<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>OpenMindJournal &#187; Neues Bewusstsein</title>
	<atom:link href="http://www.openmindjournal.com/category/change/neues-bewusstsein/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.openmindjournal.com</link>
	<description>Das Online-Journal für Bewusstsein, Lebenspraxis und Change</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:01:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Im Allmende-Fieber</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/05/15/im-allmende-fieber/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/05/15/im-allmende-fieber/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 May 2012 20:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4877</guid>
		<description><![CDATA[Ein Beitrag aus der OYA-Redaktion von Lara Mallien. Oya-Genossenschaftsmitglied Steffen Walter schickte uns die Pressemitteilung der neuen Genossenschaft »BürgerEnergie Berlin eG i.G.« vom 25. April: Der Plan dieses Projekts ist kein geringerer, als das Netz der Hauptstadt in Bürgerhand zu bringen, denn die Konzession des Netzbetreibers Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Beitrag aus der <a href="http://www.oya-online.de/blog/111-im_allmende-fieber/view.html" target="_blank" rel="external nofollow">OYA-Redaktion</a> von Lara Mallien.</em></p>
<div id="attachment_4879" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="https://www.facebook.com/buergerenergieberlin" rel="external nofollow"><img class=" wp-image-4879 " title="Jetzt oder nie" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/jetzt_oder_nie-300x188.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: BürgerEnergie Berlin</p></div>
<p>Oya-Genossenschaftsmitglied Steffen Walter schickte uns die Pressemitteilung der neuen Genossenschaft »BürgerEnergie Berlin eG i.G.« vom 25. April: Der Plan dieses Projekts ist kein geringerer, als das Netz der Hauptstadt in Bürgerhand zu bringen, denn die Konzession des Netzbetreibers Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird in den nächsten Monaten neu vergeben. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich am gemeinschaftlichen Kauf des Stromnetzes zu beteiligen. Die erste Million ist bereits zusammen.<br />
Wie großartig – das Stromnetz von Berlin als Commons, als Allmende – das wäre ein starkes Zeichen. Weitere Infos gibt es auf der Seite<a href="http://www.buerger-energie-berlin.de./" target="_blank" rel="external nofollow"> www.buerger-energie-berlin.de.</a></p>
<p>Allmende-Fieber breitet sich aus — nicht wie ein Lauffeuer, aber wie ein unaufhaltsames Glimmen.<br />
Heute haben wir auch erfahren, dass die <a href="http://www.boell.de/" target="_blank" rel="external nofollow">Heinrich Böll Stiftung</a> weitere Arbeitstreffen zum Thema <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2012/03/26/bausteine-fur-eine-stromallmende/" target="_blank" rel="external nofollow">»Energiewende und Gemeingüter«</a> plant. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurde inzwischen erreicht, dass die Kommunalverfassung dahingehend geändert wurde, dass <a href="http://www.nachhaltigkeitsforum.de/421" target="_blank" rel="external nofollow">Energieversorgung auch zur Daseinsfürsorge der Gemeinden gehört, </a>das heißt die Städte und Gemeinden können zusammen mt den Bürgerinnen und Bürgern Energiegenossenschaften gründen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg des Projekts <a href="http://www.bedeg.de/" target="_blank" rel="external nofollow">»500 Bioenergiedörfer in M-V«,</a> in dem es auch um eine »Energiewende von unten« ohne große Investoren geht.</p>
<p>Aber Energie ist nur eine der vielen Ebenen, auf denen <a href="http://www.commonsblog.de/" target="_blank" rel="external nofollow">Commons</a> gefragt sind. Projekte zur <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/" target="_blank" rel="external nofollow">solidarischen Landwirtschaft</a> scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen, und in jedem Projekt werden dabei passende Formen des »Commonings« gefunden, des gemeinsamen Zusammenwirkens. In Klein Jasedow – dem Dorf in Vorpommern, in dem Oya hergestellt wird – experimentieren wir gerade mit der Form eines Community Gardenings, in dem zwei Dutzend Menschen gemeinsam einen Selbstversorgungs-Acker betreuen. Außer dass wir gemeinsam Saatgut und ein paar Geräte kaufen müssen, wird bei der ganzen Aktion kein Cent Geld fließen.<a href="http://www.demonetize.it/" target="_blank" rel="external nofollow"> »Demonetize!«,</a> steht auf der neuen Ausgabe der österreichischen Zeitschrift <a href="http://www.streifzuege.org/" target="_blank" rel="external nofollow">»Streifzüge«</a>. Ja – wie lassen sich mehr und mehr Lebensbereiche dem Kommerz entziehen?</p>
<p>»Wir arbeiten alle auf der Basis von »Open Source« und freiwilligem Beitragen, aber wir schaffen es nicht, gemeinsam genug zum Überleben zu erwirtschaften und fragen uns jetzt, wie wir damit umgehen sollen«, fragte eine junge Frau vom <a href="http://www.trial-error.org/" target="_blank" rel="external nofollow">Kulturlabor Trial &amp; Error</a> auf dem Kongress <a href="http://www.mcplanet.com/" target="_blank" rel="external nofollow">McPlanet,</a> der letztes Wochenende an der TU Berlin stattgefunden hat. Wir machten ihr Mut, nicht nach einem Patentrezept, sondern nach einer Lösung zu suchen, die genau zu den beteiligten Menschen passt. Statt allen das Gleiche geben zu wollen, ließe sich ja auf die ganz individuellen Bedürfnisse schauen. Es gibt keinen Grund, sich minderwertig zu fühlen, weil das gemeinsam Erwirtschaftete noch nicht für alle ausreicht, sondern Allmende-Pioniere müssten selbstbewusst andere dazu einladen, sich als Unterstützerinnen und Unterstützer einzubringen. Wir brauchen Freiräume, in denen mitten im Alten das Neue Heranwachsen kann, und das geht am besten durch ein Netzwerk solidarischer Freundinnen und Freunde.</p>
<p><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts2036/ts2036.php" rel="external nofollow"><img class="alignright  wp-image-4883" style="margin-left: 10px;" title="Commons" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/05/commons-197x300.jpg" alt="" width="120" height="183" /></a>Auf dem Mc Planet stellte <a href="http://www.oya-online.de/article/read/15-Wovon_wir_alle_leben.html" target="_blank" rel="external nofollow">Silke Helfrich </a>den neuen, 500-seitigen Reader <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts2036/ts2036.php" target="_blank" rel="external nofollow">»Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat«</a> vor. Das neue Paradigma der Gemeingüter kompakt in Theorie und Praxis. Es kommt genau zur richtigen Zeit, um das Allmende-Fieber weiter anzuheizen und die Commons auch der akademischen Diskussion bestens zugänglich zu machen. Das Buch soll in alle Uni-Bibliotheken im deutschsprachigen Raum, und wir möchten es allen Oya-Leserinnen und Lesern wärmstens empfehlen. Es liest sich leicht und locker, enthält auch praktische Beispiele  - der Umfang braucht also nicht abzuschrecken. Ein internationales Autorenteam, darunter mindestens 15 Oya-Autorinnen und Autoren wie Veronika Bennholdt-Thomsen, Friederike Habermann, Beate Küppers, Andreas Weber oder Christian Siefkes, haben zu diesem Werk beigetragen, und wir merken einmal mehr: Oya ist ganz und gar dem Zeitgeist des Commons-Paradigmas entsprungen.<br />
Alle Autorinnen und Autoren haben ihre Arbeit für das Buch geschenkt. Es wird vom Verlag für eine Bereitstellungsgebühr von 24,80 Euro angeboten. Und es ist unter einer Creative-Commons-Lizenz im Internet verfügbar: ein Gemeingut.</p>
<p>Dass der Wunsch, Commons-Wirtschaft zu realisieren, schnell zu handfesten Konflikten führen kann, weil mit einem Allemende-Denken existierende Machtverhältnisse grundlegend in Frage gestellt werden, zeigt immer wieder das Thema »Eigentum und Landnutzung«. Am 17. April ist der von Aktivistinnen und Aktivisten besetzte Versuchsgarten der Wiener Universität für Bodenkultur in Wien geräumt worden. Das Land wurde bereits von Stadtlandwirtschaftsinitiativen genutzt, doch jetzt soll es verbaut werden. Die Gärtnerinnen und Gärtner von <a href="http://www.social-innovation.org/?p=4028" rel="external nofollow">»SoliLa«,</a> die hier weiterhin gemeinschaftlich Gemüse anbauen und mit dem Fahrrad an Abnehmer in der Stadt liefern wollten, wurden von der Polizei vom Gelände gezerrt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/05/15/im-allmende-fieber/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Notwendigkeit utopischer Entwürfe</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-notwendigkeit-utopischer-entwurfe/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-notwendigkeit-utopischer-entwurfe/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 16:23:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4719</guid>
		<description><![CDATA[Visionen und deren Realisierung Utopien haben derzeit wenig Konjunktur. Sie stehen unter dem Generalverdacht, blosse Fantasiegebilde zu sein, denen jeglicher Realitätsbezug fehlt. lieber spricht man von Szenarien oder Visionen einer besseren Gesellschaft. tatsächlich lassen wir uns in unseren Lebensentwürfen jedoch täglich von Utopien leiten. Die klassischen Utopisten (zum Beispiel Platon und Thomas Morus) entwickelten Entwürfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Visionen und deren Realisierung</h2>
<div id="attachment_4724" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/569736_original_R_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[4719]"><img class=" wp-image-4724 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/569736_original_R_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_-300x189.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Rainer Sturm / pixelio.de</p></div>
<p>Utopien haben derzeit wenig Konjunktur. Sie stehen unter dem Generalverdacht, blosse Fantasiegebilde zu sein, denen jeglicher Realitätsbezug fehlt. lieber spricht man von Szenarien oder Visionen einer besseren Gesellschaft. tatsächlich lassen wir uns in unseren Lebensentwürfen jedoch täglich von Utopien leiten.</p>
<div>
<p>Die klassischen Utopisten (zum Beispiel Platon und Thomas Morus) entwickelten Entwürfe eines Idealstaats, ohne Streit, Gewalt und Krieg. Darin bestand auch das Ziel der marxistischen Utopie, die für soziale Gerechtig– keit plädierte und für eine Gesellschaft, in der alle Klassenunterschiede beseitigt sind. Doch die Realisierungsversuche in der ehemaligen UdSSR und der DDR, in Kuba und China haben diese Utopien diskreditiert. Der Misserfolg ist nicht dem utopischen Konzept anzulasten, sondern dessen Pervertierung. Unter der Hand wurden nämlich die alten Machtverhältnisse mitsamt ihren Hierarchien weitergeführt oder neu installiert, was in krassem Widerspruch zu jenem Reich der Freiheit steht, das Karl Marx vorschwebte.</p>
<p>Utopien sollten wieder als Korrektiv des Bestehenden gesehen werden. Sie sind Platzhalter einer Freiheit, die individuelle Vielfalt und Differenz ermöglicht. Das Wort «Utopie», zusammengesetzt aus den beiden griechischen Wörtern «ou» und «topos», bedeutet: Nichtort. Utopische Entwürfe haben keine Raum-Zeit-Koordinaten; man kann das, was sie beschreiben, weder geografisch noch historisch verorten. Dies mag zunächst befremden, doch wir gehen ständig mit solchen Nichtort-Gebilden um, denn wir müssen ja in jedem Augenblick unser Leben aktiv gestalten. Menschen blicken in die Zukunft und projizieren dabei ihre eigenen Ziele.</p>
<blockquote><p>Die Gestaltung der Zukunft mittels utopischer Entwürfe lässt sich mit der Entstehung einer Skulptur vergleichen. Wir gestalten unser Leben wie der Bildhauer den Stein.</p></blockquote>
<p>Der Entwurf von Zukunft ist nicht einfach eine Eins– zu-eins-Nachahmung oder Wiederholung von bereits Erreichtem, das seinen festen, datierbaren, historischen Ort in der Vergangenheit hat. Jede Konstellation verlangt neue Anpassungen und öffnet der Fantasie Möglichkeiten eines neuen Entwurfs. Indem wir unsere nähere oder fernere Zukunft planen, nehmen wir die neu gesetzten Ziele als Wirklichkeit in Gedanken vorweg.</p>
<div>
<div>
<p>Diese vorerst in der Fantasie existierende Wirklichkeit ist, vielleicht nur vorläufig, vielleicht aber auch auf lange Zeit, ein Nichtort. Als bloss ersehntes Traum– und Wunschgebilde bleibt sie ein Nichtort, was ihre Bedeutung aber keineswegs schmälern muss. Wenn der Sog der Ziele stark genug ist, dienen sie als ständige Orientierungshilfe für ein Handeln, das sich am Ideal ausrichtet.</p>
</div>
<div>
<p>Mit jedem erreichten Teilziel nähert man sich dem utopisch «Vor-Entworfenen» an, bis dieses verwirklicht ist und damit der Nichtort sich in einen tatsächlichen Ort verwandelt.</p>
<h4>Immer neu interpretierte Mythen</h4>
<p>Ohne Utopien wäre unser Blick vollständig an die Ver– gangenheit gefesselt. Wir könnten unsere Gegenwart nur rückwärtsgewandt gestalten, in einem versteinerten Konservatismus. Alle Kreativität würde sich in der immer gleichen Ausmalung des Paradieses oder des Goldenen Zeitalters erschöpfen, mit dem unsere Geschichte angefangen haben soll. Doch letztlich ist auch dies schon eine Utopie, denn solche Anfänge sind nicht historisch dokumentiert, sondern in Form von Mythen überliefert, die von Generation zu Generation neu interpretiert und anders ausgeschmückt wurden. Sie regen die Fantasie an, ein dem jeweiligen Welt– und Menschenbild entsprechendes Paradies zu entwerfen und als neuen Garten Eden in die Zukunft zu projizieren.</p>
<p>Die Gestaltung der Zukunft mittels utopischer Entwürfe lässt sich vergleichen mit der Herstellung eines Kunstwerks. Wie ein Bildhauer den Stein, so gestalten wir unser Leben. Wir fangen nicht in jedem Augenblick bei null an. Unsere bereits verlebte Zeit ist das Material, das wir im Vorgriff auf den utopischen Gesamtentwurf unserer Zukunft bearbeiten wollen. Wir können daher nicht völlig neue oder ganz andere Menschen werden, sondern müssen unsere individuellen Besonderheiten beachten, die das Resultat dessen sind, was wir erlebt und erlitten, gelernt und gemacht haben. Dies alles beeinflusst unsere Zukunftsprojekte ebenso stark, wie es unsere Sehnsüchte und Wünsche tun.</p>
<p>Endgültig Bilanz ziehen, ob es uns gelungen ist, unser individuelles utopisches Profil zu verwirklichen, lässt sich allenfalls am Lebensende. Aber das Kunstwerk Individuum ist ja ein «work in progress», und wir können jederzeit – wie der Bildhauer an seinem Stein – an uns etwas abschleifen, glätten, Überstehendes wegschlagen, um zu dem Menschen zu werden, als den wir uns entworfen haben. Manche Prozesse sind schmerzhaft, andere Eingriffe beglücken, weil durch sie etwas entstanden ist, was genau dem Ideal entspricht, das uns vorschwebte.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin MONETA, Ausgabe <a title="Nr. 1/2012" href="http://www.abs.ch/de/zeitung-moneta/moneta-archiv/" rel="external nofollow" target="_blank">Nr. 1/2012</a>.MONETA ist das Magazin der <a title="Alternativen Bank Schweiz" href="https://www.abs.ch/" rel="external nofollow" target="_blank">Alternativen Bank Schweiz</a></em></p>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/29/die-notwendigkeit-utopischer-entwurfe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Spiritualität, Kunst und Politik</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/23/spiritualitat-kunst-und-politik/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/23/spiritualitat-kunst-und-politik/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 21:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andres Pellegrini</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4665</guid>
		<description><![CDATA[Wie das Umfassende im Begrenzten Ausdruck findet Einführung und Absicht Die Inspiration für diesen Artikel entspringt meinem sich zur Zeit intensivierenden Engagement: eine sich gegenseitig befruchtende Verbindung von Spiritualität, Kunst und Politik. Der sich nun abzeichnenden Synthese dieser drei Lebensaspekte ist einiges vorausgegangen: als junger Erwachsener kehrte ich meiner Musikerlaufbahn von einem Tag auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/weihnacht_0073.jpg" rel="lightbox[4665]"><img class="alignright size-medium wp-image-4676" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/weihnacht_0073-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Wie das Umfassende im Begrenzten Ausdruck findet</h2>
