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	<title>OpenMindJournal &#187; Gemeinsam</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>George-Clooney-Blick löst Misstrauen aus</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>
		<category><![CDATA[Mann-Sein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frauen nicht an Typen mit halbgeöffneten Augen interessiert Chicago/Wien (pte) — Den Blick von George Clooney und Antonio Banderas sollten Nachahmer nicht überstrapazieren: Die Augenstellung mit halbgeschlossenen Lidern – bisweilen als »Schlafzimmerblick« tituliert – hinterlässt bei Frauen eher verdächtigen Eindruck statt Romantik, berichten Forscher der University of Michigan in der Zeitschrift »Personality and Invididual Differences«. Um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Frauen nicht an Typen mit halbgeöffneten Augen interessiert</h2>
<div id="attachment_4894" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/dreamstime_xs_23091078.jpg" rel="lightbox[4892]"><img class=" wp-image-4894 " title="Schlafzimmerblick: Geht meist in die Hose, warnen Forscher " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/dreamstime_xs_23091078-300x193.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: © Sbukley | Dreamstime.com</p></div>
<p>Chicago/Wien (pte) — Den Blick von George Clooney und Antonio Banderas sollten Nachahmer nicht überstrapazieren: Die Augenstellung mit halbgeschlossenen Lidern – bisweilen als »Schlafzimmerblick« tituliert – hinterlässt bei Frauen eher verdächtigen Eindruck statt Romantik, berichten Forscher der <a href="http://umich.edu" target="_blank" rel="external nofollow">University of Michigan</a> in der Zeitschrift »Personality and Invididual Differences«. Um attraktiv zu wirken, sollten Männer eher mit offenen Augen durchs Leben gehen, raten die Forscher.</p>
<h4>Wichtigster Aspekt der Wahrnehmung</h4>
<p>»Augen haben in der Wahrnehmung durch andere eine zentrale und universelle Bedeutung. Sie sind für die Einschätzung einer Person noch wichtiger als die Körperbewegung«, erklärt der Wiener Sozialpsychologe Arnd Florack auf pressetext-Anfrage. Tatsächlich weiß die Forschung viel über die Wirkung etwa der großen Augen, die Naivität, Ehrlichkeit und Verletzlichkeit übermitteln – das sogenannte »Kindchenschema«. Die Pupillen deuten auf Stimmung, Extrovertiertheit sowie auch sexuelle Erregung und Wachsamkeit – und sind bei Frauen größer als bei Männern.</p>
<h4>Verdächtig statt betörend</h4>
<p>Über den Einfluss der Augenlider ist bisher wenig bekannt – was die US-Forscher nun nachholen wollten. Sie präparierten am Computer Portraitfotos von 30-jährigen Männern, die in einer Abwandlung mit offenen, in der anderen mit halbgeschlossenen Augen dargestellt waren, sich sonst jedoch nicht unterschieden. Die an der Studie teilnehmenden Frauen sollten jeweils die Attraktivität angeben sowie beantworten, ob sie mit ihm eine kurze oder längere Beziehung eingehen würden, ihn als Vater des eigenen Kindes wollten oder ihm als Reisebegleiter der eigenen Schwester vertrauen würden.</p>
<p>Offene Augen schnitten im Versuch stets besser ab als halbgeschlossene. Den Clooney-Blick stuften die Probandinnen eher als billige Anmache für kurzfristige Flirts ein und waren kaum bereit, mit dem so dargestellten eine kürzere oder längere Beziehung einzugehen: 71 Prozent bevorzugten eindeutig den Mann mit offenen Augen als Ehepartner oder Reisebegleiter und stuften ihn auch als attraktiver ein. »Der Schlafzimmerblick könnte auf sexuelle Reife deuten, da große Augen als jugendlicher gelten. Die Technik muss jedoch vorsichtig eingesetzt werden, da man zugleich Vertrauenswürdigkeit einbüßt«, sagt Studienleiter Daniel Kruger.</p>
<h4>Blick regt zur Nachahmung an</h4>
<p>Der Blick verändert jedoch nicht bloß die Einschätzung einer Person durch andere, sondern auch deren Verhalten. »Unwillkürlich folgen Menschen, jedoch auch Tiere der Blickrichtung anderer. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Mechanismus zu unterbinden, wobei er bei sozial Orientierten besonders stark ausgeprägt ist«, berichtet Florack über sein laufendes Forschungsprojekt an der <a href="http://ppcms.univie.ac.at" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Wien</a>. Ein weiterer beobachteter Effekt: Neutrale Dinge, auf die andere Menschen schauen, werden automatisch positiver beurteilt.</p>
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		<title>Wir brauchen alle Stimmen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 21:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Co-Kreation]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Theresa Zimmermann, Studentin, und Johannes Heimrath, Oya-Herausgeber , bekamen bei ­einem Konzeptionsgespräch zu dieser Ausgabe von Oya Lust, sich in Form eines E-Mail-Duetts durch junge und alte Gedanken zu den aktuellen Fragestellungen treiben zu lassen. Draußen ist es grau und duster, und ich denke nach. Viele Menschen prophezeien, dass auch unsere Zukunft duster aussehen wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Theresa Zimmermann, Studentin, und Johannes Heimrath, Oya-Herausgeber , bekamen bei ­einem Konzeptionsgespräch zu dieser Ausgabe von Oya Lust, sich in Form eines E-Mail-Duetts durch junge und alte Gedanken zu den aktuellen Fragestellungen treiben zu lassen.</h4>
<p><em><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/image1_hires.jpg" rel="lightbox[4886]"><img class="alignright  wp-image-4889" style="margin-left: 10px;" title="Wir brauchen alle Stimmen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/image1_hires-300x168.jpg" alt="" width="200" /></a>Draußen ist es grau und duster, und ich denke nach. Viele Menschen prophezeien, dass auch unsere Zukunft duster aussehen wird. Energie– und Rohstoffkrisen sind das eine, aber auch die Gesellschaft als Ganze wird leiden und immer ungerechter werden. Mir wurde mal gesagt, wir seien die erste Generation, der es »schlechter« ­gehen werde als ihrer Elterngeneration. Wenn ich das im Studium Gelernte reflektiere, fällt es nicht schwer, die Aussage für wahr zu halten. Ein schöner Ausblick ist das nicht – doch entmutigen lassen sollte man sich auch nicht. Was bleibt also?</em></p>
<p>Wir sind auch die erste Generation der Spezies Homo, in deren Händen allein es liegt, ob sie die letzte sein wird. Es lauern noch immer über 20 000 Atomsprengköpfe in den Bunkern der Nuklear­mächte, fast 5000 davon werden von Tausenden ganz normaler Menschen in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten. Die Verseuchung der Welt durch genetisch veränderte Organismen, Ackergifte und Nanopartikel, eine Klimaentwicklung, die sich fast im Wochenrhythmus als immer komplexer und unvorhersagbarer entpuppt – es muss etwas der gefühlten Ohnmacht des Einzelnen gegenüberstehen, das der ganzen krisenhaften Erscheinung Bedeutung und Sinn verleiht. Das Leben selbst beweist es in jedem Augen­blick: Es gibt keine aufsteigende Bewegung, die nicht zugleich eine absteigende als Komplementärin hat und umgekehrt. Der Zyklus ist Geheimnis und Prinzip allen Lebens. – Wie heißt nun der aufsteigende Kreisbogen der Weltentwicklung, der den Niedergang des Bisherigen aus der Würdelosigkeit des bloßen Verfalls herausholt und ihn als sinnvolle Voraussetzung für einen neuen Lebensentwurf annimmt?<br />
<em><br />
Wie können wir diesen Kreislauf, das Auf und Ab, gemeinsam nutzbringend gestalten? Wie können wir scheinbar verheerende Situationen in solche wenden, die Positives generieren? Wer sich stark fühlt, auf sein Herz hört und tut, worauf er Lust hat, schafft oft enorm viel Gutes durch das pure Sein. Gleichzeitig birgt jedes Handeln unzählige Konsequenzen, die nie allesamt abzuschätzen sind. Die wirtschaftliche, politische, kulturelle, soziale und mediale Globalisierung übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Wer viel über die Lage der Welt nachdenkt und möglichst »richtig« agieren will, erstickt leicht in der Komplexität der Zusammenhänge. Wie ist es zu schaffen, die Gesellschaft und uns selbst vor einer Lethargie zu bewahren, die den Zukunftssorgen nur ausweichen will? Woher nehmen wir die Hoffnung, die Zuversicht, das Vertrauen, die eigene Handlungsbereitschaft?<br />
</em><br />
Schwierige Frage. Die Antwort heißt vermutlich: Liebe. Ich versuche, mich zu erinnern, was ich in den Phasen fühle, in denen der dunklere Teil der Wirklichkeit meine Vision verschattet. Gibt es so etwas wie ein Trotzdem? Das würde einen Widerstand bedingen, gegen den ich anzurennen hätte. Ich habe mal, da ging ich in die dritte Klasse, ein Mädchen umgerannt, um meinen Schulkameraden zu beweisen, dass ich kein Weiberheld sei. Sie hatten mich damit aufgezogen, dass ich unmännlich, weil verliebt sei – und ich wollte nicht aus der Bubenclique fliegen. Noch während sie fiel, wurde mir zugleich mit der Schändlichkeit meiner Tat bewusst, wie tief ich mich selbst damit verletzte, indem ich ihr Schaden zufügte. Denn – ahnungslos, wie ich noch war – ich spürte plötzlich, dass die Kameraden recht gehabt hatten: Ein ungeheuer sehnsuchtsvolles Ziehen riss mir schier das Herz aus dem Leib, und ich weiß seitdem wie nichts anderes, dass ich nicht in einer Welt leben möchte, in der sanfte Menschen zu harten Monstern gepresst werden. Es kostete mich mehr als meinen ganzen Mut, mich ein paar herzzerklopfte Nächte später bei ihr zu entschuldigen. Ihre Antwort bleibt mir genauso unvergesslich: Sie hatte meine innere Zwangslage verstanden und lud mich ein, in Zukunft mit ihr den Schulweg zu teilen. Bestimmt haben wir dann in vielen Monaten auch Belangloses geredet, aber ich erinnere mich an präzise Bilder einer jungen, hellen, friedlichen Welt, die wir uns gegenseitig mit allen unseren Kräften zu schaffen versprachen. Das fühle ich heute noch, und das treibt mich bis heute an. Wir waren Kinder, acht Jahre alt. Ich wünschte mir damals, jemand wie der, der ich heute glaube zu sein, hätte sich so für unsere Weltvision eingesetzt, wie ich es heute tue.</p>
<p><em>Willst du damit sagen, es gab damals keine Visionäre, die sich für ihre Träume eingesetzt haben? Gab es diese nicht immer? Sie haben sich in anderen Zeiten nur auf andere Themen und Bedürfnisse konzentriert.<br />
Ich bin in einem Idyll aufgewachsen und wurde auch früh mit Themen wie Nachhaltigkeit, bewusster Konsum, gemeinschaftliches Miteinander konfrontiert – Bereiche, die mir noch immer wichtig sind. Dennoch habe ich wahrscheinlich eine ganz ähnliche Frustration gefühlt wie du damals. Auf eine Art dachte ich, ich bin anders als die anderen, habe andere Bedürfnisse, mache mir andere Gedanken um die Welt als die Menschen um mich herum. Dann kamen das Internet, meine Auslandsaufenthalte und die neuen Medien, die es mir schon früh ermöglichten, mich mit der Welt zu vernetzen, Informationen aus nah und fern zu beziehen und von Menschen zu erfahren, die auch die von dir beschriebene junge, helle, friedliche Welt fühlen. Da war ich sicher in einer glücklicheren Situation als noch deine Generation. So wie dich das von dir beschriebene Ereignis im Kindesalter bis heute prägt und ermutigt, sind es für mich die entstandenen Netzwerke, Freundschaften und Erfahrungsberichte, die mich ermutigen und immer wieder meine Handlungsbereitschaft und mein Handlungsbedürfnis erneuern. Und trotzdem: Mir wird mehr und mehr bewusst, dass jeder ein eingeschränktes Blickfeld hat, so auch du und ich. Manchmal wünsche ich, ich könnte noch offener für die Blicke und Motive derjenigen sein, die scheinbar entgegen meinen Visionen agieren. Wäre das nicht der effektivste Schlüssel zu einem friedlichen Miteinander? Welchen Weg bist du gegangen? Hast du dir primär angeschaut, was für Bedürfnisse du und dein Umfeld haben, und hast dann weitergreifende Visionen und Taten entwickelt? Wenn ja, hast du noch die Offenheit für die Meinungen und Bedürfnisse derer, die scheinbar ganz anders sind als du?<br />
</em><br />
Freilich gab es auch damals Visionäre. Und es stimmt: Wann hätte es sie nicht gegeben? Aber die Kommunikationswege waren so unvergleichlich viel langsamer als heute, und bis ich mich dann mit fünfzehn bis zu Hesses Siddhartha vorgetastet hatte, während ich gleichzeitig versuchte, zu verstehen, was die Notstandsgesetze mit Freiheit zu tun hatten, verfloss die Zeit viel weniger gequirlt als im Zeitalter des Milchschaums. Es gab ja auch erst eine italienische Eisdiele, die im Sommer aufhatte, und bedeutungsschwangere Gespräche bei Latte Macchiato konnten nicht geführt werden, weil es gar keine Latte gab. Deshalb hat es auch länger gedauert, bis ich beispielsweise zu einer soliden Antwort auf deine letzten Fragen in der Lage war. Dafür hat die Frage nach dem Umgang mit denen, die anders sind als ich, eine besonders tiefe Wurzel in mich gegraben. Als ich vor 35 Jahren mit meinen Lebensgefährtinnen und –gefährten beschloss, ein gemeinsames Leben zu führen, geschah das aus dem Anschauen der Bedürfnisse dieser Welt, und wir waren überzeugt, dass wir selbst diejenigen sein müssten, die wir in der Welt sehen wollten. Erst viel später kam mir dieses sinngemäße Wort von Gandhi entgegen, als unsere Gemeinschaft schon manche Festungsmauer zwischen uns und der Welt »der Anderen« abgetragen hatte. Eine letzte massive Übung ist noch nicht so lange her: Vor zehn Jahren war in dem Ländchen, in dem ich nun seit fünfzehn Jahren lebe, ein Teil der Einwohnerschaft infolge eines Herbizidunfalls, in dem die Agroindustrie unter anderem einen Ökobetrieb von uns schwer beschädigte, in eine ganz und gar irrationale Gegnerschaft zu uns geraten. Man wollte uns und alle Neubürger der umliegenden Dörfer vertreiben. Wir konnten aber rechtzeitig erkennen, dass diejenigen, die sich als unsere Gegner verstanden, dasselbe anstrebten wie wir selbst: eine Heimat zu haben, an deren glücklicher Zukunft man aktiv mitwirken kann. Es war die letzte Lektion dahin, zu verstehen, dass ein Konflikt nicht Grund für Spaltung und Trennung sein muss, sondern vielmehr beweist, dass man mit dem anderen etwas Gemeinsames hat, das beide essenziell angeht. Sie hat mich tief in die Wahrheit hineingeführt, die in dem Wort »Biodiversität« liegt: Wir brauchen alle Stimmen, wenn wir ein überlebensfähiges, resilientes Ökotop bilden wollen. – Aber lass mich jetzt doch hören, wie deine Palette der sinnvollen Beiträge aussieht, die du konkret zur Verwirklichung deiner Version einer enkeltauglichen Welt leisten willst.</p>
