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	<title>OpenMindJournal &#187; Alternativ-/Komplementärmedizin</title>
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	<description>Das Online-Journal für den Wandel in Bewusstsein, Kultur und Technologie</description>
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		<title>Akupunktur hilft bei chronischen Schmerzen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Sep 2012 13:17:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
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		<description><![CDATA[Behandlung mit Nadeln erzeugt nicht nur kurzfristigen Placeboeffekt München (pte) — Eine internationale Studie zeigt, dass Akupunktur bei chronischen Schmerzen wirksam ist. »Akupunktur ist keine Zaubertherapie, aber sie ist teilweise wirksamer als Medikamente«, sagt Co-Autor Klaus Linde vom Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München, gegenüber pressetext. Für die Meta-Studie wurden [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Behandlung mit Nadeln erzeugt nicht nur kurzfristigen Placeboeffekt</h2>
<div id="attachment_5290" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/09/516517_web_R_B_by_Sabine-Weiße_pixelio.de_.jpg" rel="lightbox[5288]"><img class=" wp-image-5290 " title="Akupunkturmodell: Nadeln bewirken Wunder" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/09/516517_web_R_B_by_Sabine-Weiße_pixelio.de_-300x200.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Sabine Weiße / pixelio.de</p></div>
<p>München (pte) — Eine internationale Studie zeigt, dass Akupunktur bei chronischen Schmerzen wirksam ist. »Akupunktur ist keine Zaubertherapie, aber sie ist teilweise wirksamer als Medikamente«, sagt Co-Autor Klaus Linde vom Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum rechts der Isar der <a href="http://www.med.tu-muenchen.de" target="_blank" rel="external nofollow">TU München</a>, gegenüber pressetext. Für die Meta-Studie wurden die Daten von 17.922 Patienten aus insgesamt 29 Erhebungen analysiert.</p>
<h4>Wirkung in jedem Fall</h4>
<p>In einem Teil der Studien wurde Akupunktur nur placebomäßig angewandt. Die Nadeln wurden demnach nicht genau an in die vorgesehenen Punkte oder auch nur weniger tief gestochen. »Bisherige Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass die Gesamteffekte einer Akupunkturbehandlung klinisch relevant sind; ob die richtige Wahl der Punkte eine Rolle spielt, war jedoch bisher umstritten.</p>
<p>Unsere Analyse zeigt, dass die Punktwahl ebenfalls eine Rolle spielt. Die Unterschiede im Vergleich zur Scheinakupunktur sind zwar klein, aber sehr konsistent, das heißt die Studienergebnisse passen gut zusammen.« Die ursprungliche Theorie aus der Chinesischen Medizin sei umstritten. Diese besage, dass punktgenau gestochen werden sollte. »Wenn ich etwas daneben steche, habe ich einen kleineren Effekt, aber ich habe einen«, sagt Linde.</p>
<h4>Heilpraktiker und Ärzte zugelassen</h4>
<p>Als Akupunktur nach Deutschland importiert wurde, hat es zunächst einen Anschein von Esoterik gehabt — inzwischen wird die alte chinesische Technik jedoch auch von Ärzten angewandt. Mittlerweile ist die Akupunktur auch in Deutschland weit verbreitet. »Glaubt man den Studien, dann habe schon zehn Prozent der Deutschen eine Akupunktur bekommen«, sagt Linde. Und das sei schon eine Menge, zumal es nicht einfach das Einwerfen einer Pille bedeutet, sondern ein ganzes Ritual umfasse.</p>
<p>Linde befürwortet, dass Menschen hierzulande eine Akupunktur von einem Arzt durchführen lassen können und nicht nur von einem Heilpraktiker. »Das ist besser für die Sicherheit — es gibt auch ab und dann Nebenwirkungen oder Komplikationen«, sagt er. Inzwischen könne man von einem seriösen Verfahren sprechen. »Es ist besonders bei chronischen Schmerzen ein wichtiges Werkzeug«, weiß Linde. Dennoch sollten die Patienten darauf achten, wer die Nadeln sticht. Denn: »Es wird auch mit Akupunktur versucht Geld zu machen«, warnt der Experte.</p>
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		<title>Selbst aktiv sein können</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 10:12:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Tanz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein grundlegender Ansatz in der Anthroposophischen Medizin ist die Ganzheitlichkeit. Ein Paradebeispiel dafür ist die Heileurythmie, die bei einem enorm breiten Spektrum an Krankheitsbildern eine echte Hilfestellung sein kann. Norman Kingeter, Heileurythmist im Ita Wegman Ambulatorium in Basel, zeigt an einigen Beispielen verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Heileurythmie auf. Das eingespielte Reiz-Reaktionssystem aufbrechen Für sehr viele Menschen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein grundlegender Ansatz in der Anthroposophischen Medizin ist die Ganzheitlichkeit. Ein Paradebeispiel dafür ist die Heileurythmie, die bei einem enorm breiten Spektrum an Krankheitsbildern eine echte Hilfestellung sein kann. Norman Kingeter, Heileurythmist im Ita Wegman Ambulatorium in Basel, zeigt an einigen Beispielen verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Heileurythmie auf.</em></p>
<div id="attachment_5004" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/Screen-Shot-2012-06-01-at-12.07.26.png" rel="lightbox[5001]"><img class=" wp-image-5004 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/06/Screen-Shot-2012-06-01-at-12.07.26-300x194.png" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Heileurhytmie (Foto: Wegmannklinik)</p></div>
<p>Das eingespielte Reiz-Reaktionssystem aufbrechen Für sehr viele Menschen lassen im Frühjahr die Pollen die wunderbare Jahreszeit zu einer Tortur werden. Aber auch andere äussere Einflüsse rufen bei vielen extreme Reaktionen hervor. Nahrungsmittel, Milben, Medikamente können Auslöser für Allergien sein, die immer eine Überreaktion auf diese Einflüsse von aussen darstellen. Die Schleimhäute reagieren zu stark, der Mensch scheint zu zerfliessen. In der Heileurythmie rege ich den Patienten an, sich anders mit diesen Aussenreizen auseinanderzusetzen. Es geht letztendlich darum, das Gleichgewicht wiederherzustellen – das Gleichgewicht zwischen dem Wahrnehmen beziehungsweise Aufnehmen der Reize, dem Verarbeiten und dem Handeln. Das kann auch ein längerer Prozess sein, bei dem ich den Patienten zusammen mit dem Hausarzt über einen grösseren Zeitraum begleite. Wir beginnen zum Beispiel bereits im Herbst mit der Therapie, denn es ist wichtig, mit dem Immunsystem dann zu arbeiten, wenn es nicht schon durch die akute Allergie irritiert ist. Mit verschiedenen Übungen arbeiten wir daran, einen gesunden Rhythmus aufzubauen. Das betrifft zum einen die Verdauungsprozesse, die in einen Ausgleich kommen sollen. Das hat aber auch Auswirkungen auf seelische Prozesse, die eines Ausgleichs bedürfen. So erarbeiten wir gemeinsam Übungen, die helfen, in ein Gleichgewicht zwischen innen und aussen, zwischen Aufbau und Abbau zu kommen und übermässiger Aufregung mit Ruhe zu begegnen, zu sich selbst zurückzukommen. Immer wieder passen wir die Übungen der momentanen Situation an. Es zeigt sich dann, dass nicht nur der Heuschnupfen sich bessert, sondern der Mensch allgemein in einem besseren Gleichgewicht in der Welt steht.</p>
<h4>Die gesunden Kräfte stärken</h4>
<p>Zu mir in die Heileurythmie kommen auch viele Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung. Bei ihnen unterstütze ich mit den Übungen zum Beispiel ihren Wärmehaushalt. Eine Krebserkrankung ist häufig mit Kälte verbunden, erst recht nach oder während einer Chemotherapie. Deshalb zeige ich der Patientin Übungen, bei denen sie von innen heraus wieder warm werden kann. Es ist also nicht alleine die Erwärmung durch die äussere Bewegung. Das geschieht vor allem durch die besondere Qualität der Bewegung in der Therapie. Jede Bewegung wird bewusst ausgeführt, von innen heraus gestaltet und mit der Empfindung begleitet. Das macht die Patientin warm und stärkt so die gesunden Kräfte. Damit ist die Heileurythmie eine perfekte Ergänzung zur Misteltherapie. Meist ist die Krankheit von verschiedenen Symptomen begleitet. Ich bespreche mit der Patientin, welche Begleiterscheinungen am schwierigsten für sie sind. Da setzen wir dann zuerst an.</p>
<p>Noch entscheidender ist aber, dass der Patient in dieser bedrohlichen Situation einer Krebserkrankung das Ruder selbst in die Hand nehmen kann. Er kann etwas für sich tun, und zwar dann, wenn es für ihn gut ist. Den positiven Effekt dessen bestätigen mir die Patientinnen und Patienten immer wieder. Die Chemotherapie, andere Medikamente, auch Misteltherapie oder Hyperthermie – alles kommt von aussen an sie heran, alles bekommen sie. Aber die Heileurythmie machen sie selbst. Sie können die Übungen überall und jederzeit anwenden, sie sind individuell auf sie zugeschnitten.</p>
<h4>Das Gleichgewicht finden</h4>
<p>Auch bei psychiatrischen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Depression oder einem Burnout, können heileurythmische Übungen eine grosse Hilfe sein. In der anthroposophischen Behandlung psychiatrischer Erkrankungen werden vom Arzt, wo nötig, genauso schulmedizinische Medikamente eingesetzt, wie in jeder anderen Behandlung auch. Daneben wird aber grosser Wert auf die Arbeit mit dem Körper gelegt. Das können Einreibungen, Wickel, Bäder sein oder eben als eigene Aktivität Heileurythmie. Bei dem Patienten mit einer Depression sind meist verschiedene vegetative Prozesse aus dem Gleichgewicht geraten. Er leidet unter Schlafund Gleichgewichtsstörungen, es mangelt ihm an Appetit, er fühlt sich kalt. Ich arbeite mit ihm so, dass wir zuerst Wärme, Beweglichkeit und Gleichgewicht fördern. Auch Gedankenkreisen kann durch Bewegung begegnet werden. Wichtig für den Patienten mit einer Depression ist es, dass er durch die Heileurythmie Bewegungsabläufe erlernt, die er durch regelmässiges Üben in seinen Alltag integriert und damit den Gesundungsprozess begleitet.</p>
<h4>Die kindliche Entwicklung unterstützen</h4>
<p>Häufig kommen Kinder zu mir, bei denen noch nicht ganz klar ist, ob sie schulreif sind oder nicht. Dabei bewährt sich immer wieder die Zusammenarbeit von Erzieherin, Kinderarzt und Therapeut.</p>
