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	<title>OpenMindJournal &#187; Change</title>
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	<description>Das Online-Journal für den Wandel in Bewusstsein, Kultur und Technologie</description>
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		<title>Die Krise als Chance?!</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 16:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der fairventure-Kongress vom 26. bis 28.04.2013 in Velbert-Langenberg, DE Weltweit wird von immer mehr Menschen erfolgreich an Lösungen für jene Probleme gearbeitet, die sich, auch durch die jüngsten Krisenereignissen katalysiert, dramatisch zuspitzen. Wie man der Ressourcenverknappung begegnen oder im Kampf um die Rechte von Natur und Menschen bestehen kann, ist mittlerweile in zahlreichen Ideen und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Der fairventure-Kongress<br />
vom 26. bis 28.04.2013 in Velbert-Langenberg, DE</h2>
<div id="attachment_5661" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2013/03/fairventure.png" rel="lightbox[5659]"><img class=" wp-image-5661 " alt="Offizielles Cover zum Film: fairventure - Vertrauen wagen. Foto: Jan Temmel" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2013/03/fairventure-300x143.png" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Offizielles Cover zum Film: fairventure — Vertrauen wagen. Foto: Jan Temmel</p></div>
<p>Weltweit wird von immer mehr Menschen erfolgreich an Lösungen für jene Probleme gearbeitet, die sich, auch durch die jüngsten Krisenereignissen katalysiert, dramatisch zuspitzen. Wie man der Ressourcenverknappung begegnen oder im Kampf um die Rechte von Natur und Menschen bestehen kann, ist mittlerweile in zahlreichen Ideen und Projekten anschaulich nachvollziehbar geworden. Worauf es nun ankommt, sind ein offener Austausch und eine undogmatische Vernetzung unter den verschieden agierenden Menschen und Menschengruppen. Der fairventure-Kongress bietet dafür einen geeigneten Rahmen.</p>
<div>
<p>Die Lage der Menschheit ist unübersehbar ernst. Das weiß und spürt jede/r. Die wirtschaftlichen und sozialen Lebenswirklichkeiten haben sich für den größten Teil der Menschheit bis zur Unerträglichkeit entwickelt und auch die natürlichen Lebensgrundlagen sind in Gefahr. Aber nicht nur die Lebensbedingungen sind es, die so bedroht sind wie nie zuvor, sondern auch das Leben selbst ist längst in den Sog der ausgreifenden spekulativen Interessen geraten, die auf der Jagd nach Profiten auch davor nicht halt machen, den Menschen selbst zur Ware zu machen. Noch nie zuvor gab es so viele versklavte Menschen auf diesem Planeten. Die Monetarisierung auch des menschlichen Lebens hat bereits ungeahnte Ausmaße angenommen.</p>
<p>Sieht man auf diesen bisher noch viel zu wenig beachteten Bereich der Entwicklungen drängt sich die Frage nach den Möglichkeiten eines jeden Menschen ebenso auf, wie die nach Systemen, die derartige Auswüchse des Raubtierkapitalismus zu verhindern geeignet sind. Die Krise könnte zur Chance werden, insofern adäquate, neue Welt– und Menschenbilder entstehen. Der Ernst der Lage zwingt zu Besinnung und Umdenken.</p>
<p>Einer der Schwerpunkte beim diesjährigen fairventure-Kongress wird deshalb auch darin bestehen, den Austausch über Möglichkeiten und Optionen darüber anzuregen, wie wir Menschen selbst zu einem neuen, tragenden Bewusstsein von unserer Aufgabe und Würde gelangen können. In diversen Referaten, Workshops und Diskussionsrunden werden Anregungen für einen Diskurs gegeben, zu dem alle eingeladen sind, denen die Zukunft der Erde und der Menschheit nicht nur am Herzen liegt, sondern die es auch zu konzertierten Taten drängt.</p>
<h4>Inklusion auch in der Ökonomie</h4>
<p>In diesem Jahr wird der <a href="http://www.fairventure.de" target="_blank" rel="external nofollow">fairventure-Kongress</a> vom 26. bis 28. April im nordrhein-westfälischen Velbert-Langenberg stattfinden. Die Organisatoren haben diesen Ort auch deshalb gewählt, weil er für beispielhafte Inklusion steht, die man allgemein aus der Pädagogik und Soziologie kennt, der aber darüber hinaus auch eine zentrale Bedeutung in der Ökonomie zukommt.</p>
<div>
<p>Gastgeberin für den Kongress ist die Windrather-Talschule, die als eine der ersten Waldorfschulen seit vielen Jahren konsequent inklusiv arbeitet. Diese Schule ist unter anderem eng verbunden mit der Gemeinschaft von fünf Bio– und Demeter-Höfen, die das Windrather Tal seit 1985 zu einem Schwerpunktgebiet des ökologischen Landbaus im Ruhrgebiet gemacht hat. Für die fairventure-Themen ein ausgezeichneter Bezugspunkt!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.fairventure.de" rel="external nofollow"><img class="aligncenter" alt="" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/Banner/banner_fairventure13.jpg" width="468" /></a></p>
<h4>Rückblick: fairventure Kongress 2012 in Leipzig</h4>
<p>Schon der Kongress 2012 in Leipzig hatte sich mit den Chancen der Inklusion in der Ökonomie beschäftigt. Wie es gelingen kann, alle Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status oder ihren körperlichen Möglichkeiten in einen gerechten und ökologisch sinnvollen Wirtschaftsprozess einzubeziehen, zeigen mittlerweile zahlreiche Projekte und Expertisen. An den grundsätzlichen Möglichkeiten kann darum auch kein Zweifel (mehr) bestehen.</p>
<h4>Inklusion in der Wirtschaft</h4>
<p>Beim Kongress in Langenberg wird das Thema aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet werden. Ein Workshop wird als Praxisbeispiel die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim vorstellen, die bereits seit mehr als 30 Jahren Inklusion als Konzept der Ökonomie erfolgreich umsetzt. Gerechte Wirtschafts– und Geldformen sind nötig und möglich. Beim fairventure-Kongress kann man sie kennenlernen.</p>
<h4>Die Dokumentation zum fairventure Kongress 2012 in Leipzig</h4>
<p><a title="fairventure Film - Wirtschaft, Zukunft, Geld" href="http://www.naturundfreiheit.de/transition/film-fairventure-vertrauen-wagen" rel="external nofollow">fairventure</a> steht für das Abenteuer, aus der bestehenden tiefgreifenden Wirtschaftskrise aufzubrechen und in Gedanken und Tat den Mut für eine zukünftige, nachhaltige Wirtschaft aufzubringen: Gemeinsam für eine neue, faire Wirtschaft! Ziel von fairventure ist es, das Netzwerk der lebbaren Alternativen bekannt zu machen und zu erweitern.</p>
<p>Auf der DVD finden Sie neben dem Film auch die Vorträge von Leander Bindewald, Peter Krause, Jens Martignoni, Margrit Kennedy und Johannes Heimrath in voller Länge. Außerdem als Bonusmaterial ein Vortrag von Charles Eisenstein und ein Interview mit Bernard Lietaer, bereitgestellt von <a title="Wissenspool: matrixwissen" href="http://www.matrixwissen.de/" target="_blank" rel="external nofollow">matrixwissen.de</a></p>
<h4 id="watch-headline-title">Trailer zum fairventure Dokumentarfilm</h4>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/fy7tMXKSCqs?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
</div>
</div>
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		<title>Aufruf: One Billion Rising</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Dec 2012 12:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktiver Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist der 14. Februar 2013: Verlasst Euren Arbeitsplatz, verlasst die Schule, unterbrecht Euren Alltag, geht auf die Straße und tanzt, und verbindet euch weltweit. Am Valentistag 2013 sind alle Frauen und Männer eingeladen, aufzustehen, zu tanzen und sich auf der ganzen Welt zu verbinden, um der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5535" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/12/381882_392122714197011_1800375447_n.jpg" rel="lightbox[5534]"><img class=" wp-image-5535 " title="One Billion Rising" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/12/381882_392122714197011_1800375447_n-300x199.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: One Billion Rising</p></div>
<p>Es ist der 14. Februar 2013: Verlasst Euren Arbeitsplatz, verlasst die Schule, unterbrecht Euren Alltag, geht auf die Straße und tanzt, und verbindet euch weltweit. Am Valentistag 2013 sind alle Frauen und Männer eingeladen, aufzustehen, zu tanzen und sich auf der ganzen Welt zu verbinden, um der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Das Ziel: One Billion Rising!</p>
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/gl2AO-7Vlzk?rel=0" frameborder="0" width="470" height="264"></iframe>
<h4>Hintergrund V-Day</h4>
<p>Jede 3. Frau auf der weltweit erlebt mindestens einmal im Leben gewaltätige Übergriffe auf Körper, Leib und Seele. <a href="http://onebillionrising.org/" target="_blank" rel="external nofollow">One Billion Rising</a> will das beenden. In Amerika gegründet hat es schon prominente Unterstützer wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YUtd3e6Waeg" target="_blank" rel="external nofollow">Jane Fonda </a>und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=mCHXBQIU01Y" target="_blank" rel="external nofollow">Robert Redford</a> gefunden.<br />
ONE BILLION RISING IS:<br />
A global strike<br />
An invitation to dance<br />
A call to men and women to refuse to participate in the status quo until rape and rape culture ends<br />
An act of solidarity, demonstrating to women the commonality of their struggles and their power in numbers<br />
A refusal to accept violence against women and girls as a given<br />
A new time and a new way of being</p>
<p>Dahinter steht die Organisation <a href="http://www.vday.org/de/about" target="_blank" rel="external nofollow">V-Day</a> von Eve Ensler, der Autorin der Vagina Monologe. V-Day ist eine weltweite Bewegung von AktivistInnen mit dem Ziel, Gewalt gegen Frauen zu beenden. Die Organisation versteht sich als Katalysator, der kreative Veranstaltungen fördert, um zu sensibilisieren, Geldmittel einzubringen und den Geist existierender Anti-Gewalt-Organisationen wiederzubeleben.</p>
<h4>One Billion Rising in Deutschland</h4>
