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	<title>OpenMindJournal &#187; Tamarama</title>
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	<description>Das Online-Journal für den Wandel in Bewusstsein, Kultur und Technologie</description>
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		<title>Ehrlich währt am längsten</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 09:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tamarama</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tamarama]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir leben in einer unehrlichen Zeit. Aus allen Richtungen versucht uns Werbung zu manipulieren. Was man in den Nachrichten hört, kann man glauben, wenn man will, aber oft genug stellt sich später heraus, dass es doch nicht ganz so war, wie es dargestellt wurde. Die Nahrungsmittelindustrie dreht uns zweifelhafte Produkte an, ganz zu schweigen von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer unehrlichen Zeit. Aus allen Richtungen versucht uns Werbung zu manipulieren. Was man in den Nachrichten hört, kann man glauben, wenn man will, aber oft genug stellt sich später heraus, dass es doch nicht ganz so war, wie es dargestellt wurde. Die Nahrungsmittelindustrie  dreht uns zweifelhafte Produkte an, ganz zu schweigen von der Pharmaindustrie. In Unternehmen wird beschissen und gemurkst, während auf allen Fahnen gross „Transparenz“ angeschrieben steht. Fotos von Stars und Sternchen in Magazinen sind keine Abbildungen der Realität, sondern Kunstwerke made by Photoshop, gemacht am PC. Als Folge davon pushen und kaschieren wir an unserem eigenen Äusseren herum, bis wir uns mit dem verwechseln, was wir meinen darstellen zu müssen.<br />
Auf die leere Frage wie es uns denn so gehe, haben wir ebenso leere Floskeln parat. Werden wir gefragt, ob etwas so für uns stimme, bejahen wir, obwohl wir Nein meinen oder es noch gar nicht wissen, nur um irgend ein Bild von uns, unser Image, aufrecht zu erhalten. Oft trauen wir uns nicht einmal in Beziehungen die Wahrheit zu sagen.<br />
Ich kann das Argument mit den Notlügen ja nachvollziehen, dass es manchmal fast nicht anders gehe, und ich will nicht behaupten, ich würde es immer ohne sie schaffen. Aber ich bin trotzdem entschieden gegen Unaufrichtigkeit. Denn auch wenn wir vielleicht nur mal unehrlich sind, weil wir uns und andere schützen wollen, schaden wir uns damit am Ende nur selbst und in Konsequenz davon auch den anderen.<br />
Was nützt es einer Freundschaft, nein, wozu soll diese Freundschaft überhaupt gut sein, wenn wir nicht die Eier haben, ehrlich zueinander zu sein?<br />
Wird die Gesellschaft ehrlicher, menschlicher, sympathischer, wenn wir überall mit Notlügen jonglieren, uns verkleiden und kaschieren anstatt uns zu zeigen wie wir sind?<br />
Es braucht Mut ehrlich zu sein, man muss zu Schwächen stehen können. Aber wie froh wären wohl alle anderen, ebenfalls Überforderten, wenn nur mal einer von uns den Mut hätte zu sagen „Nein, stopp, das wird mir zu viel“ anstatt „Ja klar kann ich das auch noch machen“? Wir sind selber die Schmiede dieser perversen Leistungsgesellschaft. Wenn wir zu Robotern mutieren wollen, sollten wir unbedingt so weitermachen. Wenn wir uns aber ehrlichere und menschlichere Zeiten wünschen, müssen wir bei uns beginnen. Sind wir zu uns selber menschlicher, wird es auch unsere Umgebung.</p>
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		<title>Abgesprungen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 14:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tamarama</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war einmal ein Volk, das lebte auf einem riesengrossen Karussell. Das Karussell drehte sich sehr, sehr schnell. So schnell, dass die Leute darauf die Welt rundherum gar nicht mehr klar sehen konnten. Da hätten sie sich schon einmal ganz fest konzentrieren müssen. Aber für so etwas hatten sie keine Zeit, so sehr waren sie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/karussell_zwei.jpg" rel="lightbox[1885]"><img class="size-medium wp-image-1889 alignright" style="margin-left: 10px;" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/05/karussell_zwei-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Es war einmal ein Volk, das lebte auf einem riesengrossen Karussell. Das Karussell drehte sich sehr, sehr schnell. So schnell, dass die Leute darauf die Welt