<h4>Einführung und Absicht</h4>
<p>Die Inspiration für diesen Artikel entspringt meinem sich zur Zeit intensivierenden Engagement: eine sich gegenseitig befruchtende Verbindung von Spiritualität, Kunst und Politik. Der sich nun abzeichnenden Synthese dieser drei Lebensaspekte ist einiges vorausgegangen: als junger Erwachsener kehrte ich meiner Musikerlaufbahn von einem Tag auf den anderen den Rücken (nachdem ich seit meiner Jugend meine ganze Energie und Zeit praktisch nur in die Musik gesteckt hatte) und legte den Fokus für lange Zeit erst auf psychologische und schlussendlich immer mehr auf spirituelle Aspekte. Ich hörte nach wie vor gerne und oft Musik, sah sie – und damit auch die anderen Kunstformen – jedoch eher als angenehme Abwechslung, denn als eine unglaublich stark transformierende Kraft, die direkter Ausdruck unseres Lebens sein kann. Statt in die Musik floss meine Energie nun erst in Bewegungsformen wie Tai Chi, Qi Gong und Tanz; danach zunehmend – über die Meditation – in die Stille. Um politische Angelegenheiten machte ich einen grossen Bogen; sie interessierten mich schlichtweg nicht, da ich sie irgendwie nicht mit meinem persönlichen Alltag in Beziehung setzen konnte. Dann platzte eines Tages die »spirituell-künstlerisch-politische Bombe«; gezündet wurde diese durch innere Einsicht, Begegnungen mit Menschen aus der Integralen Politik und jam sessions mit einer Tänzerin. Mir wurde die Wichtigkeit dieser drei Daseinsformen bewusst und die Kraft die in diesen steckt; zudem erkannte ich, dass wir Spiritualität, Kunst und Politik als drei verschiedene Felder (mit ihren jeweils ganz eigenen Qualitäten und Schwächen) <em>und</em> als miteinander über komplexe Wechselwirkungen verbundene Aspekte ein und desselben Bewusstseins sehen können. In diesem Artikel möchte ich sowohl den Unterschieden als auch den Gemeinsamkeiten Raum geben und das Verständnis für Qualitäten fördern. Zudem möchte ich aufzeigen, was möglich werden könnte, wenn diese drei Felder eine gemeinsame Richtung finden.</p>
<h4>Spiritualität, Kunst und Politik einzeln betrachtet</h4>
<p>Im folgenden gehe ich  kurz auf die Qualitäten und Schwächen der drei Felder ein, um im nächsten Abschnitt aufzuzeigen, wo der Schlüssel zur Förderung der Qualitäten liegt.</p>
<p><em>Spiritualität</em></p>
<p>Spiritualität besteht aus zwei Aspekten. Einerseits aus dem »Zugang haben zu einer immer präsenten und unbegrenzten Dimension von Liebe, Stille, Kreativität, Mitgefühl, Qualitäten, Visionen…«; andererseits aus dem Verwirklichen dieser Dimension im begrenzten Dasein unseres Alltags. Wenn diese beiden Aspekte ausgeglichen und im Fluss sind, erleben wir ein spirituelles und erfülltes Leben. Wir alle kennen jedoch auch die Phänomene, die auftauchen, wenn ein Ungleichgewicht entsteht. Wenn wir ob unserem Zugang zur spirituellen Dimension den Alltag vernachlässigen entstehen Dissoziation, Weltfremdheit, Abgehobensein, Arroganz, Einsamkeit, Isolation usw. Im anderen Fall, dem Festhalten an unserem Alltag auf Kosten des Zugangs zur spirituellen Dimension, entstehen religiöse Dogmen, »verzerrtes« Mitgefühl (in Form von Moral, Regeln, Geboten), engstirnige Rationalität. Man könnte ebenfalls von Dissoziation sprechen, nämlich vom Abspalten der spirituellen Dimension. In der Gesellschaft zeigt sich das eben erwähnte Ungleichgewicht beispielsweise darin, dass in wissenschaftlichen Kreisen die Spiritualität nicht ernst genommen wird oder umgekehrt.<br />
<em></em></p>
<p><em>Kunst</em></p>
<p>Eine wunderbare Beschreibung von Kunst — wie ich sie verstehe — gibt uns Daria Halprin (Tochter von Anna Halprin und Co-Founder vom Tamalpa Institute):</p>
<p><em>»There is an essential connection between art and life which can facilitate healing and change. We are interested in a new aesthetic that reflects the here and now reality of peoples‹ authentic life experiences, rather than a beauty based on form or technique. For us it is our real life experiences that feed our art, and our art that informs the real issues in our lives. We call this the Life-Art Process.»</em><sup class='footnote'><a href="#fn-4665-1" id='fnref-4665-1'>1</a></sup></p>
<p>Eine so verstandene Kunst ist jedem Menschen zugänglich. Es geht nicht darum komplizierte künstlerische Techniken zu erlernen, um damit ein intellektuell hochstehendes Publikum zu beeindrucken. Vielmehr geht es um eine Kunst des Herzens, die Fähigkeit des Gestaltens, die uns allen innewohnt. Unmittelbarer Ausdruck unserer Gefühle, Assoziationen, inneren Bilder, Beziehungen rückt ins Zentrum. Ob dieser Ausdruck über das Malen, Sprechen, Tanzen, Klingen, Singen, Schreiben geschieht, ist unwesentlich. Wesentlich ist der kreative Prozess, der direkt unser alltägliches Leben wiederspiegelt. Wie die Spiritualität hat auch die Kunst ihren Schatten. Dieser tritt uns beispielsweise als Unverbindlichkeit, Selbstbezogenheit und Entwurzelung von unserem stillen und tiefen Dasein entgegen (im Sinne von einem „Sich-Verlieren“ in der Welt der Bilder, Farben und Formen, sprich dem Mindbewusstsein; dies geht auf Kosten des »Sich-Eingebettet-Fühlens« in ein umfassenderes Ganzes).</p>
<p><em>Politik</em></p>
<p>Häufig stechen zuerst nicht die Qualitäten, sondern die Schattenseiten der Politik ins Auge: Beharren auf Partikularinteressen, Machtkämpfe statt Sachpolitik usw. Dass Politik aber durchaus auch Qualität haben könnte, sehen wir zum Beispiel an der Partei und Bewegung Integrale Politik Schweiz. In deren Statuten finden wir unter Zweck eine wunderbare Beschreibung des Potentials der Politik:</p>
<p>»2.1 IP Schweiz strebt eine friedliche, demokratische Erneuerung unserer Kultur und Gesellschaft auf der Grundlage eines neuen Bewusstseins an. Sie will damit zur Lösung der tief greifenden, politischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und psychologischen Herausforderungen der Menschheit beitragen.</p>
<p>2.2 IP Schweiz basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild, das die materiellen, emotionalen, mentalen und spirituellen Bedürfnisbereiche eines jeden Menschen als gleichwertig anerkennt.</p>
<p>2.3 Die Hauptanliegen der IP Schweiz sind:</p>
<ul>
<li>das Wohl ALLER Menschen zu fördern – unabhängig von Ethnie, Geschlecht, Nationalität, Religion, Sprache und sozialem Stand</li>
<li>eine neue Wirtschaftsordnung zu etablieren, welche die liberalen Werte mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit verbindet</li>
<li>die lebensdienlichen Aspekte politischer Positionen von Rechts bis Links zu einem neuen Ganzen zu vereinen.</li>
<li>Spiritualität als bedeutende Sinn stiftende Dimension für Mensch und Gesellschaft anzuerkennen</li>
<li>die materiellen, emotionalen, mentalen und spirituellen Bedürfnisbereiche eines jeden Menschen als gleichwertig anzusehen</li>
<li>ein Bildungswesen, das die emotionalen und intuitiv-spirituellen Fähigkeiten ebenso fördert wie die intellektuellen und die körperlichen</li>
<li>eine Demokratie anzustreben, in der die heutige Machtkonzentration des Kapitals auf die Bürgerinnen und Bürger aufgeteilt wird</li>
</ul>
<p>2.4 Die IP Schweiz vertritt keine Partikularinteressen, sondern verfolgt ausschliesslich gemeinnützige Ziele im Interesse des Gemeinwohls.»<sup class='footnote'><a href="#fn-4665-2" id='fnref-4665-2'>2</a></sup></p>
<p>Die Hauptabsicht der Politik sollte sein, Strukturen zu schaffen, in welcher sich das menschliche Potential entfalten kann.</p>
<h4>Die Qualitäten in den drei Feldern fördern</h4>
<p>Um zu verstehen, wie die Qualitäten der drei Felder gefördert werden können, ist es einerseits wichtig zu sehen, dass Qualität und Schwäche immer zusammengehören, sprich wir hinter jeder Schwäche eine Qualität finden können. Ist dies erkannt, hört der sinnlose Kampf gegen Schwächen augenblicklich auf. Zudem müssen wir das entsprechende Feld an und für sich nicht mehr in Frage stellen, wenn es sich mal von der Schattenseite zeigt. Wir werden differenzierter. Andererseits ist es wichtig zu fragen, wann eine Qualität sich in die Schwäche verwandelt. Die Antwort ist einfach: sobald Angst ins Spiel kommt bzw., wenn wir versuchen die Qualität zu kontrollieren und zu manipulieren, um sie für egoistische Zwecke zu nutzen. Mit anderen Worten heisst dies, dass wir uns weder um Qualitäten, noch um Schwächen kümmern müssen, sondern einzig und alleine um das bewusste Wahrnehmen unserer auftauchenden Angst und das Antworten darauf mit Stille. Das Antworten mit Stille auf Angst ist aktive Schattenarbeit und leitet automatisch die Entfaltung der Qualitäten ein.</p>
<h4>Die Verbindung von Spiritualität, Kunst und Politik</h4>
<p>Wann berührt uns Kunst und Politik ganz besonders tief? Wenn wir darin das tiefe Anliegen spüren können, die Entfaltung des menschlichen Potentials zu ermöglichen. Werden Kunst und Politik nicht von dieser Vision getragen, werden sie nie transformativ sondern immer nur translativ wirken. Anstatt ihre ganze Kraft zu entfalten bleiben sie eine Spielerei ohne tiefe Wirkung. Aus dieser Sicht betrachtet spielt die Spiritualität in diesem Gefüge eine Schlüsselrolle. Wenn wir Neues schaffen wollen (egal ob in der Kunst, Politik oder sonst wo), anstatt in unseren alten Mustern zu kreisen ist dies nur über den Zugang zu einer erweiterten Bewusstseinsdimension möglich. Wir können die Information zur Neugestaltung unserer Gegenwart aus einem zeitlosen Gewahrsein holen. Nur so schaffen wir neue Lebensqualität. Nur wenn Spiritualität die Kunst und die Politik durchdringt kann es zu tiefgreifenden Transformationen kommen.</p>
<h4>Im eigenen Alltag beginnen – Spiritualität, Kunst und Politik im Kleinen</h4>
<p>Häufig vergessen wir, dass Spiritualität, Kunst und Politik erst mal in uns selber wachsen müssen, bevor diese in der Öffentlichkeit ihre Kräfte entfalten können. Es lohnt sich also, im Kleinen zu beginnen. Wie könnte dies geschehen? Zum Beispiel indem wir unsere Visionen wahrnehmen und ihnen Beachtung schenken, anstatt sie als Träumereinen abzutun, welche sowieso nie wahr werden. Es ist ein Witz zu glauben, dass wir nur Visionen erhalten, wenn wir stundenlang mit gekreuzten Beinen in Meditation verweilen. Visionen erhalten wir überall. Es sind die Lichtblicke, die spontan auftreten: im Tram, beim Einschlafen, auf dem Klo, beim Aufwachen, im Dialog…Wenn wir achtsam sind, erkennen wir, dass wir gar nicht anders können, als Visionen zu erhalten. Diese können sich als klare Bilder manifestieren; oft machen sie sich aber auch einfach als feine Schwingungen und Qualitäten bemerkbar, die nicht direkt als Bilder, Sätze oder Klänge wahrgenommen werden können, sondern viel subtiler wirken. Ist die Vision einmal eingetroffen, leisten die Instrumente der Kunst hervorragende Dienste, um etwas konkreter zu werden ohne einzuengen. Die Vision kann gemalt, vertont, getanzt…werden. Wir erhalten zum Beispiel etwas, dass so klingt:</p>
<p><a href="http://youtu.be/6ur7JJgI45w" target="_blank" rel="external nofollow">Beispiel Sound-Vision</a></p>
<p>Wenn wir wirklich möchten, dass die erhaltene Vision unseren Alltag tiefgreifend transformieren kann, kommen wir an diesem Punkt nicht mehr darum herum, die Sprache mit einzubeziehen. Nur so wird es möglich, dass das Ganze tief in unser Alltagsbewusstsein eingeprägt wird. Sprache/Denken ist unser Alltags-Modus. Bezogen auf unser Beispiel könnte der sprachliche Ausdruck so lauten:</p>
<p>»Weite, Licht, Öffnung, Tiefe, Berührung, Bewegung, Fülle, Ausdehnung…«</p>
<p>Hier angelangt, kann sich ein scheinbarer Graben auftun zwischen unserer gefühlten und in Worte gefassten Vision und unserer Alltagsrealität. Statt Weite, Licht, Öffnung etc. sehen wir vielleicht, dass wir in Beziehungen verstrickt sind, die wenig Vertrauen und Tiefe aufweisen oder dass wir einen Beruf ausüben, der uns gar nicht wirklich  berührt und erfüllt. Wir begegnen unseren Schatten. Dies kann grosse Ängste und tiefe Verzweiflung auslösen, was absolut menschlich und verständlich ist. Wir stehen am Anfang eines Transformationsprozesses. Die Angst ist bloss ein Symptom dafür, dass wir uns auf etwas Neues zu bewegen, welches die Vorstellungskraft unseres Mindbewusstseins übersteigt (würde an diesem Punkt gar keine Angst auftauchen, wäre dies ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass es sich nicht um einen Transformations-, sondern höchstens um einen Translationsprozess handelt; bloss eine oberflächliche Veränderung also, die in der Tiefe nichts bewirkt). In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass wir Stille, Gelassenheit und Mitgefühl kultivieren, anstatt – motiviert durch unsere Angst – uns zurückzuziehen, in Aktionismus zu verfallen oder zu resignieren. Es reicht diesen »Fight-Or-Flight«-Mechanismus, der mit unserem Reptilienhirn verknüpft ist, klar zu sehen, ohne darauf zu reagieren. So können wir verstehen, dass dieser Mechanismus zwar bei einer Bedrohung auf Körperebene sinnvoll ist (z.B. auf einen Baum klettern, wenn uns ein Tiger angreift), in psycho-spirituellen Dimensionen jedoch unwesentlich wird und transzendiert werden kann. Dies gibt uns die Möglichkeit, uns klar und nüchtern die entscheidende Frage zu stellen:</p>
<p><em>Wie können wir die erhaltene und ausgedrückte Vision in unserem jetzigen Leben langfristig verwirklichen? </em></p>
<p>Mit den Antworten, die wir auf diese Frage erhalten und deren Umsetzung im Alltag beginnen wir bereits Strukturen zu transformieren; dieser Strukturwandel ist Politik im Kleinen.</p>
<h4>In die Öffentlichkeit treten – Spiritualität, Kunst und Politik im Grossen</h4>
<p>Je intensiver wir im Kleinen wirken, desto häufiger erhalten wir auch Visionen, die nicht nur unser persönliches, sondern auch das gesellschaftliche Leben betreffen. Und wieder können wir diese Visionen gestalterisch ausdrücken. Neu kommt jetzt jedoch hinzu, dass wir diesen Ausdruck mit der Gesellschaft zu teilen beginnen und auch anfangen Politik im Grossen zu betreiben, um den nötigen Strukturwandel zu unterstützen. Der Prozess »Vision-Empfangen/Vision-Ausdrücken/Strukturtransformation« läuft also immer wieder von neuem ab, wird aber immer umfassender, schliesst immer mehr mit ein.</p>
<h4>Ausblick</h4>
<p>Ein grosses Feld habe ich in meinem Artikel weggelassen: die Wissenschaft. Wie könnte die Wissenschaft in das Trio Spiritualität-Kunst-Politik integriert werden? Die Hirnforschung könnte beispielsweise nicht nur erforschen, was in unserem Gehirn während der Meditation passiert, sondern auch was geschieht, wenn Menschen ein vernetztes und integrales Bewusstsein zu entwickeln beginnen. Wo liegen beispielsweise die Unterschiede zwischen dem Gehirn des integralen Philosophen Ken Wilbers und jenem des syrischen Diktators Assad? Die Quantenphysik könnte viel zu unserem Verständnis über Interaktion, kreative Prozesse und Netzwerke beitragen. Meditationserfahrene, Künstler, Politikerinnen, Hirnforscher, Quantenphysikerinnen… könnten in Dialog treten und gemeinsam die Geheimnisse des Lebens erforschen. Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass dies geschieht. Es liegt bei uns allen, diese Zeichen aufzunehmen und unseren Beitrag in diesem Gestaltungsprozess zu leisten; und dies nicht erst morgen, wenn es unter Umständen zu spät ist, sondern <em>jetzt</em>.</p>
<p><strong>Anmerkungen:</strong></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4665-1'><a href="http://www.tamalpa.org/" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.tamalpa.org/</a> <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4665-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-4665-2'><a href="http://www.integrale-politik.ch/images/stories/documents/ip-informieren/grundlagenpapiere/statuten-07.05.11.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.integrale-politik.ch/images/stories/documents/ip-informieren/grundlagenpapiere/statuten-07.05.11.pdf</a>  <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-4665-2">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/23/spiritualitat-kunst-und-politik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#OccupyIntegral</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/03/07/occupyintegral/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/03/07/occupyintegral/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 15:46:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Weltgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4604</guid>