<p><img class="alignright" style="margin-left: 10px;" title="one billion rising" src="http://www.newslichter.de/wp/wp-content/uploads/2012/11/one-billion-rising.jpg" alt="" width="250" height="250" />In Deutschland hat Sabine Mairiedl schon eine deutsche <a href="http://www.die-muenchnerin.de/one-billion-rising/" target="_blank" rel="external nofollow">Internetseite </a>und eine <a href="https://www.facebook.com/OneBillionRisingGermany/info" target="_blank" rel="external nofollow">Facebook Seite </a>ins Leben gerufen. Die newslichter werden den Event medial begleiten und in Hannover auch einen Event veranstalten. Wir finden es großartig sich zu zeigen und zu tanzen, um die Welt zu verändern!<br />
Bald mehr dazu.</p>
<p> </p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals auf <a href="http://www.newslichter.de/2012/11/aufruf-one-billion-rising/" target="_blank" rel="external nofollow">Newslichter.de</a></em></p>
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		<title>Frauen für den Frieden</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 14:29:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Frau-Sein]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik und Weltgeschehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ehemaligen Jugoslawien verbinden sich Frauen in starken Netzwerken. Seit dem Ende der Jugoslawienkriege wirken Frauen in den ­betroffenen Ländern als Kondensationskerne für friedlichen Wandel. »Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Frauen ihre Männer nicht lieben! Wie soll ich es mir anders erklären, dass ich erlebt habe, wie die Frauen stolz waren und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Im ehemaligen Jugoslawien verbinden sich Frauen in starken Netzwerken.</h2>
<p><em>Seit dem Ende der Jugoslawienkriege wirken Frauen in den ­betroffenen Ländern als Kondensationskerne für friedlichen Wandel.</em></p>
<div id="attachment_5493" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/image1_hires.jpg" rel="lightbox[5491]"><img class=" wp-image-5493 " title="Frauen für den Frieden" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/11/image1_hires-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">© Foto: www.zeneucrnom.org</p></div>
<p>»Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Frauen ihre Männer nicht lieben! Wie soll ich es mir anders erklären, dass ich erlebt habe, wie die Frauen stolz waren und ihre Männer in den Krieg ziehen ließen. Damals war ich schockiert, wie dieselben Frauen von sich sagten, sie liebten ihre Söhne und Ehemänner. Doch ich fragte mich, wenn sie sie lieben würden, dann könnten sie doch nicht zulassen, dass sie gingen, um andere Menschen zu töten und selbst ihr Leben gefährden. Was für eine Liebe ist das?! – Ich glaube, wir Frauen hätten damals die Macht gehabt, den Krieg zu verhindern.« Diese Fragen treiben Ljupka Kovačević (60), Begründerin und Koordinatorin des Zentrums für Frauen– und Friedensstudien »Anima« in Montenegro 17 Jahre nach den letzten Kriegen auf dem Balkan noch immer um, »weil alles noch viel schlimmer geworden ist«, sagt sie.</p>
<p>Hier in dem alten Steinhaus, dem »Haus der freien Gedanken«, verborgen in den Bergen nahe der Bucht von Kotor, wird über Regional– und Europapolitik diskutiert, Versöhnung, Freundschaft und Gemeinschaft praktiziert und friedliches Einschreiten und Mitgestalten geplant. Den Weg in diese Oase finden Frauen aus der ganzen Region: Aktivistinnen, mutige Rentnerinnen, junge Mütter, wache Arbeiterinnen, politische Künstlerinnen. Ljupka hat das Haus ihrer Großeltern der Frauenorganisation geschenkt. »Nein, Besitz interessiert mich nicht.« So machen sich viele Frauen das Haus zu eigen und beleben es, während sie selbst immer wieder nach Energie und Hoffnung sucht.</p>
<p>Während wir kochen und gemeinsam essen, diskutieren wir über die aktuelle Politik und vergangene Ereignisse, die in die Zeit gehören, als Jugoslawien zerbrach. Es wird deutlich, dass der Zerfall nicht nur ein geografischer, sondern auch ein innerlicher war, der Angst, Gewalt und auch Trauer, Wut und Protest hinterließ. Der Schock des Kriegs, die Gefühle der Ohnmacht sind noch heute spürbar, ebenso wie der unermüdliche Drang, diese in konstruktive Handlungen zu wandeln.</p>
<p>Die Frauen im Haus der freien Gedanken identifizieren sich mit unnachgiebigen, autonomen Menschenrechtsbewegungen, die einer von Machtinteressen geprägten Politik nicht die Neugestaltung ihres Landes überlassen wollen. Doch die Politik ist unterwegs in Richtung EU und will von kleinen Organisationen nicht aufgehalten werden. Diese suchen unabhängige Finanzierungsformen, weil sie nicht als Schmuckstücke der heimischen Partei– und Regierungspolitik für EU-Projekte herhalten wollen. Ein steiniger Weg für die Aktivistinnen in Ländern ohne finanzielle Sicherheit – ein Leben im Hier und Jetzt.</p>
<h4>Fürsorge kennt kein »Mein«</h4>
<p>Die Frauenorganisation Anima gründete sich 1996, inspiriert von der »Gewaltfreien Kommunikation« nach ­Marshall Rosenberg, mit dem Ziel, Frieden, Gewaltfreiheit, Selbstermächtigung und persönliches Wachstum zu kultivieren. Die Erfahrungen der Kriege in den 1990er Jahren riefen Ljupka Kovačević und andere Frauen auf die Straße. Ihr Vorbild war die pazifistisch-feministische Bewegung »Frauen in Schwarz« aus Belgrad, die dadurch bekannt wurde, dass jeden Mittwoch schwarzgekleidete Frauen auf dem Platz der Republik unter dem Motto »Nicht in meinem Namen!« schweigend eine Mahnwache gegen Krieg und jegliche Form von Diskriminierung hielten.</p>
<p>»Solche Art des kreativen Ausdrucks ist für uns sehr bedeutungsvoll, er ist eine Art politischen Handelns, um sichtbar zu werden und die verschreckten Frauen durch unsere Präsenz im öffentlichen Raum zu erreichen – damit schaffen wir bis heute zumindest kleine Kreise der Freiheit in Montenegro«, erzählt Ljupka, und mein Blick fällt auf die Plakate, die im Haus verteilt sind und entschlossene, mutige Frauen mit Transparenten oder eine Performance abbilden. Noch immer versammeln sie sich auf öffentlichen Plätzen, beziehen Position, sprechen sich gegen blinden Gehorsam aus, fordern zu verantwortungsvollem Handeln für den Frieden auf und dazu, in eigenem Namen zu sprechen, statt andere für seine oder ihre Belange entscheiden zu lassen.<br />
Dieses Jahr konnte Anima erstmalig das Büro in der Stadt nicht mehr finanzieren, und so zogen die Frauen mit ihrer täglichen Arbeit in Ljupkas altes Steinhaus.</p>
<p>»Die Menschen denken nur an ihren Besitz, sie denken, das ist mein Kind, mein Partner, meine Nation, und für diese wollen sie sorgen«, höre ich Ljupka aufgebracht reden. »Fürsorge kennt kein ›Mein‹. Wieviel Kraft hätte ich, mich für die Gesellschaft zu engagieren – nicht später, nicht erst, wenn meine Kinder groß sind, sondern jetzt? Dieses ›Mein‹ verstellt uns den Blick für das, was getan werden muss, für die Nachbarin, die vielleicht Unterstützung braucht. Mein Sohn, meine Tochter – sie dürfen mir doch nicht wichtiger sein als die Unversehrtheit der Erde, der Städte, als andere Menschen. Wie würden wir handeln, wenn wir alle Kinder, Männer, Städte als ›Unser‹ begreifen würden?« Ja, wie wäre das, schwingen die Worte in mir nach, suche ich ja gerade selbst nach einem Leben in Gemeinschaft.</p>
<h4>Versöhnung auf neuen Wegen</h4>
<p>Ich staune über die gute Vernetzung der Frauen und Aktivistinnen hier und in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Beispielsweise treffen sie sich regelmäßig innerhalb des Frauen-Friedens-Netzwerks, das die Frauen in Schwarz aus Belgrad initiierten. Über ihr Programm zur Friedensbildung organisieren sie zahlreiche Seminare und Trainings, in denen sie sich unter anderem mit Feminismus, Pazifismus, Gewaltfreiheit und einer alternativen Globalisierung beschäftigen.</p>
<p>In mir entsteht das Bild einer bunten, lebendigen Gemeinschaft, die scheinbar unsichtbar in Montenegro ein Netz von friedlichem Aktivismus spinnt. Die Frauen besuchen sich gegenseitig oder fahren zu Veranstaltungen des Netzwerks, die sie über Ländergrenzen hinweg zu Frauen und Männern in kleine und große Orte führen. Mit dem Anliegen, nicht nur als Konsumentinnen der Shoppingwelt aus den westlichen Ländern zu agieren, bilden diese Frauen einen starken Kontrast zur allgemeinen Entwicklung. Das erlebe ich hautnah, wenn ich durch die Straßen gehe, sei es wie diesen Sommer in Kotor oder zu einer anderen Zeit in Belgrad, Zagreb, Sarajevo oder in einer ländlichen Region. Während die junge Frau an der Kasse im Supermarkt ausdruckslos und mechanisch die Waren in die Plastiktüte, die es zu Jugoslawienzeiten nicht gab, packt, frage ich mich, wie wohl ihre Arbeitsbedingungen aussehen. Der Zusammenbruch Jugoslawiens verhalf einigen zu neuem Reichtum und brachte viele in Arbeitslosigkeit und Armut.</p>
<p>»Mit Staša Zajović, der Initiatorin und Koordinatorin der Frauen in Schwarz in Belgrad, diskutieren wir über eine neue Ethik der Verantwortung und Fürsorge, die wir verbreiten möchten«, erzählt Ljupka. Daraus könnte sich, so die Frauen, eine aktive Politik der Solidarität, des Vertrauens und des Friedens entwickeln. Diese Vision ist Teil des ehrgeizigen Projekts, ein Frauengericht für das ehemalige Jugoslawien aufzubauen.</p>
<p>Mitten zwischen den vielen Stimmen komme ich kaum zu Wort. Vielleicht liegt es auch daran, dass hier die Gespräche parallel zu laufen scheinen. Fragen, Antworten, Kritik wirbeln gleichzeitig im Raum. Aufregung liegt in der Luft, Wut, Enttäuschung und dann, wie aus dem Nichts, Ljupkas Fragen und Perspektiven, die mich tief bewegen, beeindrucken und auch anstacheln, meinen eigenen Horizont zu erweitern. Nein, sie erzählt nicht nur von Montenegro, sie erzählt von uns allen, von Frauen, Männern und dem Traum, sich zu engagieren, um eine Welt zu hinterlassen, die menschlicher ist als die, die uns unsere Eltern vererbt haben.</p>
<p>Die Idee, ein Frauengericht zu etablieren, besteht schon seit über zehn Jahren. Es soll den Stimmen der Frauen Gehör schenken, ihrer alltäglichen Erfahrung von Unrecht während und nach dem Krieg sowie von häuslicher und öffentlicher Gewalt. In ehrenamtlicher Zusammenarbeit zwischen Frauenorganisationen aus Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Kosovo fand im Oktober 2010 ein vorbereitender Workshop mit Gästen aus Mexiko, Südafrika, dem Irak und aus Kambodscha statt. Die Frauen sprachen über ihre Erfahrungen mit bereits bestehenden Frauengerichten, die einer anderen Gerechtigkeit folgen als das offizielle Rechtssystem auf nationalem oder internationalem Niveau. Sie möchten Verantwortung, Fürsorge und Sicherheit fördern, um einen gerechten Frieden im ehemaligen Jugoslawien aufzubauen. Erst wenn die Frauen in ihrem Schmerz gehört und angenommen wurden, kann Versöhnung beginnen. Hier scheinen mir noch viele Augen und Ohren notwenig, bevor sich nicht nur die Menschen der verschiedenen Regionen, sondern auch Männer und Frauen wieder in Vertrauen und Liebe einander zuwenden können.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin OYA anders denken. anders leben, Ausgabe <a href="http://www.oya-online.de/article/issue/17-2012.html" rel="external nofollow">17/2012</a></em></p>