rundherum gar nicht mehr klar sehen konnten. Da hätten sie sich schon einmal ganz fest konzentrieren müssen. Aber für so etwas hatten sie keine Zeit, so sehr waren sie damit beschäftigt, irgendwelche Dinge auf dem Karussell zu erledigen, die ihnen dort aufgetragen wurden. Sie lebten unter der ständigem Angst, vom Karussell zu fallen. Denn niemand wusste genau, was dort war, wo das Karussell aufhörte, und vor allem war keiner, der heruntergefallen war, je wieder zurückgekehrt. Also versuchten sie, nicht zu viel daran zu denken, sondern sich auf ihr Leben auf dem Karussell zu konzentrieren. Sie waren denn auch froh, gab es so unglaublich viel zu tun dort. Und je mehr jemand zu tun bekam, desto weiter in der Mitte des Karussells durfte er sich aufhalten. So war es geregelt. Ganz in der Mitte war man am sichersten und genoss hohes Ansehen. Mit jemandem, der am Rande lebte, wollte kaum jemand etwas zu tun haben, dort war es viel zu gefährlich. Man könnte ja eines Tages plötzlich vom Karussell geschleudert werden. Zudem gab es dort am Rand ein paar Verrückte, die sich freiwillig darauf vorbereiteten, das Karussell mit einem mutigen Sprung ins Ungewisse zu verlassen.</p>
<p>Kaum jemand von den Leuten auf dem Karussell, wusste es, doch genau ihr emsiges Treiben trieb auch das Karussell an. Je mehr sie taten, um in dessen Mitte zu gelangen, desto schneller wurde es und desto grösser wurde wiederum ihre Angst.<br />
…<br />
Eines Tages machte sich eine der Verrückten am Rande des Karussells bereit für ihren Sprung. Sie hatte die ewig gleichen Wege des Karussells satt. Sie hatte lange gezögert und verzweifelt andere Auswege gesucht, die es nicht gab. Jetzt wollte sie springen. Allein der Entschluss verlieh ihr Flügel.<br />
Natürlich landete sie trotzdem unsanft. Und in ihrem Kopf drehte sich alles noch lange Zeit so stark, dass sie immer wieder hinfiel beim Versuch aufrecht zu gehen. Doch langsam wurde das Drehen schwächer und ihr Blick wieder scharf. Sie sah wie schön die Welt war, wenn man sich die Zeit nehmen konnte, sie zu betrachten. Sie sah Wege, die nicht bloss immer nur im Kreis gingen.<br />
Sie sah auch das Karussell, das sich viel zu schnell drehte, als dass sie je wieder hätte aufsteigen können.<br />
Aber traurig war sie darüber nicht.</p>
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		<title>Normal ist tot</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/04/12/normal-ist-tot/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 09:39:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tamarama</dc:creator>
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		<description><![CDATA[                  Wir waren im Zug unterwegs, eine Freundin und ich, und ereiferten uns wieder einmal darüber, wo »die Gesellschaft« überall noch Perspektivenwechsel nötig hat, wo Bildungslücken und Nachholbedarf. In diesen Belangen verstehen wir uns blind. Und so mit jemandem reden zu können ist selten, bekomme ich jedenfalls [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/abnormal.jpg" rel="lightbox[1168]"><img class="size-medium wp-image-1179" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/04/abnormal-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
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<p>Wir waren im Zug unterwegs, eine Freundin und ich, und ereiferten uns wieder einmal darüber, wo »die Gesellschaft« überall noch Perspektivenwechsel nötig hat, wo Bildungslücken und Nachholbedarf. In diesen Belangen verstehen wir uns blind. Und so mit jemandem reden zu können ist selten, bekomme ich jedenfalls im Alltag oft den Eindruck. Um so mehr genossen wir es, uns wieder einmal so richtig darüber auszulassen.</p>
<p>Darauf gekommen waren wir überhaupt erst, weil wir zusammen auf dem Weg an ein Apéro waren, wo wir beide wieder Auskunft darüber würden geben müssen, was wir alles warum nicht so machen wie alle anderen und sowieso. Aaarrgh… Sagen wir es so: Die Vorfreude auf die Häppchen war definitiv grösser als die auf den üblichen Smalltalk.</p>
<p>Obwohl sich mittlerweile eine ältere Dame zu uns ins Abteil gesetzt hatte, beschlossen wir, keine falsche Rücksicht zu nehmen, sondern es weiter einfach laufen zu lassen:<br />
Dass wir keinen allgemein anerkannten Standardsatz zur Antwort parat haben auf »Und was machst du so?«-Fragen, wo so viele andere einfach sagen können »Ich bin Sachbearbeiter« oder »Ich bin Content Managerin«.<br />