<p><em>Während ich durchs Leben schreite, entwickeln sich meine Visionen weiter. Wie oben beschrieben, fällt es mir immer schwerer, mich mit meinen Wünschen und Ideen auf unseren geografischen Raum und unsere Gesellschaft zu beschränken. Wie ich die Umsetzung nun aber angehe, ist eine schwierigere Frage.<br />
Einerseits möchte ich mir gewisse Probleme ins Bewusstsein holen und mich dafür einsetzen, dass sich auch andere dieser Situationen bewusst werden. Ich möchte also mit möglichst vielen Menschen mein und unser Leben und Tun diskutieren und reflektieren. So organisiere ich beispielsweise Konferenzen, auf denen eine Plattform für die Auseinandersetzung mit wichtigen Themen geschaffen wird. Gleichzeitig versuche ich, meine Offenheit zu bewahren und möglichst viele Eindrücke in mich aufzusaugen und so zu verarbeiten, dass ein immer runderes Bild entsteht. Ich bemühe mich, das Gelernte zu hinterfragen und nachzuhaken, wo immer es geht. Oftmals ist damit verbunden, sich für die »Rechte meiner Generation« starkzumachen und Forderungen zu stellen – an Politiker, an Wirtschaftler, an Wissenschaftler, an alle diejenigen, die diese Welt mitgestalten – ja, auch an dich.<br />
Andererseits jedoch muss und will auch ich aktiv mitgestalten, ausprobieren, verändern. Mein Vegetarierinnendasein rettet sicherlich nicht die Welt (wobei ich eh immer mehr davon ausgehe, dass es nicht darum geht, die Welt vor »dem Untergang« zu bewahren, sondern immer weiter zu gestalten) – dafür braucht es schon weitergreifende strukturelle Änderungen. Wer aber meint, er habe das Patentrezept zur Behandlung eines bestimmten Pro­blems, kann meiner Meinung nach nicht Recht haben – zu komplex und vielschichtig ist diese Welt. Mein ewiges »Suchen« langsam in ein »Machen« zu wandeln, darin sehe ich derzeit noch eine große Herausforderung. Nun hast du mich wieder und wieder gefragt, wie ich mich für die Verwirklichung meiner Visionen einsetze. Wie aber steht es um dich? Du gehörst zur Generation, die Entscheidungen trifft und bereits getroffen hat, die mich, meine Kinder und Enkel betreffen werden. Bist du zufrieden mit dem Einsatz, den du geleistet hast? Was würdest du anders machen? Wo siehst du noch Potenziale für ein aktives Mitwirken?<br />
</em><br />
Gerade erst gestern war ich auf einer Konferenz zu einem ziemlich einzigartigen Projekt: In unserem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat sich vor wenigen Wochen eine Genossenschaft von Gemeinden gegründet, die sich auf den Weg zur Energie-Selbstversorgung gemacht haben. In den kommenden Jahren sollen sich 500 (Bio-)Energiedörfer etablieren. Auf der Konferenz im Schweriner Landtag diskutierten Abgeordnete, Regierungsangehörige, Landräte, Bürgermeister und Fachleute engagiert über die nächsten Schritte zur Umsetzung der Energiewende. Aber: Wo waren die jungen Generationen? Die Generation der Zwanzigjährigen war gar nicht vertreten, die der Dreißigjährigen war an zwei Händen abzuzählen, der Rest der fast 200 Teilnehmer war über 40, und »Teilnehmer« stimmt auch, denn die ganze Bewegung wird zum überwiegenden Teil von Männern in Gang gesetzt. Dabei nahm das Projekt seine Uranfänge unter anderem in den Regionalkonferenzen, zu denen ich vor einigen Jahren hier an meinem Lebensort eingeladen hatte, und da waren es überwiegend junge Menschen gewesen, die die Initialgedanken in die Welt gesetzt hatten.<br />
Ich habe gestern diesen eigenartigen Spalt zwischen dem »jungen« Geist und der »alten« Verwirklichung angesprochen. In dem Zuspruch, den ich danach bekommen habe, wurde immer wieder das Wort »Partizipation« verwendet, und es waren sich alle einig, dass wir uns von einem bloßen »Mitmachen« der jungen Generatio­nen verabschieden müssen und echte, paritätische Mitgestaltung anzustreben sei. Insofern bin ich in diesem Beispiel für die Wirksamkeit meines Einsatzes nur halb zufrieden. Die Frage blieb unbeantwortet, wie wir die jungen Menschen erreichen können, so dass sie mittun und im Mittun auch die Formen verändern, in denen sich solche Unternehmungen äußern. Ja, ich möchte, dass die Entscheidungen, die meine Generation bisher getroffen hat, breiteste Revision durch die Jungen erfahren, denn es gibt überhaupt keine Entscheidung, die nicht euch beträfe. Ich sehe, dass in vielen Bereichen die Alten erkannt haben, dass es nicht ohne die Jungen geht, aber ich sehe noch nicht, welches Angebot der – willigen – Jungen da ist, die – willigen – Alten in ihre Kultur der Zukunft einzuladen und mitzunehmen. Any idea?</p>
<p><em>Du meinst, dass hier zwei »Kulturen« parallel leben und sich nicht treffen, absprechen und ergänzen? Nun, aus junger Sicht kann ich sagen, dass es eine ganze Reihe von Projekten, Ideen, Veranstaltungen und viel Engagement zu zukunftsrelevanten Fragestellungen gibt – die allesamt von jungen Menschen ins Leben gerufen werden und auf Kooperation mit den Älteren bauen. Doch was oft fehlt: (finanzielle) Kapazitäten und wirkliche Einflussmöglichkeiten. Man darf nicht vergessen, dass wir jüngeren Menschen meist in der Ausbildung stecken, oft von Eltern oder BAföG abhängig sind und Entscheidungen für die individuelle Zukunft treffen müssen. Das alles beansprucht Zeit und Kraft. Für viele ist es dadurch gar nicht möglich, noch »zusätzliches« Engagement zu leisten. Für diejenigen, die es dennoch können und tun, bedeutet es eine Gratwanderung zwischen dem Einsatz für den eigenen Alltag und die persönliche Zukunft und dem für das Allgemeinwohl.<br />
Als Beispiel ein Projekt, in dem ich selbst involviert bin: Seit eineinhalb Jahren setzen wir – Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten aus ganz Deutschland – uns für eine Veranstaltung »Visionaries in Action« ein, mit der wir eine Plattform für den Austausch von jungen Menschen und erfahrenen »Älteren« schaffen wollen, die dann gemeinsam zukunftsweisende Projekte entwickeln können. Wir haben bereits viele Wochenenden, viel Herzblut und viel eigenes Geld in die Organisation gesteckt, und dennoch steht das Projekt auf der Kippe. Von denjenigen, die auf den Fördertöpfen sitzen, bekommen wir bislang keinen Zuspruch. Da ist es schon frustrierend, zu sehen, wenn stattdessen Millionen in eine neue Autobahn fließen.<br />
Habt ihr denn »die Jungen« zu eurer Konferenz eingeladen? Konntet ihr ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie tatsächlich Partizipations– und Mitentscheidungsmöglichkeiten haben? Wäre es nicht schön, wenn wir einen Austausch schaffen könnten, in dem die »Alten« Erfahrung, Zeit und nötige Ressourcen und die »Jungen« Ideen, Engagement und frischen Wind geben würden? In einer Atmosphäre, in der gemeinsam nach Lösungen gesucht wird, anstatt gute Ideen von den Entscheidungshierarchien erdrücken zu lassen? Wenn wir als Gesellschaft erkennen würden, dass wir ­gemeinsam viel mehr erreichen können als einzeln?<br />
</em><br />
Du triffst den Nagel auf den Kopf, mehrfach. Selbstverständlich wurden »die Jungen« eingeladen, es sind ja Anbindungen an Hochschulen da. Aber der erste Nagelkopf heißt »Partizipation«: Mich würde es auch nicht interessieren, zum Mitmachen eingeladen zu werden, wenn es womöglich gar nicht dorthin führt, wo ich ein sinnvolles Ziel sehe. Partizipation ist eben nicht voll verwirklichte Gemeinsamkeit. Aber andererseits: Wenn niemand da ist, der ­genau das aus authentischem Eigeninteresse einfordert, wie sollen es dann die willigen anderen überhaupt verstehen? So kommt es, dass die »gestandenen Männer« das verwirklichen werden, was sie für das Beste für alle halten, und die eigentliche Innovation, die aus ­euren Reihen artikuliert werden müsste, nicht stattfindet.<br />
Ja, es braucht eine »Youth and Elders Alliance«, ein Bündnis der Generationen, das sich an die gemeinsame Sache der neuen Kultur macht und nach jungen Ideen sucht, wie wir die Hilflosigkeiten gegenüber dem Alten umgehen und hinter uns lassen können. Vielleicht wissen wir heute noch nicht, wie wir das anstellen sollen. Aber wir fangen einfach damit an. Unseren Mailwechsel empfinde ich als einen – zugegeben winzigkleinen, aber richtigen – Schritt auf dem Weg. Ich rede jedenfalls nicht für die Autobahn, und ich rede in der Energiekonferenz über die Notwendigkeit, das ganze Vorhaben mit eurer, der jungen Welt zu verknüpfen, auch auf die Gefahr hin, dass der Verständigungsprozess harzig sein könnte.</p>
<p><em>Dabei sollten wir aber vermeiden, nur die schwierigen Aspek­te zu beleuchten, und uns stattdessen den Beispielen widmen, in denen es bereits zukunftsfähige Entscheidungen und ein kon­struk­tives Miteinander der Generationen gibt. Lass uns nach »Posi­tiv-Beispielen« suchen und von diesen lernen. Ich hoffe, dass ich mich nicht früher oder später in den Sog einer frustrierten Konsumgesellschaft ziehen lasse und ich mir stattdessen ein bisschen von meinem »jungen Idealismus« bewahren kann. Wenn ich es schaffe, sowohl meiner eigenen Generation als auch den vor und nach mir liegenden fair gegenüber zu sein und Brücken zu bauen, wo immer es geht, dann kann ich zufrieden sein. Weiter wünsche ich mir, dass nicht nur mir und meiner Generation, sondern all denjenigen, die von unserem Handeln auf irgendeine Weise betroffen sind, wahre Partizipationsmöglichkeiten gegeben werden. Auf lang oder kurz wird das allen zugutekommen.</em></p>
<p> </p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin OYA — anders denken. anders leben, Ausgabe <a href="http://www.oya-online.de/article/issue/14-2012.html" rel="external nofollow">14/2012</a></em></p>
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		<title>Muttermilch stärkt Abwehr besser als jede Kopie</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Optimales Immunsystem durch breitere Palette von Mikroben im Darm Dortmund/Texas (pte) — Noch eine Studie belegt die positiven Effekte des Stillens von Säuglingen. Forscher der Texas A&#38;M University können zeigen, dass Muttermilch einen äußerst positiven Effekt auf die Darmflora hat. Das widerum wirkt sich auf die Stärkung des Immunsystems aus. Bei gestillten Babys besiedeln bestimmte Mikroben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Optimales Immunsystem durch breitere Palette von Mikroben im Darm</h2>
<div id="attachment_4856" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/213071_web_R_by_Rolf-van-Melis_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4854]"><img class=" wp-image-4856 " title="Gestilltes Baby: bleibt nachhaltig gesund" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/213071_web_R_by_Rolf-van-Melis_pixelio.de_-300x219.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Rolf van Melis / pixelio.de</p></div>
<p>Dortmund/Texas (pte) — Noch eine Studie belegt die positiven Effekte des Stillens von Säuglingen. Forscher der <a href="http://tamu.edu" target="_blank" rel="external nofollow">Texas A&amp;M University</a> können zeigen, dass Muttermilch einen äußerst positiven Effekt auf die Darmflora hat. Das widerum wirkt sich auf die Stärkung des Immunsystems aus. Bei gestillten Babys besiedeln bestimmte Mikroben den Darm. Diese Besiedlung der Mikroben findet bei Flaschensäuglingen nicht statt. Das Immunsystem und die Abwehr gegen Krankheitserreger funktionieren bei Säuglingen besser, die mit Muttermilch versorgt werden.</p>
<h4>Stillen zahlt sich aus</h4>
<p>Die Forscher fanden zudem heraus, dass auch die Darmregulierung während der Verdauung bei Kindern besser ausgebildet ist, die gestillt wurden. Jene hingegen, die ausschließlich mit der Flasche ernährt wurden, haben diesen Vorteil nicht. Die Forscher verglichen für ihrer Studie drei Monate alte Säuglinge. Eine Gruppe wurde komplett gestillt und ausschließlich mit Muttermilch ernährt. Die andere wurde gar nicht gestillt. Ergebnis: Die Gestillten erhalten über die Muttermilch eine breitere Palette von Mikroben im Darm als die Gruppe der Ungestillten.</p>
<p>Robert Chapkin, Studienleiter der Texas A&amp;M University, erklärt: »Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Muttermilch die positive Verknüpfung zwischen dem Immunsystem und der Mikroben-Population im Darm fördert. Damit erhält Muttermilch die Darm-Stabilität.« Die Ersatzprodukte zur echten Muttermilch können nicht dasselbe leisten.</p>
<h4>Vorteile überwiegen</h4>
<p>»Muttermilch hat zusammengenommen so viele Vorteile. Diese gesamte Mischung und das Einandergreifen der Einzelelemente kann man nicht nachmachen«, sagt Mathilde Kersting vom <a href="http://fke-do.de" target="_blank" rel="external nofollow">Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund</a> gegenüber pressetext. »Viele Fachleute weltweit empfehlen das ausschließliche Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten«, erklärt Kersting.</p>