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		<title>Funktioniert Stadt?</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/09/16/funktioniert-stadt/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Sep 2012 14:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Synergie]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf die Frage nach der Stadt der Zukunft werden als ­Antwort oft futuristische Technikvisonen an die Wand gemalt – die nicht zu einem endlichen ­Planeten passen. Wird die Stadt der Zukunft stattdessen eine genügsame Gartenstadt sein? Die Stadt ist eine ziemlich neue Erscheinung. Mehrere 100 000 Jahre lebten die Menschen als nomadische Jäger-und-Sammlerinnen-Gemeinschaften. Erst mit der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Auf die Frage nach der Stadt der Zukunft werden als ­Antwort oft futuristische Technikvisonen an die Wand gemalt – die nicht zu einem endlichen ­Planeten passen. Wird die Stadt der Zukunft stattdessen eine genügsame Gartenstadt sein?</strong></em></p>
<div id="attachment_5301" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/09/image_wide_hires.jpg" rel="lightbox[5296]"><img class=" wp-image-5301 " title="Funktioniert Stadt?" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/09/image_wide_hires-300x116.jpg" alt="" width="250" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: <a href="http://www.oya-online.de/article/read/764-funktioniert_stadt.html" target="_blank" rel="external nofollow">OYA anders denken. anders leben</a></p></div>
<p>Die Stadt ist eine ziemlich neue Erscheinung. Mehrere 100 000 Jahre lebten die Menschen als nomadische Jäger-und-Sammlerinnen-Gemeinschaften. Erst mit der Erfindung der Landwirtschaft vor etwa 10 000 Jahren kam die Sesshaftigkeit auf. Die ersten größeren Siedlungen waren lange Zeit Ackerbauernstädte und versorgten sich selbst. Die frühe anatolische Stadt Çatalhöyük erlebte zwischen 6000 und 5000 v.  Chr. eine friedliche Blütezeit; bis zu 10 000 Einwohner wohnten in dieser eng bebauten, organischen Ansiedlung, die kein zentrales Heiligtum, kein Herrscherhaus und keine Verteidigungsanlagen aufwies. Die zahlreichen aussagekräftigen Funde aus der ­wohldokumentierten archäologischen Grabungsstätte geben Hinweise darauf, dass die Einwohnerschaft von Çatalhöyük sich höchstwahrscheinlich nach matriarchalen Prinzipien egalitär, das heißt herrschaftsfrei, organisierte. Als dann vor etwa 6000 Jahren – vermutlich in Folge eines raschen, großräumigen Klimawandels – hierarchische Sozial­formen, Ressourcenanhäufung und der Kampf um diese Dinge aufkamen, wandelten sich die weltweit noch sehr wenigen Städte zu befestigten Herrschersitzen, die von dem zum jeweiligen Herrschaftsterritorium gehörigen ländlichen Umkreis mit Lebensmitteln, Bau– und Energiestoffen, Arbeitskraft und (später) Geld versorgt werden wollten. Mit dem Aufkommen des Welthandels und des transkontinentalen Kolonialismus wurde dieser Anspruch auch auf weit entfernt liegende Gegenden ausgedehnt.</p>
<p>Während die Städte Europas lange Zeit relativ klein blieben, gab es in den Hochkulturen anderer Kontinente zum Teil bereits sehr viel früher Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern; man denke etwa an das kambodschanische Angkor Wat oder das mittelamerikanische Tikal. Diese Großstädte hatten ingenieursmäßig ausgeklügelte Versorgungssysteme und waren klug in die Ökologie ihres Umlands eingewoben, was ihnen erlaubte, über viele Jahrhunderte zu blühen.</p>
<p>Auch wenn andere frühere – und zwar nicht nur städtische – Kulturen bereits vielerorts durch unsachgemäßen Ackerbau und gedankenlose Abholzung ihren Lebensraum verwüsteten, hat solche Misswirtschaft einige Jahrtausende lang nicht die Gesamt-Biosphäre des Planeten bedroht. Erst mit der Explosion der Weltbevölkerung seit Beginn der Neuzeit, seit der »Verbesserung« des technologischen Zerstörungspotenzials des Menschen in der industriellen Revolution und dem weltweiten Trend zu einem energieintensiven, urbanen Lebensstil gehen die natürlichen Systeme in die Knie. Wird also aus dem Siegeszug der Städte ein Todesmarsch der Menschheit?</p>
<p>Für den Architekturkritiker und Wissenschaftler Lewis Mumford (1895–1990) war die Stadt in sozialer Hinsicht bereits seit ihrer Ausprägung als Militärlager zu einer »sozialtechnologischen Maschine« geworden, die mittels Gewalt und Raub die Versorgung der dort versammelten Soldaten organisierte – eine Ausbeutungsfunktion, die sich im Kern bis heute gehalten hat. Wer es sehen möchte, kann leicht erkennen: Die heutige urbane Lebensweise beruht auf systemimmanenter offener und struktureller Gewalt, indem sie in ihrer Logik der Fremdversorgung und des exponentiellen Wachstums weit mehr Ressourcen verschlingt, als sie zurückgibt. Und seit Beginn der »großen Ölparty« (Automobilisierung, Kunststoffe und­ –dünger etc.) hat sich dieser urbane Lebenstil nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend auch in den ländlichen Gebieten der Industrieländer westlicher Prägung etabliert. Als gültige Gegenmodelle zur modernen Stadt können heute, bei Licht betrachtet, lediglich noch die Dörfer des Südens gelten. Der dörflich-urbane Lebensstil im Einfamilienhaus ist hierzulande nicht selten noch ressourcenaufwendiger als das Leben in den Großstädten mit ihren kurzen Wegen und ihrer dichten Bebauung.<br />
<strong></strong></p>
<h4>Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse …</h4>
<p>… aber nicht für jedermanns Gier! So lautet ein bekanntes Wort aus ­Gandhis Mund. Vieles deutet darauf hin, dass eben das, woran wir uns alle gewöhnt haben, auf die Dauer schlicht nicht aufrechtzuerhalten ist. Die ökologischen und sozialen Kosten für unsere urbanisierte Kultur sind zu hoch. Wir Erdenbürger verbrauchen derzeit in einem Jahr die erneuerbaren Ressourcen von anderthalb Erden, bereits 2050 werden es drei Erden sein. Wie lange kann das gutgehen? Schaffen wir es damit überhaupt bis 2050? Es geht uns ja nicht nur demnächst das Öl aus. Auch auf die verbliebenen Bestände von Phosphor (Kunstdünger), Ackerland, Metalle (seltene Erden), Holz, Kohle, Uran und nicht zuletzt Wasser hat längst ein großer Ansturm begonnen. Für die nachhaltige Versorgung eines Menschen braucht es etwa 1,8 Hektar Land, und auf der Erde gibt es heute 7 Milliarden Menschen. Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge wäre es lediglich eine logistische Herausforderung, sogar eine noch größere Zahl von Menschen mit ausreichend Nahrung für ein würdevolles Leben zu versorgen. Allerdings wäre dies ein deutlich einfacheres Leben als dasjenige der urbanisierten Welt.</p>
<p>Millionen Menschen mussten bereits notgedrungen in Städte ziehen, weil eine Variante des Landgrabbings sie ihrer Lebensgrundlage beraubte oder sie als Kleinbauern aufgrund von Dürren oder wirtschaftlichem Druck im industriellen Agrargeschäft ihre Familien nicht mehr ernähren können. Andere gehen freiwillig: Das Glitzerbild vom Traum eines hippen Konsumentenlebens in der Stadt lässt gerade in Ländern mit »aufstrebender Wirtschaftsentwicklung« wie zum Beispiel China eine ländliche Lebensweise als rückständig erscheinen. Wer sich der Völkerwanderung in die Metropolen anschließt, landet aber oft nur im Slum – und damit in noch ärmeren Verhältnissen als zuvor. Ein Zurück aufs Land ist dann vielerorts nicht mehr möglich, weil dieses Land geraubt, verkauft, vergiftet, verwüstet, geflutet ist und auch, weil sich ein funktionierendes Dorfleben, eine ländliche Kultur, nicht einfach so installieren oder wiederherstellen lässt.</p>
<h4>Peak everything</h4>
<p>Gemäß Prognosen der UNO werden 2030 – also in 18 Jahren – über 60 Prozent der Bevölkerung in Städten wohnen – das sind dann 4,3 Milliarden Menschen. Zwar bringt dieser Trend wegen der Knappheit des Wohnraums, einer allgemein höheren Bildung der Frauen in Städten sowie aufgrund der gänzlich anderen urbanen Arbeitswelt eine gewisse Verlangsamung des Bevölkerungswachstums mit sich. Doch ändert das wenig am Fakt des exorbitanten Ressourcenverbrauchs. Wer glaubt denn angesichts der eineinhalbfachen jährlichen Übernutzung des Planeten und sich abzeichnender Klimawandel-Verwerfungen, dass Städte eine reelle Chance haben, ihren derzeitigen Standard auch in 30 Jahren noch aufrechtzuerhalten – oder gar noch zu steigern? Wer glaubt wirklich daran, dass für all die derzeit knapp werdenden Ressourcen plötzlich wundersame Ersatzstoffe gefunden werden, dass die Wissenschaft – deren Machbarkeitsfantasien wir einen guten Teil der Bredouille zu verdanken haben – uns mit noch ausgeklügelterer Technik oder die Ökonomie uns mit einer grün angestrichenen Variante des Alten aus dieser Schieflage heraushelfen wird?</p>
<p>Hinzu kommt: Unsere Städte sind hochgradig kollapsanfällig. Fällt der Strom aus, ist eine Stadt wie Berlin – das hat eine Untersuchung ergeben – binnen weniger Tage nicht mehr regierbar und kaum mehr lebensfähig (www.tanknotstrom.de). Großsiedlungen werden zu tödlichen Fallen, wenn aufgrund von Naturkatastrophen (die USA leidet seit Monaten an einer verheerenden Dürre), politisch-militärischen Krisen, Verwerfungen in der globalisierten Wirtschaft, sozialen Unruhen, Finanzkrisen, Epidemien, Energieverknappung etc. auch nur ein oder zwei Versorgungssysteme wie Lebensmittel, Strom, Wasser, Abwasser, Gas/Öl/Benzin oder Informationsmedien zusammenbrechen. Die meisten Städte sind heute von einer auf Wachstum programmierten Wirtschaft abhängig. Stagniert oder schrumpft diese, droht bereits mittelfristig der Zusammenbruch. Allein diese Punkte sollten für Städte eigentlich Anlass genug sein, alle notwendigen Schritte in Richtung Stärkung der Resilienz zu unternehmen, also hin zur Autarkie in Bezug auf die grundlegenden Lebensressourcen.</p>
<h4>Du hast keine Chance, also nutze sie!</h4>
