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	<title>OpenMindJournal &#187; Kolumnen</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Achtsamkeit und die iPhone-Generation</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4830" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4828]"><img class=" wp-image-4830 " title="Strandhandy" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/415170_web_R_K_by_Stefan-Ddorf_pixelio.de_-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Stefan Ddorf / pixelio.de</p></div>
<p>In meinem letzten Newsletter musste ich mir echt auf die Zunge beißen, um nicht mit den Worten „Alles neu macht der Mai“ zu beginnen – vor allem, nachdem ich mich hinterfragte, ob er wirklich alles neu macht. Klar, die Natur zeigt Tendenzen der Wiederauferstehung aus der Winterstarre, es grünt so grün, dass selbst Spanien neidisch wird — doch wie steht es mit uns selbst? Sind wir — im Vergleich zum Mai letzten Jahres — neue Menschen? Haben wir unsere Zellen regeneriert, unsere alteingesessenen Meinungen revidiert, unsere Vorurteile eliminiert — und uns insgesamt neu erfunden? Und noch eine Etage tiefer: nehmen wir uns überhaupt die Zeit, über solche Dinge nachzudenken, oder schreit gerade das nächste App danach, heruntergeladen zu werden?</p>
<p>In unserem Leben läuft vieles, oh so vieles, nach ganz bestimmten Mustern ab. Wir leben einen Grossteil unseres Menschenlebens auf Autopilot. Ich denke oft an das unvergessliche Bild von Gary Larson, wo die Amöben-Frau den Amöben-Mann ankeift: „Reiz und Reaktion, Reiz und Reaktion — <em>denkst</em> du eigentlich jemals?!“</p>
<p>Herrlich lustig — aber eine gute Frage. Denken wir überhaupt? Oder andersrum, warum schaffen es die meisten von uns nicht, mit dem Denken jemals aufzuhören, wenn wir doch diejenigen sind, die unser Gehirn — als Eigentümer! — kontrollieren sollen könnten? Ich verweise auf das geflügelte Zitat weiter unten: „Der Verstand ist ein ausgezeichneter Diener, aber ein miserabler Meister.“</p>
<p>Denken Sie einmal für 17 Sekunden darüber nach. (Hallo? Ich sagte nicht, Sie sollen darüber nachgrübeln, warum ausgerechnet 17 Sekunden, sondern darüber, ob <em>Sie</em> der Meister Ihres Lebens und Denkens sind — oder ist’s gar ihr Ego?)</p>
<p>Lassen Sie sich inspirieren und zum Nachdenken animieren – von Menschen, Büchern, dem Leben und dem Universum. Wir sitzen alle im gleichen Zug, doch wir entscheiden, wohin wir blicken und in welchem Abteil wir sitzen. Metaphysisch, aber wahr.</p>
<h4>Gib acht!</h4>
<p>„Gib acht!“ hat nicht immer mit dem zu tun, was Mutti uns als Kind unzählige Male zugerufen hat. Achtsamkeit ist — in unserer westlichen Welt fast vergessen — ein Heilmittel erster Klasse. Einst ein östliches, für viele von uns abstraktes Zen-Prinzip, schleicht sich diese unglaublich starke Lebenshaltung allmählich sogar in die westliche Psychotherapie ein. Wie das geht? Vereinfacht gesagt:</p>
<p>„Wenn ich Spaghetti esse, esse ich Spaghetti.“</p>
<p>„Wenn ich vom Badezimmer in die Stube gehe, gehe ich vom Badezimmer in die Stube.“</p>
<p>Will heißen: ich tue immer gerade das — und NUR das! — was ich gerade tue und richte meine Aufmerksamkeit darauf. Schluss mit Multi-Tasking und unseren verheerenden Ideen von „alles gleichzeitig“, um Zeit zu sparen, die wir dann blödsinnig mit Smartphone, Facebook, TV und Klatschblättern vergeuden.</p>
<p>Kürzlich sah ich ein Teenager-Mädchen an der Bushaltestelle stehen, ein echter Prototyp: Zigarette im Mundwinkel, Kopfhörer über den Ohren, Mütze tief über die Augen gezogen, iPhone in der linken, Red Bull in der rechten Hand, Zeitung unter den Arm geklemmt. <em>Das</em>, liebe Menschen der westlichen Kultur, ist das absolute Gegenteil von Achtsamkeit! Dieses Mädchen ist das (inzwischen überall wuchernde) Beispiel des Vor-sich-selbst-Davonlaufens.</p>
<p>Achtsamkeit (auf Neudeutsch auch „Mindfulness“ genannt) hat die magische Eigenschaft, unsere gesamte Wahrnehmung des Lebens — und damit das Leben schlechthin — zu verändern. Wenn Sie also die Gelegenheit ergreifen möchten, zu leben, und zwar im JETZT, von Moment zu Moment, statt zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her zu hetzen — suchen Sie sich einen Achtsamkeitslehrer, einen Guru, einen achtsamen Freund, einen Hypnosetherapeuten oder einen Meditations-Profi, und tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Achtsamkeit.</p>
<p>Übrigens: wenn Sie diesen Artikel in knapp 15 Sekunden überflogen haben und gleich zum nächsten hetzen, wissen Sie zumindest bereits, was Achtsamkeit <em>nicht</em> ist… :)</p>
<div></div>
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		<title>Was wir zu uns nehmen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/30/was-wir-zu-uns-nehmen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 11:56:31 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
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		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[Mind]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolf Schneider]]></category>

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		<description><![CDATA[Gedanken zur körperlichen und geistigen Ernährung Körperlich wie geistig sind wir Menschen Fließgleichgewichte. Was wir in uns aufnehmen und nicht gleich wieder ausscheiden, zu dem werden wir. Deshalb ist die Beachtung der Ernährung beim sich entwickelnden, wachsenden, an Bewusstsein gewinnenden Menschen das Fundament. Und auch der geistige Input verdient Beachtung: von welchen Quellen wir uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gedanken zur körperlichen und geistigen Ernährung</h2>
<div id="attachment_4744" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/561943_web_R_K_B_by_Peter-Hebgen_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4741]"><img class=" wp-image-4744 " title="Nicht alles passt durch’s Sieb" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/561943_web_R_K_B_by_Peter-Hebgen_pixelio.de_-300x201.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Peter Hebgen / pixelio.de</p></div>
<p>Körperlich wie geistig sind wir Menschen Fließgleichgewichte. Was wir in uns aufnehmen und nicht gleich wieder ausscheiden, zu dem werden wir. Deshalb ist die Beachtung der Ernährung beim sich entwickelnden, wachsenden, an Bewusstsein gewinnenden Menschen das Fundament. Und auch der geistige Input verdient Beachtung: von welchen Quellen wir uns beeinflussen oder gar bestimmen lassen, auch hier braucht es Entscheidungen, was hinein darf, und manchmal eine Entschlackung.</p>
<p>Was uns ernährt ist das Grundsätzlichste, was es in unserem Leben gibt. Alles andere baut darauf auf, fügt sich oder widersetzt sich dem, kein Aspekt unseres Lebens bleibt davon unberührt. Was wir essen und trinken, daraus bestehen wir körperlich, und das bewegt und berührt uns auch geistig, seelisch, emotional wie nichts anderes, nicht einmal Sex. Womit wir das Geld verdienen, das wir brauchen, um uns etwas zu essen zu kaufen, auch das bestimmt uns fundamental: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, sagt ein altes Sprichwort. Wenn wir andere, uns gemäßere Lieder singen wollen als die unserer Arbeits– und Auftraggeber, dann müssen wir uns ins Risiko der Selbständigkeit begeben — und dann singen wir das Lied unserer Kunden. Oder spalten uns innerlich. Und lernen mit einem gewissen Maß an solcher Gespaltenheit zu leben.</p>
<p>So beginnt unsere Stammesgeschichte als Menschen: Wir müssen essen, um zu überleben, eh wir uns Sprache, Schrift, Häuser, Computer und Mobiltelefone leisten können. Und so beginnt auch unser individuelles Leben: Sobald die Nabelschnur durchtrennt ist, müssen wir atmen und saugen, um uns zu ernähren. Das ist dann erstmal viele Monate lang unser wichtigster Lebensinhalt — und es bleibt ein sehr wichtiger Lebensinhalt, bis nach dem letzten Atemzug der Körper keine Nahrung mehr braucht.</p>
<h4>Die Ernährung ist das Fundament</h4>
<p>Wer sich auf den spirituellen Weg begibt – den Weg der Entwicklung der Persönlichkeit, des lebenskünstlerischen Lernens, der Weisheit, des Verständnisses und der Liebe – der wird sich auch mit der Ernährung beschäftigen müssen. In der Ordnung des Yoga entspricht die Ernährung dem untersten Chakra. Das unterste ist fundamental, dort beginnt die Entwicklung. Dieses Fundament dürfen die Aufbauten der vermeintlich höheren Stufen nie außer acht lassen. Wer sich geistig, seelisch, emotional entwickeln will und dabei die Ernährung außer acht lässt, wird nicht weit kommen. Wir bleiben daran gebunden. Wir können uns von dem, was wir einatmen, trinken und essen nie ganz lösen, wie sehr wir auch versuchen, uns von Licht allein, von Bewusstsein und Liebe zu ernähren.</p>
<h4>Du sollst nicht töten</h4>
<p>Deshalb beginne mit der Achtsamkeit bei dem, was du in deinen Mund hineinschiebst: Es sollte dem Körper gut tun, mit Genuss eingenommen werden, und es sollte nicht zu viel und nicht zu wenig sein. Die alten religiösen Wege hatten Vorschriften wie etwa koscher zu essen, kein Schweinefleisch und zu bestimmten Zeiten (Ramadan) dieses nicht, dafür an anderen jenes (rituelle Speisen). Das hat historische Gründe, aber meist keinen tieferen Sinn. Außer dem ethischen Gebot, anderen empfindenden Wesen keinen Schaden zuzufügen, das heißt: nicht zu töten oder töten zu lassen, nicht zu verletzen oder weh zu tun, wo das vermieden werden kann. Das Tötungsverbot beginnt bei der Tabuisierung des Kannibalismus und anderer Arten des Mordens und hört dort auf, wo wir vermuten können, dass das getötete Wesen keine Schmerzen empfindet, wie etwa bei den Wurzelpflanzen (Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln), die wir töten müssen, um sie essen zu können.</p>
<h4>Pflücken, was die Natur hergibt</h4>