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		<title>Eros, Sex, Lust und Liebe</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 18:22:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
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		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Suche nach dem „Motor“ der Evolution hat eine lange philosophische und in der jüngeren Geschichte auch wissenschaftliche Tradition. Beide versuchen, die letztere von zwei Grundfragen zu beantworten: - Warum ist überhaupt irgendetwas? und - Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)? Warum bleiben die ersten Wasserstoffatome und Gaswolken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4848" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/4650_original_R_by_Henning-Hraban-Ramm_pixelio.png" rel="lightbox[4834]"><img class=" wp-image-4848 " title="Talk about Sex" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/4650_original_R_by_Henning-Hraban-Ramm_pixelio-300x217.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Henning Hraban Ramm / pixelio.de</p></div>
<p>Die Suche nach dem „Motor“ der Evolution hat eine lange philosophische und in der jüngeren Geschichte auch wissenschaftliche Tradition. Beide versuchen, die letztere von zwei Grundfragen zu beantworten:</p>
<p>- Warum ist überhaupt irgendetwas? und</p>
<p>- Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)?</p>
<p>Warum bleiben die ersten Wasserstoffatome und Gaswolken im Universum nicht einfach Atome und Gaswolken, sondern formen sich zu Sonnen, die nach ihrem Sterben in gewaltigen Explosionen neue Elemente hervorbringen? Warum formen sich aus dem Sternenstaub dieser frühen Explosionen Sonnensysteme mit Planeten, auf denen dann immer komplexere Formen von Leben (und Bewusstsein) entstehen? Warum kommt dieses Leben nicht irgendwann einmal an den Punkt, an dem es „genug ist“, sondern schreitet in aufeinanderfolgenden Stufen von Komplexität und Bewusstheit immer weiter fort? Warum kann dieser Augenblick und der nächste und der darauffolgende nicht einfach so bleiben, wie er ist, sondern präsentiert sich in einer unablässigen Folge von Veränderungen, die, auf längere Sicht betrachtet und unter Berücksichtigung vieler Schlingen und Schlaufen, wieder in eine Richtung von zunehmender Komplexität und Bewusstheit zeigen? Wer oder was steckt hinter dieser Dynamik, die sich wie ein roter Faden und kosmischer Strang durch die gesamte Geschichte der Manifestation zieht und heute so quicklebendig ist wie am ersten Schöpfungstag?</p>
<blockquote><p>Eros ist ein liebender, schöpferischer Impuls, der in einer unbändigen Freude und Kreativität unsere Entwicklung, vorantreibt.</p></blockquote>
<h4>LIEBE als Prinzip der Entwicklung</h4>
<p>Eine frühe philosophische Antwort auf diese Frage, oder, genauer, eine Bezeichnung dieser geheimnisvollen Kraft, ist Eros, der als ein liebender, schöpferischer Impuls in einer unbändigen Freude und Kreativität die Entwicklung, unsere Entwicklung, vorantreibt. Dieser Eros ist die Kraft und Liebe, welche die Sterne ebenso bewegt wie unsere Gefühle, Gedanken und Taten. In diesem Sinne ist alles, wirklich <em>alles</em>, was sich im Universum ereignet, ein Ausdruck von LIEBE. Ausgedrückt in der wissenschaftlichen Sprache der Systemtheorie wird in diesem Zusammenhang von Autopoiesis oder der Kraft der Selbstorganisation gesprochen. Das klingt „vernünftiger“ als Liebe oder Eros, bezeichnet aber letztendlich auch nur etwas, was sich zwar ständig erfahren, beobachten und in seiner Wirkung beschreiben, aber im Hinblick auf seine Herkunft nicht erklären lässt, und so landen wir wieder beim Fragenpaar</p>
<p>- Warum ist überhaupt irgendetwas? und</p>
<p>- Warum entwickelt sich dieses Irgendetwas (und bleibt nicht einfach so, wie es ist)?</p>
<p>Die Beschreibung und das Philosophieren aus einer kosmischen-universellen Perspektive heraus ist das eine, doch so richtig interessant wird es, wenn wir die irdisch menschliche Dimension in ihrem Eingebettet-Sein in diese evolutionäre Strömung eines die Entwicklung immer weiter vorantreibenden Geschehens betrachten. Die Aussage „alles ist letztendlich ein Ausdruck von LIEBE“ wird buchstäblich relativiert, wenn wir unseren Umgang mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und –wesen und unseren Umgang mit der Natur betrachten. Im Rahmen der allumfassenden LIEBE gibt es hier ein breites  Erlebensspektrum von totaler Lieblosigkeit bis zu einer übermenschlich erscheinenden Liebesfähigkeit. Die LIEBE bringt offensichtlich in einer unerschöpflichen Kreativität immer neue, höhere und weitere Möglichkeiten und Formen von Liebe hervor, die wir Menschen in uns, zwischen uns und auch gegenüber der Natur zum Ausdruck bringen können. Die Entwicklung schreitet offenbar voran, auch die Entwicklung von Liebe, und wir mit ihr, mehr oder weniger.</p>
<h4>Entwicklungsstufen auf dem Weg zur LIEBE</h4>
<p>Können wir in einer kosmischen Dimension von einem allumfassenden Eros und einer alles durchdringenden und absoluten LIEBE sprechen, müssen wir in einem sich entwickelnden Universum, wenn wir die durch die LIEBE hervorgebrachte Formen– und Erscheinungswelt wirklich würdigen wollen, von Ebenen des Eros, der Liebe, der Lust und der Sexualität sprechen. Auf jeder Entwicklungsstufe, so einer der wichtigen Hinweise einer integralen Theorie und Praxis, wird der begrenzte Liebeshorizont erweitert und umfasst immer mehr Perspektiven, Wesen und Sein – von egozentrisch zu ethnozentrisch zu weltzentrisch zu kosmozentrisch, von narzisstisch zu absolutistisch zu aufgeklärt/modern zu multiperspektivisch/postmodern zu integral und noch weiter. Doch was bedeutet das konkret, wie wird Liebe auf den unterschiedlichen Entwicklungsstufen gelebt und drückt sie sich aus, welche Formen von Beziehung sind weiter entwickelt als andere, und was bedeutet „Sexualität  auf einer höheren Stufe“ konkret?</p>
<blockquote><p>Auf jeder Entwicklungsstufe wird der Liebeshorizont erweitert und umfasst immer mehr Perspektiven – von egozentrisch zu ethnozentrisch zu weltzentrisch zu kosmozentrisch.</p></blockquote>
<p>Eine Personengruppe die diesbezüglich unter besonderer Beobachtung steht, ist die der spirituellen Lehrer. Deren Lehren betonen immer wieder die Dimensionen von Absolutheit, Liebe und Eros, und viele sprechen auch konkret über Sexualität (oder „erleuchtete Sexualität“ und „tranzendente Beziehungen“). Da liegt es nahe zu schauen, wie diese Lehrer diesen Ansprüchen in ihrem öffentlichen und privaten  Leben genügen, und inwieweit „talk“ und „walk“ übereinstimmen. Ein aktueller „Fall“ diesbezüglich ist Marc Gafni, ein Lehrer, mit dem auch das Integrale Forum (IF) im Austausch steht und der bereits an IF-Tagungen beteiligt war. Ohne auf die aktuelle Diskussion einzugehen (Stellungnahmen des IF finden sich auf <a href="http://www.integralesforum.org/" rel="external nofollow">www.integralesforum.org</a>), sollen hier einige allgemeine Hinweise gegeben werden, abgeleitet aus Elementen der integralen Theorie und Praxis, als Möglichkeiten der Orientierung bei der schwierigen Diskussion der Beurteilung der Integrität von Menschen in Liebesbeziehungen (einschließlich der eigenen Person).</p>
<h4>Ebenen von Beziehungen</h4>
<p>Die Bedeutung der Berücksichtigung einer Entwicklungsperspektive für das Thema Beziehungen wurde schon erwähnt und soll hier noch einmal unterstrichen werden. Auf jeder der Entwicklungsstufen, z. B. traditionell zu modern zu postmodern und darüber hinaus wird Beziehung neu definiert, im Sinne eines „transzendiere und bewahre“. Bewährtes wird übernommen, als eine notwendige Voraussetzung für weiteres Wachstum, und neue Elemente und Perspektiven kommen hinzu. Die gesunde Weiterentwicklung von Beziehungen braucht daher neben einem progressiven Element immer auch etwas Konservatives. Die Frage, was sich in Beziehungen bewährt hat und „treu und verlässlich“ beibehalten werden sollte und was nicht, ist bereits eine erste große Herausforderung. Was hat sich wirklich überlebt und gilt es loszulassen, mit den dazugehörigen (Verlust)Ängsten, und wo läuft man einfach nur vor einer Verantwortung oder Schwierigkeiten davon?</p>
<h4>Ebenen von Beziehungsaspekten</h4>
<p>Durch eine Ebenenbetrachtung bekommen auch Diskussionen um Begriffe und Grundaspekte von Beziehungen eine Tiefe, die ohne die Berücksichtigung einer Entwicklungsdimension verschlossen bleibt. Treue, Zuverlässigkeit, Freiheit, Integrität, Selbstverwirklichung, Transparenz und vieles mehr haben jeweils eine unterschiedliche Bedeutung, je nach dem, auf welcher Entwicklungsstufe sie betrachtet werden. Manche Merkmale wie Egozentrik sind typisch für eine Entwicklungsstufe, andere hingegen wie Treue werden auf jeder Stufe neu definiert und verhandelt.</p>
<h4>Form und Inhalt</h4>
<p>Kann man einer Beziehung von außen (an ihrer Form) ansehen, auf welcher Entwicklungsstufe sie gelebt wird? Die Antwort darauf ist „Nein“, jedenfalls für die meisten Formen von Beziehungen. Monogamie gibt es traditionell, modern, postmodern und sicher auch auf Ebenen darüber hinaus, wenn auch im Innenverhältnis ganz unterschiedlich gelebt, von strikten Rollenfestlegungen (traditionell, „bis dass der Tod euch scheidet“) zu modernen Ehen (mit Scheidungsrecht) über gleichberechtigte monogame Partnerschaften (postmodern) bis hin zu „conscious monogami“, einer bewussten, post-postmodernen Monogamie (ein Begriff des Psychotherapeuten und Lehrers Robert Augustus Masters).</p>
<p>Ähnliches gilt für polygame Beziehungen, von denen es traditionelle Formen wie den Harem und die „Vielehe“ gibt, moderne Formen wie die „offene Ehe“, postmoderne Weiterentwicklungen wie in der Bewegung der Polyarmorie, und sicher auch Formen, die darüber hinaus weisen. Entscheidend für die Bestimmung der Entwicklungshöhe sind einmal mehr das innere Gelebte dieser Formen und die Anzahl der Perspektiven, Gesichtspunkte, Gefühle und Gedanken der die Beziehungen Lebenden, die dabei berücksichtigt und integriert werden. Und die Frage, wie kann die „größte Tiefe für die größte Anzahl“ gefördert werden, d. h. was trägt zur Weiterentwicklung aller Beteiligten und der Welt als Ganzes am besten bei?</p>
<h4>Spanne und Tiefe</h4>
<p>Die Spannweite und Tiefe einer Beziehung hängt nicht nur von der Entwicklungsstufe ab, auf der sich Beziehungspartner befinden, sondern auch von deren Fähigkeit, die ihrem gegenwärtigen Entwicklungsschwerpunkt vorangehenden Stufen auf gesunde Weise zu integrieren. Diese Fähigkeit zur Integration verwirklicht sich nicht von selbst, sondern ist Ergebnis bewusster Reflexionsprozesse und der konstruktiven, auch praktischen Auseinandersetzung mit Beziehungsmodellen verschiedener Stufen.</p>
<p>Die Spannweite und Tiefe einer Beziehung hängt nicht nur von der Entwicklungsstufe ab, auf der sich Beziehungspartner befinden, sondern auch von deren Fähigkeit, die ihrem Entwicklungsschwerpunkt vorangehenden Stufen auf gesunde Weise zu integrieren.</p>
<p>Entscheide ich mich für eine monogame Beziehung, weil ich mich bereits in postmodern-polygamen Beziehungen ausgetobt habe und nun ganz bewusst mit einer Partnerin/einem Partner eine Eins-zu-Eins-Beziehung des Wachstums eingehen möchte (=integrales Verständnis) oder ist das Verteidigen eines monogamen Standpunkts meinen Verlustängsten geschuldet (=egozentrische Perspektive mit ungeheilten Anteilen früherer Entwicklungsstufen)?</p>
<p>Kreisen meine Werte, mein Denken, Fühlen und Handeln auf gleicher Entwicklungshöhe oder ist meine Entwicklung in einzelnen Bereichen noch ausbaufähig? Lässt beispielsweise mein postmodernes oder vielleicht schon integrales Denken mich nach einer polyarmoren Beziehung streben, die dann von Eifersucht oder meiner mangelnden Fähigkeit, mich auf alle meine Partner/innen in gleichem Maße einzulassen, überschattet ist? Und: Auf welcher Flughöhe vollzieht sich die Interaktion zwischen den Beziehungspartnern? Ist sie symmetrisch oder asymmetrisch? Ist ein/e Partner/in „weiter“ als der/die andere – und kann er/sie ihn/sie auf dem Weg „mitnehmen“?</p>
<h4>Wahrheit, Täuschung und Lüge</h4>
<p>Die „Wahrheit“ einer Beziehung entsteht in der Wechselseitigkeit zwischen den Partnern. So werden „polyarmore“ Beziehungen zum schlichten „Fremdgehen“, wenn ein Beziehungspartner sich auf die Monogamie des/der anderen verlässt und in dieser Haltung ent-täuscht wird. Oder ein bewusst gegebenes Einverständnis mit diesem Beziehungsmodell basiert auf einer Selbsttäuschung, wenn ich mir meiner Besitzansprüche nicht bewusst bin und dann darunter leide, dass sie nicht erfüllt werden.</p>
<blockquote><p>Immer stellt sich die Frage, ob Beziehungspartner dem jeweiligen Entwicklungsschwerpunkt der eigenen und der anderen Person gerecht werden.</p></blockquote>
<p>Wo der Raum der Wahrheit verlassen wird und der Grenzbereich der Täuschung sich öffnet, ist dabei ein sehr subtiles Feld, denn immer stellt sich die Frage, ob die Beteiligten in ihrer Selbsteinschätzung und dem Erkennen des Beziehungspartners dem jeweiligen Entwicklungsschwerpunkt der eigenen und der anderen Person gerecht werden. So können sich zwei Partner zu einer „offenen“ Beziehung bekennen, aber ganz unterschiedliche Motivationen haben, z.B. egozentrische Triebhaftigkeit oder ein pluralistisches Denken, das aus der Vielfalt der Beziehungspotentiale schöpfen möchte. Solche Asymmetrien werden ob kurz oder lang zu Problemen führen, wenn die Divergenzen von den Partnern schließlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Schwierig wird es auch, wenn einer der Partner bereits ein integrales Beziehungsverständnis entwickelt hat und sein Gegenüber sich in der eigenen Zustimmung zu einem solchen Modell überschätzt, denn nicht geheilte Beziehungsperspektiven früherer Entwicklungsstufen werden sich dann zeigen. Nimmt der höher entwickelte Partner dies wider besseres Wissen einfach hin, wird die Beziehung schnell zur Lüge, an der mindestens der weniger entwickelte Partner leidet.<strong> </strong></p>