<p>Oft handelt es sich um Ungleichgewichte in der Entwicklung, zum Beispiel Auffassungsgabe, emotionale Stabilität oder Bewegungskoordination.</p>
<p>Doch auch, wenn bereits entschieden wurde, dass das Kind eingeschult wird, kann bis zum Sommer durch spezielle Übungen vieles angeregt werden, was das Kind in seiner Entwicklung einen grossen Schritt weiterkommen lässt. Durch den ganzheitlichen Ansatz in der Heileurythmie kann das Kind in gesunder, altersgemässer Art unterstützt werden. Auch manchem Erstklässler kann man auf diese Art noch helfen, besser in den Schulalltag hineinzufinden.</p>
<blockquote>
<h4>Heileurythmie</h4>
<p>Alles was uns umgibt, ist in Bewegung oder aus Bewegung entstanden. Ein spannender Gedanke! Schaut man auf den menschlichen Körper, findet man Bewegung in verschiedenen Abstufungen. Verhältnismässig viel Ruhe ist in unseren Knochen, viel Bewegung herrscht zum Beispiel in unserer Verdauung. Heileurythmie geht davon aus, dass die Funktion des Organismus und der einzelnen Organe durch spezifische Bewegungen beeinflusst werden kann.</p>
<p>Heileurythmie ist direkt aus der Anthroposophischen Medizin entstanden. Rudolf Steiner hat sie für Ärztinnen und Ärzte entwickelt. Damit liegt ihr das gleiche Menschenbild zugrunde. Konkret heisst das, dass wir in der Arbeit genauso die verschiedenen Ebenen versuchen zu berücksichtigen. Diese Ebenen sind der physische Körper, die Organisation der Lebenskräfte, zum Beispiel in den verschiedenen Rhythmen, das Seelenleben, die Gefühle und Empfindungen sowie die Ebene des Bewusstseins. Für den Aufbau der Übungen bedeutet das, dass wir</p>
<p>1. den äusseren Ablauf einüben,<br />
2. Wiederholung und Pausen als Element der lebendigen Welt integrieren,<br />
3. die Bewegung mit einem Gefühl verbinden,<br />
4. das Bewusstsein ansprechen, zum Beispiel durch Wahrnehmung der eigenen Bewegung.</p>
<p>Auf diese Art wird je nach Möglichkeit der ganze Mensch angesprochen. Selbstverständlich differenziert nach Alter und Situation.</p>
<p>So kann zum Beispiel auch bei Säuglingen, Patienten mit Lähmungen oder im Koma die gesamte Behandlung ausgesprochen gut unterstützt werden.</p></blockquote>
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		<title>Körperrhythmen sichtbar machen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2012/01/23/korperrhythmen-sichtbar-machen/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 13:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren gibt es an der Ita Wegman Klinik einen Bereich Forschung. Einer der Hauptschwerpunkte ist Die Untersuchung verschiedenster Rhythmen. Dr. Daniel Krüerke, Leiter der Forschung an der Ita Wegman Klinik, berichtet von der Untersuchung des Herzrhythmus, einem der zentralen Themen. Um das Zusammenspiel unserer Organe in Bezug auf die rhythmischen Tätigkeiten zu verstehen, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Seit einigen Jahren gibt es an der Ita Wegman Klinik einen Bereich Forschung. Einer der Hauptschwerpunkte ist Die Untersuchung verschiedenster Rhythmen. Dr. Daniel Krüerke, Leiter der Forschung an der Ita Wegman Klinik, berichtet von der Untersuchung des Herzrhythmus, einem der zentralen Themen.</em></strong></p>
<div id="attachment_4355" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ae47cc0ba274_s.jpg" rel="lightbox[4354]"><img class=" wp-image-4355 " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/ap4ae47cc0ba274_s-300x201.jpg" alt="" width="150" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de / Auge © N N</p></div>
<p>Um das Zusammenspiel unserer Organe in Bezug auf die rhythmischen Tätigkeiten zu verstehen, kann das Bild eines „Orchesters“ hilfreich sein. Ähnlich den darin beteiligten Instrumenten scheinen unsere Organe in ihrer Tätigkeit Bezüge aufeinander zu haben, als würden sie gemeinsam „Melodien“ spielen und im gesunden Zustand ein harmonisches Gesamtgefüge mit einem grossen Toleranzbereich bilden.</p>
<p>Dabei scheint jedes Organ in seiner Dynamik eine Art „Resonanzraum“ zu besitzen, in dem sich sein eigener Rhythmus mit besonderer Kraft entfalten kann. Wenn die Organe in diesen „Resonanzräumen“ ineinandergreifen, sich gegenseitig beeinflussen, entstehen neue Rhythmusstrukturen, die den symphonischen Zusammenhalt im „Orchester“ zu gewährleisten scheinen. Die darin beteiligten „Mitspieler“ weisen nun ihrerseits in ihrem Zeitgeschehen ein komplexes Verhalten auf, welches sich nur durch die Einbettung in ein grösseres dynamisches Gefüge verstehen lässt.</p>
<p>Physiker denken bei so einer Beschreibung gern an „gekoppelte Systeme“. Im einfachsten Fall sind das zwei miteinander verbundene Schaukeln, die in einem ganz neuen Rhythmus schwingen können. „Gekoppelte Systeme“ schwingen entweder synchron oder in komplexen Rhythmen, oder sie verhalten sich chaotisch. Je nach einmal festgelegten Bedingungen spielt sich das System auf einen dieser Zustände ein.</p>
<p><strong>Attraktive dynamische Strukturen</strong></p>
<p>Die Zeitstrukturen rhythmischer Zustände können vielfältig sein. Sie lassen sich direkt oder auf Umwegen ineinander überführen. Sie weisen unterschiedliche Stabilitäten und Toleranzen gegenüber Störungen auf. Veränderungen der Komponenten können zur Folge haben, dass sich Toleranzbereiche verschieben, einengen oder erweitern, wodurch das System „therapierbar“ wird.</p>
<p>Solche Zeitmuster nennen Physiker „Attraktoren“, weil sie für das Gesamtsystem attraktive dynamische Strukturen darstellen, in welche es mehr oder weniger stark „hineingezogen“ wird. Attraktoren repräsentieren die Dynamik oder Zeitgestalt eines sich bewegenden Systems, meist in sehr vereinfachter Abbildung.</p>
<p><strong>Alles bewegt sich</strong></p>
<p>Das Orchester der Organe spielt nicht nach einer vollständig festgelegten Partitur. Das Bild von vielen Partituren, zwischen denen je nach Anforderung gewechselt werden darf und die sich unter der Beteiligung von Improvisationen verändern können, kommt dem Geschehen im Organismus näher. In unserem Organ-Orchester spielt alles und immer – mal lauter, mal leiser, mal rhythmischer, mal chaotischer, mal mit mehr oder weniger Bezug aufeinander. In jedem Fall bleibt alles in Bewegung. Aus Bewegung gehen wir hervor, wir befinden uns ständig in ihr und bleiben durch sie erhalten.</p>
<p>Herzschlag, Atmung und Pulswelle formen wohl die offensichtlichsten Rhythmen im „Jetzt“. Sind wir erregt, können sie sich in den Vordergrund der bewussten Wahrnehmung drängen. Das geschieht auch, wenn mit den Rhythmen etwas „nicht stimmt“. Herzrasen, Herzstolpern, Kurzatmigkeit, Beklemmungen sind Synonyme für wahrgenommene Störungen und beunruhigen uns mindestens genauso wie den Dirigenten, sobald eines der Instrumente „falsch“ spielt.</p>
<p><strong>Verhältnis von Atmung und Herzschlag</strong></p>
<p>Erinnern wir uns an körperliche Anstrengungen: einen Berg hoch laufen, Fahrradfahren, schwere Sachen tragen. Machen wir eine Pause, kommen wir aus der Anstrengung in die Ruhe, aber in uns bewegt sich weiterhin viel. Das Herz pocht stark und schnell, die Atmung ist vielleicht tiefer als sonst, aber sicher ebenfalls schneller, wir spüren den Puls in Kopf und Gliedern.</p>
<p>Fühlen wir uns hinein in diese innere Bewegung, dann können wir feststellen, wie sich der Herzschlag beim tiefen Einatmen leicht beschleunigt und beim Ausatmen verlangsamt – die atemsynchrone Schwankung der Herzfrequenz.</p>
<p>Wir können beobachten, wie Puls, Atmung, Blutdruckrhythmik insgesamt zur Ruhe kommen. Nehmen wir unsere Tätigkeit wieder auf, sprechen Herz, Atmung und Blutdruck sofort an. Sind wir gesund, reagieren sie variabel, passen sich an die physiologischen Erfordernisse und somit letztlich an unsere Bedürfnisse an. Wenn wir krank sind, erscheint diese Variabilität dagegen eingeschränkt, die Schwingungsfähigkeit in unserem Rhythmusgefüge ist reduziert.</p>
<p>Wir kennen auch die mentale Erregung: ein Auftritt, eine besondere Begegnung, grosse Freude, ein schwieriges Gespräch. Körperlich bewegen wir uns gar nicht oder kaum, trotzdem erfahren wir innere Erregung, ähnlich wie bei der körperlichen Anstrengung. Das Herz pocht, das Blut schiesst in den Kopf. Die Atmung kann anders sein als bei körperlichen Anstrengungen. Vielleicht stockt sie sogar.</p>
<p>Wir können an uns selbst feststellen, wie unser Herz mit unseren physischen und psychischen Bewegungen mitspielt und wie unterschiedlich sich dabei das Zusammenwirken von Atmung und Puls gestaltet. Hier wird deutlich, wie das Herz die Vorgänge in der Nerven-Sinnes-Tätigkeit, im Rhythmischen System und im Stoffwechsel-Gliedmassen-System wahrnimmt und auf Anforderungen und Zustandsänderungen reagiert, um das Zusammenspiel aller Organe weiterhin zu garantieren. Kann in einem Teil unseres Organismus die Herztätigkeit längere Zeit nicht adäquat eingreifen, kommt es zu entsprechenden Erkrankungen der betroffenen Organe und im schlimmsten Fall zum Infarkt.</p>
<p><strong>Die Ruhe des Atmens</strong></p>
<p>Der Herzrhythmus ist unabhängig von einer direkten, bewussten Beeinflussung. Aber es gibt Tricks, mit denen wir indirekt auf den Herzrhythmus wirken können. Bei mentaler Erregung funktionieren Praktiken wie „Gelassenheit“, „Relativieren“, „Perspektive ändern“ gut. Der oft gegebene Hinweis „jetzt erst einmal tief Luft holen“ weist uns in die Richtung einer leicht anwendbaren Möglichkeit: unserer Atmung. Wir können sie bewusst verändern, worüber wir auch andere Rhythmen, insbesondere die des Herzens beeinflussen.</p>
<p>Thich Nhat Hanh, ein praktizierender Zen-Meister, soll das so formuliert haben: „Wo du auch bist, du kannst immer achtsam atmen. Die Ruhe des Atmens bringt die Ruhe des Körpers und des Geistes mit sich.“ Die Eigenwahrnehmung und die daraus erfolgende Beurteilung, was unserem Organismus guttut und was nicht, ist entscheidend für die Vorbeugung von Krankheiten. Ansonsten können sich anhaltende Verschiebungen im Rhythmusgefüge etablieren. Damit gehen meist erhöhte Intoleranz und geringere Veränderungsmöglichkeiten (Variabilität) einher, sowohl hinsichtlich unseres physischen als auch des geistig-seelischen Tätigkeitsspektrums, bevor ernstzunehmende Beschwerden auftreten.</p>
