, sich zu drehen und zu funktionieren. Für integrale Suchtgenesung beginnt der Rückfall tatsächlich bereits in dem Moment, wo jemand seine Praxis unterbricht, noch lang bevor irgendeine Droge eingenommen wird. Genauso wie die Suchterkrankung chronisch ist und ein Leben lang anhält, ebenso muss die Hingabe an die Praxis eine lebenslange sein. Es ist offensichtlich, dass dies eine Anleitung zum Erfolg und Glücklichsein für jedermann ist, nicht bloß für einen Suchtkranken. Doch für den Süchtigen wird es zum Überlebensimperativ, nicht bloß eine Frage des Lifestyles. Damit AQAL als wahrer psychoaktiver Katalysator dienen kann, der uns von einem <em>kognitiven</em> (Zweiten-Rang) Denken zu einer <em>verkörperten</em> (Dritten-Rang) Ebene der Entwicklung bringt, müssen wir vom Sofa hochkommen, auf unsere Meditationskissen setzen und uns ins Fitnessstudio gehen und so praktizieren, als ob die Zukunft davon abhinge, indem wir persönlich Verantwortung für unser Wachstum und für unsere Entwicklung übernehmen.</p>
<p>Eine detaillierte Behandlung von Spiral Dynamics und Ken Wilbers eigener Karte der Entwicklung würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Doch vereinfacht gesagt lässt sich beobachten, dass, während die Krankheit der Sucht fortschreitet, der Süchtige, welche Entwicklungshöhe er auch immer vorher erlangt hatte, z.B. ethnozentrisch oder weltzentrisch, zu einer sehr ungesunden egozentrischen Stufe regrediert, wo das Einzige, das zählt, das süchtige Selbst ist und die Bemühung, high zu bleiben ist. Auf dieser Stufe ist der Süchtige bereit, nahezu alles zu tun, um die fortdauernde Versorgung mit der Droge sicherzustellen. Der Ort der Kontrolle im Süchtigen bewegt sich von dem höher entwickelten Neokortex zum basalen Reptilien-Hirnstamm. Das überwältigende Verlangen nach der Droge wird vom Gehirn des Süchtigen als notwendig für das nackte Überleben interpretiert. Alle anderen höheren menschlichen Werte und Bestrebungen werden unterdrückt und zurück bleibt ein Süchtiger, der die Kontrolle über sein Leben verloren hat und Sklave eines übermächtigen Meisters ist: dem Verlangen nach der begehrten Substanz. Hier herrscht wieder das Gesetz des Dschungels und 100.000 Jahre menschlicher Moralentwicklung werden der Gier preisgegeben.</p>
<p>Entwicklungslandkarten zu besitzen und zu verwenden, um diesen Abstieg in die Hölle, sowie den Ausweg daraus aufzuzeichnen, ist eine revolutionäre neue Perspektive. Bald nachdem die Arbeit der Heilung und Transformation begonnen hat, wird die Wahrheit des „Ich bin ein Süchtiger“ zu „ Ich habe eine Sucht“, während das ehemalig kontrollierende <em>Sucht-Selbst </em> transzendiert wird von einem auf einer höheren Ebene auftauchenden gesunden Selbst. Die Sucht wird zu einem <em>weiteren Objekt</em> im Gewahrsein, mit dem geschickt umgegangen werden muss. Irgendwo in diesem Prozess transformiert sich das Ziel der integralen Suchtgenesung jenseits des Erreichens von Nüchternheit zu einem Streben, sein bestes und wahrsten Selbst zu werden. Ziel der Praxis ist nicht länger das nackte Überleben oder das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, sondern Selbst-Verwirklichung in der relativen Welt und Selbst-Realisierung in der zeitlosen Gegenwart.</p>