<h4>Schatten und Projektion</h4>
<p>Womit wir bei der Frage der Schatten und Projektionen sind, denn asymmetrische Beziehungen sind nicht zwingend einer klar erkennbaren Lüge geschuldet, sondern können ebenso durch das Unerkannte, nicht Bewusste entstehen. Ist meine kognitive Entwicklung stärker vorangeschritten als meine emotionale, werde ich mir vielleicht ein Partnerschaftsmodell aussuchen, dem ich gefühlsmäßig noch gar nicht gewachsen bin. Die spürbare Unerfülltheit meiner Beziehung werde ich dann unbewusst auf meinen Partner projizieren. Umgekehrt kann es mir immer wieder passieren, dass ich an Partner oder Partnerinnen gerate, die mir emotional „noch nicht gewachsen“ sind. Die Vorwürfe, mit denen ich dann im Zweifel konfrontiert werde, sind jedoch nicht nur Indiz für die tatsächliche Asymmetrie, sondern konfrontieren mich mit dem eigenen Schatten, den/die Partner/in nicht auf seinem/ihrem Beziehungsschwerpunkt angemessen berühren zu können.</p>
<blockquote><p>Überall da, wo heftige Abwehrreaktionen auftreten, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass eigene Aspekte und Selbstanteile auf dem Entwicklungsweg verdrängt und projiziert werden.</p></blockquote>
<p>Die heutige Pluralität und Vielfalt gelebter Beziehungsformen ist auch eine Möglichkeit, eigenen Schattenanteilen nachzuspüren. Überall da, wo heftige Abwehrreaktionen auftreten, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass eigene Aspekte und Selbstanteile auf dem Entwicklungsweg verdrängt und projiziert wurden und im Außen bekämpft werden, anstatt sie innerlich zu integrieren. Wer Monogamie aufwertet unter gleichzeitiger Ablehnung, Abwehr oder gar Verteufelung von Polyarmorie, der oder die hat dort wahrscheinlich einen Schatten, und würde selbst gerne mehr polyarmor leben. Andersherum kann sich eine uneingestandene Sehnsucht nach monogamer Verlässlichkeit und Konvention in einer heftigen Gegenreaktion auf alles „Traditionelle“ zeigen. Beziehungen, in welcher Form auch immer, sind ein sehr direkter Weg zur Schattenintegration, vorausgesetzt wir sehen unsere Irritationen darin auch als eine eigene Lernaufgabe und nicht nur als Fehler oder Probleme der anderen. <strong></strong></p>
<h4>Schüler-Lehrer-Beziehungen</h4>
<p>Das angesprochene Dilemma von Asymmetrie und die Schattendynamik ganz allgemein zeigen sich immer wieder auch in Schüler-Lehrer-Beziehungen, im schlimmsten Fall als Missbrauch. Ob Schüler-Lehrer-Beziehungen platonisch oder sexuell sind – immer bildet ihren Rahmen eine institutionalisierte Asymmetrie, die darauf basiert, dass der Lehrer/die Lehrerin höher entwickelt ist als diejenigen, die ihm/ihr folgen. Der wunde Punkt: Kaum ein Mensch erreicht in allen Lebensbereichen die gleiche Entwicklungshöhe. Sexuelle Verfehlungen spiritueller Lehrer sind dann ein Indiz dafür, dass sie die eigene Kompetenz überschritten und/oder die Fähigkeiten der Betroffenen überschätzt haben.</p>
<blockquote><p>In der Schüler-Lehrer-Beziehung wird das Thema Verantwortlichkeit zum heißen Eisen.</p></blockquote>
<p>Die Frage der Verantwortlichkeit wird hier zum heißen Eisen. Traditionell argumentierend trägt der Lehrer die Verantwortung für seine Schüler, so dass ihm die „Schuld“ an Grenzüberschreitungen zugemessen wird. Ein moderner Blickwinkel wird auch die Eigenverantwortlichkeit der Schüler ins Spiel bringen, die Notwendigkeit, die eigenen Grenzen zu erkennen und ihnen gemäß zu handeln. Entwickelt sich dann eine vermeintlich transzendente Liebesbeziehung zum amourösen Desaster, kann die damit verbundene Ent-Täuschung im günstigen Fall zu einem konstruktiven Lernprozess werden (der, das scheint unvermeidlich, auch mit schmerzhafter Selbsterkenntnis verbunden ist).</p>
<p>Eine solche Einsicht führt nicht zwangsläufig zu postmoderner Beliebigkeit, die Lehrer von ihrer Verantwortung freispricht. Sie könnte es bestenfalls sogar ermöglichen, dass Lehrer, die von einem mündigen Gegenüber mit den eigenen Schwächen konfrontiert werden, Einblicke in die eigenen Schatten gewinnen. Das tatsächliche Gefälle zwischen Lehrer und Schüler wird im postmodernen Pluralismus gerne unterschätzt. Wo der Lehrer zum Geliebten wird, gewinnt auf Schülerseite nur allzu leicht (nicht zuletzt aus hormonellen Gründen) eine emotionale Komponente die Oberhand, die sich nach integraler Flughöhe sehnt, diese aber noch nicht halten kann. Erkennt der Lehrer das nicht, sind die Konsequenzen tragisch; erkennt er es und setzt sich über diese Einsicht wissend hinweg, verletzt er bewusst die Integrität seines Gegenübers.</p>
<h4>Öffentlichkeit und Privatsphäre (Transparenz und Diskretion)</h4>
<p>Da diese Schattenaspekte für die Betroffenen nicht erkennbar sind, kommt der Frage der Transparenz im Kontext von Schüler-Lehrer-Beziehungen eine besondere Bedeutung zu. Die Dramatik vieler Missbrauchsfälle ist nämlich der Heimlichkeit geschuldet, dem Fehlen einer konstruktiven Außenperspektive auf die Beziehungsrealität, die manche Verwerfung bereits im Keim hätte sichtbar machen können. Während in Beziehungen auf Augenhöhe die Frage, welche Aspekte der Beziehung öffentlich gelebt werden wollen und welche sich in diskreter Privatheit abspielen, eine bewusste Entscheidung unter Gleichen abbildet, kann davon in per se nicht symmetrischen Beziehungen nicht ausgegangen werden. Transparenz wird dann zur Chance, das eigene Verhalten in weiteren Kontexten zu spiegeln und einer kritischen Supervision zu unterziehen, während Heimlichkeiten eher ein Indiz für unbewusste Verschleierungstaktiken sind.</p>
<blockquote><p>Transparenz ist eine Chance, das eigene Verhalten in weiteren Kontexten zu spiegeln und einer kritischen Supervision zu unterziehen.</p></blockquote>
<h4>Zeitgeist und skilful means</h4>
<p>Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass Spiritualität und Eros ein Wachstumsfeld der besonderen Art markieren, das – schlicht weil die Menschheit als Ganzes noch weit von einer integralen Perspektive entfernt ist – allzu leicht zum Minenfeld wird. Gerade wenn es um die Betrachtung von Verfehlungen anderer geht, schwingt nur allzu leicht auch die Kompensation des eigenen – oft unbewussten – Schmerzes mit. Der Standpunkt unserer Urteile und Erklärungen ist immer relativ, und gerade dann, wenn es uns gelingt, diesen Standpunkt zu erkennen, können wir die Reibungen, die in unseren Beziehungen entstehen, konstruktiv als Wachstumsimpulse nutzen. Deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle einladen, Ihre eigene Perspektive zum Thema tiefer zu erkunden. Im Kasten „Das spirituelle Urteilsvermögen schärfen“ finden Sie verschiedene Fragen, die Ihnen dabei helfen können. „Junge Menschen, die Anfänger in allem sind, können die Liebe noch nicht: Sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen. Lernzeit aber ist immer eine lange, abgeschlossene Zeit, und so ist Lieben für lange hinaus und weit ins Leben hinein“, sagte der große Dichter Rainer Maria Rilke. In diesem Sinne wächst unsere Liebesfähigkeit mit den Fragen, denen wir uns stellen.</p>
<blockquote>
<h4>Eros und Ethik: Das spirituelle Urteilsvermögen schärfen</h4>
<p><em>Möge ein jeder von euch seine oder ihre größte Tiefe und Fähigkeit für Weisheit und Beurteilung dabei finden, und diese nicht nur auf die Gafni-Situation anwenden, sondern auch auf das eigene Leben, von Augenblick zu Augenblick. Lasst uns diesen Fall als eine weitere Gelegenheit betrachten, bei der wir unser spirituelles Urteilsvermögen schärfen, um es dann weise anzuwenden.</em> (Ken Wilber in einem aktuellen Kommentar zu Marc Gafni)</p>
<ul>
<li>Was informiert mich in Diskussionen (wie der über das Verhalten von Marc Gafni) über das Thema Eros und Ethik, und was affektiert mich (regt mich auf, ärgert mich, lässt mich nicht los …)?</li>
<li>Tauchen dabei Gefühle von Hass, Wut, Unversöhnlichkeit, Selbstgerechtigkeit, Schadenfreude, Rache in mir auf – und wie gehe ich damit um?</li>
<li>Welche Themen stehen für mich im Vordergrund (Macht, Ohnmacht, Sex, Abhängigkeit, Wahrhaftigkeit, Täuschung, Gerechtigkeit, Missbrauch, …)</li>
<li>Warum sind es gerade diese Themen, und wie ist mein biografischer Hintergrund dazu (wie habe ich diese Themen auf meinem Lebensweg erfahren)?</li>
<li>Um welche anderen Themen könnte es dabei noch gehen (die ich bisher ausgeblendet habe)?</li>
<li>Informiere ich mich offen oder selektiv?</li>
<li>Ist mir bewusst, dass sich eine Informationslage entwickelt und dass niemand jemals eine „totale Informiertheit“ haben wird?</li>
<li>In welcher Art von hierarchischer Abfolge sehe und werte ich das ethische Verhalten von Beziehungs-Beteiligten (z.B. egozentrisch, traditionell-soziozentrisch, modern-weltzentrisch, integral)?</li>
<li>Wie verhält es sich meiner Meinung nach mit Vorsatz (Absicht) und Fahrlässigkeit (z. B. Leichtgläubigkeit) in einer gegebenen Situation?</li>
<li>Welche meiner Mindsets und Glaubenssätze werden durch die Thematik aufgerufen (welche „Voices“ höre ich in mir – und kann sie mir damit bewusst machen)?</li>
<li>Übernehme ich für meine Wahrnehmung die volle Verantwortung?</li>
<li>Habe ich eine klare Meinung zum Thema Eros und Ethik und wie würde ich diese in ein paar Sätzen formulieren?</li>
<li>Welche Perspektiven sind für mich völlig inakzeptabel und warum?</li>
<li>Wie erlebe ich in dieser Situation die „Täter/Opfer“-Dynamik?</li>
<li>Bin ich bereit, meine Meinung auch zu ändern, oder habe ich mich festgelegt?</li>
<li>Wie wäge ich in diesem Kontext die Balance von Gnade und Recht ab?</li>
<li>Inwieweit kann ich (will ich) die Perspektiven von verschiedenen Beteiligten einnehmen (soweit ich Kenntnis davon habe)?</li>
<li>Wie ist die Ausgewogenheit von a) subjektiver eigener Reflektion, b) intersubjektivem Austausch und c) objektiver Faktensuche bei mir?</li>
</ul>
</blockquote>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin Integrale Perspektiven, <a href="http://integralesleben.org/home/if-integrales-forum/zeitschrift-integrale-perspektiven/ip-aktuelle-ausgabe/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 21</a></em></p>
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		<item>
		<title>Umgang mit Tod macht lebenslustig</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/04/22/umgang-mit-tod-macht-lebenslustig/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 20:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Bewusstsein über eigenes Ende fördert Menschlichkeit Wien (pte) — Beschäftigung mit dem Tod deprimiert nicht, sondern macht glücklicher und sozialer. Zu diesem Schluss kommt Kenneth Vail von der University of Missouri. Mit seinem Team hat er Studien gesammelt, die bestätigen, dass sich die Auseinandersetzung mit dem Tod positiv auf das Leben auswirkt. Tod bringt Toleranz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Bewusstsein über eigenes Ende fördert Menschlichkeit</h2>
<div id="attachment_4755" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/04/564394_web_R_by_Jörg-Sabel_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4752]"><img class=" wp-image-4755 " title="Bunte Gießkannen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/04/564394_web_R_by_Jörg-Sabel_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Jörg Sabel / pixelio.de</p></div>
<p>Wien (pte) — Beschäftigung mit dem Tod deprimiert nicht, sondern macht glücklicher und sozialer. Zu diesem Schluss kommt Kenneth Vail von der <a href="http://missouri.edu" target="_blank" rel="external nofollow">University of Missouri</a>. Mit seinem Team hat er Studien gesammelt, die bestätigen, dass sich die Auseinandersetzung mit dem Tod positiv auf das Leben auswirkt.</p>
<h4>Tod bringt Toleranz und Pazifismus</h4>
<p>Die Analyse der aktuellen Literatur zum Thema zeigt, dass sogar die unbewusste Beschäftigung mit der Endlichkeit förderlich für den Umgang mit den Problemen des Lebens sein kann. So ist ein Spaziergang über den Friedhof nicht etwa gruselig oder betrüblich, sondern fördert sogar die körperliche Gesundheit. Zudem sind Menschen, die sich mit dem Tod beschäftigen — ob bewusst oder unbewusst — sozialer zu Mitmenschen.</p>
<p>»Andere Feldversuche und Laborexperimente haben diese und ähnliche Befunde repliziert. Das Bewusstsein des Todes erhöht die Toleranz, die Mitmenschlichkeit, die Empathie und sogar den Pazifismus«, sagt Vail. Wenn sich Menschen an ihre Endlichkeit erinnern, entscheiden sie sich auch für eine gesündere Ernährung, rauchen weniger und treiben mehr Sport.</p>
<h4>Mehr Bejahung des Lebens</h4>
<p>Jörg Bauer, Sprecher von <a href="http://aspetos.at" target="_blank" rel="external nofollow">Aspetos</a>, ein von Bestattern finanziertes soziales Netzwerk, kann die Ergebnisse aus eigener Erfahrung bestätigen. »Leute, die sich intensiv mit dem Thema befassen, sind lebensbejahender«, sagt Bauer gegenüber pressetext. Alltägliche Probleme verlören an Relevanz. »Würden 100 Prozent der Menschheit ihre Endlichkeit erfassen, gebe es Weltfrieden. Wenn sich die Menschen bewusst machen, dass das Leben endlich ist, wird niemand jemandem weh tun wollen.«</p>