<p>Leider entwickeln wir die notwendige Achtsamkeit oft erst dann, wenn uns echte Probleme plagen. Unsere Verpflichtungen und Ansprüche im alltäglichen Leben lassen uns vorauseilende Signale und Hinweise unseres eigenen Körpers oft überhören. Hier wird deutlich, dass das Ganze auch gesellschaftliche, berufliche und soziale Komponenten hat, an denen sich überaus nachhaltige therapeutische Massnahmen ergreifen lassen.</p>
<p><strong>Den Herzrhythmus mit geeigneten Instrumenten erforschen</strong></p>
<p>Die grossen Bemühungen in der Erforschung des Herzrhythmus sowie in der Entwicklung geeigneter Messinstrumente und Analyseverfahren sind getragen von der Überzeugung, aus charakteristischen Kenngrössen sowie deren Änderungen eine Beurteilung der autonomen Balance vornehmen und ein Abbild des Gesundheitszustandes eines Menschen erzeugen zu können.</p>
<p>Dadurch ergäbe sich auch eine exzellente Methode für Wirksamkeitsnachweise am individuellen Patienten. Die Resultate vieler hundert Publikationen sowie umfangreiche Erfahrungen aus der Sport– und Arbeitsmedizin sind sehr erfolgversprechend. Im klinischen Alltag wird die Beobachtung der Herzrhythmusvariabilität (HRV) bei der Untersuchung von fetalem Stress routinemässig bei der Entbindung genutzt.</p>
<p>Bei der Auswertung der HRV wird zwischen einer statistischen Analyse und einer Frequenzanalyse der Herzrate unterschieden. Erstere liefert Informationen über Schwankungen in der Herztätigkeit, letztere über Resonanzen und hervorgehobene Frequenzen in verschiedenen Aktivitätsbereichen, denen unterschiedliche Bedeutung zukommt. Beide zusammen ergänzen und unterstützen sich in ihren Aussagen über Variabilität, Stress, autonome Balance sowie Schwingungs– und Entspannungsfähigkeit.</p>
<div id="attachment_4356" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/863.jpg" rel="lightbox[4354]"><img class=" wp-image-4356  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/863.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bild 1: Resultate der 24-Stunden-Messung</p></div>
<p>Bei einer 24h-EKG-Messung wurde der zeitliche Verlauf der Herzrate (HR – zweite Kurve von unten in Bild 1) bestimmt. Dieser kann eine Zusammensetzung vieler rhythmischer Änderungen sein. Eine Frequenzanalyse zeigt, welche Änderungen in ihr enthalten sind. Das Resultat sieht man in einem Spektrogramm. In ihm werden rhythmische Schwingungen in der HR durch Einfärbung sichtbar gemacht. Rötlich bedeutet, die HR schwingt in dieser Zeit mit der angegebenen Frequenz sehr regelmässig und kräftig. Über gelb, grün und blau nehmen die Regelmässigkeiten und Ausprägungen der Schwingungen immer weiter ab. In den dunkelblauen Bereichen schwingt die HR kaum oder gar nicht mehr. Je mehr ein Herz in einem strengen regelmässigen Takt oder auch in einer chaotischen Weise schlägt, desto dunkelblauer und weniger farbig wird das Spektrogramm. Je stärker die Herzrate durch Rhythmen gestaltet wird, desto bunter wird das Abbild. Mit zunehmendem Alter wird die Herzrate immer regelmässiger, die komplexen Rhythmen nehmen ab, und das Spektrogramm wird einfarbiger, blauer. Ein buntes Spektrogramm kann man somit als Ausdruck gesteigerter Vitalität verstehen.</p>
<p>Im Spektrogramm sehen wir nicht, wie schnell das Herz schlägt, sondern ob sich der Herzschlag regelmässig ändert und wie schnell diese Änderungen sind. Schnelle Rhythmen im Bereich von Sekunden werden im HF-Band abgebildet, HF steht für „High Frequency“, hohe Frequenzen, die darauf hindeuten, dass sich Atmung und Herzrhythmus synchronisieren. Das Rhythmische System schwingt dann kräftig und frei in seinem eigenen Resonanzraum.</p>
<p>Dieser Zustand findet seine deutlichste Ausprägung, wenn wir uns im tiefen traumlosen Schlaf befinden, dargestellt durch die rot-gelben Bereiche nach Mitternacht um circa 0,2 Hertz. Während dieser Zeit weist die Herzrate auch kaum noch Schwingungen im mittleren (LF – „Low Frequency) und langsamen (VLF – „Very Low Frequency“) Band, also im tieferen Frequenzbereich auf, die auf Regelmässigkeiten in der Durchblutung bzw. im Blutdruck hinweisen. In dem Spektrogramm sind diese drei Frequenzbereiche oder –bänder mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnet. Wenn wir die Aktivität des LF-Bandes durch die Aktivität des HF-Bandes teilen, sehen wir schon, dass dieser Quotient während der Tiefschlafphase klein und ansonsten grösser sein wird. Der Logarithmus dieses Quotienten ergibt den Parameter lnQ, dargestellt in der grünen Kurve unter dem Spektrogramm. Je kleiner er wird, desto besser ist unsere Erholungsfähigkeit. In den Tiefschlafphasen, die für unsere Erholung entscheidend sind, kann er negativ werden. In ihnen wird von allen gesunden Menschen ein Rhythmus von vier Herzschlägen auf einen Atemzyklus angestrebt, zwei Herzschläge einatmen, zwei Herzschläge ausatmen. Dargestellt ist das in der untersten Kurve, dem Quotienten von Puls durch Atmung (QPA).</p>
<p>Professor Maximilian Moser von der Universität Graz ist mit seinen umfangreichen Arbeiten ein Pionier auf diesem Gebiet. Er prägte für das Spektrogramm der Herzrate auch den Begriff „Autochrones Bild“.</p>
<p><strong>Herzrhythmik und Musik</strong></p>
<p>Musik wird von vielen Menschen mehr oder weniger regelmässig erzeugt, auf jeden Fall aber von praktisch allen konsumiert. Sie kann uns vielseitig „mitnehmen“, in unterschiedliche Stimmungen „entführen“. Wir können sagen: Musik hat eine umfangreiche und starke Wirkung auf unser Befindlichkeitsspektrum. Umgekehrt ist Musizieren immer auch Ausdruck unserer inneren Rhythmen und Melodien von Wollen und Fühlen.</p>
<p>Durch die Musik können wir uns auf „Reisen“ begeben, mit ihr haben wir die Möglichkeit, gestalterisch in Geist, Körper und Seele einzugreifen und harmonisierend auf unser Rhythmusgefüge zu wirken. Es ist naheliegend, rezeptive und aktive musiktherapeutische Ansätze zu entwickeln, mit denen der Patient auf seine individuelle Problematik hin gezielt behandelt werden kann.</p>
<p>Die hier vorgestellten Beispielmessungen betreffen erste Untersuchungen der Musiktherapie an gesunden Probanden, in denen tiefschlafphasenähnliche Entspannungszustände auftreten können, die hierbei jedoch bewusst erlebt werden.</p>
<div id="attachment_4357" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/864.jpg" rel="lightbox[4354]"><img class=" wp-image-4357  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/864.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bild 2: Musiktherapiemessung</p></div>
<p>Bei der in Bild 2 abgebildeten Musiktherapiemessung fallen zwei Bereiche besonders auf. Der Zeitraum, in dem der Proband auf dem Bauch liegt und die Therapeutin die TAO-Leier auf seinem Rücken spielt, erinnert an eine Tiefschlafphase. Der lnQ wird in dieser Zeit negativ, der Puls-Atem-Quotient geht auf vier. Ebenso wird bei der Chrotta (einem speziellen Streichinstrument, ähnlich einem Cello) unter den Füssen ein Entspannungszustand erreicht. Der Zeitraum, in dem der Proband aktiv das Alphorn spielt, weist kaum Atmungssynchronisation auf, dafür aber viel Durchblutungs– und Blutdruckrhythmik, die auch mit der körperlichen Anforderung zusammenhängen. Der lnQ-Parameter weist in diesem Zeitraum hohe Werte auf. Der QPA von acht und die starken Schwankungen in der Herzrate deuten auf eine tiefe und vergleichsweise langsame Atmung während dieser Übungen hin.</p>
<div id="attachment_4358" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/865.jpg" rel="lightbox[4354]"><img class=" wp-image-4358  " src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2012/01/865.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bild 3: Messung mit TAO-Klangbett Spektrogramm</p></div>
<p>Erste Messungen mit dem TAO-Klangbett (Bild 3) ergaben, dass sich während des Spiels (B) die Erholungsfähigkeit, auch im Vergleich zur Nachruhe, erhöht (grüne Kurve). In der Vorruhe ist die Erholungsfähigkeit schlecht ausgeprägt. Während der Klangbett-Anwendung (B) und in der Nachruhe (D) ist die Herzrate tiefer, der QPA um 4, und die Atmung ist mit dem Herzrhythmus synchronisiert. Interessant dabei ist, in der Bauchlage auf dem Klangbett © findet wieder verstärkt Blutdruckrhythmik statt, die in derselben Lage mit der TAO-Leier auf dem Rücken oft ganz wegfiel. Ob der Unterschied durch die Empfindung über den Bauch oder über den Rücken zustande kommt, ist noch zu untersuchen. Nach der Nachruhe spielte der Proband selbst auf den Saiten des TAO– Klangbetts (E). Dabei zeigt sich keine Synchronisation mit der Atmung, wohl aber mit dem Durchblutungs– und dem Blutdruckgeschehen, was sich während des daran anschliessenden Gesprächs noch einmal verstärkt (F).</p>
<p><strong>Erforschung des Herzrhythmus unterstützt Wirksamkeitsnachweise</strong></p>
<p>Die bisherigen Untersuchungen und vorläufigen Resultate deuten darauf hin, dass sich durch die Betrachtung des Herzrhythmusgeschehens während der individuellen Sitzung sowie über den gesamten Zeitraum der in unserem Umfeld angewandten Therapien Effekte beobachten lassen, die als klinisch relevante Wirksamkeitsnachweise interpretiert werden können.</p>
<p>Grundlage für diese Forschungsarbeiten bilden die Arbeiten von Gunther Hildebrandt sowie viele der im Umfeld von Dirk Cysarz, Peter van Leeuwen, Maximilian Moser und Dietrich von Bonin entstandenen Arbeiten, die sich unter anderem auch mit der Erforschung der therapeutischen Sprachgestaltung und der Eurythmietherapie auf diesem Gebiet befassen. In diesem Zusammenhang stehen auch die Ergebnisse der Herzrhythmusuntersuchungen in einer prospektiven Kohortenstudie zur Rhythmischen Massage mit dem Paracelsus-Spital Richterswil. Mit der Filderklinik ist auf der Grundlage der bisher an den beiden Kliniken durchgeführten Voruntersuchungen ein TAO-Klangbett-Projekt geplant. Die Forschung an der Ita Wegman Klinik wird vollständig durch Drittmittel, insbesondere durch die Weleda und durch private Spenden, finanziert.</p>
<p>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin QUINTE, <a href="http://quinte.ch//default.aspx/NAV/143,480,486" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 31/ Winter 2011</a></p>
