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	<title>OpenMindJournal &#187; Biologisch</title>
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	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
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		<title>Die Bedeutung der Lebensmittel</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 14:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Solanki</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Biologisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ernährungsfaktoren spielen bei über einem Drittel der Krebserkrankungen für ihren Ausbruch und Verlauf eine wesentliche Rolle. Neben dem Rauchen und einem übermässigen Alkoholgenuss werden bestimmte Ernährungsgewohnheiten wie hoher Konsum an tierischen Fetten und Eiweissen, kaum frisches Obst und Gemüse, wenig Ballaststoffe als Hauptrisikofaktoren für bestimmte Krebserkrankungen gesehen. Ernährungs– und Lebensgewohnheiten hängen eng miteinander zusammen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/08/bedeutung-der-lebensmittel.jpg" rel="lightbox[2257]"><img src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/08/bedeutung-der-lebensmittel-300x114.jpg" alt="" title="bedeutung-der-lebensmittel" width="300" height="114" class="size-medium wp-image-2362" /></a></p>
<p><em>Ernährungsfaktoren spielen bei über einem Drittel der Krebserkrankungen für ihren Ausbruch und Verlauf eine wesentliche Rolle. Neben dem Rauchen und einem übermässigen Alkoholgenuss werden bestimmte Ernährungsgewohnheiten wie hoher Konsum an tierischen Fetten und Eiweissen, kaum frisches Obst und Gemüse, wenig Ballaststoffe als Hauptrisikofaktoren für bestimmte Krebserkrankungen gesehen.</em></p>
<p>
Ernährungs– und Lebensgewohnheiten hängen eng miteinander zusammen und sind kulturell geprägt. Entsprechend häufen sich landes– bzw. kulturspezifisch bestimmte Krebsarten. Diverse Untersuchungen zeigen, dass im Mittelmeerraum, in Spanien, Portugal und Griechenland, sowie in den asiatischen Ländern die Anzahl der Neuerkrankungen an Krebs deutlich niedriger ist als im Westen und Norden Europas.</p>
<p>Laut einer grösseren amerikanischen Studie begünstigt der übermässige Verzehr von tierischen Fetten die Entstehung von Brustkrebs. Dickdarmkrebs ist eines der häufigsten Krebs­arten der westlichen Welt und wird bedingt durch eine ballaststoffarme, eiweiss– und fettreiche Ernährung. Diese malignen Erkrankungen sind in Japan und Afrika sehr selten.
</p>
<p>
Die Ernährung kann offenbar unter bestimmten Umständen eine wesentliche Krankheitsursache sein. Umso mehr scheint die umgekehrte Frage berechtigt: Wie kann Ernährung therapeutisch so eingesetzt werden, dass sie die gesunden Kräfte stärkt? Deutlich ist, dass keine Diät allein eine Krankheit heilen kann, aber was kann therapeutisch unterstützend wirken?
</p>
<h4>Ernährung als Therapie</h4>
<p>
Naturwissenschaftliche Forschungen konzentrieren sich auf einzelne gesundheitsfördernde Inhaltstoffe in unserer Nahrung. In den 80er-Jahren kamen die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe zunehmend ins Blickfeld. Zwischenzeitlich sind mehr als 10000 dieser sekundären Pflanzenstoffe bekannt, mit denen beispielsweise Früchte oder Knollen Schädlinge abwehren.</p>
<p>Diese pflanzlichen Substanzen, die für das Rot der Himbeere, das Orange der Karotten oder auch für ein spezifisches Aroma, zum Beispiel den bitteren Geschmack, verantwortlich sind, haben eine zellschützende Funktion. Sie fangen zellschädigende „freie Radikale“ ab und wirken einer Zellalterung entgegen. Sie sollen das Wachstum von Krebszellen verhindern bzw. sich gezielt gegen sie richten. Diese schützenden Substanzen begründen das Postulat für eine Ernährungsweise in der Krebstherapie, die viel frisches Obst und Gemüse enthält.