<p>Nur laufe unser Wirtschaftssystem nicht auf der Basis von Mitmenschlichkeit. »Das Bewusstsein über das eigenen Ende wäre schlecht für die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form. Aber diese Wirtschaft ist schlecht für den Menschen — was wir brauchen, ist eine gesunde Wirtschaft«, so das Credo Bauers.</p>
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		<title>Sturmerprobte Weisheit</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/26/sturmerprobte-weisheit/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 13:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[60+]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Plädoyer für eine neue Alterskultur Die Potenziale des Alters zu sichten und gesellschaftlich besser zu nutzen, ist Ziel eines Projekts der Alanus Hochschule bei Bonn. Ein Brainstorming über ein sich wandelndes Bild reifen Lebens. Halten Sie bitte einen Moment inne und überlegen Sie, ob Sie diesen Artikel wirklich lesen möchten. Durchschnittlich fünf Minuten wird es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Plädoyer für eine neue Alterskultur</h3>
<div id="attachment_4697" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/305416_web_R_by_moni.sertel_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4695]"><img class=" wp-image-4697 " title="Ich habe noch etwas zu sagen…" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/305416_web_R_by_moni.sertel_pixelio.de_-225x300.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: moni.sertel / pixelio.de</p></div>
<p>Die Potenziale des Alters zu sichten und gesellschaftlich besser zu nutzen, ist Ziel eines Projekts der Alanus Hochschule bei Bonn. Ein Brainstorming über ein sich wandelndes Bild reifen Lebens.</p>
<p>Halten Sie bitte einen Moment inne und überlegen Sie, ob Sie diesen Artikel wirklich lesen möchten. Durchschnittlich fünf Minuten wird es dafür brauchen und für den Fall, dass Sie ihn zwei Mal lesen wollen oder müssen, sind das immerhin schon zehn Minuten, was zwar nicht einmal ein Prozent Ihrer Tageszeit ausmacht, aber doch von Ihrer Gesamtlebenszeit abgehen wird und möglicherweise eine Zeitspanne darstellt, mit der Sie weitaus Wichtigeres tun könnten. Denn die schlechte Nachricht ist: Wir altern in dieser Zeit. Doch ist das wirklich eine schlechte Nachricht?</p>
<p>Fakt ist: Unser Herz schlägt einmal weniger mit jedem Schlag und in den Industrieländern sterben 90 Prozent der Menschen an altersbedingten Ursachen. Dennoch werden wir alle immer älter. Die statistische Lebenserwartung eines Mädchens, das heute geboren wird, liegt schon bei über 100 Jahren und Forscher rechnen dank medizinischer Errungenschaften mit noch weit höheren Lebenserwartungen.</p>
<p>Der Lebenszeit wird eine immer größere Bedeutung beigemessen. In dem Science-Fiction Thriller <em>In Time</em>, der im nächsten Jahr in unsere Kinos kommen wird, ist Lebenszeit zum offiziellen Zahlungsmittel geworden. Eine implantierte digitale Anzeige am Unterarm verrät, wie viel „Guthaben“ noch verbleibt. Arme sterben früh, Reiche leben ewig. Auch jenseits dieser Utopie gilt Lebenszeit als kostbare Ressource und Altern als unser ältester Feind. Doch liegt das nicht auch an unserem vom Jugendwahn geprägten, negativen Image des Älter-Werdens, das klischeehaft mit schwerkraftbedingtem und zellulärem physischem Zerfall, mit all seinen unangenehmen Begleiterscheinungen wie Falten, Altersflecken, Haar– und Zahnverlust in Verbindung gebracht wird? Vom typisch-talgigen, Kölnisch Wasser-resistenten Altersgeruch oder dem vermeintlichen mentalen Abbau und dem immer starrsinnigeren Verhalten ganz zu schweigen. Das Leben wird beschwerlicher. „Man ist alt, wenn man sich beim Binden der Schnürsenkel überlegt, was man sonst noch tun könnte, wenn man schon mal unten ist“, sagte mir vor Kurzem ein älterer Herr, dem ich in eben dieser Pose meine Hilfe angeboten hatte.</p>
<h4>Der Schatz im Silberhaar</h4>
<p>Doch was ist mit dem Bild des Alters, das wir aus Märchen und Mythen kennen, vom weisen alten Mann oder der klugen Großmutter, die mit einem liebevollen (zahnlosen) Lächeln auf jede Frage eine Antworte wusste? Das Alter als Rat der Weisen. Jene Menschen, die Lebensweisheit erworben haben, die nichts mehr so schnell aus der Ruhe bringt, die Erfahrung haben. Echte Kenner und Könner auf ihrem Gebiet. Es braucht etwa zehn Jahre an Beschäftigung mit einer Sache, bis man sich dem Intuitionsforscher Dreyfus zufolge als Experte bezeichnen kann. „Altersweisheit ist biografiegeprüft, sturmerprobt und konfliktgeübt“, formuliert es Prof. Dr. Peter Schneider und spricht mitunter auch humorvoll vom „Schatz im Silberhaar“. Schneider ist Initiator des Forschungsprojektes „Neue Alterskultur“, das seit September an der Alanus Hochschule in Form eines Zertifikatsstudiengangs der Frage nach geht, wie neue Formen des Alterns aussehen könnten, welche Bedeutung die eigene Biografie dabei hat und wie man das Potenzial der Älteren bestmöglich in die Gemeinschaft einbringen kann. Ein Kernthema bildet hier das „Bürgerschaftliche Engagement“. Durch diese Form des Einsatzes können sich Menschen im dritten Lebensabschnitt sinnstiftend, kompetent und generationsübergreifend zum Wohle einer demokratischen Gesellschaft einbringen. Projektorientiert, auf wissenschaftlicher Grundlage und mit Zertifikat. Die Alanus Hochschule sieht sich hier als „Wahrnehmungsorgan für gesellschaftliche Realitäten“, wie es Rektor Dr. Marcelo da Veiga bei der Vorstellung des Projekts beschrieb. Die Hochschule will mit diesem Pilot-Projekt ihrem Anspruch als „Hochschule für Kunst und Gesellschaft“ gerecht werden, sowie auch dem von Joseph Beuys entwickelten Begriff der „Sozialen Plastik“, der unsere Gesellschaft als künstlerisch zu formenden Organismus fasst. Ermöglicht wird das gebührenfreie Studium durch die Förderung der Software AG-Stiftung und der Hannoverschen Kassen. Gerade Letztere gehen mit diesem Projekt weit über die Fürsorge und Leistungen anderer Versicherungen hinaus.</p>
<h4>Potenzial statt Defizit</h4>
<p>Bei allen Bemühungen um Nachhaltigkeit leistet sich unsere Gesellschaft momentan eine große Vergeudung der einzigartigen Potenziale und Ressourcen, die im Alter zu finden sind. Der Gedanke, dass wir uns als Gemeinschaft und Kultur dann weiterentwickeln, wenn junge Ideen <em>und</em> frisches Denken sich mit der Erfahrung und reifem fachlichen Wissen, dem sprichwörtlichen „Know How“, verbinden, würde weit tragen.</p>
<p>Ein Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit: Viele der Berufsanfänger, die in den 90er Jahren nach Berlin strömten, um mit Startup-Unternehmen, innovativen Konzepten, kühnen Businessplänen oder als junge Berater große Karriere zu machen, sind hoffnungslos und hoch verschuldet gescheitert. Nicht weil die Ansätze schlecht waren, sondern weil einfach die nötige Erfahrung fehlte. Hier möchte das Forschungsprojekt eine Brücke schlagen und auch jüngere Studenten für den „Dialog der Generationen“ begeistern. Alter(n) ist ein Thema ohne Altersbegrenzung und die Auseinandersetzung damit kann nicht früh genug beginnen. Die demografische Entwicklung und nicht zuletzt das marode Rentensystem lassen erahnen, dass Altern künftig neue Formen annehmen wird und ein hohes Maß an Kreativität erfordert, wenn wir Verhältnisse vermeiden möchten wie es etwa die düstere ZDF TV-Doku-Fiction <em>2030 – Aufstand der Alten</em> vor einiger Zeit aufzeigte oder vor denen der Altersforscher Reimer Gronemeyer mit Büchern wie <em>Kampf der Generationen</em> warnt.</p>
<h4>Neue Gesichter des Alter(n)s</h4>
<p>Zukünftig wird aller Voraussicht nach das Alter völlig neue Ausdrucksformen finden, wenn sich in absehbarer Zeit ein Publikum mit hängenden Tätowierungen zum Seniorenschwimmen einfindet und Kaffeefahrten eher Veranstaltungen wie die Love-Parade zum Ziel haben werden als das Zillertal. Jede Generation wird ihr eigenes Alter haben, mit unterschiedlichen Bedürfnissen und vor allem auch Nöten, wie Vereinsamung und Altersarmut, die jetzt schon in erschreckendem Maße existieren.</p>
<p>Für die Bildung stellt diese Entwicklung eine große Herausforderung dar. Wie möchte man in zwölf Schuljahren auf ein Leben vorbereiten, das unter Umständen eine Lebensspanne von mehr als einem Jahrhundert umfasst und von ständigen beruflichen und privaten sowie gesellschaftlichen Veränderungen geprägt sein wird? Welches Wissen und welche Werte werden dafür gebraucht? „Lebenstauglichkeit“ und „Biografie-Kompetenz“ sind Begriffe, denen hier eine völlig neue Bedeutung zukommt. „Existential Knowledge“ antwortete Nicanor Perlas einmal auf die Frage, was er für den Kern von Bildung halte: Zu wissen, <em>wie</em> man lebt und die Fähigkeit, sich in einem Prozess des lebenslangen Lernens Dinge immer wieder neu anzueignen.</p>
<p>1900 rief die schwedische Pädagogin Ellen Key das „Jahrhundert des Kindes“ aus und läutete damit die Entdeckung und Förderung der Kindheit als autonomer Lebensphase ein. Heute stehen wir vor einer weiteren Entdeckung, und ein anderer bislang verachteter Lebensabschnitt rückt in den Fokus. „Alter wird nicht als Appendix des Lebens, nicht als Defizitmodell der Jugend verstanden, sondern als selbstgeschaffenes, historisch einmaliges und ganz neues Territorium des Lebens. Noch nie in der menschlichen Geschichte wurden so viele Menschen gleichzeitig so alt“, sagt Professor Schneider und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Wissen Sie, Alter hat einfach Zukunft.“</p>
<p>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin Info3, <a href="http://www.info3.de/c5-style/index.php/magazin/info3/archiv/2011/oktober/sturmerprobte-weisheit/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe Oktober 2011</a></p>
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		<title>Intelligenz hängt vom Essverhalten ab</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 12:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Kinder sind klüger, wenn sie als Säuglinge nach Bedarf gefüttert werden</h2>
<div id="attachment_4692" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/564889_web_R_by_Helene-Souza_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4689]"><img class=" wp-image-4692 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/564889_web_R_by_Helene-Souza_pixelio.de_-300x228.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Kleinkind: Selbstbestimmtes Essen macht klug (Foto: pixelio.de, Helene Souza)</p></div>
<p>Essex/Krefeld (pte) — Säuglinge, die nach Bedarf gefüttert werden, sind später besser in ihren schulischen Leistungen als jene, die nach einem Zeitplan ernährt werden. Das haben Forscher vom Institut für Sozial– und Wirtschaftsforschung (ISER) an der <a href="http://iser.essex.ac.uk" target="_blank" rel="external nofollow">University of Essex</a> zusammen mit ihren Kollegen von der <a href="http://ox.ac.uk" target="_blank" rel="external nofollow">University of Oxford</a> herausgefunden. Ungewöhnlich sei das nicht, wie Doris Steinkamp, Präsidentin vom deutschen <a href="http://vdd.de" target="_blank" rel="external nofollow">Bundesverband der Diätassistenten</a>, gegenüber pressetext feststellt.</p>
<h4>Viele offene Fragen</h4>
<p>»Kinder können vielleicht eine höhere Intelligenz entwickeln, wenn man ihnen eine Entscheidungskompetenz überlässt«, sagt Steinkamp. Die britischen Forscher sind sich jedoch nicht sicher, ob sich ein solcher Zusammenhang konkretisieren lässt. »Wir können nicht definitiv sagen, warum diese Intelligenzunterschiede auftreten, obwohl wir eine Reihe von Hypothesen haben«, sagt Maria Iacovou, Studienleiterin vom ISER.</p>
<p>Selbst wenn das Bildungsniveau der Eltern, das Familieneinkommen und Erziehungsmethoden berücksichtigt werden, kommen die Forscher auf den Unterschied in den Intelligenztests mit Schulkindern. »Der IQ-Unterschied der Kinder tritt sowohl bei gestillten Babys als auch bei Babys aus, die mit der Flasche ernährt wurden. Wichtig ist nur, ob sie nach Bedarf oder nach einem Zeitplan gefüttert wurden«, so Iacovou.</p>
<h4>»Flaschenkinder« im Nachteil</h4>
<p>Die Untersuchung befasste sich mit drei Arten von Mutter-Kind-Konstellationen: Jene, die das Baby nach einem Zeitplan füttern, außerdem Mütter, die das versucht haben, was ihnen aber nicht gelungen ist sowie Mütter, die nach Bedarf fütterten. »Dies ist die erste Studie dieser Art«, sagt Iacovou. Andere Forscher haben den Zusammenhang zwischen gestillten Säuglingen und einer höheren Intelligenz im Gegensatz zu »Flaschenkindern« bewiesen.</p>
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		<title>Erotische Ökologie</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 00:46:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das hartnäckige Streben nach persönlicher Erfüllung in der Liebe ist, bei Licht betrachtet, ein ökologisches Drama. Es folgt dem Prinzip des Nehmens von begehrenswerten Ressourcen statt dem der Gabe, des ­Teilens und des Loslassens. In den ersten Februartagen, als es eisig war und in weniger als einer Woche die Gewässer um Berlin erstarrten, überzogen mit einer unwirklich weißen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4651" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/image_wide.jpg" rel="lightbox[4649]"><img class=" wp-image-4651 " title="Erotische Ökologie" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/image_wide-300x168.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: www.natalietoczek.de</p></div>