<p>Die tiefe, archaische Befriedigung des Pflückens von Früchten in der Wildnis lernt jeder kennen, der sich mal für ein paar Tage auf ein Visionquest begibt oder an einem Survival Training teilnimmt. Manchmal genügen dafür ein paar Stunden einsamer Wanderung durch wildes Gelände, wenn Hunger aufkommt oder Durst, und du hast nichts dabei, was diese Bedürfnisse stillt. Du gehst durch eine Landschaft, die niemandem gehört oder von ihrem Besitzer nicht beachtet wird, und die Bäume und Büsche geben ihre Früchte her ohne nach einer Gegenleistung zu verlangen, sie schenken sie her, sie »wollen«, dass sie gegessen werden, denn das ist das Prinzip des Lebens: den eigenen Samen weiter zu geben. Die Früchte sind ja nicht zufällig so lecker, sondern weil sie den Samen der Pflanze enthalten, der durch das Gegessenwerden weitergegeben wird. So wird das Essen zu einer Art sexuellem Akt.</p>
<p>Auch der Besitzer, Besetzer oder Pächter von Boden empfindet beim Essen von dessen Früchten noch sehr archaische Gefühle: die <em>eigene </em>Tomate, Kirsche oder Nuss zu essen. Der Bauer, der zum Landwirt geworden ist und der Käufer von Lebensmitteln im Supermarkt, sie spüren davon kaum mehr etwas: Sie sind entfremdet. Ein paar Tage draußen in der wilden Natur, sich dort hinunterbeugen zu einem  Bach, um Wasser zu trinken und Essbares zu finden in der Erde, auf der Erde, über der Erde, das kann einen auch seelisch zurückbringen zum Wesentlichen.</p>
<h4>Für die Tiere, die Menschen und die Natur</h4>
<p>Meine Entscheidung, mich nur noch vegetarisch zu ernähren, liegt 35 Jahre zurück. Es ist gesünder, es schmeckt mir besser, und es ist auch ein politisches Bekenntnis, denn eine Welt ohne Fleischindustrie bräuchte keine Urwälder mehr zu roden, die Gewässer nicht mehr mit Antibiotika zu verseuchen, die Äcker nicht mehr zu überdüngen, und es wäre dann auch genug zu essen da für uns alle. Außerdem ist der Verzicht auf das Essen von Tieren für mich ein ethisches Thema: Für meine Ernährung brauchen keine Tiere getötet zu werden. Für die normalen Fleischesser werden die Tiere nicht nur unter schrecklichen Umständen getötet, sondern sie verbringen ihr Leben auch unter Umständen, die kaum ein Fleischesser auch nur anzusehen ertragen könnte ohne in Wut zu geraten oder sich zu ekeln. Inzwischen gilt das auch für die meisten Fische, für Geflügel sowieso schon längst. Die käuflichen Fische werden heute ja überwiegend nicht mehr in der Wildnis gefangen, sondern stammen aus Fischfarmen, in denen Antibiotika eingesetzt werden, damit die Fische oder Krustentiere nicht erkranken.</p>
<h4>Verdrängung</h4>
<p>Was mir seit je ein Rätsel war, ist die geistig-seelische Spaltung, die ein Fleischesser mit sich anstellt, wenn er sagt: Ich könnte das Tier nicht töten, aber ich esse es. Die Katze dieses Tierfreundes muss zum Tierarzt schon wenn sie sich die Pfote verletzt hat. Das Schwein, das er isst, aber lebt unter Bedingungen, die nicht sieht und nicht ertragen würde, sie anzusehen. Und wenn das Vieh (so nennt man die Tiere, wenn man sie zu Fleisch– oder Milchlieferanten degradiert hat,) dann zum Schlachthof transportiert wird, kommt es noch schlimmer: Viele Tiere werden bei lebendigem Leibe gehäutet und zerlegt, die Angsthormone, die dabei ausgeschüttet werden, isst der Fleischesser mit, und allmählich, unmerklich verändern sie seine Seele.</p>
<p>Wenn ich mit Fleischessern darüber spreche, erhalte ich bizarr verdrängende Antworten. Du liebst Tiere, aber du isst sie. Aha. Einem Menschen würdest du nichts zuleide tun, sagst du, schon gar nicht ihn töten, aber einen Killer zu bestellen ist für dich in Ordnung? Dann begeht der Killer den Mord, nicht du. Und der Killer sagt: »Es gibt einen Markt für Morde, ich bediene hier nur eine vorhandene Nachfrage; würde ich den Mord nicht ausführen, täte es ein anderer, kein Mensch oder Tier wäre gerettet; der Unterschied ist nur, dass ich dann als dummer, aber ethischer guter Mensch, meinen Lebensunterhalt verloren hätte.« So die Logik der Metzger, Fleischproduzenten, Viehzüchter, Fleischviehhalter, Futtermittelhersteller, dieser ganzen Industrie, die daran hängt. Inzwischen wird sie »fleischindustrieller Komplex« genannt, ähnlich dem »militärisch-industriellen« Komplex, deren Lobby in hohem Maß die Entscheidungen unserer Politiker bestimmt.</p>
<p>Vielleicht sind wir Menschen in Sachen Tiere lieben und Fleisch essen so gespalten wie in unserer Liebe zur Natur, die wir durch unser Verhalten vernichten. Die naturliebende Delphinfreundin fliegt für einen »Schwimmen mit Delphinen« Workshop nach Hawaii. Einmal auf die andere Seite das Globus, 20 Stunden Flugzeit hin, 20 Stunden Flugzeit zurück, mit unbesteuertem Flugbenzin — unbesteuert, solange nationale Regierungen das entscheiden. Für diese lieben, natürlichen Wesen, denen die Japaner mit ihren brutalen Fangmethoden so zusetzen, fliegt sie dort hin. Dann zurück an ihren Arbeitsplatz bei einer dieser Investmentbanken in Frankfurt. Eine solche Erholung in der Natur hat sie sich in ihrem harten Job redlich verdient, an dem sie, wenn es schlimm kommt, auch noch auf Mais oder Weizen setzen muss, was die Nahrungsmittelpreise weltweit explodieren lässt, so dass es zu Hungersnöten in den armen Ländern kommt. Denn Gold und Kupfer bringen nicht mehr die nötigen Renditen, von den Öl– und Autoaktien ganz zu schweigen.</p>
<h4>Entscheidungen</h4>
<p>Auch in geistiger Hinsicht gilt, dass wir zu dem werden, womit wir uns ernähren. Die Informationen, die wir in uns aufnehmen, prägen uns. Sie gestalten nicht nur unsere Sprache und all die Phrasen und Sprichwörter, die wir im Kopf und auf den Lippen haben, sie prägen auch unser Selbstverständnis, unsere Identität – das, wofür wir uns halten.</p>
<p>In Zeiten der Infoflut ist es deshalb noch unentbehrlicher und notwendiger denn je, Entscheidungen zu treffen und sehr wählerisch zu sein, auch was unseren geistigen Input anbelangt und unseren sozialen und freundschaftlichen Umgang. Es ist erst gerade erst ein paar Generationen her, da konnten unsere Vorfahren nur unter durchschnittlich hundert Menschen auswählen, mit denen sie sich befreunden oder befeinden konnten; wir können heute zwischen Millionen auswählen. Unsere Vorfahren hatten im Winter nur das Wenige zu essen, was sie gelagert hatten, vielleicht Kohl oder Rüben oder getrocknete Äpfel und Nüsse – wir können heute im Supermarkt sogar im Winter unter mehr als hundert frischen Früchten auswählen, deren Namen wir zum Teil nicht einmal kennen, und unter Tausenden haltbar gemachter Nahrungsmittel. Wir können wählen – und wir müssen es.</p>
<h4>Spirituelle Freundschaft</h4>
<p>So ähnlich geht es uns auch mit den uns möglichen Jobs, Standorten, Ausbildungsangeboten und Freunden. <em>Kalyana Mitta</em> nannten die alten Buddhisten den Freund, der einen mit ähnlichen ethischen Werten auf dem Weg begleitet. In Zeiten der sozialen Netzwerke gewinnt die spirituelle Freundschaft noch viel größere Bedeutung als je. Freunde können uns Rat geben auf dem Weg, uns liebevoll und nachhaltig auf eigene blinde Flecken hinweisen, uns trösten, wenn mal etwas nicht klappt. Sie können uns helfen bei einer guten, aber schwer einzuhaltenden Disziplin – einer Diät, der täglichen Meditation oder dem Vorsatz vom letzten Silvester, mit dem Rauchen aufzuhören. Vielleicht kann sogar eine Zeitschrift wie diese hier, ausgewählt unter tausenden anderer Möglichkeiten der Lektüre, ein solcher Freund sein, der durchs Leben begleitet.</p>
<h4>Anders essen, für eine bessere Welt</h4>
<p>Was würde sich weltweit ändern, wenn mehr Menschen weniger Fleisch äßen? Erstmal würden weniger Tiere leiden. Wir wären gesünder. Es würden weniger Menschen hungern – zur Zeit hungert ungefähr ein Siebtel der Menschheit, eine Milliarde von den sieben Milliarden Erdbewohnern, denn zur Produktion von 1 kg Fleisch werden etwa 16 kg Getreide verbraucht. Wenn weniger Fleisch gegessen würde, könnte der Markt der Fleischindustrie keinen so großen Druck mehr ausüben auf diejenigen, die aus Not und um selbst zu überleben, sich an der Rodung der Urwälder beteiligen, wie etwa in Brasilien, Indonesien und vielen anderen Ländern. Die Erderwärmung würde verlangsamt – Rinder sind für etwa ein Drittel des weltweiten Ausstoßes an Methan verantwortlich, das als Treibhausgas um ein Vielfaches wirksamer ist als Kohlendioxid. 62 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche in Deutschland werden für Futtermittel verwendet — wie viel mehr hätten zu essen, wenn die Fläche nicht für Tiere verwendet würde, und der wirtschaftliche Druck auf die maximale Ausbeutung der Böden (Ertrag pro Hektar) wäre geringer.</p>
<p>Und der Fleischkonsum nimmt nicht etwa ab, sondern er nimmt noch zu, und zwar drastisch: Laut FAO stieg die weltweite Fleischindustrie von 1961 bis 2011 auf fast das Vierfache, in China hat er sich in dieser Zeit sogar versiebenundzwanzigfacht. Auch wenn der Fleischkonsum in der kleinen Szene der ›Bewusstseinsavantgarde‹ der Welt inzwischen sinkt, steigen die Gesamtzahlen noch immer drastisch an, denn immer mehr Menschen (in absoluten Zahlen vor allem Chinesen) können sich Fleisch leisten und haben ethisch, politisch und gesundheitlich nichts dagegen einzuwenden.</p>
<h4>Die geistige Nahrung</h4>
<p>Wissen die Fleischesser, dass ihnen und der Welt das Fleischessen nicht gut tut? Wenn ja, dann war immerhin ihre geistige Nahrung nicht die allerschlechteste. Denn nicht nur das, was wir durch unseren Mund zu uns nehmen macht uns zu den Menschen, die wir sind, sondern mindestens ebenso das, was wir durch unsere Augen und Ohren zu uns nehmen. Die Nachrichten, Meinungen und Weltbilder, die uns dabei vermittelt werden, prägen uns, und ebenso die Hoffnungen und Befürchtungen, Drohungen und Belohnungen, die wir durch diese Sinnestore in uns aufnehmen, und vor allem die Anerkennung oder Aberkennung von dem, was wir sind oder zu sein glauben.</p>
<p>Auch bei diesem geistigen Input müssen wir hoch selektiv sein, sonst werden wir krank, dumm, irre oder bösartig, denn auch geistige Nahrung kann einen Menschen vergiften oder gesunden lassen. Sogar lehren kann die geistige Nahrung, erhellen, vielleicht sogar erleuchten.</p>