</p>
<p>
Carotinoide in grünen und roten Gemüse­sorten wirken krebsvorbeugend und regen den Immunschutz an. Glucosinolate in Kreuzblütengewächsen wie zum Beispiel Broccoli, Rotkohl oder Wirz beugen Krebserkrankungen vor, senken den Cholesterinspiegel und haben eine antimik­robielle Wirkung. Radieschen, Kohl und grüne Bohnen enthalten Polyphenole, die wie die Sulfide in Knoblauch und Zwiebeln zu den bereits genannten positiven Wirkungen auch entzündungshemmend sind, den Blutdruck regulieren und den Blutzuckerspiegel senken.
</p>
<h4>Lebendigkeit der Nahrung</h4>
<p>
Mit einem anthroposophisch begründeten Therapieansatz der Krebserkrankung kann auch die Ernährungslehre wesentlich ergänzt werden. Entscheidend ist nicht die Quantität, also nicht die Analyse der Inhaltsstoffe, sondern die Qualität der Lebensmittel. In diesem Wort liegt bereits der Schlüssel: LEBENsmittel. Es werden Nahrungsmittel empfohlen, die ein hohes Mass an Lebendigkeit, an Vitalität besitzen. Für diesen Aspekt ist ihre Herkunft und ihre Verarbeitung ausschlaggebend.</p>
<p>Ein biologischer bzw. möglichst sogar ein biologisch-dynamischer Anbau ist zu bevorzugen, der nachhaltig sowohl die Bodenlebendigkeit als auch ein artgerechtes Tier– und Pflanzen­wachstum und damit die Nahrungsmittelqualität fördert. Interessanterweise kommen die neuesten Forschungen zu ähnlichen Aussagen wie die anthroposophische Ernährungslehre. Während letztere die biologische bzw. biologisch-dynamische Anbauweise mit Einbezug der ganzen lebenden Natur, der Erde und des Kosmos befürwortet, zählt die heutige ­Wissenschaft ebenfalls auf eine biologische Herkunft, allerdings unter dem Aspekt der Analyse wichtiger Inhaltsstoffe.</p>
<p>Therapeutisch stehen bei der Krebserkrankung Lebensmittel im Vordergrund, die dem Organismus in hohem Masse Licht– und Wärmekräfte vermitteln, also vor allem an der Sonne gereift sind. Das sind beispielsweise pflanzliche Öle aus Ölsaaten; sie sind Vermittler der Sonnenwärme. Oder man denke an die goldenen, vom Sonnenlicht durchfluteten Kornfelder.</p>
<p>Die Getreideähre kann als Urbild eines Licht– und Wärmespeichers der Erde betrachtet werden. Zu dieser Reihe zählen ebenso natürlich gereiftes saisonales Obst und Gemüse, Kräuter, zum Beispiel aus der Familie der Lippenblütler wie Thymian, Rosmarin, Majoran, Lavendel, oder auch Gewürze aus den wärmeren Ländern wie Ingwer, Kurkuma, Zimt.
</p>
<h4>Bei der Tomate scheiden sich die Geister</h4>
<p>
Ihr hoher Lycopingehalt, ebenfalls ein sekundärer Pflanzenstoff, sorgt nicht nur für ihre leuchtend rote Farbe, sondern ihm werden krebshemmende Eigenschaften zugesprochen.
</p>
<p>
Eine Betrachtung des Wesens der Tomatenpflanze, die über die isolierten Inhaltsstoffe hinausführt, zeigt im Pflanzentypus ein wucherndes Wachstum, sogar bevorzugt auf nicht kompostierten, pflanzlichen Abfällen – am liebsten auf dem eigenen Kraut. Die Tomate hat die Tendenz, unabhängig von der Umwelt zu werden. Sie hat viel Eigenvitalität. Der Gärtner kennt die Notwendigkeit des regelmässigen „Aus­geizens“ der neuen Triebe.</p>
<p>Mit ihren Ausdünstungen verdrängt sie regelrecht andere Pflanzen neben sich. Sie hat wenig Strukturkräfte, kaum Aufrichtekraft, sie muss gestützt werden. Diese Beschreibung nähert sich bereits einem „tumor­ähnlichen Verhalten“ an. Das Wesen der Tomatenpflanze veranlasste Rudolf Steiner, dass er sich im Landwirtschaftlichen Kurs 1923 eindeutig gegen den Verzehr von Tomaten bei einer vorliegenden Krebserkrankung aussprach.