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		<title>Zellgeflüster</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 19:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
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		<description><![CDATA[Lange war es nicht viel mehr als eine Ahnung, heute wird die Sache greifbarer: Unsere Zukunft liegt in der Verbindung von Bewusstsein und Zelle. Als ich zum ersten Mal davon hörte, winkte ich gleich ab. Das ist bei mir so etwas wie ein professioneller Reflex. Er hat sich im Verlaufe meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit esoterischen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lange war es nicht viel mehr als eine Ahnung, heute wird die Sache greifbarer: Unsere Zukunft liegt in der Verbindung von Bewusstsein und Zelle.</em></p>
<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Zellbewusstsein.png" rel="lightbox[4184]"><img class="alignright  wp-image-4187" style="margin-left: 10px;" title="Zellbewusstsein, Bild: Heinz Robert" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/12/Zellbewusstsein-300x224.png" alt="" width="200" /></a>Als ich zum ersten Mal davon hörte, winkte ich gleich ab. Das ist bei mir so etwas wie ein professioneller Reflex. Er hat sich im Verlaufe meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit esoterischen Themen herausgebildet. Ich höre zu, lese, nehme auf, und zugleich denkt es in mir: «Ach ja, muss es denn gleich wieder so eine hochfahrende Behauptung sein? Danke, aber nicht mit mir.» Innerlich winke ich ab, und damit schütze ich mich vor der Überflutung durch irgendein modisches Heilsversprechen, das morgen schon wieder vergessen und durch eine neue Verheissung verdrängt sein wird.</p>
<p>«Zellbewusstsein», das klingt doch wieder ganz nach einem solchen hochtrabenden Irrläufer. Da gibt es Leute, die von sich behaupten, durch positive Gedanken oder durch die Verbindung zu einer überirdischen Instanz ihre DNA umbauen zu können, und daneben fast bescheidener auch solche, die sich mit ihren Zellen verständigen, um diese in einen optimalen Gesundheitszustand zu bringen und – wenn schon, denn schon – ihre Zellen als Sprungbrett auf die nächste Stufe der Evolution verwenden. Als wäre es nicht bereits eine prima Errungenschaft, wenn wir uns mit dem Rüstzeug, das uns derzeit zur Verfügung steht, auf der Stufe, auf der wir uns befinden, ein wenig sinnvoller und in dem Sinne erleuchteter verhalten würden. Aber nein, die Veränderung soll von ganz innen kommen, sie soll dort ihren Anfang nehmen, wo wir auf tiefster Ebene lebendig sind, was sich jedem Begreifen durch unseren Verstand jedoch entzieht.<br />
Die Zelle ist der kleinste Baustein des Lebens, sie misst zwischen 1 und 30 Mikrometer und ist für das blosse menschliche Auge unsichtbar. 10 000 Zellen zusammen lassen sich im Metallknopf einer Stecknadel unterbringen. Rund 100 Billionen Zellen bilden zusammen einen erwachsenen Menschen. Jede Zelle besteht aus Billionen von Molekülen, und diese wiederum setzen sich zusammen aus Billionen von Atomen. Kurzum: In uns steckt ein unermessliches Gedränge an Bausteinen des Lebens, und die Mitglieder der einzelnen Zellvölker sind einem ständigen Stirb-und-Werde-Prozess unterworfen. Wenn wir uns das gesamte Gebilde in seiner Schönheit und Komplexität vor Augen führen, bleibt uns im Grunde nichts anderes, als voller Bewunderung zu staunen.</p>
<p>So ein reibungslos funktionierendes Gebilde wie den eigenen Organismus haben wir Menschen bislang nicht zustande gebracht. Vergleicht man das Funktionieren einer Weltorganisation wie der UNO mit dem mühelosen Zusammenspiel der menschlichen Zellen und Organe, wird auf einen Schlag klar, dass wir als Menschheit noch einen sehr weiten Weg vor uns haben. «Jedes Volk der Erde leistet seinen Beitrag an die gesamte Menschheit, jedes Organ tut seinen Dienst für die Gesamtheit des Organismus», erläuterte der amerikanische Zellbiologe Bruce Lipton im SPUREN-Interview diesen Vergleich. «Hier wie dort ist man eingebunden und kann sich nicht um das Wohl der anderen foutieren. Wenn unsere Zellen sich so aufführen würden, wie wir Menschen es tun, würden wir sehr rasch krank werden.»</p>
<h4>Schlüssel der Evolution</h4>
<p>Wieder ein Hinweis, dass der Schlüssel zur Zukunft in unseren Zellen liegt. Hier eine visionäre Stimme aus früherer Zeit: «Die nächste Spezies findet im Körper statt. Das ist offensichtlich. Solange es nicht im Körper, auf der physiologischen Ebene der Zellen, geschieht, bleibt es noch eine fremdsprachige Übersetzung durch die Schichten des Schlafes, der Ekstase oder Meditation, die uns alle möglichen kleinen gebrochenen Strahlen und mehr oder weniger fabelhafte oder romanhafte Geschichten liefert, die trotzdem Ausdruck von etwas sind, ähnlich dem, was ein Goldfisch durch die Glaswand seines Aquariums vom Menschen erhaschen kann.»</p>
<p>Das postulierte Anfang der 80er-Jahre der französische Autor Satprem, und er sagte dies nicht aus einer Lust und Laune heraus, sondern aufgrund seiner jahrzehntelangen Schulung im Aurobindo-Ashram von Pondycherry in Südindien. Dort unterhielt er sich in wöchentlichem Rhythmus mit Aurobindos Gefährtin Mirra Alfassa, die eine Transformation durchlief und ihm mit grosser Offenheit darüber berichtete. Im Körper dieser Frau, die von ihren Anhängern als Mutter bezeichnet wurde, vollzogen sich im fortgeschrittenen Alter Prozesse, die sie als beispielhaft für die Entwicklung des Menschen verstand. Mitte September 1958 protokollierte Satprem diese Aussage von ihr:<br />
«Neulich kam es oben in meinem Badezimmer und ergriff den ganzen Körper. Es stieg auf: Alle Zellen bebten. Und mit einer Macht! Ich liess es sich entwickeln, die Schwingung wurde immer stärker, immer weiter. Alle Körperzellen wurden in eine Intensität der Aspiration gezogen, …als würde der ganze Körper sich ausdehnen – ungeheuer. Mein Eindruck war, alles würde bersten. Und es besitzt eine solche transformative Macht! Der Eindruck, wenn ich das fortsetzte, würde etwas geschehen, ein gewisses Gleichgewicht der Körperzellen würde sich verändern.» Satprem war überzeugt, «Mutter» sei «die ungeheuerlichste Revolution, die der Mensch je vollbrachte, seit eines Tages in einer Lichtung in der Jungsteinzeit ein erster Hominid damit begann, die Sterne und seine Schmerzen zu zählen».</p>
<h4>Physis der Veränderung</h4>
<p>Eine masslose Behauptung, gewiss, allenfalls nachvollziehbar, wenn man sich das innige, über Jahrzehnte währende Lehrerin-Schüler-Verhältnis der beiden vor Augen hält. Doch darum geht es hier nicht. Vielmehr fasziniert die Tiefendimension, die in Satprems Bericht deutlich zum Ausdruck kommt. Was er über den Transformationsprozess seiner Meisterin schreibt, wird in der spirituellen Literatur üblicherweise als Erleuchtung bezeichnet. Mit dem Begriff verbinden sich allerhand schwärmerische Vorstellungen, hauptsächlich aber die einer Vergeistigung und Höherentwicklung in Sphären, die weit über die Körperlichkeit des Menschen hinausreichen. Hier aber ist es gerade umgekehrt: Für «Mutter» stand die Physis der Veränderungen im Zentrum; in geradezu verwirrender Deutlichkeit bezog sie sich auf die kleinsten Einheiten des Lebendigen in sich und betonte die Leibgebundenheit der Vorgänge. Die Zelle war für sie so etwas wie eine geheime Sprungfeder, mit deren Hilfe sich unsere irdischen Lebensbedingungen umwandeln lassen. Und diese Transformation vollzog sich in ihr Zelle für Zelle über einen Zeitraum von gut zwei Jahrzehnten. Dass es dabei nicht um sie als Einzelwesen ging, sondern um die Menschheit insgesamt, stand für sie ausser Frage.</p>
<p>Wie gesagt, das ist lange her. Mirra Alfassa verstarb 1973 im Alter von 95 Jahren. «Mutter» verliess ihren Körper, obwohl aufgrund ihrer eigenen Aussagen und den Visionen ihres spirituellen Mentors und Gefährten Sri Aurobindo (1872–1950), der die Heraufkunft des «Übermenschen» verkündigt hatte, zumindest unter den Anhängern irgendwie die Erwartung im Raum gestanden hatte, sie sei durch die «supramentale Kraft» Aurobindos und den eigenen Wandlungsprozess unsterblich geworden. Ihre Agenda, aufgezeichnet von Satprem, erschien als stattliches Werk von 13 Bänden. Die Veröffentlichung ihrer Hinterlassenschaft wurde jedoch behindert und verzögert durch heftige Querelen des Autors mit dem Ashram, ein Zerwürfnis, das auch den Aufbau der damals neu begründeten Zukunftsstadt Auroville belastete. Der von Aurobindo propagierte Weg eines «integralen Yoga» vermochte keine Breitenwirkung zu entfalten, und schon gar nicht berichteten nach Mirra Alfassa und Satprem weitere Menschen von ähnlich wundersamen Wandlungen ihrer Zellen.</p>
<h4>«Sog der Zellen»</h4>
<p>Diesen Frühling bekam ich einen Anruf von Erika Wissmann. Die Zürcher Craniosacral-Therapeutin erzählte mir von ihren Erkenntnissen und Erfahrungen mit Meditation und Zellbewusstsein. Ich spulte die übliche Platte ab, machte die mir unbekannte Anruferin darauf aufmerksam, dass bei uns niemand in eigener Sache schreibt und wir in aller Regel mit Themen gut eingedeckt sind. Davon liess sie sich nicht abschrecken. Im Gegenteil. Diese Haltung sei es, was sie an unserer Zeitschrift gerade schätze, darum wende sie sich an mich. Hm. Ich machte mir einen Tee und begann, ihr besser zuzuhören.</p>
<p>Es wurde ein langes Gespräch. Ich wunderte mich – nicht zuletzt über mich selber. Was sie erzählte, klang abgefahren und wild, doch zugleich spürte ich, dass die Frau gut Boden unter den Füssen hatte und von etwas bewegt wurde, das mir vertraut schien. Schwierig zu sagen, was das ist. Steven Harrison kam mir in den Sinn, der amerikanische Mystiker, von dem ich einige Bücher verlegt habe und der sich mit viel Witz und Vehemenz immer wieder erfolgreich der Rolle eines Gurus entzieht. Ich schickte ihr Literatur von Steven und meldete mich an zu einem Tagesseminar bei ihr.</p>
<p>Über Zellbewusstsein habe ich an diesem Samstag in einer Yogapraxis im Zürcher Oberland mit knapp einem Dutzend Kursteilnehmerinnen nicht wesentlich mehr erfahren. Denn erfahren heisst bei Erika Wissmann, dass man die Sache im eigenen Körper empfindet und in sich ein untrügliches Gespür dafür entwickelt, wie sie sich für einen selbst anfühlt. «Explorieren» nennt sie das, liefert dazu in geführten Meditationen einige Anstösse, hütet sich aber davor, das zu Erfühlende für andere zu benennen oder zu kartografieren. Vielmehr erwartet sie von den Beteiligten aktives Mittun und überlässt die Leitung ganzer Kurssequenzen einzelnen Teilnehmerinnen, denen sie das zutraut.</p>