<p>»Wovon wollen wir in wenigen Jahrzehnten eigentlich leben?« Diese zentrale Zukunftsfrage verlangt vor allem, Städte neu zu denken. Niko Paech, Vertreter einer konsequenten Postwachstums­ökonomie, zeigt sich zuversichtlich, dass im »sozialen Nahraum« der Stadt noch große Potenziale für urbane Selbstversorgungs-Lebensstile (Subsistenz) liegen. In Verbindung mit einer lebensfreudigen Beschränkung auf das Wesentliche (Suffizienz) könnte das einen Weg aus der fatalen Abhängigkeit der Städte weisen. Menschen zeigen immer wieder eine unglaubliche Kreativität, gerade in Notzeiten. Wäre es nicht schön, wenn diese Veranlagung bald in kollektiver Anstrengung auf die Gestaltung lebensfähiger, enkeltauglicher Städte konzentriert würde?</p>
<p>Das Beispiel ist noch nicht regenerativ, aber immerhin versucht man nun unter der Überschrift des »Urban mining«, die in Ruinen und Müllhalden vergangener Verschwendungsjahrzehnte steckenden Wertstoffe zu bergen. »Urban farming«, städtische Landwirtschaft, hat Hochkonjunktur, ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vielleicht kann die notwendige Umgestaltung mit einer täglichen Gedankenübung während der S-Bahnfahrt beginnen: Was für ein Stadtraum, welche Möglichkeiten entstehen, wenn man sich alle Gebäude wegdenkt, die nur dem Wirtschaftswachstumswahnsinn dienen und dem Herstellen von Überflüssigem gewidmet sind? Was ist tatsächlich überflüssig, was erhaltenswert, was veränder-, was recycelbar? Wofür wird künftig unbedingt mehr Platz gebraucht?</p>
<h4>Eine »rurbane« Zukunft</h4>
<p>Werden aber die Milliarden urban geprägter Menschen in Stadt und Land freiwillig von ihren Konsumansprüchen ablassen? Reichen etwa die derzeit vorgeschlagenen Veränderungen des städtischen Lebensstils – bewussterer, »grüner« Konsum, eine auf »grünes Wachstum« setzende Wirtschaft, leicht verändertes Mobilitätsverhalten, spielerische Wiederentdeckung des Gärtnerns, Zuwächse beim Bürgerengagement, hochtechnologische Lösungen für die Notwendigkeit urbaner Landwirtschaft – aus, um die Welt vom Rand des Ökokollaps wegzubewegen? Müssten die Städte sich nicht noch viel radikaler wandeln, um enkeltauglich zu werden? Lässt sich eine moderne Großstadt mit ihrer starren Infrastruktur aus Beton, Stahl, Glas und Hochtechnologie tatsächlich in eine zukunftsfähige, den planetaren Naturgesetzen angepasste Siedlung für Hunderttausende oder gar Millionen umbauen? Ist so ein Umbau nicht wieder mit unvorstellbaren ökologischen Kosten verbunden? Es wäre eine spannende Forschungsarbeit, sich die Realisierung solch einer infrastrukturellen Unternehmung vorzustellen, ohne dass dabei Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien oder sonst etwas im Lebenskreislauf dieses Planeten ausgebeutet werden. Wie müsste eine Gesellschaft beschaffen sein, der diese Herausforderung gelingt? Städte fallen nicht vom Himmel, sondern sind letztlich umgeformtes Land. Lässt sich eine liebevoll-pflegende Haltung gegenüber dem Land als Selbstverständlichkeit in einer reifen, vernünftigen Kultur leben?</p>
<p>Wenn, aus ethischer Einsicht heraus, eine Kultur der Fremdversorgung künftig nicht mehr gewünscht oder schlichtweg nicht mehr möglich sein wird, und wenn sich auch aus anderen Gründen die Notwendigkeit eines radikal energieärmeren Lebensstils abzeichnet – wie müssen wir uns dann die Zukunft der Städte vorstellen? Ich wage zu behaupten: Die Stadt der Zukunft wird sehr ländlich sein, und sie dürfte kaum mehr an heutige Städte erinnern. Vielleicht werden noch einmal – nach dem Vorbild der Lebensreformbewegung der vorletzten Jahrhundertwende – Gartenstädte entworfen, »rurban«, rural und urban zugleich.</p>
<p>Auch für die urbanisierten ländlichen Gebiete industrialisierter Länder wird der Wandel alles andere als leicht, doch haben sie auf dem Weg zur Wieder-Selbstversorgung den Vorteil, nicht mit einer ganz so monströsen Infrastruktur kämpfen zu müssen wie Großstädte. Für die Subsistenz größerer Regionen werden sich wohl vor allem der weitgehende Verlust bäuerlicher Kultur sowie der Verlust fruchtbaren Bodens durch die jahrzehntelange agrarindustrielle Praxis als Schwierigkeit erweisen.<br />
<strong></strong></p>
<h4>Städte wieder erden und verwurzeln</h4>
<p><strong></strong>Für bedürfnisorientierte menschliche Gesellschaften der Zukunft dürfte es wieder wichtig werden, in eine lebendige, bewusste Beziehung zum jeweils bewohnten und genutzten Land zu treten – zur »mehr-als-menschlichen Welt«, wie der Philosoph ­David Abram die Natur bezeichnet. Die Illusion einer ausschließlich menschengemachten Welt, die sich von den Naturgegebenheiten unabhängig machen kann, ist die gefährliche Verführung der Stadt. Ein Bewusstsein für das Land, welches die Menschen ernährt, ist wohl der größte Unterschied zwischen der traditionell-land-basierten Lebensweise ruraler Gesellschaften und dem Selbstverständnis urban geprägter Menschen. Eine ökologisch-geistige und emotionale Verwurzelung der Stadt in ihrem Umland könnte in einer von Subsistenz geprägten Zukunftskultur durch das Erlebnis, tatsächlich von diesem Land zu leben, vielleicht selbst in der westlichen Welt wieder wachsen. Subsistenz bedeutet, wohlgemerkt, nicht das Ende von arbeitsteiligem Wirtschaften, wie es vielfach missverstanden wird, sondern ein kluges Haushalten und Wirtschaften in möglichst regionalen Kreisläufen.</p>
<p>Die Subsistenzkultur-Forscherin Veronika Bennholdt-Thomsen hält die Stadt wegen deren Abkehr von der Subsistenzorientierung zwar für einen »Webfehler unserer Zivilisation«, doch die Entwicklung urbaner Selbstversorgung stimmt sie zuversichtlich. Bereits anhand des momentanen Booms der städtischen Gemeinschaftsgärten lasse sich erkennen, dass aus derartigen Projekten neue Gemeinschaftlichkeit und eine Stärkung des Bewusstseins für Gemeingüter erwachse. »Wer sich der Eigenarbeit widmet und wieder vermehrt seine Hände benutzt, dem erschließt sich die Welt des Subsistenzdenkens wie von selbst«, so ihre Erfahrung. »Das Experimentieren mit urbanem Gärtnern, Stadtküchen oder offenen Werkstätten öffnet ein Fenster in der Erfahrung, im Bewusstsein des Nicht-getrennt-Seins von der Subsistenz. Und: Die Selbstversorgungspraxis hat ein neues Naturverständnis zur Folge. Gerade die Gartenarbeit verwurzelt dich tiefgreifend mit deinem Lebensort.« Für Veronika Bennholdt-Thomsen stellt die Subsistenzperspektive die Wurzel von echter Kultur dar. »Wenn diese Wurzeln entwickelt sind, kann der Baum wachsen«, ist sie sicher. Würden Städte nun ernsthaft beginnen, eine neue Form von gewaltfrei-subsistenter Kultur zu erfinden, erhielten wir als Menschheit sogar die unglaubliche Chance, an frühgeschichtliche Blütephasen wie die des neolithischen Çatalhöyük anzuknüpfen.</p>
<h4>Es ist deine Stadt: Grab sie um!</h4>
<p>Vieles spricht dafür, dass die Einübung genügsamer Lebensstile in Verbindung mit Projekten zur Stärkung unserer Subsistenz in die richtige Richtung weist. Zugleich müssen wir beobachten, dass die Gesamtgesellschaft das Ziel der Enkeltauglichkeit – wenn überhaupt – noch viel zu zaghaft anvisiert und im großen und ganzen nach wie vor im Vertrauen auf das Paradigma von Machbarkeit und Naturbeherrschung auf den Abgrund zusteuert. Werden Versuchsprojekte, wie wir sie in dieser Ausgabe von Oya zeigen, einen Gegentrend einläuten können? Anders als zentralistischere Staaten wie Frankreich verfügen Städte und Gemeinden im deutschsprachigen Raum über vergleichsweise große politische Spielräume zur kommunalen Selbstbestimmung.</p>
<p>Vielleicht sollten wir es uns vermehrt zur Aufgabe machen, den Verwaltungen zu helfen, indem wir ihnen notorisch unbequeme Fragen stellen, wie: »Wovon soll unsere Stadt in zwanzig Jahren leben?« Auch der Ansatz der Transition-Town-Bewegung umfasst ja die intensive Kooperation mit der Administration sowie bürgerschaftliches Engagement in Bezirks– und Stadträten. Dort, in den lokalen Verwaltungen, braucht es eine Revolution des Denkens, um die Herausforderungen der Zukunft überhaupt erst angehen zu können. Es sind kreative Leute gefragt, die darauf insistieren, dass die Stadt ernsthaft versucht, aus ihrem fatalen Ressourcenverbrauch herauszukommen.</p>
<p><em><strong>Wie kann es überhaupt mit uns weitergehen?</strong><br />
Johannes Heimrath: Die Post-Kollaps-Gesellschaft. Scorpio, 2012 • Zeitschrift »politische Ökologie« Nr. 124, März 2011: Post-Oil City – Die Stadt von morgen, oekom • zur Stadtkritik z.B.: Derrick Jensen: Endgame. Pendo, 2008 • zu ­Çatalhöyük: Horst Stowasser: Anarchie! Nautilus 2006</em></p>
<p> </p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin OYA anders denken. anders leben, <a href="http://www.oya-online.de/article/read/764-funktioniert_stadt.html" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 16/2012</a></em></p>
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		<title>Jenseits von Unparteilichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 11:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Neues Bewusstsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wahrheit ist nicht neutral „Mut ist, wenn wir wissen, wovor wir keine Angst haben müssen“, sagt Arianna Huffington gern und schreibt dieses Zitat Sokrates zu. Für sie bedeutet es, dass wir keine Angst vor den Meinungen anderer Leute haben sollten oder vor Ablehnung in Bezug auf unser Handeln. Es ist ein Motto, nach dem sie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Wahrheit ist nicht neutral</h2>
<div id="attachment_5129" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/596160_web_R_by_Pascal-Ballottin_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[5126]"><img class=" wp-image-5129 " title="Perspektivenwechsel" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/596160_web_R_by_Pascal-Ballottin_pixelio.de_.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Pascal Ballottin / pixelio.de</p></div>