</p>
<h4>Ernährung ist nicht nur Nahrungsaufnahme</h4>
<p>
Zum Nachdenken mag die Aussage des Arztes Volker Fintelmann anregen, dass Inhaltsstoffe, eventuelle Schadstoffe oder Rückstände in der Nahrung viel weniger krebsauslösend wirken als der Umgang mit dem Essen selbst. Im heutigen, stark von aussen bestimmten Alltag ist die Ruhe und Achtsamkeit beim Essen eine Herausforderung.</p>
<p>Nehme ich mir die Zeit dafür? Was esse ich da eigentlich? Nehme ich bewusst den Geschmack wahr? Was bewirkt er in mir? Wie fühle ich mich? Wie sieht meine Mahlzeit aus? Habe ich Freude an den verschiedenen Farbvarianten der Gemüse auf meinem Teller? Man kennt den wohl berechtigten Ausspruch: Das Auge isst mit. Wie ist die Stimmung beim oder in Bezug auf das Essen, habe ich Lust, etwas Neues zu entdecken, vielleicht etwas, was ich noch nie ausprobiert habe?
</p>
<p>
Für unsere Ernährung sind die rhythmisch gestalteten Mahlzeiten mitentscheidend. Die heutige Zivilisation ist geprägt durch eine starke Arrhythmie der Nahrungsaufnahme. Sie erfordert vom Organismus einen besonderen Kraftaufwand, um den äusseren Unrhythmus in einen inneren Rhythmus zu verwandeln.
</p>
<p>
Ernährung ist sicher auch das, was wir über die Sinne wahrnehmen. Die Sonne, das Licht, die Wärme, die Bewegung, auch die innere Bewegung in der Freude, die Be­geisterung für eine Sache – all das nährt uns. Die Beschäftigung mit einer Biographie zum Beispiel, mit einem Thema, das mich begeistert, eine wirkliche innere Frage.
</p>
<p>
Dies sind alles ­Formen der Ernährung, die jeder individuell für sich finden kann. Der Weg dieser persönlichen Wahrnehmungs– und Entdeckungsreise hat für eine Krebstherapie einen hohen Stellenwert, wenn wir uns bewusst machen, dass es immer darum gehen muss, das Gesunde in uns zu stärken.
</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien im Original in QUINTE — fünf Beiträge zur Gesundheit, Ausgabe <a href="http://quinte.ch//default.aspx/NAV/143,438" rel="external nofollow">Sommer 2010</a>.</em></p>
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		<title>Flächendeckend gesunde Snacks für Zwischendurch</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/07/28/flachendeckend-gesunde-snacks-fur-zwischendurch-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 19:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses E-Mail ging soeben raus. From: Heinz Robert Betreff: Wann gibt es endlich flächendeckend gesunde Snacks für Zwischendurch Datum: 28. Juli 2011 21:07:05 MESZ An: Horai, Biopartner, Bioplus, Selecta, Echtbio, Hiltl, Tibits, Twospice, Tagesanzeiger, NZZ Liebe Empfänger, ich schreibe Sie alle gleichzeitig an, weil ich mir dadurch eine schnellere Umsetzung dieser Idee erhoffe. Diese Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-2342 alignnone" title="Gesunde Snacks für Zwischendurch im Automaten?" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/bio-selecta.png" alt="" width="470" /></p>
<p>Dieses E-Mail ging soeben raus.<br />
<strong>From: Heinz Robert</strong></p>
<p><strong>Betreff: </strong></p>
<h2>Wann gibt es endlich flächendeckend gesunde Snacks für Zwischendurch</h2>
<p><strong>Datum:</strong> 28. Juli 2011 21:07:05 MESZ<br />
<strong>An:</strong> Horai, Biopartner, Bioplus, Selecta, Echtbio, Hiltl, Tibits, Twospice, Tagesanzeiger, NZZ</p>
<p>Liebe Empfänger,</p>
<p>ich schreibe Sie alle gleichzeitig an, weil ich mir dadurch eine schnellere Umsetzung dieser Idee erhoffe. Diese Idee wurde bereits vor einigen Monaten auf einem Bahnsteig geboren, doch musste noch Zähne bekommen um fester zubeissen zu können.</p>