Aha. Spannend. Und wo denn so? …<br />
Dass wir uns nicht über irgend eine blöde Jobbezeichnung definieren lassen wollen, weil wir doch bitte sehr mehr sind als ein Job! Dass es doch reicht und genau richtig ist, einfach sich zu sein, und das zu tun, was einem Freude macht, ungeachtet eines möglichen Erfolges; dass es überhaupt gar nicht darum geht, etwas zu werden, wie alle immer so schön sag(t)en (bis sie dann etwas geworden sind, eben Sachbearbeiter, Content Manager oder so und stehen bleiben, weil sie ja jetzt nichts mehr werden müssen). Dass es in unserem Leben nicht um Karriere und Ansehen und Geld geht, sondern um Zufriedenheit, dass das dummerweise aber immer noch irgendwie als uncool gilt; dass sie alle glauben, wenn man so lebe wie wir, dann wolle man nicht »weiterkommen im Leben« (Ha! Dass ich nicht lache) und ergo: Dass wir es einfach doof finden, wenn einen nie jemand zu verstehen scheint.</p>
<p>Als wir uns in eine wunderbar energiegeladene Rage geredet hatten, mussten wir aussteigen und es stellte sich heraus, dass die Dame, die bis jetzt ganz ruhig neben uns gesessen, die ganze Zeit über interessiert zugehört hatte. Sie sorgte für einen Showdown der Extraklasse, denn nun sagte sie selbstbewusst: »Ich bin jetzt 61 und bin immer noch genau so eingestellt wie Sie. Lassen Sie sich ja nicht davon abbringen, sondern bleiben sie stark und verteidigen sie immer ihren Standpunkt, auch wenn sie damit noch so alleine dastehen! Dafür wünsche ich Ihnen viel Kraft und vor allem Mut.«</p>
<p>Wow!! Das hat ja sowas von eingeschlagen, sag ich euch! Und gewirkt!</p>
<p>Genau diesen Mut und diese Kraft will ich auch euch hier jetzt weitergeben. Die Zeit ist reif. Rücken wir raus mit der Sprache! Alles, was euch von der Norm unterscheidet, gehört gesagt und zwar laut und deutlich, so dass es andere hören. Wir brauchen uns nicht mehr zu verstecken, let’s spread the news, NOW! Yibeeeeee!</p>
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		<title>Welt der Wunder</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/03/28/welt-der-wunder/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 10:25:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[                  Manchmal schaue ich mich um und anstatt dass ich andere Menschen sehe, die gleichen Häuser, Autos, Strassen, Bäume, Blumen oder den immer gleichen Himmel, sehe ich lauter Wunder und bin überwältigt. Ganz ehrlich, wenn man es sich doch mal wieder genau überlegt, ist auch so ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1d/Palmisch_Knospe_20100407_02.jpg" alt="" width="307" height="231" /></p>
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<p>Manchmal schaue ich mich um und anstatt dass ich andere Menschen sehe, die gleichen Häuser, Autos, Strassen, Bäume, Blumen oder den immer gleichen Himmel, sehe ich lauter Wunder und bin überwältigt.<br />
Ganz ehrlich, wenn man es sich doch mal wieder genau überlegt, ist auch so ein Auto ein kleines Wunder. Man muss nur mit dem Fuss da drücken und dann fährt es. Oder der Kühlschrank! Man gibt ihm Strom und er macht kalt! Zagg, einfach so. Strom überhaupt ist doch eine verrückte Sache! Wie der Mensch das alles hingekriegt hat!<br />
Und da sind wir schon bei der Königsklasse: Der Mensch! Hallo? Wie genial ist das denn?! Ich sehe! Was ist das überhaupt? Und wenn es es nicht gäbe, kein Mensch wäre doch je auf die Idee gekommen!<br />
Hören, riechen, schmecken, fühlen, … ahnen! Ist es nicht unsagbar wundervoll? Und WAS wir alles sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken können. Gerade jetzt im Frühling, wie da ein dicker, alter, knorriger Ast die zarteste, süsseste Blüte hervorbringt. Und sie später eine Frucht. Die wir essen können, fühlen, riechen, schmecken. Wie das alles voller Leben ist, wie es ja gar nichts anderes gibt als Leben!<br />
Und wie es dann weint mit mir vor Dankbarkeit.</p>
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		<title>Grosse Kinder</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 20:54:20 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/erwachsene-spielen2.jpg" rel="lightbox[856]"><img class="size-medium wp-image-914" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/erwachsene-spielen2-300x199.jpg" alt="" width="334" height="222" /></a></p>