<h4>Wählerisch, aber ohne strenge Zensur</h4>
<p>Kann sie das wirklich? Ich meine, dass wir auch bei der geistigen Nahrung zwar hoch selektiv sein sollten, dass wir dort aber nicht annähernd eine so strenge Zensur des Inputs brauchen wie bei der körperlichen Nahrung. Ein körperliches Gift ist imstande, einen Menschen sehr schnell gesundheitlich zu schädigen, bis hin zum schnellen Tod. Wenn das Gift in Darm und Leber eingetreten ist, wird auch das Auspumpen des Magens nicht mehr viel helfen.</p>
<p>Anders bei den geistigen Giften. Sie sind die Gegenpole der Wahrheiten und Weisheiten, wir brauchen uns nicht einmal wirklich vor ihnen zu schützen, es genügt sie als solche zu erkennen. Dann kann die Lüge gegenüber der Wahrheit, die Dummheit gegenüber der Weisheit den Bogen weit spannen zur Erkenntnis des Ganzen.</p>
<p>Wer seinen geistigen Input durch Zensur vor »zersetzenden« Gedanken oder sonstwie als böse stigmatisiertem Geistesgut glaubt schützen zu müssen, ist in Gefahr, sich damit eine Gehirnwäsche zu verpassen. Der Geist muss frei bleiben. Auch seinen Input muss er prinzipiell unzensiert aufnehmen dürfen, ohne Verbote, Scheuklappen oder Angst vor Beschmutzung. Auch im Geistigen müssen wir wählerisch sein, aber diese Wahl sollte eine sein, die eher Tendenzen gewichtet, als Ge– und Verbote auszusprechen.</p>
<h4>Aufnahme ohne Aneignung</h4>
<p>Ich esse kein Fleisch und meide, so gut ich kann Vergiftetes zu essen oder zu trinken, nehme aber täglich ausreichend viele Dummheiten, Lügen und Halbwahrheiten zu mir, ohne das Bedürfnis, sie ausfiltern zu müssen. Ich nehme sie auf, eigne sie mir aber nicht an. Sie beleben meine Wahrnehmung, meinen »Arbeitsspeicher«, werden aber nur dann auf der Festplatte abgespeichert, im Langzeitgedächtnis, wenn ich sie satirisch oder sonstwie polar verwenden kann.</p>
<p>Denn alles, was als wahr erscheint, trägt auch sein Gegenteil in sich, das es ergänzt. Keine Weisheit ist so weise, dass sie nicht in irgendeiner Situation, aus irgendeinem Blickwinkel betrachtet, eine Dummheit wäre. Das Geistige trägt das Polare in sich, was sich vom Körperlichen so nicht sagen lässt. Unser Immunsystem schätzt es zwar, gelegentlich durch Angriffe herausgefordert zu werden. Falls diesen Angriffe nicht lebensbedrohlich sind, gilt vielleicht sogar: je öfter desto besser (das Prinzip des Impfens). Es gibt jedoch körperliche Gifte, die zum sofortigen Tod führen, und es gibt essentielle Heil– und Nahrungsmittel, die für die Gesundheit unentbehrlich sind. Im Geistigen gibt es das nicht: Der klare Geist ruht in der Stille und kann auch die größten Lügen und Dummheiten in sich aufnehmen – er scheidet sie aus, ohne dass sie Spuren hinterlassen würden.</p>
<p>Zwischen dieser großen geistigen Klarheit und der völligen Unwissenheit aber liegt das Land, in dem wir Menschen uns die meiste Zeit aufhalten: der ganz normale Alltag. Dort sind wir nur halb bewusst, nur halb wissend und immer ein bisschen unentschieden. Dort spielt es eine große Rolle, was wir geistig in uns aufnehmen. Hier sollten wir hoch selektiv sein mit dem, was wir in uns reinlassen und ebenso wie beim Wasser, das wir trinken, darauf achten, aus welcher Quelle es kommt.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin Connection Spirit, <a href="http://connection.de/magazintexte/spirit/connection-spirit-0312.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 03/12</a></em></p>
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		<title>Vom Kannibalismus zum Vegetarismus</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 11:55:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Kulturelle Errungenschaften brauchen manchmal Zeit, sich durchzusetzen Vereinfacht gesagt ist der Mensch eine Art Darm, der über den Mund Dinge in sich aufnimmt und einen Teil davon über den Anus wieder ausscheidet. Wir sind Verdauungstrakte, die imstande sind, sich fortzupflanzen. Zwischen Mund und Anus wird die Nahrung verwandelt, und die ihr entzogene Energie erlaubt uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Kulturelle Errungenschaften brauchen manchmal Zeit, sich durchzusetzen</h2>
<div id="attachment_4739" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/374998_web_R_by_E.-Vogel_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4737]"><img class=" wp-image-4739 " title="Land der Dichter und Henker" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/374998_web_R_by_E.-Vogel_pixelio.de_-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: E. Vogel / pixelio.de</p></div>
<p>Vereinfacht gesagt ist der Mensch eine Art Darm, der über den Mund Dinge in sich aufnimmt und einen Teil davon über den Anus wieder ausscheidet. Wir sind Verdauungstrakte, die imstande sind, sich fortzupflanzen. Zwischen Mund und Anus wird die Nahrung verwandelt, und die ihr entzogene Energie erlaubt uns Bewegung und all das andere.</p>
<p>Habe ich das zu sehr vereinfacht? Mag sein. Die Reduktion aufs Wesentliche hat jedoch durchaus etwas für sich, denn unser Leben ist sehr kompliziert geworden – zu kompliziert. Tagein, tagaus haben wir Entscheidungen zu treffen, deren Folgen wir nicht überblicken können und für die wir nie gut genug informiert sind. Dann kommt der Tod oder sonst eine Katastrophe, und mit ihm der Schock, die meiste Zeit mit Kiki-Kram verplempert zu haben. Nun aber ist es zu spät. Deshalb: Reduziere beizeiten!</p>
<h4>Was wir aufnehmen</h4>
<p>Was wir durch den Mund in uns aufnehmen, ist wesentlich. Ebenso was wir hören, sehen und lesen. Wenn du nicht schicksalsergeben hinnehmen willst, was das Leben dir so zuspielt, musst du hier beginnen: Achte auf das, was du durch den Mund in dich aufnimmst! Ebenso wem du zuhörst, was du liest, was du siehst, welche Menschen du triffst und was du von alledem in dir behältst, denn auch der Geist muss verdauen und das Unbrauchbare wieder ausscheiden. Es gibt auch geistige Völlerei, Durchfall, Verstopfung und vor allem mangelnde Auswahl bei der Aufnahme. Geistiges FastFood (im Sinne von Junkfood) ist ebenso ungesund wie Körperliches. ComfortFood stopft, ohne nachhaltig zu trösten, und an der Makrobiotik ist immerhin das richtig: ausdauernd kauen!</p>
<h4>Die Verwandten essen?</h4>
<p>Kannibalismus erscheint uns heute als barbarischer Exzess einiger unserer Vorfahren. Wenn wir die Tiere als unsere Verwandten anerkennen, ist der Schritt vom Verzicht auf das Essen von Menschen zum Verzicht auf des Essen von Tieren jedoch kein großer mehr.</p>
<p>Jahrtausende lang war die Sklaverei unter den Hochkulturen der Menschheit ganz normal. Im perikleischen Athen, der gefeierten Wiege unserer europäischen Kultur, gab es sogar weitaus mehr Sklaven als Bürger; Platon hatte fünf Sklaven für seinen Haushalt, und auch Aristoteles verteidigte diese Praxis. Erst vor weniger als 200 Jahren begann die Kritik an der Sklaverei heftiger zu werden. Dann dauerte es keine 100 Jahre, und sie war fast überall in der Welt geächtet. Vielleicht wird auch das Essen von Tieren bald in ähnlicher Weise als Barbarei geächtet sein – es wäre ein Fortschritt in der Zivilsierung der Menschheit und ein wichtiger Schritt auf dem Weg, eine Weltbevölkerung von bald neun Milliarden Menschen ernähren zu können. Es wäre auch ein riesiger Gewinn für die Schonung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Noch immer werden Tag für Tag weit mehr als 100 Quadratkilometer an tropischem Regenwald gerodet, ein fast irreversibler Prozess der Vernichtung – er geschieht für die Fleischindustrie.</p>
<h4>Religionen als Folklore</h4>
<p>Kulturelle Errungenschaften brauchen eben manchmal Zeit, um sich durchzusetzen. Dazu gehört wohl auch die Überwindung des Fundamentalismus in den religiösen und politischen Kulturen der Welt. Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass eine von Menschen überlieferte Schrift nicht »die« Heilige Schrift sein kann? Anscheinend ja. Bis dann eines Tages, vielleicht in ein oder zwei Generationen, die Religionen nur noch als von der UNESCO zu schützendes Kulturgut gelten und nicht mehr als Autoritäten bei der Wahrheitsfindung.</p>
<p>Auch in den Gesellschaften, die sich für aufgeklärt halten, hat die Aufklärung um die Festungen der Religionen bisher einen großen Bogen gemacht. War es die Angst, dass mit dem Glauben auch die Ethik verloren ginge, was uns dabei einschüchterte? Ungläubige Menschen sind in ihrem Verhalten jedoch nicht weniger altruistisch als Gläubige. Wenn die unzähligen in der Welt praktizierten Varianten von Meditation, Gebet und Religiosität endlich ihre alten, fundamentalistischen Klamotten ablegen würden, wäre das ein weiterer großer Schritt in Richtung Zivilisation.</p>
<p>»Was halten Sie von der (westlichen) Zivilsation?«, soll Mahatma Gandhi einmal gefragt worden sein. Seine ernüchternde Antwort: »Das wäre eine gute Idee!«</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin Connection Spirit, <a href="http://www.connection.de/magazintexte/spirit/editorial-0312.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 03/12</a></em></p>
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		<title>Kleine Wege, grosse Wege</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 23:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>connection</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Getrieben von Ereignissen stellst du dir nicht die Frage: Wohin des Wegs? Denn dann treiben dich die Ereignisse, nicht du sie. Du wirst hin und hergeworfen im Dämmerlicht eines gelegentlich diffus aufscheinenden Bewusstseins und hast dabei vielleicht das Gefühl, dass hier etwas geschieht, was eigentlich nicht sein sollte. Das Steuer haben andere in der Hand, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2186.png" rel="lightbox[4557]"><img class="alignright  wp-image-4567" style="margin-left: 10px;" title="Wohin des Weges?" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2186-300x224.png" alt="" width="200" /></a>Getrieben von Ereignissen stellst du dir nicht die Frage: Wohin des Wegs? Denn dann treiben dich die Ereignisse, nicht du sie. Du wirst hin und hergeworfen im Dämmerlicht eines gelegentlich diffus aufscheinenden Bewusstseins und hast dabei vielleicht das Gefühl, dass hier etwas geschieht, was eigentlich nicht sein sollte. Das Steuer haben andere in der Hand, und die sind vielleicht selbst Getriebene von wieder anderen – von einer Navigation irgendeines Weges kann keine Rede sein. Erst wenn ein klarer werdendes Bewusstsein einsetzt, dass du dich auch anders verhalten könntest als jetzt – dass vor dir Weggabelungen liegen, wo du entweder hierhin oder dorthin gehen kannst, und dass <em>du</em> es bist, der das entscheidet, erst dann stellt sich diese Frage: Wohin des Wegs? Und dann stellt sie sich mit Dringlichkeit. Denn ist es <em>die entscheidende Frage</em> <em>überhaupt.</em></p>