<p><em>Das hartnäckige Streben nach persönlicher Erfüllung in der Liebe ist, bei Licht betrachtet, ein ökologisches Drama. Es folgt dem Prinzip </em><em>des Nehmens von begehrenswerten Ressourcen statt dem der Gabe, </em><em>des ­Teilens und des Loslassens.</em></p>
<p>In den ersten Februartagen, als es eisig war und in weniger als einer Woche die Gewässer um Berlin erstarrten, überzogen mit einer unwirklich weißen Decke, ging ich mit Esther und den Kindern zum Eislaufen auf den Glienicker See. Eine gelbe Sonne verlieh den Figuren lange Schatten und legte einen Hauch von Wärme in die gefrorene Luft.</p>
<p>Halbwüchsige hatten Flächen vom Schnee befreit und zu Eishockey-Feldern verwandelt, auf denen sie einander jagten, mit fliegenden Schals und roten Gesichtern. Eltern zogen ihre Kleinen auf Schlitten über die Ebene. Alles schien in Bewegung. Und doch war der See so groß, dass weite Flächen unberührt dalagen und erst unsere sirrenden Kufen Spuren hineinschnitten.</p>
<p>Esther hatte sich von mir gelöst und glitt über das leere Weiß. Sie war eine große Sportlerin, der es heute oft fehlt, ihren Körper in der Lust seiner Bewegung zu spüren. Sie zog Kreise über das Eis, drehte sich im Schwung, fuhr ein Stück rückwärts, beschrieb Pirouetten, kehrte zurück und flog an mir vorbei. Sie saugte die Ferne, die ihr zu Füßen lag, geradezu auf. Es war kalt auf meinen Wangen, und ich konnte die Kälte auf ihren sehen, den Glanz ihrer Augen, die mich nicht wahrnahmen, während sie mich passierte.<br />
Sie war hingegeben an den rasenden Schwung, den fliegenden Puls, die bebende Lust der Glieder. Sie hatte für einen Zeitbruchteil in der Bewegung ihr Gleichgewicht gefunden. Ich aber war nicht Teil dieser Harmonie. Es sah aus wie ein Tanz. Ja, es war ein Tanz, im singenden Eis, und sie tanzte ihn mit einem Schemen, der aus einer Sinnlichkeit gemacht war, die ich nicht zu teilen vermochte, nicht beim besten Willen.</p>
<p>Es versetzte mir einen Stich, Esther so verloren zu sehen, auf diesem frischesten Weiß, das sich langsam mit der Röte des Abends vollsog. Es versetzte mir einen Stich, und doch erfüllte es mich mit Leichtigkeit und Freude, den Tanz dieser Sehnsucht zu sehen, die sich schon in der Grazie der Bewegungen erfüllte, ohne dass sie mich in irgendeiner Weise enthielt. Ich liebte ihre Eleganz plötzlich mit derselben Intensität wie diese ganze gefrorene Welt in ihrer Strahlkraft, die nicht wärmte. Durch das Eis liefen Schauer, sein Panzer klagte gequält unter dem Druck. Der See stieß langgezogene Seufzer aus, als wären unter seiner Decke Wale gefangen. Eine unheimliche Welt, durch die ich glitt, und doch konnte ich nicht anders, als sie für ihre Schönheit zu verehren.</p>
<h4>Von mir fort lieben</h4>
<p>Auch Esther, so wusste ich auf einmal, konnte ich nur lieben. Ich musste sie geradezu von mir fort lieben und hin zu ihr selbst, in jene Welt der Grazie und der wortlosen motorischen Lust, die mir nicht im Geringsten angehörte. Wirkliche Empathie für sie hieß, eine Freiheit zuzulassen, die mir gefährlich schien. Aber es ging nicht um mich. Es ging um diesen kristallscharfen Splitter Schönheit, der aus ihren Augen funkelte und der in meiner Seele steckte.</p>
<p>Ich dachte zurück an die langen Nachmittage meiner Kindheit auf den kleinen, eisbedeckten Teichen, als ich meinem Schwarm Mara auf Kufen hinterhergehastet war, einfältig und atemlos, begierig nach einem Splitter Aufmerksamkeit, und als ich doch immer nur Stürze produzierte, die ihr ein verächtliches Naserümpfen und ein abschätziges Schütteln des blonden Pagenkopfs abnötigten.</p>
<p>Ich sah Esther nach, und plötzlich schien mir: Nicht das warme Lächeln, das aufmunternde Nicken im Vorbeigleiten war die wahre Übung der Liebe, sondern die Ferne zwischen uns. Diese Ferne auszuhalten, sogar zu erweitern und sie sich ganz mit der Persönlichkeit des anderen füllen zu lassen. Ich kam auf dem Eis unbeholfen zum Stehen und staunte.<br />
Konnte es sein, dass wir uns alle in der Liebe täuschten? Dass wir übersahen, dass Bindung nicht im Gegensatz zur eigenen Freiheit und der des anderen steht, sondern mit ihr eine fruchtbare Polarität bildet? Wenn wir über Liebe sprechen, denken wir vor allem an Paare, an Zweisamkeit und Einklang. Wir denken an die Liebe zu uns selbst, nicht an die Liebe zur Welt. Aber Eros, der griechische Gott, galt schon in der Antike als tragische Gestalt. Er war nicht der Gott der genussvollen Erfüllung, sondern jener der emotionalen Intensität, die auch oder gerade in der Abwesenheit brennt.</p>
<p>Wenn lieben hieße, den Geliebten von mir fort zu lieben statt ihn zu meinem Besitz zu machen, waren wir dann nicht alle in einem gewaltigen Irrtum befangen? Hatten wir womöglich kollektiv vergessen, was als entscheidendes Moment Liebe erst gebar? Dass sie nicht ein beglückender Flirt war, sondern Maßstab des Gelingens jeder Beziehung? Hatten wir uns im Streben nach einer möglichst angenehmen Existenz, Anerkennung und allabendlichem Vergessen in ein Bild des Liebens verrannt, das uns von der Lebendigkeit fortführte und immer tiefer in eine Spirale der Bedürfnisse hineinsaugte, in deren Mitte nur das optimierte eigene Ich stand? Wir leben heute zwar in einer Zeit, in der das Gefühl für den anderen beständig im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht. Menschen wandern als permanente Liebessucher durch die Welt. Doch es scheint gegenwärtig, in der Zeit ubiquitärer Erotik und immerfort winkenden Verliebtheitsglücks geradezu eine Seltenheit, wenn jemand, der die Liebe gefunden hat, sie nicht wieder verliert.</p>
<h4>Festhalten und loslassen</h4>
<p>Wir wissen zum Beispiel, dass ein Drittel aller Ehen geschieden wird, auf dem Eis der Herzen mit in die Ferne gerichtetem Blick gescheitert. Wir wissen, dass in Großstädten wie Berlin ein Drittel aller Kinder in getrennten Haushalten aufwächst, weil ihre Eltern nicht aufhören, nach dem für sie Richtigeren zu fahnden. Es gibt ein neues Waisentum, das nicht Seuchen und Kriege zur Ursache hat, sondern die Glückssuche ihrer bis zum Lebensende jung bleibenden Eltern. Die Lebenssicherheit der Kinder müsse daran nicht in Scherben gehen, glauben Psychologen und Pädagogen – etwa der Schweizer Kinderarzt Remo Largo in seinem Buch »Glückliche Scheidungskinder«. Eine amerikanische Langzeitstudie, die seit den 1980er Jahren Trennungskinder bis in ihr Erwachsenenleben begleitet, zeichnet ein anderes Bild. Es ist ein tiefes Trauma, plötzlich keine Eltern mehr zu haben, die beschirmen wie eine tröstende Macht, sondern einen separaten Vater und eine vereinzelte Mutter auf der Suche nach dem je eigenen Glück. Ich erinnere mich an das flatternde kleine Herz meiner Tochter, als sie einmal in einer schlimmen Streitsituation ihrer Eltern tonlos in mein Ohr flüsterte: »Wenn ihr euch trennt, will ich nicht mehr leben …«</p>
<p>Die Lektion, die verlassene Kinder für die Gesellschaft der Zukunft mitnehmen, könnte somit einzig darin bestehen, dass man auf dieser Welt alles an sich reißen muss, weil niemand einem etwas schenkt. Dies erst ist der Tod Gottes. Das Ende jeglicher Gnade. Auch die Kinder hieße es also von sich fort zu lieben, in ihr eigenes Leben mit seiner Neugier, seinem Glück, seiner Stabilität hinein zu leiten, ohne selbst beständig zu schauen, in welchem Maß das eigene Glück anschwillt oder abflaut.<br />
Der See unter seinem frostglitzernden Eis, welches das sonst Unerreichbare magisch zugänglich machte, sandte auch Echos dieser kindlichen Stimmen zurück. Denn es war ja eine Kinderlandschaft, die sich auf ihm gebildet hatte. Kinder mit Schlitten erkundeten die runden Eilande, die sie sonst nur in der Ferne auf dem Seespiegel hatten schwimmen sehen. Kinder karriolten durcheinander, schlitterten auf den Hinterteilen weiter, nachdem sie gestürzt waren, wälzten sich als bunte Knäuel aus frost– und wasserdichten Thermoanzügen im Schnee.</p>
<p>All diese Kinder hatten Eltern nötig, die ihnen die Welt aufschlossen – aber nicht dadurch, dass sie ihre Sprösslinge auf die besten Schulplätze drängten, sie mit Spielzeug überschütteten und schon in der Vorschule zum Englischkurs anmeldeten. All diese Kinder hatten Eltern nötig, die sie als Menschen mit dem Bedürfnis nach innerer Freiheit und schöpferischer Produktivität begriffen. Eltern, die im richtigen Moment, auch gegen ihre eigenen Bedürfnisse, festhalten konnten. Eltern, die in einem anderen Moment, wider die eigene Sehnsucht, loszulassen vermochten.</p>
<p>Das Licht wurde röter, als rührte den Himmel eine Art zärtliches Mitleid über soviel Frost auf der Erde. Ich fragte mich: Wieviel hatte ich in meinem Leben von der Liebe erfahren? Gewiss, ich hatte ihren Glutkern auf der Wange gespürt und schlagenden Herzens im Leib, ich war von dem Ergriffensein emporgetragen worden, der rauschhaften Leichtigkeit, dass mich die Gegenwart eines anderen Menschen derjenige sein ließ, der ich in der Tiefe zu sein ahnte, plötzlich, unerwartet und in blendender Klarheit. Ich hatte die Liebe immer in jener Aufwärtsbewegung gesucht. Aber gefunden hatte ich sie in Nächten, in denen ich wieder und wieder erwachte, weil unser Sohn oder unsere Tochter fieberten, an Abenden, wenn ich entkräftet ins Bett fiel nach einem Tag voll getippter Zeilen, verbesserter Hausaufgaben, kleiner Rügen, nächtlich aufgehängter Wäsche; an Tagen, als mein Sohn, nachdem er das Aquarium gereinigt hatte, plötzlich sagte: »Wenn ich die Fische sehe, wie sie leben, bin ich so glücklich.« Ich habe die Liebe in der Aufwärtsbewegung gesucht, aber gefunden habe ich sie öfter mit gekrümmtem Rücken, als Licht inmitten unspektakulärer Mühen.</p>
<p>Auf dem harten, weißen Eis, zwischen all den Menschen, fragte ich mich, ob nicht auch mein eigener Irrtum darin bestanden hatte, Liebe als etwas Privates zu verstehen. Als einen Zustand des Ichs, den ich mit Hilfe eines anderen Ichs erreichen wollte. Vielleicht war die Liebe in Wahrheit kein Gut, das sich erwerben ließ, sondern eher eine Resultierende meiner Verbundenheit inklusive aller ihrer guten – und mühseligen – Verpflichtungen? Also in Wahrheit geradezu ein ökologisches Phänomen?</p>
<h4>Leben als Gabe</h4>
<p>Wenn in der Liebeserfahrung mein Gegenüber in seinem höchsten Glück gerade mein tiefstes Begehren ist, dann enthüllt sich hier etwas Allgemeineres als ein privates Gefühl. Dann wird Liebe zu einem grundsätzlichen Aspekt des Lebendigseins. Sie ist das Erfolgserlebnis belebter Systeme, in denen es ja immer dar­um geht, die Freiheit des Individuums mit der des Ganzen in Einklang zu bringen. Unser hartnäckiges Beharren auf der erfüllenden Beziehung und ihrem privaten Genuss ist in der Tiefe ein ökologisches Drama. Es ist symbolisch für unsere ökologische Krise. Denn zur Idee der Liebe als einer Ressource, für die ich einen anderen Menschen brauche, passt spiegelbildlich die Auffassung, die ganze belebte Welt sei ein Ort des Kampfs um begrenzte Güter und die Evolution eine Geschichte der Sieger im Optimierungswettbewerb. Zu dieser Idee gehört, dass nichts geschenkt ist – weshalb man, um liebenswert zu sein, vor allem seinen Marktwert durch Attraktivität steigern müsse. Eine ökologische Auffassung der Liebe hingegen geht nicht davon aus, dass Glück nur errungen werden kann und davon schlauerweise nichts abgegeben werden darf. Sie glaubt im Gegenteil, dass alles Wesentliche immer schon geschenkt ist – aber nur, indem es von allen geteilt wird.</p>
<p>Eine Sicht der Liebe als ökologisches Phänomen orientiert sich an den Lebensbeziehungen der Biosphäre. Dort stellt ja auch die Konkurrenz nur eine Seite der Wirklichkeit dar. Um die Kaskaden der Stoffe und Existenzen überhaupt auszulösen, ist zunächst einmal eine Gabe ohne jede Gegengabe nötig: das vom Himmel geschenkte Sonnenlicht. Die Stabilität eines Lebensraums wird nicht dadurch gewährleistet, dass Arten und Individuen versuchen, andere zu überflügeln. Die Logik des Lebendigen besteht vielmehr dar­in, dass jede Art von irgendeiner anderen abhängig ist, dass ­jedes Nehmen durch ein Geben aufgewogen wird. Wie tief dieses Prinzip des Schenkens die Welt der Organismen prägt, haben wir wohl noch nicht in Ansätzen verstanden.</p>
<p>So wiegelt etwa das, was Biologen gern als evolutionären »Rüstungswettlauf« bezeichnen, Räuber und Beute nicht nur gegeneinander auf, sondern fesselt sie auch unablöslich aneinander. Winzige im Wasser schwebende Algen etwa, wie sie ähnlich auch unter dem schwarzen Eis im Glienicker See vorkamen, haben im Lauf ihrer Generationen immer kompliziertere Körperpanzer entwickelt, um Krebse, die sich von ihnen ernähren, abzuwehren. Diese brachten im Gegenzug weiter und weiter spezialisierte Mundwerkzeuge hervor. Schließlich hingen die Räuber vollkommen von einer Beuteart ab, weil sie nichts anderes mehr fressen konnten. Sie verschonen alle anderen potenziellen Beutetiere, für die sich andere Formen von Dominanz und Abhängigkeiten eröffnen. Das Resultat ist nicht ein »Besser«, sondern ein »Tiefer«: ein größeres Maß an inniger Verwobenheit, ein intensiverer Grad an realisierter Liebe in einem Biotop, die ein Beobachter vielleicht als dessen Schönheit erfährt.</p>
<p>Jeder Tod eines Organismus bereichert ein Ökosystem an Nahrung und Energie. So müssen etwa Wiesengebiete und Savannen regelmäßig abgefressen werden, um Graslandschaften zu bleiben und sich nicht in Wälder zu verwandeln. In den Worten einer Ökologie der Beziehung heißt das: Die Graspflanzen müssen ihren eigenen Leib hergeben, um weiter die sein zu können, die sie sind.</p>