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<p>Oft wünschte ich, ich wäre nie gross geworden. Wäre ich noch ein Kind, wäre alles schön einfach und einfach so schön! Ich fände überall andere Kinder, mit denen ich spielen und Spass haben kann, weil sie die Lebensfreude noch ganz ungehemmt ausleben; ich fände Spielkameraden mit offenen Herzen und strahlenden Augen, und wir würden unserer Kreativität freien Lauf lassen; ich fände vor allem Kameraden, die spontan sind, weil sie nicht bereits den ganzen Monat verplant haben.</p>
<p>Die Traurigkeit darüber, dass alle um mich herum so erwachsen geworden scheinen, überkommt mich ab und zu. Ich kann es dann einfach nicht verstehen, warum sie ganze Tage in grauen Gebäuden verbringen und langweilige Dinge tun, die ihnen irgendjemand anderes aufgetragen hat. Warum sie das, wozu sie eigentlich gerade Lust hätten, auf irgendein Wochenende verschieben und warum sie nicht merken, dass dies geplante Vergnügen dem spontanen nie das Wasser reichen kann. Dass sie mit der Zeit gar nicht mehr wissen, wozu sie eigentlich Lust hätten.</p>
<p>Es macht mich so traurig. Das alles kann doch nicht im Ernst die Bedeutung von „erwachsen“ sein!<br />
Nun, ich sage mir dann, dass es mich ja eigentlich nicht zu kümmern braucht. Dass ich ja mein Leben so unerwachsen leben kann, wie ich es mir wünsche. Und das tue ich auch. Ich versuche es zumindest. Es kommt aber vor, dass ich mich in die Ecke drängen lasse und glaube, mich für meinen Lebensstil rechtfertigen zu müssen. Wenn das zu oft geschieht und zu sehr an den Kräften zehrt, fange ich selbst an zu zweifeln und dann werde ich zwischenzeitlich genauso erwachsen wie so viele es sind. Was noch trauriger ist. Das Einzige, was mir dann bleibt, ist, einfach so lange traurig zu sein und meine Augen auszuweinen, bis ich wieder klar sehe und merke, dass es die Welt ja nur noch erwachsener macht, wenn ich jetzt auch noch mitmache. Denn immerhin weiss ich jetzt wieder ganz genau, wie man sich als erwachsener Erwachsener fühlt. Und vor allem weiss ich eins: Ich muss ihnen unbedingt weiterhin zeigen, dass es auch anders geht!</p>
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		<title>Da geht’s lang</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/03/07/da-geht%e2%80%99s-lang/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 20:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tamarama</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tamarama]]></category>

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		<description><![CDATA[                    Wie praktisch. GPS, google maps und andere Tools, die uns die ständige Kontrollierbarkeit von allem vorgaukeln, könnten wir uns jetzt eigentlich langsam sparen. Wir dürfen das erdrückende Gefühl, immer alles im Griff haben zu müssen, loswerden indem wir entspannen und uns auch in ganz trivialen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/google-pin.jpg" rel="lightbox[476]"><img class="size-medium wp-image-903" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/google-pin-300x178.jpg" alt="" width="397" height="235" /></a></p>
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<p>Wie praktisch. GPS, google maps und andere Tools, die uns die ständige Kontrollierbarkeit von allem vorgaukeln, könnten wir uns jetzt eigentlich langsam sparen. Wir dürfen das erdrückende Gefühl, immer alles im Griff haben zu müssen, loswerden indem wir entspannen und uns auch in ganz trivialen und alltäglichen Dingen immer mal wieder von „denen da oben“ führen lassen.</p>
<p>So hab ichs jedenfalls heute gemacht. Nein falsch, ich hab es eben nicht wirklich gemacht, es ist mir eher einfach passiert. Ich wollte nämlich mal eine andere Brockenstube der Stadt durchstöbern als meine Stammbrocky, aber ich hatte keinen blassen Schimmer, wo ich so eine finden konnte. Trotzdem, kurz bevor ich zu Hause losging, entschied ich, ausnahmsweise nicht vorher noch schnell google zu fragen. Denn eigentlich hatte ich vor allem auch Lust rauszugehen, ein wenig durch die Stadt zu flanieren und einfach das schöne Wetter zu geniessen. Wenn ich dabei auch noch auf eine Brocky stossen würde, wäre das toll, und wenn nicht, wäre es ja trotzdem schön gewesen. Ich ging also raus und liess mich treiben.<br />
Nach einer Weile aber kam mir in den Sinn, dass ich vielleicht doch eine Ahnung hatte, wo sich so eine Brocky befinden könnte. Eine Kollegin hatte mir nämlich mal von einer erzählt und ich glaubte mich auch zu erinnern, in welcher Gegend diese in etwa sein sollte. Ich schaltete also vom Treibenlassen auf Kontrolle und klapperte systematisch die betreffende Gegend ab. Ich fand allerhand, nur keine Brocky.</p>