<p>Der «Sog der Zellen», von dem sie spricht, ist an diesem Tag an mir vorbeigerauscht. Auch, als sie auf vielfachen Wunsch jener Beteiligten, die mit ihrer Arbeitsweise bereits vertraut waren, in Aussicht stellte, in einer weiteren Meditation energetisch zu «schuben», hat mich diese Welle nicht wahrnehmbar erreicht. Beeindruckt war ich hingegen vom Zusammenspiel der Gruppe. Obwohl viele der Teilnehmerinnen seit Jahren bei ihr in Einzelstunden sind und ihre Kurse besuchten, haben sie ihr Leben nicht auf sie als ihre Lehrerin oder als Eminenz im Hintergrund ausgerichtet. In dem Kreis begegnete ich kernigen, unabhängigen Frauen, jede auf ihre Weise unterwegs zu sich selbst, von so etwas wie Sektenbildung keine Spur. Entsprechend vielfältig fielen die Aussagen aus zu den Erfahrungen mit Zellbewusstsein, eine Ausrichtung, welche Erika Wissmann bei der Gelegenheit zum ersten Mal einer Gruppe vorstellte.</p>
<h4>Zum Kern des Seins</h4>
<p>Zwei, drei Wochen später sass ich ihr gegenüber in ihrer Praxis in Forch bei Zürich. Wieder staunte ich über die fröhliche Leichtigkeit, in der wir uns verständigten und uns die Themen wie Bälle zuspielten. Obwohl sie überzeugt ist, in sich Wesentliches entdeckt und erfahren zu haben und sie daraus für sich durchaus eine Bestimmung ableitet, lässt die gelernte Psychiatrieschwester ihrem Gegenüber ein hohes Mass an Freiheit und gibt zu verstehen, dass sie aufgrund des eigenen Lebensweges mit einem weiten Spektrum des Menschlichen vertraut ist und damit umzugehen weiss.</p>
<p>Nach einem Sturz vom Pferd litt sie an erweiterten Wahrnehmungsstörungen und neurologischen Ausfällen. Jahrelang, so bekennt sie freimütig, war sie in psychotherapeutischer Behandlung, und es habe in jener Zeit so ziemlich jede Diagnose zu ihr gepasst. Doch der Arzt, der sie damals behandelte, habe verstanden, dass ihr mit den klassischen Mitteln seiner Profession nicht zu helfen war. Stattdessen habe er dem inneren Prozess vertraut, den sie zu durchlaufen hatte und sie mehr schützend als intervenierend begleitet. Später fand sie zu einer spirituellen Mentorin, die ihr in jahrelanger Kleinarbeit die Richtung zu sich selber wies. Dabei habe sie zu unterscheiden gelernt zwischen dem «wirklich Wahren in der Wahrnehmung und mentalen Gebilden», zwischen dem «Innen-Innen» und einem «Aussen-Innen», jenem Mischmasch aus eigener Wahrnehmung und fremden Konzepten, wie es in der Esoterik leider überall anzutreffen sei.</p>
<p>Mit «Zellbewusstsein» meint Erika Wissmann eine Verankerung auf jener innersten und dichtesten Ebene, wo wir unverkennbar wir selber sind. Die Zellteilung stehe am Anfang unseres Lebens als Organismus Mensch; ins Innerste des Physischen sei der Lebensfunke des Feinstofflichen getreten, und mit diesem Geschehen gelte es, sich wieder zu verbinden. So wie wir heute lebten, präsentierten wir uns durch den mentalen Dauerbetrieb weit offen wie eine aufgezogene Handorgel. In der Meditation auf das Zellbewusstsein werde diese Handorgel zusammengestossen zu einem Grundton aus engstem Raum, zum Kern unseres Seins.</p>
<h4>Die Richtung stimmt</h4>
<p>Also gut. Verstehen kann ich das zwar nicht, aber vielleicht gelingt es, einen Geschmack davon zu erhaschen. Erika Wissmann und ich sitzen uns gegenüber. Sie heisst mich, die Augen zu schliessen und lenkt meine Aufmerksamkeit nach innen. Und tatsächlich, nach einer gewissen Anlaufzeit tut sich etwas. In mir stellt sich eine tiefe Stille ein. Dann beginnt es zu kribbeln, in meinem Bauch zu glucksen und blubbern. Entspannung macht sich breit, zugleich bin ich hellwach. Als ich die Augen aufschlage, ist rund eine Stunde vergangen. Ich fühle mich erfrischt und beglückt, verankert in einer Mitte, die sich wie selbstverständlich anfühlt, mir im Verlaufe des Lebens aber irgendwie abhanden gekommen sein muss.</p>
<p>Diese innere Ausrichtung hält in den folgenden Tagen an, dann beginnt sie im Getriebe des Alltags zu verblassen. Doch die Erinnerung bleibt mir erhalten. Ein zweiter Besuch bei der 50-jährigen Therapeutin auf dem Hügel zwischen Zürich– und Greifensee lässt mich auf neue Weise mit diesem Dreh– und Angelpunkt meines Lebens in Verbindung treten. Erstaunlich. Und schwer zu benennen. Auch Erika Wissmann hat dafür weder eine Theorie noch plausible Erklärungen. Stattdessen betont sie die Einzigartigkeit jedes Menschen als einmalige Verkörperung des Lebens mit ihren je eigenen Herausforderungen.</p>
<p>«Es gibt tatsächlich in uns drin eine wesenhafte, einheitliche Gestalt, welche mich ehrfürchtig aufhorchen lässt», sagt sie aus eigener Erfahrung. «Es tut noch sehr weh, diese Gestalt zu verkörpern, und sie entwischt mir auch immer wieder. Was ich jedoch erlebe, überragt mein Denken und Vorstellen. Wüsste ich mittlerweile nicht, dass ich meiner Wahrnehmung trauen kann, hätte ich es wohl längst verworfen. Tun kann ich gar nichts. Es geht nur über das Einlassen und Zulassen: das Bewusstsein darauf fokussieren, explorieren und sich dem hingeben, was und wie es ist, bis es sich aus sich selbst heraus wandelt.»<br />
Wieder begegnen wir hier dieser Mischung von biologischer Grundlage und subjektivem Erleben. Ich halte sie mittlerweile für ein Charakteristikum der mystischen Beschäftigung mit Zelle und Bewusstsein. Was ich davon meine begriffen zu haben, begeistert mich so sehr, dass ich wild entschlossen bin, meinen Weg weiterzugehen, ob auf dem Wegweiser nun «Zellbewusstsein» oder eine andere Destination steht. Die Richtung stimmt.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<p><em>Bruce Lipton: Intelligente Zellen. Koha Verlag, Burgrain 2006, 236 Seiten, Fr. 24.90.</em><br />
<em> Satprem: Das Mental der Zellen. Daimon Verlag, Engelberg 2011, 249 Seiten, Fr. 25.90.</em></p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmalig im Magazin Spuren, <a href="http://www.spuren.ch/archiv/archiv_comments/1121_0_90_0_C/" target="_blank" rel="external nofollow">Nr. 101 Herbst 2011</a></em></p>
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		<title>Parkinson– Bewusstseinskontrolle mildert Symptome</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 22:14:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2982" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s.png" rel="lightbox[3564]"><img class="size-medium wp-image-2982  " title="Selbstkontrolle: Könnte Parkinson-Patienten helfen" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/09/ap4e42f653d0f5c_s-300x213.png" alt="" width="200" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Bildquelle: aboutpixel.de ooomg © Sergei Brehm</p></div>
<h2>Behandlungsansatz vor allem für junge Patienten geeignet</h2>
<p>Cardiff (pte) — Training, das die Kontrolle des Bewusstseins verbessert, könnte helfen, die Symptome von Parkinson zu mildern. Bei der tiefen Hirnstimulation werden Elektroden ins Gehirn implantiert. Sie erleichtern den Betroffenen die Kontrolle über ihre Bewegungen. Wissenschaftler der <a href="http://cardiff.ac.uk" target="_blank" rel="external nofollow">Cardiff University</a> gehen davon aus, dass mit einem Training des Gehirns ein ähnlicher Effekt zu erzielen ist.</p>
<h4>Übungen von zu Hause aus</h4>
<p>Das Team um David Linden ersuchte zehn Parkinson-Patienten, an Bewegungen zu denken, während ihre Gehirne 45 Minuten lang gescannt wurden. Fünf Teilnehmer erhielten Neurofeedback in Echtzeit, das ihnen gezeigt hat, wie gut sie eine Gehirnregion aktivierten, die die Bewegung kontrolliert. Alle wurden ersucht, auch zu Hause weiter entsprechende Übungen zu machen.</p>
<p>Nach zwei Monaten hatte sich der Zustand von 37 Prozent deutlich verbessert. Steifheit und Zittern hatten deutlich abgenommen. Laut Linden kann das Senden von Signalen in Gehirnbereichen, die normalerweise keinen Input erhalten, helfen, das neurale Netzwerk neu zu formieren. Roger Baker von der <a href="http://www.cam.ac.uk" target="_blank" rel="external nofollow">University of Cambridge</a> betont, dass dieser Behandlungsansatz nicht bei allen Patienten funktioniert, berichtet NewScientist.</p>
<h4>Es geht auch ohne Medikamente</h4>
<p>»Zittert die Person sehr stark, könnte es zu Problemen bei der Erstellung von Scanns kommen. Andere fühlen sich im Inneren eines Scanners einfach nicht wohl«, so Baker. Sinnvoll könnte dieser Behandlungsansatz laut dem Wissenschaftler jedoch vor allem für junge Parkinson-Patienten sein. Sie lehnen es eher ab, Medikamente zu nehmen, da sie Angst vor den langfristigen Nebenwirkungen haben. Details der Studie wurden im <a href="http://jneurosci.org" target="_blank" rel="external nofollow">Journal of Neuroscience</a> veröffentlicht.</p>
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		<title>Komplementärmedizin bereits Mainstream</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 13:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Breiter Zuspruch von Akupunktur, Homöopathie und Co als Ergänzung Wien (pte) — Komplementärmedizin genießt ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung und wird kaum noch grundsätzlich angezweifelt oder abgelehnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der Karmasin Motivforschung unter 1.000 Österreichern, die im Auftrag des Pharmaherstellers Sanova erstellt und am heutigen Montag präsentiert wurde. »Zwei Drittel haben [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Breiter Zuspruch von Akupunktur, Homöopathie und Co als Ergänzung</h2>
<div id="attachment_3373" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4c5ad06ff3f30_xs.jpg" rel="lightbox[3371]"><img class="size-medium wp-image-3373 " title="Sonnenhut: Zuspruch für pflanzliche Heilmittel wächst" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4c5ad06ff3f30_xs-300x199.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de / Fire 3 © Holger Hecklau</p></div>