<p>Die Idee ist simple, revolutionär und bringt vielen hunderttausenden Menschen, die täglich mit dem ÖV unterwegs sind, einen gesunden Snack für Zwischendurch.</p>
<p>Die Idee ist einfach und genial:</p>
<h4>GRÜNE SELECTA AUTOMATEN mit gesunden, biologischen und vegetarischen Snacks sowie Getränken ohne raffiniertem Zucker und künstlichen Süssstoffen.</h4>
<p>Selecta ist der grösste Aufsteller von Snack– und Getränkeautomaten, nicht nur in der Schweiz. In den meisten dieser Automaten gibt es viele Süssigkeiten und ungesunde Snacks. Selecta macht mit diesen Automaten wahrscheinlich gute Umsätze und es wird immer Menschen geben, die auf diese bisherigen Inhalte in den roten Automaten zugreifen.</p>
<p>Doch es gibt viele und immer mehr Menschen, die Wert auf bewusste Ernährung legen, und die nicht einfach einen Knoppers oder anderen Schokoriegel zwischendurch essen wollen, wenn sie am Bahnsteig stehen und auf den nächsten Zug warten. Für diese Menschen wäre es an der Zeit einen <strong>GRÜNEN Automaten</strong> aufzustellen, der wertvolle, biologische und vegetarische Kleinigkeiten anbietet.</p>
<p>Auch auf dem biologischen Convenience Markt hat sich in den letzten Jahren viel getan. Gesunde, biologische Sandwiches lassen sich genauso gut Vakuum verpacken wie eines mit Curry-Huhn-Salat. Die Anzahl der vegetarischen, zuckerfreien und Früchteriegel im Bioladen übersteigt schon fast die der unterschiedlichsten Schockoriegel am Kiosk. Die Auswahl an biologischen, zuckerfreien Getränke ist mindesten genauso gross und sind preislich oft nicht höher als herkömmliche Erfrischungsgetränke.</p>
<p>Ich schreibe Ihnen heute, damit sie sich als Experten darüber Gedanken machen und sich vielleicht zusammenschliessen, damit es bald in Automaten auf Bahnsteigen und öffentlichen Plätzen auch ernährungsbewusste Menschen wieder etwas Kleines zwischendurch essen können.</p>
<p>Gerne stehe ich Ihnen bei Bedarf zu einem Brainstorming zur Verfügung.</p>
<p>Liebe Grüsse,<br />
Heinz Robert</p>
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		<title>Lebensmittel und Sinnesschulung</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/07/13/lebensmittel-und-sinnesschulung/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 17:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Solanki</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Biologisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>

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		<description><![CDATA[Von lebensfeindlicher Quantität zu lebendiger Qualität. Der Mensch ist, was er isst. Diese Weisheit geht oft vergessen in einer Welt industriell hergestellter, verarbeiteter und zubereiteter Nahrungsmittel, die aufzunehmen und zu geniessen wir kaum mehr Zeit haben. Nahrungsmittel sind jedoch mehr als blosse Nährstofflieferanten. Sie sind Lebensmittel, Mittel zum Leben, die wir wieder neu schätzen lernen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/Lebensmittel-und-Sinnesschulung.jpg" rel="lightbox[2208]"><img src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/Lebensmittel-und-Sinnesschulung.jpg" alt="" title="Lebensmittel und Sinnesschulung" width="400" height="257" class="alignnone size-full wp-image-2220" /></a></p>
<p><em>Von lebensfeindlicher Quantität zu lebendiger Qualität. Der Mensch ist, was er isst. Diese Weisheit geht oft vergessen in einer Welt industriell hergestellter, verarbeiteter und zubereiteter Nahrungsmittel, die aufzunehmen und zu geniessen wir kaum mehr Zeit haben. Nahrungsmittel sind jedoch mehr als blosse Nährstofflieferanten. Sie sind Lebensmittel, Mittel zum Leben, die wir wieder neu schätzen lernen müssen. Das beginnt bei ihrem Anbau und endet beim bewussten Genuss mit allen Sinnen.</em></p>