<p>„Mut ist, wenn wir wissen, wovor wir keine Angst haben müssen“, sagt Arianna Huffington gern und schreibt dieses Zitat Sokrates zu. Für sie bedeutet es, dass wir keine Angst vor den Meinungen anderer Leute haben sollten oder vor Ablehnung in Bezug auf unser Handeln. Es ist ein Motto, nach dem sie offensichtlich gelebt hat: Huffington ist in ihrem Leben einem eigenständigen Kurs gefolgt, der oft diejenigen, die sie festlegen wollten, verwirrt oder wütend gemacht hat. Ihre politischen Ansichten wechselten vom kalifornischen Liberalismus zum Konservatismus bis hin zu ihrer unabhängigen Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien, wobei sie sagte, dass ihr politischer Standpunkt jenseits von rechts, links oder der Mitte sei. Ihr ist es nicht wichtig, welche politischen oder anderen Bezeichnungen ihr zugeschrieben werden – sie ist auf einer Mission, um intelligente Debatten, Wahrheitssuche und Gerechtigkeit in die Politik zu bringen. Selbst als sie <em>The Huffington Post</em> aufbaute, wandte sie sich gegen die negativen Reaktionen des Medienestablishments, das sie und ihre Idee, die erste Internetzeitung zu gründen, verspottete. (Ironisch daran ist, dass Anfang dieses Jahres eines der größten Medienunternehmen der USA, AOL, die Huffington Post für 315 Millionen Dollar gekauft hat.) Die <em>HuffPo</em>, wie sie genannt wird, wird heute von mehreren Millionen Menschen monatlich besucht und hat zwei Mal hintereinander den Webby Award für den besten politischen Blog gewonnen. In den letzten Monaten ging eine britische Version der Huffington Post online und in einigen Wochen sollen nun auch ein französisches und deutsches Portal folgen.</p>
<p>Ganz klar: Huffington hat Spuren hinterlassen. Mit einer Vorliebe dafür, die Grenzen unseres Denkens zu erweitern, verkörpert sie eine Unzufriedenheit mit dem Status quo des oberflächlichen Konsumdenkens und eine Leidenschaft dafür, unsere kollektiven Anstrengungen, die Welt zu verbessern, zu inspirieren.</p>
<p>Geboren in Griechenland in eine intellektuell engagierte Familie war für Huffington das aktive Interesse an tiefen Untersuchungen ganz natürlich. Ihre Mutter verehrte die Werke des großen Weisen J. Krishnamurti und die Leidenschaft ihres Vaters für neue journalistische Experimente brachte der Familie mehrmals den Bankrott. Im Alter von sechszehn Jahren ging Huffington nach Indien, um an der Shantiniketan University in der Nähe von Kalkutta vergleichende Religionswissenschaften zu studieren, danach ging sie an die Cambridge University in England. In Cambridge überwand sie ihren starken griechischen Akzent und wurde als dritte Frau und erste Ausländerin zur Präsidentin des prestigeträchtigen Debattierklubs, der Cambridge Union, gewählt. Ihr erstes Buch <em>The Female Woman</em> veröffentlichte sie im Alter von 23 Jahren, es wurde ein internationaler Bestseller und brachte ihr, wie sie sagt, „viele Dinge, für die ich sonst ein ganzes Leben gebracht hätte, wie zum Beispiel finanzielle Unabhängigkeit und Anerkennung. Es führte auch zu einer Midlife-Krise in meinen frühen Zwanzigern, denn ich fragte mich, ‚War das nun alles?’“ Diese frühe Krise brachte sie dazu, die Werke von C. G. Jung zu lesen und tief in die Philosophie einzutauchen, was dazu führte, dass sie nach Antworten auf Fragen zu suchen begann, die sie die letzten dreißig Jahre beschäftigt haben: Was ist die Beziehung zwischen Politik und unseren tieferen Werten? Wie müssen wir uns verändern, um die Welt zu schaffen, nach der wir uns sehnen?</p>
<p><em>In diesem Interview spricht Huffington mit Elizabeth Debold über ihr Verständnis des spirituellen Lebens und der Bedeutung der Wahrheit als einen persönlichen und politischen Wert.</em></p>
<p><em>ELIZABETH DEBOLD:</em> In den letzten zwanzig Jahren haben sich viele spirituell interessierte Menschen, die nach einer inneren Wahrheit suchten, von der Politik abgewandt, weil sie befürchteten, dass sie ihre Ideale betrügen würden, wenn sie sich der politischen Arena nähern. Sie haben aber das politische Engagement als Teil Ihres spirituellen Weges gelebt. Sehen Sie irgendeine Spannung zwischen spirituellem Idealismus und politischem Pragmatismus?</p>
<p><em>ARIANNA HUFFINGTON:</em> Ich habe mich entschieden, sowohl einem spirituellen Weg zu folgen als auch politisch engagiert zu sein, und ich sehe keine Spannung zwischen den beiden. Mich erinnert es an ein Bibelzitat: „Gib <em>Caesar was Caesar gehört</em>, gib <em>Gott</em>, was Gott gehört<em>.</em>“</p>
<p>Es gibt viele religiöse Traditionen auf der Welt, die verlangen, dass man sich von der Welt zurückzieht und betet – die klösterlichen Traditionen. Meine Form der Spiritualität ist ihrer Form nach nicht Rückzug, sondern persönliches und kollektives Engagement. Das stammt zum Teil aus unserer griechischen Tradition. Das Wort „Idiot“ kommt aus dem Altgriechischen – ein Idiot war demnach jemand, der sich nicht im öffentlichen Leben engagierte. Es gibt also eine alte griechische Tradition des Engagements, die mich unter anderem geprägt hat. Für mich bildet das weltliche Engagement eine Erweiterung meines spirituellen Lebens.“</p>
<p><em>ED:</em> Was hat ursprünglich Ihr Interesse am spirituellen Leben geweckt?</p>
<p><em>AH:</em> Das ist schwer zu sagen, weil ich das Gefühl habe, dass ich damit geboren wurde. Ich erinnere mich, dass ich, als ich sehr jung war, noch bevor ich in den Kindergarten kam, in schwierigen Zeiten zur Jungfrau Maria bettete. Als ich aufwuchs, wollte ich jeden Aspekt der Spiritualität untersuchen, ich begann also fieberhaft zu lesen, was normalerweise mein erster Zugang zu einem Thema ist. Natürlich war es an einem bestimmten Punkt so, als würde ich versuchen, Wasser zu finden, indem ich ein Buch über Wasser las – es stillte nicht meinen Durst. Es wurde also wichtiger, diese Dinge in die Praxis umzusetzen und sie selbst zu üben. Aber nachdem ich die spirituelle Literatur des Westens und Ostens gelesen hatte, kam ich zu der Überzeugung, dass der spirituelle Instinkt in jedem von uns ist. Ob wir uns als Atheisten oder als Gläubige bezeichnen, wir haben diesen Instinkt in uns – ich nenne es den „vierten Instinkt“.</p>
<blockquote><p>Wir können das menschliche Verhalten nicht verstehen, wenn wir nicht den Instinkt für Transzendenz anerkennen.</p></blockquote>
<p><em>ED:</em> Können Sie mehr über diesen vierten Instinkt sagen?</p>
<p><em>AH:</em> Die meisten Psychologen und Biologen sehen das menschliche Verhalten im Hinblick auf drei Instinkte: Überleben, Sexualität und Macht. Ich glaube aber, dass wir das menschliche Verhalten nicht verstehen können, wenn wir nicht einen vierten Instinkt anerkennen – den Instinkt für Transzendenz, der Instinkt, sich mit dem Teil in uns selbst zu verbinden, der über unsere Körperlichkeit hinausgeht und unseren Tod überlebt, und der uns mit unserer Seele verbindet. Daraus erklärt sich unsere Suche nach Sinn, ob diese Suche uns zur Kunst, zur Religion oder zu altruistischem Verhalten inspiriert, das man nicht allein mit Eigeninteresse erklären kann. Natürlich ist ein Teil der Suche nach Sinn oft, das wir uns etwas hingeben, das uns dazu veranlasst, über uns selbst hinauszugehen.</p>
<p>Man könnte sagen, dass dieser vierte Instinkt die Bewusstseinsevolution antreibt – und die Evolution des Bewusstseins ist die Grundlage von allem. Je mehr jeder von uns sich entwickelt, je größer wird die Wirkung auf die Kultur sein. Aber es gibt auch Dinge, die wir kulturell tun können, um die Entwicklung auf individueller Ebene zu unterstützen. Obwohl es keine lineare Evolution ist, weil dabei Fortschritte und Rückschläge auftreten, glaube ich, dass es eine aufwärts führende Spirale ist. Letztendlich bin ich Optimistin.</p>
<p><em>ED:</em> Was ist die Rolle von führenden Politikern als Katalysator solch einer Veränderung?</p>
<p><em>AH:</em> Große Politiker können den Beginn dieser Veränderung inspirieren. Politiker sprechen entweder das Beste oder das Schlechteste in uns an. Wie wir alle wissen, gibt es beides. Große Führungspersönlichkeiten können, wie Lincoln sagte, „die besseren Engel unseres Wesens“ ansprechen, und bringen Menschen für große Aufgaben zusammen, wie es zum Beispiel Lincoln selbst tat, als er die Sklaverei abschaffte.</p>
<blockquote><p>Meine Form der Spiritualität ist ihrer Form nach nicht Rückzug, sondern persönliches und kollektives Engagement</p></blockquote>
<p><em>ED:</em> Susan Neiman, die Autorin von <em>Moralische Klarheit. Leitfaden für erwachsene Idealisten</em>, Direktorin am Einstein Forum in Potsdam und Bloggerin auf der Huffington Post ist der Ansicht, dass in den letzten zwanzig Jahren die politische Rechte den Menschen Möglichkeiten gegeben hat, sich mit diesem vierten Instinkt zu verbinden, und die politisch Progressiven dies oft versäumt haben. Die Rechte gibt den Menschen moralische Ideale, nach denen sie streben können, wohingegen die Linke meist materielle, ökonomische Lösungen anbietet und oft auch Probleme mit dem Wort „Moral“ hat. Können Sie etwas dazu sagen?</p>
<p><em>AH:</em> Zunächst möchte ich sagen, dass ich die Welt nicht durch das Prisma von Rechts-vs.-Links sehe. Die wichtigste moralische Herausforderung mit der sowohl Progressive als auch Konservative konfrontiert sind, ist ein Leben nach dem biblischen Hinweis, dass wir alle danach beurteilt werden, was wir für den Geringsten unter uns getan haben. Es gibt z. B. viele Progressive, die den Kampf gegen die Armut in den spirituellen und politischen Zusammenhang stellen.</p>
<p><em>ED:</em> In Ihrer Arbeit rufen Sie uns alle und die Medien auch dazu auf, nach der Wahrheit zu suchen, statt in einer sogenannten Unparteilichkeit zu bleiben.</p>
<p><em>AH:</em> Unparteilichkeit und Fairness sind großartige Werte, aber ich spreche eine Art der falschen Neutralität an. Dabei ist die Idee, dass die Arbeit eines Journalisten bedeutet, dass man wie Pontius Pilatus handelt: „Ok, hier ist also Al Gore, der über die Gefahren des Klimawandels spricht, und hier ist ein Politiker, der sagt, dass der Klimawandel ein Schwindel ist, und meine Aufgabe besteht darin, einfach diese beiden Sichtweisen zu zeigen.“ Das ist eine falsche Neutralität, die wirklich das unterminiert, was im Herzen jedes Journalismus sein sollte: die Suche nach Wahrheit.</p>
<p>Und natürlich war dieses Annähern an die Wahrheit immer ein wichtiger Teil unserer kulturellen/spirituellen Tradition, vom „Erkenne dich selbst!“ der Griechen bis zum „Bleib dir selber treu“ bei Shakespeare. Bei all diesen Hinweisen geht es im Grunde darum, ständig nach der Wahrheit über uns selbst, über unser Leben und über unsere Welt zu suchen. Das ist ganz sicher eines der größten Ziele, das wir in unserem Leben verfolgen können.</p>