<p>Wien (pte) — Komplementärmedizin genießt ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung und wird kaum noch grundsätzlich angezweifelt oder abgelehnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der <a href="http://www.karmasin.at" target="_blank" rel="external nofollow">Karmasin Motivforschung</a> unter 1.000 Österreichern, die im Auftrag des Pharmaherstellers <a href="http://www.sanova.at" target="_blank" rel="external nofollow">Sanova</a> erstellt und am heutigen Montag präsentiert wurde. »Zwei Drittel haben eine positive bis sehr positive Meinung zu komplementärmedizinischer Behandlung, nur acht Prozent eine negative«, fasst Studienleiterin Sophie Karmasin zusammen.</p>
<h4>Jeder Zweite mit eigener Erfahrung</h4>
<p>Nicht nur das Vertrauen, sondern auch das Wissen um die einzelnen Ansätze hat seit den 90er-Jahren erheblich zugenommen. »Komplementäre Medizin ist kein elitärer Begriff mehr, wie Bekanntheitswerte von über 82 Prozent bei Akupunktur und Homöopathie zeigen. Dahinter rangieren Kneipptherapie, Bachblüten, Kräuterheilkunde und Traditionelle Chinesische Medizin. Besonders Frauen sind komplementären Behandlungsformen sehr aufgeschlossen«, so Karmasin. Vorausschicken müsse man allerdings, dass die meisten mit der heutigen medizinischen Versorgung zufrieden sind und komplementäre Ansätze als Ergänzung, jedoch kaum als kompletten Ersatz der Schulmedizin verstehen.</p>
<p>Erst knapp jeder Zweite (46 Prozent) kann laut Studie bei Komplementärmedizin auf eigene Erfahrung verweisen, die allerdings in über 90 Prozent der Fälle positiv verlief. Anlass zum ersten Ausprobieren liefern meist leichtere Gesundheitsprobleme — allen voran Kopfschmerzen, Nervosität, Verdauungsproblemen, Schlafproblemen, Verspannungen oder Allergien. Erfahren haben die meisten davon über persönliche Empfehlungen von Freunden und Bekannten, während der Rat von Ärzten oder Apothekern weniger entscheidend ist.</p>
<h4>Offen für alt und neu</h4>
<p>Hinsichtlich des Umgangs mit Erkrankungen teilt Karmasin die Gesellschaft in drei Gruppen ein. »Naturorientierte« reduzieren Arzneimittel wo dies möglich scheint und greifen im Krankheitsfall zuerst zu Hausmitteln sowie zu pflanzlichen Wirkstoffen. Sie vertrauen der Komplementärmedizin, wissen viel über sie und kennen sie aus eigener Erfahrung. »Der Anteil der Naturorientierten beträgt 39 Prozent der Bevölkerung. Vertreten sind vor allem Frauen ab 50 Jahre«, so die Meinungsforscherin.</p>
<p>Die »Offenen« sind in Österreich mit einem Anteil von 41 Prozent zahlenmäßig die größte Gruppe. Frauen und Männer ab 30 Jahren scheinen hier gleichermaßen auf. »Sie akzeptieren sowohl Schul– als auch Komplementärmedizin, nutzen beide Ansätze gleichzeitig oder den im Moment sinnvollsten«, berichtet Karmasin. 18 Prozent der Bevölkerung — vor allem Männer der Altersgruppe ab 50 Jahren — setzen hingegen nur auf Schulmedizin, haben wenig Geduld bei der Wirkung von Arzneimitteln und interessieren sich nicht für komplementäre Ansätze.</p>
<h4>Antwort auf persönliche Situation gesucht</h4>
<p>»Männer setzen sich weniger mit der Behandlungsform auseinander«, erklärt die Forscherin die Geschlechterunterschiede gegenüber pressetext. In den älteren Generationen entsprechen Männer noch viel eher dem Klischee, dass sie anderen gegenüber keine Schwäche oder Krankheiten eingestehen wollen, den Arztbesuch und auch Vorsorgemaßnahmen lieber meiden, während Frauen häufig die »Gesundheitsmanagerin« der Familie sind. Diese Rollenverteilung verschwindet bei jüngeren Generationen jedoch immer mehr. »Junge Erwachsene von heute sind bereits mit Homöopathie und Co groß geworden«, so Karmasin.</p>
<p>Dass sich die Komplementärmedizin binnen 20 Jahren von der Außenseiterposition zu einem Mainstream-Ansatz entwickeln konnte, sei Teil des Gesellschaftswandels. »Die Schulmedizin gibt auf den Trend zur Individualisierung kaum eine befriedigende Antwort. Sie widmet dem Patienten wenig Zeit und gibt ihm nicht das Gefühl, er bekomme genau das, was er will oder müsse selbst einen aktiven Beitrag leisten. Komplementäre Therapien liefern das — oder inszenieren es zumindest besser.« Schlüssig ist weiters, dass die auf Naturwissenschaft ausgerichtete, stark technologisierte Welt auch in der Medizin einen Gegentrend ausgelöst hat.</p>
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		<title>Salz wirkt bei Verschleimung Wunder</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 22:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neue Behandlungen für Erkrankungen der Atemwege Wien (pte) — Salz bringt bei Erkrankungen der Atemwege deutliche Linderung. Ein Prinzip, das sich bisher mehrere Kurorte, Inhalationsgeräte und eine steigende Zahl innenstädtischer Salzgrotten zunutze machen, findet in der Medizin zunehmend Anerkennung. »Eine Salzinhalation reinigt bei akutem Schleim kurzfristig die Atemwege. Bei chronischem Verlauf kann sie als Zusatztherapie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Neue Behandlungen für Erkrankungen der Atemwege</h2>
<div id="attachment_3303" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4ad62fcdec28f_xs.jpg" rel="lightbox[3301]"><img class="size-medium wp-image-3303 " title="Salzkristalle: Als Inhalation gut bei Atembeschwerden" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/ap4ad62fcdec28f_xs-300x199.jpg" alt="" width="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de / Salz © Oliver Playford</p></div>
<p>Wien (pte) — Salz bringt bei Erkrankungen der Atemwege deutliche Linderung. Ein Prinzip, das sich bisher mehrere Kurorte, Inhalationsgeräte und eine steigende Zahl innenstädtischer Salzgrotten zunutze machen, findet in der Medizin zunehmend Anerkennung. »Eine Salzinhalation reinigt bei akutem Schleim kurzfristig die Atemwege. Bei chronischem Verlauf kann sie als Zusatztherapie die Verunreinigung mit Bakterien verringern«, erklärt Rolf Ziesche, Lungenmediziner an der <a href="http://www.meduniwien.ac.at" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Wien</a>, im pressetext-Interview.</p>
<h4>Inhalation auf Krankheit abstimmen</h4>
<p>Asthmatiker profitieren aufgrund ihrer ausgetrockneten Schleimhäute besonders von feuchten Dämpfen, die den Schleim verflüssigen und somit beim Abhusten helfen. »Sie haben auch mit Kühle kein Problem, weshalb sich etwa beim Besuch der Nordsee-Küste oder von Salzgrotten Reiz und Husten durchaus bessern können. Professionelle Inhalationsgeräte erzielen jedoch denselben Effekt«, so der Experte. Ganz anders ist die Situation bei COPD-Patienten. Salz wirkt auch für sie ähnlich, doch bekommen Inhalationen dieser Gruppe nur in trockener und warmer Form gut.</p>
<p>Das Thema Zusatztherapien bei Asthma und Raucherlunge (COPD) wird Zische am »Tag der Lunge« am 15. Oktober in Wien erörtern. Der Übergang zwischen beiden Krankheiten ist oft fließend, ihre Auslöser sind jedoch andere, betont Otto Spanger, Sprecher der <a href="http://www.lungenunion.at" target="_blank" rel="external nofollow">Lungenunion</a>, gegenüber pressetext. »Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern und wird meist schon in die Wiege gelegt. COPD und das Lungenemphysem muss man sich durch jahrzehntelanges Rauchen ›erarbeiten‹ — sind doch 80 Prozent der Betroffenen Raucher.«</p>
<h4>Emphysem: Trend zu invasiver Therapie</h4>
<p>Neue Ansätze gibt es auch für die Behandlung des Emphysems, einem Endstadium vieler chronischer Lungenkrankheiten, bei dem Lungenbläschen überbläht werden und Druck auf den Rest der Lunge ausüben. »Öffnete man die Blasen bisher operativ, sind nun invasive Methoden im Vormarsch«, berichtet der Wiener Lungenmediziner Arschang Valipour. So werden etwa Ventile in betroffene Verzweigungen der Bronchien eingebaut, die Luft nur nach Außen entweichen und somit die Blase schrumpfen lassen. Auch die Verödung durch Schaum– und Dampflösungen wird immer häufiger angewandt.</p>
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		<title>Auf den Spuren der Geschichte der Psychosomatik</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 09:33:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[a_Editors Choice]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Body]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte der Psychosomatik reicht bis ins antike Griechenland zurück, an den Beginn der philosophischen Reflexion des Menschen über sich selbst. Schon Platon und Aristoteles beschäftigt die Frage nach dem Verhältnis von Seele und Körper sowie die Qualität dieser beiden Entitäten. Aber nicht nur in der Philosophie, sondern auch in der Medizin sind solche Auseinandersetzungen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/Auf-den-Spuren-der-Geschichte-derPsychosomatik.png" rel="lightbox[3127]"><img class="size-medium wp-image-3130 alignright" style="margin-left: 10px;" title="Auf den Spuren der Geschichte der Psychosomatik" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/10/Auf-den-Spuren-der-Geschichte-derPsychosomatik-300x183.png" alt="" width="200" height="122" /></a><em>Die Geschichte der Psychosomatik reicht bis ins antike Griechenland zurück, an den Beginn der philosophischen Reflexion des Menschen über sich selbst. Schon Platon und Aristoteles beschäftigt die Frage nach dem Verhältnis von Seele und Körper sowie die Qualität dieser beiden Entitäten. Aber nicht nur in der Philosophie, sondern auch in der Medizin sind solche Auseinandersetzungen von grundlegender Bedeutung.</em></p>
<blockquote><p>„Das ist der grösste Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.“ — <em>Platon</em></p></blockquote>
<p>Im 20. Jahrhundert entwickeln sich zwei polare Anschauungen innerhalb der Medizin. Einerseits verzeichnet die körperbezogene, naturwissenschaftliche Medizin in Chirurgie, Infektiologie und den internmedizinischen Erkrankungen grosse Fortschritte, andererseits gewinnt auch eine vornehmlich psychologische Anschauung, ausgehend von Freud und Jung, immer stärker an Gewicht. Aus der Psychoanalyse entwickeln sich in den folgenden Jahrzehnten viele psychotherapeutische Richtungen.</p>
<p><strong>Ist Krankheit psychisch oder somatisch bedingt?</strong></p>