<p>Wir verwenden dabei Methoden wie Genpo Roshis <em>Big Mind Training</em> und die binaurale Gehirntraining-Technologie von Holosync. Unsere Klienten lernen schnell, wie sie in Zustände der tiefen Meditation und Kontemplation eintreten können und wie sie negative Emotionen, vergangene Traumata und negative Geschichten, die sie sich über sich selbst, über andere und die Wirklichkeit gebildet haben, auflösen und loslassen können. Währenddessen entwickeln sie zusätzlich die Fähigkeit, im immer schon gegenwärtigen Zeugen zu ruhen, sowie einen Zugang zu Zuständen von gesteigerter Kreativität und Problemlösefähigkeit zu finden. Somit werden Probleme, die zuvor vielleicht als unlösbar erschienen, von einer höheren Ebene und aus unterschiedlichen Perspektiven aufgelöst.</p>
<p>Schließlich lassen wir auch noch nach Wilbers Modell <em>Typen</em> einfließen: Zuerst männlich und weiblich und später verschiedene andere Typologien, wie das Enneagramm oder Meyers-Briggs. Auch hierzu könnte außerordentlich viel gesagt werden, doch es genügt festzustellen, dass wir durch die Berücksichtigung der Typen in unserem integralen Genesungsmodell Raum für eine größere Sensibilität und Geschicklichkeit schaffen. So besagt z.B. eine feministische Kritik der A.A., dass dieses Programm für die Männer einer erfolgreichen weißen Oberschicht-Männer konzipiert wurde, und dass seine Betonung auf Ego-Deflation nicht so hilfreich ist, wenn man mit anderen Typen von Suchtkranken umgeht. Die Straßenprostituierte, die ebenfalls suchtkrank ist, benötigt oftmals viel mehr den Wiederaufbau des Egos und Unterstützung statt Ego-Deflation.</p>
<p>Kurz gesagt, was Integrale Suchtgenesung und die AQAL Landkarte uns ermöglichen, ist, alle essentiellen Faktoren zu erfassen, so dass im Dienste unserer Patienten und ihrer Suche nach Heilung und Gesundheit kein Stein zurückbleibt, der nicht umgedreht worden wäre</p>
<p>Für eine umfassendere Darstellung dieses Themas (auch in deutscher Sprache) siehe mein Papier auf unserer Webseite: <a href="http://www.integralrecovery.com/" rel="external nofollow">www.integralrecovery.com</a></p>
<p> </p>
<p><em><a href="http://integralrecovery.com/wp-content/uploads/2007/11/john_dupuy_-_integrale_suchtgenesung.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">Auf dem Weg zu einem Integralen Suchtgenesungsmodell für Drogen– und Alkoholsucht</a> (von John Dupuy mit Marco Morelli)</em></p>
<p><em>Erschienen in <a href="http://integralesleben.org/il-home/if-integrales-forum/zeitschrift-integrale-perspektiven/ip-bisherige-ausgaben/ausgaben-ip07-09/" rel="external nofollow">integrale perspektiven</a> Nr. 9, März 2008. Übersetzung aus dem Englischen: Dennis Wittrock</em></p>
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		<title>Schenken ohne Gegenleistung hat größte Wirkung</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 10:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Foto: aboutpixel.de / Vielen Dank für die Blumen © marshi Auslöser für kreative Entwicklung mit offenem Ausgang Schenken kann ernorme Kräfte freisetzen, da es zusätzliche Ressourcen für Entwicklung bereitstellt und dabei Kreativität auslöst. Zu diesem Schluss kamen Experten diese Woche bei der Konferenz »Schenken neu denken« an der Alaunus Hochschule. Großzügigkeit ist nach einer Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>
<p class="alignright bildhinweis" style="width: 150px;"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/ap4bcf431a1c7d1_small.png" target="_blank" rel="lightbox[1287]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1289" style="margin-left: 10px;"  title="aboutpixel.de / Vielen Dank für die Blumen © marshi" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/ap4bcf431a1c7d1_small-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><br />Foto: <a href="http://www.aboutpixel.de" rel="nofollow external">aboutpixel.de</a> / Vielen Dank für die Blumen © marshi</p>