<p>Dieses Interview erschien erstmals im Magazin EnlightenNext Impulse, <a href="http://www.enlightennext.de/2011/12/20/enlightennext-impulse-nr-2/" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe  Winter 2011</a></p>
<p> </p>
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		<title>Chip holt Strom aus Sonne, Wärme und Vibration</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jul 2012 16:41:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[High-Tech]]></category>

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		<description><![CDATA[MIT-Forscher weisen Weg zu autarken Sensoren Cambridge (pte) — Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten an einem Chip, der drei verschiedene Energiequellen auf einmal anzapfen kann. Er nutzt Sonnenlicht, gewinnt Energie aus Wärme und kann auch Vibrationen in Elektrizität umwandeln. Damit gehen die Forscher einen ersten Schritt in Richtung des Baus batterieunabhängiger Sensoren. »Energy [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>MIT-Forscher weisen Weg zu autarken Sensoren</h2>
<div id="attachment_5086" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/Energy-Source-Chip.jpg" rel="lightbox[5083]"><img class=" wp-image-5086 " title="Energy-Source-Chip" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/Energy-Source-Chip.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Konzept: Chip zapft drei Stromquellen gleichzeitig an (Foto: MIT)</p></div>
<p>Cambridge (pte) — Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (<a href="http://mit.edu" target="_blank" rel="external nofollow">MIT</a>) arbeiten an einem Chip, der drei verschiedene Energiequellen auf einmal anzapfen kann. Er nutzt Sonnenlicht, gewinnt Energie aus Wärme und kann auch Vibrationen in Elektrizität umwandeln. Damit gehen die Forscher einen ersten Schritt in Richtung des Baus batterieunabhängiger Sensoren.</p>
<p>»Energy Harvesting wird zur Realität«, so Anantha Chandrakasan, der das Entwicklerteam leitet. Sie tüftelt schon seit einiger Zeit an Computer– und Drahtlos-Kommunikationschips, die mit extrem wenig Energie auskommen können. Die Möglichkeit, mehrere Stromquellen anzuzapfen, soll diese nun praktisch energieautark machen.</p>
<h4>Schnelles Umschalten</h4>
<p>Das Anzapfen mehrerer Energieressourcen zur selben Zeit ist auf kleinem Raum eine technische Herausforderung. Denn normalerweise wird für jede der Stromquellen ein eigener Schaltkreis benötigt, der an die jeweiligen Anforderungen angepasst ist. So erhält man über die Verwertung von Temperaturunterschieden in der Regel einen Output von 0,02 bis 0,15 Volt, während kleine Photovoltaikzellen 0,2 bis 0,7 Volt erreichen. Ein Vibrationssammler hingegen kann es auf bis zu fünf Volt bringen.</p>
<p>Bisherige Systeme, die sich mehrerer Stromquellen bedienten, nutzten jeweils nur eine — jene mit dem momentan stärksten Output — zur gleichen Zeit. Statt langfristig auf eine Ressource umzuschalten, setzen die Wissenschaftler auf dauerhaftes, schnelles Umschalten. Die drei unterschiedlichen Konverter sind auf diesem Wege an den gleichen Induktor gekoppelt, der den Output auf konstantem Level hält.</p>
<h4>Zweipfad-System für Verbrauchsreduktion</h4>
<p>Die zweite, große Herausforderung lag in der Minimierung des Energiekonsums des Chips selbst. Dafür wurde eine »dual-path«-Architektur entwickelt. Diese ermöglicht die Versorgung entweder über den Umweg eines Kondensators als Speichermedium oder auf direktem Wege — je nachdem was sich gerade als effizienter erweist. Wird nur wenig Energie zugeführt, lohnt sich ein Einspeisen in den Kondensator aufgrund der Verluste nicht.</p>
<p>Die Technologie bietet einen wichtigen Ausgangspunkt, um zukünftig autark funktionierende Sensoren zu entwickeln, die etwa in der Medizin verwendet werden können. Denkbar wären etwa Blutzucker– oder Pulsmesser, die ohne externe Stromquelle ihren Dienst verrichten.</p>
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		<title>Forscher wollen E-Autos über Strasse laden</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jul 2012 16:33:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[High-Tech]]></category>

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		<description><![CDATA[Technologie schickt Strom drahtlos durch Betonwände Toyohashi (pte) — Forscher der Technischen Universität Toyohashi arbeiten an der drahtlosen Übertragung von Strom durch Betonwände. Dies soll es zukünftig ermöglichen, Elektroautos während der Fahrt über die Straße zu laden. Ein erster Test des Projektes »Electric Vehicle on Electrified Roadway« (EVER) verlief bereits erfolgreich. Geringer Verlust Auf der Handelsmesse [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Technologie schickt Strom drahtlos durch Betonwände</h2>
<div id="attachment_5080" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/induktion-auto.jpg" rel="lightbox[5077]"><img class=" wp-image-5080 " title="Induktionsstrom" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/07/induktion-auto.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Proof-of-Concept: Forscher schicken Strom durch Beton (Foto: tut.ac.jp)</p></div>
<p>Toyohashi (pte) — Forscher der <a href="http://www.tut.ac.jp/english" target="_blank" rel="external nofollow">Technischen Universität Toyohashi </a>arbeiten an der drahtlosen Übertragung von Strom durch Betonwände. Dies soll es zukünftig ermöglichen, Elektroautos während der Fahrt über die Straße zu laden. Ein erster Test des Projektes »Electric Vehicle on Electrified Roadway« (EVER) verlief bereits erfolgreich.</p>
<h4>Geringer Verlust</h4>
<p>Auf der Handelsmesse »<a href="http://www.wt-park.com/eng" target="_blank" rel="external nofollow">Wireless Technology Park 2012</a>″ präsentierte das Team einen Proof-of-Concept ihrer Erfindung. Dabei brachten sie erfolgreich eine Glühbirne durch eine zehn Zentimeter dicke Betonwand zum Leuchten, während sie im Schnitt 50 bis 60 Watt an Energie an zwei Reifen übertrugen.</p>
<p>Zum Einsatz kommt dabei das Prinzip der konduktiven Kupplung, dass die relativ hohe Leitfähigkeit von Beton nutzt. Der Verlust im Rahmen der Übertragung ist relativ gering und beträgt zehn bis 20 Prozent.</p>
<h4>20 Zentimeter anvisiert</h4>
<p>Ziel ist es, auf diese Weise die Reichweite von Elektroautos zu verlängern, die im Vergleich zu ihren Pendants mit Brennstoffmotoren immer noch gering ist. Dazu könnten in den Straßen Module befestigt werden, die durch Beton und Asphalt hindurch die Akkus der Fahrzeuge laden.</p>
<p>Bis es soweit ist, muss die Technologie jedoch noch Hürden nehmen. Das nächste Ziel der Wissenschaftler ist es, Strom durch doppelt so dicke Wände zu schicken, was den Bedingungen auf japanischen Straßen entspricht. Gleichzeitig muss die Leistung um das Hundertfache gesteigert werden, um für E-Autos Sinn zu machen,. Während die größere Dicke eine Herausforderung ist, soll sich der Stromoutput aufgrund gut verfügbarer und billiger Bauteile ohne nennenswerte Mehrkosten steigern lassen.</p>
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		<title>Frauen, Entschlossenheit und Wandel</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 11:35:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leadership mit neuem Bewusstsein „Leider wird meine Generation die Verhältnisse in den Führungsetagen nicht verändern. Da bewegt sich einfach nichts. Die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen und in meiner Generation werden nicht 50 Prozent der Frauen in Führungspositionen beschäftigt sein“, sagte Facebook COO Sheryl Sandberg bei TEDWomen Als ich das hörte, erschrak ich zunächst. Sandberg ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Leadership mit neuem Bewusstsein</h2>
<p>„Leider wird meine Generation die Verhältnisse in den Führungsetagen nicht verändern. Da bewegt sich einfach nichts. Die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen und in meiner Generation werden nicht 50 Prozent der Frauen in Führungspositionen beschäftigt sein“, sagte Facebook COO Sheryl Sandberg bei TEDWomen</p>
<div id="attachment_5051" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/dreamstime_xs_8585689.jpg" rel="lightbox[5050]"><img class=" wp-image-5051 " title="Angela Merkel" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/dreamstime_xs_8585689.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: © Markwaters | Dreamstime.com</p></div>
<p>Als ich das hörte, erschrak ich zunächst. Sandberg ist Anfang Vierzig – die Generation, die in dem Glauben aufwuchs, dass die Welt für Frauen weit offen stehen würde, und sie nichts aufhalten könnte. Wie sie bemerkt, ist es heute ziemlich offensichtlich, dass wir noch weit davon entfernt sind, Gleichberechtigung an der Spitze von Business, Politik, Recht oder Wissenschaft zu erreichen. Schätzungen sagen, dass es mindestens noch einmal 100 Jahre dauern wird, bevor der amerikanische Kongress zur Hälfte mit Frauen besetzt sein wird. Zudem, so Sandberg, gibt es in Bezug auf Gleichberechtigung im häuslichen Bereich sogar noch weniger Fortschritt. Frauen erledigen im Gegensatz zu den Männern immer noch doppelt so viel Hausarbeit und leisten ungefähr dreimal so viel in der Kindererziehung. Für jemanden wie mich, die während des Babybooms der 70er aufwuchs, ist es schon ein Schock, das zu erkennen: Während sich einerseits so viel für uns Frauen verändert hat, ist doch andererseits so wenig in Bewegung. Wie Diana L. Taylor kürzlich in einem Artikel im Wall Street Journal mit dem Titel „Wo sind all die Frauen?“ bemerkte: „Der Anteil von Frauen am Arbeitsplatz sinkt entsprechend der Höhe der Karriereleiter, und diese Situation hat sich im Laufe der letzten Jahre nicht verändert.“</p>
<p>Diejenigen von uns, die nicht an hochrangigen Positionen in der Wirtschaft oder an einer Führungsaufgabe in Recht, Politik, Wissenschaft – oder in welchem Bereich auch immer – interessiert sind, mögen denken, dass sie das nichts angeht. In bestimmten Bereichen der progressiven Kultur und Spiritualität wird diese Art der Führung als alte, etablierte und ausbeutende Machtstruktur abgetan. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass Frauen einen natürlichen Zugang zu einer Art der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens haben, die eher auf Beziehungen beruht, im Allgemeinen weniger ausbeutend ist und stärker von Fürsorge motiviert wird. Mit anderen Worten werden Frauen einfach durch den Ausdruck der Werte, die aus unserer Verantwortung als Mütter und Erziehende kommen, die Welt verändern. Aber wird das möglich sein, ohne dass wir uns der Herausforderung wirklicher Führungskraft stellen?</p>