		<description><![CDATA[Wir posten dieses Manifest in einem Moment, der sich anfühlt wie die Ruhe vor dem Sturm. Es ist März 2012, nur wenige Wochen eines Jahres, das reich ist an sozialer, politischer und spiritueller Bedeutung. In den USA ist natürlich Wahljahr, das all den  durch die Medien verursachten Wahnsinn mit sich bringt. Laut dem chinesischen Kalender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4608" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/dreamstime_xs_21497153.jpg" rel="lightbox[4604]"><img class=" wp-image-4608 " title="Revolution of the Mind" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/03/dreamstime_xs_21497153-300x198.jpg" alt="" width="250" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: © Michael Rubin | Dreamstime.com</p></div>
<p>Wir posten dieses Manifest in einem Moment, der sich anfühlt wie die Ruhe vor dem Sturm. Es ist März 2012, nur wenige Wochen eines Jahres, das reich ist an sozialer, politischer und spiritueller Bedeutung. In den USA ist natürlich Wahljahr, das all den  durch die Medien verursachten Wahnsinn mit sich bringt. Laut dem chinesischen Kalender ist das Jahr des Drachens, ein Symbol für Dynamik und Kraft. Im überlieferten Maya-Kalender… naja, wir kennen das.</p>
<p>Das Gefühl der Ruhe kommt wohl auch daher, weil auf der nördlichen Erdhalbkugel gerade Winter ist. Doch mehr, es scheint wie die Stille oder die Erschöpfung nach einem <em>komplizierten</em> Jahr. Von Revolutionen im Mittleren Osten bis zu den Occupy Protesten in den USA und global; es ist etwas am Gären… und am Überlaufen.</p>
<p>Wir sind vier Jahre in der globalen Wirtschaftskrise und die fundamentalen Themen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Schulden, Ungleichheit usw. wurden nicht mal richtig angesprochen, geschweige denn gelöst.</p>
<p>Unsere politischen Systeme sind in einer Pattsituation. Signale aus der Umwelt werden immer Besorgnis erregender. Nicht nur die schmelzenden Polkappen, sondern auch das nukleare Desaster in Japan markieren die Grösse des Loches, das wir uns selbst graben. Es lässt sich feststellen, dass die Menschen gestresst sind.</p>
<p>Kein Zweifel, es passieren auch reichlich ermutigende Dinge. Neue Technologien, neues Erwachen, neue Formen von Kreativität und Zusammenarbeit und einiges mehr. Das macht es so eine ausserordentliche Zeit um am Leben zu sein.</p>
<p>Natürlich können wir 10, 500 oder 2000 Jahre zurück schauen und finden ähnliche Geschichten der Menschheit am Übergang von Krise und Transzendenz. Dennoch gibt es eine exponentielle Intensität wie unsere Situation in den letzten Jahrzehnten komplexer wurde und sich beschleunigte (in anderen Worten evolvierte), und es gibt wenig Zweifel, dass wir nun auf einem steilen Abhang sind.</p>
<p>Vielleicht erscheint es daher wie ein Moment in dem das Bewusstsein anspannt oder seine Energie für das Unbekannt konserviert, das kommen mag – dieses fremde X, das eine höhere Ordnung aus dem Chaos hervorzaubert.</p>
<p>Es ist ein Moment der sich intuitiv anfühlt wie… <em>schwanger.</em></p>
<p>***</p>
<p>Doch solange wir auf unsere tägliche News-Feeds fixiert sind, verpassen wir die volle Tiefe und den Reichtum des Moments. Ebenso kann es sich anfühlen, als wäre das grössere Bild der Bewusstseinsevolution losgelöst von unserem täglichen Leben, wenn wir uns nur intellektuell darauf beziehen.</p>
<p>Wir wachen jeden Tag auf, vollrichten unsere Arbeit, verbinden uns miteinander und finden Sinn auf so viele verschiedene Arten. Und doch gibt es einen <em>optimalen Punkt,</em> wo sich unser In-der-Welt-sein sich mit dem verbindet was wir den <em>Zeitgeist</em> nennen könnten. Unsere Existenz wird aktiviert, wie Hefe im Teig der Welt. Und die Frage was »wirklich los ist« – oder wie wir auf das transzendente und immanente X antworten und es inkarnieren – ist auf eine ganz neue Art von Bedeutung.</p>
<p>***</p>
<p>Als Integralisten – oder Menschen die sich der gesunden Evolution des Bewusstseins, der Kultur und der Systeme, die unsere Welt ausmachen, verschrieben haben – fühlen wir uns berufen aufzuwachen, um diesen wunderbaren Moment zu verstehen, sich zu engagieren, sich daran zu erfreuen und ihm zu dienen. Dennoch gibt es die Wahrnehmung, dass wir integrale Enthusiasten als Gemeinschaft, Tribe oder »We-Space«, zu wenig tiefe Beziehungen zur Welt haben, oder keine sogenannte Soziale Verantwortung. Es wird gesagt, wir sind viel mehr an der »Landkarte« interessiert als am »Territorium«. Wir werden des »Meta-Tuns« und der »Integralen Untätigkeit« bezichtigt (oder wir beschuldigen uns gegenseitig dafür).</p>
<p>Natürlich sind solche Wahrnehmungen und teilweise wahr und wir können leicht auf viele integrale Projekte verweisen und Praktizierende, die sich diesen Behauptungen widersetzen. Dennoch sind sie nicht grundlos und macht Sinn sich darüber Gedanken zu machen, warum dem so ist.</p>
<p>***</p>
<p>Die Crux des Problems scheint folgendes zu sein:</p>
<p>Einerseits fühlen wir uns nicht wohl dabei, uns mit der Art von Aktivismus zu identifizieren, oder Energie darin zu investieren, die mit den Progressiven, Umweltschützern oder anderen linksgerichteten Gruppierungen assoziiert wird (und noch weniger mit rechtsgerichteten Gruppen wie die Tea-Party). Wir finden sie zu ideologisch, rigide und nicht dynamisch, innovativ oder kreativ genug. Kulturell treten sie zu polarisierend auf, oft nicht willens oder unfähig gegensätzliche Sichtweisen zu respektieren. Obwohl viele von uns mit der progressiven Agenda sympathisieren, fühlen wir einfach nicht, dass der Anlass unseren Geist und Verständnis der Dinge widerspiegelt. Deshalb geben wir diesen Bewegungen auf eine abschätzige Weise Etiketten wie »grün«, »First Tier« oder »postmodern«.</p>
<p>Andererseits hat das integrale Bewusstsein noch keine kohärente kulturelle Bewegung geschaffen, die ihre eigene Kraft für sozio-politische Veränderung werden könnte. Vielmehr scheinen seine frühen Ausdrucksformen die Wichtigkeit oder Notwendigkeit von sozialem Aktivismus herunterzuspielen. Stattdessen neigt es dazu die Evolution des Selbst zu priorisieren. Darüber hinaus verwischt die integrale Kultur (vor allem in seinem eher ungeschickten Bestreben des Marketings) oft eine Linie der Glaubwürdigkeit, und riskiert so zu einem Teil des New-Age oder der Neugeist-Bewegung zu werden.</p>
<p>Unser Ausdruck des sozialen Commitments lässt sich zusammenfassen in dem Satz, »sei der Wandel den du in der Welt sehen möchtest«. Das ist ein schöner und grundlegend wahrer Slogan, natürlich, dennoch bleibt der Fokus auf das Individuum, was nur die halbe Wahrheit ist. Wenn wir uns darauf berufen »die Veränderung zu sein«, dann fühlt sich das oft an, als wäre dies getrieben von einem Bedürfnis die Spannungen zu lindern, die aus der Idee eines <em>sozialen Kampfes</em> kommen. Das ist natürlich paradox, denn Gandhi war ja solch ein gewaltiger Aufrührer. Trotz der Teilwahrheit dieser Aussage, hat die New-Age-Verwendung den Effekt, nicht nur der Kritik von Macht und Ungerechtigkeit auszuweichen, sondern wir nehmen uns auf einer existentiellen Ebene aus dem Kampf heraus.</p>
<p>Bevor wir weiter gehen, lasst und eines klar werden: Es gibt nichts in der Integralen Theorie, das einen eher aktivistischen Ausdruck des Integralismus ausschliesst. Im Gegenteil, das Modell ruft offensichtlich danach! Es beschreibt ausdrücklich den Pfad von individueller, sozialer und kultureller Evolution zu einer grösseren Ganzheit, Tiefe, Bewusstheit, Komplexität, Intelligenz und natürlich, der guten alten Güte, Wahrheit und Schönheit. Es gibt eine vitale Kritik an bestehenden Institutionen innerhalb unserer ganzheitlichen/evolutionären Sichtweise.</p>
<iframe style="background:#000000;" src="http://player.vimeo.com/video/31167032?title=1&amp;byline=1&amp;portrait=1&amp;color=00adef&amp;autoplay=0&amp;loop=0" width="400" height="300" frameborder="0"></iframe>
<p>Deshalb ruft dieses Manifest nach einer Wiederverwendung von <a href="http://integrallife.com/node/37539" rel="external nofollow">Ken Wilber’s AQAL Matrix</a>. Jenen, die es – oder den Chefarchitekten und die Integrale Szene, die half es hervorzubringen – als zu theoretisch und wirklichkeitsfremd abtun, sagen wir, <em>occupy it!</em> Mehr als irgendjemand, hat Ken Wilber in erster Linie ein konzeptuelles Framework vorgegeben, um eine <a href="http://beamsandstruts.com/essays/item/26-post-postmodern-politics-a-going-under" rel="external nofollow">Konversation über einen »post-postmodernen«</a> Ansatz für eine soziale Transformation zu führen. Und Ken hat uns nicht nur die Landkarte gegeben, er hat tausende von uns auch in einer Kommunikationsgemeinschaft verbunden, die eine gemeinsame, multidimensionale, radikal evolutionäre Sprache spricht – eine, die fundamental adaptiv und vital ist. Deshalb bleibt er eine unverzichtbare Persönlichkeit; deshalb müssen wir unseren Weg finden, <a href="http://beamsandstruts.com/articles/item/632-the-123-of-relationship-to-ken-wilber" rel="external nofollow">zu einer reifen</a>, doch <a href="http://beamsandstruts.com/articles/item/633-the-123-of-relationship-to-ken-wilber-pt-ii" rel="external nofollow">nicht unkritischen, Wertschätzung seiner Arbeit</a>; deshalb ist es immer noch wichtig <a href="http://www.coreintegral.com/" rel="external nofollow">AQAL zu lernen</a>. (Wir können sogar verzeihen, wen manche Hardcore Studenten von Ken’s Arbeit <a href="http://www.integralworld.net/neale1.html" rel="external nofollow">zeitweise integral ausflippen</a>.)</p>
<p>Trotzdem ist es keine Option mehr für Menschen die sich »integral« nennen, sich auf praktischer Ebene, von den Angelegenheiten zu distanzieren, von denen so viele unserer Brüder und Schwestern ergriffen sind.…</p>
<p>Muss es eine Trennung geben zwischen unserer Fähigkeit für Meta-Perspektiven und der tugendhaften Empörung der »99%«? Muss unsere Leidenschaft für spirituelle Evolution heller leuchten als unsere Bereitschaft zur Wiederherstellung eines gesunden Lebensraums, oder die bittere Armut zu beenden, oder die Bekämpfung des korrupten Einflusses von Geld in unserer Politik, oder die Herausforderung des Peak-Oil, oder die direkte Teilnahme am politischen Prozess selbst – zum Beispiel, wenn wir lokale Kandidaten unterstützen oder uns selbst für ein Amt bewerben?</p>
<p>Wenn es stimmt, dass die Menschheit in einer evolutionären Krise/Geburt steckt, was wir glauben, dann scheint es, dass wir als Integralisten eine einmalige Gelegenheit haben, eine bedeutende Rolle in der weiteren Geschichte zu spielen. Am Spielfeldrand zu sitzen und auf den »Tipping Point« zu warten garantiert, dass jene mit einer engeren Agenda den Diskurs dominieren werden. Was, wenn wir den Rahmen dieses Diskurses ändern, nicht in 50 oder 100 Jahren, sondern in den nächsten 5, 10 oder 20? Was, wenn unser Engagement als »Evolutionäre« ebenso eine tiefere Art von Revolution umfassen würde?</p>
<p>Selbstverständlich sprechen wir von einer »Revolution der Liebe«, eine Revolution in der wir erkennen, dass wir nicht von den Anderen getrennt sind. Es wird eine Revolution die nicht danach strebt die politischen Gegner zu zerstören, sondern eher Gewalt sogar auf der Ebene unseres politischen Diskurses umzuwandeln. Es wird eine <a href="http://www.integralrevolution.com/" rel="external nofollow">evolutionäre Revolution</a> die »die Veränderung sein« mit »die Veränderung machen« integriert.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/BRtc-k6dhgs?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auf einem bestimmten Level sprechen wir von der Neudefinierung oder Entwicklung einer »Integralen Marke«, wie Joe Perez es vorschlug. Wie schlagen auch ein grösseres Konzept von »Revolution« vor, eines das hoffentlich mehr Aktivisten und andere »Kulturkreative« für eine grosszügige integrale Denkweise begeistert, aus dem die Herausforderungen und Möglichkeiten unserer Zeit angegangen werden können. Letztendlich zielen wir darauf ab, eine Kulturelle Bewegung zusammenzuhalten, die eine gesunde, adaptive Antwort auf unsere planetarische Krise verkörpert und vollzieht – und vielleicht sogar dabei hilft eine schönere zukünftige Welt zu formen.</p>
<p>Um dies zu erreichen brauchen wir eine Integrale Vision die nicht nur »meta« ist – die sich konkret in einem machbaren Zeitrahmen umsetzen lässt. Wir können uns zum Beispiel fragen wir uns eine Integrale Demokratie vorstellen, eine Integrale Ökonomie, ein Integrales Gesundheitssystem – oder eigentlich, eine integrale und integriertere <em>planetarische Zivilisation</em>. Und wie beginnen wir unsere Worte in Taten umzuwandeln, um dort hin zu kommen? Einige schlaue Menschen denken bereits auf diesen Linien (und darüber hinaus), wie etwa <a href="http://www.stevemcintosh.com/" rel="external nofollow">Steve McIntosh</a>, <a href="http://www.millionhelpabillion.com/" rel="external nofollow">Robb Smith</a> und <a href="http://thehumanproject.us/" rel="external nofollow">Anna Stillwell</a>.</p>
<p>Hier könnten auch Think-Tanks geschaffen werden – wie auch die Konservativen und Liberalen sie haben – die sich nichts anderem widmen, als nach Regelungen, globalen Standards und politischen Strategien suchen. Ohne Zweifel gibt es hier auch viele unternehmerische Gelegenheiten, die eine Zahl von Menschen verfolgen. Die Bewegung des <a href="http://consciouscapitalism.org/" rel="external nofollow">Bewussten Kapitalismus</a> ist ein hoffnungsvoller Versuch um integrale Werte in die Wirtschaftswelt zu bringen, und <a href="http://www.holacracy.org/" rel="external nofollow">Holakratie</a> erneuert integrale Praktiken um Organisationsstrukturen und –dynamiken zu evolvieren. Doch das grösste Potenzial sehen wir für eine globale kulturelle Bewegung auf breiter Basis, nach Open-Source Prinzipien, die dabei hilft, dass Integrales Bewusstsein in den Mainstream eindringen kann.</p>
<p>***</p>
<p>Zusammenfassend möchten wir ein paar praktische Vorschläge bieten, die, wie wir denken, die Integrale Kultur, und die Marke Integral, in eine aktivistischere und aktivere Richtung treiben kann.</p>
<ol>
<li>Lasst uns sorgsamer sein um die Tendenz Menschen oder Gruppen mit Kategorien wie »integral« und nicht-integral« zu bezeichnen (und ebenso »First-Tier« oder »Second Tier« oder einzelne Farben von Spiral Dynamics und den AQAL Entwicklungsstufen). Als langjährige Integralisten haben wir kein Problem mit Entwicklungshierarchien, besonders in Theorie und spezifischen Anwendungen. Doch diese Etiketten können bei Interaktionen mit unterschiedlichen Menschen in der echten Welt wenig hilfreich sein. Vielmehr können sie geradezu schädlich sein in menschlichen Beziehungen, wenn sie sorglos angewandt werden. Das Bestreben sehr genau festzulegen was »wirklich integral« ist, ist ein Abtörner, der den Absolutismus widerhallt, den wir typischerweise in der Politik des rechten Flügels und der Religion sehen. Anstatt dessen können wir die Grosszügigkeit praktizieren, die <em>Integralheit überall</em> zu sehen, während wir all die Fachausdrücke komplett weglassen – einfach die <em>Wesen sein lassen</em>, wie Martin Heidegger (der abstruseste aller Philosophen) die »Essenz der Wahrheit« in seiner späten Gedanken beschrieb.</li>
<li>Engagieren wir uns für den Kampf der Ideen mit mehr Demut und Kraft. Wir können damit beginnen die Vorstellung loszulassen, dass nur, weil eine Idee »integral« ist, oder »Produkt des Integralen Bewusstseins«, sie deswegen besser ist. Das funktioniert nicht in einem rationalen Diskurs, wo nur der »zwanglose Zwang des besseren Arguments« zählt. Wir müssen uns auf eine grössere Konversation einstellen und für die integralen Ideen sprechen, nicht nur weil sie integral sind, sondern weil sie einfach zwingend notwendig sind. Das heisst, wir müssen zuerst diese Ideen entwickeln und artikulieren; und zweitens, müssen wir nicht nur andere Integralisten einbinden, sondern auch Denker, Pundits und Meinungsführer quer durch das kulturelle Spektrum.</li>