<h4>Was willst du hier eigentlich?</h4>
<p>Dass wir selbst nach diesem Aufscheinen als einigermaßen selbständige, aufgeklärte, aufgeweckte, nicht mehr völlig programmgesteuerte Wesen zunächst nicht wissen wo es lang geht, ist normal. Wer das leugnet, steckt vermutlich noch viel tiefer in Programmen, die aber unbewusst sind, und zieht es vor, besser nicht zu wissen, wo es lang geht – ein Zombie, der glaubt, wach zu sein. Also erstmal zurück auf Null und zur Frage: Was willst du hier eigentlich, auf dieser Erde, in diesem Leben, in diesem Körper? Diese Frage kann einen durchaus ein paar Wochen, Monate oder Jahre lang beschäftigen, manchmal Jahrzehnte lang. Und dann die zweite: Welcher Weg führt dorthin?</p>
<h4>Weg der Wandlung</h4>
<p>Du bist nicht der erste, den diese Fragen beschäftigen, das ist schon mal tröstlich. Manche sind ihr Leben lang bei der ersten Frage geblieben und haben doch ein heiligeres, wacheres, bewussteres Leben geführt als die meisten von uns. Andere haben eine passabel befriedigende Antwort auf die erste Frage gefunden, blieben dieser Antwort viele Jahre lang treu und trafen dann Entscheidungen, was den Weg zu diesem Ziel anbelangt und blieben dann auch diesem Weg treu, mit bewundernswerter Konsequenz und Beharrlichkeit und großen Erfolgen, was ihre persönliche und charakterliche Entwicklung anbelangt. Und wandelten sich – und ihr Weg, ihre Weggefährten, ihr Progamm alias Navi mit ihnen.</p>
<h4>Der Weg löst sich auf</h4>
<p>Denn der wirkliche spirtuelle Weg führt nicht zu einem Ziel, so wie eine Wanderung oder ein sportlicher Wettlauf zum Ziel führen. Ziele erreichen nur die »kleinen Wege«, wie zum Beispiel: »Ich will im Yoga besser werden«, oder »meine Kommunikation soll gewaltfrei werden«. Diese Wege sind sehr wertvoll, man darf sie nicht verachten und sollte sie keinesfalls vernachlässigen. Aber es gibt darüber hinaus auch noch »große Wege«. Die haben die merkwürdige Eigenschaft, dass sie, wenn man sie geht, sich selbst auflösen: Du gehst und gehst und wähnst dich auf dem Weg zu einem Ziel, und unterdessen – bei manchen geschieht das plötzlich, bei anderen allmählich – merkst du, dass du dich wie auf einem Laufband bewegst. Die Landschaft zieht vorüber, aber du bleibst immer dort, wo du bist. Das Leben zieht vorüber, nur eines ändert sich nicht: dass du hier bist, jetzt. Immer ist es jetzt. Es ist nicht mehr so, dass du gehst und dich bewegst, sondern die Welt zieht an dir vorüber, die Zeit, alles. Wenn das passiert, weißt du, dass du auf einem großen Weg angekommen bist.</p>
<h4>Der Horizont</h4>
<p>Auch dann ist es noch gut und nützlich, im Yoga besser zu werden und friedliche Kommunikation zu üben. Aber das geschieht dann auf einem anderen Hintergrund. Dein Weg ist auch dann immer noch ein Weg von hier nach dort, du bewegst dich, aber nun hast du gecheckt, dass der Horizont immer dort ist, wo er schon immer war, wie weit auch immer du gegangen sein magst. Er bleibt ein Kreis um dich herum, in der Ferne – und du bist hier.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin Connection <a href="http://connection.de/magazintexte/spirit/connection-spirit-0312.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 3/12</a></em></p>
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		<title>Die Innere Kälte</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 13:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der inneren Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315.jpg" rel="lightbox[4530]"><img class="alignright  wp-image-4532" style="margin-left: 10px;" title="Die innere Kälte - (cc) Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2315-300x193.jpg" alt="" width="200" height="129" /></a>Während die Kältewelle unbarmherzig über Europa und auch unsere Schweiz hinweg rollte, machte ich mir Gedanken zu jener ‚Kälte der anderen Art‘, die mir in meiner Praxis immer wieder begegnet. Ich spreche von der <em>inneren</em> Kälte, unter der so viele Menschen zu leiden scheinen. Damit ist nicht die Kälte gemeint, die den ‚eiskalten Killer‘ im Krimi auszeichnet, sondern die Kälte, die der Betroffene empfindet, weil er nicht genug Seelenwärme bekommt. Manchmal erscheint es mir, als litte fast jeder Mensch unter einer Einsamkeit, die weder Internet-Partnerbörsen noch Facebook mildern können.</p>
<p>Wir sprechen hier vom Ur-Mangel im tiefsten Sinn: dem Gefühl der fehlenden Liebe, Zuwendung, Bewunderung, Anerkennung etc. Offenbar neigt der Mensch zu der Illusion, dass er einsam und allein auf dem Planeten Erde durch die Kälte des Universums kreist, ziellos, sinnlos, ungeliebt, unverstanden.</p>
<p>Lassen Sie uns ein wenig darüber philosophieren, wie wichtig es ist, diese schmerzliche Illusionen zu durchbrechen, um glücklich und gesund zu werden. Ich denke dabei auch an ein augenzwinkerndes ‚Spirituelles Manuskript‘, das mir vor Jahren in die Hände gelangte. Der Essay endete mit dem Satz:</p>
<p><em>„Jeder Mensch wird jederzeit begleitet, beschützt und geliebt. Alles andere ist Illusion.“</em></p>
<p>Man kann auf solche Sätze mit Skepsis reagieren oder mit Zynismus — oder sich mal überlegen, ob etwas daran sein könnte. Wissen wir es denn besser?</p>
<p>Doch lassen Sie uns eintauchen in die Thematik der Seelenkälte — bis uns allen so richtig warm ums Herz wird!</p>
<h4>Die Illusion der Einsamkeit</h4>
<p>Wenn Ärzte Krankheiten begegnen, suchen sie nach Ursachen. Logisch. Genau genommen suchen ja alle Menschen nach Ursachen, weil etwas in uns automatisch annimmt, dass die Ursache zur Lösung führen wird. Doch schon der großartige Psychiater Steve de Shazer bemerkte, dass man das Problem nicht immer kennen muss, um eine Lösung zu finden.</p>
<p>Was mich bei Krankheiten und Problemen immer wieder besonders interessiert, ist der „gemeinsame Nenner“, den man zur Gesundung eventuell nutzen könnte. Einer dieser Nenner erscheint mir besonders interessant: Fast jeder meiner Kunden empfindet sich in seiner Krankheit irgendwie allein. Abgetrennt, losgelöst, ungerecht bestraft. „Warum ich?“ fragen sie. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist: „Ich bin allein in meinem Kummer. Ich trage dieses schreckliche Schicksal allein. Es grenzt mich von allen anderen aus. Ich bin nicht mehr dabei.“</p>
<p>Das Gefühl des Allein-Dastehens verbindet die Opfer aller möglichen Krankheiten — ob psychisch oder körperlich — wie ein unsichtbares Band. Diese Erkenntnis hat wahrscheinlich zur Idee der Selbsthilfegruppe geführt. In diesen nützt den Mitgliedern nicht nur das Wissen der anderen, sondern vor allem auch die Erkenntnis: „Ich bin nicht allein mit meinem Problem!“ Diese Erkenntnis tut gut, auch wenn sie logisch betrachtet auch nicht zur Lösung beiträgt. Aber wo ist der Mensch schon logisch?</p>
<p>Hier beginnt jedoch in meinen Augen ein wichtiger Faktor des Heilungsprozesses: Der Betroffene sollte erkennen, dass er erstens nur einer von unzähligen Betroffenen einer bestimmten Situation ist, und zweitens viele seiner Schicksalsgenossen täglich beweisen, dass es einen möglichen Ausweg gibt. Einen <em>inneren</em> oder einen <em>äußeren</em>.</p>
<p>Die meisten Menschen sehen nur den äußeren. Und hier liegt die Wurzel des ‚Sackgassen-Syndroms‘ — jenes schrecklichen Gefühls, dass ‚es einfach nicht mehr weitergeht‘. Dabei braucht man sich bloß einmal umzudrehen. Den Blickwinkel zu ändern.</p>
<p>Bereit dafür?</p>
<h4>Die Illusion des Unlösbaren</h4>
<p>Wie oben erwähnt, ist das Gefühl, einsam und hilflos in einer ausweglosen Situation zu stecken oft überwältigend. So überwältigend, dass man dabei völlig vergisst, dass es keine wirklichen Probleme gibt, sondern nur <em>Situationen</em>. Diese sind neutral. <em>Wir</em> allein geben ihnen ihren emotionalen Wert!</p>
<p>Denken wir zum Beispiel an Stephen Hawking — den genialen Astrophysiker, der seit Jahrzehnten völlig gelähmt und sprachunfähig im Rollstuhl sitzt und (theoretisch) schon längst tot sein müsste. Stephen Hawking ist allem Anschein nach – trotz seines ‚schrecklichen Schicksals’ – ein glücklicher, aktiver Mensch! Er ist das lebendige Beispiel, dass es in unserem Leben nie die <em>Situation</em> ist, die uns Leid bringt, sondern unsere <em>Einstellung</em> dazu.</p>
<p>Sobald der Mensch leidet, vergisst er meistens sehr schnell, dass es stets <em>zwei</em> Wege gibt: Die Lösung im Innen — oder die Lösung im Außen. Doch warum laufen wir wie die Halbblinden immer wieder gegen dieselbe Wand? Weil unser Ego die Lösung ‚im Innen’ als unattraktiv taxiert und unseren Blick deshalb stur auf die ‚echte Lösung’, sprich, die Lösung im Außen richtet. Und schon sitzen wir in der Falle.</p>
<p>Wenn ich einsam bin, kann ich entweder in die Welt hinaus und neue Freunde, eine Partnerin, einen Ehemann suchen — oder ich lerne, die Einsamkeit als bereichernden Zustand zu erleben. Mal ehrlich: klingt das für Sie nach einer echten Alternative? Falls nicht, dann hat soeben Ihr Ego wieder zugeschlagen!</p>
<p>Einige Leser mögen jetzt sagen: „Ja, wenn‘s mit der Lösung im Innen doch so einfach wäre!“</p>