<p>Die jüngere Geschichte der Psychosomatik beginnt nach dem 2. Weltkrieg. Einer der Pioniere ist Franz Alexander, der aus psychoanalytischer Sicht eine erste Klassifikation psychosomatischer Erkrankungen aufstellte, die als „holy seven“ in die medizinischen Geschichtsbücher eingingen. Bei diesen sieben Krankheitsbildern – Asthma bronchiale, arterielle Hypertonie, Hyperthyreose, rheumatische Arthritis, Neurodermatitis, Ulcus-Erkrankungen, Darmentzündungen – versuchte Alexander psychische Gesetzmässigkeiten, die ursächlich zu diesen Erkrankungen führen, zu beschreiben und so eine Brücke zu finden zwischen psychischen und körperlichen Phänomenen. Durch die weiteren Entwicklungen und Forschungen ergab sich jedoch, dass die Eingrenzung auf diese Erkrankungen zu ausschliesslich ist. Viele andere Krankheitsbilder wurden in der Folge unter das Etikett „psychosomatisch“ gestellt, wie funktionelle Störungen, chronische Schmerzstörungen, Schlafstörungen, Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen usw. Ja, man kam zur Frage, ob nicht eigentlich alle Erkrankungen als „psychosomatisch“ anzusehen sind, wobei „psychosomatisch“ oft als „psychisch bedingt“ interpretiert wurde und einen abwertenden Beiklang bekam.</p>
<h4>Brücke zwischen körperlichen und seelischen Prozessen?</h4>
<p>Aus den Forschungsresultaten der Neurowissenschaften ergab sich ein weiterer Schritt in der Entwicklung der ­Psychosomatik. Immer deutlicher stellte sich heraus, dass jeder Vorgang auf der körperlichen Ebene von einem psychischen Prozess begleitet ist, aber auch umgekehrt führt jeder psychische Vorgang zu körperlich messbaren Phänomenen. So konnte zum Beispiel nachgewiesen werden, dass psychotherapeutische Interventionen zu Veränderungen der Neurotransmitter-Ausschüttung führen und über eine längere Zeit sogar zu strukturellen Veränderungen des Gehirns. Auch regelmässiges Musizieren führt zu anatomischen Veränderungen des Gehirns in Form von neuen Verbindungen zwischen den Nervenzellen (sog. Plastizität des Gehirns).<br />
Ebenfalls wurde besser erforscht, wie die seelische Befindlichkeit durch die körperlichen Vorgänge beeinflusst wird, dass beispielsweise chronische Schmerzen zu Depressionen führen oder dass nach einem Herzinfarkt ungefähr ein Drittel der Betroffenen eine sogenannte posttraumatische Belas­tungsstörung aufweist. Aufgrund dieser neu entdeckten Zusammenhänge wurde es immer frag­würdiger, nur einzelne Krankheitsbilder mit dem Begriff „psychosomatisch“ zu bezeichnen.<br />
Auch fehlt bis heute die Erkenntnis über die „Brücke“ ­zwischen psychischen und körperlichen Prozessen. Wie können Prozesse des Psychischen die Materie und wie können körperliche Vorgänge die Psyche beeinflussen?<br />
Die naturwissenschaftliche Medizin spezialisierte sich darauf, die materiellen Prozesse des Menschen zu erforschen. Sie konnte alles Mess-, Zähl– und Wägbare immer genauer erfassen. Im Zuge der grossen Fortschritte dieser Medizin entwickelte sich eine reduktionistische Auffassung des Menschen: Man sah das Ursächliche in den materiellen Vorgängen und die psychischen Prozesse lediglich als „Epiphänomene“ dieser körperlichen Prozesse. Auf der anderen Seite postulierten die Anhänger der psychologischen Betrachtungsweise das Primat der psychischen Vorgänge, welche auf ungeklärte Art und Weise das Körperliche steuern. Beiden Richtungen ist es aber bis anhin nicht gelungen, die Kluft zwischen dem Materiellen, Quantitativen, und dem Psychischen, Qualitativen, zu überbrücken.</p>
<h4>Im Mittelpunkt der Mensch</h4>
<p>Wegen dieser Schwierigkeiten, „Psychosomatik“ an einzelnen Krankheitsbildern festzumachen, hat sich eine andere Auffassung entwickelt, die sich mehr auf die Methodik der Psychosomatik bezieht.<br />
Grundelement jeder ärztlichen Tätigkeit ist das Gespräch und die Beziehung zwischen Patient und Arzt (in der männlichen Form ist immer auch die weibliche mit einbezogen). Bei der Anamnese werden einerseits die objektiven Fakten des Krankheitsgeschehens erfragt, andererseits sollte das subjektive Erleben des Patienten zur Darstellung kommen. Es ist Teil der ärztlichen Kunst und zugleich eine integrative Aufgabe, die verschiedenen Ebenen miteinander in Zusammenhang zu bringen. So kann die individuelle Art dieses betreffenden Menschen, mit seiner Krankheit umzugehen, erfragt werden und gleichzeitig als Ausgangspunkt dienen, um die geeignete Therapie zu finden.</p>
<p>Doch nicht nur der Patient, auch der Arzt ist individuell! Während in der naturwissenschaftlich orientierten Medizin in der Forschung mit geeigneten Studiendesigns versucht wird, den „Faktor Arzt« auszuschalten, ist in der psychosomatischen Medizin dieser Faktor ganz wichtig und auch für den Erfolg einer Arzt-Patienten-Beziehung und einer Therapie ausschlaggebend. So wird Psychosomatik nicht zu einem Spezialfach für schwierige und nicht genügend erklärbare Krankheitsbilder, sondern zur Basis eines jeglichen Fachs der Medizin. Damit verbunden ist ein stetes Sich-Schulen des Arztes in der Gesprächsführung und in der Selbstreflexion, aber auch in dem Bemühen um einen möglichst umfassenden Einbezug aller für das Verständnis der jeweiligen Krankheitssituation wichtigen Faktoren wie der biographischen Entwicklung des Patienten, seiner sozia­len Situation, seiner Fähigkeiten und Ressourcen.</p>
<p>Somit wird das therapeutische Gespräch zum zentralen Ort der Therapie. Hier entsteht der geschützte Raum, in dem Platz ist für die Einsichten, aber auch für die Gefühle des Patienten, die in vielleicht unbewusster Weise am Krankheitsgeschehen mitbeteiligt sind. Hier ist quasi die Werkstatt, in der auch Änderungen und neue Verhaltensweisen besprochen und erprobt werden können.</p>
<p>Damit wird deutlich, dass Psychosomatik immer auch eine gesellschaftliche Aufgabe in der heutigen Medizin hat. Sie setzt sich ein für eine individualisierte, menschengemässe Medizin, wo der Patient nicht als „Fallpauschale« in Erscheinung tritt, sondern als Individuum, welches auch in der Phase des Krankseins ein möglichst hohes Mass an Einsicht und Eigenverantwortung im Umgang mit der Krankheit wahrnehmen soll.</p>
<blockquote>
<h4>Was ist das Besondere einer „anthroposophischen Psychosomatik“?</h4>
<p dir="ltr" align="justify">In der Anthroposophischen Medizin gelten grundsätzlich die oben skizzierten Aspekte einer individualisierten Psychosomatik ebenso. Die Anthroposophie als Geistes­wissenschaft schafft jedoch zusätzlich die erkenntnis­wissenschaftlichen Grundlagen, um dem so komplizierten System „Mensch« gerecht werden zu können. Der Erkenntnisbegriff wird in der Anthroposophie so ausgebildet, dass ein wissenschaftliches Vorgehen und Erkennen sowohl im körperlich-sinnesgemässen wie auch im übersinnlich-geistgemässen Gebiet möglich wird. Daraus ergeben sich konzeptuelle Erweiterungen des Menschenbildes, der Erkenntnis des Menschen.</p>
<p>So wird zum Beispiel die leibliche Ebene des Menschen differenziert in einen physischen Körper und einen sogenannten „Lebensleib«. Während der physische Körper die physikalischen Gesetzmässigkeiten in sich trägt, ist der Lebensleib eine nicht physisch wahrzunehmende Ganzheit der belebenden, das Wachsen und Heilen des Organismus bewirkenden, gestaltenden Kräfte. Auch die psychische Ebene wird differenziert: in Seele und Geist. Die Seele (oder der Astralleib, wobei der Leibbegriff nicht physisch zu verstehen ist, sondern wie beim Lebensleib im Sinne einer Ganzheitlichkeit) ermöglicht einerseits das Bewusstsein des Menschen, seine Sinneswahrnehmungen und (Leibes-)Empfindungen. Andererseits wirkt sie unbewusst im physischen Leib und Lebenskräfteleib und impulsiert die dort auftretenden Vorgänge. Und schliesslich wird das Geistige des Menschen als reale Wesenheit angesehen, die im Ich als selbstbewusstem Zentrum des Menschen in Erscheinung tritt. Diese vier Ebenen stehen in komplexen Beziehungen zueinander, wobei eine Ebene nicht reduktionistisch aus einer andern abgeleitet werden kann. Aus der geisteswissenschaftlichen Betrachtungsweise ergeben sich noch weitere Konzepte (wie zum Beispiel die funktionelle Dreigliederung des Menschen oder die Siebengliedrigkeit der Organsysteme), die aber in diesem Rahmen nicht weiter ausgeführt werden können.</p>
<p>Diese Erweiterungen des Menschenbildes bieten die Basis für eine Fülle von therapeutischen Optionen: für eine medikamentöse Therapie mit Heilmitteln aus dem Mineral-, Pflanzen– und Tierreich, für äussere Anwendungen und rhythmische Massagen, künstlerische Therapien, Heil­eurythmie sowie für das therapeutische Gespräch.</p>
<p>Eine anthroposophische Psychosomatik steht, wie auch die gesamte Anthroposophische Medizin, jedermann offen, unabhängig, ob er Anthroposophie kennt oder nicht. Erwartet wird höchstens eine gewisse Offenheit und Bereitschaft, sich auf vielleicht ungewohnte therapeutische Ansätze einzulassen. An den Arzt/den Therapeuten stellt diese Art der Medizin hingegen grosse Anforderungen: Ziel ist, Mensch und Welt und die gegenseitigen Beziehungen immer besser zu erkennen, um eine individuell-ganzheitliche Therapie zu initiieren.</p></blockquote>
<p><em>Dieser Artikel erschien im Original in QUINTE — fünf Beiträge zur Gesundheit, <a href="http://www.quinte.ch//default.aspx/NAV/143,463,465" target="_blank" rel="external nofollow">Ausgabe 30 / Sommer 2011</a>.</em></p>
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		<title>Komplementäre Behandlung nicht teurer</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/07/28/komplementare-behandlung-nicht-teurer/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 14:57:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
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		<description><![CDATA[Akupunktur und Homöopathie für holländische Kassen ein Segen Tilburg/Berlin (pte) — Patienten, deren Hausarzt eine Zusatzausbildung in Komplementärmedizin besitzt, kommen dem Gesundheitssystem billiger als jene, die bei reinen Schulmedizinern in Behandlung sind. Das behaupten Ökonomen um Peter Kooreman von der Universität Tilburg im »European Journal of Health Economics«. Konkret beziehen sich die Forscher auf Akupunktur, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Akupunktur und Homöopathie für holländische Kassen ein Segen</h2>