<li>Lasst uns Brücken mit Individuen und Gruppen bauen, die gute Arbeit in der Welt leisten, egal ob sie eine explizite integrale Orientierung teilen oder nicht. Die <a href="http://www.occupytogether.org/" rel="external nofollow">Occupy Bewegung</a> sollte ganz oben auf dieser Liste sein, genauso Denke wie <a href="http://charleseisenstein.net/" rel="external nofollow">Charles Eisenstein</a> und einige der Mitwirkenden von <a href="http://www.realitysandwich.com/" rel="external nofollow">Reality Sandwich</a> (wo er bloggt). Die Transition Bewegung schafft Gemeinschaften rund um den Globus, basierend auf Prinzipien der lokalen Selbstversorgung. Chris Martenson bietet <a href="http://www.chrismartenson.com/" rel="external nofollow">in seinem Crash Course</a> eine heterodoxe Analyse unserer Wirtschaftslage, mit Gedanken wie wir uns für kommende Störungen vorbereiten. Und es gibt zahlreiche weitere Beispiele. (Fühl dich frei deine eigenen Favoriten in Kommentaren zu nennen). Lasst uns eingestehen, dass wir viel lernen können von deren Erfahrung und einzigartigen Expertise, auch wenn wir wissen, wir können etwas Wertvolles bieten für deren Projekte.</li>
<li>Lasst uns ernster werden mit dem politischen Engagement. Ein offensichtlicher Ort zum Starten sind die kommenden Wahlen in den USA. Weil viele (doch sicher nicht alle) Integralisten wahrscheinlich Präsident Obama unterstützen, wäre es smart den integralen Standpunkt für (oder gegen) Obama deutlicher und kraftvoller zu machen. Jeff Salzman, in seinem <a href="http://integrallife.com/contributors/jeff-salzman" rel="external nofollow">Daily Evolver</a>, ist ein aufsteigender Integraler »Pundit« mit ganz viel Weisheit zu Politik, Kultur und aktuellen Ereignissen (unter vielen anderen Dingen). Doch Bundespolitik ist nur ein Teil des Spiels. Auf Landes– oder lokaler Ebene sind die Themen oft profaner und unmittelbarer, und die Kandidaten sind greifbarer. Sind wir willens integralere Kandidaten für Kongress oder Parlament, das Bundeshaus oder den Stadtrat zu unterstützen? Terry etwa, unterstützt <a href="http://staceylawson.com/" rel="external nofollow">Stacey Lawson</a> in seinem Kongressdistrikt, und Marco unterstützt <a href="http://shafferforcolorado.com/" rel="external nofollow">Brandon Shaffer</a>. Sind da irgendwelche Integralisten draussen, die bereit sind zu kanditieren?Und lasst uns nicht vergessen, dass in einigen Teilen der Welt »zu kanditieren« keine sinnvolle Option ist. Obwohl wir nicht auf den Strassen von Ägypten, Griechenland oder Syrien sein können, können wir zumindest unsere digitale Solidarität mit unseren Freunden an diesen schwierigen Orten zeigen. In manchen Fällen können wir sogar als »Bürgerdiplomaten« reisen, wie Terry <a href="http://www.integraliran.com/" rel="external nofollow">2007 in den Iran</a>, um sich direkter mit echten Menschen zu verbinden und Wege für den kulturellen Dialog zu erkunden.</li>
<li>Lasst uns die offen integralen Individuen und Gruppen kräftig unterstützen, die ®evolutionäre Arbeit in der Welt leisten. Sie sind da draussen – <a href="http://www.kosmosjournal.org/bios/barrett-c-brown" rel="external nofollow">beraten die Vereinten Nationen</a>, schaffen Bildungsprogramme in <a href="http://www.integralheartfoundation.org/" rel="external nofollow">kleinen Dörfern in Guatemala</a> und <a href="http://integralwithoutborders.org/" rel="external nofollow">Nigeria</a>, und <a href="http://www.humanemergencemiddleeast.org/" rel="external nofollow">visionieren die Zukunft</a> für den <a href="http://www.sudanesethinker.com/" rel="external nofollow">Mittleren Osten</a>. Das heisst eine Art Stammessystem des 21. Jahrhunderts zu umarmen – global, vielseitig, durchdringbar und hyperverlinkt; in Koexistenz mit unseren anderen Identitäten und Zugehörigkeiten; tolerant genug um Streitigkeiten und Dissens zu erlauben; doch auch zusammenhalten und liebend sein, pulsierend mit der Stimmung, dass wir uns gegenseitig anspornen und rückhalten gebieten.</li>
</ol>
<p>In anderen Worten, »let’s Occupy Integral«. Es bedarf keiner Erlaubnis. Keine offizielle Mitgliedschaft oder Zertifizierung ist notwendig für unser Recht auf friedvolle Versammlung. Gewiss können und müssen wir die Landkarte noch verfeinern, die Linsen putzen, unsere Meta-Perspektiven ausbauen, sowie die Realisierung von, und die Erdung in dem Zeugen, dem Mysterium, der Leere, Gottheit, purem Bewusstsein oder dem Wahren Selbst, vertiefen. Und lasst uns niemals vergessen, dass <em>»<a href="http://www.coreywdevos.com/2010/04/22/revolutions" rel="external nofollow">eine Revolution ohne Tanzen</a> keine Revolution wert ist«.</em> Und lasst uns noch einmal beteuern und unser Commitment radikalisieren, nicht nur uns selbst zu verändern, sondern wirklich, <em>wirklich</em> auch die Welt.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals auf <a href="http://beamsandstruts.com/articles/item/814-occupy-integral" target="_blank" rel="external nofollow">Beams &amp; Struts</a>, 20. Februar 2012. Übersetzung von <a href="http://www.openmindjournal.com/redaktion/?uid=1">Heinz Robert</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/03/07/occupyintegral/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wir sind das Echo des Urknalls</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/29/wir-sind-das-echo-des-urknalls/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/01/29/wir-sind-das-echo-des-urknalls/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Integral Hero]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4391</guid>
		<description><![CDATA[Die Tage über Silvester verbrachte ich wie schon die letzten zwei Jahre in Kalifornien beim Integral Spiritual Experience, einem Seminar veranstaltet von Integral Life, wo spirituelle Lehrer aus verschiedensten Traditionen sich jeweils einem Jahresthema annehmen, und man dieses in Vorträgen und Workshops zusammen bearbeiten kann. Das Thema in diesem Jahr war Kosmische Kreativität, womit nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4393" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ad525d04a47f_s.jpg" rel="lightbox[4391]"><img class=" wp-image-4393 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ad525d04a47f_s-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Gummis © efferr</p></div>
<p><em>Die Tage über Silvester verbrachte ich wie schon die letzten zwei Jahre in Kalifornien beim Integral Spiritual Experience, einem Seminar veranstaltet von Integral Life, wo spirituelle Lehrer aus verschiedensten Traditionen sich jeweils einem Jahresthema annehmen, und man dieses in Vorträgen und Workshops zusammen bearbeiten kann. Das Thema in diesem Jahr war Kosmische Kreativität, womit nichts weniger als der kreative Impuls gemeint ist, der die Evolution in Bewegung hält.</em></p>
<p>In einer Zeit wo sich eine immer grösser werdende Gruppe von Menschen die Frage stellt, welche Aufgabe wir Menschen hier auf der Erde haben, werden sich diese Menschen der eigenen Evolution immer mehr bewusst. Die Kraft, die vor 13,7 Milliarden Jahren den Urknall ausgelöst hat, diese Kraft wirkt weiter durch uns alle, in jedem Moment.</p>
<h4>Die Komplexität aus dem Nichts</h4>
<p>Der Urknall als erster kreativer Akt überhaupt, die Entstehung der Planeten, der Flora und die Evolution der Lebewesen vom Einzeller zu solch komplexen Spezien wie dem Mensch, das alles ist Kreativität pur. Doch was treibt diese Entwicklung nach mehr und mehr Komplexität an? Welche Macht lässt hier ihrer Kreativität freien Lauf und bringt immer wieder Neues zum Vorschein?</p>
<p>Nehmen wir als Beispiel das Bild eines Gummibandes, das auseinander gezogen wird, bis zum letzt möglichen Punkt der Spannung. Dadurch wird eine Kraft des Rückzugs erzeugt, die dem Gummiband innewohnt. Es ist die innewohnende Kreativität im Kern aller Phänomene, die immer wieder Neues hervorbringt. Die Traditionen gaben dieser Kraft viele Namen, etwa Eros, Liebe, oder einfach Selbstorganisation.</p>
<h4>Die Evolution wird sich selbst bewusst</h4>
<p>Derzeit können wir in vielen Bereichen beobachten, wie sich diese kreative Kraft seiner Selbst bewusst wird und sich immer mehr verdichtet. Neue Ideen für die Veränderung der Welt sprudeln nur so hervor und alte Konzepte haben keinen Halt mehr. Dieses <em>Neue Bewusstsein</em> ist nichts anderes als die Selbstorganisation aus einem angespannten Zustand der Welt.</p>
<p>Einige Menschen haben noch nicht das Vertrauen in dieses sich selbst organisierende System und halten an der Spannung fest, sie wollen ihren Status Quo nicht aufgeben, weil sie Angst haben dadurch etwas zu verlieren. Dies blockiert jedoch nur ihre eigene natürliche Kreativität. Eine wachsende Gruppe von Menschen hat dieses Vertrauen und auch wenn sich die Ideen jedes Einzelnen oft sehr von den anderen unterscheidet, ist die Dialogbereitschaft und die Offenheit für die kreativen Impulse Anderer da.</p>
<h4>Spirit in Action</h4>
<p>Wir <em>Bewussten</em> Menschen können uns bewusst mit dieser kreativen Kraft verbinden und unsere Handlungen dadurch inspirieren lassen. In stillen Momenten, wenn wir ganz tief in uns hinein lauschen, werden diese kreativen Impulse erweckt und wir können danach in die Welt hinaus gehen und die gewonnenen Ideen in die Tat umsetzen. Wir sind gefragt uns dieser Kraft zu öffnen und sie durch uns wirken zu lassen.</p>
<p>Wie sich dieser kreative Impuls bei jedem Einzelnen ausdrückt ist so individuell wie es Menschen auf der Erde gibt. Die Wahre Natur in uns, das was schon vor dem Urknall Ich war, wird durch unzählige Schichten überlagert, die bei jedem Menschen anders sind. Schichten aus alten Leben, durch Eindrücke im Mutterleib, aus der elterlichen Erziehung, aus der Schulbildung, aus kulturellen und gesellschaftlichen Normen und vieles mehr. Dies macht jeden Menschen so einzigartig und gleichzeitig so kostbar und wertvoll für diese Welt. Jeder Mensch kann der Welt sein einzigartiges Geschenk geben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/01/29/wir-sind-das-echo-des-urknalls/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Politisch aktives Weltbürgertum</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/12/politisch-aktives-weltburgertum/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2012/01/12/politisch-aktives-weltburgertum/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 08:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Synergie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=4264</guid>
		<description><![CDATA[Eine Möglichkeit und Bedingung menschlicher Ganz-Werdung? Überblick Der Artikel möchte aufzeigen und erlebbar machen, dass wir auch auf der globalen Ebene einen Weg vom persönlichen Empfinden zum gezielten Handeln entwickeln müssen, wenn von dieser Ebene nicht dauerhaft bewusst oder unbewusst innerer Schmerz ausgehen soll. Es wird eine konkrete Strategie beschrieben, wie auch einzelne Menschen hocheffektiv [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Eine Möglichkeit und Bedingung menschlicher Ganz-Werdung?</h2>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/mgvALLayIqp8p7rsRWLDOH2bo1_500-300x225.jpg" rel="lightbox[4264]"><img class="alignright  wp-image-4268" style="margin-left: 10px;" title="Simultan-Politik" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/mgvALLayIqp8p7rsRWLDOH2bo1_500-300x225.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a></p>
<h4>Überblick</h4>
<p><em>Der Artikel möchte aufzeigen und erlebbar machen, dass wir auch auf der globalen Ebene einen Weg vom persönlichen Empfinden zum gezielten Handeln entwickeln müssen, wenn von dieser Ebene nicht dauerhaft bewusst oder unbewusst innerer Schmerz ausgehen soll. Es wird eine konkrete Strategie beschrieben, wie auch einzelne Menschen hocheffektiv an einer ›globalen Vereinigung im Handeln‹ zur Lösung drängender globaler Probleme mitwirken und dadurch ihre persönliche globale Lähmung überwinden können. Die aktive Kultivierung einer möglichst fundierten Zuversicht, dass ein solcher Weg beschritten werden kann, wird am Beispiel der Simultan-Politik-Kampagne (<a href="http://www.simpol.org/" rel="external nofollow">www.simpol.org</a>) als innere und äußere Arbeit an der Beziehung zwischen Mensch, Menschheit und Erde beschrieben, die zugleich eine kostbare Art von Freude freisetzen kann. </em></p>
<h4>Intro – eine Einstimmung</h4>
<p>Das Leben in seiner Gesamtheit scheint sich zu bewegen zwischen Gedeihen, Freude, Liebe, Enthusiasmus – und Verderben, Angst, Trauer, Schmerz.</p>
<p>Im Menschen und durch den Menschen hat die Schöpfung, die permanent-ewige Selbstschöpfung des Universums, besondere Fähigkeiten entfaltet, sich besonders tief und intensiv an sich selbst, an ihrem Gedeihen und Erblühen zu freuen und diese Freude bewusst zu erleben. Im Menschen kann die Schöpfung sich selbst bewusst lieben, eine pulsierend-warme Zuwendung zu sich selbst spüren.</p>
<p>Seit einigen Jahrzehnten entwickelt die Schöpfung im Menschen sogar die Fähigkeit, sich bewusst nicht nur an sich selbst und an ihrem Sein zu freuen, sondern sich auch an ihrem Werden, an ihren unerwarteten Wendungen und zunehmenden Verfeinerungen, an ihren Entwicklungsschritten, zu freuen.</p>
<p>Geradezu euphorisch entdeckt die Schöpfung im Menschen in den letzten Jahren sogar die Möglichkeit, dieses Mehr– und Anders-Werden nicht nur bewusst zu erkennen und anzuschauen, sondern es sogar zu einem bewussten Tun werden zu lassen – sich selbst als Schöpfung bewusst weiter auszugestalten, in Neuland zu begeben, auf neue Höhen und in neue Tiefen aufzuschwingen.</p>
<p>Die Schöpfung kommt im Menschen jedoch auch zu neuen Dimensionen des Leidens – wenn Sein und Leben zerstört wird, wenn Entwicklung Opfer kostet, wenn Werden und Entwicklung misslingen. Dann kann die Schöpfung in uns auch Enge, Zerrissenheit, Verzweiflung spüren.</p>
<p>Viele von uns können sich wahrscheinlich jetzt beim Lesen dieses Textes die Freude am Sein und Werden vergegenwärtigen. Sie können an den inneren Ort gehen, wo wir spüren, wie sich das Leben selbst feiert, in mir, in uns  -  auf unserem Planeten. Indem wir zum Beispiel an schöne Erfahrungen mit Natur und Kultur denken, wird uns diese Seite spürbar.</p>
<p>Umgekehrt sind die meisten wahrscheinlich auch leicht in der Lage, sich die leidvolle Seite der Schöpfung zu vergegenwärtigen. Jeder Mensch ist auch einzigartige Antenne für den Schmerz der Welt, jeder hat seinen eigenen Punkt intensivster negativer Spannung – hinsichtlich seines eigenen persönlichen Lebens, hinsichtlich seiner Bezugsgruppen – hinsichtlich des Planeten.</p>
<p>Ein lebendiges, aktives Leben zu führen hat viel damit zu tun, sein Handeln darauf auszurichten, Freude zu mehren und Schmerz zu überwinden.</p>
<p>Für unser persönliches Dasein entwickeln wir im Laufe des Lebens viele Möglichkeiten, wie wir uns darauf ausrichten können, freudvolle Aspekte erlebbar zu machen und schmerzhafte Aspekte zu kontrollieren, zu vermeiden, zu mindern. Auch im Miteinander in unseren Gruppen entwickelt sich ein Spektrum an gemeinsamen Kompetenzen, mit denen die Schöpfung versucht, sich gut mit sich selbst einzurichten. (Natürlich geht das Leben immer wieder auch Wege, in denen der ursprüngliche Impuls des Lebens zu mehr Freude an sich selbst nur noch sehr schwierig wiederzuerkennen ist.)</p>
<p>Seit vielen Jahren macht sich der Planet Erde im Menschen ein immer präziseres Bild von sich selbst. Von der mythologischen Erde auf der Schildkröte zur beobachteten Scheibe zur erkannten Kugel  -  von der Physiosphäre und Atmosphäre zur Biosphäre zur Noosphäre und  Infosphäre  -  das könnte man auch als Phasen planetarer Selbsterkenntnis interpretieren, die sich im Menschen zunehmend verdichtet.</p>
<p>In unserer Zeit empfinden immer mehr Menschen eine immer intensivere Beziehung zu Freud und Leid auf dieser planetaren Ebene. Viele der globalen Entwicklungen, die wir heute wissenschaftlich und teilweise sogar mit den eigenen Sinnen beobachten können, lösen in uns spontan Gefühle von Angst, Wut oder Schmerz aus. Zugleich entdecken immer mehr Menschen die Möglichkeit ‚planetarer Freude‘ – eine ergriffene Bewunderung der Vielfalt dieser Welt, Fortschritte in der Minderung globaler Spannungen, aber auch erahnte Möglichkeiten der Entfaltung des Seins und Werdens von Natur und Kultur, die noch kommen können.</p>
<h4>Handeln zwischen Leiden und Freude auf allen Ebenen</h4>