<p>Moment mal: es hat nie jemand behauptet, das Leben wäre einfach! Es steht auch nirgends geschrieben, dass es einfach sein <em>soll!</em> Das Leben ist eine Kunst, die gelernt werden will. Manchmal geht‘s um den Kampf. Manchmal um die Akzeptanz — so wie im altbekannten Gelassenheitsgebet so treffend beschrieben:</p>
<blockquote><p><strong><em>„Herr, gib mir die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheit" rel="external nofollow"><strong><em>Gelassenheit</em></strong></a><strong><em>, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mut_(Tugend)" rel="external nofollow"><strong><em>Mut</em></strong></a><strong><em>, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die </em></strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit" rel="external nofollow"><strong><em>Weisheit</em></strong></a><strong><em>, das eine vom anderen zu unterscheiden!“</em></strong></p></blockquote>
<p>Der beste Moment, diese Weisheit zu beherzigen, ist wie immer — jetzt!</p>
<p>Der Winter ist nicht einfach nur eine ‚kalte Jahreszeit’. Wie schon die alten Chinesen so weise beobachteten, können wir lernen, mit der Natur in Harmonie die verschiedenen Lebensphasen zu durchleben. Im Winter zieht sich alles zurück. Viele Tiere halten Winterschlaf, die körperliche Aktivität wird gedrosselt, und in der Stille unter der Schneedecke ergibt sich Raum, um nachzudenken. Im Winter können wir uns die Zeit nehmen, zu erkennen, welche Probleme wir im Außen und welche im Innen lösen sollten — und packen sie im Frühling, wenn die Sonne uns neue Kraft schenkt, mit Mut und Tatkraft an!</p>
<h4>Blick aus dem Universum</h4>
<p>Eine kleine mentale Hilfe ist die „Reise ins Universum“. Nehmen wir an, Sie haben ein Problem, ein seelisches oder körperliches. Sie sind verzweifelt, finden keine Lösung, sind überzeugt, der ärmste, vom Schicksal am meisten gebeutelte Mensch zu sein.</p>
<p>Schließen Sie die Augen. Schweben Sie im Geist zwei Meter über sich selbst und betrachten Sie sich in Ihrem Leid. Fühlen Sie, wie es etwas weniger weh tut, wenn man (mental) Distanz gewinnt. Nun schweben Sie noch höher, 100 Meter über sich selbst und tun das Gleiche. Sieh an — Sie und Ihre Probleme sind schon ziemlich geschrumpft! Und nun geniessen Sie eine wunderbar schwerelose Reise ins Universum. Irgendwann sehen Sie unsere Erde als kleinen blauen Punkt. Sie wissen, dass es auf diesem blauen Punkt ein paar Milliarden Mikroben (Menschen) gibt, von denen Sie eine sind. Nur eine. Sie sind nicht einmal mehr sichtbar! Und Sie machen sich bewusst, dass diese Mensch-Mikroben, über die vier Milliarden Jahre Erdenzeit gesehen, nur eine knappe Hundertstelsekunde auf diesem blauen Punkt existieren.</p>
<p>Fühlen Sie bewusst, wie unbeschreiblich unwichtig und kurzlebig wir — vom Universum aus gesehen — sind. Reden Sie sich einmal ganz fest ein, dass nur Ihr Bewusstsein unendlich und ewig ist. Denn vielleicht stimmt es sogar dann, wenn Sie es nicht glauben.</p>
<p>Und nun werfen Sie nochmals einen Blick auf Ihr Problem. Fühlen Sie, wie unendlich klein und unwichtig es eigentlich ist — auch wenn Sie da unten auf der Erde das Gefühl hatten, es sei das Ende der Welt!</p>
<p>Wiederholen Sie diese Übung täglich beim Zähneputzen, und in einer Woche geht es Ihnen besser. Und ganz allmählich schmeckt Ihr Problem nach dem, was es immer schon war: nach einer Situation. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Die innere Ruhe, die mit dieser gefühlten Erkenntnis eintritt, erlaubt uns in der Folge, uns um die konkreten Veränderungsmöglichkeiten zu kümmern – Hypnose, EFT, EMDR, Meditation, systemisches Aufstellen, um nur einige zu nennen – um auch die innerlichen ‚Rest-Probleme’ aufzulösen.</p>
<p>Das Leben ist eine Reise, die wie alle anderen Reisen Schritt für Schritt abläuft. Soeben haben Sie einen weiteren Schritt getan!</p>
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		<title>Atme tief das leben ein</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 10:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehr Erwachtheit durch bewusstes Atmen Unser Atem ist die wichtigste Quelle lebensspendender Nährstoffe, erst danach kommen Wasser und feste Nahrungsmittel. Ohne Atmung und der wichtigen Sauerstoffzufuhr würden wir innerhalb von wenigen Minuten unser Leben aushauchen, falls wir dann noch die Kraft dazu haben. Die Atmung passiert bei den meisten Menschen mehr oder weniger unbewusst. Weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2273.jpg" rel="lightbox[4515]"><img class="alignright  wp-image-4516" title="Weisse Weite" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/IMG_2273-300x224.jpg" alt="" width="200" /></a>Mehr Erwachtheit durch bewusstes Atmen</h2>
<p>Unser Atem ist die wichtigste Quelle lebensspendender Nährstoffe, erst danach kommen Wasser und feste Nahrungsmittel. Ohne Atmung und der wichtigen Sauerstoffzufuhr würden wir innerhalb von wenigen Minuten unser Leben aushauchen, falls wir dann noch die Kraft dazu haben.</p>
<p>Die Atmung passiert bei den meisten Menschen mehr oder weniger unbewusst. Weil die Luftzufuhr durch die Lunge so essenziell ist holt sich der Körper automatisch die Mindestmenge an Sauerstoff, die er zum Überleben braucht. Wir merken das oft, wenn wir laufen und die Atmung schneller wird oder wenn wir gähnen, weil das Gehirn zu wenig Sauerstoff hat.</p>
<p>Obwohl dies ein automatischer Vorgang ist, können wir diesen bewusst steuern, da die Atemmuskulatur, wie alle anderen Skelettmuskeln quergestreift ist und somit willkürlich kontrolliert werden kann. Mediziner nutzen dies manchmal als Therapie für die Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens der Patienten, Sportler zur Leistungssteigerung und speziell ausgebildete Atemtherapeuten benutzen verschiede Atemtechniken um den Klienten etwa in veränderte Bewusstseinszustände zu versetzen.</p>
<h4>Im Hier und Jetzt</h4>
<p>Für mich ist bewusstes Atmen ein wichtiger Bestandteil meiner Integralen Lebenspraxis geworden. Mehr noch als die 3-Teil-Atmung aus dem Yoga, benutze ich vertiefte Ein– und Ausatmung durch die Nase um mich mit meiner Umwelt bewusster zu verbinden. Ist meine Aufmerksamkeit bei meiner Atmung, bin ich immer im Hier und Jetzt, ganz präsent und kann das Geschehen in mir und um mich herum aus einer erweiterten Perspektive wahrnehmen. Jeder Atemzug passier genau jetzt und kann nicht vorausgedacht oder wiederholt werden. Alles was geschieht nehme ich in seiner Soheit wahr und kann es einfach geschehen lassen oder darauf gezielter reagieren.</p>
<p>In manchen Situationen, wenn wir aus der Fassung gebracht werden und die Aufmerksamkeit auf anderes als auf unserer Atmung liegt, dann kann es schon mal passieren, dass die Reaktion nicht so ist, wie wir es uns tief im Inneren wünschen. Wir ärgern uns darüber oder müssen uns dafür sogar entschuldigen. Dies einfach wahrzunehmen und als Lektion auf dem Weg zu erkennen, ist eine gute Übung und macht uns den Wert der bewussten Atmung ersichtlich.</p>
<h4>Synchronisierte Innen– und Aussenwelt</h4>
<p>Die Atmung zu beobachten kann wirklich in jeder Situation unterstützen; bei einer Wanderung auf den Berg um die Schrittgeschwindigkeit an die Atmung anzupassen und nicht so schnell aus der Puste zu kommen, bei einem Vorstellungsgespräch um ruhig und locker zu bleiben, beim Umarmen eines geliebten Menschen um den anderen besser wahrnehmen und spüren zu können, u.v.m.. Egal was ich mache, bin ich bei meiner Atmung, bin ich bei mir, bin ich im Jetzt, bin ich in der Welt und somit auch mit dem Äusseren und dem Gegenüber verbunden. Jeder Mensch in meiner Nähe nimmt diese innere Ruhe bewusst oder unbewusst wahr und nach einer Weile synchronisiert sich meine Um– mit meiner Innenwelt.</p>
<p>Doch nicht nur das, auch meine Wahrnehmung erweitert sich, wenn ich die Dinge sehe wie sie sind. Komplexe Abläufe in meinem Leben werden nicht mehr als schwierig oder kompliziert empfunden und mehr Lösungen und Wege zeichnen sich in diesem Moment ab. Weil ich nicht mehr unwillkürlich reagiere, kann ich frei entscheiden welchen Weg ich gehen möchte. Ich erkenne mehr Wegweiser und Gelegenheiten den Verlauf des Lebens mitzubestimmen. Das Leben läuft dann nicht mehr an mir vorbei, ich bin mitten im Leben und kann jeden Augenblick geniessen.</p>
<p>Ich erkenne, dass der Atem mir nicht nur den zum Überleben notwendigen Sauerstoff gibt, sondern atme auch das Licht der Sonne und deren vitalisierende Energie ein. Das Licht strahlt in jede Zelle meines Körpers und macht mich voll und ganz.</p>
<p><em>Erstmals erschienen im Blog von <a href="http://integralhero.com/atme-tief-das-leben-ein/" target="_blank" rel="external nofollow">Integral Hero</a></em></p>
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		<title>Wir sind das Echo des Urknalls</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/29/wir-sind-das-echo-des-urknalls/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Tage über Silvester verbrachte ich wie schon die letzten zwei Jahre in Kalifornien beim Integral Spiritual Experience, einem Seminar veranstaltet von Integral Life, wo spirituelle Lehrer aus verschiedensten Traditionen sich jeweils einem Jahresthema annehmen, und man dieses in Vorträgen und Workshops zusammen bearbeiten kann. Das Thema in diesem Jahr war Kosmische Kreativität, womit nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4393" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ad525d04a47f_s.jpg" rel="lightbox[4391]"><img class=" wp-image-4393 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ad525d04a47f_s-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Gummis © efferr</p></div>
<p><em>Die Tage über Silvester verbrachte ich wie schon die letzten zwei Jahre in Kalifornien beim Integral Spiritual Experience, einem Seminar veranstaltet von Integral Life, wo spirituelle Lehrer aus verschiedensten Traditionen sich jeweils einem Jahresthema annehmen, und man dieses in Vorträgen und Workshops zusammen bearbeiten kann. Das Thema in diesem Jahr war Kosmische Kreativität, womit nichts weniger als der kreative Impuls gemeint ist, der die Evolution in Bewegung hält.</em></p>