<p>Vielleicht müsste man, um der Liebe als durchgängigem Lebensprinzip auf die Spur zu kommen, so etwas wie eine »erotische Ökologie« formulieren. Eine erotische Ökologie würde die schöpferischen Begegnungen der Lebewesen nachzeichnen. Sie würde in ihnen nicht nur Ursache-Wirkungs-Ketten sehen, sondern auch Sinnbilder des Existierens, Anleitungen, wie sich die Gleichgewichte der Lebendigkeit in all ihrer Poesie verstehen und nachschöpfen ließen. Eine erotische Ökologie würde die Empfindung von Freude als integralen Bestandteil eines gedeihenden Ökosystems erfassen. Eine erotische Ökologie könnte erkennen, dass jede Beziehung im Lebensnetz Sinn hervorbringt, weil es für die beteiligten Wesen um ihr ganzes Leben geht, also um das existenzielle Begehren, ein Selbst in einem Körper zu sein. Das Erotische daran ist, dass wir uns in dieser Erfahrung alle in jedem anderen widerspiegeln, weil wir alle einen sensiblen, verletzlichen, auf Bindungen wie auf die Luft zum Atmen angewiesenen Körper haben und seine Lust und sein Leid kennen. Eine erotische Ökologie folgt dem, was der südafrikanische Schriftsteller J. M. Coetzee einmal so beschrieb: Sich als lebendig zu fühlen heißt, sein eigenes Sein als Freude zu fühlen. Die Zärtlichkeit des Körpers ist das Erbarmen, nicht die Gier.</p>
<p>Es ist diese Lebenszärtlichkeit, die wir nicht von den anderen als Leistung für uns erwarten dürfen. Im Gegenteil: Wir selbst sind den anderen, mit denen wir das Leben teilen, diese Gabe schuldig. Die Liebe in der Sichtweise einer erotischen Ökologie heißt emphatisch, den anderen fort zu sich selbst lieben zu können und ihn dadurch lebendiger zu machen. Sie heißt, das Ganze aufleben zu lassen, auch unter Inkaufnahme der Versagungen, die das mit sich führen muss – ja, sogar diese Versagungen als eine besondere Übung zu betrachten. Die ökologische Liebeskunst besteht dann darin, einem Menschen über den eines Tages immer notwendigen Abschied hin zu sich selbst zu verhelfen und ihn nicht als einen Besitz zur Optimierung der eigenen Lebenskraft zu behandeln.</p>
<p>Die erotische Ökologie folgt in ihrer Auffassung der Liebe dem Bild der Familie, nicht dem des romantischen Paars. Unser Verhältnis zu den Kindern fädelt das Ökologische und das Emotionale zusammen und gibt uns klare Handlungsanweisungen. Denn hier wissen wir, was gut ist: Wir haben unseren Kindern das Leben geschenkt und wollen ihnen mehr davon schenken, wir wollen sie lebendiger machen mit jeder Faser unseres Herzens. Unsere Kinder sind der erste Ernstfall der Liebe – und unser ökologischer Nullmeridian. Mit ihnen bilden wir das kleinste Kontinuum unseres Lebensnetzes. Wir führen die Sippe fort, als deren Teil wir geboren wurden, das Rudel, das sich in einem Ausschnitt der belebten Welt aus Meeren, Wäldern, Weideland und zugefrorenen Seen behaupten muss – oder besser: dem daran gelegen ist, diesen Ausschnitt erblühen zu lassen, indem es sich klug von den von ihm hervorgebrachten Wesen ernährt – und am Ende selbst von ihnen verspeist wird.</p>
<p>Glückt die Beziehung zu unseren Kindern, haben wir es – vorerst – geschafft, unser Wohl als Teil eines insgesamt intensivierten Lebens zu realisieren. Nicht auf der Jagd nach Erfüllung. Sondern in einem Ausgleich zwischen Schenken und Beschenktwerden. Die Liebe zu den Kindern ist ein Modell der Liebe als Loslassen. Darin ist sie vielleicht das Modell der Liebe zur Welt überhaupt.</p>
<p>Wir zogen uns die hartgefrorenen Eislaufschuhe an der Heckklappe des Wagens aus. Der Hund war schon hineingesprungen, er war zuletzt im Frost von einem Fuß auf den anderen getreten. Meine Tochter maulte, weil ihre Zehen taub waren. Meine Frau sah versonnen vor sich hin, unansprechbar. Ich drehte mich noch einmal zum See. Die Sonne wälzte sich langsam über die Eisfläche und ging dann unmerklich hinter der Ebene unter. Ein rosiger Glanz blieb in der Luft. Es schimmerte wie Perlmutt, ein Licht wie im Inneren einer Muschel, die sich langsam um uns schloss.</p>
<p><em><strong>Liebeslebendigkeit, in Worte gegossen:<br />
</strong>Die Bücher »Alles fühlt« und »Biokapital« von Andreas Weber sind im Berlin Verlag erschienen. Sein letztes Buch »Mehr Matsch! Kinder brauchen Natur« kam bei Ullstein heraus.</em></p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin OYA anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/624-Erotische_Oekologie.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 13/2012</a></em></p>
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		<title>NewEarthCamp 2012, eine persönliche Erfahrung</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 00:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angela Pertinez</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gemeinschaftsbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 24. – 26. Februar hat das diesjährige NewEarthCamp in der Villa Unspunnen in Wilderswil stattgefunden. Ein persönlicher Bericht aus zwei Tagen Camp-Erfahrung. Samstagmorgen Es ist kurz nach acht Uhr morgens und ich bin auf dem Weg ans NewEarthCamp in Wilderswil. Das NewEarthCamp findet zum zweiten Mal statt und ich muss einfach dabei sein. Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4624" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2356.jpg" rel="lightbox[4619]"><img class=" wp-image-4624  " title="NewEarthCamp 2012" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2356-300x224.jpg" alt="" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Plenum zur Erstellung des Tagesprogramms am Sonntag Morgen</p></div>
<p><em>Vom 24. – 26. Februar hat das diesjährige NewEarthCamp in der Villa Unspunnen in Wilderswil stattgefunden. Ein persönlicher Bericht aus zwei Tagen Camp-Erfahrung.</em></p>
<h4>Samstagmorgen</h4>
<p>Es ist kurz nach acht Uhr morgens und ich bin auf dem Weg ans NewEarthCamp in Wilderswil. Das NewEarthCamp findet zum zweiten Mal statt und ich muss einfach dabei sein. Warum ich unbedingt dabei sein will, ist mir in diesem Moment nicht ganz klar.</p>
<p>Als ich im grossen Seminarsaal der Villa Unspunnen ankomme, ist die Begrüssungsrunde  schon fast vorbei. Im Saal sitzen die rund 70 Teilnehmenden, die meisten von ihnen sind schon am Vorabend angereist. Das Camp hat am Freitag mit dem Film <em>Ein neues Wir</em> von Stefan Wolf begonnen – als Einstieg in den thematischen Schwerpunkt des Camps: <em>Gemeinschaft erleben</em>.  Nachdem ich die Begrüssungsregeln verstanden habe, stelle ich mich als Letzte vor, halte mich an die drei Stichworte und sage: «Angela, Bern, Hoffnung».</p>
<p>Das Moderationsteam stellt kurz die Regeln für das Camp vor. Das NewEarthCamp funktioniert nach den Open Space-Prinzipien eines Barcamps, dabei werden Inhalte und Ablauf von den Teilnehmenden selbst gestaltet. Und tatsächlich steht kurz darauf das Programm für den Tag fest, die Workshops, hier Sessions genannt, beginnen.</p>
<div id="attachment_4625" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2348.jpg" rel="lightbox[4619]"><img class=" wp-image-4625 " title="NewEarthCamp 2012" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2348-224x300.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Die volle »Raum-Zeit-Matrix« am Samstag Morgen</p></div>
<h4>Samstagnachmittag</h4>
<p>Wer sich explizit mit neuen Formen des Zusammenlebens fernab vom heutigen Lebensmodell der Mehrheitsgesellschaft beschäftigen will, findet im Camp die Sessions dazu. In diesen Sessions werden die zentralen Fragen aufgeworfen: Was hält eine Gemeinschaft zusammen? Wie und inwieweit lässt sich der individuelle Weg innerhalb eines Kollektivs verfolgen? Abschliessend können diese Fragen nicht diskutiert werden. Aber es wird deutlich, dass Menschen, die eine neue Form von Gemeinschaft leben wollen, genau diese Fragen für sich und ihr Gemeinschaftsprojekt beantworten müssen.  Insofern erfüllt das NewEarthCamp sein Versprechen, ein Gefäss für Austausch, Kooperation und Inspiration zu sein. Weitere Sessions nähern sich dem Thema auf weniger kopflastige Weise, Gemeinschaft und Verbundenheit mit der Welt wird vor Ort erfahren: Beispielsweise durch das Bilden eines Energiekreises oder das WE Game, das darauf abzielt, den Wir-Raum zu erforschen und Beziehungen aufzubauen.</p>
<p>Spätestens vor dem gemeinsamen Nachtessen hat mich die positive Atmosphäre erfasst, die ich aus dem letzten NewEarthCamp und den sommerlichen Pendants, den SoulCamps, kenne. Ich staune, staune erneut über den offenen, ehrlichen und herzlichen Umgang untereinander, der sich in diesen Camps schon nach wenigen Stunden einstellt. Und dies, obwohl die Gruppe äusserst gemischt ist. Die Teilnehmenden üben unterschiedlichste Tätigkeiten und Berufe aus, haben ihre Ausbildung eben erst abgeschlossen oder haben ihre Erwerbstätigkeit bereits hinter sich. Wir sind Menschen aus der Schweiz, aus Deutschland und Lichtenstein, wir sprechen Deutsch oder Französisch.</p>
<p>Am Abend tanzen sich die meisten an der Deepr Disco aus dem Alltag raus, vereinzelt diskutieren kleine Gruppen im Hof der Villa oder im Treppenhaus weiter. Auch ich stosse erst kurz vor Mitternacht zu den Tanzenden, mit Mia Aegeters <em>Hi u jetzt</em>  findet der Tag den perfekten Ausgang.</p>
<h4>Sonntagmorgen</h4>
<p>Nach einer kurzen Körperübung in der vollzähligen Runde gehen die Teilnehmenden im Raum umher, finden sich immer wieder zu Zweiergruppen zusammen und tauschen sich kurz aus. Die Intention ist klar: Das Spiel soll erneut die Begegnung ermöglichen, in einer Gruppe von 70 Menschen trifft man auch auf Personen, mit denen man noch keinen Kontakt hatte. Aber ich, ich habe keine Lust. Meine morgendliche Zerknirschtheit ist noch nicht überwunden und zum Frühstück habe ich zu viel gegessen. Nichts liegt mir ferner, als in diesem Moment über meine Befindlichkeit zu sprechen. Also setze ich mich auf die Fensterbank. Hier braucht es dazu keinen Mut. Ganz im Gegenteil, das Nicht-Teilnehmen, das Sich-Raus-Nehmen hat am NewEarthCamp seinen festen Platz. Nebst den emsigen und aktiven Ameisen und Bienen ist auch der Verhaltenstypus der so genannten Schmetterlinge Teil des Konzepts. Die Schmetterlinge sind schlicht diejenigen, die meistens in der Cafeteria anzutreffen sind. Darin liegt das Geheimnis der spürbaren Motivation der Teilnehmenden: kein Zwang.</p>
<p>Die Grossgruppe löst sich auf, die Teilnehmenden finden sich zu neuen Sessions zusammen. Noch immer besteht das Bedürfnis, sich über Visionen vom Leben in Gemeinschaften auszutauschen. Die Visionen sind vielfältig: Geträumt wird von grossen, selbstversorgenden Gemeinschaften auf dem Land, von kleineren Lebensgemeinschaften im urbanen Zürich, von integralen Gemeinschaften, Zentren für ein ganzheitliches Leben und vielem mehr. Aber auch konkrete Projekte werden vorgestellt, z.B. der Permakulturhof <em>Chuderbode</em>. Die Diskussion profitiert von den Erfahrungen derjenigen Teilnehmenden, die heute schon in Gemeinschaften leben und auch die Fallen dieses Lebensmodells kennen. Auch in dieser Session bleibt die Diskussion zeitbedingt an der Oberfläche, die Grundlage für weitere Treffen und Austauschmöglichkeiten ist aber geschaffen.</p>
<div id="attachment_4626" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2340.jpg" rel="lightbox[4619]"><img class=" wp-image-4626 " title="Blick auf die Berge" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2340-300x224.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Alpenglühen auf der Jungfrau</p></div>
<h4>Sonntagnachmittag</h4>
<p>Ich mache mich auf, die Stimmen der NewEarthCamper und –Camperinnen zu sammeln. Diejenigen, die zum ersten Mal an einem solchen Camp teilnehmen, äussern sich durchwegs positiv zur Veranstaltungsform, sie sind «begeistert» von der «Leichtigkeit», die an diesem Wochenende herrscht. Jetzt erkenne ich, warum ich am NewEarthCamp 2012 unbedingt dabei sein wollte: Hier rücken die tatsächlichen Anliegen der Beteiligten, ihr Zeitgeist in greifbare Nähe. Denn die Sessionplanung findet spontan statt, wir behandeln nicht das, was wir geplant haben und für wichtig halten, sondern das, was im Moment vorhanden ist und ausgedrückt werden will.</p>
<p>Und was meinen diejenigen zum NewEarthCamp, die schon im letzten Jahr dabei waren? Was ist die Qualität des diesjährigen Camps? Victoria sagt, ihr habe das Tanzen an der Deepr Disco, die erstmals Programm am NewEarthCamp war, besonders gefallen.</p>
<p>Die Tatsache, dass sich einige Teilnehmende aus vorausgegangenen Camps schon kennen, wird mehrfach positiv beurteilt. Vermutlich durch diesem Umstand sei die Dynamik freier, meint Flavia und auch Heinz sagt dazu: «Die Begegnungen sind dieses Mal tiefer, vielleicht, weil sich ein paar Leute schon kennen oder aber, weil das Camp Leute angezogen hat, die sich tiefe Begegnungen wünschen».</p>
<p>Nach einer berührenden Schlussrunde, vielen Umarmungen und Abschiedsworten fahren wir zu viert im Auto eines Teilnehmers mit nach Bern. Im Treppenhaus meines Wohngebäudes kommt mir ein junger Mann entgegen. Als ich realisiere, dass er mein neuer Nachbar sein muss, ist er schon an mir vorbei. Noch immer beflügelt von den vergangenen Stunden drehe ich mich um und sage: «Du musst unser neuer Nachbar sein, hallo, ich bin Angela, ich wohne im 3. Stock». Er stellt sich vor und wir reden kurz. Als ich die Treppen hochsteige, erinnere ich mich an die Worte einer Teilnehmerin von heute früh: «Die grosse Vision ist, dass es irgendwann keine einzelnen Gemeinschaften mehr braucht». Ja, genau. Irgendwann.</p>