<p>Und hier liegt das Problem: In fast allen Bereichen sind zu wenige Frauen bereit, die Führung zu übernehmen. Was verwundert, denn viele Frauen scheinen sich wirklich darum zu bemühen, dass die Welt sich verändert und die Kultur sich aus den destruktiven Mustern der Vergangenheit hinaus entwickelt. Eine solche Transformation muss offensichtlich von jemandem angeführt werden. Das passiert nicht von allein. Jemand wird die neuen Werte und Möglichkeiten in uns Menschen erschaffen müssen, die solch eine Kultur unterstützen werden. Jemand wird den Weg zu diesem neuen Menschen erkunden müssen, motiviert durch etwas Höheres als Überlebensängste und persönliche Wünsche. Das ist keine gewöhnliche Führungsqualität – das ist heroisch. Es ruft nach einer Art und Weise Risiken einzugehen und dem Unbekannten zu begegnen, die jene bemerkenswerten Individuen demonstrierten, die kulturelle Geschichte geschrieben haben. Diese Menschen lebten mit Mut, Verpflichtung, Vision, Leidenschaft, Ausrichtung und Entschlossenheit – sie waren bereit, Gefangenschaft, Bedrohungen oder sogar ihr Leben zu riskieren. Man denke nur an Galileo, Descartes, Van Gogh, Martin Luther King, Gandhi … Tatsächlich gab es auch einige Frauen, die solche Risiken auf sich genommen haben – Aung San Suu Kyi in Burma ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Aber die Wahrheit ist, dass Frauen solche Schlüsselrollen in der Kultur nur selten eingenommen haben, da unsere Energie und Intelligenz gebraucht wurde, um neues Leben hervorzubringen (was auch schon ein Risiko in sich selbst darstellt) und Kinder zu gebären und zu erziehen. Unser biologisches Mandat, Leben zu produzieren und zu beschützen, hat uns nicht von Natur aus damit ausgestattet, an anderer Stelle Risiken einzugehen, die jetzt vielleicht viel größeren und bedeutenderen kulturellen Einfluss haben könnten.</p>
<p>Deshalb bin ich der Ansicht, dass wir viel von den Frauen lernen können, die konventionelle Führungspositionen erreicht haben. Die Tatsache, dass Frauen so darum kämpfen, innerhalb der konventionellen Machtstrukturen im Spiel bleiben zu können, legt nahe, dass wir sogar noch härter arbeiten müssen, um eine Führungskraft zu entwickeln, welche die Kultur und uns selbst auf der tiefsten Ebene unserer Werte verändern wird. Die Schwierigkeiten, die Frauen in Führungspositionen an den gegenwärtigen Schalthebeln der Macht haben, offenbaren Muster in uns allen und in unserem Bewusstsein, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, wenn wir zu Katalysatoren von etwas Neuem werden wollen.<br />
Sheryl Sandberg nennt drei spezifische Dinge, die Frauen in Führungspositionen tun sollten:</p>
<p>1. Setzen Sie sich an den Tisch,</p>
<p>2. Machen Sie Ihren Partner zum Partner und</p>
<p>3. Gehen Sie nicht, bevor Sie gehen.</p>
<p>Da diese Leitlinien etwas verschlüsselt erscheinen, möchte ich sie hier kurz erklären. In Bezug auf den ersten Punkt bemerkt Sandberg, dass Frauen in Situationen, in denen ihnen Autorität garantiert wäre und sie als Leader anerkannt würden, oft dazu neigen, sich zurückzuziehen – selbst wenn sie in dieser Situation als Frauen willkommen sind. Frauen sind eher zurückhaltend und ziehen es vor, nicht so im Mittelpunkt zu stehen. Man könnte nun sagen, dass das etwas mit Demut zu tun hat, aber wenn einem etwas am Herzen liegt, dann muss man dafür Sorge tragen, dass die eigenen Argumente im Entscheidungsprozess gehört werden. Das ist also keine Demut, das ist ineffektiv. Der zweite Punkt bezieht sich auf die Ungleichheit im häuslichen Bereich – Frauen arbeiten mehr im Haushalt und in der Kindererziehung. Sandberg vermutet, dass dies nicht einfach mit der Faulheit der Männer zu tun hat, sondern dass Frauen an diesen traditionell femininen Rollen festhalten. Wir haben nicht viel Sympathie für Hausmänner. Obwohl sich so viele Frauen über die Ungleichheit im häuslichen Bereich beschweren, könnte es sogar sein, dass wir subtil (oder nicht so subtil) sicherstellen, dass wir in diesem Bereich die Hauptrolle spielen. Und schließlich bezieht sich Sandberg in ihrem letzten Punkt auf die Art und Weise, in der Frauen unbewusst Entscheidungen über Kariere und Kinder treffen, die sie schlussendlich wieder in den häuslichen Bereich zurückbringen. Mit anderen Worten, bei der Planung von Kindern und Kariere schrecken Frauen davor zurück, größere Verantwortung, Herausforderungen und letztendlich Leadership zu übernehmen.</p>
<p>Ich bewundere Sandberg dafür, die Dinge so deutlich in ihrer Sicht zu schildern. Die Reaktion der Boomer auf diesen Mangel an Führungsqualität geht oft auf die feministischen Erkenntnisse der 60er bis 70er Jahre über die Diskriminierung von Frauen zurück. Während das natürlich immer noch ein Thema ist, deutet doch die Beständigkeit dieses Problems in der ganzen Welt – inklusive der Länder mit guter Kinderfürsorge und Elternrechten – darauf hin, dass hier mehr im Spiel ist, als nur die gesellschaftliche Feindseligkeit gegenüber Frauen. Sandberg traut sich, auf etwas in uns Frauen hinzuweisen, das uns unbewusst zurückhält. In dieser Zeit, wo die historischen Überreste der Unterordnung von Frauen schwer über der sozialen Landschaft lasten, wird diese Botschaft in progressiven Kreisen nicht gern gehört. Wir können nicht bestreiten, dass uns die Türen offen stehen, aber es muss auch anerkannt werden, dass sich die Mehrzahl der intelligenten und talentierten Frauen aus dem Berufsleben und dem gesellschaftlichen Engagement zurückziehen, bevor sie Autorität und Leadership entwickelt haben. Aber so werden wir niemals die Fähigkeiten entwickeln, um die Führungspersönlichkeiten zu werden, die wir sein müssen, um den Wandel zu gestalten, den wir zutiefst wollen.</p>
<p>Tatsächlich herrscht momentan eine Schizophrenie um das Thema Frauen-Leadership, die jeden Fortschritt unmöglich oder zumindest unwahrscheinlich macht. Eine Kollegin von mir besuchte 2010 die Massachusetts Conference for Women, eine Konferenz, auf der Gloria Steinem, Elizabeth Lesser und Victoria Reggie-Kennedy einige der eindrucksvollen Sprecherinnen waren. Die Konferenzsprecherinnen bestätigten zwar den Mangel an Frauenführung in Business und Politik. Diejenigen Frauen jedoch, die sich auf Frauen-Leadership konzentrierten, hielten zwei gegensätzliche Positionen in Relation zu dieser Tatsache: 1. Frauen müssten bestimmte Grundfähigkeiten entwickeln, die entscheidend für Führungsqualität sind (komplexe Entscheidungen treffen können, selbstbestimmt sein, Perspektive auch unter emotionalem Druck bewahren). UND 2. Frauen besitzen die Qualitäten und Fähigkeiten bereits, haben sie aber noch nicht erkannt oder verwirklicht. Bedenkt man den sehr realen geschichtlichen Hintergrund der Unterdrückung von Frauen, ist es riskant, offen zu sagen, dass wir Lücken in unserer eigenen Entwicklung haben, die bei vielen von uns dazu führen, dass wir nicht an erster Stelle nach Leadership streben – und es auch für jene schwierig machen, die authentische Führung und Autorität demonstrieren. Als Feministin machen mich solche Aussagen nervös! Wenn wir die Chancengleichheit anerkennen, aber gleichzeitig sagen, dass Frauen in den Fähigkeiten, die innovative Führung ermöglichen, nicht gleichermaßen entwickelt sind, landen wir dann am Ende wieder am Herd?</p>
<p>Ehrlich gesagt, und trotz meiner Nervosität, zweifele ich daran – wir sind alle schon zu weit gekommen. Schauen wir auf unsere Vergangenheit und die Rolle der Unterstützung, die wir gespielt haben, damit die menschliche Gesellschaft stabil wachsen konnte, ist es verständlich, dass wir keine Vorliebe dafür entwickelt haben, uns nach vorne zu drängen und die Grenzen dessen, was möglich ist, zu erweitern. Das ist nur etwas für seltene Individuen, seien diese nun männlich oder weiblich, und auf dem Hintergrund der Geschichte der Frauen sind diese Menschen allerdings viel seltener weiblich. Wenn wir das klar erkennen, kann uns das wachrütteln und sogar inspirieren. Weil sich solange nichts ändern wird, wie wir gewohnheitsmäßig, zwanghaft und unbewusst die Entscheidungen treffen, die sich am Status quo orientieren. Und es ist dieser Status quo, in dem sich die Frau um das Feuer im Herd kümmerte und die Haushalte führte (und sogar Organisationen) und den Kompass nach dem ausrichtete, was andere wollten.</p>
<p>Das Geschenk unserer postmodernen Kultur (nach 1960) ist die Kraft der Entscheidung. Aber wenn wir auf die Zahlen der Frauen schauen, die vor Leadership zurückschrecken, frage ich mich, ob wir wirklich freie Entscheidungen treffen. Ja, Frauen entscheiden – treffen Entscheidungen die sie, eine nach der anderen, aus Führungspositionen herausführen nach Hause, von dem die Konservativen behaupten, dass wir da sowieso hingehören. (Unglaublich, dass wir uns dagegen gesträubt haben und es scheinbar nun selbst ausleben – sogar als intelligente, progressive Frauen!) Treffen wir wirklich freie Entscheidungen? Ich glaube, es wäre richtiger zu sagen, dass wir auf zwanghafte Art und Weise in unser gewohnheitsmäßigstes, bekanntestes und bequemstes psychologisches Muster zurückfallen – als unterstützende Fürsorger, die am Rand sitzen und verantwortlich sind für unser eigenes Überleben und das Überleben unserer Kinder. Nicht als die wagemutigen, unerschrockenen Veränderer, die von einer Vision des Möglichen begeistert sind. Frauen werden nicht wirklich frei sein, um eigene Entscheidungen zu fällen, solange wir uns die Kräfte des Status quo in uns nicht bewusst machen. Gerade jetzt, nach nur 50 Jahren Zugang zu kulturellen Führungsmöglichkeiten, werden die meisten von uns unbewusst von dem Gewicht von Hunderttausenden von Jahren der Sicherung des Überlebens unserer Spezies zurückgehalten.</p>
<p>Für uns Frauen ist das kostbare und kreative Geschenk der Autonomie – die Fähigkeit, unsere eigene Richtung zu wählen – in jahrhundertealten Gewohnheiten verborgen, die uns den Zugang zu dem Mut erschweren, der immer notwendig ist, um die Kultur auf der tiefsten Ebene zu verändern. Weniger wird nicht genügen. Wir brauchen keine oberflächliche Veränderung, sondern eine tief greifende Wandlung auf der Ebene unserer grundlegendsten Motivationen. Das ist keine Schönheitsoperation, sondern eine spirituelle Auseinandersetzung, deren Ergebnis die Evolution der Frauen sein wird.</p>