<p>Wahrscheinlich könnte sich unsere Beziehung zu planetarem Freud und Leid noch sehr viel rasanter entfalten, wenn wir nicht sehr gute Gründe hätten, sie im Zaum zu halten. Was tun wir, wenn wir leiden? Wenn mich persönliche Symptome plagen – gehe ich zum Arzt oder zum Therapeuten oder Berater usw.. Wenn in meiner Familie Spannungen auftauchen – suche ich Gespräche, bemühe mich um Lösungen oder ziehe ggf. Konsequenzen. Wenn in meiner Stadt etwas gegen meinen Willen und wider  meine Freude geschieht – gründe ich eine Bürgerinitiative, wende mich an die lokale Presse, oder ich ziehe sogar in eine andere Stadt. Wenn in meinem Land herumgemurkst wird – dann wähle ich eine andere Partei, finde eine öffentliche Form des Protests oder wandere sogar aus. Aber – wenn ich das Empfinden habe, dass auf meinem Planeten Dinge fürchterlich schief laufen – was mache ich dann? Die Antwort auf diese Frage ist so viel und grundlegend schwieriger als die vorherigen, dass es emotional normalerweise ein großes Verlustgeschäft ist, zu tief in das hineinzuspüren, was ich den „inneren Planeten“ oder die eigene „weltzentrische Ebene“ nennen würde. Genau das mag ein wichtiger Grund dafür sein, dass die meisten gerade derjenigen Menschen, die eigentlich gute Fähigkeiten zu planetarer Sensibilität verwirklichen könnten, lieber davon ausgehen, dass die Harmonisierung der Innenwelt des Einzelnen oder die Veränderung des direkten eigenen Umfeldes ohnehin viel wichtiger seien. So erspart man sich akuten Schmerz und nagende Hilflosigkeits– und Versagensgefühle. Doch der Preis dafür ist hoch – eine  subtile, kollektive Bedrücktheit und effektive globale Passivität.</p>
<h4>Globale Bewegungen – Vielfalt auf der Suche nach Einheit</h4>
<p>Im  Sommer 2011 bin ich aufgebrochen, um meine langjährige Vision zu verwirklichen: Unter dem Titel ‚Globologom‘ eine Plattform entstehen zu lassen, und mit dieser Plattform alle globalen Initiativen und Bewegungen zu entdecken und in einen Überblick zu bringen, ihre Entwicklungen zu monitoren und ihre Ambitionen und Wirkungen gleichsam aus einer Perspektive der Schöpfung selbst und aus einer Perspektive des Planeten zu kontextualisieren. Seien es Bewegungen, die im Kleinen wirken und sich als Modell verstehen für ein neues planetares Sein und Werden mit mehr Freude und weniger Leid, oder seien es Bewegungen, die tatsächlich ein direktes Mit– und Einwirken auf das Ganze des Planeten im Sinn haben. Die Gesamtheit all dieser Bewegungen, und es werden immer schneller immer mehr, stelle ich mir vor als genau den Entwicklungsschritt des Planeten Erde, eine noch weiter vertiefte Selbsterkenntnis und erstmalig eine bewusste Selbstkompetenz zu entwickeln. Wenn wir Menschen so etwas wie die Nervenzellen und als Menschheit damit vielleicht etwas wie ‚das Hirn‘ der Erde verkörpern, so sind für mich diese von Klugheit und Liebe getragenen Bewegungen wie eine neue Art von Gehirnwellen, sich ausbreitende Aktionspotenziale, die zunehmend durch die Menschheit hindurchblitzen.</p>
<p>Ich bin mit dieser Vision ‚Globologom‘ noch gar nicht weit gekommen, weil ich mich unterwegs bzw. noch in der Aufbruchsphase hoffnungslos in einzelne dieser Initiativen und Bewegungen verliebt habe, so dass es mir ein viel stärkeres Bedürfnis wurde, mitzuwirken, als gemäß der ursprünglichen Absicht auf der Meta-Ebene zu bleiben.</p>
<h4>Simpol – eine neue Perspektive und Strategie</h4>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/Simpol-Logo-D.jpg" rel="lightbox[4264]"><img class="alignright  wp-image-4269" title="Simpol Logo D" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/Simpol-Logo-D-300x298.jpg" alt="" width="200" /></a>Seit Herbst 2011 ist meine große Liebe die <em>International Simultaneous Policy Organization</em>, kurz ISPO, mit ihrer Kampagne ‚Simultaneous Policy‘, kurz ‚SIMPOL‘. Das Erkennen der Durchdachtheit, Weisheit und Verheißung in dieser Kampagne hat meinen persönlichen ‚planetaren Schmerz‘ auf einen Schlag zu einem sehr großen Teil in handlung</p>
<p>sfähige Begeisterung umgewandelt. Aus meiner jetzigen Sicht ist Simpol ein Blick auf ein Licht am Ende eines Tunnels, der bereits jetzt unendlich wohltuend ist, obwohl der Weg bis zum Ende des Tunnels noch gegangen werden muss und es natürlich gut möglich ist, dass sich bis zum Tunnelende noch neue und andere Perspektiven ergeben. Aber: <em>Das Licht und ein plausibler Weg</em> <em>dahin</em> sind JETZT erkennbar, und das heilt JETZT meine persönliche ‚globale Lähmung‘. Eine zuvor bestehende Spaltung zwischen Empfinden und Handeln ist aufgelöst.</p>
<p>SIMPOL verbindet jeden einzelnen (Welt-)Bürger auf neue Weise mit seinen Politikern und mit drängenden globalen Problemen. Wie diese neue Beziehung zwischen Ich und Welt entstehen kann soll im Folgenden zusammengefasst werden.</p>
<p>„Divide et impera“, „teile und herrsche“, haben bereits die Altvorderen gewusst, und wenn wir es frei übersetzen mit ‚Was geteilt ist, wird überwältigt‘, fangen wir an zu verstehen, warum die Bürger dieser Welt, die sich bisher (im wesentlichen) in Nationen verfasst haben, zu Wohl und Wehe von einer Wirtschaft beherrscht werden können, die längst und in jeder Sekunde global und in diesem Sinne ungeteilt ‚handelt‘. Als „destruktiven internationalen Wettbewerb“ bezeichnet John Bunzl, ISPO-Initiator, dieses Muster. Es entspricht aus spieltheoretischer Sicht dem Gefangenendilemma und läuft darauf hinaus, dass keine Nation, nicht einmal unvollständige Gruppen von Nationen, mit Maßnahmen zur Nachhaltigkeit und zum Wohl des größeren Ganzen voranschreiten können, weil eine global agierende Wirtschaft dieses Land dann einfach meiden würde. Die Globalisierung bringt es mit sich, dass das Kapital heute nicht mehr innerhalb nationaler Grenzen ‚gefangen‘ ist, sondern sich frei bewegen kann. Und so würde ein solches Land als Schrittmacher sofort ‚kaltgestellt‘ bzw. über den Umweg der Bürger würden die dortigen Regierenden durch Abwahl oder Revolution deaktiviert  (kaum einer ist gerne arbeitslos und sieht gelassen zu, wenn die Jobs in andere Länder abwandern) und das Land würde sich mit einer neuen Regierung den ‚Gesetzen der globalen Wirtschaft‘, den ‚Sachzwängen‘ und ‚alternativlosen Schritten‘ etc. wieder beugen.</p>
<div id="attachment_4270" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/090.jpg" rel="lightbox[4264]"><img class=" wp-image-4270" style="margin-left: 10px;" title="John Bunzl" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/090-270x300.jpg" alt="" width="150" /></a><p class="wp-caption-text">Simpol-Gründer John Bunzel</p></div>
<p>Simpol ist nun so etwas wie eine Stück für Stück zu erarbeitende globale Verabredung. Man kommt darin überein, Handlungen, die global vital erforderlich sind, die aber bis dahin am Gefangenendilemma scheitern, zeitgleich in allen (oder fast allen) Ländern durchzuführen – so dass kein Land von der Wirtschaft dafür durch Ausweichen ‚abgestraft‘ werden kann. (In dieser Sicht der Dinge ist auch die Wirtschaft nicht ‚böse‘ oder ‚zu gierig‘, sondern einfach in Form ihrer Unternehmen strukturell auf Gewinn und nicht auf ein Gemeinwohl ausgerichtet. Die Wirtschaft alleine (und insbesondere die Finanzwirtschaft) ‚kann nicht anders‘ und darunter leidet sie längst selbst. Genau deshalb fordern selbst immer mehr Wirtschafts-Analysten dringend den Aufbau einer funktionierenden, schützenden Gegen-Kraft oder allgemeinen Regulierung der Branche).</p>
<p>Diese weltweite Verabredung zu global synchronisiertem Handeln wird erarbeitet, indem wir Wähler von unseren Politikern verlangen, bei dieser Verabredung mitzumachen. Als Politiker bei dieser Verabredung mitzumachen heißt, sich schriftlich darauf zu verpflichten, am Umsetzen der Simpol-Maßnahmen aktiv und mit höchster Priorität mitzuwirken, sobald alle (oder die für eine Maßnahme notwendigen) Länder „mit im Boot“ sind. Ein Land kommt mit ins Boot, indem es von Politikern regiert wird, die ebenfalls im Boot sind. Die Botschaft aller Simpol-Unterzeichner an alle Politiker ist: bei der nächsten Wahl wähle ich, im Rahmen des vernünftig Zumutbaren, nur noch solche Politiker oder Parteien, von denen ich weiß, dass sie Simpol unterzeichnet haben.</p>
<p>Wahlen werden oft sehr knapp entschieden. Das hat auch mit dem oben beschriebenen relativen Bedeutungsverlust nationaler Politik zu tun. Somit kann schon ein sehr geringes Simpol-Wechselwähler-Potenzial den Ausschlag für den Wahlausgang geben und das Zünglein an der Waage spielen. Das wiederum wissen die Politiker.</p>
<p>Die Erfahrungen in Großbritannien (<a href="http://www.simpol.org.uk/" rel="external nofollow">http://www.simpol.org.uk/</a>) haben gezeigt, dass Politiker und Parlamentsmitglieder erstaunlich schnell bereit sind, sich auf Simpol zu verpflichten, unter anderem, weil sie hierbei nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen haben. Umgekehrt haben sie einiges zu verlieren, wenn ihre Wähler zu den anderen Parteien wechseln, die Simpol unterstützen.</p>
<p>So kommen wir zunehmend zu etwas, was an Goethes dialektische Variation über ‚Divide et impera‘ erinnert: „Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort. – Verein und leite! Besserer Hort“.</p>
<p>Inhaltlich werden Vorschläge zu Simpol-Maßnahmen in einem sukzessiven und Länder-internen Prozess erarbeitet, der parallel läuft zum strukturellen Prozess des Aufbaus der globalen ‚Verabredung‘. Erst zum Zeitpunkt der Simpol-Bereitschaft von allen (oder allen für eine Frage relevanten) Ländern kommt es zur Umsetzung, so dass die Inhalte dann ohnehin auf diesen Tag hin aktualisiert werden müssen. Wichtig ist, dass nur solche Inhalte überhaupt ‚Simpol-fähig‘ sind, die <em>nicht ohne Wettbewerbsnachteil national ges</em><em>taltbar</em> sind, weil sie eben im globalen Gefangenendilemma ‚klemmen‘. Alles, was einzelne oder wenige Länder ohne kritische wirtschaftliche Nachteile lösen und gestalten können, bleibt sinnvollerweise auf der Länderebene.</p>
<p>Um als globaler Aktionsplan in Frage zu kommen, muss Simpol auch für Nicht-demokratische Länder anschlussfähig sein. In diesen Ländern sind es dann nicht die Bürger, sondern die Regierungen oder Regime, die am Ende lieber kooperieren als in einer globalen Krise mit unterzugehen, und denen aufzuzeigen ist, dass Simpol nur solche Maßnahmen umsetzt, die als allparteiliche win-win-win-Lösungen darstellbar sind. Simpol-Lösungen müssen immer zeigen können, dass die Vorteile der Kooperation auf transnationaler Ebene jene Vorteile eigennützigen Agierens auf der nationalstaatlichen Ebene überwiegen.</p>
<p>Zur Gewährleistung dieses allparteilichen win-win-win-Charakters von Maßnahmen können zusätzliche politische Techniken erforderlich sein wie beispielsweise die Bündelung von Maßnahmen zu Paketen aus zwei oder mehr Einzelmaßnahmen. Diese sind dann so zu designen, dass Asymmetrien in Maßnahme x (mögliches Beispiel: Anfangskosten einer CO2-Reduktion in manchen Ländern höher als in anderen) spiegelbildlich kompensiert werden können durch Asymmetrien in Maßnahme y (mögliches Beispiel: angepasste Ausschüttung eines globalen Finanztranskations-Steuer-Ertrags). So ist erstens die Attraktivität für alle herstellbar und können zweitens mehrere Probleme zugleich angegangen werden.</p>
<p>Die parallelen Simpol-Kampagnen in immer mehr Ländern tragen dazu bei, nach und nach immer mehr „Perlen der Unterstützung auf die globale Perlenkette aufzureihen. Der Teufelskreislauf des destruktiven internationalen Wettbewerbs wird nach und nach ersetzt durch den Tugendkreislauf der Bekundung transnationaler Kooperationsbereitschaft. Mit der wachsenden globalen Unterstützung ist die Frage dann nicht mehr, warum eine Nation mitmacht, sondern, warum nicht – nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch, wann die simultanpolitische Regulierung in Kraft tritt“ (Dennis Wittrock auf <a href="http://www.integralesforum.org" rel="external nofollow">www.integralesforum.org</a>).</p>
<p>Sicherlich ist Simpol aus Sicht vieler politischer Aktivisten und vieler Menschen, deren wunderbares und wichtiges Engagement man einem ‚Global Justice Movement‘ zuordnen könnte, ungewohnt. „Moment mal, gegen wen seid ihr denn nun eigentlich?“ Auf diese Frage gibt es keine gute Antwort – Simpol ist im Grundansatz sozusagen „dafür“ bzw. „dafür+“. Man könnte vielleicht sagen: FÜR eine größte derzeit vorstellbare menschliche Vereinigung – eine Vereinigung in aller Vielfalt, eine Vereinigung im weltbürgerlichen Handeln.</p>
<h4>Die faszinierende Herausforderung</h4>
<p>Bei all dem muss man sicherlich schon sehr, sehr tief in das eigene Vorstellungsvermögen eintauchen, um sich den gesamten hier skizzierten Weg von einem inspirierten JETZT bis zum Ende dieses Tunnels lebendig als real-werdend vorzustellen. Aber vielleicht ist ja genau das – der hartnäckige Versuch, sich so etwas in vielen, vielen lebendigen Details vorzustellen – eine wunderbare Übung, um die Wahrscheinlichkeit ebendieses Real-Werdens wieder ein kleines Stück zu erhöhen. Hier können wir vielleicht von Angela Merkel lernen, die von ihrer Angewohnheit berichtete, Dinge „vom Ende her“ zu denken. Immerhin ist sie auf diese Weise Kanzlerin geworden. Ein Aspekt von Simpol ist durchaus, eine aufregende Geschichte vom Ende her (allerdings zugleich auch vom Anfang und den Zwischenschritten her) zu denken und – genauso wichtig – zu fühlen, und so einen Geschmack von der darin enthaltenen Freude zu bekommen: „Can you smell the coffee?“  (Wer keinen Kaffee trinkt hat sicherlich ein eigenes Bild für das Gemeinte).</p>
<p>Wissend, dass auch ein solches Ende nur wieder ein neuer Anfang ist…</p>
<p>Ein nächster (kostenloser und schneller) Schritt auf diesem Weg ist das (unverbindliche) Unterzeichnen der Kampagne!<br />
Den Link dazu finden Sie hier:</p>
<p><a href="http://www.simpol.org/en/adopt/Adopt_FS.html" rel="external nofollow">http://www.simpol.org/en/adopt/Adopt_FS.html</a></p>
<p><em>Weitere Unterstützung der deutschsprachigen Simpol-Kampagne:</em></p>
<p><em><a href="http://www.betterplace.org/de/projects/8544-simultanpolitik-kampagne-fur-deutschland" target="_blank" rel="external nofollow">http://www.betterplace.org/de/projects/8544-simultanpolitik-kampagne-fur-deutschland</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2012/01/12/politisch-aktives-weltburgertum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Aufklärung zweiter Teil</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/11/14/der-aufklarung-zweiter-teil/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2011/11/14/der-aufklarung-zweiter-teil/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=3598</guid>
		<description><![CDATA[Wer sich auf die Suche nach einem Verständnis von Kultur und Gesellschaft macht, das nicht nur vordergründig der Nachhaltigkeit verpflichtet ist, stößt sich an manchem gedanklichen Stolperstein. Ein Blick in die Geschichte zeigt, woran es sich lohnt, anzuknüpfen. Wir leben in aufregenden Zeiten. Immer mehr Zeitgenossen erkennen, dass ein grundlegender Wandel unserer Lebens– und Gesellschaftsform [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3599" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/ap4ad7bc9fa971f_s.jpg" rel="lightbox[3598]"><img class="size-medium wp-image-3599 " title="Das Licht der Erkenntnis" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/11/ap4ad7bc9fa971f_s-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / light jump © Christoph Ruhland</p></div>
<p><em>Wer sich auf die Suche nach einem Verständnis von Kultur und Gesellschaft macht, das nicht nur vordergründig der Nachhaltigkeit verpflichtet ist, stößt sich an manchem gedanklichen Stolperstein. Ein Blick in die Geschichte zeigt, woran es sich lohnt, anzuknüpfen.</em></p>
<p>Wir leben in aufregenden Zeiten. Immer mehr Zeitgenossen erkennen, dass ein grundlegender Wandel unserer Lebens– und Gesellschaftsform – nicht etwa bevorsteht, nein – begonnen hat. Und noch wesentlich mehr Menschen spüren es zumindest. Es liegt etwas Großes in der Luft. Eine mögliche Reaktion darauf heißt Angst. Wenn wir diese jedoch weder ignorieren, noch mit Aktionismus übertönen, dämmert dahinter eine mögliche neue Haltung herauf. Die Neugier darauf wächst, die Lust, selbstbestimmt die Chancen zu ergreifen, die im Zerfall der alten Strukturen entstehen.</p>