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		<title>Altmodisch und erfahren</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 15:37:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Co-Kreation]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsam]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie eine Lebensmittelkooperative aus den 80er Jahren bis heute floriert. Seit achtundzwanzig Jahren gibt es die Bremer Lebensmittel­kooperative »Maiskolben«. Sie bringt Stadt und Land näher zusammen und erfreut sich auch heute noch regen Zuspruchs: der Anteil junger Leute steigt, und die vegane Fraktion wächst. Tomaten setzen ist gar nicht so einfach. Sieben Mitglieder der Lebensmittelkooperative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie eine Lebensmittelkooperative aus den 80er Jahren bis heute floriert.</h2>
<div id="attachment_4543" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/image1_hires.jpg" rel="lightbox[4541]"><img class=" wp-image-4543 " title="Kooperative Maiskolben in Bremen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/02/image1_hires-300x199.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">© Foto: www.sebastian-burger.de</p></div>
<p><em>Seit achtundzwanzig Jahren gibt es die Bremer Lebensmittel­kooperative »Maiskolben«. Sie bringt Stadt und Land näher zusammen und erfreut sich auch heute noch regen Zuspruchs: der Anteil junger Leute steigt, und die vegane Fraktion wächst.</em></p>
<p>Tomaten setzen ist gar nicht so einfach. Sieben Mitglieder der Lebensmittelkooperative »Maiskolben« aus Bremen verabreden sich zu einem Pflanzeinsatz zwanzig Kilometer vor den Toren der Stadt. Für alle ist es das erste Mal. »Ich bin seit zehn Jahren im Maiskolben, hatte es aber zuvor nie in den Salatgarten zu Beate geschafft«, gibt eine von ihnen zu. Der »Salatgarten« ist der Demeter-Feingemüsebetrieb von Beate Hübener-Schröder, und der Tag in ihrem Gewächshaus wird für alle lehrreich werden.</p>
<p>Die Schwindelfreien klettern auf hohe Leitern und binden Strippen an die Metalldrähte, die unter dem Dach des Kaltgewächshauses entlangführen. Am Boden graben die anderen. Alle halbe Meter heben sie ein Pflanzloch aus, in jedes kommt eine Schaufel Mischkompost, der zum einmaligen Geschmack der Tomaten beiträgt. Bea­te ist Betriebsleiterin für biologisch-dynamischen Landbau. Sie erklärt die Arbeitsschritte, informiert über Tomatenzucht und serviert Kuchen und Suppe. Vierhundert Pflanzen haben die sieben Leute am Abend eingesetzt. Zum Abschluss wickeln sie den Haupttrieb der vorgezogenen Pflänzchen die Strippen hinauf. »Hübsch sieht es aus, dieses Geflecht«, freuen sich die Laien. Besonders genossen hat es der kleine Theo, der stundenlang über die Furchen krabbelte. Sein Mund ist mit Erde beschmiert.</p>
<p>»Ohne diese jährliche Pflanzhilfe könnte ich die gewünschte Menge an Tomaten für den Maiskolben gar nicht produzieren«, sagt Beate. Ihre Tomaten sind von Juli bis November im Laden der Verkaufsschlager. Und auch die anderen Läden, die sie beliefert, verlangen nach den Tomaten. »Meine Haferwurzeln hingegen blieben ewig liegen«, wundert sich die Gärtnerin, die jedes Jahr ein anderes »altes« Gemüse anpflanzt. »Es dauerte lange, bis die Leute im Maiskolben sie annahmen, obwohl sie besser schmecken als Schwarzwurzeln.« An die Speisemelde hat sich Dörte Fichtner, Lehrerin und Lerntrainerin und erst seit einem halben Jahr Coop-Mitglied, schon gewöhnt. Sie stapelt sie inzwischen statt Spinat in ihre Lasagne und findet den Geschmack würziger. Insgesamt liefert Beate über zwanzig Sorten Feingemüse, zwanzig Sorten Salat und fünfundzwanzig verschiedene Kräuter an den Maiskolben. »Ich habe immer im Hinterkopf, dass der Maiskolben eine gute Rundumversorgung braucht.«</p>
<p>Der Maiskolben legt seit jeher Wert auf den Kontakt mit den Produzentinnen und Produzenten auf dem Land. Früher wurde noch viel mehr hinausgefahren und geholfen. 1993 pachtete der Maiskolben sogar einmal eine Kuh. Doch die Zeiten des großen Engagements sind vorbei. Heute klappen gemeinsame Landpartien eher selten. Neben Beates Tomatenaktion im Mai findet im Oktober das Sauerkrautfest beim zweiten Direktproduzenten des Maiskolbens statt, dem Demeterhof von Antje, Volker und Axel Bielenberg. »Wir haben sechzig Welsh-Black stehen, robuste Fleischrinder, für die wir selbst Futter anbauen«, erklärt Axel Bielenberg. Außerdem wird dort Gemüse gezogen. Familie Bielenberg beliefert die Coop bereits seit elf Jahren mit Kartoffeln, Eiern, Fleisch und Grobgemüse, wie Möhren, Lauch, Sellerie, Steckrüben und verschiedenen Kohlsorten. Beim Sauerkrautfest dürfen alle, die zum Helfen gekommen sind, nebenbei auch ihr eigenes Kraut schneiden und einlegen. Ein paar Wochen darauf gelangen Tüten mit fertigem Sauerkraut in den Maiskolben. Wer fürs Selbermachen keine Zeit hatte, kann das Gesäuerte dann fertig kaufen. »Wir beliefern auch andere Läden und Marktstände. An den Maiskolben könnten wir weit mehr abgeben«, meint Bauer Axel.</p>
<p>»Sie schmecken wie Frucht und Gemüse zugleich«, schwärmt eine Kundin im Laden und steckt sich eine kugelrunde Tomate in den Mund. »Sie sind knackig und haben die ideale Größe für den schnellen Biss.« Dörte Fichtner öffnet gerade eine Kiste mit Paprika. Sie wartet auf ihre Mithelferin, denn alleine ist ein Ladendienst kaum zu schaffen. Die Ware, die vorher von den Lieferantinnen und Lieferanten im Laden abgestellt wurde, muss durchgezählt werden. Dann wird der Preis ausgerechnet, das ist der Lieferpreis plus ein kleiner Aufpreis für eventuelle Verluste. Alles wird ordnungsgemäß aufgeschrieben und aufgestellt. »Nur viermal die Woche ist unser Laden für ein paar Stunden zur Warenverteilung geöffnet. Da ist manchmal die Hölle los«, meint Lehrerin Fichtner. »Es hat Mühe gekostet, mich auf die wenigen Öffnungszeiten einzustellen. Dann folgte aber sehr schnell, dass ich gar nichts mehr im Supermarkt kaufte.« Da alles selbst gemacht wird, ist es hier billiger als in anderen Bioläden.</p>
<h4>Genuss ohne Gewinn</h4>
<p>Im Maiskolben wird die Ware bezahlt wie in normalen Geschäften, das Geld wird aber direkt weitergereicht in die Hände der Bäuerinnen und Bauern – der Maiskolben macht keinen Gewinn. Sieben Kleingruppen bilden den Kern der Coop, auf sie sind alle Mitglieder verteilt. Wer »aktiv« ist, und das sind die meisten, übernimmt regelmäßig Laden– und Putzdienste. Wer zu viel Stress hat, kann für eine Weile »passiv« werden und zahlt dafür etwas mehr. Es gibt sogar eine Art Dienstplan, eine Liste mit Öffnungszeiten und Putzterminen, die per E-Mail verschickt wird. Der Plan liegt auch vor Ort aus. »Einige haben keinen Computer, sie holen sich die Infos im Laden ab.« Dörte Fichtner hilft außerdem regelmäßig beim Auspackdienst. »Während wir die über den Großhandel bestellten Trockenprodukte auspacken, unterhalten wir uns über Koch­rezepte. Das Kommunikative ist das Beste, das macht für mich den größten Reiz des Ladens aus.«</p>
<p>Der Maiskolben zog ein Jahr nach Gründung 1983 in einen Eckladen in der Bremer Neustadt. Selbstorganisation war von Anfang an für alle das Hauptkriterium. Früher gehörten die Räume zu einer Metzgerei, die alten Fenster und hübschen Kacheln wurden nie ersetzt. Ein kunstvolles Buntglasschild mit dem Namenszug »Maiskolben« hängt im Schaufenster. Ist es der vegetarisch-veganen Fraktion unangenehm, dass es an diesem Ort früher nur Fleisch gab und heute noch ein Kühlschrank mit Fleischwaren gefüllt ist? »Hier ist alles säuberlich getrennt. Wir haben auch einen Kühlschrank für vegane Produkte und zwei für Milchprodukte«, erzählt Dörte. Aus den Fleischer­ladenzeiten stammt der kühle Tiefkeller. In den beiden oberen Verkaufsräumen stehen Regale mit Trockenprodukten, daneben vier Kühlschränke und eine Käsetheke, im mittleren Keller ein Gefrierschrank. Der Tiefkeller dient der Kühlung von Gemüse und Obst. Dörtes Dienst ist beendet, sie schleppt die Kisten hinunter. Die Kunst der Kühlpflege hat sie wie alle irgendwann gelernt. Je nach Gemüse muss unterschiedlich feucht abgedeckt werden. Wie, steht auf diversen Schildern an der Wand.<br />
<strong></strong></p>
<h4>Alles wirkt chaotisch und klappt doch</h4>
<p>Gärtnerin Beate und die Bielenbergs kommen einmal im Jahr zur Hauptversammlung oder auf eine der monatlichen Mitgliederversammlungen. Dort wird erzählt, was gut und was schlecht läuft. Zur Versammlung schicken alle Kleingruppen Delegierte. Beate Hübener-Schröder erwähnt auf einer Versammlung, dass sie den Maiskolben schon seit fünfundzwanzig Jahren beliefert. »Wie wäre es im Herbst mit einem Fest bei mir draußen zur Feier unserer Zusammenarbeit?« Beates Vorschlag wird angenommen. Eine Liste wird aufgehängt, damit sich einträgt, wer kommen möchte. Bis zum Tag vor dem Termin stehen darauf nur drei Personen. »Bis zuletzt wusste Beate nicht, wieviele sie erwarten kann und ob auch alle etwas zu Essen mitbringen«, erzählt ein Uraltmitglied. Schließlich erschienen die Mitglieder doch zahlreich. Das sei typisch für den Maiskolben: »Alles wirkt erstmal chaotisch, dann klappt es doch.«</p>
<p>»Das Fest bei Beate war wunderschön«, schwärmt Dörte Fichtner. »Erst stürzten wir uns auf das Kuchenbuffet im Gewächshaus, dann bin ich noch durch den gigantischen Tomatenwald geschlichen. Wieder roch es nach Tomaten und Dung. Später aßen wir auf der Wiese vor Beates Blumenbeet, viele hatten etwas zu essen mitgebracht. Dann erklärte sie uns, wie sie ihr Gemüse anbaut. Ich war erstaunt, dass sie für all unser Gemüse nur einen halben Hektar bewirtschaftet.« Abends zündeten die Gäste aus der Stadt ein Lagerfeuer an, und einige machten Musik. Manche hatten zum Übernachten Zelte mitgebracht.</p>
<p>Beate könnte von den achtzig Hektar des schwiegerelterlichen Hofs mehr für ihren Salatgarten nutzen, schafft es aber zeitlich nicht. »Eines Tages könnte hier auf dem Hof meines Mannes ein echter CSA-Hof entstehen.« Noch wird der Großteil konventionell bewirtschaftet, die Ställe sind verpachtet. »Aber für die Zeit, wenn mein Mann in Rente geht, habe ich schon einen Interessenten. Ich will dann noch ein paar Jahre mit ihm im CSA-System mitmachen. Wenn es klappt, bis zu meiner eigenen Rente«, sagt die 53-Jährige. Sie ließ sich in den vergangenen Jahren von vielen Gemeinschaftshöfen nach dem Modell der »Community Supported Agriculture« im In– und Ausland inspirieren. »Zwischendurch war ich mit meinem kleinen Salatgarten regelrecht verzweifelt, weil ich mich mit der Gemüsewirtschaft so allein fühlte und auf keinen grünen Zweig kam. Seit ich 2001 in die Lehrtätigkeit der freien Ausbildung für biologisch-dynamischen Landbau geraten bin, geht es mir ein wenig besser.« Eine komplette staatliche Ausbildung für biologischen Landbau gibt es in Deutschland noch nicht. Die vom Demeter-Verband durchgeführte Ausbildung mit staatlich anerkanntem Betriebsleiterinnen-Status läuft zur Zeit nur in Zusammenarbeit mit den Niederlanden. Bisher ließ sich niemand vom Maiskolben zur Biobäuerin oder zum Biobauern ausbilden. Dafür gingen im vergangenen Sommer Schulpraktikantinnen aus dem Maiskolbenumfeld für ein paar Wochen in den Salatgarten.</p>
<p>Könnte sich der Maiskolben mit CSA auf eine von Verbauchern und Produzenten gemeinschaftlich getragene Bewirtschaftung einstellen? Das wurde noch nicht diskutiert, und eine Entscheidung wird auf sich warten lassen. Denn eine Konflikt­linie im Laden läuft entlang der Entscheidungsstrukturen. Seit ein paar Jahren gilt das Konsensprinzip. Und das ist vielen zu langwierig. Warum, so steht in einem Protokoll zu lesen, wird alles rauf und runter besprochen, nur um später erneut diskutiert zu werden?</p>
<p>Dennoch werden Regionalität und Produktpalette bald wieder Thema sein. Auf der vergangenen Jahreshauptversammlung bemängelte die Person, die die Bilanzen ausrechnet, dass immer weniger Frischware aus Direktbezug im Laden umverteilt wird. Der Rest kommt vom Bio­­großhandel. ­Darin sind sechs landwirtschaftliche Betriebe aus der Umgebung Bremens organisiert, insofern ist auch diese Ware regional – ein Grundprinzip des Maiskolbens. Über den Großhandel kann allerdings auch überregionale Ware bestellt werden, wie Zitrusfrüchte oder Auberginen im Winter.<br />
<strong></strong></p>
<h4>Wie regional, wie saisonal?</h4>
<p>Vor vielen Jahren wurde ausführlich diskutiert, wieviele Produkte aus Übersee akzeptiert werden. Der Kompromiss: Pro Woche darf jedes Mitglied vier überregionale Lebensmittel ordern. Außerdem sollen wegen der Kinder und der Vitamine immer Bananen und Zitronen vorrätig sein. Zur Erleichterung der anstehenden Diskussionen brachte jemand die Technik der Handzeichen ins Spiel. Gesten statt Worte ist da das Prinzip. Zur Einführung gab es vor einer Mitgliederversammlung schon mal einen »Wedelworkshop«. Vielen sind die Handzeichen fremd, sie finden sie überflüssig.</p>
<p>Trotz aller Konflikte geht der Maiskolben nicht baden. Warum, das kann niemand so genau sagen. Von den Allerersten ist niemand mehr da, die Mitgliederzahl ist beständig im Fluss. Nur zwei, drei Leute beteiligen sich seit über zwanzig Jahren am Maiskolben. Vielleicht reizt gerade das: Wer mag, wird nett aufgenommen und kann jederzeit neue Ideen einbringen. Wer nicht mehr mag, kann sich ohne Drama verabschieden. Das Ergebnis: Viele kommen, viele gehen. Das Wissen bleibt.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin OYA — anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/598-Altmodisch_und_erfahren.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 12/2012</a></em></p>
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