<p>Bei EnlightenNext arbeiten meine spirituellen Schwestern und ich mit unserem spirituellen Lehrer Andrew Cohen an diesem Wandel. Seit mehr als fünfzehn Jahren beschäftigen wir uns mit der Bewusstmachung dessen, was und wer wir als Frauen sind. Und wir haben erkannt, dass wir nur dann eine tiefe und authentische Freiheit der Entscheidung zum Ausdruck bringen können, wenn wir unsere Identifikation mit den Gewohnheiten, Impulsen, instinkthaften Trieben und Mustern des Denkens und Fühlens, die wir für selbstverständlich halten, auflösen. Dadurch schaffen wir mehr Raum und ein größeres Maß an Freiheit in uns selbst, aus dem mehr Klarheit, Richtung und Sinn entspringen. Es ist spannend und zutiefst herausfordernd alles, was wir als Frauen jemals als selbstverständlich angesehen haben, auf den Prüfstein zu legen. Nun, nach all den Jahren der Arbeit, möchten wir unsere Erkenntnisse und Erfahrungen mit anderen Frauen teilen – mit Frauen, die sich auch dazu verpflichtet haben, eine neue Zukunft zu kreieren. Wir haben einen Kurs mit dem Namen <a href="http://www.evolvewomen.com/ten_agreements/" rel="external nofollow">The Ten Agreements for Evolving Women</a> gestaltet, der uns lehrt, wie wir uns vom Alten befreien können, um die Stärke und Solidarität zu entwickeln, die uns zum Neuen bringen wird. Wir haben gelernt, dass wir das nicht allein können. Ich hoffe, dass Sie sich angesprochen fühlen, und mit uns eine neue Art der Führung entdecken, die den Status quo unserer bisherigen Identifikationen erschüttert, damit wir gemeinsam die Zukunft gestalten können, die wir in der Tiefe unserer Herzen erahnen können.</p>
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		<title>Earth 2 Hub: Web-Plattform soll Welt verbessern</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 09:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Futuristin Melissa Sterry träumt von bionischer Stadt der Zukunft London (pte) — Melissa Sterry, bekannte Futuristin und Forscherin der Advanced Virtual and Technological Architecture Research Group (AVATAR) an der University of Sydney, hat eine Plattform namens »Earth 2 Hub« mitinitiiert. Diese soll die Welt verbessern, indem sie kreative Menschen zusammenbringt, die Ideen für eine nachhaltige Zukunft [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Futuristin Melissa Sterry träumt von bionischer Stadt der Zukunft</h2>
<div id="attachment_4996" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/E2WALL_05_800x600.jpg" rel="lightbox[4993]"><img class=" wp-image-4996  " title="Earth 2.0" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/E2WALL_05_800x600-300x225.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Wir haben nur eine Welt. Zeit für ein Upgrade.</p></div>
<p>London (pte) — <a href="http://about.me/melissasterry" target="_blank" rel="external nofollow">Melissa Sterry</a>, bekannte Futuristin und Forscherin der Advanced Virtual and Technological Architecture Research Group (AVATAR) an der <a href="http://sydney.edu" target="_blank" rel="external nofollow">University of Sydney</a>, hat eine Plattform namens »<a href="http://earth2hub.com" target="_blank" rel="external nofollow">Earth 2 Hub</a>« mitinitiiert. Diese soll die Welt verbessern, indem sie kreative Menschen zusammenbringt, die Ideen für eine nachhaltige Zukunft einbringen und umsetzen möchten. Sterry bemängelt im Interview mit Inhabitat.com die »rosa Brille« der Menschheit und erzählt über ihre Vision der bionischen Stadt.</p>
<h4>Sterry kritisiert rosa Brille</h4>
<p>Gemeinsam mit Filmregisseur Frank Da Silva und Umweltexperten Niall Dunne verfolgt Sterry mit dem Earth-2.0-Projekt einen »360-Grad-Ansatz«, um über das Web, Spiele, Filme und andere Medien die Diskussion über eine nachhaltige Zukunft in Gang zu bringen. Sie ortet dabei zwei Hauptgründe für das bisherige globale Versagen in der Psyche des Menschen.</p>
<p>»Ich denke, die erste Ursache ist unsere genetisch bedingte, psychologische Prädisposition. Vor einigen Jahren kam ich zu dem Schluss, dass die einzige logische Erklärung für das Fehlen globaler Anstrengungen um die sozialen und ökologischen Schlüsselprobleme zu lösen ist, dass wir neurologisch programmiert sind, Dinge positiv zu sehen«, so die Forscherin. »Wenn man uns Informationen gibt, die einen Ausgang implizieren, der uns nicht gefällt, werden wir die Probleme kleinreden oder diese Szenarien verdrängen.« Sie verweist dabei auf jüngere Studien, wie sie etwa von der Oxford University durchgeführt werden.</p>
<h4>»Avatar« facht Debatte an</h4>
<div id="attachment_4997" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/20120601003.jpeg" rel="lightbox[4993]"><img class=" wp-image-4997 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/20120601003.jpeg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Melissa Sterry: Forscherin arbeitet an bionischer Stadt (Foto: Earth 2 Hub)</p></div>
<p>Als zweite Schwierigkeit sieht sie das Fehlen von »inspirierendem Leadership«. »Wir brauchen JFKs und Martin Luther Kings — Menschen mit einer Vision, dem Glauben und der Entschlossenheit, dass wir eine bessere Welt errichten können und werden. In den 60ern sind wir zum Mond geflogen, im 21. Jahrhundert werden und können wir eine bessere Zukunft schaffen.«</p>
<p>Sie sieht denn Schlüssel zu einem solchen Wandel nicht alleine in der Wissenschaft, sondern in der klugen Nutzung aller Medien und Kommunikationskanäle. Als Beispiel nennt sie James Camerons Kino-Blockbuster »Avatar«. »Dieser Film hat eine viel größere Aufmerksamkeit für ökologische Themen bewirkt als viele Produktionen, die sich gezielt mit diesen befassen. Nicht durch wissenschaftliche Genauigkeit, sondern mit Kreativität«, erklärt Sterry.</p>
<h4>Bionische Städte lernen von der Natur</h4>
<p>Sie selbst arbeitet seit geraumer Zeit an einer Vision der bionischen Stadt, die das Zusammenspiel von Ökologie, Design und Flexibilität darstellt. Sie beschäftigt sich nun damit, wie man Belastbarkeitskonzepte aus Ökosystemen im Worst Case auf städtische Räume übertragen kann. Dafür untersucht sie, wie verschiedene natürliche Verbände auf verschiedene Bedrohungen reagieren.</p>
<p>Als Endergebnis könnte der Entwurf einer solchen Metropole stehen, der definiert, wie und wo Biomimikry behilflich sein kann, moderne Herausforderungen zu meistern. Zukünftig könnten auch interaktive Tools, etwa in Form einer App, dabei helfen, solche Konzepte verständlich und salonfähig zu machen.</p>
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		<title>Warnweste zeigt Signale dank Gestenerkennung</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 09:27:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[High-Tech]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfindung soll Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen Greiz/Berlin (pte) — Studenten der Kunsthochschule Berlin haben in Kooperation mit dem Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV) eine Warnweste namens »TexVest« entwickelt, die Verkehrspolizisten bei der Arbeit schützt und die Sicherheit auf der Straße erhöht. Sie arbeitet mit Gestenerkennung und zeigt die Leitsignale über eine Vielzahl von LED-Leuchten an. Vier Signale im Repertoire [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Erfindung soll Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen</h2>
<div id="attachment_4990" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/2690.jpeg" rel="lightbox[4987]"><img class=" wp-image-4990 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/2690.jpeg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">LED-Weste: schlaues Textil erkennt Signalgesten (Foto: Jaka Plesec)</p></div>
<p>Greiz/Berlin (pte) — Studenten der <a href="http://kh-berlin.de" target="_blank" rel="external nofollow">Kunsthochschule Berlin</a> haben in Kooperation mit dem Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (<a href="http://ftvt.de" target="_blank" rel="external nofollow">TITV</a>) eine Warnweste namens »TexVest« entwickelt, die Verkehrspolizisten bei der Arbeit schützt und die Sicherheit auf der Straße erhöht. Sie arbeitet mit Gestenerkennung und zeigt die Leitsignale über eine Vielzahl von LED-Leuchten an.</p>
<h4>Vier Signale im Repertoire</h4>
<p>Das Kleidungsstück selbst besteht aus handelsüblichem Polyester. Das Studenten-Team hat darauf in Handarbeit acht Module mit insgesamt 4.230 LED-Dioden angebracht, die in einem Sechseck-Muster angeordnet sind. Die Platine ist mit einem Mikroprozessor sowie Bewegungssensoren an den Armen verbunden, erklärt Sabine Gimpel, TITV-Bereichsleiterin für Forschungsmanagement und Marketing, im Gespräch mit pressetext. Gespeist werden die Lichter aus einem 2,2-Ah-Akku mit 7,5 Volt.</p>
<p>Anhand der Gestik des Polizisten erhält die CPU Rückmeldung und erkennt das jeweilige Leitsignal. Auf Basis dessen leuchten auf der Weste entweder grüne Pfeile für die Umleitung nach Links oder Rechts, ein gelbgepunkteter »Achtung«-Hinweis oder ein roter »Stop«-Schriftzug auf.</p>
<h4>Bessere Orientierung für Fahrer</h4>
<p>Das Textil kann insbesondere bei Notfalleinsätzen in Abendstunden, etwa beim Ausfall einer Ampel oder zur Regelung des Verkehrs nach einem Unfall nützlich sein. Die Leuchtdioden erleichtern nicht nur den Autofahrern die Orientierung, sondern machen auch den Exekutivbeamten besser erkennbar.</p>
<p>Beim aktuellen Prototypen sind die Bewegungssensoren noch verkabelt. »Es wäre möglich, hier eine drahtlose Lösung zu verwenden, allerdings hat man sich aus Zuverlässigkeitsgründen für eine andere Lösung entschieden. Die Befestigung ist an sich wenig störend.« Auch von Problemen durch die Wärmeentwicklung der LEDs geht Gimpel nicht aus, da die Leuchtweste ohnehin nur übergangsweise und über der Berufskleidung getragen wird.</p>
<p>Ob das hilfreiche Textil als solches zur Serienreife gebracht wird, ist unklar. Laut der Marketingverantwortlichen gibt es jedoch eine Reihe von Interessenten für Teillösungen, die auf dieser Arbeit beruhen. Im Moment tüftelt man am TITV deshalb an verschiedenen Gerätetechniken, die die maschinelle Anbringung der Lichter auf dem Polyester-Untergrund ermöglichen sollen.</p>
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