<p>Chancen tun sich auf, wenn scheinbare Gegensätze überwunden werden, zum Beispiel der Dauerkonflikt zwischen ökonomischen und Umweltinteressen. Er transformiert sich durch ganzheitliche und realistischere Perspektiven, die Geist und Seele auch in nicht-menschlichen Lebewesen unserer Mitwelt zu erkennen vermögen. Bisher hat das politisch-historische Wachbewusstsein die Impulse aus nicht-materialistischen Zusammenhängen wie blind und reflexhaft abgestoßen, und eben dadurch geht eine Chance verloren. Mit einem sorgfältigen Blick, der Spreu von Weizen trennt, könnten diese anderen Impulse den Duft oder den Geschmack eines neuen geistigen Aufbruchs erzeugen, und zuweilen ist dieser Duft bereits zu wittern. Könnte es sein, dass die große europäische Aufklärungsbewegung, die im Materialismus des 19. Jahrhunderts ins Stocken geriet, sich nun endlich weiter­bewegt und zu ihrer eigentlichen Blüte hin weiterentwickelt? Noch scheint die sich anbahnende Fortsetzung der Aufklärung sich auf einige gesellschaftliche Nischen zu beschränken und selbst ihren Protagonisten in ihrem vollen Umfang kaum bewusst zu sein. Aus dem Mainstream schlägt ihr bestenfalls ratlose Irritation, eher aber konsequente Ignoranz oder gar wütende Ablehnung entgegen. Und es sind oft gerade die Gralshüter der ersten Hälfte der Aufklärung, die »aufgeklärte« bürgerliche Öffentlichkeit, die sich dem Fortgang der Aufklärung nun in linker oder in wissenschaftlicher Attitüde entgegenstemmen.</p>
<p>Bewusstseinsentwicklung und politischer Gestaltungswille sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen. Ein selbsbestimmter, emanzipierter Mensch akzeptiert nicht nur keine politische Fremdbestimmung und keine Scheuklappen im rationalen Denken, sondern auch keine im Fühlen und Erkennen. Wir brauchen diese Bewusstseins-Emanzipation, gerade für eine Weiterentwicklung der Demokratie. Nur die politische Korrektheit verbietet uns, Ratio, Gefühl und womöglich noch Spiritualität oder auch Individualität und Gemeinschaft zusammenzudenken.</p>
<p>Eine ähnliche Chance der Fortsetzung der steckengebliebenen Aufklärung hat es vor gut hundert Jahren ja schon einmal gegeben: die Lebensreform. Sie wurde vom aufkommenden Nationalsozialismus vereinnahmt und aufs Gröbste in ihr Gegenteil verkehrt. Das liegt nun wie eine Betonplatte aus Tabus auf den Wurzeln der Geschichte der Befreiung.</p>
<p>Doch ein Geschichtsbild, das die Zeitgeschichte der Gegenwart erst nach 1945 beginnen lässt und die große Vielfalt der ganzheitlichen und fundamentalen Kapitalismuskritik der Lebensreform­bewegung zur bloßen Vorform rechten Gedankenguts zurechtstutzt, verhindert massiv die geistige Freiheit und Vitalität, die wir brauchen, um den anstehenden Gesellschaftswandel aus authentischer Tiefe selbstbestimmt und gemeinsam zu gestalten.</p>
<p>Zum Verständnis dieser Behauptung müssen wir eine Reise bis an den Beginn der Neuzeit unternehmen. Es geht dabei um nichts Geringeres als das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Religion, Esoterik, Wissenschaft und Machtpolitik in der europäischen Neuzeit und Moderne.</p>
<h4>Gesellschaftlicher Wandel zu Beginn der Neuzeit</h4>
<p><strong></strong>Während wir in der späten Antike des römischen Reichs eine Vorform des »globalen« Kapitalismus finden, kann das Mittelalter mit Fug und Recht als eine Art Auszeit für den Kapitalismus bezeichnet werden. Die Herrschaftskomponenten Geld und Staat spielten eine weitaus geringere Rolle als vorher oder nachher, das geistige Leben stand vornehmlich unter dem Primat der Kirche.</p>
<p>Mit den Kreuzzügen beginnend, und dann verstärkt in der ­Renaissance, strömte vieles vom alten, vorchristlichen Wissen der ­Antike, das im islamischen Raum bewahrt worden war, nach Europa zurück. Das bedeutete zunächst einen Wandel des Bewusstseins in den Köpfen der geistigen Eliten und vor allem der Künstler. Für die Mehrheit der Menschen beginnt nun eine Zeit, geprägt von Chaos und Gewalt, Hunger, Krankheiten und Auflösung gewachsener sozia­ler Ordnungen. Um mit den aufstrebenden Städten ­finanziell mithalten zu können, drehen weltliche und kirchliche Grundherren immer stärker an der Abgabenschraube.</p>
<p>Luthers Reform der Kirche wird von den Bauern als Zeichen des Widerstands gewertet und trägt dazu bei, dass sie den Aufstand wagen. Luther aber stellt sich auf die Seite der Obrigkeit, und die Revolution der Bauern wird im Blut ertränkt. Ein weiteres Phänomen, das fälschlicherweise oft dem Mittelalter angelastet wird, verdunkelt den Beginn der Neuzeit. Zigtausende – zumeist Frauen – fallen den Hexenverbrennungen zum Opfer, auch aus »weltlichen« Gründen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg schließlich ist im deutschen Reich die Bevölkerung um ein Drittel gesunken. Politisch gestärkt gehen aus den Glaubenskriegen die Fürsten als Landesherren hervor. Jetzt erst sind die Grundlagen für den neuzeitlichen Territorialstaat geschaffen. Die Landesfürsten wandeln sich zu absoluten Herrschern ihrer Gebiete.</p>
<p>Parallel dazu und vor dem Hintergrund der geschilderten Ereignisse hat eine differenzierte geistige Auseinandersetzung die Allmacht und Deutungshoheit der Kirche zu Fall gebracht. In der Wissenschaft ist ihr ein mächtiger Rivale erwachsen. ­Naturwissenschaften, Medizin und Philosophie befreien sich zunehmend aus der theologischen Bevormundung. Und sie haben in diesem Prozess zwei mächtige Verbündete, die mächtiger werdenden weltlichen Herrscher und die Esoterik.</p>
<h4>Emanzipatives Wissen</h4>
<p>»Esoterik« ist hier als geschichtswissenschaftlicher Fachbegriff zu verstehen, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts für verschiedene, teils bis in die Antike zurückreichende Traditionen verwendet wird, die seit dem Mittelalter und der Renaissance aus Arabien nach Europa drangen, wie beispielsweise die Alchemie, der Neoplatonismus, der Platons Philosophie metaphysisch zu deuten suchte, oder das Rosenkreuzertum.</p>
<p>Hier ist nicht der Raum, auf die esoterischen Schulen im Detail einzugehen. Interessant ist für uns, dass eines sie gemeinsam kennzeichnet: Während die Kirche dem Einzelnen die Erlösung nur über den Glauben bzw. den Gehorsam gewährt, stellen sie die Erfahrung und die Erkenntnis in den Mittelpunkt. Statt allein von der Gnade abhängig zu sein, zeigen sie emanzipatorischere Wege auf: die eigenen Bemühungen, das Streben nach Erkenntnis und die tieferen Einsichten in die Geheimnisse des Menschen, der Natur, der Erde und des Kosmos. Allein diese geistige Grundhaltung macht die meisten Esoterikströmungen der beginnenden Neuzeit zu natürlichen Verbündeten der aufstrebenden Wissenschaften.</p>
<p>Ähnlich wie die Esoterik in jener Zeit das Christentum gleichzeitig integriert und überschreitet, so verhält sie sich auch gegenüber den Wissenschaften. Es ist kein Wunder, dass die meisten großen Geister und Namen, die den Beginn der modernen Wissenschaften in der Neuzeit markieren, zugleich auch den esoterischen Schulen nahestehen. Doch auch die weltlichen Herrscher entwickelten ein vitales Interesse an eben diesen Zusammenhängen. Die Geschichtsprofessorin Monika Neugebauer-Wölk erklärt es mit dem Machtgewinn, den sich die Herrschenden aus den Einsichten in das priviligierte Wissen der gnostischen Lehren versprachen.</p>
<p>Das 18. Jahrhundert ist gleichzeitig der Höhepunkt der Aufklärung im eigentlichen Sinn, der wir die Grundlagen des Humanismus und der Menschenrechte zuschreiben können, wie auch ein Höhepunkt der tyrannischsten Herrschaftsformen, die die Geschichte bis dahin hervorbrachte: des absolutistischen Staats.</p>
<p>Erst an dessen Ende entlud sich die aufgestaute Diskrepanz in zwei gewaltigen Eruptionen: im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und in der Französischen Revolution von 1789. Vor allem in der Französischen Revolution, die fortan als Matrix aller bürgerlichen Revolutionen in Europa gesehen werden kann, steht nun die Frage der politischen Macht ganz offiziell und pur auf der Tagesordnung. Und als die Jahre der Aufstände, Reformen, Revolutionsregierungen, des Chaos und der Gewalt endlich vorüber waren, hatte nicht das Volk die Macht in Frankreich, sondern Napoleon die Macht über fast ganz Europa übernommen. Weit entfernt davon, die Macht mit der Mehrheit des Volks, dem sogenannten vierten Stand, teilen zu wollen, hatte das Bürgertum zwar die alten Eliten aus Adel und Klerus entmachtet, sich aber nun selbst an deren Stelle gesetzt. Das System der Herrschaft war wieder auf den spätantiken Stand gebracht: Kaiserreiche, die mit ihrer Militärregierung vor allem die Interessen des »Geldadels« durchzusetzen haben. Im Gegensatz zum römischen Imperium stand diesen nun eine ungleich höherentwickelte Wissenschaft und Technologie zur Verfügung. In Verbindung mit diesem technischen und industriellen Fortschritt konnte es dem Herrschaftssystem in nur wenigen Generationen gelingen, den »vierten Stand«, der aus relativ »freien«, aber armen Bauern sowie aus Tagelöhnern bestand, zu einer neuen, disziplinierten Sklavenkaste, dem »Proletariat« umzuformen.</p>
<h4>Widerstand gegen die moderne Welt</h4>
<p>Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten in den Freiheitskriegen gegen Napoleon politische Utopien von mehr Demokratie und sozialer Gerechtigkeit Hochkonjunktur. In diesem Klima entwickelten die Dichterinnen und Dichter, Denkerinnen und Denker der Frühromantik einen ganzheitlichen Gefühls-, Erfahrungs– und Erkenntnisrahmen, der bis heute seinesgleichen sucht. Man unterscheidet zwischen Verstand und Vernunft. Verstand ist die Fähigkeit, die Dinge über die präziseste Gliederung in ihren Details zu begreifen. Unter Vernunft versteht man die Intelligenz, die aus der Zusammenschau der Dinge und ihrer Einordnung in die größeren Zusammenhänge besteht. Politisches und ganzheitliches Denken sind hier nah beieinander. Die wachen Geister um Goethe und Schiller spüren sehr wohl, welche Verwerfungen die moderne Welt mit sich bringt.</p>
<p>Denn eine künstlerische, intuitive Schau und das wissenschaftliche Denken beginnen zu ihren Zeiten auseinanderzufallen. Die wissenschaftliche Neugierde, verstehen zu wollen, »was die Welt im Innersten zusammenhält«, und die Sehnsucht, darin den Sinn des eigenen Daseins erkennen zu wollen, gehören nun nicht mehr wie selbstverständlich zusammen. Die modernen Wissenschaften verschreiben sich allein der Ratio, und es sind die Kulturimpulse der Romantik, die sich gegen diese einseitige Orientierung stemmen sowie gegen die herrschenden Machtstrukturen, die sich der Wissenschaft bedienen.</p>
<p>Die Esoterik ist zu dieser Zeit längst nicht mehr Stachel im Fleisch einer allmächtigen Kirche, sondern zur tragenden Kraft und Verbündeten der neuen Herrscher geworden. Und die Wissenschaft braucht sie nicht mehr. Voneinander getrennt, verlieren beide, Esoterik und Wissenschaft, ihr revolutionäres Potenzial und geraten zunehmend in Gefahr, zur Stabilisierung des Herrschaftssystems vereinnahmt zu werden. Nicht nur von der Wissenschaft, auch von den sozialen Bewegungen des 19. Jahrhundert ist die Esoterik nun zunehmend abgesprengt. Der Widerstand gegen die Schattenseiten des erstarkenden Kapitalismus wird nun zum größten Teil von den sozialistischen Massenorganisationen getragen, die spätestens seit Karl Marx sich auf die wissenschaftlichen Erkenntniswege und auf den bürgerlichen Staat als Hebel zur Macht fixieren. Die anarchistische Bewegung, deren Kapitalismus– und Staatskritik viel tiefer und fundamentaler ist als die marxistisch-sozialistische, ist nur zu besonderen Zeiten und in speziellen Gebieten ebenfalls eine Massenbewegung. Ähnlich wie die utopischen Sozialisten und die frühsozialistischen Kommune-Experimente wird sie im großen Duell der beiden materialistischen Ideologien nur am Rande wahrgenommen.</p>
<p>Nachdem sich nun auch die innere Erkenntnissuche und die Suche nach realen Sozialformen für eine gerechte Gesellschaft von­ein­ander entfernt hatten, wandelt sich der Charakter der Romantik. Hatte sie einst als gleichermaßen »linker« wie auch »spiritueller« Aufbruch begonnen, wurde die Spätromantik durch das Fehlen politischer Perspektiven zu einer rückwärtsgewandten, eher »rechten« Geisteshaltung, die sich ein idealisiertes Mittelalter zurückwünschte. Hauptprofiteure dieses geistigen Niedergangs waren noch einmal die Fürsten, die 1871, diesmal im Bündnis mit dem Bürgertum, das zweite Deutsche Reich gründeten.</p>
<h4>Die Lebensreform und ihre Perversion</h4>
<p>Am Ende des 19. Jahrhunderts bildet sich im Deutschen Reich eine soziale Bewegung heraus, die wir heute am ehesten mit dem Begriff »ganzheitlich« bezeichnen dürfen, im Sinn von »allen Erfahrungsdimensionen des Menschseins zugewandt«. Nicht in jedem ihrer Einzelaspekte, wohl aber in ihrem Gesamtzusammenhang hat sie einen fundamental anti-kapitalistischen, gleichermaßen geistig-spirituell-kulturellen wie auch radikal politischen Charakter. Ihre Anfänge in der Wander­vogel– und Jugendbewegung korrespondieren mit der Frühromantik und entspringen, eher emotionalen und intuitiven Impulsen folgend, einem tiefen Unbehagen an der industriellen Gesellschaft und Zivilisation. Die Lebensreformbewegung, die in der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts beginnt und bis zur Machtübernahme der Nazis wirkt, umfasst schließlich alle Bereiche, ist gleichzeitig vielfältiger, komplexer und tiefer angelegt als die Alternativ-, Gemeinschafts– und kulturkreative Bewegung bis heute. Sie hat keine einheitliche Theorie hervorgebracht, bildet in ihrer gelebten Praxis aber den radikalsten Gegenentwurf zu modernen Herrschaftssystemen wie dem Kapitalismus, der sich bisher zeigte.</p>
<p>Die Massenorganisationen der bis dahin marxistischen Linken sind ihr viel zu systemimmanent. Ihre Kapitalismuskritik ist radikaler als die der Parteien. Sie geißelt den Zins, ohne dabei antisemitisch zu sein, sie projektiert »Lebensraum im Osten« und meint damit die Nutzung dünn besiedelter Ostgebiete des deutschen Reichs für Selbstversorgerkommunen aus den westlichen Schwerpunkten struktureller Massenarbeitslosigkeit – und eben nicht Eroberungsfeldzüge. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Ein Lebensreform-Protagonist, der Anarchist und Pazifist Gustav Lan­dauer, schreibt 1909: »Wenige sind wir, und jeder unter uns möchte sich verzehnfachen, möchte den Tag spalten, damit mehr Zeit sei, möchte hundert Arme haben, um überall mitanzugreifen; es ruft uns von überallher zur Hilfe, zum Fassen, zum Stoßen, zum Werken: Es ist eine Lust zu leben! […] Mitten im eigenen Lande, mitten unter unserem Volk, wollen wir den Pflock einrammen und allen, die uns hören können, zurufen: ›Seht alle, ein Wegweiser!‹«<br />
Die Lebensreform sprengt die geistige Erstarrung zwischen materialistisch verflachter Wissenschafts– und Fortschrittsgläubigkeit einerseits und reaktionären Restaurationsimpulsen andererseits. Sie stellt Religion und Politik, Wissenschaft und Spiritualität unter das Primat der eigenen Deutungshoheit. Sie sucht die Wahrheit nicht um einer akademischen Reinheit willen. Sie stellt wissenschaftliche, politische und die verschiedenen spirituellen Konzepte nebeneinander und sucht die Zusammenhänge, die wirklich funktionieren, um eine Gesellschaft und ein Leben zu ermöglichen, »wie wir es wirklich leben wollen«. Sie bedient sich der Traditionen wie auch der Utopien vom besseren Leben. Sie verzettelt sich und macht jede Menge Fehler, aber sie fürchtet sich nicht davor, weil es ihr darum geht, das ganze Leben umzugestalten – und nicht nur die Ernährung, die Gesundheit, die Bildung, die Rollen von Männern und Frauen, nicht nur die Funktionen von Staat und Familie, von Arbeit und Geld, nicht nur den Umgang mit Natur oder die geistige Freiheit in Religion und Spiritualität. Es geht darum, die ganze Gesellschaft gemeinsam und in großer Pluralität zu gestalten. »Nicht zurück zur Natur, sondern vorwärts zur Kultur!«, ist ein Slogan dieser Zeit.</p>
<p>Die große Schwäche der Lebensreform-Bewegung ist ihre überdehnte ideologische Offenheit. Sie umarmt nicht nur Esoteriker und Linksradikale, sondern auch Konservative jeglicher Couleur. Neben christlichen, jüdischen, deutschnationalen und ­sozialdemokratischen Gruppen beteiligen sich auch solche aus der völkisch und bündisch organisierten Jugend. Jugendbewegte, wie die Wandervögel, und die breite Gemeinschaftsbewegung vereint durch Praxis und Lebensgefühl mehr, als sie durch die Ideologien ihrer jeweiligen offiziellen politischen Hintergründe trennt.</p>