<p>«‚Biologie’ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich ‚Lehre vom Leben’. Doch die Frage, was ‚Leben’ sei, kann ein Naturwissenschaftler nicht beantworten. Vom Leben wissen wir nichts, sondern nur etwas von den lebenden Wesen, von deren Gestalt (Form) und deren Funktion (Tätigkeit) und dem Zusammenhang ­zwischen beiden.» Mit diesen Sätzen beginnt die Einführung in einen Biologie-Lehrgang der AKAD-Schule. Sie machen deutlich: Um das Leben zu verstehen, genügt unser einseitig nur materiell orientiertes Alltagsbewusstsein nicht. Es sind tiefere, ganzheitlichere Einsichten nötig.</p>
<h4>Industrienahrung — schnell, bequem und gesund?</h4>
<p>Mit der Frage «Was ist Leben?» ist man auch auf dem Gebiet der Ernährung konfrontiert — heute mehr denn je! Eine lebendige, gesunde Agrar– und Esskultur, die sich jahrtausendelang bewährt hat, musste der Industriali­sierung und Technisierung in der Nahrungsmittelherstellung weichen. Sie beginnt bereits beim Anbau der modernen Nahrungsmittel: In der konventionellen Landwirtschaft wird hochgezüchtetes, gebeiztes, hybridisiertes oder neuerdings auch genmanipuliertes Saatgut verwendet. Dieses übergibt man einem Boden, der mit mineralischen Salzen — vor allem Stickstoff — auf ein hohes Nährstoffniveau eingestellt und gegen konkurrierendes Unkraut mit Herbiziden behandelt ist.</p>
<p>Im Wachstumsverlauf folgen dann Fungizide und Insektizide und, um gegebenenfalls leichter ernten zu können, Totalherbizide zum ‚Todspritzen’ der Kulturen. Die langen Transportwege und die ­zentrale Einlagerung erfordern anschliessend eine umfangreiche Behandlung mit Konservierungsmitteln. All diese Eingriffe und ‚-zide = Tötungen’ sind dem Leben nicht förderlich.</p>
<p>Auch bei der Verarbeitung und Zubereitung unserer ­Nahrungsmittel dominiert die Technik. Die Schlagworte hierzu lauten: Lebensmittelzusatzstoffe und Food Design, Fast und Novel Food, Convenience-Produkte — schnell und bequem, funktionelle Nahrungsmittel, Nahrungs-Ergänzungsmittel, Tiefkühlkost, Mikrowellen-Technik. Die Erforschung und Herstellung von ausgetüftelten, künstlich zusammengesetzten, mit Vitaminen und artfremden Aromen angereicherten Nahrungsmitteln verschlingen Milliardenbeträge und verteuern den Einkauf enorm.</p>
<p>In der EU werden jährlich 170.000 Tonnen industriell hergestellte Aromen verbraucht. Ein Gramm reicht, um ein Kilogramm Lebensmittel zu aromatisieren. In Amerika verschlang die Entwicklung eines ‚fettfreien Fettes’ 200 Millionen Dollar.</p>
<h4>Die innere Qualität leidet</h4>
<p>Nur: trotz all der scheinbar supergesunden, technisch klug ausgedachten Nahrungs-Angebote, die mit werbetechnischer Raffinesse angepriesen werden, nimmt der Gesundheitszustand der Bevölkerung alarmierende ­Formen an. So ist in der Schweiz jedes 5. Kind zu schwer, und 37 % der Gesamtbevölkerung sind übergewichtig.</p>
<p>Die Kosten, die durch Übergewicht und Adipositas (Fett­leibigkeit) sowie durch die damit verbundenen Krankheiten verursacht werden, beliefen sich im Jahr 2001 bereits auf 2.7 Milliarden Franken — in Deutschland sind es gar 75 Milliarden Euro. Die Frage liegt nahe: Geht bei den oben erwähnten Manipulationen nicht die ­innere Lebendigkeit der Lebensmittel — unserer Mittel zum Leben — verloren? Liegt der Grund dieser Entwicklung wohl darin, dass die wahren Lebenskräfte nicht mehr erkannt werden?</p>