<p>Zuerst fand ich das schon ziemlich doof und ich ermahnte mich schon, das nächste Mal besser wieder zuerst google zu fragen, als mich ein mächtiges Geschepper aus diesen müssigen Gedanken riss. Genau vor mir zog ein Mann einen kleinen Karren hinter sich her. Was eigentlich nichts Aussergewöhnliches ist, erschien mir in dem Moment auf eigenartige Weise besonders spannend und ich entschied, dem Wägeli-Mann eine Weile zu folgen. Schliesslich, so besann ich mich wieder, war ich ja vor allem unterwegs, um mich einfach ein bisschen treiben zu lassen. Erst jetzt bemerkte ich, dass hinten auf dem Karren in grossen Lettern angeschrieben stand, wem er gehörte: Einer Brockenstube!</p>
<p>Ha! Unter Lachen und entzückt über den genialen Zufall brauchte ich ihm nur noch weiter zu folgen und hatte gefunden, was ich suchte. Ganz ohne google maps oder GPS, dafür mit einer extra Portion Leichtigkeit und Humor.</p>
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		<title>Gott würfelt</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 22:37:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Meine Familie befindet sich gerade in einer Phase der akuten Yatzi-Sucht. Du kennst sicher das Würfelspiel, in dem es darum geht, möglichst alle in einer Liste vorgegebenen Würfe zu realisieren: Von Dreierpasch über Full House bis hin zu Yatzi — ein Wurf, für den alle Würfel die gleiche Augenzahl zeigen müssen. Da dieser als ziemlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-382 alignnone" title="Gott würfelt" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/02/ap4ad8c88feac1b_small-300x169.png" alt="" width="300" height="169" /></p>
<p>Meine Familie befindet sich gerade in einer Phase der akuten Yatzi-Sucht. Du kennst sicher das Würfelspiel, in dem es darum geht, möglichst alle in einer Liste vorgegebenen Würfe zu realisieren: Von Dreierpasch über Full House bis hin zu Yatzi — ein Wurf, für den alle Würfel die gleiche Augenzahl zeigen müssen. Da dieser als ziemlich unwahrscheinlich gilt, gibt es dafür natürlich auch mit Abstand die meisten Punkte. Wir werfen ihn in letzter Zeit trotzdem auffallend oft. Denn dass wir so gern Yatzi spielen, hat nicht nur mit dem Spiel an sich zu tun, sondern auch damit, dass wir immer erfolgreicher versuchen, den Fall der Würfel allein durch unseren Willen zu beeinflussen.</p>
<p>Im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch haben wir nämlich beim Würfeln angefangen, das Fokussieren unserer Aufmerksamkeit zu trainieren. Auf diese Idee kamen wir, als uns mit der Zeit immer stärker auffiel, dass meistens diejenige Person die besten Würfe macht, die am wenigsten abgelenkt ist. Das heisst konkret: Teilt sie ihre Aufmerksamkeit zwischen dem Würfeln und etwas anderem auf, das nichts mit dem Spiel zu tun hat, also zum Beispiel dem Butterbrot, das sie währenddessen auch noch gerade isst, oder dem SMS, das sie nachher noch schreiben will, dann fallen die Würfel wirklich wie sie wollen. Steckt sie aber all ihre Aufmerksamkeit in den aktuellen Wurf, steigen ihre Chancen auf „Glück“ frappant.</p>
<p>Man kann dieses Phänomen natürlich, wie vieles andere in diesem Bereich auch, als Zufall abtun. Aber versuch es selbst. Es funktioniert wirklich auffallend gut. Die Freude am Spiel und dass man beherzt bei der Sache ist, sind dabei meines Erachtens die wichtigsten Komponenten. Des Weiteren haben wir beobachtet, dass auch ein bestimmtes Moment eine Rolle spielt, das wir begonnen haben „Angsten“ zu nennen. Es ist ein Augenblick kurz bevor die Würfel zu liegen kommen (meistens ausgerechnet gerade dann, wenn es die allerletzte Chance ist), in dem man sich bewusst wird, dass der Wurf nun auch genauso gut danebengehen könnte und man sich deshalb ebenfalls auch schon mit dem Fall abfindet, dass es nicht wie gewünscht herauskommt. Das ist der Schlüssel. Denn was essentiell an diesem Moment ist, ist der Akt des sich Hingebens an den Ausgang der Sache, wie immer dieser auch sein mag – eigene Intention hin oder her. Es wird gut sein, so oder so. In diesem vertrauenden Loslassen liegt die Kraft, mit der wir unsere Wünsche erfüllen können — nicht nur im Yatzi, auch im Leben.</p>
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