<p>Sie schafft es nicht, eine gemeinsame politische Theorie zu entwickeln. Viele ihrer Pioniere kehren nicht aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs heim. Und so ist kaum jemand in ihr wach genug, als die Nazipropaganda beginnt, zuerst an Gemeinsamkeiten bei Inhalten und Lebensgefühl anzuknüpfen und schließlich wichtige Kernimpulse zu plündern und sie als attraktive Versatzstücke in ihre eigene, bis dato eher unattraktive Ideologie einzubauen.</p>
<p>Hier müssen wir kurz an die Trennung von Wissenschaft und Esoterik zu jener Zeit anknüpfen. Während sich die Wissenschaft im 19. Jahrhundert materialistisch und utilitaristisch verengte, entfernten sich parallel einige esoterische Richtungen aus den Gefilden erfahrungsbezogener Wirklichkeit und entwickelten zum Teil recht bizarre Konstrukte. Der Nationalsozialismus und seine Vorläufer konnten an beiden Fehlentwicklungen anknüpfen. Zum einen war in der »Ariosophie« eine esoterische Schule entstanden, deren Rassismus hervorragend zur Diskriminierung der Juden geeignet war. Zum anderen konnte sich der Nationalsozialismus die Hilfe der »neutralen«, materialistischen Wissenschaft für die Waffenentwicklung und das Völkermordprogramm unschwer erkaufen.</p>
<p>Bei allen richtigen Hinweisen, dass es sehr wohl einige (aber selbstverständlich nicht alle!) esoterische Schulen gab, die dem Nationalsozialismus zugearbeitet haben, fehlt der historischen Korrektheit halber (nicht grundsätzlich, aber meistens eben in genau diesem Zusammenhang) der Hinweis auf die zur gleichen Zeit und aus derselben Ursache resultierende Tendenz zur »Gewissenlosigkeit« in den Wissenschaften, die das Potenzial der Erfüllungshilfe für die utilitaristischen Dimensionen des Faschismus in sich trägt.<br />
Die Lebensreformbewegung jedenfalls hatte nicht die geistige Kraft und Klarheit, sich rechtzeitig und deutlich von den Nazis abzugrenzen. So konnten einige ihrer besten Impulse so pervers verdreht werden, dass ihre Vitalität nicht nur von der Naziideologie erfolgreich ausgesaugt, sondern auch bis heute dieser zugeschrieben und daher für den politischen Diskurs dauerhaft »verbrannt« wurden. Begriffe wie Lebensraum, Gemeinschaft, Heimat, der Wille, etwas gemeinsam zu gestalten, ein eigener Weg zum Sozialismus, Zinskritik und vieles mehr sind von den Nazis missbraucht und damit beschädigt und diskriminiert worden. Dieser Missbrauch wird heute weiter missbraucht, um jede Fundamentalkritik des modernen Kapitalismus im Keim zu ersticken, nach dem Motto: »Wer so grundlegend anfängt, unser System in Frage zu stellen, wie es die Lebensreformbewegung tat, der kann ja nur Vorbote eines neuen Rechtsradikalismus sein!«</p>
<h4>Aufklärung tut not</h4>
<p>Gerade die moderne Demokratiereformbewegung kann diesen doppelten Missbrauch eigentlich nicht mehr auf sich beruhen lassen. Ihr allein wird die Auflösung dieses doppelten Schleiers allerdings kaum gelingen. Sie wird sich verbünden müssen mit anderen Kräften, die gleichermaßen dazu beitragen können, das große Werk der Aufklärung weiterzubewegen. Mit der Alternativ­bewegung der 60er und 70er Jahre entstand ein erstes Anknüpfen an die positiven lebensreformerischen Impulse, und heute, befreit von den verschiedenen Ideologiegebäuden jener Zeit, ist es vielleicht endlich möglich, dies fortzuführen und an die emanzipativen und zugleich ­integrierenden Impulse aus der Aufklärung und der frühen Romantik anzuknüpfen.</p>
<p>Dazu gehört auch eine Neubewertung der Beziehung zwischen Wissenschaft und Spiritualität. »Die Entwicklung von Toleranz und Religionsfreiheit im europäischen Denken ist esoterisch grundiert, ebenso wie die Ausbildung eines universalen Menscheitsbegriffs mit der Möglichkeit der Formulierung von Menschenrechten – das genaue Gegenteil also dessen, was im Nationalsozialismus beherrschend wurde«, erklärt Monika Neugebauer-Wölk. Was muss zusammenfinden, damit eine Kultur ein selbstbestimmtes, freies Denken unterstützt? Es war der Beginn der Aufklärung und der Beginn der Frühromantik, die eine Ahnung davon in die Welt brachten. Stehen wir heute womöglich erneut am Beginn eines solchen Impulses?</p>
<p>Die anfangs erwähnten Gruppen, Netzwerke und Basisbewegungen haben schon begonnen, über die jeweiligen Tellerränder hin­auszuschauen. Auf zahllosen Treffen und Konferenzen werden bereits die alten Paradigmen gesprengt und ganzheitliches Denken und Handeln wiederentdeckt. Und es würde sich sehr hilfreich auf diese Praxis auswirken, wenn auch im akademischen Bereich ein Bewusstseinsprozess stattfände, der sich aus den Verkrustungen des 19. Jahrhunderts und der damit verbundenen Liason mit der Macht emanzipieren würde.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin OYA — anders denken.anders leben, <a title="Ausgabe 11/2011" href="http://www.oya-online.de/article/read/536-Der_Aufklaerung_zweiter_Teil.html" rel="external nofollow" target="_blank">Ausgabe 11/2011</a></em></p>
<p><em>Weiterführende Literatur:<br />
Jochen Kirchhoff: Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Edition Dionysos, 1990 • Ulrich Linse (Hrsg): Zurück, o Mensch, zu Mutter Erde. dtv, 1983 • Monika Neugebauer-Wölk: Esoterik und Neuzeit. Überlegungen zur Tiefenstruktur reli­giösen Denkens im Nationalsozialismus. www.zeitenblicke.de/2006/1/Neugebauerwoelk • Rüdiger Sünner: Schwarze Sonne. Die Macht der Mythen und ihr Missbrauch in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Drachen Verlag, 2009</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2011/11/14/der-aufklarung-zweiter-teil/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf zwei Beinen stehen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/10/28/auf-zwei-beinen-stehen/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2011/10/28/auf-zwei-beinen-stehen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 07:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>connection</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Schneider]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=3408</guid>
		<description><![CDATA[Die schrecklichsten Taten begehen Menschen, um ihre vermeintliche Heimat zu verteidigen oder andere Menschen abzuwehren, die sie für Fremde halten. Dabei sind beides Täuschungen: Was meine Heimat ist, täuscht, und auch, was mir oder uns fremd ist. Heimat ist eine sowohl historisch wie biografisch bedingte Identifikation, die sich im Lauf des Lebens ändert, und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3411" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4dca3e98e1f52_s.png" rel="lightbox[3408]"><img class="size-medium wp-image-3411 " title="Heimat" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4dca3e98e1f52_s-300x169.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de / Heimat © Michael Kemper</p></div>
<p>Die schrecklichsten Taten begehen Menschen, um ihre vermeintliche Heimat zu verteidigen oder andere Menschen abzuwehren, die sie für Fremde halten. Dabei sind beides Täuschungen: Was meine Heimat ist, täuscht, und auch, was mir oder uns fremd ist. Heimat ist eine sowohl historisch wie biografisch bedingte Identifikation, die sich im Lauf des Lebens ändert, und das vermeintlich Fremde ist das Gegenstück dazu. Das große Glück »bei sich zuhause« zu sein ebenso wie das Ende der Angst vor dem Fremden (und damit der meisten Konflikte, die uns beschäftigen) findet man nur, wenn man die eigenen Identifikationen erforscht.</p>
<h4>Heimatschutz</h4>
<p>Mit solchen Forschungen kann man auch anecken. Als ich einmal mit meiner Mutter über den zweiten Weltkrieg sprach, und sie sagte »Wir haben ja in Stalingrad verloren« (Sie war damals 19), antwortete ich: »Wir? Wen meinst du damit? Das waren doch nicht ›wir‹!« Sie fühlte sich erwischt und nannte zu ihrer Verteidigung, dass »Wir alle« damals doch so dachten.</p>
<p>Dieses Wir-Gefühl ist die Voraussetzung dafür, dass sich Soldaten verheizen lassen. Identifikation lässt sich nicht vermeiden, aber es kommt entscheidend darauf an, <em>womit </em>man sich identifiziert. Das Ende des zweiten Weltkriegs hat leider nicht die Idiotie der besinnungslosen nationalen Identifikationen beendet. Zum Beispiel haben die USA nach 9/11 ein »office for home security« (Heimatschutz) geschaffen und durch ihre vermeintlich schützende Reaktion das geschehene Leid vervielfacht. Die anderen Nationen sind zwar weniger mächtig, aber auch nicht klüger, und so geht die Eskalation weiter. Es sei denn, wir untersuchen den Vorgang der Identifikation.</p>
<h4>Behausungen in der Anderswelt</h4>
<p>Die spirituelle Suche ist eine Suche nach Freiheit von Identifikationen, nach Aufbruch aus weltlichen und geistigen Gefängnissen. Aber was, wenn wir dort sind, in der Freiheit? Dort kann man nicht wohnen. Im Niemandsland kann keiner seine Zelte aufschlagen, geschweige denn ein Haus bauen. Und doch bleibt Wunsch, sich auch dort niederzulassen – die Folge davon sind die spirituellen Identifikationen. Diese Behausungen drüben, in der Anderswelt, erweisen sich dann als neue Gefängnisse, bewohnt von religiös (oder esoterisch) Rechtgläubigen, die sich den Insassen der weltlichen Behausungen überlegen fühlen.</p>
<h4>Das Niemandsland</h4>
<p>Besser, man wählt sich eine Identifikation, die einem wirklich zusagt; eine Heimat, in der man sich wohl und geborgen fühlt – und tut das bewusst. Und wählt diese Identifikation nicht nur, um irgendwo dazu zu gehören und eine Partei zu haben, von der man hofft, dass sie Tore schießt oder Wahlen gewinnt, sondern wählt eine, die auch wirklich Unterstützung verdient und einem zutiefst zusagt. Mit deinem zweiten Bein aber bleibe man in der Leere stehen, in der Freiheit, dem Niemandsland, dem »Reich Gottes« – dort, wo sich niemand niederlassen kann, im Namenlosen, Heimatlosen, in der offenen Weite. Denn dort kommen wir her, und eines Tages müssen wir auch wieder dorthin zurück.</p>
<h4>Wir sind nicht allein</h4>
<p>Mit dem einen Bein im Diesseits, mit dem anderen im Jenseits zu stehen, das war schon immer eine gute Lösung. Heute, in einer globalisierten Welt sich auflösender traditioneller Heimaten, ist dies empfehlenswerter denn je. Auch wir Berufs-, Standorts– und Beziehungsnomaden brauchen eine Heimat. Können wir sie in uns selbst finden? Einerseits ja. Andererseits aber sind wir nicht allein. Wir brauchen auch einen Bezug zu unserer Umgebung. Möge diese unsere Heimat sein – und nicht irgendeine, sondern eine gut gewählte.</p>
<p><em>Erschien erstmals als Editorial in der Oktober Ausgabe des Magazin <a href="http://www.connection.de/magazintexte/spirit/connection-spirit-1011.html" target="_blank" rel="external nofollow">Connection</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2011/10/28/auf-zwei-beinen-stehen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mitten ins Herz und darüber hinaus – Teil 2</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/10/23/mitten-ins-herz-und-daruber-hinaus-%e2%80%93-teil-2/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2011/10/23/mitten-ins-herz-und-daruber-hinaus-%e2%80%93-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 21:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andres Pellegrini</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=3336</guid>
		<description><![CDATA[Beziehungen – unser wirkliches Potential Im zweiten Teil des zweiteiligen Artikels »Mitten ins Herz und darüber hinaus« möchte ich anhand der Sprache und verschiedener Bewusstseinsfelder unsere Beziehungen erhellen. Unsere »Trennungs-Tendenz« Können Sie sich vorstellen, was passieren würde, wenn wir mit unserem Körper gleich umgehen würden wie mit unserem Bewusstsein (sowohl lokales als auch nicht-lokales Bewusstsein)? Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3340" class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/DSC03042.jpg" rel="lightbox[3336]"><img class="size-medium wp-image-3340  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/DSC03042-300x225.jpg" alt="" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">© Rita Borer</p></div>
<h2>Beziehungen – unser wirkliches Potential</h2>
<p><em>Im zweiten Teil des zweiteiligen Artikels »Mitten ins Herz und darüber hinaus« möchte ich anhand <em>der Sprache und</em> verschiedener Bewusstseinsfelder unsere Beziehungen erhellen.</em></p>
<h4>Unsere »Trennungs-Tendenz«</h4>
<p>Können Sie sich vorstellen, was passieren würde, wenn wir mit unserem Körper gleich umgehen würden wie mit unserem Bewusstsein (sowohl lokales als auch nicht-lokales Bewusstsein)? Wir wären ständig mit Abgrenzung beschäftigt. Wir würden uns z.B. überlegen, wie wir das Gehirn besser vom Herz abgrenzen könnten. Wir würden darüber streiten, ob die Nieren ausgeschafft oder integriert werden müssen. Können wir dem Hals trauen? Müssen wir uns gegen die Beine wehren? Wir würden darüber diskutieren, ob die Hände wichtiger sind als die Füsse oder der Rücken mehr Macht haben soll als der Bauch. Wir würden die Lunge gegen die Blase verteidigen oder umgekehrt. »Absurd«, sagen Sie? Genau so verhält sich aber unser Mind. Er hat Mühe zu sehen, dass unser Bewusstsein ein dynamisches Ganzes ist, dessen Teile zusammenwirken. Er bekämpft in gewissem Sinne sich selber (auf Körperebene würde man hier von Autoimmunerkrankung  sprechen: das Immunsystem beginnt körpereigene Zellen zu zerstören). Der Mind ist identifiziert mit »entweder oder«, verliebt in das »aber«, Meister darin aufzuteilen, was zu ihm und was nicht zu ihm gehört. Damit verlieren wir unsere Authentizität. Um Missverständnisse vorzubeugen gleich hier eine wichtige Differenzierung: Authentizität im Bewusstsein ist etwas anderes als Authentizität im Bereich des konkreten Handelns und Verhaltens. Nehmen wir ein Beispiel: Würden Sie einem Politiker Ihre Stimme geben, der sich auf äusserst aggressive Art und Weise für internationale Friedensarbeit einsetzt und mit Demonstranten sympathisiert, die bei ihren »Friedensdemonstrationen« Schaufenster zertrümmern und Steine gegen die Polizei werfen? Nein? Würden Sie einem Politiker Ihre Stimme geben, der sich für internationale Friedensarbeit einsetzt und von sich steif und fest behauptet das Gefühl von Aggression nicht zu kennen? Auch nicht? Während Authentizität auf Verhaltensebene die klare Haltung von »entweder oder« bedingt (analog zur gesunden Immunreaktion unseres Körpers), verlangt Authentizität auf Bewusstseinsebene »zulassen können«; dies nicht im Sinne von ausagieren, sondern von wahrnehmen, transformieren und in einen grösseren Kontext stellen. Bewusstseinserweiterung rückt hier immer mehr ins Zentrum. In diesem Artikel ist nur von dieser Bewusstseinsebene und nicht von der Verhaltensebene die Rede.</p>
<h4>Die »Entweder-Oder-Falle«</h4>
<p>Können Sie sich an das Video über das elektromagnetische Feld des Herzens aus dem ersten Teil dieses Artikels erinnern (s. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1XqPhoRKPWw&amp;feature=player_embedded" rel="external nofollow">Video</a>)? Dort ist die Rede davon, dass das elektromagnetische Feld je nach Emotion unterschiedliche Signale aussendet; d.h. Emotionen und elektromagnetisches Feld wirken zusammen: s<em>owohl</em> Bewusstsein (Emotion) <em>als auch</em> Materie/Energie (elektromagnetisches Feld). Genau in solchen feinen Bereichen wird oft auf aggressive Art und Weise versucht ein offenes und unsicheres »sowohl als auch« durch ein geschlossenes und sicheres »entweder oder« zu ersetzen. Nehmen wir als Beispiel die Bewusstseinsforschung. Man kann in der Hirnforschung inzwischen mit modernen Geräten sichtbar machen, dass bei gewissen Gedanken und Gefühlen ganz bestimmte Schaltkreise unseres Gehirns aktiv sind (also ein ähnlicher Zusammenhang wie Emotion und elektromagnetisches Feld). Die ehrlichste Aussage diesbezüglich wäre wohl: wir beobachten, dass Gedanken und Gefühle und gewisse Hirnaktivitäten gleichzeitig auftreten. Wir haben jedoch nicht den blassesten Schimmer, was bei dieser Korrelation vor sich geht. Diese Antwort hört man jedoch eher selten. Stattdessen bilden sich zwei reduktionistische Lager: einerseits die materiellen Fundamentalisten, die behaupten, dass unser Gehirn das Bewusstsein generiere und unsere subjektiven Wahrnehmungen bloss Abfall oder Beigemüse dieses Prozesses seien, andererseits die spirituellen Fundamentalisten, die behaupten, dass unser Gehirn (Ego) bloss eine Illusion sei. Wir müssen jedoch nicht zwingend in der Wissenschaft suchen, um solche sinnlosen Streitereien zu finden. Es reicht, wenn wir unsere Sprache beobachten: entweder deine Meinung oder meine Meinung, entweder wir oder die anderen, entweder richtig oder falsch, entweder liberal oder konservativ, entweder gläubig oder nicht gläubig etc. Unsere Sprache ist dominiert von »entweder oder« und lässt wenig Raum für »sowohl als auch«.</p>