<p>Sieht man den Verdauungsprozess einfach nur als Betriebs-Stoffwechsel an, so können die industriellen und technischen Errungenschaften im Ernährungs­sektor begrüsst werden. Sie sind zeitgemäss und genügen für die biochemischen Abläufe und zur Förderung eines gewöhnlichen Bewusstseins des Menschen. Wird aber der Leib des Menschen als Wohnstätte von Leben, Seele und Geist angeschaut, so werden andere Ansprüche an die Nahrungsqualität relevant. Die Mahlzeit ist nicht nur ein markenbezogener Ess– und Befriedigungsvorgang. Das Wort ‚Mahl’ kommt von Vermählung! Die innere Beschaffenheit, der Wert des Lebensmittels ermöglicht oder erschwert beim Menschen eine Verbindung mit den ursprünglichen Lebenskräften von Kosmos und Erde.</p>
<h4>Gesunde Lebensmittel sind die beste Medizin</h4>
<p>Der direkte Bezug zu Lebensmitteln ist heute den meisten Menschen nicht mehr vergönnt. Wer kann noch in der Atmosphäre des Kuhstalles das wohlige Gefühl beim Schlürfen von kuhwarmer Milch erleben? Welcher Schul– oder Arbeitsweg führt noch durch taufrisches Gras, wo man sich durch den Genuss von Sauerampfer wecken lassen kann? Wer hat noch die Möglichkeit, beim herbstlichen Laub-Zusammenrechen — wenn Nebelschleier die Landschaft verhüllen, die Finger klamm sind und der Magen knurrt — die Herbheit einer einsam liegen gelassenen Mostbirne zum Erlebnis werden zu lassen? Schon der erste Biss weckt neue Lebensgeister!</p>
<p>Sorgfältig ausgewählte und zubereitete Lebensmittel sind der Schlüssel zu nachhaltiger Gesundheit. Pointiert ausgedrückt: Die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt liegen in den Händen der Köche und Köchinnen und nicht in denen der Ärzte oder Ärztinnen. Die Kochkunst besteht gerade darin, die Nahrung so herzurichten, dass beim Verzehr etwas dabei erlebt wird, dass die Ich-Organisation aufgerufen wird, sich am Verdauungsprozess zu beteiligen. Das erreicht man am besten, wenn Geschmackssinn und Kauapparat durch vollwertige knusprige, knackige und würzige Gerichte angeregt werden.</p>
<h4>Essen als besinnliches Spiel mit den Sinnen</h4>
<p>Ein bewusstes Verhältnis zur Ernährung zu erüben hat Zukunfts-Charakter. Ob wohl eine tägliche Übung — ein Besinnungsmoment — an einem natürlichen Lebensmittel das Lebensgefühl nicht erheblich mehr erhöhen würde als alle industriell hergestellten Nahrungsmittel zusammen? Sich jeden Tag einen Moment der Ruhe gönnen zur bewussten Schulung der Sinne ist wohl­tuend und erholsam, zum Beispiel einen Apfel ansehen: Farbe, ­Musterung, Grösse, Form; betasten: rauhe, glatte, schorfige Oberfläche, hart, fettig, wässrig; anhören beim Hineinbeissen: knackig, weich; beriechen: ist der Duft blumig, fruchtig, stumpf, nichtssagend oder verlockend? Schmecken: süss, sauer, mild, wässriger oder voller fruchtiger Geschmack? Damit ist viel gewonnen!Denn neben dem besinnlichen Moment in der Hektik des ­Alltags wird da-durch der Verdauungsprozess in idealster Weise vorbereitet.</p>
<p>Am «besinnlichen Spiel mit den Sinnen» freuen sich auch die inneren menschlichen Organe wie Leber, Galle, Milz, Nieren, Herz und Lungen. Das Kontakt-Aufnehmen über die Sinne heisst, sich auseinandersetzen mit der Biografie eines Lebensmittels. Denn durch die tägliche Ernährung verbindet sich der Mensch in intimster und intensivster Weise mit den Erdenverhältnissen und — meistens unbewusst, aber dadurch nicht weniger real — mit dem Kräftezusammenhang des ganzen Universums. Ernährung ist nur zum Teil eine materiell-physische Angelegenheit. Weitaus bedeutungsvoller ist deren immaterielle, seelisch-­geistige Seite. Eine naturbelassene, qualitativ vollwertige Nahrung macht den Körper des Menschen gesund, die Seele beweglich und den Geist frei.</p>