<p><img class="size-medium wp-image-2321 alignright" style="margin-left: 10px;" title="Homeopathy globule © Totalpics | Dreamstime.com" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/07/dreamstime_xs_13776493-300x200.jpg" alt="" width="200" height="133" />Tilburg/Berlin (pte) — Patienten, deren Hausarzt eine Zusatzausbildung in Komplementärmedizin besitzt, kommen dem Gesundheitssystem billiger als jene, die bei reinen Schulmedizinern in Behandlung sind. Das behaupten Ökonomen um Peter Kooreman von der <a href="http://tilburguniversity.edu" target="_blank" rel="external nofollow">Universität Tilburg</a> im »European Journal of Health Economics«. Konkret beziehen sich die Forscher auf Akupunktur, Homöopathie und anthroposophische Medizin und begründen ihre Aussagen auf Daten von Versicherten in den Niederlanden.</p>
<h4>Sieben Prozent billiger</h4>
<p>Die Forscher verglichen Datensätze von 150.000 Menschen, die bei einem holländischen Versicherungsträger gemeldet waren. Untersucht wurden alle Kassenausgaben von 2006 bis 2009 für Hausarzt, Spitalsversorgung, Medikamente und Rettungseinsätze, daneben aber auch das jeweilige Geburts– und allfällige Todesdatum, das Geschlecht und der Wohnort. Von den knapp 2.000 Hausärzten, die die Untersuchten besuchten, waren 79 in Komplementärmedizin geschult.</p>
<p>Verfügt der Hausarzt neben der schulmedizinischen Ausbildung auch komplementäres Wissen, so reduzieren sich die Kosten pro Versichertem um durchschnittlich sieben Prozent, so das Ergebnis. Das sei vor allem eine Folge seltenerer Krankenhausaufhalte und weniger Medikamentenverschreibungen. Zumindest statistisch war bei diesen Patienten die Sterberate geringer. Das führen die Forscher unter anderem darauf zurück, dass komplementär geschulte Mediziner selten überbehandeln und verstärkt zu präventivem Verhalten raten.</p>
<h4>Private Kosten fehlen</h4>
<p>Grenzen der Studie zeigt Thomas Reinhold vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der <a href="http://epidemiologie.charite.de" target="_blank" rel="external nofollow">Charité-Universitätsmedizin Berlin</a>, gegenüber pressetext auf. »Die Querschnittstudie kann trotz sozioökonomischer Kontrolle nicht ausschließen, dass Patienten selektiert wurden. Zudem wird nicht gezeigt, welche Kosten die Komplementärmedizin für die gesamte Gesellschaft verursacht — da die privat bezahlten Leistungen und Medikamente nicht aufscheinen.«</p>
<p>Denkbar sei auch, dass Patienten, die eine alternative Behandlungsmethode suchen, allgemein eher zurückhaltend bei medizinischer Behandlung sind und somit die Kosten senken. »Mit Einschränkungen kann man immerhin sagen, dass in den Niederlanden Komplementärmedizin für das Gesundheitssystem nicht teurer kommt als Schulmedizin. Aussagen für andere Länder sind unzulässig, da sich Arztgehälter und Medikamentenpreise zu sehr unterscheiden.«</p>
<h4>Jedes Land anders</h4>
<p>Die Erstattung für Komplementärmedizin ist in Europa sehr unterschiedlich geregelt. »In vielen Ländern ist eine Kassenvergütung noch länger nicht vorstellbar, vor allem weil hochqualitative Studien fehlen«, so Reinhold. Eher offen zeigen sich Teile Italiens wie etwa die Toskana, die Komplementär– und Schulmedizin gleichstellt. In Deutschland wird bisher erst Akupunktur bei chronischen Schmerzen vergütet. In der Schweiz werden ab 2012 fünf alternative Behandlungsmethoden vorübergehend zum Teil der Grundversorgung.</p>
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		<title>Energiekörper bei Pflanzen und Menschen</title>
		<link>http://www.openmindjournal.com/2011/03/28/energiekorper-bei-pflanzen-und-menschen/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 07:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativ-/Komplementärmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[a_Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Body]]></category>

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		<description><![CDATA[Energie ist unsichtbar und Erfordert spezielle Forschungswege Andrea Leitner ist komplementäre Gesundheitswissenschaftlerin und Heilpraktikerin. in ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Wachstumsverhalten von pflanzen unter «geistiger einflussnahme». Grundlage ihrer arbeit bildet der Komplementaritätsbegriff, den der Quantenphysiker Niels Bohr 1927 eingeführt hat. Sie arbeiten an einer Dissertation und untersuchen, ob Mungobohnen ein anderes Wachstumsverhalten zeigen, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_844" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-844" src="http://www.openmindjournal.com/wp-content/uploads/2011/03/ap4ad78ff37b77d_small-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Foto: aboutpixel.de / ameisenwelt © Christoph Ruhland</p></div>
<p class="alignright bildhinweis" style="width: 150px;">
<h2>Energie ist unsichtbar und Erfordert spezielle Forschungswege</h2>
<p><em>Andrea Leitner ist komplementäre Gesundheitswissenschaftlerin und Heilpraktikerin. in ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Wachstumsverhalten von pflanzen unter «geistiger einflussnahme». Grundlage ihrer arbeit bildet der Komplementaritätsbegriff, den der Quantenphysiker Niels Bohr 1927 eingeführt hat.</em></p>
<p><strong>Sie arbeiten an einer Dissertation und untersuchen, ob Mungobohnen ein anderes Wachstumsverhalten zeigen, wenn sie «mental beeinflusst» werden. Wie funktioniert das?</strong></p>
<p>Der Quantenphysiker Niels Bohr beschreibt, dass das unsichtbare Wellen– und das sichtbare Teilchenbild nicht zwei getrennte, sich widersprechende Bilder sind, sondern sich gegenseitig ergänzen und nur gemeinsam eine vollständige Beschreibung der physikalischen Erscheinung liefern können.* Er nennt dies das Komplementaritätsprinzip. Er wollte damit die Widerspruchsfreiheit zwischen formulierten Theorien und der Abwägung tatsächlicher Beobachtungen gewährleisten. Bohr selbst wandte die Theorie später auch ausserhalb der Physik an. Meine Forschungen befassen sich mit der Frage, ob sich bei Pflanzen ein anderes Wachstumsverhalten zeigt, wenn deren Samen auf der unsichtbaren Wellenebene «mental beeinflusst» werden. Meine Forschung ist also im quantenphysikalischen und nicht im esoterischen Bereich anzusiedeln. Mein Praxisalltag als Therapeutin und als komplementäre Gesundheitswissenschaftlerin besteht jedoch primär in der Erarbeitung von Therapiekonzepten für und mit den Patientinnen und Patienten und deren Umsetzung.</p>
<p><strong>Sie erforschen Energien. Wie erklären Sie Energie?</strong></p>
<p>Am besten ist sie als «Abstrahlung» von dem zu bezeichnen, was wir Materie nennen. Aus meiner beruflichen Erfahrung würde ich Energie eher als Bewusstsein definieren, welches sich fliessend – das eine Mal mehr als verdichtete, das andere Mal mehr als freie Energie – zeigt.</p>
<p><strong>Wie messen Sie die Energie der Menschen?</strong></p>
<p>Ich habe für mich ein System von Energiefrequenzen ausgesucht. Wer Beschwerden im relativ hohen Energiebereich hat, gehört in komplementärmedizinische Hände – hier liegen meist funktionelle Störungen vor. Bei tieferen Energieniveaus muss genau überprüft werden, ob aktuell eine Erkrankung vorliegt oder ob die Person kürzlich krank war. Patienten mit tiefem Energieniveau gehören zur Abklärung in die Hände von Ärzten.</p>
<p><strong>Gibt es Methoden, mit welchen objektiv menschliche Energie gemessen werden kann?</strong></p>
<p>Ich hätte natürlich gerne ein solches Instrument, aber leider verfügen wir über keines. Im Rahmen meiner Dissertation in komplementären Gesundheitswissenschaften mache ich deshalb Experimente an Pflanzen. Die Ergebnisse der ersten Versuche haben signifikante Unterschiede gezeigt.</p>
<p><strong>Wie findet die Beeinflussung statt?</strong></p>
<p>Ich gehe davon aus, dass alles Leben eine gemeinsame Energieverbindung hat. So verbinde ich mich – so abstrus das tönen mag – mit dem Energiekörper der Pflanze auf Wellenebene und gebe ins System ein, sie solle ihr maximales Wachstum sichtbar machen. Es ist für mich sehr erstaunlich, wie man den Unterschied zur nicht beeinflussten Gruppe der Mungobohnen erkennen kann! Bei den mit Homöopathie behandelten Pflanzen sieht man noch schneller Wachstumsveränderungen als bei «mental beeinflussten».</p>
<p><strong>Was hilft aus ihrer Sicht uns menschen bei einem Energiemangel?</strong></p>
<p>Das Meer hilft am besten, weil wir über den Sand und die Sonne eine maximale Energieaufnahme erreichen. In der kalten Jahreszeit gilt: Gut und warm essen, warmen Tee trinken, ein Bad mit Mineralgestein nehmen, wie es zum Beispiel im Römersteinbruch von Würenlos abgebaut wird. Wirkungsvoll sind auch Energieübungen wie Qigong, Tai-Chi oder Eurythmie oder sich draussen im Wald bewegen, denn Bewegung und frische Luft helfen auch weiter. 15 Minuten täglich bewirken schon viel. Auf geistiger Ebene lohnt es sich, Prioritäten zu setzen und nicht alles sofort machen zu wollen. Hilfreich ist, im Terminkalender wöchentlich zwei Stunden rauszustreichen, damit wir dann nacharbeiten können und nicht mit einem ständigen Druck durchs Leben gehen müssen. Wenn man die Kräfte nicht mehr selbst ausgleichen kann, kennen wir gute Heilsysteme: Ayurveda, traditionelle chinesische Medizin, Homöopathie oder traditionell europäische Naturheilkunde, die unsere Energien ausgleichen und stabilisieren können.</p>
<p>Das Interview mit Andrea Leitner führte Dominique Zimmermann vom Magazin MONETA, es erschien ursprünglich in <a href="https://www.abs.ch/prints/5/49_1031_20110316_moneta_1_2011.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">Nr. 1/2011</a>. MONETA ist das Magazin der <a href="https://www.abs.ch" target="_blank" rel="external nofollow">Alternativen Bank Schweiz</a></p>
<p><em>Literaturangaben: * Rössler, W.: Eine kleine Nachtphysik. Grosse Ideen und ihre Entdecker. Reinbek 2009. Rowohlt Taschenbuch Verlag.<br />
Andrea Leitner: Die sieben Energiekörper des Menschen. <a href="http://www.weiterbildung.uzh.ch/programme/ethnobot/Abschlussarbeiten/LeitnerAbschlussarbeitFinal.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">www.weiterbildung.uzh.ch/programme/ethnobot/Abschlussarbeit…</a><br />
Mungobohnen, Homöopathie und mentale Programmierung: <a href="www.inter-uni.net/de/Forschung-Publikation?q=node/34" target="_blank">www.inter-uni.net/de/Forschung-Publikation?q=node/34</a></em></p>
<p> </p>
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