<h4>Vertikale und horizontale  »Sowohl-Als-Auch-Experimente«</h4>
<p>Wenn wir stark vereinfachen, können wir sagen, dass unser Dasein aus Bewusstsein und Materie/Energie besteht.<sup class='footnote'><a href="#fn-3336-1" id='fnref-3336-1'>1</a></sup>Sowohl auf der materiell-energetischen Ebene als auch auf der Bewusstseinsebene gibt es mannigfaltige Formen, die miteinander interagieren. Aus dieser Sicht kann »sowohl als auch« einerseits vertikal stattfinden (<em>sowohl</em> die tiefsten Schichten von Materie/Energie <em>als auch</em> die höchsten Schichten von Bewusstsein und allem, was dazwischen liegt) und andererseits horizontal (<em>sowohl</em> dieser materiell-energetische Aspekt <em>als auch </em>jener; <em>sowohl</em> dieser Bewusstseinsaspekt <em>als auch</em> jener). Versuchen wir dies im Folgenden anhand von Beispielen zu verstehen.</a></p>
<p><em>Vertikales »Sowohl-Als-Auch-Experiment«</em></p>
<p>Während es relativ schwierig ist mit Sprache das Zusammenwirken von Bewusstsein und Materie/Energie erlebbar zu machen, ist dies bisweilen mit Sound einfacher. Im folgenden Sound-Beispiel habe ich versucht die Interaktion zwischen erweitertem Bewusstsein und der materiell-energetischen Ebene darzustellen. Versuchen Sie ein bisschen in dieses Form’n’Space-Feeling einzutauchen (Verwenden Sie bitte für dieses und die kommenden Sound-Beispiele externe Musikboxen oder Kopfhörer; interne Computerlautsprecher geben den Sound nicht authentisch wieder):</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/formnspace.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Form’n’Space</a></p>
<p>Diese Beziehung finden wir auf vielfältigste Weise in unserer Sprache angetönt: das Unsichtbare und das Sichtbare, Himmel und Erde, Gott und Mensch, das Höhere und das Tiefere, das Helle und das Dunkle, Tag und Nacht… Dass es diesbezüglich nicht um Trennung und Konflikt, sondern um Verbundenheit und Interaktion geht, machen z.B. die folgenden Begriffe deutlich: Transzendenz, Transformation, Dämmerung, Integration… Wir sind sowohl Bewusstsein als auch Materie/Energie, das Unsichtbare als auch das Sichtbare, Himmel als auch Erde, Gott als auch Mensch, das Höhere als auch das Tiefere, das Helle als auch das Dunkle, der Tag als auch die Nacht… Wir sind sowohl die »Dinge«, die sich berühren, als auch die Berührung selber.</p>
<p><em>Horizontales »Sowohl-Als-Auch-Experiment«</em></p>
<p>Obschon die materiell-energetische Ebene als Einheit erscheint, besteht sie aus einzelnen Teilen, die miteinander interagieren. Man könnte umgekehrt auch sagen: einzelne miteinander interagierende Teile bilden die materiell-energetische Einheit. Nehmen Sie z.B. Ihren Körper: wir können diesen einerseits als Ganzes verstehen andererseits aber auch als Zusammenschluss einzelner Organe, Gewebe und Zellen. Im folgenden Sound-Beispiel haben Sie die Möglichkeit, diese Einsicht über die Ohren wahrzunehmen. Wenn Sie genau hinhören, werden Sie in dem einheitlich erscheinenden Klang-Körper lauter kleine unterschiedlich tönenden Unterformen entdecken; je nachdem aus welchem Blickwinkel diese betrachtet werden scheinen sie sich zu ergänzen oder zu widersprechen.</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/lebensnetz.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Materiell-energetische Aspekte in Interaktion</a></p>
<p>Genauso verhält es sich auf Bewusstseinsebene: wir können unser Innenleben einerseits als Ganzes wahrnehmen, andererseits aber auch differenzieren in Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, Stimmen, Stimmungen, Zwischentöne, Qualitäten, Schwingungen…</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/bewusstseinsaspekte-in-interaktion1.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Bewusstseinsaspekte in Interaktion</a></p>
<p>Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch die Feststellung, dass das Ganze immer mehr ist als eine blosse Summation von Einzelteilen. Vielmehr entsteht über das Zusammenwirken eine ganz neue Qualität. Die Qualität einer Musikband beispielsweise geht nicht nur aus dem Zusammenfügen von guten Musikern hervor sondern auch aus dem, was zwischen diesen passiert.</p>
<h4>Die emotionale Dimension der »Sowohl-Als-Auch-Experimente«</h4>
<p>Was verhindert eigentlich, dass wir uns sowohl vertikal als auch horizontal frei ausdehnen können? Es sind die Gefühle von Aggression und Angst; »entweder oder« ist eine von vielen Blüten, die auf diese Wurzel zurückzuführen ist. Während Trauer, Stille und Liebe uns erweitern, reduzieren uns Aggression und Angst. Richten wir unser Augenmerk auf die Sprache, um diesem Phänomen näher zu kommen: über die Sprache können wir erfahren, in welchen Bewusstseinsbereichen wir mit emotionalem Widerstand reagieren. In den folgenden zwei Audio-Experimenten können Sie sich diesbezüglich selber beobachten. Im ersten Beispiel werden Sie verschiedene Wörter hören. Zwischen den Begriffen ist Stille eingefügt. Sie haben also Zeit genau wahrzunehmen was die verschiedenen Begriffe in Ihnen auslösen. Es geht <em>nicht</em> darum <em>warum</em> Sie so oder so reagieren, <em>sondern</em> nur um die Frage <em>wie</em> Sie reagieren. Bevor wir starten hier noch einmal der Hinweis, den ich schon zu Beginn gemacht habe: wir bewegen uns in diesem Artikel nur auf der Bewusstseinsebene, nicht auf der Ebene des konkreten Handelns und Verhaltens. Wenn Sie also z.B. das Wort „Gewalt“ hören, geht es nur darum, was dieser Begriff in Ihnen auslöst. Ist Ihre Reaktion ablehnend, anhaftend oder teilnahmslos? Es ist den meisten von uns klar, dass Gewalt aus einer mitfühlenden Haltung heraus grundsätzlich abzulehnen ist. Es ist aber wichtig gleichzeitig ganz klar zu sehen, dass das Gewaltpotenzial, sprich die Aggression in unserem Bewusstsein immer vorhanden ist. Wenn wir dies nicht tun, unterdrücken wir die Energie, die in der Aggression liegt und verlieren damit unsere Möglichkeit zur Transformation. Dies bedeutet auch, dass unser anfänglich authentisches mitfühlendes Handeln und Verhalten zu einer leeren Geste verkommt. Können wir all die Gefühle innerlich nicht zulassen, können wir auch unser Potential und unsere Qualitäten nicht entfalten.</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/audio-experiment_12.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Audio-Experiment 1</a></p>
<p>Wenn wir klar sehen können, <em>dass</em> und <em>wie</em> wir reagieren und dieser Einsicht keinen Widerstand entgegenbringen, befinden wir uns bereits auf der ausdehnenden Welle des Mifgefühls.</p>
<p>Im zweiten Audio-Experiment greife ich auf eine klassische Fehlinterpretation zurück. Diese sagt, dass ein Mensch, der im Mitgefühl ist, nicht mehr leidet. Also entweder Mitgefühl oder Schmerz. Aus meiner Sicht sieht die Wirklichkeit anders aus: wir erleben sowohl Mitgefühl als auch Leid. Mitfühlen bedeutet ja, dass wir alles wahrnehmen und an allem Anteil nehmen; d.h. z.B. auch, dass wir im Mitgefühl die ganze Palette von Emotionen spüren können.</p>
<p>Versuchen Sie im nächsten Audio-Experiment herauszufinden, ob sich »sowohl als auch« anders anfühlt als »entweder oder«.</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/audio-experiment_2.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Audio-Experiment 2</a></p>
<h4>Schmelztiegel Herz</h4>
<p>Den Weg in die vertikale und horizontale Fülle, in das »Sowohl-Als-Auch« unseres Daseins finden wir in unserem Herz; in diesem wird alles verbunden und integriert. Im Christentum wird dies als Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten beschrieben. Martin Buber macht das Ganze noch deutlicher, indem er »Liebe zu Gott« einfach mit “Liebe“ wiedergibt:«…die Liebe haftet dem Ich nicht an, so daß sie das Du nur zum »Inhalt«, zum Gegenstand hätte, sie ist zwischen Ich und Du.»<sup class='footnote'><a href="#fn-3336-2" id='fnref-3336-2'>2</a></sup>In diesem Feld lernen wir unsere grössten Widerstände und unsere tiefsten Ängste kennen; wir begegnen aber auch der sanften und heilenden Kraft von Berührung, Trauer und Stille die uns immer wieder das Gleiche lehrt: es findet sich kein Monster in unseren Beziehungen, welches uns erschrecken kann. Der Schrecken selber ist das Monster. Ich persönlich bin – obschon ich gerade eine Scheidung hinter mir habe – fest davon überzeugt, dass authentische und erfüllende Beziehungen möglich sind. Ich glaube aber auch, dass diese nur entstehen können, wenn wir bereit sind genau das sein zu lassen, wovon wir immer meinen es sein für Beziehungen so wichtig: Erfahrung. All das »Wissen« darum, wie Beziehung funktionieren sollte. Ebenso die Hoffnung, dass es anders oder besser werden wird. Erfahrung und Wissen sind das Ende von Beziehung, weil sie Vergangenes auf Gegenwärtiges anwenden wollen. Hoffnung ist das Ende von Beziehung, weil sie den Blick vom Gegenwärtigen abwendet und stattdessen in eine nicht existente Zukunft sehnt. Unsicherheit ist der Anfang von Beziehung. Unsicherheit ist Gegenwart; Stille, Mitgefühl und Trauer sind die Qualitäten, durch welche diese Gegenwart echt, wirklich und wertvoll wird. Egal, ob wir gerade in den Tiefen der materiell-energetischen Dimension feinste Differenzierungen vornehmen, uns in der geistigen Dimension auflösen oder irgendwo mitten drin schweben: Über unser Herz sind wir mit dem Gegenwärtigen verbunden. Immer.</p>
<p><a href="http://andrespellegrini.files.wordpress.com/2011/10/mitten-im-dasein_sowohl-als-auch1.wav" target="_blank" rel="external nofollow">Mitten im Dasein – Sowohl-Als-Auch</a></p>
<h4>Kontemplation</h4>
<p><em>Bin ich bereit, meine emotionalen Widerstände zu sehen, zu transformieren und die dadurch frei gewordene Energie kreativ zum Wohle des ganzen Universums einzusetzen?</em></p>
<p><em>Wie kann ich alle die »oder« in meinem Bewusstsein zu »und« werden lassen?</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3336-1'>Für eine differenziertere Darstellung von Bewusstseinsebenen s. z.B. folgenden Link zu Spiral Dynamics: <a href="http://if.integralesforum.org/index.php?id=201&amp;L=http%3A%2Fwww.005flower.co.kr%2Fitem%2Fvusazam%2Fucuk%2F" target="_blank" rel="external nofollow">http://if.integralesforum.org/index.php?id=201&amp;L=http%3A%2Fwww.005flower.co.kr%2Fitem%2Fvusazam%2Fucuk%2F <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3336-1">↩</a></span></li>
<li id='fn-3336-2'>Buber, Martin. <em>Ich und Du</em>. Stuttgart: Reclam. 2004 <span class='footnotereverse'><a href="#fnref-3336-2">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2011/10/23/mitten-ins-herz-und-daruber-hinaus-%e2%80%93-teil-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Mitten ins Herz und darüber hinaus]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Kreativität braucht Unsicherheit</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/10/07/kreativitat-braucht-unsicherheit/</link>
		<comments>http://www.openmindjournal.com/2011/10/07/kreativitat-braucht-unsicherheit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 07:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.openmindjournal.com/?p=3257</guid>
		<description><![CDATA[Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr blickt optimistisch auf aktuelle Wirtschaftskrisen Wien (pte) — Der Weg aus der Krise in eine nachhaltige Zukunft wird der Menschheit gelingen, sobald sie sich von überholtem Denken verabschiedet und kreative Offenheit entwickelt. Dazu muss statt Stabilität und Sicherheit die Lebendigkeit zur Richtschnur werden, fordert Hans-Peter Dürr, Träger des Alternativen Nobelpreises 1987 sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr blickt optimistisch auf aktuelle Wirtschaftskrisen</h2>
<div id="attachment_3259" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4defa9c284439_xs.jpg" rel="lightbox[3257]"><img class="size-medium wp-image-3259    " title="&quot;…ein fallender Baum macht viel mehr Lärm als ein wachsender Wald.&quot;" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4defa9c284439_xs-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">»…ein fallender Baum macht viel mehr Lärm als ein wachsender Wald.« — Foto: aboutpixel.de / geradeaus… © HB1111</p></div>
<p>Wien (pte) — Der Weg aus der Krise in eine nachhaltige Zukunft wird der Menschheit gelingen, sobald sie sich von überholtem Denken verabschiedet und kreative Offenheit entwickelt. Dazu muss statt Stabilität und Sicherheit die Lebendigkeit zur Richtschnur werden, fordert Hans-Peter Dürr, Träger des Alternativen Nobelpreises 1987 sowie des Friedensnobelpreises 1995 als Mitglied der Gruppe »Pugwash«. Der deutsche Atomphysiker und Philosoph stellte am gestrigen Dienstagabend auf Einladung von <a href="http://ecoplus.at" target="_blank" rel="external nofollow">ecoplus</a> sein Buch »Warum es ums Ganze geht — Neues Denken für eine Welt im Umbruch« vor.</p>
<h4>Schizophrene Gegenwart</h4>
<p>Die Krise der Gegenwart ist für Dürr Folge eines großen Missstandes. »Wir wollen mit Denkweisen aus dem 19. Jahrhundert und der Technologie des 20. Jahrhunderts den Auftrag der Gestaltung des 21. Jahrhunderts erfüllen. Das ist schizophren — und muss schief gehen«, so Dürr. Zu sehr sei die Menschheit auf Analyse der Einzelteile fixiert, erfasse damit bloß die materielle Oberfläche und degradiere Ethik und Moral zu lästigen Randerscheinungen. Der Wissenschaftler sieht auch eine »Naturvergessenheit«, mit der der Mensch die geistige Dimension der Umwelt leugnet und sich von ihr distanziert, obwohl er von ihr abhängt.</p>
<h4>Schrauben lockern statt fester ziehen</h4>
<p>Als Gegenentwurf propagiert Dürr ein »völlig neues Denken«, das die Welt mit Abstand und die Zukunft als offen statt vorherbestimmt erkennt. »Wir sind nicht machtlos den Naturgesetzen ausgeliefert. Vielmehr gibt es überall viele Lösungen, da wir kreativ sind und den weiteren Verlauf der Schöpfung mitbestimmen. Alles ist fähig, sich zu verändern.« Kreativität gibt es für den Physiker am ehesten in Momenten der Unsicherheit, was er am Beispiel des Pendels erklärt. »Am ›tipping point‹ entscheidet eine unscheinbare Kraft, wohin die Schwingung geht. Statt die Schrauben fester zu stellen, sollten wir sie herausnehmen.«</p>
<div id="attachment_3264" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/Hans-Peter-Duerr.jpeg" rel="lightbox[3257]"><img class="size-thumbnail wp-image-3264" title="Hans-Peter-Duerr" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/Hans-Peter-Duerr-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Hans-Peter Dürr: Philosoph plädiert für Nachhaltigkeit (Foto: ecoplus.at)</p></div>
<p>Die Umsetzung in die Praxis muss auch mit wackeligen Zuständen zurechtkommen, so Dürr. Schwarzmalerei sei dabei fehl am Platz. »Die Tibeter sagen, ein fallender Baum macht viel mehr Lärm als ein wachsender Wald. Wir haben vergessen, dass wir unsere Existenz dem Wald verdanken, nicht dem Baum. Dass wir es besser können, zeigt die Tatsache, dass es uns heute noch gibt.« Gegenüber pressetext fordert der Nobelpreisträger das Überwinden der Macht der Finanzwirtschaft. »Konkurrenz und Beschleunigung führen zum Absturz. Nachhaltig ist erst eine Kooperation, von der auf höherer Stufe alle etwas haben.«</p>
<h4>Krise schafft Bewegung</h4>
<p>Die Reaktionen auf den Vortrag würdigten besonders den optimistischen Ausblick des Physikers. »Vieles hat sich bereits bestätigt. Die Unsicherheit der Wirtschaftskrise 2008 setzte tatsächlich ein großes kreatives Potenzial frei. Wo früher über lange Zeit Statik herrschte und kein Weiterkommen möglich war, wurden plötzlich Synergien und mehr Effizienz möglich«, unterstreicht Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus, im pressetext-Interview.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.openmindjournal.com/2011/10/07/kreativitat-braucht-unsicherheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	
	<div style="display: none;" id="wikipopFrame"><iframe id="theFrame" style="border: none;" name="theFrame" width="340" height="400" src=""></iframe></div>

</channel>
</rss>