<p>In einer Zeit wo sich eine immer grösser werdende Gruppe von Menschen die Frage stellt, welche Aufgabe wir Menschen hier auf der Erde haben, werden sich diese Menschen der eigenen Evolution immer mehr bewusst. Die Kraft, die vor 13,7 Milliarden Jahren den Urknall ausgelöst hat, diese Kraft wirkt weiter durch uns alle, in jedem Moment.</p>
<h4>Die Komplexität aus dem Nichts</h4>
<p>Der Urknall als erster kreativer Akt überhaupt, die Entstehung der Planeten, der Flora und die Evolution der Lebewesen vom Einzeller zu solch komplexen Spezien wie dem Mensch, das alles ist Kreativität pur. Doch was treibt diese Entwicklung nach mehr und mehr Komplexität an? Welche Macht lässt hier ihrer Kreativität freien Lauf und bringt immer wieder Neues zum Vorschein?</p>
<p>Nehmen wir als Beispiel das Bild eines Gummibandes, das auseinander gezogen wird, bis zum letzt möglichen Punkt der Spannung. Dadurch wird eine Kraft des Rückzugs erzeugt, die dem Gummiband innewohnt. Es ist die innewohnende Kreativität im Kern aller Phänomene, die immer wieder Neues hervorbringt. Die Traditionen gaben dieser Kraft viele Namen, etwa Eros, Liebe, oder einfach Selbstorganisation.</p>
<h4>Die Evolution wird sich selbst bewusst</h4>
<p>Derzeit können wir in vielen Bereichen beobachten, wie sich diese kreative Kraft seiner Selbst bewusst wird und sich immer mehr verdichtet. Neue Ideen für die Veränderung der Welt sprudeln nur so hervor und alte Konzepte haben keinen Halt mehr. Dieses <em>Neue Bewusstsein</em> ist nichts anderes als die Selbstorganisation aus einem angespannten Zustand der Welt.</p>
<p>Einige Menschen haben noch nicht das Vertrauen in dieses sich selbst organisierende System und halten an der Spannung fest, sie wollen ihren Status Quo nicht aufgeben, weil sie Angst haben dadurch etwas zu verlieren. Dies blockiert jedoch nur ihre eigene natürliche Kreativität. Eine wachsende Gruppe von Menschen hat dieses Vertrauen und auch wenn sich die Ideen jedes Einzelnen oft sehr von den anderen unterscheidet, ist die Dialogbereitschaft und die Offenheit für die kreativen Impulse Anderer da.</p>
<h4>Spirit in Action</h4>
<p>Wir <em>Bewussten</em> Menschen können uns bewusst mit dieser kreativen Kraft verbinden und unsere Handlungen dadurch inspirieren lassen. In stillen Momenten, wenn wir ganz tief in uns hinein lauschen, werden diese kreativen Impulse erweckt und wir können danach in die Welt hinaus gehen und die gewonnenen Ideen in die Tat umsetzen. Wir sind gefragt uns dieser Kraft zu öffnen und sie durch uns wirken zu lassen.</p>
<p>Wie sich dieser kreative Impuls bei jedem Einzelnen ausdrückt ist so individuell wie es Menschen auf der Erde gibt. Die Wahre Natur in uns, das was schon vor dem Urknall Ich war, wird durch unzählige Schichten überlagert, die bei jedem Menschen anders sind. Schichten aus alten Leben, durch Eindrücke im Mutterleib, aus der elterlichen Erziehung, aus der Schulbildung, aus kulturellen und gesellschaftlichen Normen und vieles mehr. Dies macht jeden Menschen so einzigartig und gleichzeitig so kostbar und wertvoll für diese Welt. Jeder Mensch kann der Welt sein einzigartiges Geschenk geben.</p>
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		<title>Lust auf Heldentum?</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 14:03:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yves Patak</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Yves E. Patak]]></category>

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		<description><![CDATA[Lassen Sie uns heute über Helden reden! Um dorthin zu kommen, erlauben Sie mir einen kleinen einleitenden Umweg. Wenn ich mir die Magazine in einem größeren Kiosk betrachte, komme ich immer wieder ins Staunen. Da berichten doch sage und schreibe Hunderte von Zeitschriften tagtäglich über die gleichen Themen: Wer ist die Schönste im Land (mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4299" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4b2e4a7e90c0c_s.jpg" rel="lightbox[4296]"><img class=" wp-image-4299 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4b2e4a7e90c0c_s-300x176.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Flügelwesen! © Daniel Werner</p></div>
<p>Lassen Sie uns heute über Helden reden! Um dorthin zu kommen, erlauben Sie mir einen kleinen einleitenden Umweg.</p>
<p>Wenn ich mir die Magazine in einem größeren Kiosk betrachte, komme ich immer wieder ins Staunen. Da berichten doch sage und schreibe Hunderte von Zeitschriften tagtäglich über die gleichen Themen: Wer ist die Schönste im Land (mit oder ohne Botox), wer hat mit wem eine Affäre und wem schlägt dies auf den Magen, welche Pille macht ‚natürlich und ganzheitlich‘ (und ohne jeden Aufwand) gesund, welches Auto macht den Mann noch männlicher, welche Klamotten die Frau noch unwiderstehlicher. Ergänzend informieren uns die Medien freundlicherweise darüber, wo gerade eine Katastrophe stattfindet und wie viele Menschen dabei den Tod finden.</p>
<p>Die Interessen der Menschen sind, wie es scheint, ziemlich beschränkt. Wir haben offenbar nichts dagegen, wenn uns derselbe Fraß in tausend Mikrowellengeräten neu aufgewärmt wird.</p>
<p>Da juckt es mich doch immer wieder unter den Fingernägeln, diese ‚Lieblingsthemen‘ der Menschheit mit der Fackel der Erkenntnis zu beleuchten. Was steckt <em>hinter</em> dem Wunsch nach Schönheit, Berühmtheit, Prestige, Gesundheit und dem Wissen, dass es anderen schlechter geht als uns?</p>
<p>Jetzt wird‘s spannend! Dahinter steckt nämlich immer nur die Sehnsucht nach einem ganz bestimmten <em>Gefühl</em>. Nach dem Gefühl, geliebt zu sein. In Sicherheit zu sein. Am Leben zu sein. Die Paparazzi-Fotos und Regenbogenpresse-Artikel dienen dazu, dieses Gefühl in unserer rechten Hirnhälfte auszulösen — genau wie eine Droge dies tut. Dass wir hier von einer Sucht sprechen, lässt sich an den Auflagen besagter Magazine ablesen.</p>
<p>Seien wir ehrlich: wir möchten <em>HELDEN</em> sein! Cool, stark, beliebt, begehrt, unsterblich. Das Problem scheint nur, dass wir ein ziemlich verzerrtes, klischee-beladenes Bild des Helden haben. Tatsächlich schlummert in jedem von uns ein ‚Held‘ — wir brauchen bloß aufzuhören, diesen Helden mit dem ‚ganz normalen Wahnsinn‘ des heutigen Lebens zu narkotisieren!</p>
<p>Hören wir also auf, unsere Heldenfantasien auf andere zu projizieren — und leben diese Rolle selber, Als <em>Helden des Alltags!</em></p>
<p>Lassen Sie sich in den folgenden Artikeln einmal mehr die Augen öffnen. Denn die Reise des Helden beginnt jetzt…</p>
<h4>From Zero to Hero</h4>
<p>Wenn ich nicht gerade schreibe, besteht mein Alltag daraus, Menschen zu helfen, ihren roten Faden zu finden und seelischen Müll auf den Komposthaufen zu werfen. Warum gefällt mir das? Weil diese Tätigkeit meine eigene Entwicklung widerspiegelt. „Wie oben, so unten“, sprach schon der mystische Hermes Trismegistos. Wie innen, so außen kann man ergänzen. Was ich innerlich für Quantensprünge mache ermöglicht mir, das Gelernte meinen KlientInnen weiterzugeben. Ob etwas nichts als ein Kalenderspruch oder eine tiefe Weisheit ist entscheidet sich dadurch, ob jemand die Botschaft wirklich verinnerlicht hat — und sie auch lebt.</p>
<p>Ich sehe mich heute in der privilegierten Position, dass ich genau das tue, was ich mir wünschte: Als ganzheitlicher Lebensberater und Autor verbringe ich meine Lebensstunden damit, das zu tun, was Spaß macht, was ‚fließt‘. Und genau dieses Lebensgefühl versuche ich, in jenen Menschen zu wecken, die zwischendurch die (oben erwähnten) Magazine weglegen, den Fernseher ausschalten und sich überlegen, ob sie nicht der Held ihres eigenen Lebens sein wollen, statt nur davon zu träumen. Denn hier liegt die Grenze zwischen Macht und Ohnmacht. <em>Hier</em> stellen wir die Weiche zwischen Opferrolle und Heldentum.</p>
<p>Was ist denn ein Held? Ein Superman mit übernatürlichen Kräften? Jemand, der Präsident wird? Im Krieg mehr Menschen niedermetzelt als seine Mitstreiter? Nein. Der wahre Held ist derjenige, der sich aktiv aus seiner (Opfer-)Rolle hinausentwickelt, hinaus-kämpft. Und das, liebe Leserinnen und Leser, kann jeder. Wenn er sich aktiv dazu entscheidet. <em>From Zero to Hero,</em> wie die Amerikaner so schön sagen.</p>
<p>Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist ein Teil Ihrer selbst aufmerksam und wissbegierig. Wer möchte denn schon kein Held sein? Klar: diejenigen, die schon aufgegeben haben. Falls diese Menschen sich in meine Praxis verirren, haben sie Pech: als Starthilfe gebe ich diesen Opfer-Muffeln ganz gerne einen Tritt in den Hintern, bevor wir uns um die eigentliche Entwicklung kümmern. Konsumhaltung ist out. Entwicklung ist eine <em>aktive</em> Sache! Selbst die Raupe im Kokon entwickelt sich aktiv zum Schmetterling.</p>
<p>Damit wären wir bei der wohl treffendsten Eigenschaft des Helden: er ist <em>aktiv</em>. Haben Sie jemals einen Roman gelesen, einen Film gesehen, in dem der Held passiv alles erduldet, nichts tut bis zum bitteren Ende? Sicher nicht. Selbst der Anti-Held in Komödien wächst schließlich über sich selbst hinaus, indem er etwas tut.</p>
<p>Eine allein erziehende Mutter mit drei Kindern und einem Job ist per se eine Heldin. Sie ist gezwungenermaßen aktiv. Sobald sie sich in die Passivität fallen lässt, geht ihr Schiff mit Mann und Maus (und den drei Kindern) unter.</p>
<p>Aktivität muss nicht körperlich sein. Einer meiner persönlichen Helden zum Beispiel ist Stephen Hawking. Der weltberühmte Astrophysiker, heute 69jährig, ist ein schwerst behinderter Mann. Eigentlich müsste er aufgrund seiner unheilbaren Krankheit (ALS) seit über vierzig Jahren tot sein. Seit 1968 ist er an den Rollstuhl gebunden, seit 1985 kann er nur noch über einen Sprachcomputer (den er mit der Pupille steuert) kommunizieren. Obwohl er körperlich komplett bewegungsunfähig ist, gibt es für ihn scheinbar keine Grenzen. An seinem 60. Geburtstag machte er einen Ausflug mit einem Heißluftballon, er unternahm ausgedehnte Reisen nach Israel und China und hat 2007 sogar ein paar Runden in absoluter Schwerelosigkeit im Kennedy Space Center verbracht.</p>