<h4>Den ökologischen Landbau fördern</h4>
<p>Voraussetzung für die sorgfältige Zubereitung und die bewusste Aufnahme unserer Nahrung ist allerdings ein Landbau, aus dem Pflanzen hervorgehen, die Lebens-Qualität besitzen. Daher kann man sich freuen und dankbar sein, dass sich die biologische und biologisch-dynamische Szene immer mehr etabliert. Mit dem ökologischen Landbau wird versucht, die Landwirtschaft wieder zu verlebendigen und in ein Gleichgewicht zu bringen.</p>
<p>Im biologisch-dynamischen Anbau werden die Lebendigkeit, die Form– und Bildekräfte, die ­spezifischen Geschmacks– und Duftstoffe unter anderem durch den Einsatz von Pflanzenpräparaten verstärkt und verfeinert. Diese machen den Wert der Nahrung aus. Die daraus resultierenden Demeter-Produkte fördern das Leben von Mensch und Erde. Sie sind „Wegbereiter“ zur Wiederverbindung des Menschen mit seinem geistigen Ursprung. Letzthin tauchte ein neuer Ausdruck auf: ‚bewusst-­dynamisch’.</p>
<p>Wenn die Kosumentinnen und Konsumenten bewusst-dynamisch jeden sozial– und umweltgerechten Landbau unterstützen, werden dadurch die Lebens– und Nahrungsgrundlagen für morgen wieder menschen– und naturgemässer. Wir alle können also die Lebensmittel-Produktion bewusst steuern. Die Unterstützung der ökologischen Anbauweise über das Einkaufsverhalten kann auch Gesetzesänderungen bewirken. So hat doch tatsächlich die EU-Kommission beschlossen, die seit Jahren geltenden Vermarktungsnormen für Gemüse und Obst zu lockern — das ermöglicht wieder grössere Vielfalt und weniger Norm, mehr Lebendigkeit und weniger Uniformität, mehr Verbraucher-Mündigkeit und weniger staatlichen Zwang!</p>
<h4>Die Leber bildet Leben</h4>
<p>Eines der Haupt-Verdauungsorgane ist die Leber. Sie schwimmt förmlich im flüssigen Element. Wie ein Schwamm nimmt die Leber die verschiedenen Säfte auf — Pfortaderblut, arterielles und venöses Blut, Gallen– und Lymphströme. Sie hat einen auffallend vegetativen Charakter und dementsprechend enorme Re­generationskräfte zur Verfügung. Man kann sie direkt als eine dauernde ‚Frühlings-Pflanze’ im menschlichen Organismus bezeichnen. Das Wort ‚Leber’ stammt von Leben ab, und die Leber produziert tatsächlich fortwährend neues Leben!</p>
<p>Die Nahrung soll eigentlich ein Lebensspender sein. Aber der Grund für die häufigsten Krankheiten liegt gerade im Leberbereich. Eine davon ist der Verlust der Fähigkeit des ‚Schmeckens’. Die Leber ist das Geschmacks­zentrum der inneren Organe. Die Zunge kann als ­‚kleine ­Schwester’ der Leber betrachtet werden. Auch sie ist immer von Flüssigkeit, dem Speichel, umspült. Am bewussten Genuss, der beim Essen im Gaumen und auf der Zunge entsteht, nimmt auch die Leber teil.</p>
<p>Gibt es etwas ‚Himmlischeres’, als so recht herzhaft in einen reifen, saftigen Apfel — frisch vom Baum gepflückt — beissen zu dürfen oder zuckersüsse, ­weiche, noch sonnenwarme Feigen oder Aprikosen im Munde genüsslich zu kosten? Darüber freut sich auch die Leber!</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien im Original in QUINTE — fünf Beiträge zur Gesundheit, Ausgabe <a href="http://quinte.ch//default.aspx/NAV/143,417" rel="external nofollow">Sommer 2009</a>.</em></p>
<p><em>Fotoquelle: Flickr </em>| © <a rel="external nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/bs/" title="Britt Selvitelle" target="_blank">Britt Selvitelle</a></p>
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