<p>Auslöser für kreative Entwicklung mit offenem Ausgang<br />
</strong><br />
Schenken kann ernorme Kräfte freisetzen, da es zusätzliche Ressourcen für Entwicklung bereitstellt und dabei Kreativität auslöst. Zu diesem Schluss kamen Experten diese Woche bei der Konferenz »Schenken neu denken« an der <a href="http://www.alanus.edu/" target="_blank" rel="external nofollow">Alaunus Hochschule</a>. Großzügigkeit ist nach einer Zeit des Gegentrends wieder in Mode. »Das Schenken erlebt heute eine Renaissance«, so Tagungsveranstalter Steffen Koolmann vom <a href="http://www.isu-institut.de/" target="_blank" rel="external nofollow">Institut für Sozialwissenschaftliche Unternehmensführung</a> im pressetext-Interview.</p>
<p><strong>Beschenkte wachsen über sich hinaus<br />
</strong><br />
Die große Chance des Schenkens liegt für den Sozialforscher besonders in der Inspiration, die der Beschenkte und in Folge auch die Gesellschaft entwickelt. Ein Geschenk löse bei Beteiligten Vertrauen und Tatkraft aus, darüber hinaus fördere es die Entscheidungsfreiheit und erlaube, eigene Ideen frei von äußerem — etwa finanziellem — Druck zu verwirklichen. Als Beispiele dafür nennt Koolmann Stipendien oder berufliche Starthilfen. »Schenken startet einen kreativen Prozess mit offenem Ausgang. Das gilt ganz besonders dann, wenn jemand ohne Erwartung einer Gegenleistung schenkt«, so Koolmann.</p>
<p>Hohen Einfluss für die Qualität und die Auswirkungen des Schenkens hat somit die Absicht des Schenkenden. Je selbstloser dieser handelt, desto größer ist das Potenzial. »In den meisten Fällen erwartet der Schenkende einen bestimmten Eigennutzen — und seien es nur große Augen, Freude und Dankbarkeit des anderen oder ein gutes Gefühl.« Auch wenn viele Geschenke an Konditionen geknüpft sind, nimmt für den Experten das völlig bedingungs– und selbstlose Schenken eine Sonderstellung ein, besonders da es Egoismus und Profitdenken überwinde.</p>
<p><strong>Ohne Gegenleistung größte Wirkung<br />
</strong><br />
Bedingungsloses Schenken fällt jedoch oft schwer, besonders da es eine spezielle innere Haltung erfordert. »Der Schenkende muss seinen Wunsch nach Rückmeldung oder Zielerreichung zurücknehmen und das Geschenk völlig loslassen an den, dem man es schenkt«, erklärt Koolmann. Um sich das anzueignen, brauchen schon Kinder Möglichkeiten zum Einüben des Schenkens sowie ein Bewusstsein dafür, dass sie auch selbst beschenkt wurden. »Wichtig ist in der Erziehung, über das Thema zu sprechen und die Augen dafür zu öffnen, wie schön das Hergeben ist«, empfiehlt der Bonner Wissenschaftler.</p>
<p>Geschenke wirken nicht nur, wenn sie materieller Art sind wie etwa Geld oder Sachgegenstände. »Auch die nicht-materiellen Geschenke wie Zeit, Gehör, Aufmerksamkeit oder Zuwendung gehören dazu«, so Koolmann. Die Erziehung sei immer ein Geschenk, ebenso jedoch auch die klassische Nachbarschaftshilfe oder der freiwillige Einsatz. Wie groß die Bereitschaft ist, zeigt bereits die Tatsache, dass sich jeder dritte Deutsche ehrenamtlich engagiert — zudem leisten die Deutschen jährlich bis zu vier Mrd. Euro Spenden.</p>
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