<p>Fazit: im Geist ist dieser Mann so aktiv, dass er dort ganze Universen aus der Wiege hebt. Und — Wunder aller Wunder — er scheint glücklich zu sein!</p>
<p>Heldentum beginnt mit einfachen Sätzen. Banalen Prinzipien.</p>
<p><em>„Der Glaube kann Berge versetzen.“</em></p>
<p><em>„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“</em></p>
<p><em>„Yes, we can!“</em></p>
<p>Die Kunst des glücklichen und erfüllten Lebens ist es, der ständig meckernden, unkenden, miesepetrigen linken Hirnhälfte mal „Stop!“ zuzurufen — und einen Blick auf diejenigen Helden zu werfen, die über sich selbst hinausgewachsen sind. Diese Helden stehen nicht einfach blöd herum, um die Geschichtsbücher zu schmücken: diese Helden wollen uns etwas sagen, uns <em>wachrütteln!</em></p>
<p>Schwer zu glauben, aber in jedem von uns steckt ein Münchhausen, der sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf herausziehen kann.</p>
<h4>Bereit für etwas Hühnerhaut?</h4>
<blockquote><p>»Vor der Diagnose meiner Krankheit hat mich das Leben ziemlich gelangweilt.  Alles schien mir sinnlos.  Doch seit der Verkündung meiner Diagnose,  die ein Todesurteil darstellte, erkannte ich plötzlich,  dass es viele lohnenswerte Dinge gab, die ich tun konnte,  wenn ich weiterleben würde«.</p>
<p>(Stephen Hawking)</p></blockquote>
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		<title>Leiden schafft</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/12/26/leiden-schafft/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 04:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Integral Hero]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem war ich zur Weihnachtsfeier der Villa Unspunnen eingeladen und sass dort beim Dinner neben Annette Kaiser, die spirituelle Leiterin dieses Ortes der Stille und Begegnung. Sie fragte mich einiges über mein Leben und irgendwann kam die Frage, welche Leidenschaften ich denn hätte. Als ich die Frage hörte musste ich erst stutzen und dachte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Antwort_auf_die_Frage_des_Lebens.jpg" rel="lightbox[4203]"><img class="alignright  wp-image-4205" style="margin-left: 10px;" title="Antwort auf die Frage des Lebens, Foto: Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Antwort_auf_die_Frage_des_Lebens-300x169.jpg" alt="" width="200" /></a>Vor kurzem war ich zur Weihnachtsfeier der Villa Unspunnen eingeladen und sass dort beim Dinner neben Annette Kaiser, die spirituelle Leiterin dieses Ortes der Stille und Begegnung. Sie fragte mich einiges über mein Leben und irgendwann kam die Frage, welche Leidenschaften ich denn hätte.</p>
<p>Als ich die Frage hörte musste ich erst stutzen und dachte in diesem Moment, was in meinem Leben mir Leiden schafft, obwohl die Frage natürlich anders gemeint war. Wieso ist solch ein Wort, das eigentlich auf etwas Freudvolles hinweist mit einem solch schmerzvollen Unterton verbunden? Und muss Leiden schmerzhaft sein?</p>
<p>Aus Leiden kann viel kreative Energie entstehen. Viele Errungenschaften und Erfindungen entstammen den Leiden der Erfinder oder ihrer Mitmenschen. Wenn ich mit etwas in meinem Leben unzufrieden bin, dann bringe ich ab einem bestimmten Level des Leidensdrucks die Energie auf, diesen Missstand zu verändern. Aus Krisen gehen wir gestärkt hervor, wenn einmal der richtige Lösungsweg gefunden wurde. Leiden schafft also Entwicklung.</p>
<h4>Aus Liebe zum Leiden</h4>
<p>Leiden ist immer und überall. Schon Buddha’s erste der Vier Edlen Wahrheiten war: Es gibt Leid. Schon die Geburt, was ja für die meisten Menschen ein freudiges Ereignis ist, bringt Leid hervor. Einerseits für die Mutter, die für einige Stunden die grossen Schmerzen aushalten muss, wie auch für das Neugeborene, das durch den engen Geburtskanal hindurch muss und und dessen Körper stark zusammengepresst wird. Wir wissen dies, und doch gehen wir diese Herausforderung ein, weil wir einerseits auf die biologische Fortpflanzung angewiesen sind und andererseits es einfach schön ist, ein neues Menschenkind beim Aufwachsen zu beobachten.</p>
<p>Wir begeben uns freiwillig in Momente des Leidens, wenn wir z.B. Sport treiben oder uns beruflichen Herausforderungen stellen. Nicht immer macht es grosse Freude einen Vortrag vor einer Ansammlung von Menschen zu halten, oder 8 Stunden im Büro zu sitzen um sich das Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.</p>
<p>Machen wir mal etwas wirklich aus Leidenschaft, mit vollem Eifer, aus Liebe zu uns selbst oder zu anderen, spüren wir zwar nicht das Leiden in diesem Schaffen, und doch gibt es auch hier manchmal jemand der dabei oder daran keine Freude hat. Zum Beispiel schreibe ich diesen Beitrag, weil ich Freude daran habe und es mir wichtig ist, meine Gedanken in die Welt zu bringen. Gleichzeitig nimmst du als LeserIn dir die Zeit dies zu lesen und hast daran Freude, oder auch nicht. Sicher gibt es Menschen, die meine Worte als Stumpfsinn bezeichnen werden und sich danach ärgern diesen Text jemals gelesen zu haben. Ich habe ihnen ihre Zeit geraubt und Leiden geschaffen. Bitte verzeih, falls dem so wäre!</p>
<h4>Leidenschaft aus Passion</h4>
<p>In manchen Sprachen wird das deutsche Wort Leidenschaft mit <em>Passion</em> übersetzt, womit im Deutschen auch der Leidensweg Christi bezeichnet wird. Auch hier steht wieder der Bezug zu Leiden und Schmerzen. Wir können aber auch etwas aus Passion tun; leidenschaftlich gerne Gitarre spielen, aus Passion Autofahren, leidenschaftlich lieben. Hier ist wahre Freude und Glück im Spiel.</p>
<p>Was bringt mich jedoch dazu, etwa einen anderen Menschen leidenschaftlich zu lieben? Hat meine Geliebte Freude daran von mir so leidenschaftlich geliebt zu werden? Auch wenn diese Liebe und Leidenschaft beiderseitig ist, leidet vielleicht jemand anderer daran? Was passiert, wenn dieser geliebte Mensch auf einmal nicht mehr da ist? Leide ich dann?</p>
<p>Mir ist wichtig, dass ich bei allem, das ich aus Leidenschaft mache, auch die Seite sehe, wo ich eventuell Leiden schaffe. Die Sicht auch auf die andere Seite der Münze zu haben, die eigene Perspektive auf die Welt zu erweitern und sich in andere Menschen einfühlen, kann viel Leiden verhindern.</p>
<p>Das gilt für die Liebe, genauso wie für das Autofahren, wenn ich beim Schnellfahren mehr Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer nehme. Oder im Beruf, wenn ich auf meinen Erfolg fokussiert bin, dann sollte ich hier auch darauf achten, dass niemand anderer dabei zu Schaden kommt, sein ganzes Geld oder seinen Job verliert.</p>
<h4>Leid abschaffen</h4>
<p>Buddhas zweite Edle Wahrheit lautet: Leid hat eine Ursache. Klar. Die dritte Edle Wahrheit besagt, dass es ein Ende des Leids gibt. In der Vierten sagt Buddha, dass es einen Weg zum Ende des Leids gibt.</p>
<p>Wenn ich also Leid erkenne, dann sehe ich im besten Fall auch die Ursache und dadurch vielleicht schon den Weg, um das Leid zu beenden. Ich muss jedoch eine Leidenschaft dafür aufbringen, Leiden und die Ursachen dahinter sehen zu wollen und zu können, um dann über das Ende und den Weg zum Ende kontemplieren zu können. Und das Ende des Leids bedeutet nicht gleichweg die Auflösung der Ursache für das Leid.</p>
<p>Wichtig ist also Freude am Leid zu entwickeln um Leid aufzuspüren und zu beenden, und mir jeweils bewusst sein, ob ich bei Lösungsfindung nicht auch wieder Leid verursache. Klingt kompliziert, muss es aber nicht sein, wenn ich mir der vielen Leidens– und Lösungswege ständig bewusst bin.</p>
<h4>Kreativer Funke aus der Leidenschaft</h4>
<p>Diese Bewusstheit schaffe ich durch die Leidenschaft zur Entwicklung. Das passionierte Schaffen einer neuen Realität, die sich in jedem Moment neu bildet. Nichts ist gegeben, alles erfindet sich in jedem Augenblick neu. So wie diese Sätze sich in dem Moment bilden in denen sie geschrieben werden.</p>
<p>Bin ich ganz bei mir, voll bewusst, dann nehme ich diesen Augenblick in seiner vollen Schönheit und Fülle wahr. Gebe ich mich dieser Fülle hin und lasse mich von der Liebe durchfluten, die aus und in diesem Gewahrsein entsteht, dann entsteht in mir die Leidenschaft, für das was ich in diesem Moment mache, sei es das Schreiben eines Textes, das Berühren meiner Geliebten oder das Bügeln meiner Hemden.</p>
<p>Wenn mich wieder jemand fragen sollte, was meine Leidenschaften sind, dann kann ich getrost darauf antworten, dass das Leiden meine Leidenschaft ist, wie auch Entwicklung und Bewusstheit. Hätte ich nie in meinem Leben gelitten, hätte ich mich nie zu dem entwickelt, was ich jetzt bin. Ich wäre mir meiner Entwicklung wohl nie bewusst geworden. Leiden schafft Leidenschaft.</p>
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		<title>Konzentration</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/12/12/konzentration/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 13:26:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Amarque</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Hinduismus]]></category>
		<category><![CDATA[Integral/Evolutionär]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Spirit]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Amarque]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sprechen normalerweise von ‚Konzentration‘, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und Geistestätigkeit auf eine bestimmte Sache richten. Obwohl uns im Alltag so ein Verständnis durchaus in der Kommunikation hilft, um uns zu verständigen, zeigen sich viele Wunder, wenn man, wie überall sonst auch, ein wenig tiefer in die Sache eintaucht. Ich möchte hier in literarischer Form [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4037" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/dreamstime_xs_20873098.jpg" rel="lightbox[4022]"><img class="size-thumbnail wp-image-4037" title="Konzentration" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/dreamstime_xs_20873098-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Woodooart | Dreamstime.com</p></div>
