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Grosse Kinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oft wünschte ich, ich wäre nie gross geworden. Wäre ich noch ein Kind, wäre alles schön einfach und einfach so schön! Ich fände überall andere Kinder, mit denen ich spielen und Spass haben kann, weil sie die Lebensfreude noch ganz ungehemmt ausleben; ich fände Spielkameraden mit offenen Herzen und strahlenden Augen, und wir würden unserer Kreativität freien Lauf lassen; ich fände vor allem Kameraden, die spontan sind, weil sie nicht bereits den ganzen Monat verplant haben.

Die Traurigkeit darüber, dass alle um mich herum so erwachsen geworden scheinen, überkommt mich ab und zu. Ich kann es dann einfach nicht verstehen, warum sie ganze Tage in grauen Gebäuden verbringen und langweilige Dinge tun, die ihnen irgendjemand anderes aufgetragen hat. Warum sie das, wozu sie eigentlich gerade Lust hätten, auf irgendein Wochenende verschieben und warum sie nicht merken, dass dies geplante Vergnügen dem spontanen nie das Wasser reichen kann. Dass sie mit der Zeit gar nicht mehr wissen, wozu sie eigentlich Lust hätten.

Es macht mich so traurig. Das alles kann doch nicht im Ernst die Bedeutung von „erwachsen“ sein!
Nun, ich sage mir dann, dass es mich ja eigentlich nicht zu kümmern braucht. Dass ich ja mein Leben so unerwachsen leben kann, wie ich es mir wünsche. Und das tue ich auch. Ich versuche es zumindest. Es kommt aber vor, dass ich mich in die Ecke drängen lasse und glaube, mich für meinen Lebensstil rechtfertigen zu müssen. Wenn das zu oft geschieht und zu sehr an den Kräften zehrt, fange ich selbst an zu zweifeln und dann werde ich zwischenzeitlich genauso erwachsen wie so viele es sind. Was noch trauriger ist. Das Einzige, was mir dann bleibt, ist, einfach so lange traurig zu sein und meine Augen auszuweinen, bis ich wieder klar sehe und merke, dass es die Welt ja nur noch erwachsener macht, wenn ich jetzt auch noch mitmache. Denn immerhin weiss ich jetzt wieder ganz genau, wie man sich als erwachsener Erwachsener fühlt. Und vor allem weiss ich eins: Ich muss ihnen unbedingt weiterhin zeigen, dass es auch anders geht!


tamarama Mein Name ist Tamara Hofer, ich bin 1981 auf die Welt gekommen. Ich sehe mich als eine Vertreterin der neuen Generationen auf der Erde, deren Waffe die Liebe ist anstatt Gewalt oder Unterdrückung. Am liebsten bin ich kreativ in jeder erdenklichen Art und Weise, im Moment haben es mir vor allem das Schreiben und das Singen angetan. Zudem liebe ich nichts mehr, als andere mit Lebensfreude anzustecken, Herzen zu öffnen und den inneren und äusseren Blick zu schärfen! hofer[punkt]tamara[at]gmx[punkt]ch

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