<p>Wir sprechen normalerweise von ‚Konzentration‘, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und Geistestätigkeit auf eine bestimmte Sache richten. Obwohl uns im Alltag so ein Verständnis durchaus in der Kommunikation hilft, um uns zu verständigen, zeigen sich viele Wunder, wenn man, wie überall sonst auch, ein wenig tiefer in die Sache eintaucht. Ich möchte hier in literarischer Form die Aufmerksamkeit auf den Prozess der Aufmerksamkeit selbst legen; wir können dies aber auch für uns selbst in der Meditation tun. Tatsächliche möchte ich den Begriff der Konzentration insofern nicht für eine besondere Form von Aufmerksamkeit verwenden, sondern auf einen Zustand, den man zuerst in der Meditation erfahren kann.</p>
<p>Konzentration, so wie ich sie begreife, ist das Ergebnis eines Meditationsprozesses, wenn man, einfach gesagt, über einen langen Zeitraum (z.B. 2 Stunden) tatsächlich an nichts anderes denkt als ein vorher gewähltes Meditationsobjekt (z.B. die Nasenspitze), wenn also alles andere <em>chatter</em> und Hintergrundrauschen des Geistes schon zur Ruhe gekommen ist und keine geistige Regung das beobachtete Objekt stört … setz dich einmal für zwei Stunden in die bewegungslose Meditation, dann wirst du wissen, was ich mit dem chatter und gedanklichen Hintergrundrauschen meine. Diese Form der Konzentration tritt gewöhnlich erst nach einigen Jahren des Meditationstrainings auf; ungleich schwerer ist es, diesen Zustand über eine geraume Zeit – sei es 2, 5 oder 10 Stunden – aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Konzentration tritt gebau dann auf, wenn durch diese Meditation plötzlich das Subjekt (also der Beobachter; der, der seine Aufmerksamkeit z.B. auf die Nasenspitze ausrichtet), das Objekt der Beobachtung (zum Beispiel die Nasenspitze oder ein Mantra) und der Prozess des Beobachtens (der ‚Strom meiner Aufmerksamkeit‘ oder der kognitive ‚Fokus‘) <em>miteinander verschmelzen</em>. Das ‚Verbleiben-können‘ in diesem Zustand der Einheit nenne ich Konzentration.<sup class='footnote'><a href="#fn-4022-1" id='fnref-4022-1'>1</a></sup></p>
<p>Dieser Zustand ist einer genaueren Betrachtung wert, denn es kann uns viel über die Natur der spirituellen Entwicklung, aber auch viel über die ‚wahre‘ Natur unseres Bewusstseins sagen. Aus drei wird hier eines: Tatsächlich ist es für denjenigen, der sich in diesem Zustand befindet, vollkommen unmöglich, einen kategorialen Unterschied zwischen Subjekt, Objekt und Prozess zu beobachten: Es ist tatsächlich und unverrückbar eins. Diese Vereinigung erzeugt erst eine kurze Verwirrung (manchmal auch einen Schock) und man erkennt, dass die Trennung Innen/Außen, Selbst/Andere, Ich/Du künstliche Kategorien des Geistes sind; es wird einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen.</p>
<p>Doch mit dieser Erkenntnis geht auch ein sublimes Gefühl der Ekstase oder auch tiefen, stillen Freude einher (die aber sehr schnell wieder verschwindet, da diese Freude ja nicht Teil der Konzentration  und in gewisser Hinsicht eine Störung ist). Tatsächlich <em>fühlt</em> es sich an, als sei man der Wahrheit ein Stück näher gekommen, als repräsentiere dieser Zustand die wirkliche Natur des Bewusstseins auf viel deutlichere Weise, als es unser Alltagsbewusstsein tut.</p>
<p>Häufig verwechseln wir die <em>kognitiven Kategorien</em> unseres Geistes mit der angenommen <em>Wirklichkeit</em>, auf die sie zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist z.B. sehr hoch, dass mein Körper ‚real‘ ist. Doch ich sollte mich von dieser Wahrscheinlichkeit nicht blenden lassen, denn ich kann über meinen Körper nur nachdenken, ihn sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören, weil ich die kognitiven <em>Kategorien</em><sup class='footnote'><a href="#fn-4022-2" id='fnref-4022-2'>2</a></sup> dafür entwickelt habe. Dasselbe gilt für alle andere Kategorien, durch die ich die Dinge der Natur, Kultur und meines Selbst ‚erfahren‘ und interpretieren kann.<sup class='footnote'><a href="#fn-4022-3" id='fnref-4022-3'>3</a></sup></p>
<p>Und doch enden diese Kategorien mit der Konzentration. Das, was ich mir zurechne, dass was ich anderem zurechne und der Prozess der Zurechnung, werden eines. Oder besser gesagt: <em>Verwirklichen sich im Einssein</em>. Dies erfordert eine immense Kraftanstrengung, es ist also kein Fallen und Loslassen in niedere, prä-rationale Stufen der A-Dualität, sondern erfordert bildlich gesprochen die geistige Kraft der Kernfusion. Am Anfang dieser Anstrengung können kleine Störungen (wie etwa Freude) diese Einheit zerstören, und man muss von vorne beginnen. Doch je länger man aber übt, umso stabiler wird diese Einheit, und bereitet so den Übergang zu einem ganz anderen Meditationsphänomen vor, über das wir hier aber nicht sprechen wollen. Halte nun  einmal für einen Moment inne und versuche zu realisieren, was dies bedeutet: In diesem Moment der Meditation ist da ist kein Unterschied zwischen dir, dem, was du beobachtest, und dem Prozess der Beobachtung (mithin deinem handeln)!</p>
<p>Genau aus diesem Grund ist Konzentration (und ihr Training) für spirituelles Streben so bedeutsam. Denn die Meditation dient ja nur der Vorbereitung und Training für den Alltag. Spirituelle Verwirklichung im Alltag heißt ja auch, die Unterschiede in den Kategorien integrieren und transzendieren zu können. Es dient so als Übung dafür, im Alltag zu realisieren, dass da kein Unterschied zwischen mir, dir, der Welt und dem Akt der Kommunikation und Beobachtung ist. Zwei ganz besondere Erkenntnisse gehen aber mit der Konzentration einher:</p>
<h4>1) Es gibt kein gefühltes, einzigartiges Selbst</h4>
<p>Alle, die spirituell arbeiten, kommen schnell auf den Gedanken, dass das Ego mit seinen Bedürfnissen, Neigungen und Meinungen etwas ist, das überkommen und dabei doch gesund integriert werden muss. Und doch halten wir manchmal an der Vorstellung fest, durch unsere Geschichte, Talente und Intelligenzen über etwas wie ein Selbst zu verfügen, etwas, das einzigartig ist auf dieser Welt (und damit über bestimmte Grenzen verfügt), etwas, was man über Handlungen – seien sie kreativ oder sonst wie – ausdrücken kann.</p>
<p>Doch das Selbst, oder allgemeiner gesagt: Individualität, endet mit dieser konzentrativen Einheit. Mit der Konzentration erkennen wir, dass die Erfahrungswelt nicht von dem, was wir unser Selbst nennen, unterscheidbar ist. Tatsächlich wird die Vorstellung eines individuellen Selbst, eines Kerns von Persönlichkeit, vollkommen hinfällig. Hier ›gibt‹ es bestenfalls einen Zeugen, der die Fülle der Welt wahrnimmt.</p>
<p>(Dies ist der Grund, warum die großen spirituellen Weisheitstraditionen den spirituellen Weg stets in zwei Weg-Phasen aufteilen: Zunächst den Weg der Erkenntnis des tiefen und authentischen Selbst, und danach den Weg der Zerstörung oder Dekonstruktion eben dieses Selbst. Denn um seine Seele (oder Selbst) der Fülle und dem Non-Dual hingeben zu können, muss man erst einmal wissen, wer oder was diese Seele, dieses Selbst tatsächlich ist. Ansonsten ist diese Hingabe nur halb, nur oberflächlich.)</p>
<h4>2) Alles ist vollständig</h4>
<p>Unsere Erfahrungswelt, die wir im Alltag wie in der Meditation bezeugen können, ist stets vollständig. Dies mag sich zunächst trivial anhören. Doch damit einher geht die <em>gefühlte Fülle der Welt</em>. Egal in welcher Lebenssituation und Lebensabschnitt wir uns befinden, so ändert sich diese gefühlte Fülle nicht. Subtrahiert man das Selbst als getrennte Einheit aus der Erfahrungswirklichkeit — weil es mit der Welt und dem Prozess der Beobachtung verschmilzt, addiert sich die Fülle der Welt.</p>
<p>Unser Ego mag diese gefühlte Fülle mit seinen Bedürfnisse (nach Nahrung, Wärme, Sicherheit, Anerkennung, Gemeinschaftlichkeit, Karriere, Selbsterfüllung und Transzendenz) brechen, tatsächlich kann keines dieser Bedürfnisse, wenn befriedigt, etwas zu der Fülle hinzufügen, sondern nur wegnehmen. Darum heißt es, sich von dem Willen zur spirituellen Befreiung loszusagen. Denn dieser Wille bricht <em>a priori</em> die bestehende Fülle der Erfahrung.</p>
<p><strong>Die Konsequenz dessen ist, dass keine Lebensweise einer anderen vorzuziehen ist.</strong> In der Harmonie der Dinge und im Kontext der gefühlten Fülle der Erfahrung macht es tatsächlich keinen Unterschied, wo ich mich befinde und was ich tue. Wenn ich diese Fülle der erfahrungswirklichkeit realisiere, dann ist alles gleichermaßen voll. Denn aus Perspektive des Zeugen sind alle Phänomene gleichermaßen bedeutend wie unbedeutend. Darum betonen die Traditionen stets auch ein Streben nach <em>Indifferenz</em>.</p>
<p>Meditative Konzentration ist darum, wie man es manchmal hört, nicht zwangsläufig eine ‚männliche‘ Angelegenheit. Natürlich führt sie zu einer Willensschulung, die das non-duale Handeln verwirklichen will, sich also nicht an eine bestimmte Lebensweise und die Früchte seiner Arbeit zu binden. Aber jede Konzentration geht einher mit dem sich (weiblichen) öffnen der Einheit gegenüber, dem Annehmen des anderen als das eigene und umgekehrt.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4022-1'>Einige Traditionen nennen es eine Form von Samadhi. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-4022-2'>Piaget nennt dieses Kategorien ‚Schemas‘ <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-2">↩</a></span></li>
<li id='fn-4022-3'>Wilber spricht hier vom ‚Mythos des Gegebenen‘, also wenn Kategorie (oder Landkarte) und Gebiet verwechselt werden. <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4022-3">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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